Meine aktuellen Probleme mit The Pod

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CarZ
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Meine aktuellen Probleme mit The Pod

Beitrag von CarZ » 9. Nov 2019, 13:55

Hallo da draußen!

Ich habe lange mit mir gehadert, ob ich diesen Post schreiben soll oder nicht. Bin mir immer noch nicht sicher, ob es eine gute Idee ist, aber es brennt mir jetzt schon länger auf der Seele.

Zur Einordnung: Ich bin seit der Witcher-Folge Hörer des Projekts und 5$-Backer seit das Tier erstellt wurde. Mir ist aufgefallen, dass ich in letzter Zeit nicht mehr bis 0:00 Uhr aufbleibe, um die neueste Folge sofort zu hören und dass ich generell weniger Spaß und Interesse an den Inhalten habe.
Jetzt habe ich die letzten Wochen mal damit verbracht, zu reflektieren, woran das liegen könnte. Es geht hier natürlich um meine ganz persönliche Meinung und ich bin mir sicher, dass mir bei jedem einzelnen Punkt irgendjemand (zumindest innerlich) widersprechen wird.

Das ganze soll auch nicht in die Richtung „Früher war alles besser“ oder „Damals wart ihr cool“ gehen. Der Großteil der Punkte ist genauso auf eure Anfänge anwendbar. Vielleicht habe ich auch schlichtweg unfaire Erwartungen und Ansprüche entwickelt.
Hier sind meine wichtigsten Probleme, die Reihenfolge hat keine tiefere Bedeutung:

1. Immergleiche Konstellationen
Gefühlt gibt es kaum Variation in der Zusammenstellung der Gesprächspartner. Kombinationen wie Andre + Jochen und Sebastian + Andre sind extrem häufig. Andere mögliche Konstellationen kommen fast gar nicht zustande.
Haben Jochen und Sebastian einen einzigen Sonntagspodcast zusammen aufgenommen? Hat Nina je mit Jochen gepodcastet? Haben Sebastian und Wolfgang schonmal etwas zu zweit diskutiert? Gab es schonmal eine Folge mit Dom und Andre? Weiß Wolfgang überhaupt, dass Dom Teil des Teams ist?
Ich überspitze natürlich und mit Sicherheit habe ich einzelne Folgen vergessen. Der Fakt, dass ich als Hörer fast jeder Episode diese Fragen nicht eindeutig mit Ja beantworten kann, ist meiner Meinung nach bedenklich.
Gerade dann, wenn 5 Folgen pro Woche erscheinen, wäre ein wenig Abwechslung in der Zusammenstellung und Gesprächsdynamik sehr wünschenswert.

2. Gast Recycling
Klingt viel fieser, als es gemeint ist. Ich mag wiederkehrende Gäste wie Maurice, Petra und Ralf sehr gerne. Der letzte Sonntagspodcast mit einem Gast, der vorher noch nicht bei The Pod zu hören war, scheint für mich 35 Folgen her zu sein (Runde 204 mit Speckobst).
Wenn ich jemanden vergessen habe, tut es mir leid. Für mich sind neue Gäste gefühlt eher selten. Es gibt doch so viele Menschen, die interessante Dinge zu digitalen Spielen zu sagen haben. Gerade neue Perspektiven tun den Diskussionen sehr gut.

3. Blinde Flecken überall
Die Spiele, die ihr besprecht, sind sich alle sehr ähnlich. Ihr verlasst nur ganz selten eure Komfortzone und meidet (laut eigener Aussage) andere Themen bewusst.
Mobile games, browser games, multiplayer, eSports und der ganze mixed reality Bereich (VR, AR, ARG) sind nur ein paar Beispiele, die mir auf die Schnelle einfallen.
Die gesamte audiovisuelle Ebene von Spielen findet bei euch auch keine Beachtung. Zur Musik nennt ihr, wenn man Glück hat, das Genre. Das Sound Design wurde in meiner Erinnerung noch nie angesprochen. Das Visuelle wird oft in zwei Sätzen abgehakt.

4. Unangenehme Gesprächsführung
Manche Folgen musste ich wegen dem Ton der Unterhaltung abbrechen oder nach vorne spulen. Besonders die Folgen „Runde #170: Die Publisher des Schreckens“, „Runde #202: Die Zukunft ist umsonst“ und die Diskussion von Jochen und Wolfgang zur Gamesförderung sind mir negativ im Gedächtnis geblieben.
Ich habe in meiner Freizeit keine Lust zu hören, wie sich Leute ständig ins Wort fallen, die Stimmen erheben oder beleidigt und nachtragend sind, weil ein Kollege die eigene Idee nicht gut findet.
Gerade bei Runde #202 habe ich mich an Talkshows à la Markus Lanz erinnert gefühlt.

