Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

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Andreas29
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Andreas29 »

Kajillionaire
2020; Regisseurin: Miranda July; SchauspielerInnen: Evan Rachel Wood, Richard Jenkins, Gina Rodriguez; Genre: Tragikomödie

Old Dolio ist die erwachsene Tochter von Theresa und Robert. Die skurrile Familie verdient sich den Lebensunterhalt durch kleinere und größere Gaunereien, Coupons und Gewinnspiele. Um jeden Cent muss fast zwanghaft gefuchst werden. Als der Vermieter ihrer Bruchbude nach drei Monaten Mietrückstand damit droht die drei aus der Wohnung zu werfen, müssen schnellstmöglich 1500 Dollar her. Im Flugzeug wollen sie Gepäck aufgeben, es als gestohlen melden und die Versicherung kassieren. Dafür müssen sie einen Tagestrip nach New York unternehmen, auf dessen Rückflug sie Melanie kennenlernen. Diese freundet sich mit ihnen an und macht zunächst bei den Abzockereien mit, muss dann aber immer mehr feststellen, wie gestört das Verhältnis von Old Dolio zu ihren Eltern ist. Indes bringt Melanie auch Old Dolios' Gefühlswelt durcheinander. Die Blase, die dieser Lebensentwurf darstellt, beginnt zu platzen.

Zunächst einmal das einfachste Kriterium: Die Schauspieler sind wirklich großartig. Besonders Evan Rachel Wood, die man als Dolores aus der Serie “Westworld” kennt, beweist als Old Dolio in der Hauptrolle ihre Wandlungsfähigkeit. Nicht nur durch ihre Stimme, die sehr monoton und sehr tief ist, sondern auch ihr Verhalten irgendwo zwischen mechanischer Unterkühlung, Apathie und Verletzlichkeit weiß sehr zu überzeugen. Gina Rodriguez' lebensfrohe, feurige und emotional auftretende Melanie wiederum ist ein wunderbarer Counterpart zu ihr. Debra Winger und Richard Jenkins verkörpern kongenial die absolute scham- und gewissenlose Dreistigkeit der Eltern, die sich mit ihrer Tochter durch das Leben mogeln. Die Perfomances sind das größte Kapital des Films, der so ruhig und konventionell gefilmt daherkommt.
Dann wird die Bewertung schwieriger, denn “Kajillionaire” ist ein eigenartiges Werk... und das will es auch sein. Immer wieder gibt es skurrile Situationen und Gags, die im krassen Kontrast zu unangenehmen Szenen und dem bedrückendem Thema stehen. Old Dolio ist auf dem ersten Blick ein komischer und schwer zu greifender Charakter, bei dem man oft schmunzelt. Ohne zuviel spoilern zu wollen, steckt für meine Begriffe jedoch ein emotionaler Missbrauch der Eltern dahinter. Diese tonale Dissonanz ist sicherlich gewollt und sorgt für Unbehagen. In dieser Hinsicht kann man sogar unterstellen, dass ein gewisser Metakommentar intendiert ist: Immer wieder in der Geschichte des fiktionalen Bewegtbildes werden skurrile Charaktere, die für Erheiterung und Lacher sorgen sollen, beiläufig mit einem kleinen oder größeren psychischen Knacks erklärt. Das ist eine Konvention, die wir alle einfach so hinnehmen. “Kajillionaire” schafft es aber irgendwann klar zu machen, wie sehr Old Dolio darunter leidet. Die Stimmung kippt dann von der anfänglichen Erheiterung in eine bedrückende Empörung, weil man sich auch selbst in dieser Hinsicht irgendwie ertappt fühlt.
Es gibt einen großartigen Running Gag, der einen fast surrealen Touch hat und den ich mal verrate: Old Dolio und ihre Eltern wohnen in einer Bruchbude die an eine Fabrik anschließt. Zu einer bestimmten Tageszeit laufen an einer Wand aus der Decke immer Unmengen pinker Schaum. Sie müssen dann immer zu Hause sein, um diesen mit Eimern aufzufangen... das ist einfach so herrlich absurd. Es gibt sowieso immer mal wieder Szenen, die eigenartig entrückt wirken.
Das steht im dissonanten Widerspruch zum emotionalen Martyrium des Hauptcharakters, das man erst nach und nach mit dem Auftreten des Nebencharakters Melanie begreift. Sie wird dann auch der emotionale Anker des Films und die Verbindung zum Zuschauer, die einen an den richtigen Stellen aufrüttelt.
In zwei Momenten zeigt der Film, wie wichtig Berührungen, Zärtlichkeit und Zuneigungen sind. Besonders im Hinblick darauf, dass auch physisch einem anderen Menschen entgegen zu bringen und die Wichtigkeit von Körperkontakt zu zeigen. Diese Szenen stechen sehr heraus und gehen ans Herz. Ansonsten empfindet man vor allem Frustration und Wut gegenüber den Eltern. Das ist durchaus positiv zu verstehen, denn Figuren sind nicht nur wenn man sie mag gut geschrieben, sondern auch – vielleicht sogar gerade – wenn man sie hasst.
Der Streifen hat für mich zwei signifikante Schwächen: Erstens werde ich aus den Eltern und deren Motivation ihr Kind so zu ruinieren nicht schlau. Jetzt kann man natürlich das gern genommene Argument bringen, dass man ja nicht alles erklären muss. Dann sollte man es aber gar nicht tun, nicht mal andeuten. Was leider mit einer sehr unbefriedigend vorgeschobenen Begründung der Eltern gemacht wird. Ich finde das Verhalten wirklich so ungeheuerlich und pervers, dass es auch einfach interessant wäre, wie es dazu kam und wie man so wird. Deswegen wirkt das Ende auch ein wenig deplatziert, wo man zu allen Figuren fair sein möchte und versöhnlich abschließen will. Das hat mich wirklich irritiert.
Zweitens habe ich einige Längen verspürt, was bei 100 Minuten kein gutes Zeichen ist.
Ein durchaus besonderer Film, der einen doppelten Boden hat und uns Zuschauer hinterfragt, aber nicht fehlerfrei ist. Ob sich das für einen lohnt ist vorher schwer zu sagen. Die Charaktere sind nicht einfach und auf den ersten Blick nicht sympathisch, der Ton dissonant und manches wirkt sehr skurril. Hier muss man wohl das Label "Geschmacksache" vergeben.

