Frauen bei The Pod

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Floki
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Re: Frauen bei The Pod

Beitrag von Floki »

Nyarly362 hat geschrieben:
3. Mai 2021, 12:01
Es geht vor allem darum, mal vorurteilsfrei - und dazu gehört auch ein "interessiert mich nicht" auszuhalten - andere Sichtweise auf Themen anzuhören und nicht gleich als "nischig" oder "nicht meins" abzutun. Das meine ich gar nicht böse. Ich habe selbst festgestellt, dass sich mein Horizont durch Sichtweisen auf bekannte Themen oder das Anhören von Nischenthemen ernorm erweitert hat. Auch das Gendern stört mich mitlerweile weniger. Und das sage ich als Frau von 44, die mit einer sehr männlich-normativen Sichtweise sozialisiert wurde und darin auch bestimmt 30 Jahr gut und bequem gelebt hat.
Ich hatte als Naturwissenschaftler nur vereinzelt Probleme mit "Frauen können das nicht oder haben darin nix zu suchen", das hängt aber auch damit zusammen, dass mir das früh bewußt wurde, dass Männer/die Gesellschaft teilweise so denken und ich mir früh nichts habe gefallen lassen. Am Anfang habe ich bei den feministischen Themen/Sichtweisen und dem Gendern auch gedacht, uff, brauch ich nicht, stört. Mittlerweile freue ich mich drauf, andere Blickwinkel als Impulsgeber für mein eigenes Denken zu bekommen.
Und zum Thema "interessiert mich nicht", das haben wir glaube ich alle bei unterschiedlichen Themen allein nur dieses Podcasts. Wie oft schalte ich das Magazin ab oder höre mir ganze Folgen mit großer Verzögerung an, weil es um Konsolensachen geht oder ich da im Moment keine Lust zu habe.

Es ist also eher ein "interessiert mich im Moment nicht, wäre aber trotzdem gut, weil es andere eventuell sogar betrifft", Beispiel nicht nur weibliche Gamer/Streamer sondern auch Behinderte Gamer, "nicht-weiß-deutsche" Gamer (Repräsentanz in Games?? war ja Thema des Cancel culture casts, wie erleben sie unsere Games, gibt es hier "Bessere"?) etc. Vielfalt statt Einheitsbrei ist da meine Deviese.
Und dadurch ändert sich auch die Gesprächskultur hin zu etwas mehr Toleranz und weniger Absolutheit in der Meinung. Leidenschaft will ich bestimmt nicht abschaffen aber hier ist es manchmal nur schwer erträglich Threads zu lesen, und das trotz der guten Moderation.
Danke für Deine Antwort und Input! Deinen Punkt kann ich absolut nachvollziehen und wie Du es darlegst, kann ich mich auch anderen Sichtweisen öffnen - ich finde immer, dass diese Twitter Hashtag Mentalität eher nur zum Abwinken animiert.

Beim Lesen fiel mir auch immer mehr auf, dass mich gar nicht dieser vielleicht/vermutlich vorhandene Sexismus in der Branche oder auch in der Allgemeinheit stört, es ist viel mehr diese Finger in die Wunde legen, da ich die Wunde sehe, aber nicht der Verursacher dieser bin und daher mir sage: Das betrifft mich nicht, daher lass mich damit in Ruhe.
Ich verabscheue Sexismus und Rassismus, da es Zeichen von Dummheit sind.
Da ich das für mich aber so klar benennen und und abgrenzen kann, mag ich es auch nicht, dass ich durch solche Themen belehrt werde. Ich glaube das ist der Punkt. Natürlich habe ich als weißer, nicht behinderter Deutscher leicht reden. Das ist mir bewusst. Aber ich finde in diesen feministischen Beiträgen immer eine Art Unterstellung einer Allgemeinheit, die ich mir einfach nicht anziehe. Schwer auszudrücken, vielleicht weißt Du was ich meine.

