Themenvorschlag: Dystopien in Spielen

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Puschkin
Beiträge: 471
Registriert: 5. Jun 2016, 11:26

Themenvorschlag: Dystopien in Spielen

Beitrag von Puschkin »

In vielen Spielen ist die Spielwelt in meiner Wahrnehmung eine Dystopische. Wenn es in die Zunkunft geht oder eine Fantasywelt wird man als Spieler
oft nicht mit einer Welt konfrontiert die etwas besseres ist als das hier und jetzt. Und ich frage mich wie kommt das?
Zukunftsszenarien wie z.B. Mirrors Edge, Postapokalypse wie Fallout, Alternative Welten wie Bioshock oder die Fantasywelt von The Witcher
es sieht immer ziemlich düster aus. Das macht keine schlechten Spiele aus ihnen aber ich frage mich ob da nicht Potential verschenkt
wird oder die Industrie nur "more of same" produzieren kann?
Sicherlich braucht ein Spiel eine Art von Konflikt mit der der Spieler dann konfrontiert wird, aber warum immer wieder die Dystopie und
so selten eine Welt in der man sich sagt, dass ist eine nette Alternative zur Realtität.

Vielleicht könntet ihr euch diesem Thema mal annehmen.
Wenn ich zuviele Spiele übersehen habe lasse ich mich auch gerne aufklären, dass ich mit dem Eindruck falsch liege.

PS. Ihr könntet ja ähnlich dieser "Lootcrate" oder "Wootbox" den "Biercrate" verschicken.
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boller
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Registriert: 3. Jul 2016, 21:45
Wohnort: Bonn

Re: Themenvorschlag: Dystopien in Spielen

Beitrag von boller »

Naja wie du es schon schreibst sie bilden letztendlich die Realität ab die oft halt nicht „nur gut“ ist sondern sehr oft schwankt und man eher die negativen Elemente wahrnimmt. Eine nur gute Welt nimmt der Mensch als Unecht wahr was ja auch schon im Begriff Utopie drin steckt als „Nicht Ort“/Nicht vorhanden / Nicht Möglich.
Letztendlich wird alles „gute“ mit irgendetwas „schlechtem“ erkauft. Als aktuelles Beispiel in unseren westlichen Demokratien der Verlust an Rechten und Freiheiten der einem Sicherheit versprechen soll.
Selbst Quasi Utopien wie Star Trek das einen idealisierten hochtechnologischen Lebensstill in einer Gesellschaft ohne Armut und mit freien Entfaltungsfähigkeiten repräsentiert gibt es die typischen menschlichen Eigenschaften von Korruption, Egoismus, Militarismus etc die das System einer „guten“ Welt unterminieren und der Menschheit nie ausgetrieben werden können.
Einzig in einer Spielwelt mit sehr begrenzten Parametern könnte es sowas wie eine Utopie geben. Sei es eine Bakterienkultur ohne Ansprüche in einem Kuhstall die permanent ideale Lebensbedingungen ohne Hunger erfahren, keine Gesellschaftstruktur haben und Überbevölkerung automatisch durch Ausmisten gelöst wird. Sobald das System komplexer wird gibt es keine Utopie mehr. Und Spiele auf so einem beschränkten Background Niveau sind Nonexistent und versprechen keinen Spielspaß.

Das „graue“ Weltbild wird von Spielen als Standard verwendet meiner Meinung nach wobei wir als Spieler auch dabei oft eher die negativen Seiten wahrnehmen da dort Konflikt und Wettbewerb Kernpunkte des Spielerlebnisses darstellen wie du es auch sagst. Denkt man sich aber die Spielwelten mit ihrer Gesellschaft, Kultur und Technologie über die Grenzen der „Spielareale“ hinaus sieht man oft die eher positiven Seiten die das Spiel unterschlägt.
Nehmen wir Ufo Enemy Unknown /Xcom als Beispiel. Abgesehen von der Bedrohung der totalen Vernichtung entwickelt man enorme Technologische Fortschritte welches die Menschheit auf ein total neues Technologisches Level heben. Transport, Energie, Nahrungs, Medizintechnischen Einschränkungen werden überwunden und sollten außerhalb des Spiels theoretisch zu einer Blütezeit der Menschheit führen solange auch Gesellschaftlich und Politisch etwas aus dem gemeinsamen Kampf gegen die Alieninvasoren erwächst.
Trotzdem würde diese Welt sich sicher nicht in ein Utopia entwickeln weil Teile der Menschheit sich nun mal Gesellschaftlich sich nicht dorthin entwickeln will… damit einige Reich sind müssen viele Arm sein, damit einige Macht haben müssen andere Machtlos sein, damit einer Recht hat muss wer anders Unrecht haben.