3,5 von 5 Sternen
https://letterboxd.com/film/kajillionaire/
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=xiMPCevu8Wk
Zuletzt geändert von Andreas29 am 17. Apr 2021, 15:37, insgesamt 3-mal geändert.

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lipt00n
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von lipt00n »

Love and Monsters (Netflix)

Nix dolles, hat mich aber gut unterhalten. Man merkt, das hier ganz viele Tropes abgearbeitet werden.


Zodiac (Netflix)

Geiles Teil, ich hatte erst Angst es wird langatmig und langweilig (Mindhunters zB ist mir zu laaaaahm), aber hier bleibt es durchgehend spannend, inkl. einiger Höhepunkte. Fand ich super.
Bild
Mal wieder unterwegs: dorfkartoffel.com

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Seroon
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Seroon »

Ayka 2018 Drama
Directed by Sergei Dvortsevoy

Ich habe vor kurzem Ayka gesehen und der Film hat mich schwer beeindruckt, er erklärt fast nichts und man wird mit der Situation einer jungen Immigrantin in Moskau während heftigen Schneetreibens konfrontiert. Der Film erstreckt sich nur über wenige Tage, aber da kommt einiges zusammen, was die arme Frau bewältigen muss und das Ende ist sehr hart. Bloß keinen Trailer schauen, der Film funktioniert am besten, wenn man vorher so wenig wie möglich weiß. Sehr glaubhaftes Drama mit einer tollen Hauptdarstellerin und trotz all den schlimmen Dingen, die passieren, sieht der Film wirklich gut aus, keine Shaky-Cam oder unscharfe Aufnahmen.

Andreas29
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Andreas29 »

We Need to Talk About Kevin
2011; Regisseurin: Lynne Ramsay; SchauspielerInnen: Tilda Swinton, John C. Reilly, Ezra Miller; Genre: Drama

Eva ist Reisejournalistin und lernt Franklin kennen, mit dem sie ein Kind bekommt. Ihr Sohn Kevin stellt sich aber schnell als nicht normal heraus. Bereits als Baby schreit er rund um die Uhr und fängt erst spät an zu sprechen. Als Kind treibt er seine Mutter in den Wahnsinn, indem er keine Gelegenheit auslässt ihr zu zeigen, dass er den Vater mehr mag. Außerdem setzt er mit kleinen rebellischen Aktionen ständig Nadelstiche. Als Teenager wirkt er immer distanzierter. Mittlerweile haben Eva und Franklin auch eine Tochter bekommen. Die Differenzen nicht nur sich, sondern gerade ihre Tochter vor Kevin zu schützen, führen zu Spannungen in der Ehe. Eines Tages kommt es zur Eskalation und Eva muss wahrscheinlich für immer mit den Konsequenzen leben. Auch zwei Jahre später schlägt ihr noch eine Passantin ins Gesicht und ihr Haus wird mit Farbe beschmiert.