Rince81
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Re: Frauen bei The Pod

Beitrag von Rince81 »

Floki hat geschrieben:
3. Mai 2021, 12:15
Beim Lesen fiel mir auch immer mehr auf, dass mich gar nicht dieser vielleicht/vermutlich vorhandene Sexismus in der Branche oder auch in der Allgemeinheit stört, es ist viel mehr diese Finger in die Wunde legen, da ich die Wunde sehe, aber nicht der Verursacher dieser bin und daher mir sage: Das betrifft mich nicht, daher lass mich damit in Ruhe.
Natürlich betrifft Dich das das. Das betrifft uns alle. Wir haben in der Gesellschaft diverse strukturelle Grundsysteme, die einige strukturell bevorteilen, andere entsprechend benachteiligen. Darüber zu lernen, andere Sichtweisen auf diese Probleme zu bekommen, immer wieder die eigene Meinung auf Widersprüche abzuklopfen und am Diskurs teilzuhaben ist wichtig.
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Ironic Maiden
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Re: Frauen bei The Pod

Beitrag von Ironic Maiden »

Ich bin ja schon seit den Anfängen im Forum und höre auch den Podcast seit Anfang an. Über das Thema der weiblichen Beteiligung wird ja alle paar Monate wieder neu diskutiert. Ich würde da zwischen Frauen im Podcast und Frauen im Forum trennen.

Im Forum schreibe ich ja nicht besonders viel, und wenn dann meist eher im Off-Topic, weil ich da den Eindruck habe, mehr beitragen zu können. Zu Spielen schreibe ich selbst nur, wenn ich der Ansicht bin, dass da eine Sichtweise fehlt, die ich einbringen könnte. Ich bin da vielleicht etwas zu hart mit mir selbst, da z.B. im Film- oder Bücherthread ja auch viele Leute schreiben, die selbst keine Cineasten oder Vielleser sind, aber die Diskussionen über Spiele, die mich interessieren, laufen auch ohne meinen Input oft so gut, dass ich da auch kein Bedürfnis habe, noch meinen Senf dazuzugeben.

Meinem Eindruck nach ist das Klima im Forum gerade im Verlauf des letzten Jahres besser geworden. Das liegt vielleicht daran, dass es hier insgesamt ruhiger ist als früher, aber ich habe auch den Eindruck, dass bei eindeutig misogynen oder anderweitig unpassenden Aussagen sehr viel schneller Widerspruch von anderen Usern kommt als früher. Das freut mich dann immer sehr. Andererseits ist es schon so, dass der Diskurs hier für meinen Geschmack immer noch hinter für mich wichtigen gesellschaftlichen Selbstverständlichkeiten zurückbleibt, was man gerade z.B. gut drüben im "Cancel Culture"-Thread verfolgen kann. Im Gegensatz zu früher scheint es mir aber so, als würde das mittlerweile lediglich an einigen wenigen Einzelmeinungen liegen und der Konsens im Forum ist nicht mehr so eindeutig auf deren Seite liegen, wie das vielleicht noch vor 4 oder 5 Jahren zumindest manchmal der Fall war. Aus meiner Perspektive hat sich das Forum da eindeutig gebessert.
Allerdings ist es mMn auch schon so, dass nach jeder Diskussion über den Frauenmangel bei "The Pod" in den letzten Jahren anschließend weniger Frauen im Forum übrig waren als vorher. Vielleicht, weil sich einige entnervt zurückgezogen haben, und auch ich habe letztes Jahr nach der letzten Runde zu dem Thema erstmal eine Weile nichts mehr hier geschrieben. Angesichts der positiven Entwicklung der letzten Zeit habe ich aber die Hoffnung, dass sich das vielleicht auch wieder ändert, und das ist auch ein Grund, warum ich überhaupt hier schreibe.

Zum Frauenanteil im Podcast ist, denke ich, schon mehrfach alles gesagt worden. Ich mag den Podcast, auch wenn mich nicht immer alle Themen ansprechen und unterstütze ihn auch finanziell seit das möglich ist. Ursprünglich auch mit den 10 Dollar, das habe ich allerdings letztes Jahr nach der "Frauendiskussion" geändert. Ich schließe aber nicht aus, in Zukunft wieder mehr zu bezahlen, wenn die positive Entwicklung anhält.