5. Neue alte Formate
Die „neuen“ Formate funktionieren für mich überhaupt nicht. Größtenteils, weil sie nicht neu sind.
Das „Feierabendbier“ unterscheidet sich nicht von Sonntagsfolgen oder Magazins Spezial, die ihr dann und wann mal gemacht habt und eine oberflächlich recherchierte Besprechung von News-Themen und Aufregern ist als Idee sehr generisch. Dasselbe kriege ich bei fast jeder Gaming-Website und jedem Gaming-Podcast.
„Aber Warum?“ ist eine Aneinanderreihung von Viertelstunden / Mini-Wertschätzungen mit gelegentlichen Unterbrechungen durch den namensgebenden Ausruf. Dazu kommt für mich noch der fade Beigeschmack der Effizienz im Sinne von „Andre, es gibt doch so viel, was du außerhalb des Podcasts spielst. Das muss sich doch auch irgendwie in Inhalt umwandeln lassen.“. Ich möchte nicht unterstellen, dass das die Intention war. Es ist in der Wirkung auf mich nur sehr unvorteilhaft.
Der „Filmpodcast“ ist eine Wertschätzung plus 5 Minuten Spekulation darüber, wie die Filmemacher womöglich über Gamer denken.
Umso enttäuschter war ich, als ihr die Einstellung von „Git Gud“ bekanntgegeben habt. Hier hattet ihr ein wirklich neues Format. Neuer Themenschwerpunkt, neuer formaler Aufbau (durch eingeschobene Tagebucheinträge) und eine neue Methodik.

6. Eingestellte Formate
Bei vielen meiner Lieblingsformate kann ich nur noch davon ausgehen, dass sie eingestellt wurden. Leider sind es für mich gerade die eingestellten Formate, die innovativ waren und über klassische Spiele-Besprechung hinausgehen.
Die letzte Folge „Wer macht denn sowas?“ ist 7 Monate her. Zu „Well Played“ gab es seit über einem Jahr nichts mehr. Bei „Post Mortem“ ist es nun fast genau ein Jahr.
Alle drei Formate hatten die schöne Gemeinsamkeit, dass endlich Leute zu Wort kamen, die sonst nie nach ihrer Meinung gefragt werden.

7. Veränderung alter Formate und unklarer Fokus
„En Detail“ und „Walkthrough“ sind immer noch meine beiden absoluten Lieblingsformate. Bei beiden habe ich das Gefühl, dass der einzigartige Fokus des Formats immer mehr verschwindet.
„Walkthrough“ hat damit gestartet, Bereiche der Spieleentwicklung zu beleuchten. Mittlerweile geht es dann manchmal um konkrete Spiele (oft einfach eine Wertschätzung mit Wolfgang), mal um Events wie den DCP (kein Unterschied zu einer Sonntagsfolge) und mal tatsächlich um Game Development Themen wie die letzte Folge zum Pitching.
Mir gefällt das Format immer dann am besten, wenn ihr einen Experten einladet. Zwei Insider unterhalten sich über ein Thema und Jochen als Outsider nimmt die Position des Hörers ein und stellt die richtigen Fragen.
Bei „En Detail“ weiß ich gar nicht, wie ich die Veränderung beschreiben soll. Auch hier geht es manchmal um ein komplettes Spiel, mal um eine Teilsequenz (die ersten 10 Minuten), mal um eine Person (Peter Molyneux) und mal um eine Teilebene des Spiels (FIFA). „En Detail“ ist für mich hit-and-miss. Die Bioshock Infinite Folge ist absolut genial, Shadow of the Colossus, Alan Wake, Assassin’s Creed und Journey haben mir auch sehr gut gefallen. Bei den anderen Episoden habe ich mich teilweise gefragt, ob das noch dieselben Podcaster sind.
Meiner Meinung nach braucht ihr für das Format ein Spiel, das ihr wirklich gerne mögt und das narrativ fokussiert ist. Nehmt es mir nicht übel, aber ich bin mir nicht sicher, ob ihr die Kompetenzen habt, mechanisch-fokussierte Spiele im Detail zu analysieren. Außerdem funktioniert das Format für mich viel besser, wenn ihr eine möglichst kurze Sequenz besprecht. Die Journey-Folge war sehr interessant (erfüllt auch Bedingungen 1 und 2) hat für mich aber zu sehr versucht, jeden Teil des Spiels ein bisschen zu besprechen.

8. Mut zum Scheitern
Wann gab es den letzten Format-Prototypen, der nicht zum festen Format wurde? Es gäbe doch so viele Möglichkeiten, zu experimentieren und eine wilde Idee einfach mal auszuprobieren. Natürlich würden viele Ideen in der Prototyp-Phase verworfen werden aber das, was übrig bleibt, kann ganz neues Potenzial entfalten. „Fail faster“ ist nicht nur in der Spiele-Entwicklung ein genialer Ratschlag.

9. Mittelmaß soweit das Auge reicht
In letzter Zeit gehe ich aus den meisten Spielebesprechungen mit dem Gedanken raus „Ich habe gerade 1-2 Stunden damit verbracht, mir anzuhören, warum ein Spiel mittelmäßig, nichts besonderes, ganz okay oder nicht völlig scheiße ist.“
Offengestanden ist mir meine Zeit zu kostbar, um sie mit Mittelmaß zu verschwenden.
Auf mich als Außenstehenden wirkt es so, als hättet ihr viel Zeit in das Spiel investiert und müsstet das Investment jetzt durch einen Inhalt rechtfertigen (ist wahrscheinlich auch die ökonomische Realität?). Es wirkt so, als gäbe es keine Kuration und keinen Filter.
Ich würde es bevorzugen, wenn nur dann Inhalte erscheinen, wenn sie etwas Interessantes zum Diskurs über das Spiel beitragen, oder das Spiel an sich wert ist, besprochen zu werden.