Die Story war nicht leicht zusammenzufassen, weil der Film nicht chronologisch aufgebaut ist und ständig mit Rückblenden arbeitet, die sich auch mal wiederholen und vor- und zurückspringen. Das ist auch gleich ein erster positiver Punkt, denn das passiert wirklich sehr flüssig und nie verwirrend. Man wendet einen einfachen Trick an, um die Übersicht behalten zu können: Evas Haare.
Sie wird gespielt von Tilda Swinton, die eigentlich immer sehenswert ist, aber hier ist sie wirklich bockstark. Sehr zurückhaltend und zerbrechlich wirkend, spielt sie dennoch eine starke Frau. Der eher für Komödien bekannte John C. Reilly als Franklin überrascht in einer ernsten Rolle. Ezra Miller als Kevin lässt einen stellenweise das Blut gefrieren. Wobei man hier auch den kleinen Darsteller, der Kevin als Kind spielt, beglückwünschen muss: Er schafft es, dass man das Bedürfnis hat, ihn mal ordentlich eine zu klatschen.
Die Frage, die ich mir vor dem Schreiben dieser Review gestellt habe ist, ob ich sie so aufziehen soll, dass ich die "Eskalation" verrate. Der Streifen wurde teilweise so vermarktet und ich bin mir nicht sicher, was jetzt besser ist: Sollte man wissen, was Kevin gemacht hat oder nicht? Man kann die Meinung vertreten, dass es gar nicht darum geht, sondern eher um die Auswirkungen auf die Mutter... aber dafür nimmt der Weg zur schrecklichen Entladung sehr viel Raum ein. Was denn letztlich passiert kann einen auch sehr überraschen. Es wird ja auch ständig durch die Reaktion der Mitmenschen auf Kevins' Mutter Spannung aufgebaut, was denn dahinter stecken mag. Deswegen als Kompromiss einen kleinen Spoilerteil:
SpoilerShow
Ich bin auf dem Film gestoßen, weil er immer als "Amoklauffilm" bezeichnet wird. Ich wusste also von vorneherein, dass es darum geht und es wird auch sofort klar, wer Amok läuft. Und somit zuckt man zusammen, wenn Kevin seine Begeisterung für das Bogenschießen entdeckt. Und man weiß natürlich sofort am Anfang, warum Evas' Haus beschmiert wird und ihr eine Passantin auf die Pelle rückt. Eva wird also aufgrund dessen gemieden und belästigt, weil ihr Sohn mehrere Menschen mit dem Bogen bei einem Schulamoklauf getötet und verletzt hat. Es werden also durchaus eigene Momente kreiert, wenn man das Thema kennt. Aber ich kann mir vorstellen, dass es genauso seinen Reiz hat nicht zu wissen, was passiert ist und das Ausmaß der Eskalation einen sehr überraschen kann.
Generell kann man sagen, dass "We Need to Talk About Kevin" wirklich starke Szenen hat. Eine der besten für mich ist, als sich Eva mit dem Kinderwagen neben einen Presslufthammer stellt. Sie will lieber für einen Moment den mechanischen und getakteten Lärm hören anstatt die chaotische Schreierei von Baby-Kevin ertragen zu müssen.
Sowieso stellt man Eva weder als Heilige noch als Opfer dar. Auch sie macht Fehler. Schnell merkt man, dass es ihr nicht passt nicht mehr so oft reisen zu können und nicht mehr so frei und ungebunden zu sein.
Eine Schwäche kann man allerdings bereits am Namen des Films festmachen. Denn irgendwann fragt man sich, warum man denn nicht mal mit Kevin zum Psychologen geht und mal wirklich über Kevin redet. Warnzeichen gibt es genug. Vielleicht spricht man aber da auch als jemand, der ja den weiteren Verlauf der Story kennt. Und das Ausmaß kann man sich vielleicht auch einfach nicht vorstellen - gerade beim eigenen Kind.
Die Abschnitte im "Danach", die von den Auswirkungen handeln, sind wesentlich stärker als die im "Davor". Denn wie so etwas entsteht und passiert, hat man schon öfters gesehen. Was es mit jemanden macht, der sich quasi indirekt mitschuldig fühlt und auch von vielen für schuldig gehalten wird, sieht man eher selten
Das ist auch das Hauptthema: Schuld. Aber es geht auch um Verantwortung und die bohrende Frage, ob man selbst anders oder besser gehandelt hätte. Ob man besser hätte handeln müssen... ob man überhaupt anders hätte handeln können, wenn es sich um das eigene Kind dreht. Wie weit geht die Liebe zum eigenen Fleisch und Blut, wie sehr trübt sie den Blick auf die Realität und wie gefährlich kann sie für unsere Gesellschaft sein. Das sind sehr harte und unbequeme Fragen.
Das letzte Bild finde ich durchaus kontrovers: Der Sohn wird immer der Sohn bleiben... ganz egal was passiert. Das ist durchaus mutig. Ich habe keine Kinder und kann das vielleicht gar nicht beurteilen, aber ich fand das eher befremdlich und ehrlich gesagt unglaubwürdig.
Gewarnt sei davor, dass das wirklich keine leichte Kost ist und wenig Licht bietet und fast nur Schatten.
Ein schockierender wie lohnender Film mit einer herausragenden Tilda Swinton.