Floki
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Re: Frauen bei The Pod

Beitrag von Floki »

Rince81 hat geschrieben:
3. Mai 2021, 13:36
Floki hat geschrieben:
3. Mai 2021, 12:15
Beim Lesen fiel mir auch immer mehr auf, dass mich gar nicht dieser vielleicht/vermutlich vorhandene Sexismus in der Branche oder auch in der Allgemeinheit stört, es ist viel mehr diese Finger in die Wunde legen, da ich die Wunde sehe, aber nicht der Verursacher dieser bin und daher mir sage: Das betrifft mich nicht, daher lass mich damit in Ruhe.
Natürlich betrifft Dich das das. Das betrifft uns alle. Wir haben in der Gesellschaft diverse strukturelle Grundsysteme, die einige strukturell bevorteilen, andere entsprechend benachteiligen. Darüber zu lernen, andere Sichtweisen auf diese Probleme zu bekommen, immer wieder die eigene Meinung auf Widersprüche abzuklopfen und am Diskurs teilzuhaben ist wichtig.
Ich bin ganz offen: Ich weiß nicht, ob mich das betrifft. Ich weiß nicht, ob mich die Diskriminierung polnischer Minderheiten in Ost Sachsen betrifft. Es ist zu verurteilen, klar. Es ist auch immer dagegen vorzugehen, wenn einem das im privaten Bereich vor die Augen tritt, auch klar. Aber deswegen betreffen mich Dinge nicht, die in meiner Wahrnehmung weit weg sind. Bspw. die Diskriminierung der Uiguren, Tibet, Mexio, you name it. Ich KANN auf die Straße gehen oder für diese Dinge aufstehen. Betreffen tut es mich nur soweit, wenn ich es zulasse. Und ich lasse es nur zu, wenn es meinen persönlichen Bereich berührt. Und da ich keine Frau bin und sexistischer Ar***, zumindest meine ich das, sehe ich mich da nicht angesprochen bei der "Belehrung" von manch feministischen Texten.

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Feamorn
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Re: Frauen bei The Pod

Beitrag von Feamorn »

Floki hat geschrieben:
3. Mai 2021, 15:38
Rince81 hat geschrieben:
3. Mai 2021, 13:36
Floki hat geschrieben:
3. Mai 2021, 12:15
Beim Lesen fiel mir auch immer mehr auf, dass mich gar nicht dieser vielleicht/vermutlich vorhandene Sexismus in der Branche oder auch in der Allgemeinheit stört, es ist viel mehr diese Finger in die Wunde legen, da ich die Wunde sehe, aber nicht der Verursacher dieser bin und daher mir sage: Das betrifft mich nicht, daher lass mich damit in Ruhe.
Natürlich betrifft Dich das das. Das betrifft uns alle. Wir haben in der Gesellschaft diverse strukturelle Grundsysteme, die einige strukturell bevorteilen, andere entsprechend benachteiligen. Darüber zu lernen, andere Sichtweisen auf diese Probleme zu bekommen, immer wieder die eigene Meinung auf Widersprüche abzuklopfen und am Diskurs teilzuhaben ist wichtig.
Ich bin ganz offen: Ich weiß nicht, ob mich das betrifft. Ich weiß nicht, ob mich die Diskriminierung polnischer Minderheiten in Ost Sachsen betrifft. Es ist zu verurteilen, klar. Es ist auch immer dagegen vorzugehen, wenn einem das im privaten Bereich vor die Augen tritt, auch klar. Aber deswegen betreffen mich Dinge nicht, die in meiner Wahrnehmung weit weg sind. Bspw. die Diskriminierung der Uiguren, Tibet, Mexio, you name it. Ich KANN auf die Straße gehen oder für diese Dinge aufstehen. Betreffen tut es mich nur soweit, wenn ich es zulasse. Und ich lasse es nur zu, wenn es meinen persönlichen Bereich berührt. Und da ich keine Frau bin und sexistischer Ar***, zumindest meine ich das, sehe ich mich da nicht angesprochen bei der "Belehrung" von manch feministischen Texten.
Du bist aber Teil dieser Gesellschaft, oder? Systemische Probleme, wie Rassismus, Sexismus etc., können nur systemisch und als Gesamtanstrengung der Gesellschaft behoben werden, deren Teil wir nun mal alle sind.
Sexismus muss und kann nicht durch die Betroffenen "gelöst" werden, sondern nur durch die Ausübenden (bzw. denen, die Teil des Systems sind, das die Ausübung zulässt aber begünstigt).
Rassismus muss und kann nicht durch die Betroffenen "gelöst" werden, sondern nur durch die Ausübenden (bzw. denen, die Teil des Systems sind, das die Ausübung zulässt aber begünstigt).
Das ist teilweise unangenehm, oft nicht schön, insbesondere, wenn man irgendwann bestimmte Dinge und ungute Verhaltensweisen bei sich selbst entdeckt, aber notwendig, wenn man sagt, dass man das auf Dauer loswerden möchte. Wenn man sich da einfach raus nimmt und sagt "geht mich nichts an" ist man leider weiterhin Teil des Problems. "Unpolitisch" gibt es am Ende nicht. Die schwerste Erkenntnis ist die, dass man selbst Teil des Ganzen ist, egal wie bewusst oder unbewusst, da müssen alle irgendwann durch.

