Es wird Zeit für eine Kritik: Wider dem Narrationismus

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Andre Peschke
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Re: Es wird Zeit für eine Kritik: Wider dem Narrationismus

Beitrag von Andre Peschke » 12. Jan 2018, 13:40

DieTomate hat geschrieben:Deshalb habe ich mir mal die Wertschätzung dazu angehört und muss in diesem Fall der Kritik in diesem Thread doch zustimmen. Es wird zwar das Gameplay besprochen, aber einiges kam mir viel zu kurz.
Ich habe die Befürchtung wir diskutieren hier über etwas, bei dem wir uns eigentlich einigermaßen einig sind. Wie ich oben schon schrieb:

Die Kritik bzgl. Hollow Knight kann ich super einfach so akzeptieren. Wenn Fehler passieren: grundsätzlich schlecht. Wenn eine Spielmechanik nicht auf dem Detailgrad besprochen wird, der gewünscht ist: kann ich als Kritik mitnehmen, würde aber erstmal sagen: Ich scheue mich hier zu kleinteilig zu werden, sonst beten wir am Ende Featurelisten runter und das wollen wir nicht.

Die ursprüngliche Kritik war aber ja, dass wir uns mit Gameplay viel zu wenig auseinandersetzen bzw mit Spielen, die keinen narrativen Fokus haben. Also eine quantitative vs. eine qualitative Kritik. Und da habe ich gesagt:

1. Ich stimme auch dieser Kritik grundsätzlich zu.
2. Es ist aber vielleicht nicht so schlimm, wie es scheint.

Ich verargumentiere diesen Punkt aber nicht so ausdauernd, weil ich darauf hinaus will, dass der Status Quo bitte einfach erhalten bleiben soll. Ich muss verstehen, was für euch "zu wenig" bedeutet oder "nicht detailliert genug". Und damit ich das verstehe finde ich es wichtig dass wir hier nicht am Ende darüber reden, dass es "mehr Spiele mit Gameplay-Fokus" in den Wertschätzungen geben soll, und dann stellt sich raus: "Ja, okay, es gab jetzt schon genug Spiele dieser Art, aber die haben mich nicht interessiert!" (nur als Beispiel, das lese ich nirgendwo raus).

Aus deinem Beitrag zu Hollow Knight kann ich ja zB extrahieren, was dir an Detailgrad fehlt. Das ist für mich hilfreich, weil ich dann die Anforderung verstehen kann.

Andre

Miller734
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Re: Es wird Zeit für eine Kritik: Wider dem Narrationismus

Beitrag von Miller734 » 12. Jan 2018, 15:47

Ich würde es so zusammenfassen. Die Geschichten besprecht ihr auf hohem Niveau und in sehr ausführlicher Breite. Die Spielmechanik kommt eher als Stichwort-liste aus Angst das es langweilig sei(?), bzw als Vorgangsbeschreibung. Hat man damals schön bei Stellaris gehört. Und das Spiel ist nicht mal sonderlich komplex.

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holymoe4237
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Re: Es wird Zeit für eine Kritik: Wider dem Narrationismus

Beitrag von holymoe4237 » 12. Jan 2018, 15:57

Ich verstehe die Kritik nicht ganz. Und wo ich sie verstehe, fände ich eine Veränderung schade.

Wenn noch detaillierter auf die (einzelnen) Spielmechaniken eingegangen werden würde, wäre mir persönlich das zu ausführlich und spröde. Das detaillierte Beschreiben von Spielmechaniken finde ich langweilig, das wird mir dann zu sehr deskriptiv. Das kann auch der "Wald und Wiesen"-Spieletest. Den krieg ich aber woanders.

Ich finde bei dem Projekt gerade den (mMn) gerade von Jochen verwendeten Ansatz toll, Spiele als Kulturgut zu betrachten, die aus einem bestimmten Grund so sind, wie sie sind: Bestimmte kulturelle Wurzeln. Und die zeigen sich, glaube ich, v. a. in der Narration. In den Reportagen ist das auch immer wieder Thema. Und die finde ich besonders gelungen.

Die Verbindung zwischen Narration, Spielmechanik und bestimmten gesellschaftlichen Trends/Normen/Werten, die liefert in seinen Kolumnen regelmäßig Wolfgang. Aber das ist mir (!) so komplex, da bin ich immer schon nach 15 Minuten intellektuell satt oder sogar übersättigt.