4 von 5 Sternen
https://letterboxd.com/film/we-need-to- ... out-kevin/
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=SfQaRK3BCYU
Zuletzt geändert von Andreas29 am 27. Apr 2021, 16:16, insgesamt 1-mal geändert.

Andreas29
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Andreas29 »

The Constant Gardener (Der ewige Gärtner)
2005; Regisseur: Fernando Meirelles; SchauspielerInnen: Ralph Fiennes, Rachel Weisz, Bill Nighy; Genre: Politthriller

Justin Quayle ist englischer Diplomat und zuständig für das afrikanische Land Kenya. Bei einem Vortrag in London wird er lautstark von der Aktivistin Tessa angegriffen. Die beiden kommen danach ins Gespräch, verlieben sich und er nimmt sie daraufhin nach Nairobi mit. Während er sich um seine Pflanzen kümmert und den typischen Geschäften eines Diplomaten ganz angepasst an Sachzwängen und Realitäten nachgeht, engagiert sich Tessa weiterhin für die Menschen im Land. Das geht nur so lange gut, bis sie auf etwas stößt, dass den Interessen Englands und somit dem politischen Umfeld ihres Mannes in die Quere kommt. Eines Tages erreicht Justin die erschütternde Nachricht, dass sie – mittlerweile Schwanger - ermordet wurde. Er gibt sich mit der Erklärung, die ihm dargeboten wird, nicht zufrieden und ermittelt auf eigene Faust.

Den Film hatte ich komplett anders in meinem Gedächtnis abgespeichert und deswegen nie gesehen. Zum einen wäre da der Name: "Der ewige Gärtner". Man muss sich wirklich fragen, was man sich in der Vermarktung gedacht hat. Es ist eine Romanverfilmung und das Buch hieß auch so. Aber in Verbindung mit dem zweiten Punkt, dass er oft beim Genre auch unter Romanze läuft, habe ich den unter "Schmalz" abgespeichert und nie weiter beachtet. Bei einem Streamingdienst bin ich aber auf eine Inhaltsangabe gestoßen und da stand dann was von einem Politthriller, also habe ich den kurzerhand mal angeworfen. Und natürlich weil der Regisseur Fernando Meirelles ist, der mit "City of God" für viele Kritiker und auch Cineasten einen der besten Filme aller Zeiten gedreht hat.
Meirelles merkt man auch sofort an der Ästhetik, da er - wie auch in seinem Magnum Opus - in "The Constant Gardener" ruhige und entsättigte Bilder mit hektischen abwechselt, bei denen der Kontrast fast schon in die Übersättigung gedreht wurde. Das ist Gewöhnungsbedürftig, zeigt aber sofort seine eigenwillige Handschrift und wirkt rastlos und aufregend ohne zu unruhig zu sein.
Dann wären da natürlich die absoluten Top-Schauspieler Ralph Fiennes und Rachel Weisz. Weisz ist meine absolute Lieblingsschauspielerin und ich war etwas enttäuscht, dass sie aufgrund ihrer Rolle leider eine nicht so lange Screentime hat. Das ist übrigens kein Spoiler, denn es beginnt bereits der Nachricht ihres Todes. Sie wurde für diese Rolle mit dem Oscar ausgezeichnet und macht das auch sehr gut. Man ist natürlich aufgrund des Themas sofort auf ihrer Seite. Sie spielt allerdings auch wirklich sehr greifbar und man fühlt ihre Wut und die Empörung. Ob das jetzt die beste Leistung ihrer Karriere ist, weiß ich nicht. In "The Lobster" oder "The Favourite" ist sie mindestens genauso gut. Dass Ralph Fiennes den Streifen schultern kann ist natürlich keine große Überraschung. Trotz allem, was er mitmachen muss, spielt er relativ zurückhaltend. Und auch wenn der Film wirklich die Form eines Politthrillers annimmt und er in Gefahr für Leib und Leben gerät, strahlt er immer eine Ruhe und Souveränität aus ohne distanziert zu wirken. Ein richtiger Anti-Bourne. Und somit ist auch klar, dass man sich hier keine großen Hoffnungen auf Action machen sollte.
Es geht vor allem darum eine Verschwörung aufzudecken und hier macht "Der ewige Gärtner" wieder etwas sehr richtig: Es ist kein überkonstruiertes und kompliziertes Netz mit zig Wendungen und Whiteboards mit Fotos, auf denen man Verbindungen mit Fäden zieht. Es ist eigentlich ein sehr einfacher Vorgang, der vollkommen logisch und authentisch ist und man kann sich gut vorstellen, dass Justin auch tief im inneren wusste, dass es genauso läuft. Nur sein Blick war eben versperrt von dem Unwort "Realpolitik", mit dem jede kleine Schweinerei durch "Sachzwänge", "Arbeitsplätze" und "gute Beziehungen" gerechtfertigt wird. Tessa bringt mit ihrem Tod diese Blase zum Platzen, denn sie ist eben auf so eine Schweinerei gestoßen und wurde zum Schweigen gebracht. Ich möchte nur so viel verraten, dass es um die zwielichtige Welt der Pharmakonzerne und deren Treiben in Drittländern geht.
Das ist sehr spannend und immer wieder auch berührend gefilmt, obwohl man sich – nicht nur weil ich gerne mehr von Rachel Weisz gesehen hätte – etwas mehr Zeit mit Tessa und Justin wünschen würde. Aber da schlägt wohl zu Buche, dass es sich um eine Romanverfilmung handelt und man unweigerlich straffen muss.
In der Mitte des Films wird dann doch auch etwas die Suspension of Disbelief getriggert, denn dass man einen gewissen Kommunikationsweg von Tessa bzw. Justin nicht überwacht hat, ist wenig glaubwürdig. Es beißt sich einfach mit dem in Verschwörungsfilmen gern gewählten Stilmittel, dass die Antagonisten immer einen Schritt voraus sind. Aber vielleicht ist das auch einfach authentisch, dass die Geheimdienste nicht immer alles richtig machen.
Am Ende wird es kurz mal sehr pädagogisch und das hätte es gar nicht gebraucht, weil es sonst so authentisch wirkt und man sich gut vorstellen kann, dass es genauso abläuft mit der Entwicklungspolitik. Die Empörung kommt von ganz allein.
Gedreht wurde auch in Berlin und man hört Ralph Fiennes in einer Sequenz im Film erstaunlich gutes Deutsch sprechen. Da hat auch die deutsche Schauspielerin Anneke Kim Sarnau einen kleinen und memorablen Auftritt.