Floki
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Re: Frauen bei The Pod

Beitrag von Floki »

Feamorn hat geschrieben:
3. Mai 2021, 15:52
Floki hat geschrieben:
3. Mai 2021, 15:38
Rince81 hat geschrieben:
3. Mai 2021, 13:36


Natürlich betrifft Dich das das. Das betrifft uns alle. Wir haben in der Gesellschaft diverse strukturelle Grundsysteme, die einige strukturell bevorteilen, andere entsprechend benachteiligen. Darüber zu lernen, andere Sichtweisen auf diese Probleme zu bekommen, immer wieder die eigene Meinung auf Widersprüche abzuklopfen und am Diskurs teilzuhaben ist wichtig.
Ich bin ganz offen: Ich weiß nicht, ob mich das betrifft. Ich weiß nicht, ob mich die Diskriminierung polnischer Minderheiten in Ost Sachsen betrifft. Es ist zu verurteilen, klar. Es ist auch immer dagegen vorzugehen, wenn einem das im privaten Bereich vor die Augen tritt, auch klar. Aber deswegen betreffen mich Dinge nicht, die in meiner Wahrnehmung weit weg sind. Bspw. die Diskriminierung der Uiguren, Tibet, Mexio, you name it. Ich KANN auf die Straße gehen oder für diese Dinge aufstehen. Betreffen tut es mich nur soweit, wenn ich es zulasse. Und ich lasse es nur zu, wenn es meinen persönlichen Bereich berührt. Und da ich keine Frau bin und sexistischer Ar***, zumindest meine ich das, sehe ich mich da nicht angesprochen bei der "Belehrung" von manch feministischen Texten.
Du bist aber Teil dieser Gesellschaft, oder? Systemische Probleme, wie Rassismus, Sexismus etc., können nur systemisch und als Gesamtanstrengung der Gesellschaft behoben werden, deren Teil wir nun mal alle sind.
Sexismus muss und kann nicht durch die Betroffenen "gelöst" werden, sondern nur durch die Ausübenden (bzw. denen, die Teil des Systems sind, das die Ausübung zulässt aber begünstigt).
Rassismus muss und kann nicht durch die Betroffenen "gelöst" werden, sondern nur durch die Ausübenden (bzw. denen, die Teil des Systems sind, das die Ausübung zulässt aber begünstigt).
Das ist teilweise unangenehm, oft nicht schön, insbesondere, wenn man irgendwann bestimmte Dinge und ungute Verhaltensweisen bei sich selbst entdeckt, aber notwendig, wenn man sagt, dass man das auf Dauer loswerden möchte. Wenn man sich da einfach raus nimmt und sagt "geht mich nichts an" ist man leider weiterhin Teil des Problems. "Unpolitisch" gibt es am Ende nicht. Die schwerste Erkenntnis ist die, dass man selbst Teil des Ganzen ist, egal wie bewusst oder unbewusst, da müssen alle irgendwann durch.
Interessanter Ansatz und Sichtweise, gegen die ich nicht argumentieren will, da sie vollkommen legitim ist.
Die Einstellung mit dem "Bist Du nicht Teil der Lösung, bist Du Teil der Problems" finde ich zu radikal. Es ist nicht mein Problem. So wie es auch nicht das Problem einer Frau ist, wenn ich als Mann diskriminiert werde(n sollte). Nicht per se, nicht per Geschlechterrollen. Es ist mein Problem als Gleichstellungsbeauftragter, als Vater vielleicht, als Chef, aber nicht aufgrund meines Geschlechts. Das wäre sicherlich schön einfach, damit man die Männer einfach mit "verhaftet", damit sie sich positionieren, aber ich finde nicht, dass das so einfach nicht geht. Natürlich, das kann jeder handhaben wie er möchte, ich wehre mich nur dagegen, einen Fehler und eine mangelnde Interaktion mir vorwerfen zu lassen, nur weil ich nicht direkt und im übertragenen Sinne "auf die Straße gehe".