Andre hat bei z. B. Wolfenstein, Cuphead, dem Gespräch über "Puzzlespiele" (Gott, war das super) etc. die Spielmechanik immer sehr hervor-, wenn nicht sogar in den Mittelpunkt gehoben.
Und Sebastians Inhalte sind einfach die perfekte Ergänzung.

Von meiner Seite aus kann das gerne alles so bleiben.

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echtschlecht165
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Re: Es wird Zeit für eine Kritik: Wider dem Narrationismus

Beitrag von echtschlecht165 » 12. Jan 2018, 16:20

@andre:
Ich sehe es so ähnlich wie Miller. Man merkt bei euch drei, dass ihr an narrativen Games die meiste Freude habt, und die Art, wie ihr hier die Geschichten zerpflückt, interpretiert und kritisiert ist einzigartig, und auf dieses möchte ich (Und wahrscheinlich die wenigsten anderen) nicht verzichten.

Der Punkt ist der, dass ihr über Spielmechanik nicht die Tiefe erreicht, wie ihr es bei den Stories macht. Eigentlich ist diese Diskussion sehr nahe verwandt mit der Diskussion über Strategiespiele.

Ein ausführlicher Podcast über Spielmechaniken, der genauso in die Tiefe geht wie ihr es bei Stories macht, wäre bei weitem nicht bloss ein aufzählen und abarbeiten der Features.
Auch hier kann man drüber nachdenken, was sich die Entwickler dabei gedacht haben, wie die Synergien der Mechaniken sind, oder wieso diese Mechanik nun so viel besser ist, als jene.
Auch die konkrete Vorgehensweise, wie man mit Engines Geschichten erzählt, könnte man thematisieren. Das wäre was für Herrn walk
Eure Podcasts über narrative Spiele sind ja auch nicht bloss nacherzählungen.

Mir ist sehr wohl bewusst, dass das zu bewerkstelligen eine gewisse Hingabe zum Spiel braucht, und dass eure Zeit endend ist. Das würde auch schon im strategiethread festgestellt.
Genauso ist mir bewusst, dass ihr euch auf die Dinge konzentriert, die EUCH Spass machen. Und das ist auch gut so.

Sehe bitte meinen Post nur als Meinung eines Strategiefans, der eigentlich auf Stories in spielen keinen Wert legt, aber dennoch fast jede Folge von euch gerne hört.

Vielleicht, wenn ihr Bock habt, hört ihr mal in einen TMA Podcast rein. Diese sind imo spielmechanisch auf einem Niveau auf dem ihr narrativ seid.

Auf deutsch fehlt so ein Angebot dringend, und wer, wenn nicht ihr, sollte sowas schaffen.
https://www.idlethumbs.net/3ma/episodes ... the-chosen" onclick="window.open(this.href);return false;

Gogogogo ;)
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Nachtfischer
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Re: Es wird Zeit für eine Kritik: Wider dem Narrationismus

Beitrag von Nachtfischer » 12. Jan 2018, 18:02

holymoe4237 hat geschrieben:Das detaillierte Beschreiben von Spielmechaniken finde ich langweilig, das wird mir dann zu sehr deskriptiv. Das kann auch der "Wald und Wiesen"-Spieletest. Den krieg ich aber woanders.
Es geht eben nicht darum, die Bausteine fein säuberlich einzeln aufzulisten, sondern um den Kontext. Die Einordnung bestimmter Gameplay-Elemente ins Gesamtsystem. Das Zusammenspiel mehrerer Mechanismen zur Erzeugung einer bestimmten Spieldynamik und -tiefe. "Dynamics", nicht bloß "Mechanics". Und davon sehe ich leider wirklich sehr, sehr wenig in herkömmlichen Spieletests.

"Spiele als Kulturgut" des Weiteren lassen sich meines Erachtens nur über die Mechanik (und deren Zusammenspiel mit der Narration) begreifen. Sonst sind wir schlicht bei Filmen.
Zuletzt geändert von Nachtfischer am 12. Jan 2018, 18:53, insgesamt 1-mal geändert.