4 von 5 Sternen
https://letterboxd.com/film/the-constant-gardener/
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=1l1lzzfpWFU


Ghibli der Woche:

Chihiros Reise ins Zauberland (Rewatch)
2001; Regisseur: Hayao Miyazaki; SprecherInnen: Rumi Hiiragi, Miyo Irino, Mari Natsuki; Genre: Anime

Die junge Chihiro zieht mit ihren Eltern in eine andere Stadt. Am Tag ihrer Ankunft verfahren sie sich mit dem Auto und stoßen in einem Wald auf einen seltsamen Tunnel. Sie hat Angst, aber ihre Eltern sind neugierig und gehen mit ihr hindurch. Auf der anderen Seite stehen mehre verlassene Fressbuden. Weit und breit ist niemand zu sehen, aber das Essen ist frisch und so schlagen Mama und Papa sich den Wanst voll. Chihiro wird ungeduldig und muss schockiert feststellen, dass sich ihre Eltern in Schweine verwandeln. Als die Betreiber der Buden als geistartige Wesen zurückkehren und sie in Panik gerät, trifft sie auf Haku, der sie in ein Badehaus bringt. Dort gehen eigenartige Fantasiewesen als Gäste ein- und aus. Sie begreift in einer Parallelwelt gefangen zu sein. Die einzige Möglichkeit aus dieser zu entkommen ist für die Hexe zu arbeiten, die das Badehaus betreibt.