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bluttrinker13
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Re: Frauen bei The Pod

Beitrag von bluttrinker13 »

Jetzt reden wir hier aber (wieder) darüber, was unser Problem ist und was nicht, dabei hatten sich gerade mal ein paar Forennutzerinnen zu Wort gemeldet und uns an ihren Sichtweisen teilhaben lassen. Das fand ich sehr wertvoll, diese erneute Betroffenheitsdiskussion dagegen weniger.

Wollen wir den Damen / Mädels hier nicht mal ein wenig Raum lassen...? ;)

Floki
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Re: Frauen bei The Pod

Beitrag von Floki »

bluttrinker13 hat geschrieben:
3. Mai 2021, 16:22
Jetzt reden wir hier aber (wieder) darüber, was unser Problem ist und was nicht, dabei hatten sich gerade mal ein paar Forennutzerinnen zu Wort gemeldet und uns an ihren Sichtweisen teilhaben lassen. Das fand ich sehr wertvoll, diese erneute Betroffenheitsdiskussion dagegen weniger.

Wollen wir den Damen / Mädels hier nicht mal ein wenig Raum lassen...? ;)
Oha, so kann man auch Diskussionen führen. Aber klar, gerne.

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bluttrinker13
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Re: Frauen bei The Pod

Beitrag von bluttrinker13 »

Floki hat geschrieben:
3. Mai 2021, 17:00
Oha, so kann man auch Diskussionen führen. Aber klar, gerne.
Hm, mir ging es nicht darum, hier über dich drüber zu fahren, Floki, sorry, sondern einfach nur darum, dass vorher zu lesen stand, dass sich einige weibliche Forennutzerinnen hier nur schwierig zurecht oder am richtigen Ort fühlen, bzw. es (meine Interpretation) wohl manchmal auch schwer finden hier überhaupt Gehör zu finden, in ihren Perspektiven. Das finde ich krass und bedenklich, allgemein würde ich darüber gerne mehr erfahren, also über das weibliche Nutzererlebnis hier im Forum.

Danach dann gleich eine Diskussion zwischen Männern über "Inwieweit betrifft mich Feminismus oder gewisse Strukturen?"* welche die oben genannte Perspektive wieder eher außen vor lässt und sozusagen ein neues Thema aufmacht, fand ich da etwas deplatziert.
Das war als Anregung gedacht bzw. ich wollte Aufmerksamkeit auf dieses Auseinanderfallen werfen.

*Will nicht sagen, dass an dem Thema nichts dran ist. Aber, wir haben das hier über die Jahre auch schon mehrfach diskutiert, selten ohne tollen Mehrgewinn für alle. Zur Erklärung meines "wieder"

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TheDarkShadow
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Re: Frauen bei The Pod

Beitrag von TheDarkShadow »

Mir fällt diskutieren immer schwer, wenn man das Gefühl hat dass man seine Meinung nicht sagen kann oder diese direkt verdreht wird oder dann aber die Diskussion unterbunden wird, dafür mit einer Unterstellung. Ich glaube generell, das tut einer Diskussionskultur nicht gut. Ich bin mir aber auch recht sicher dass man so etwas bei sich selbst und dem eigenen Argumentieren, schnell gar nicht mehr sieht, nicht aus Böswilligkeit, sondern weil man nicht glaubt so zu handeln. Nur ein genereller Einwurf hier.

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Nyarly362
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Re: Frauen bei The Pod

Beitrag von Nyarly362 »

Danke, bluttrinker13, das genau sind auch meine Punkte weshalb ich hier nicht gerne diskutiere. Es wird diese Betroffenheitsdiskussionaufgemacht. Ich werfe Euch nicht alle in eine Topf und sage, alle Männer sind Schuld wenn mir einer blöd kommt. Aber, wie Faemorn richtig schreibt, wir sind alle Teil dieser Gesellschaft. Und dazu gehört es auch, am Diskurs teilzunehmen, gegen erlebtes/beobachtetes Unrecht einzuschreiten und wenigstens zu versuchen, nicht allenthalben Leuten auf den Schlips zu treten. Dazu muss ich aber auch erst mal wissen, wo die Fettnäpfchen stehen und wie ich vielleicht durch eine leichte Verhaltensänderung oder Wortwahl nicht wieder volle Kanne reintappe. Ein "betrifft mich nicht" ist also nur so semi-zielführend...
Als weißer Mensch bin ich mit Sicherheit auch unbewusst rassistisch. Ich versuche aber durch den erwähnten Perspektivwechsel im Sinne von Berichten von Betroffenen zu erfahren, was es zum Beispiel ist, was ich da so ungelenk falsch mache und versuche dann das zu vermeiden. Keiner von uns ist die allwissende Müllhalde und wir alle machen Dinge ohne böse Absicht falsch. Wenn ich aber mehr weiß kann ich wenigsten etwas dazu beitragen andere nicht noch mehr zu verletzen und nur so lösen wir letzendlich gesellschaftliche Missstände auf.