Letztendlich bedeutet mein Wortschwall Spielefirmen können nicht Abbilden was es nicht gibt weil Spieler und Spieldesigner auch nur Menschen sind.

JayTheKay
Beiträge: 433
Registriert: 26. Feb 2016, 21:17

Re: Themenvorschlag: Dystopien in Spielen

Beitrag von JayTheKay »

boller hat geschrieben: Einzig in einer Spielwelt mit sehr begrenzten Parametern könnte es sowas wie eine Utopie geben. Sei es eine Bakterienkultur ohne Ansprüche in einem Kuhstall die permanent ideale Lebensbedingungen ohne Hunger erfahren, keine Gesellschaftstruktur haben und Überbevölkerung automatisch durch Ausmisten gelöst wird. Sobald das System komplexer wird gibt es keine Utopie mehr. Und Spiele auf so einem beschränkten Background Niveau sind Nonexistent und versprechen keinen Spielspaß.
Eine sehr steile These. Es gibt sehr viele Utopien, die von den verschiedensten Leuten beschrieben wurden. Natürlich kann man sowas auch in Form eines Spiels umsetzen. Dass eine Verwirklichung in der Realität nicht möglich ist, hat damit ja erstmal wenig zu tun.

Meine Vermutung ist, dass Utopien einfach zu wenig Konfliktpotential für eine klassische Spielumsetzung bieten, es geht ja mit einer Dystopie am einfachsten ein Feindbild, Spielziel, Gefahrenquellen1 etc aufzubauen. Das gilt anscheinend ja auch für viele Serien und Filme.
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Eruarn
Beiträge: 6
Registriert: 6. Mai 2016, 16:16

Re: Themenvorschlag: Dystopien in Spielen

Beitrag von Eruarn »

Wenn ich mir Dystopien in Spielen anschaue, kommt die Befürchtung hoch, dass sie lediglich als Konfliktursache gelten, als dramatischer Background quasi. Habe zu wenige Spiele gespielt, als dass ich da eine qualifizierte Meinung abgeben könnte, aber gibt es auch dystopische Spiele, die ein ähnlich gesellschaftskritisches Bild liefern wie bspw. die Literatur? Tatsächlich wagen sich ja (vor allem Tripple A Titel) eher selten an kontroverse Themen heran.

Dennoch finde ich die Frage interessant: Ich bin nicht der Meinung, dass eine Dystopie unausweichlich und einzige realistische Möglichkeit wäre. Ebenso ist in einer Utopie nicht zwangsläufig alles gut, zumindest nicht aus heutiger Sicht. Eine Dystopie ist zudem in den meisten Fällen eine negativ überspitzte Variante der Zukunftsvision und damit ist sie ebenso überzeichnet wie eine Utopie.

BlackSun84
Beiträge: 381
Registriert: 10. Feb 2016, 17:42

Re: Themenvorschlag: Dystopien in Spielen

Beitrag von BlackSun84 »

Ich empfinde das Thema Dystopien allgemein als sehr, sehr interessant und würde als Diskussionspunkt noch den ergänzen, in wie weit sich z.T. die heutige Welt bzw. die von vor 20-30 Jahren, als Dystopien aufkamen, in genau diese Richtung verschiebt, Stichwort Totalvernetzung oder blinder Konsum ohne Eigenkontrolle bei z.B. den Daten.

Eruarn
Beiträge: 6
Registriert: 6. Mai 2016, 16:16

Re: Themenvorschlag: Dystopien in Spielen

Beitrag von Eruarn »

BlackSun84 hat geschrieben:Ich empfinde das Thema Dystopien allgemein als sehr, sehr interessant und würde als Diskussionspunkt noch den ergänzen, in wie weit sich z.T. die heutige Welt bzw. die von vor 20-30 Jahren, als Dystopien aufkamen, in genau diese Richtung verschiebt, Stichwort Totalvernetzung oder blinder Konsum ohne Eigenkontrolle bei z.B. den Daten.
Das finde ich gut: Früher sah eine Dystopie noch schnell aus wie bei Back to the Future II mit dem Fokus auf Macht(missbrauch) etc. und häufig mit starkem Zukunfts-Setting. Watch Dogs im Gaming-Bereich oder Staatsfeind Nr. 1 bei den Filmen zeigen eher eine Verschiebung Richtung Informations-Gesellschaft und deren Probleme.

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