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holymoe4237
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Re: Es wird Zeit für eine Kritik: Wider dem Narrationismus

Beitrag von holymoe4237 » 12. Jan 2018, 18:36

Nachtfischer hat geschrieben:"Spiele als Kulturgut" des Weiteren lassen sich meines Erachtens nur über die Mechanik (und deren Zusammenspiel mit der Narration) begreifen. Sonst sind wir schlicht bei Filmen.
Ich habe das falsche Wort gewählt. Es hätte "Spiele als kulturelle Erzeugnisse" heißen müssen.
Ich finde, Spiele können durchaus ohne ein tieferes Eingehen auf ihre Mechanik als kulturelles Erzeugnis beschrieben werden: Entweder indem man den Umgang der Gesellschaft mit Spielen beschreibt oder indem man gesellschaftlich-kulturelle Phänomene (Werte, Normen, Motive etc.) in ihren besonderen Ausprägungen in Spielen beschreibt. Und diese Ausprägungen sind anders als in anderen Medien - natürlich aufgrund der Interaktivität, den Mechaniken.

Vielleicht irre ich mich, aber ich habe das Gefühl, dieser Thread zielt vor allem auf die Formate Wertschätzung, Eine Viertelstunde und Sonntagspodcasts über einzelne Spiele, oder?

Danke für den Link mit den Dynamics, den muss ich mir mal näher ansehen. Hast du denn ein Positivbeispiel für einen Spieletest (außerhalb von AeB ;) ), der darauf eingeht und auch für Nicht-Spieletheoretiker gut lesbar ist, Nachtfischer?

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Nachtfischer
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Re: Es wird Zeit für eine Kritik: Wider dem Narrationismus

Beitrag von Nachtfischer » 12. Jan 2018, 19:16

holymoe4237 hat geschrieben:Hast du denn ein Positivbeispiel für einen Spieletest (außerhalb von AeB ;) ), der darauf eingeht und auch für Nicht-Spieletheoretiker gut lesbar ist, Nachtfischer?
Viele Beispiele gibt es da wie gesagt nicht. Insbesondere nicht im Rahmen klassischer "Tests". Mark Brown würde ich in der Richtung als ziemlich zugänglich empfehlen (beispielsweise sein Video zu Snake Pass). Einer meiner liebsten Blogs ist The Ludite (zum Beispiel zu Dark Souls oder Auro). Ich selbst behandle eher Design-Prinzipien und -Philosophie, versuche aber hin und wieder bestimmte Teilaspekte einiger Titel für einen Artikel im Detail aufzugreifen.

Joschel
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Re: Es wird Zeit für eine Kritik: Wider dem Narrationismus

Beitrag von Joschel » 13. Jan 2018, 13:05

Ich glaube, viel besser kann man den Podcast nicht machen. Klar, auch ich vermisse dies und jenes, aber ich wertschätze auch extrem, wie sich die Jungs bemühen, es jedem recht zu machen.
Inzwischen ist ein unglaubliches gutes und breites Thenenfeld entstanden. Ich verstehe Klagsams Punkt, aber die Spiele, die er vorschlägt interessieren mich zB nicht die Bohne. Die Wertschätzungen zu Stellaris und Factorio fand ich trotzdem intressant. Wenn ich auch dachte: Hoffentlich zwingt mich niemals jemand zu solch (zeitfressenden) Spielen.

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Early
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Re: Es wird Zeit für eine Kritik: Wider dem Narrationismus

Beitrag von Early » 13. Jan 2018, 15:01

holymoe4237 hat geschrieben:Ich verstehe die Kritik nicht ganz. Und wo ich sie verstehe, fände ich eine Veränderung schade.

Wenn noch detaillierter auf die (einzelnen) Spielmechaniken eingegangen werden würde, wäre mir persönlich das zu ausführlich und spröde. Das detaillierte Beschreiben von Spielmechaniken finde ich langweilig, das wird mir dann zu sehr deskriptiv. Das kann auch der "Wald und Wiesen"-Spieletest. Den krieg ich aber woanders.
Das war jetzt auch mein erster Gedanke, als ich das ursprüngliche Posting gelesen habe. Wenn ich detailliert auf Gameplay-Mechaniken eingehe, wird's am Ende immer recht technisch werden und das sind jetzt ehrlich gesagt keine Punkte, die mich sonderlich interessieren bzw. bei denen ich mir ausführliche Diskussionen wünsche. Da haben narrative Punkte einfach viel mehr Potenzial, weil es hier verschiedene Interpretations-Möglichkeiten gibt. Eine Gameplay-Mechanik ist nun mal so wie sie ist - was soll ich da groß darüber sprechen?