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Felidae
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Re: Frauen bei The Pod

Beitrag von Felidae »

Ich hadere mit mir, da das, was ich vorhabe, zu 99 % nach Godwin's law riecht. Ich probiere es trotzdem - in der Hoffnung, dass es als Denkanstoß verstanden wird, nicht als Analogie oder - um Himmels willen - gar als Gleichsetzung. Aber bei "Diese Diskussion betrifft mich nicht, da ich weder als Opfer noch als Täter betroffen bin" musste ich automatisch an Pfarrer Martin Niemöller denken...

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Tengri Lethos
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Re: Frauen bei The Pod

Beitrag von Tengri Lethos »

Felidae hat geschrieben:
6. Mai 2021, 21:09
Ich hadere mit mir, da das, was ich vorhabe, zu 99 % nach Godwin's law riecht. Ich probiere es trotzdem - in der Hoffnung, dass es als Denkanstoß verstanden wird, nicht als Analogie oder - um Himmels willen - gar als Gleichsetzung. Aber bei "Diese Diskussion betrifft mich nicht, da ich weder als Opfer noch als Täter betroffen bin" musste ich automatisch an Pfarrer Martin Niemöller denken...
Ok, ich geb’s zu: ich musste mich einlesen. Und bin mir immer noch nicht ganz sicher, was Du damit genau als Denkanstoß meinst. Dass die Aussage „ich beteilige mich nicht an der Diskussion, weil ich nicht betroffen bin“ in mehrerlei Hinsicht angreifbar ist? Ja, das kann sein.
Ich glaube aber, dass die meisten Menschen das auch verstehen und diese Aussage gemeint ist wie das oft genannte „Da habe ich leider keine Zeit für“. Das ist auch argumentativ sehr angreifbar, man sagt es und meint eigentlich damit: Zeit ist ein begrenztes Gut und bei der Verteilung dieser Ressource hat die von Dir vorgeschlagene Tätigkeit eine so geringe Priorität erhalten, dass ich sie nicht wahrnehmen möchte.
Genau deshalb (meiner Meinung nach) sagen auch Menschen, dass sie Themen nicht betreffen: Die Diskussionszeit ist begrenzt und gefühlt kann man heute bei jedem Thema über Moral, Ethik und Werte sprechen. Machen wir aber nicht, dass hat Wolfgang in einer Kolumne ja auch schon mal ausgeführt. Wir tun nicht immer das Richtige, aber man kann sich Mühe geben, öfter das Richtige zu tun.
Insofern würde ich der Grundaussage (wenn sie denn so gemeint war)zustimmen: „betrifft mich nicht“ ist eine falsche Annahme. Ob die Relevanz für das eigene Leben aber so hoch ist, dass man sich damit auseinandersetzen sollte...das steht auf einem anderen Blatt.
Und um das eigentliche Thema zurückzukommen: ich bin immer wieder erstaunt, dass das Thema alle paar Monate wieder hochkommt. Und so sehr ich es auch durchdenke: ich bin weder überzeugt, dass ein höherer Frauenanteil bei The Pod mir gefallen würde, noch, dass es nicht so wäre. Kommt auf das Thema an und wie es aufgearbeitet wird. Mir ist nur wichtig, dass es unter den Podcaster*innen „passt“, denn wenn das nicht so ist, würde es sich nach meinen Erfahrungen negativ auf die Podcasts auswirken. Die Basis, die für mich The Pod auszeichnet ist, dass sich die Stammcrew kennt und schätzt...das merkt man sogar oder gerade dann, wenn mal nicht alle einer Meinung sind. Und das ist für mich das Wichtigere Kriterium als (wirklich sehr zugespitzt gesagt, denn so ist es ja von vielen wahrscheinlich nicht gemeint): Hauptsache divers aufgestellt...egal wie die sich verstehen.