10. Die Autorität der Objektivität
Achtung, jetzt geht es noch viel stärker als zuvor um persönliche Präferenzen.
Gerade nach der Folge zur Bedeutung von Qualität rolle ich jedes Mal mit den Augen, wenn ihr mal wieder von „objektiven Schwächen“ und „Fehlern, die man nicht wegdiskutieren kann“ sprecht. Als Game Designer, regt mich das umso mehr auf. So objektiv kann die Schwäche ja nicht sein, wenn es für mich eine Stärke war und ich euch eine ganze Liste an Gründen geben könnte, warum das im Kontext dieses Spiels eine sehr gute Entscheidung war.
Ich verstehe auch die Beweggründe hinter solchen Formulierungen nicht. Es entwertet eure Meinung doch nicht, sie als solche kenntlich zu machen.
Noch schlimmer ist es für mich, wenn so etwas kommt wie „Es ist ja schlechtes Game Design, dass…“ oder „Das ist ja schlechtes Writing.“
Es gibt für mich kein eindeutigeres Zeichen, dass sich eine Person nicht im Geringsten mit Game Design auskennt als Sätze wie „… ist schlechtes Game Design.“
Zum Glück sind solche Aussagen im Verlauf des Projekts etwas weniger geworden, aber sie stoßen mir immer wieder negativ auf.

11. Rauschen im Hintergrund
Ein Grund, warum ich Wolfgangs Kolumnen so sehr mag ist, dass sie mich intellektuell herausfordern, zum Nachdenken anregen und mir einen Grund geben, sie ein zweites Mal zu hören. Bei dem viel größeren Teil der Inhalte geht es mir nicht so. Mittlerweile läuft vieles als Hintergrund-Rauschen und ich mache mir nicht mehr die Mühe, den Podcast zu pausieren, wenn es gerade in meiner Umgebung laut wird.
Ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich die Episode zum Anschlag von Halle loben. Hier habe ich endlich mal wieder aktiv zugehört und sie ein paar Tage später direkt nochmal heruntergeladen.
Versteht mich nicht falsch, ich habe nichts gegen launige, leichtherzige Unterhaltungen. Ich finde nur, dass die Balance zu etwas anspruchsvolleren Inhalten fehlt.

12. Meinung > Analyse
Bei euren Gesprächen geht ihr oft nach einem kurzen beschreibenden Teil direkt auf die einschätzende, wertende Ebene. Die Analyse, warum genau sich ein gewisser Effekt eingestellt hat, glänzt weitestgehend mit Abwesenheit.
Ich kann mich an einige Stellen erinnern, in denen Andre eine Steuerung lediglich als „schwammig“ oder „direkt“ beschreibt und dann zum nächsten Thema weiterhüpft.
Wenn ich das mit einem Video wie z.B. von Game Maker’s Toolkit zur Bewegung in Celeste vergleiche (https://www.youtube.com/watch?v=yorTG9at90g), weiß ich, bei welchem Inhalt ich mehr lerne.
Oft beschreibt und bewertet ihr Spielinhalte, ohne ein einziges nachvollziehbares Beispiel zu nennen. „Spiel X hat aber echt keine guten Dialoge…“ ist ein Satz, den ich bei euch schon dutzende Male gehört habe. Ein Erklärung am Beispiel bleibt ihr in den meisten Fällen schuldig.
Komischerweise macht ihr (oft Jochen) das ziemlich gut, wenn es um Übersetzungen geht. Da werden auf einmal Sätze im Original und der Übersetzung zitiert, miteinander verglichen und nachvollziehbar bewertet.
Einer von vielen Gründen, warum der Weggang Ninas so schade ist, ist auch, dass sie einen viel stärkeren analytischen Fokus hatte als ihr.

13. Dein The Pod entwickelt sich? (Pokemon Referenz, falls Sebastian das hier liest 😉)
Immer mal wieder scrolle ich durch den mittlerweile echt langen Podcast-Feed und höre die alten Folgen erneut. Was mir dabei auffällt (und das klingt glaube ich ungewollt böse) ist, dass ich es schwer finde, eine Entwicklung der Podcaster zu erkennen.
Klar, The Pod hat sich als Projekt gerade durch die Neuzugänge ständig weiterentwickelt. Aber wenn ich die einzelnen Folgen von damals mit denen von heute vergleiche, sehe ich kaum individuelle Veränderungen auf inhaltlicher und sprachlicher Ebene. Der größte Unterschied für mich ist die (deutlich) besser Tonqualität.
Ich frage mich, ob ihr überhaupt die Zeit habt, euch weiterzubilden und das bisherige Schaffen zu reflektieren? Aus der Außenperspektive wirkt es auf mich, als wärt ihr so sehr damit beschäftigt, ständig neue Inhalte zu produzieren, dass ihr nicht dazu kommt, mal innezuhalten und zu diskutieren, wie man sich gerne entwickeln würde.
Bei den Neuzugängen hat man mitbekommen, dass ihr ständig Feedback gegeben und iteriert habt. Macht ihr das auch bei euch selbst? Hört sich Jochen mal einen Cast von Andre und Sebastian an und gibt Feedback, was man verbessern könnte?

Das waren eigentlich meine Hauptpunkte. Da ich mich so sehr auf das Negative fokussiert habe, möchte ich doch noch mal relativieren. Ich höre immer noch jede Folge. Ihr seid immer noch mein absoluter Lieblingspodcast. Ich hätte mich nicht angemeldet und so viel geschrieben, wenn ihr mir nicht wichtig wärt. Ich hoffe einfach nur, dass es noch lange so bleibt und wollte Bescheid sagen, bevor es vielleicht zu spät ist.