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Re: Es wird Zeit für eine Kritik: Wider dem Narrationismus

Beitrag von Nachtfischer » 13. Jan 2018, 16:31

Early hat geschrieben:Wenn ich detailliert auf Gameplay-Mechaniken eingehe, wird's am Ende immer recht technisch werden
Kommt drauf an, was du hier mit "technisch" meinst. Es geht mir (und ich denke auch Klagsam) jedenfalls nicht darum, wie etwas im Programmcode umgesetzt ist. Tatsächlich kann man zig Stunden über Spielmechanik nachdenken und reden, ohne dieses Thema auch nur zu streifen. Ich mache oft den lieben langen Tag kaum etwas anderes. Und da geht es nie bloß darum, wie genau denn nun eine Spielregel lauten soll, sondern immer um den Kontext des Gesamtsystems, strategische Implikationen, Signalwirkung an den Spieler, Tiefe versus Erklärungsbedarf (Eleganz), Chancen und Risiken im Vergleich zu Alternativen und so weiter. Und da ist die ganze Ebene der systemischen Botschaft noch nicht einmal aufgemacht. ;)

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Sebastian Solidwork
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Re: RE: Re: Es wird Zeit für eine Kritik: Wider dem Narrationismus

Beitrag von Sebastian Solidwork » 13. Jan 2018, 17:54

Voigt hat geschrieben: Was ich meinte: Ihr besprecht sehr selten Gameplay in der Tiefe wie bei Story. Wie gesagt, häufig wird das Gameplay nur beschrieben im Gegensatz zu dem verlinkten Videoschnipsel. Klar besprecht ihr auch Gameplay, und auch Spiele ohne Narration, aber nie so gut, als wenn ihr über Narrative Spiele sprecht. Dafür sind die Narrativen Besprechung desto famoser.
Im speziellen Klagsams Eröffnungspost und diesen von Voigt und allgemein Nachtfischer schließe ich mich an.

Bei Narration beschreibt ihr sehr detailliert wie z.B. verschiedene Charaktere interagieren und das vom Spiel an euch kommuniziert wird. Und was daran das interessante ist.
Bei Gameplay gleicht es eher einem Herunterbeten von Funktionen. "Kann X, Y und Z".
Aber was macht diese Funktionen interessant (oder auch nicht)? Das würde mich freuen mehr zu hören.
Und auch ob aus den Gameplay heraus eine interessante (emergente) Geschichte erzählt? Beispielsweiße ThisWarOfMine oder der Überlebenskampf des eigenen Imperiums in einem Strategiespiel.

Bitte mit dem üblichen Salzkorn lesen. :-) Nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird.
Solang ihr nicht nach last, so schätze ich auch nicht ein, bleibe ich euch treu.
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NDA
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Re: Es wird Zeit für eine Kritik: Wider dem Narrationismus

Beitrag von NDA » 14. Jan 2018, 01:06

Da müsst ihr aber schon sehr viel Mühe aufwenden um das unterhaltsam darzustellen, weil bisher würde mir nach Nachtfischers Erläuterung, was man machen könnte, die Augen zu fallen.:gaehn:

Könnte der Podcast das überhaupt oder wäre es ein Laientheater, weil man gar kein Experte in dieser Form der Spielebetrachtung ist? Ich vermute es zumindest, sonst würde man es wahrscheinlich schon machen. ;)

Die Frage ist auch: Wie beliebt ist "En detail"? Geht es überhaupt ihn die gewünschte Richtung?
Bái Zuô!

Maniac11
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Re: Es wird Zeit für eine Kritik: Wider dem Narrationismus

Beitrag von Maniac11 » 14. Jan 2018, 11:47

Wird dem Medium Spiel auch nicht gerecht sich so krass auf die Geschichte/Narration zu stürzen. Da hat es immer Nachteile beim Pacing und der Tiefe weil es eben ein Spiel ist und kein Roman/Film.

Außerdem ist da immer das Problem das Gameplay/Story bei fast allen Spielen extrem getrennt sind. Ich mache xy und dann kommt einen 5min Cutscene zur Belohnung. Oder ich dampfe das Gameplay auf ein Minimum ein um eine stringentere Erzählung hinzukriegen und lande dann bei Walking SImulatoren / Telltale Adventure (die ich bei extrem schätze! nicht falsch verstehen)

Aber seine besten Momente hat das Medium Spiel doch wenn es aus sich selbst Geschichten entwickelt:

- Minecraft
- Stellaris / Civ6 / Football Manager usw.