Mastertronic
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Re: Frauen bei The Pod

Beitrag von Mastertronic »

Aus meiner Sicht ist der Erfolgsgarant, dass hier im Forum nicht über die Stränge geschlagen wird, ganz klar der Moderator - also meist der gute Andre. Wie unkontrollierte Anarchie aussieht, erlebt ja jeder der ein Twitter Account hat. Ich kann daher Beiträge nicht wirklich nachvollziehen, dass man sich hier nicht wohl fühlt etwas zu schreiben.. Hier gibt es keine Shitstorms oder Hate Postings und das macht es hier so angenehm. Klar gibt es Rechthabereien, aber das gehört zu einem guten Forum ja dazu und dass nicht jeder die eigene Meinung teilt und man auch Widerworte bekommt - gut , das muss man aushalten können.
Thematisch interessieren mich natürlich auch nicht alle Gebiete, aber das ist ja auch normal. Es steht aber jedem frei ein neues Thema zu eröffnen.

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Felidae
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Re: Frauen bei The Pod

Beitrag von Felidae »

Mastertronic hat geschrieben:
7. Mai 2021, 08:30
Aus meiner Sicht ist der Erfolgsgarant, dass hier im Forum nicht über die Stränge geschlagen wird, ganz klar der Moderator - also meist der gute Andre. Wie unkontrollierte Anarchie aussieht, erlebt ja jeder der ein Twitter Account hat. Ich kann daher Beiträge nicht wirklich nachvollziehen, dass man sich hier nicht wohl fühlt etwas zu schreiben.. Hier gibt es keine Shitstorms oder Hate Postings und das macht es hier so angenehm. Klar gibt es Rechthabereien, aber das gehört zu einem guten Forum ja dazu und dass nicht jeder die eigene Meinung teilt und man auch Widerworte bekommt - gut , das muss man aushalten können.
Thematisch interessieren mich natürlich auch nicht alle Gebiete, aber das ist ja auch normal. Es steht aber jedem frei ein neues Thema zu eröffnen.
Du bist männlich, stimmts?

Wenn Frauen schreiben, dass die Atmosphähre im Forum ihnen die Lust aufs Schreiben nimmt, kann man das ernst nehmen. Oder man kann sagen, "Versteh ich überhaupt nicht - anderswo ist es viel schlimmer".

By the way - hier gibt es keine Shitstorms und keine Hatepostings, richtig. Aber dafür eine glorreiche Kultur des Stichelns mit Triggerbegriffen und der penetranten Redundanz. Wenn Nina in JEDEM Thread mehrmals geschrieben wurde, dass ihr Gegendere unerträglich sei, ist das AUCH Mobbing. Nur halt mit wohlgewählten Worten.

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Felidae
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Re: Frauen bei The Pod

Beitrag von Felidae »

Tengri Lethos hat geschrieben:
6. Mai 2021, 23:07

Ok, ich geb’s zu: ich musste mich einlesen. Und bin mir immer noch nicht ganz sicher, was Du damit genau als Denkanstoß meinst. Dass die Aussage „ich beteilige mich nicht an der Diskussion, weil ich nicht betroffen bin“ in mehrerlei Hinsicht angreifbar ist? Ja, das kann sein.
Ich glaube aber, dass die meisten Menschen das auch verstehen und diese Aussage gemeint ist wie das oft genannte „Da habe ich leider keine Zeit für“. Das ist auch argumentativ sehr angreifbar, man sagt es und meint eigentlich damit: Zeit ist ein begrenztes Gut und bei der Verteilung dieser Ressource hat die von Dir vorgeschlagene Tätigkeit eine so geringe Priorität erhalten, dass ich sie nicht wahrnehmen möchte.
Genau deshalb (meiner Meinung nach) sagen auch Menschen, dass sie Themen nicht betreffen: Die Diskussionszeit ist begrenzt und gefühlt kann man heute bei jedem Thema über Moral, Ethik und Werte sprechen. Machen wir aber nicht, dass hat Wolfgang in einer Kolumne ja auch schon mal ausgeführt. Wir tun nicht immer das Richtige, aber man kann sich Mühe geben, öfter das Richtige zu tun.
Insofern würde ich der Grundaussage (wenn sie denn so gemeint war)zustimmen: „betrifft mich nicht“ ist eine falsche Annahme. Ob die Relevanz für das eigene Leben aber so hoch ist, dass man sich damit auseinandersetzen sollte...das steht auf einem anderen Blatt.
Letztlich wollte ich drauf raus, dass man, wenn man lang genug "betrifft mich ja nicht" sagt, irgendwann an dem Punkt angekommen sein könnte, dass einen selbst etwas betrifft - aber sich dann niemand mehr für einen einsetzt.