Schönen Tag noch und alles Gute!

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Lurtz
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Re: Meine aktuellen Probleme mit The Pod

Beitrag von Lurtz » 9. Nov 2019, 14:59

Wow, das ist ein Klopper. Habe aber einige Punkte beim Überfliegen wiedergefunden, die mir zuletzt öfter durch den Kopf gegangen sind.
Das Projekt braucht irgendwie frischen Wind, und Ninas Abgang macht das leider nicht einfacher.

Wobei ich auch betonen möchte dass ihr immer noch mit Abstand mein liebstes deutsches Spieleprojekt seid und es Kritik auf relativ hohem Niveau ist. Ich habe abgesehen von gerade 22 Folgen in meinem Premiumfeed jede Folge gehört und die meisten davon mit Genuss. Eure Eckpfeiler wie die absolute Freiheit von Werbung, Tracking etc allein machen euch einzigartig.

lnhh
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Re: Meine aktuellen Probleme mit The Pod

Beitrag von lnhh » 9. Nov 2019, 15:19

Top Post. Greift viele meiner eigenen Gedanken auf. Ich haette es aber vermutlich nicht so differenziert und ruhig formulieren koennen.
Fuck Tapatalk

Joschel
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Re: Meine aktuellen Probleme mit The Pod

Beitrag von Joschel » 9. Nov 2019, 15:34

Bin ja auch schon lange dabei und und ich finde die Entwicklung prima. Bin ein Fan der unterhaltsamen Formate. Feierabendbier mit Jochen, Seb und Andre könnte ich mir jeden Tag anhören. Die „intellektuellen Formate“ wie Walkthrough langweilen mich. Neue Gäste mag ich auch nicht so besonders, außer Robin und Maurice.
Kurz gesagt: Mir gefällt alles so, wie es ist. Da ich die Podcaster jetzt lang genug kenne, kann ich auch alle Aussagen gut einschätzen.
Die oben genannte Kritik kann ich zwar aus Sicht des Verfassers verstehen, denke aber, dass die meisten Hörer sehr sehr zufrieden mit dem Projekt sind.

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Andre Peschke
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Re: Meine aktuellen Probleme mit The Pod

Beitrag von Andre Peschke » 9. Nov 2019, 20:28

CarZ hat geschrieben:
9. Nov 2019, 13:55
Hallo da draußen!

Ich habe lange mit mir gehadert, ob ich diesen Post schreiben soll oder nicht. Bin mir immer noch nicht sicher, ob es eine gute Idee ist, aber es brennt mir jetzt schon länger auf der Seele.
Ola!

Vielen Dank für das viele Feedback. Post wie deiner sind trotz Kritik sehr erfreulich, weil man merkt, dass du dir Zeit genommen hast deine Gedanken zu sammeln und das ganze möglichst gut argumentiert niederzuschreiben.

Bei einigen Sachen bin ich anderer Meinung, bei einigen Dingen stimme ich zu und bei einigen sehe ich zumindest den Punkt. Aber ich glaube es ist falsch jetzt das Punkt für Punkt durchzudeklinieren. Ist gelesen und ich denke einfach mal drüber nach!

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Guthwulf
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Re: Meine aktuellen Probleme mit The Pod

Beitrag von Guthwulf » 9. Nov 2019, 21:02

CarZ hat geschrieben:
9. Nov 2019, 13:55
Ich habe lange mit mir gehadert, ob ich diesen Post schreiben soll oder nicht.
Danke für deinen Post. So sieht konstruktive und sachliche Kritik aus!

Stimme auch nicht allem zu, aber Respekt wie du deine Perspektive dargelegt hast!

Inhaltlich möchte ich nur kurz zwei Punkte bekräftigen:

Komfortzone: Ihr habt euch auf die Fahnen geschrieben nur das zu spielen worauf ihr wirklich Bock habt und das ist richtig so. Kann das aber vielleicht auch manchmal dazu führen, dass man geneigt ist, zu sehr in der eigenen Komfortzone zu bleiben, statt den Sprung ins kalte Wasser zu wagen? Es gibt immer wieder interessante Ideen von der Community, die ich lese (oder auch mal selber vorschlage) und von denen ich dann schon beim lesen/schreiben weiß, das ist nicht eure "Komfortzone", darin kennt ihr euch nicht aus und das wird deshalb nicht kommen. Als Ermutigung gemeint: Ich finde es grad spannend, wenn jemand mal was völlig neues probiert, sich ein bissel damit auseinandersetzt und dann seine Erfahrung damit widergebt.

Meinung > Analyse: Alte Kamelle. Da seid ihr meines Erachtens auch im Ton zurückhaltener geworden, aber es gibt natürlich trotzdem immer wieder "das is objektiv so, weil ich es sage" Aussagen ohne Analyse und mit Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Jochen neigt da mehr dazu nach meiner Wahrnehmung aber jeder is halt anders und ihr bemüht euch klar erkennbar in diesem Bereich. Manchmal kommt dann auch hinzu das offensichtlich einfach die Zeit zur vorbereitenden Recherche und Eigenreflektion fehlte. Kann jedem so gehen. Ich hab es inzwischen einfach als Gewohnheit abgebucht und denke mir dann immer ein "das ist auch nur deine Meinung" und versuche mir selber zu Ergründen warum derjenige nun ausgerechnet hier so absolut und ohne Analyse argumentiert. Aber das is natürlich trotzdem etwas, bei dem man sich immer noch verbessern kann. Merke ich an mir selber, wenn ich mal wieder nen Post geschrieben hab, der durch Wortwahl "absoluter" rüberkam, als er gemeint war und nicht genügend Argumente hatte.
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Axel
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Re: Meine aktuellen Probleme mit The Pod