"Chihiros Reise ins Zauberland" ist wohl einer der bekanntesten und beliebtesten Animes aller Zeiten. Er war lange Zeit der finanziell erfolgreichste Film seines Genres und erst "Your Name" konnte ihn vom Thron stoßen. Er wurde mit Preisen hoch dekoriert – u.A. der Oscar als "Best Animated Picture" und der "Goldene Bär" der Berlinale–, bildet für viele den Einstieg in den japanischen Zeichentrick und weckt nostalgische Gefühle bei einer großen Gruppe von Menschen.
Obwohl ich alleine durch die Serien bei RTL2 und Tele 5 von Kindesbeinen an eine große Affinität zu Animes hatte, ist "Chihiro" jedoch bis ins Erwachsenenalter immer an mir vorbeigegangen. Ich kann das auch nicht richtig erklären, aber so ist es nun einmal gelaufen. Vielleicht klang das für einen Teeny wie mich damals zu kindisch oder zu sehr nach "Mädchenzeug". Ich entdeckte nämlich gerade die verbotene Frucht der Horror- und Actionilme.
Und so war ich etwas enttäuscht, als ich ihn das erste Mal gesehen habe und auch jetzt bei der letzten Sichtung. Erstens hatte ich eine EXTREM hohe Erwartungshaltung aufgrund der ganzen Rezeption, die natürlich nicht an mir vorbeigegangen ist. Zweitens habe ich einen komplett anderen Film erwartet. Drittens entfallen bei mir natürlich die nostalgischen Gefühle. Ich dachte es würde sich bei "Chihiros Reise ins Zauberland" um eine epische Heldenreise á la "Herr der Ringe" handeln. Also um einen Fantasyepos. Was ich bekommen habe ist eine relativ kleine und intime Episode, die sich zu 80% im erwähnten Badehaus abspielt.
Auch die Geschichte die erzählt wird ist ziemlich unspektakulär und viele Konflikte lösen sich viel zu leicht oder auch gar nicht auf und haben keine Konsequenzen. Natürlich berücksichtige ich, dass es sich hier um einen Film handelt, der sich vorwiegend an Kinder richtet. Deswegen kann er natürlich nicht allzu dramatische Formen annehmen. Aber ich bin nun einmal erwachsen und mich holt sowas dann nicht mehr ganz ab. Ich denke da schlägt einfach zu, dass ich hier keinerlei nostalgische Verbindung habe, die mich über sowas hinwegsehen lassen könnte - oder ich bin einfach zu zynisch geworden. Besonders am Ende wird mir die Motivation einer Figur überhaupt nicht klar, was ich jetzt aus Spoilergründen nicht vertiefe. Aber ab da verstehe ich auch nicht, wo die Geschichte eigentlich hin will und dann ist es auch schon vorbei.
Ich mochte auch – und jetzt alle Fans ganz tapfer sein – Chihiro als Hauptfigur nicht. Sie wirkt durch den ganzen Verlauf sehr passiv, fast schläfrig und reagiert nur. Ich erwarte nicht von einem kleinen Mädchen überhaupt nicht von so einer Erfahrung überfordert zu sein, aber es findet im Film wirklich kaum Entwicklung statt.
Klar... auch ich verstehe den Subtext, dass es hier um Coming of Age geht, Emanzipation von den Eltern, das erste Mal auf sich allein gestellt sein und seine eigenen Abenteuer zu erleben bzw. seinen eigenen Weg zu gehen. Wenn wir uns an den Anfang des Films zurückerinnern, zieht Chihiro ja auch in eine neue Umgebung, in der sie sich auch fremd fühlt. Auch da kann man ihr Abenteuer metaphorisch lesen. Aber das ist nichts sonderlich neues und wurde meines Erachtens und zuletzt auch durch Ghibli selbst schon besser, greifbarer und zwingender erzählt. So konnte mich das alles nicht berühren und hat mich weitgehend kalt gelassen.
Trotzdem hat es mir im Großen und Ganzen gefallen! Ihr könnt den Wetzstein für eure Messer also wieder einstecken und die Fäuste aus den Taschen holen. Das ist alles eine Kreativitätsexplosion und für mich waren die Highlights eindeutig die vielen Wesen, die Myazaki hier hingezaubert hat. Das "Ohngesicht", der "Flussgeist", die "Rußgeister" und die vielen Gäste des Badehauses und dessen Mitarbeiter sind fantastisch. Von allen Ghiblis ist das meiner Meinung nach der am schönsten
gezeichnete. Auch diese Parallelwelt an sich ist sehr schön, denn deren Ausmaße und Gesetzmäßigkeiten bleiben im Verborgenen. Trotzdem schafft man es mit wenig Mitteln World Building zu betreiben. Das baut eine schöne Mystik auf ohne ganz im Dunkeln zu tappen.
Auch die schrulligen und absurden Charaktere sorgen für einige gute Lacher.
"Chihiro" steht auf vielen Bestenlisten unter den Top 10 der besten Filme aller Zeiten und kassiert fast durchgehend Höchstwertungen. Man fühlt sich immer irgendwie schlecht, wenn man nicht mit einstimmen kann. Aber ich bin eben niemand, der bei sowas mitschwimmt, nur weil es sich "eben so gehört". Ich persönlich (!) konnte diesen Status des Films nicht nachfühlen und nachvollziehen.
So erging es mir auch z.B. mit "Mein Nachbar Totoro", der ähnlichen Legendensatus hat und für mich zwar ein Wohlfühlfilm war, aber mich auch nicht so wie viele andere Menschen erreichen konnte.