Mir ist allerdings auch schleierhaft, wie man das wichtigste Thema einer Gesellschaft überhaupt (nämlich "Wie gehen wir mit den einzelnen Menschen um") als eines ansehen kann, das einen persönlich nicht betrifft.

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DickHorner
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Re: Frauen bei The Pod

Beitrag von DickHorner »

Nyarly362 hat geschrieben:
3. Mai 2021, 18:26
Danke, bluttrinker13, das genau sind auch meine Punkte weshalb ich hier nicht gerne diskutiere. Es wird diese Betroffenheitsdiskussionaufgemacht. Ich werfe Euch nicht alle in eine Topf und sage, alle Männer sind Schuld wenn mir einer blöd kommt. Aber, wie Faemorn richtig schreibt, wir sind alle Teil dieser Gesellschaft. Und dazu gehört es auch, am Diskurs teilzunehmen, gegen erlebtes/beobachtetes Unrecht einzuschreiten und wenigstens zu versuchen, nicht allenthalben Leuten auf den Schlips zu treten. Dazu muss ich aber auch erst mal wissen, wo die Fettnäpfchen stehen und wie ich vielleicht durch eine leichte Verhaltensänderung oder Wortwahl nicht wieder volle Kanne reintappe. Ein "betrifft mich nicht" ist also nur so semi-zielführend...
Als weißer Mensch bin ich mit Sicherheit auch unbewusst rassistisch. Ich versuche aber durch den erwähnten Perspektivwechsel im Sinne von Berichten von Betroffenen zu erfahren, was es zum Beispiel ist, was ich da so ungelenk falsch mache und versuche dann das zu vermeiden. Keiner von uns ist die allwissende Müllhalde und wir alle machen Dinge ohne böse Absicht falsch. Wenn ich aber mehr weiß kann ich wenigsten etwas dazu beitragen andere nicht noch mehr zu verletzen und nur so lösen wir letzendlich gesellschaftliche Missstände auf.
Es besteht halt einfach leider kein Interesse, den Status Quo anzuerkennen und Gegenmaßnahmen zu ergreifen:

viewtopic.php?f=4&t=5353&p=151611&hilit ... 4t#p151611

GoodLord
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Re: Frauen bei The Pod

Beitrag von GoodLord »

Felidae hat geschrieben:
7. Mai 2021, 10:24
Wenn Nina in JEDEM Thread mehrmals geschrieben wurde, dass ihr Gegendere unerträglich sei, ist das AUCH Mobbing. Nur halt mit wohlgewählten Worten.
Da dass vor meine Zeit war (und es echt umständlich ist threads zu alten Folgen zu finden) bin ich da blank:

Weißt du noch, ob das immer die gleichen waren oder von verschiedenen Personen aufgebracht wurde? Zumindest in letzterem Fall würde ich es eigentlich nicht als Mobbing bezeichnen wenn es halt einfach viele Leute gibt die sich daran stören und das der Podcasterin mitgeteilt wird (Die interessante Frage ist, was das über ThePod auf der einen und den jeweiligen Zuhörern auf der anderen Seite aussagt).

In ersterem Fall würd ich dir aber zustimmen.

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DickHorner
Beiträge: 865
Registriert: 30. Aug 2018, 10:26

Re: Frauen bei The Pod

Beitrag von DickHorner »

In meiner Erinnerung war das ein bestimmter Dunstkreis an usern.

Voigt
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Wohnort: Jena

Re: Frauen bei The Pod

Beitrag von Voigt »

Es kamen durchaus immer wieder neue User dazu die das sagten, den dann geantwortet wurde, dass wurde bereits durchgekaut.
Es gab aber glaube auch einen harten Kern von paar wenigen Usern (also wirklich nur so 2~3) die es mehrmals über die Monate hier und da anbrachten.
Also beides so.

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