Beitrag von Axel » 9. Nov 2019, 21:15

Ich habe ein wenig das Gefühl, dass meine Beziehung zum Gamespodcast wie eine jahrelange Ehe verläuft. In dem Sinne: Irgendwann macht sich der schnöde Alltag breit. Alles läuft wie immer, keine Überraschungen mehr. Oder kaum Überraschungen. Als Paul kürzlich da war, war das eine der seltenen Momente! Diese sofortige Chemie zwischen ihm und Andre. Und so glücklich und aufgedreht habe ich Andre im Podcast echt jahrelang nicht mehr gehört! Das hat mich richtig gefreut und es hat echt Spaß gemacht zuzuhören.

Ansonsten wirkt mir alles immer ein wenig: Nun ja, vorhersehbar (Stichwort Komfortzone!). Nicht wirklich schlecht, aber eben auch keine überraschenden Ausreißer mehr. Das kommt natürlich mit den Jahren und der Gewohnheit. Umso wichtiger würde ich es finden, auch für Abwechslung zu sorgen. Wieso haben beispielsweise Sebastian und Wolfgang noch nie einen Sonntagspodcast allein gemacht?

Apropos Sebastian: Ich finde, dass er im Projekt derzeit unter Wert arbeitet. Er hat alle 2 Wochen das Magazin, macht ab und an mal eine Wertschätzung und ansonsten tritt er eigentlich immer als Fragensteller auf. Ich finde das schade! Sebastian braucht unbedingt ein eigenes Format wo er mal experimentieren kann. Ideen ausprobieren und einfach mal senden!

Und da bin ich auch bei einem Kritikpunkt von oben: Warum wird so wenig experimentiert? Einfach mal ein paar Prototypen rausstellen und schauen wie die Leute so reagieren. Einfach mal ausprobieren und senden, das würde, denke ich, dem Projekt sehr gut tun. Mir fehlt zuweilen ein wenig die Freude von Euch. Übrigens auch bei den Spielebesprechungen mir ein wenig die Emotionen fehlen. Deswegen war ja Git Gut so klasse - weil neben der Analyse auch ganz viel Emotion drinne war!
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Re: Meine aktuellen Probleme mit The Pod

Beitrag von Textsortenlinguistik » 9. Nov 2019, 21:29

Axel hat geschrieben:
9. Nov 2019, 21:15
Und da bin ich auch bei einem Kritikpunkt von oben: Warum wird so wenig experimentiert? Einfach mal ein paar Prototypen rausstellen und schauen wie die Leute so reagieren. Einfach mal ausprobieren und senden, das würde, denke ich, dem Projekt sehr gut tun. Mir fehlt zuweilen ein wenig die Freude von Euch. Übrigens auch bei den Spielebesprechungen mir ein wenig die Emotionen fehlen. Deswegen war ja Git Gut so klasse - weil neben der Analyse auch ganz viel Emotion drinne war!
Das aufgreifend: Muss eigentlich alles immer in ein Format gepresst werden? Der Grundpfeiler dieses Projekts ist doch eigentlich keine Struktur zu haben. :)
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Re: Meine aktuellen Probleme mit The Pod

Beitrag von VikingBK1981 » 9. Nov 2019, 22:52

Hut ab. Stimme dir zwar nicht überall zu, aber teilweise.

Wo ich dir gar nicht zustimme ist bei den Formaten. Da liegen unsere Geschmäcker zu weit auseinander, deine Lieblinge mag ich alle überhaupt nicht und werden von mir auch nicht mehr gehört.

Stimme dir aber zu, dass mehr Formate getestet werden sollten.

Auch mehr Abwechslung würde mal gut tun.

Denke ohne Kritik wird es auch schwer ein Projekt wie The Pod weiterzuentwickeln.
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Donout
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Re: Meine aktuellen Probleme mit The Pod

Beitrag von Donout » 9. Nov 2019, 23:13

Wirklich toller Beitrag. Danke dafür!
Das mit der Konstellation ist mir auch schon aufgefallen. Ich höre zwar unglaublich gerne z.B. Andre mit Sebastian, würde es aber auch echt einmal wertschätzen Sebastian mit Wolfgang, oder eben andere ungewöhnliche Runden anzuhören.

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Re: Meine aktuellen Probleme mit The Pod

Beitrag von flowseven » 9. Nov 2019, 23:33

Und ich warte noch immer auf das "Edith Finch" Interview oder ist der Entwickler noch immer in Tibet? :D

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schneeland
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Re: Meine aktuellen Probleme mit The Pod

Beitrag von schneeland » 10. Nov 2019, 01:04

Ich sehe den größeren Teil der Dinge anders. Trotzdem auch von mir Hut ab für die Mühe, die Du Dir mit dem Feedback gegeben hast (erinnert mich zudem daran, dass ich auch mal ein bisschen was zusammentragen sollte).
"Hello, my friend! Pay a while, and listen!" (BlizzCon 2018)
"And now our RPG even has NPCs!" (Bethesda, E3 2019)

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Re: Meine aktuellen Probleme mit The Pod

Beitrag von Wolf » 10. Nov 2019, 09:57

Ich sehe das Problem ebenfalls nicht, obwohl ich einige Dinge durchaus ähnlich sehe nur sind es für mich Kleinigkeiten.
Bei Hunderten (ist Tausend schon erreicht?) Podcasts ist eine gewisse Wiederholung klar.
Nicht Stammpodcaster haben noch Jobs außerhalb die sind halt nicht ständig zu haben.
Neue Formate hätte jeder gerne aber dann werden bisherige Liebligsformate nicht öfter kommen ...