3,5 von 5 Sternen

https://letterboxd.com/film/spirited-away/
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=CHCUkXUPkFM&t=66s
Zuletzt geändert von Andreas29 am 19. Apr 2021, 16:54, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von bluttrinker13 »

Andreas29 hat geschrieben:
19. Apr 2021, 16:03
Den Film hatte ich komplett anders in meinem Gedächtnis abgespeichert und deswegen nie gesehen. Zum einen wäre da der Name: "Der ewige Gärtner". Man muss sich wirklich fragen, was man sich in der Vermarktung gedacht hat. Es ist eine Romanverfilmung und das Buch hieß auch so. Aber in Verbindung mit dem zweiten Punkt, dass er oft beim Genre auch unter Romanze läuft, habe ich den unter "Schmalz" abgespeichert und nie weiter beachtet. Bei einem Streamingdienst bin ich aber auf eine Inhaltsangabe gestoßen und da stand dann was von einem Politthriller, also habe ich den kurzerhand mal angeworfen. Und natürlich weil der Regisseur Fernando Meirelles ist, der mit "City of God" für viele Kritiker und auch Cineasten einen der besten Filme aller Zeiten gedreht hat.
Gut getroffen, dieses erste stereotype Urteil hatte mich auch zuerst abgehalten davon diese kleine Perle, wie ich finde, zu schauen. Bei mir war es dann die Erkenntnis, dass das Buch von John Le Carre geschrieben war, welche mich zu der Neueinschätzung und dem sehr belohnenden Anschauen brachte.

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Dicker
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Dicker »

Chihiros Reise ins Zauberland ist so ein schöner Film. Hab den auch erst mit 20 + x Jahren gesehen und war sofort angetan. Scheint bei dir aber die Erwartungshaktung an den Film zu sein. Ich hab mich da einfach, ganz passiv wie Chihiro, verzaubern lassen. Einer meiner liebsten Ghibli. Und das, wo ich viele Filme von ihnen nur ganz OK finde. Aber der hier, Das wandelnde Schloss und Mein Nachbar Totoro sind einfach herzallerliebst und tolle Wohlfühlfilme.

Voigt
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Voigt »

Mal ne Frage @Andreas29 ich verfolge diesen Thread weniger, aber deine längeren Reviews zu Filmen sind mir schon aufgefallen.
Was mich bloß wundert, hat es einen tieferen Grund, das quasi alle Filme mit 3.5/5 Sternen bewertet werden? ^^
Einfach Zufall, oder eigentlich bloß humoristischer Seitenhieb oder sowas, was ich nicht verstehe?

Andreas29
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Andreas29 »

Voigt hat geschrieben:
20. Apr 2021, 01:41
Was mich bloß wundert, hat es einen tieferen Grund, das quasi alle Filme mit 3.5/5 Sternen bewertet werden? ^^
Einfach Zufall, oder eigentlich bloß humoristischer Seitenhieb oder sowas, was ich nicht verstehe?
Also zunächst einmal übertreibst Du ein wenig. Seit ich die täglichen längeren Reviews mache (28.März) gebe ich
2,5: 1-mal
3: 3-mal
3,5: 12-mal
4: 5-mal
4,5: 3-mal

Es sind ungefähr die Hälfte der Filme.

Die Häufung ist natürlich da. Aber dafür gibt es eine einfache Erklärung: Da ich mich gut über Filme informiere und nur das schaue, was mich interessiert und schon gute Rezensionen hat, filtere ich die meisten Gurken raus. Ich mache das ja nicht professionell und werde von niemanden gezwungen mir irgendeinen Quatsch anzugucken. Richtig gute Filme gibt es eher seltener und so stößt man meistens auf einen, den man gut findet, einen durchweg unterhält und/oder thematisch etwas interessantes bietet, aber einen nicht so besonders umhaut. Dann vergibt man eben eine Kompromisswertung und die ist bei mir 3,5. Für manche ist sie auch 3.

Ich kenne übrigens KEINEN einzigen Kritiker - egal wie professionell oder unprofessionell - der Wertungen gleichmäßig verteilt gibt. Das sind fast immer Pyramiden, wenn man das in einem Säulendiagramm verarbeitet. Vielleicht minimal nach links oder rechts verschoben je nachdem, wie streng man ist.

Auf der Website "Letterboxd", die ich immer für Infos zum Film verlinke, kann man das einsehen. Und da habe ich bei 766 Einträgen mit deutlichem Abstand 4 Sterne am meisten vergeben.

Diese krasse Häufung in den letzten Reviews ist allerdings in der Tat reiner Zufall.

Also kein Gag :D

BTW: Ich schaue momentan in einem sehr viel höheren Takt Filme, als ich Reviews hier poste. Ich habe gerade mal nachgeschaut: Von den nächsten 31 Filmen, die ich hier reviewen werde, haben lediglich 5 eine Wertung von 3,5 Sternen.