Da gibt es ganze Commuities die ihre tollen Geschichten aus diesen eigentliche "Story-losen" Spielen erzählen. Schade das diese SPiele bei euch so wenig beachtung finden :(


Ich finde der Aspekt sollte mehr gewürdigt werden, sprich das Gameplay.

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goschi
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Re: Es wird Zeit für eine Kritik: Wider dem Narrationismus

Beitrag von goschi » 14. Jan 2018, 11:57

Maniac11 hat geschrieben: Aber seine besten Momente hat das Medium Spiel doch wenn es aus sich selbst Geschichten entwickelt:
Sehe ich nicht so
Vor allem die Reduzierung darauf, dass nur solche Spiele die besten Momente entwickeln können

ich liebe es in Stellaris selbst Geschichten zu erschaffen, meine Wuschelfüchse haben legendär gegen die faschistischen Kraken gekämpft, aber ich mag eben AUCH narrative Spiele, der Abschiedskuss in Life is Strange hat mein Herz stärker berührt als fast alle anderen je gelesenen/gesehenen Geschichten.

ich verstehe dieses Entweder/Oder nicht, diese Abwertung narrativen Spielen gegenüber, sie haben eben einen anderen Schwerpunkt, es haben alle Seiten und Mischformen eigene Stärken und Schwächen.
Rein Gamemechanische Spiele zB holen mich nicht ab, die spiele ich kurz, erkenne die schöne Gamemechanik und lege sie nach wenigen Stunden wieder weg, idR vergesse ich sie auch wieder, deswegen finde ich sie nicht schlecht, sie sind nur nichts für mich, das kann umgekehrt genau so sein.

Und trockene Beschreibung der Gamemechanik interessiert mich nicht, sagt mir, wieso ein Spiel toll ist, wieso es mich interessiert, auf welcher emotionalen Ebene es mich packt, welches Erlebnis, welche Erfahrung es bietet, aber fangt auf keinen Fall an, trocken einfach Features aufzuzählen, dann sind wir wieder beim alten deutschen Gamesjurnalismus und davon wollten wir doch einfach weg.
Qui tacet, consentire videtur

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Re: Es wird Zeit für eine Kritik: Wider dem Narrationismus

Beitrag von Nachtfischer » 14. Jan 2018, 12:19

goschi hat geschrieben:diese Abwertung narrativen Spielen gegenüber
Erstens hat die meines Erachtens hier im Thread niemand verfolgt. Zweitens geht es gar nicht so sehr um bestimmte (Arten von) Spiele(n), sondern um den Fokus des Podcasts generell.
fangt auf keinen Fall an, trocken einfach Features aufzuzählen
Auch hier: Wer hat das irgendwo vorgeschlagen?

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Re: RE: Re: Es wird Zeit für eine Kritik: Wider dem Narrationismus

Beitrag von Sebastian Solidwork » 14. Jan 2018, 12:53

goschi hat geschrieben: ich liebe es in Stellaris selbst Geschichten zu erschaffen, meine Wuschelfüchse haben legendär gegen die faschistischen Kraken gekämpft
...
sagt mir, wieso ein Spiel toll ist, wieso es mich interessiert,
...
Das finde ich treffende Worte für das worum es mir unter anderem geht.

Berichterstattung über Gameplay soll mit Leben gefüllt sein und nicht staubtrocken.
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Re: Es wird Zeit für eine Kritik: Wider dem Narrationismus

Beitrag von Yano » 15. Jan 2018, 08:25

Meine Meinung ist natürlich sehr Subjektiv aber ich empfinde es sehr erfreulich das sich so oft verstärkt auf Story und Narration bzw Emotion bezogen wird.
Reine Mechanik Diskussionen bei Spielen fand ich schon immer meist trocken und kalt.

Ich kann die andere Seite mit ihrem Wunsch natürlich verstehen, fände es aber persönlich schade wenn sich der Schwerpunkt zukünftig in diese Richtung bewegt.