Man muss sich mal vor Augen führen wie lange es dauert eine Folge zu machen, wenn da jetzt für das nächste Hypespiel 60h+ erfoderlich sind um es durchzuspielen dann wären das doch schon ~2 Arbeitswochen. Das da überhaupt soviele Podcasts kommen grenzt vermutlich eh schon fast an Arbeitsaufwand nahe Burnout. Eigentlich müsste man damit sich so ein Durchspielen lohnt mehrere Podcasts machen, so ähnlich wie RDR2 mit zusätzlich Spoilercast, usw...

PS. „Runde #170: Die Publisher des Schreckens“ ist wirklich die einzige Folge die für ewig im Giftschrank hätte bleiben sollen.... hab sie halb gehört mehrmals pausiert dann abgebrochen das muss ich mit viel Bier irgendwann nachholen.

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Soulaire
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Re: Meine aktuellen Probleme mit The Pod

Beitrag von Soulaire » 10. Nov 2019, 10:36

fand immer dass die Streams Abwechslung reingebracht haben. Feedbackstreams, A Way Out-Koop, E3 oder Civilization-Videos haben immer was Frisches reingebracht. Finde schade dass da nichts mehr kommt.

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Re: Meine aktuellen Probleme mit The Pod

Beitrag von tdiver » 10. Nov 2019, 10:41

Ich bin inzwischen froh, dass nicht mehr jeder veröffentlichte Podcast mich persönlich anspricht. Dadurch habe ich die Möglichkeit, meine begrenzte Hörzeit auch wieder anderen Dingen, wie z.B. Hörbüchern widmen zu können. Trotzdem muss ich CarZ in mehreren Punkten zustimmen.
Aktuell sind mir zu wenig erfrischende Gäste dabei und ich habe eher das Gefühl alles schon mal gehört zu haben.
Sehr unterhalten haben mich aber in letzter Zeit die Surge 2 - Folge und das letzte Feierabendbier. Den aktuellen Podcast über Outer World schenke ich mir, da Jochen ja schon im Feierabendbier seine Meinung dargelegt hat. Dazu nochmal 2 Stunden anhören ist für mich überflüssig.

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Re: Meine aktuellen Probleme mit The Pod

Beitrag von Rick Wertz » 10. Nov 2019, 11:31

Den langen Effortpost habe ich nicht gelesen, aber meine Gedanken:

Virtual Reality, Handyspiele etc. sind nicht, wofür ich The Pod höre und interessieren mich persönlich nicht die Bohne (ein Blick auf die weitere Medienlandschaft zeigt auch, dass das nicht nur ich so sehe).

Generell bin ich wenig an neuen Formaten interessiert, sondern hätte gerne mehr Besprechungen aktueller AAA-Titel.

Das Gimmick der ewigen Bierdiskussionen sollte abgeschafft werden; weder interessiert mich der Bierkonsum der Podcaster, noch ihre favorisierten Marken und Sorten. Mittlerweile kann man diese langen Segmente aber glücklicherweise leicht überspringen.
Zuletzt geändert von Rick Wertz am 10. Nov 2019, 12:43, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Meine aktuellen Probleme mit The Pod

Beitrag von Axel » 10. Nov 2019, 11:49

Rick Wertz hat geschrieben:
10. Nov 2019, 11:31
mehr Besprechungen aktueller AAA-Titel.
Das wäre beispielsweise für mich maximal uninteressant. Auch wäre das wohl zeitlich nicht ansatzweise zu realisieren, bei der Zeit welche die Dinger verschlingen...
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Filusi
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Re: Meine aktuellen Probleme mit The Pod

Beitrag von Filusi » 10. Nov 2019, 12:43

Danke für den Beitrag @ CarZ.

Auch wenn The Pod weiterhin mein Nr. 1 Podcast ist und ich weiterhin vor allem die Unhabhängigkeit des Projekts und das Engagement der Podcaster extrem unterstützenswert finde, so geht es mir in vielen Punkten sehr ähnlich.

Gerade dieser Grundrauscheneffekt stellt sich bei mir zuletzt immer öfters ein. Ist bei mir irgendwie ähnlich, dass ich seltener zurückspule, wenn mir mal was unter geht.

Ich kann jetzt auch nicht vollends feststellen, ob's am hier schon angesprochenen Eheeffekt liegt, aber einige deiner Punkte erklären mir dieses Grundgefühl zumindest im Ansatz.

Ich glaube auch kaum, dass sich alles jetzt schnell ändern liesse, gerade beim derzeitigen Output und derzeitigen Umstrukturierung (Ninas Verlust und die Suche nach gleichwertigen Ersatz), aber wie immer schön zu lesen, dass die Punkte gelesen und aufgenommen wurden und so mit in zukünftige Pläne einfließen.

Ich bin ob dieser Kritik sehr froh, auch dass man sich selbst relativ aufwandsfrei anschließen kann, da die Ausformulierung im Ton schön gemäßigt und im Ausmaß ähnlich meiner derzeitigen Stimmung /Auffassung zutrifft.

Alle diese Punkte sind für mich nicht massgeblich, dass ich schlechter über das Projekt denke bzw. Im gar den Rücken kehren würde, nein sie sind für mich sogar verständlich fast normal in der Entwicklung.

Deshalb umso besser, dass man es ansprechen bzw. wie ich man sich anschließen und es zum Überdenken anregen kann, aber nicht muss.

Micha
Beiträge: 43
Registriert: 17. Jun 2016, 00:45

Re: Meine aktuellen Probleme mit The Pod

Beitrag von Micha » 10. Nov 2019, 14:48

Servus,

erst mal zu mir. Gehöre auch zu den Hörern von The Pod von fast der ersten Stunde, habe noch den Weggang von Andre kennen gelernt und war anfangs auch Backer. Die letzten 3 Monate habe ich wieder reingehört, davor hatte ich eine Pause von ca. 6 Monaten.

Zu mir selbst, bin 31 Jahre alt, spiele gelegentlich, IT Ausbildung aber jetzt Studium im Bereich Kommunikationsdesign kurz vor Bachelor. Feedback ist vielleicht interessant für die Einordnung der Kritik. Vor allem weil man recht schnell merkt, das CarZ ja aus der Spieleentwicklung kommt und ThePod auch mit aus diesem Grund sehr gerne hört.

Die 11 Punkte sind fast die gleichen, die mich stören und ich werde wohl bald wieder auch eine Pause von einigen Monaten einlegen um dann wieder nachzuholen... Aber Warum?

Die Konstellationen mag ich eigentlich, ich werde für meinen Teil noch immer nicht mit Wolfgang warm und finde die Folgen qualitativ sowie klanglich unerträglich - damit bricht ohnehin schon einmal ein Teil von ThePod weg, wobei ich auch den Eindruck habe das er weniger Formate/Episoden hat als es noch vor einem Jahr der Fall war. War übrigens auch mit ein Grund warum ich wieder als Backer zurück gekehrt bin.

Das Gastrecycling mag ich eigentlich sogar, zumal es immer Gäste sind die passend eingeladen sind und die ich gerne zuhöre. Die blinden Flecken kann ich halbwegs als Kritik nachvollziehen, jedoch höre ich tausendmal lieber Andre zu wie er über Shooter spricht als wenn man irgendwie versucht VR nachzuerzählen und das halbwegs gezwungen machen muss, nur weil es sich einige Hörer wünschen. Vielleicht wäre es schön mal eine Themenwoche VR/AR einzubauen - da würde dann auch entfallen, dass Andre ständig die möbel hin und her rücken muss. Aber als immer wiederkehrendes Format ist, glaube ich, der Aufwand zu groß. Die blinden Flecken habe ich gar nicht so sehr wahrgenommen, es gefällt mir das immer mal wieder unbekanntere Sachen angesprochen werden - und immerhin ist jedes System weitgehend vertreten. Gerade mit "Aber warum?" werden ja totale nischen-spiele/Vollkatastrophen angesprochen.

Die unangenehme Gesprächsführung ist mir persönlich auch noch nicht so aufgefallen, im Gegenteil - und das ist eher mein Kritikpunkt. Ich mochte früher am meisten als es nahbar und menschlicher war. Mittlerweile versucht man sehr häufig auf einem akademischen Level über Videospiele/Mechaniken zu sprechen, dass wirkt oft gezwungen. Ich mochte, dass man bei Mittelerde gesagt hat, es ist eine Wertschätzung und es ist exakt 0€ wert. Klar hat man das gerechtfertigt, aber ich hatte nicht den Eindruck, dass ich eine wissenschaftlich geschriebene Arbeit darüber vorgelesen bekomme. Als die/meine Frage im Mailbag beantwortet wurde mit "wann weint ihr in Videospielen" habe ich tränen gelacht und mich an alte ThePod-Zeiten erinnert - vor allem als Sebastian gefühlt 10 Minuten darüber spricht wie emotional er in vielen Szenen wurde, eine peinliche Pause entstand und von euch beiden nur kam "ich weine nie." (überspitzt formuliert) - kommentar meiner Frau: Euer Herz ist ein Stein! :D

Solche Momente fehlen mir persönlich viel mehr in ThePod. Ich hatte eigentlich auch nie den Eindruck das wirklich ernst von oben herab von einer person zur anderen gesprochen wird - auch nicht Jochen <-> Sebastian. Im Gegenteil sogar.

Mut zum Scheitern sollte es mehr geben, früher gab es mehr Experimente, die sich sehr sehr bewährt haben, das vermisse ich ein wenig. Jedoch sehe ich nicht das Mittelmaß - bzw. ich sehe es ein wenig anders. Gewisse AAA-Titel müsst ihr besprechen, weil es eben 90% der Zuhörerschaft interessiert. Wenn dann raus kommt das CoD mittelmaß ist, nichts besonderes, unreflektierter Mist - dann möchte ich das gerne hören ehrlich gesagt, statt dass dieses Thema ignoriert wird weil es eben keine Vollkatastrophe/Meisterwerk ist.

Rauschen im Hintergrund: ich höre eigentlich durchgehend nur mit hochwertigen Kopfhörern, sowohl Bluetooth als auch Kabel. Klar, ein wenig existiert das schon - aber nicht mehr als bei anderen. Bei Wolfgang habe ich das früher extrem kritisiert, jetzt höre ich die Folgen nicht mehr und kann nicht sagen ob das besser/schlechter ist.