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Re: Es wird Zeit für eine Kritik: Wider dem Narrationismus

Beitrag von Early » 16. Jan 2018, 07:06

Nachtfischer hat geschrieben:
Early hat geschrieben:Wenn ich detailliert auf Gameplay-Mechaniken eingehe, wird's am Ende immer recht technisch werden
Kommt drauf an, was du hier mit "technisch" meinst. Es geht mir (und ich denke auch Klagsam) jedenfalls nicht darum, wie etwas im Programmcode umgesetzt ist. Tatsächlich kann man zig Stunden über Spielmechanik nachdenken und reden, ohne dieses Thema auch nur zu streifen. Ich mache oft den lieben langen Tag kaum etwas anderes. Und da geht es nie bloß darum, wie genau denn nun eine Spielregel lauten soll, sondern immer um den Kontext des Gesamtsystems, strategische Implikationen, Signalwirkung an den Spieler, Tiefe versus Erklärungsbedarf (Eleganz), Chancen und Risiken im Vergleich zu Alternativen und so weiter. Und da ist die ganze Ebene der systemischen Botschaft noch nicht einmal aufgemacht. ;)
So wie Andre es in seinem Posting gesagt: Diskussionen über Timings zwischen Animationsablauf und Window of Opportunity beim Schwertkampf finde ich glaube nicht sonderlich spannend. Am Ende des Tages sieht das jeder individuell einfach zu unterschiedlich, weil diese Dinge ja auch den Schwierigkeitsgrads beeinflussen. Für den einen Spieler kann es super spannend sein, für den anderen viel zu anstrengend und schwer.

Einige deiner angeführten Beispiele finde ich durchaus interessant. Was eine Mechanik für eine Signalwirkung an den Spieler hat oder wie die Mechanik im Kontext des Gesamtsystems steht, wird am Ende aber sowieso auch immer narrative Elemente beinhalten.

Aber grundsätzlich bin ich immer offen für neue Sachen. Ich sag's dann schon, wenn's mir nicht gefällt. ;)

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Re: Es wird Zeit für eine Kritik: Wider dem Narrationismus

Beitrag von Klagsam » 16. Jan 2018, 23:06

In meinem Ursprungspost ging es mir niemals um das minutiöse Aufzählen einzelner Spielelemente oder ähnliches. Mir geht es eher um die Perspektive aus der heraus ich ein Spiel betrachte, aussuche und bespreche und darum welche Wichtigkeit ich der Narration und welche Wichtigkeit ich anderen Elementen, wie bspw. der Spielmechanik oder eben dem emergent Storytelling, dem Worldbuilding, etc. zubillige.
Und da wird meiner (individuellen) Wahrnehmung nach gelegentlich die Narration etwas zu wichtig genommen und die Spielmechanik etwas zu unwichtig.
Dabei ist meine individuelle Perpektive aber auch die eines Legospielers, dem die Narration in Spielen zu 85% am Arsch vorbei geht - Ausnahmen (bspw. Life is Strange) bestätigen hier die Regel.

Mit meiner Kritik wollte ich übrigens auch überhaupt nicht sagen, dass ich deswegen den Gamespodcast auf einmal schlecht(er) finde. Gar nicht. Ich liebe die Sendungen wie sie sind. Insbesondere funktionieren übrigens eure Spoiler für mich ganz hervorragend.Die ermöglichen mir nämlich, die Geschichte vieler Spiele mitzubekommen, ohne dass ich sie selbst spielen und mich durch die (von mir häufig so erlebte) ermüdende Spielmechanik quälen muss - quasi ein auditives Lets Play

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maenckman
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Re: Es wird Zeit für eine Kritik: Wider dem Narrationismus

Beitrag von maenckman » 17. Jan 2018, 06:37

Ich kann mich Klagsam in seinem Ursprungspost und seiner Ausführung oben nur anschließen. Um Mißverständnissen vorzubeugen: ich liebe das Projekt und höre mir auch die "storylastigen" Podcasts an. Zudem hat insbesondere André einen sehr breiten Geschmack und deckt auch einige rein spielmechanisch getriebene Titel ab.
Als jemand, bei dem die Spielmechanik/Herausforderung eines Spiels ganz oben (und die Story ganz unten ;) ) steht, vermisse ich dennoch gelegentlich Titel/Genres. Die Souls-Reihe, Roguelikes wie das geniale Binding of Isaac oder Puzzlespiele wie das nicht minder geniale Opus Magnum finden praktisch nicht statt.
Wie gesagt, kein Vorwurf. Mir ist klar, dass es bei nicht vorhandenem Interesse eurerseits keinen Sinn macht, euch durch diese Spiele zu quälen. Den von Klagsam geäußerten Wunsch, bei einer eventuellen Erweiterung des Teams diesen Bereich "abzudecken", würde ich aber unterschreiben.

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