Das sich ThePod nicht entwickelt sehe ich eigentlich gar nicht so, im Gegenteil. Ich habe eher den Eindruck, dass man im Moment versucht sehr safe zu spielen. Keine Experimente, nicht zu viel emotionalität, nicht zu viel persönliches - aber genau das sind die Sachen, die ThePod für mich groß gemacht haben.


Ach, ein kleiner Punkt noch. Ich war unglaublich enttäuscht, dass Jochen Fallout First gekauft hat - vor allem weil sich dann auch noch über die Aussage "Du bist Teil des Problems" lustig gemacht wurde. Denn ja, jeder der die Mikrotransaktionen letzten Endes kauft, ist tatsächlich Teil des Problems. Wie Andre am Ende gesagt hat: Man muss in der Branche als Gamer mit seiner Brieftasche wählen, weil es anders nicht funktioniert. Gerade von Jochen, der weiß wie diese Branche funktioniert, hätte ich erwartet, dass er vernünftiger damit umgeht - statt seinen eigenen Komfort vorzuziehen. Bzw. es wäre dann vielleicht auch besser gewesen, es nicht zu erzählen wie toll es doch ist und wie sehr es sich doch lohnt - also aktiv werbung dafür zu machen - und es sich einfach nur für sich selbst nutzen. Auf der andere Seite war das natürlich ein sehr persönlicher Einblick - nur eben einer, bei dem ich mir nicht sicher bin ob ich das als Backer mittragen möchte.

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screamingblood
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Re: Meine aktuellen Probleme mit The Pod

Beitrag von screamingblood » 10. Nov 2019, 16:32

Micha hat geschrieben:
10. Nov 2019, 14:48

Rauschen im Hintergrund: ich höre eigentlich durchgehend nur mit hochwertigen Kopfhörern, sowohl Bluetooth als auch Kabel. Klar, ein wenig existiert das schon - aber nicht mehr als bei anderen. Bei Wolfgang habe ich das früher extrem kritisiert, jetzt höre ich die Folgen nicht mehr und kann nicht sagen ob das besser/schlechter ist.



Ach, ein kleiner Punkt noch. Ich war unglaublich enttäuscht, dass Jochen Fallout First gekauft hat - vor allem weil sich dann auch noch über die Aussage "Du bist Teil des Problems" lustig gemacht wurde. Denn ja, jeder der die Mikrotransaktionen letzten Endes kauft, ist tatsächlich Teil des Problems. Wie Andre am Ende gesagt hat: Man muss in der Branche als Gamer mit seiner Brieftasche wählen, weil es anders nicht funktioniert. Gerade von Jochen, der weiß wie diese Branche funktioniert, hätte ich erwartet, dass er vernünftiger damit umgeht - statt seinen eigenen Komfort vorzuziehen. Bzw. es wäre dann vielleicht auch besser gewesen, es nicht zu erzählen wie toll es doch ist und wie sehr es sich doch lohnt - also aktiv werbung dafür zu machen - und es sich einfach nur für sich selbst nutzen. Auf der andere Seite war das natürlich ein sehr persönlicher Einblick - nur eben einer, bei dem ich mir nicht sicher bin ob ich das als Backer mittragen möchte.
Das Hintergrundrauschen war ein bisschen anders gemeint, da ging es eher darum, dass der Podcast aufgrund von fehlender inhaltlicher Relevanz/Brisanz einfach im Hintergrund vor sich hin rauscht und Unterhaltung bietet. ;)

Was Fallout First angeht, würde ich dir ja recht geben - wenn es ein dauerhafter Kauf oder Jahresabo wäre. Aber wenn man darüber berichten will, was das System taugt, muss man es auch testen, alles andere wäre unredlich. Aber das wäre wahrscheinlich eher eine Diskussion für den Fallout-Thread. :ugly:

Ansonsten muss ich zugeben, für mich sind mit Nina, Dennis und ihren gemeinsamen Formaten - bzw. mindestens Git Gud, bei Touchscreen hoffe ich ja noch - auch die größten Assets weggebrochen, denn die beiden und ihre Formate waren einfach so völlig anders als die "eingeschworene Männer-WG". Entsprechend fehlt es auch mir zunehmend an Relevanz und Diversität, gar zu viele Podcasts klingen auch von euch teilweise sehr... routiniert, um es vorsichtig zu sagen, man könnte auch böser werden und sagen, es fühlt sich immer öfter an, als ob aktuell die Luft und Motivation raus ist.

UND DAS IST VERDAMMT SCHADE, IHR SEID NÄMLICH IMMER NOCH GEIL! Das musste mal klar und deutlich gesagt werden. :ugly: Wie CarZ es schon eingangs so fantastisch geschrieben hat, reden wir hier nicht davon, mit dieser Kritik sagen zu wollen, dass ihr aus dem Podcast Addict fliegt - sondern dass ich sehen möchte, wie The Pod immer NOCH besser wird, immerhin ist das Ziel die Weltherrschaft und nicht Mörfelden. ;) Daher lieber frühzeitig und konstruktiv Kritik an möglichen Risikopunkten - die ja, wie man hier sehen kann, auch durchaus unterschiedlich wahrgenommen werden, aber nur so kriegt man mal einen Überblick - als später in einem Post Mortem darüber zu diskutieren, wieso ein Projekt gescheitert ist.

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