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LegendaryAndre
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von LegendaryAndre »

Andreas29 hat geschrieben:
20. Apr 2021, 03:00
interessiert und schon gute Rezensionen hat, filtere ich die meisten Gurken raus. Ich mache das ja nicht professionell und werde von niemanden gezwungen mir irgendeinen Quatsch anzugucken. Richtig gute Filme gibt es eher seltener und so stößt man meistens auf einen, den man gut findet,
Wäre aber auf jeden Fall eine Überlegung wert es professionell zu machen, da die Qualität deiner Rezensionen gut ist! Zumindest würde ich in Erwägung ziehen alle bisherigen Bewertungen auf einer eigenen Webseite unterzubringen, da es schade wäre wenn sie im Forum "untergehen". Auf einer Webseite mit Bildern und schönem Layout sowie einer Sortierung nach Genre würde ich sie noch lieber lesen wollen. Nur als Denkanstoß! ;)

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Peter
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Peter »

Da musste ich doch grad mal nachschauen, wie eigentlich meine imdb-Wertungen verteilt sind:
1: 0
2: 8
3: 20
4: 42
5: 89
6: 150
7: 283
8: 253
9: 135
10: 41

Also grob eine Normalverteilung mit dem Median etwas über 7. Dass sich die meisten Wertungen bei 6-9 sammeln, ist aber nicht weiter verwunderlich. Denn man macht ja, wie Andreas schon sagte, eine Vorauswahl und schaut sich normalerweise nur Dinge an, von denen man erwartet, sie würden einem gefallen.

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bluttrinker13
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von bluttrinker13 »

Apropos imdb 0-4, schaut hier eigentlich jemand gern die Schlefaze, mit Päter und Olli?

Ich amüsiere mich da regelmäßig sehr gut. Ich finde es unabhängig vom kalauernden Humor auch immer wieder interessant, wie schlecht Filme sein können, und wie schlechte Filme überhaupt aussehen, sodass sie schlecht sind. Also auch wirklich handwerklich schlecht. Da gibt es bei den Schlefazen so viele tolle Beispiele.

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Heretic
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Heretic »

LegendaryAndre hat geschrieben:
20. Apr 2021, 07:37
Wäre aber auf jeden Fall eine Überlegung wert es professionell zu machen, da die Qualität deiner Rezensionen gut ist! Zumindest würde ich in Erwägung ziehen alle bisherigen Bewertungen auf einer eigenen Webseite unterzubringen, da es schade wäre wenn sie im Forum "untergehen".
Oder er könnte sie alternativ bei Filmvisionaere.com einstellen, da hat jeder Film einen eigenen Thread, den man bei Bedarf wieder ans Licht ziehen kann und es darf diskutiert werden. Ein wenig Wiederbelebung würde dort aktuell auch ganz gut tun. Ist übrigens keine kommerzielle Seite, sondern ein Projekt von Fans der inzwischen eingestellten Filmzeitschrift "DVD Vision".

Na, Andreas29, wie sieht's aus? *wink wink nudge nudge* :D

Voigt
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Voigt »

@bluttrinker13
Ein einziges mal gesehen mit Freunden, war sehr langweilig.
Die meinten dann auch, ist eigentlich nur witzig wenn man sich dazu betrinkt.. naja..

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Heretic
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Heretic »

bluttrinker13 hat geschrieben:
20. Apr 2021, 10:52
Apropos imdb 0-4, schaut hier eigentlich jemand gern die Schlefaze, mit Päter und Olli?
Hier, ich! "Hentai Kamen" und "Titanic 2" waren echte Highlights.

Ich habe aber wahrlich nicht alle Schlefaze gesehen. Mit gewolltem Trash á la "Sharknado" kann ich meist nicht viel anfangen. Ich bevorzuge echten Trash. :mrgreen:

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bluttrinker13
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von bluttrinker13 »

Heretic hat geschrieben:
20. Apr 2021, 11:10
Ich habe aber wahrlich nicht alle Schlefaze gesehen. Mit gewolltem Trash á la "Sharknado" kann ich meist nicht viel anfangen. Ich bevorzuge echten Trash. :mrgreen:
Stimmt, wir treffen da auch immer eine kleine Vorauswahl. Nix von Asylum, zum Bsp, das ist einfach affig. Pet peeve sind so Horror- und Scifi-Sachen aus den 70ern und 80ern, da beeiern wir uns regelmäßig. Richtig hart sind dann so die Bumsfilmchen aus den 60ern, die machen betroffen, sind historisch eventuell aber ganz interessant. Lustigerweise amüsiert sich meine Frau bei denen viel mehr als ich... :think:

@Voigt: natürlich musst du das besoffen schauen! :shock: Deshalb gibt es ja auch jedes mal einen neuen Drink mit Rezept :D (was wir nur einmal nachgebaut haben, lohnt den Aufwand eher nicht, Wodka on the rocks tut's auch) ;)

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Peter
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Peter »

bluttrinker13 hat geschrieben:
20. Apr 2021, 10:52
Apropos imdb 0-4, schaut hier eigentlich jemand gern die Schlefaze, mit Päter und Olli?
Ich bin ja ein großer Fan von Kalkofe und Rütten kenne ich auch schon seit der HSS. Aber mit Schlefaz kann ich gar nix anfangen, zweimal habe ich es versucht und fand es eine ziemliche Zeitverschwendung.

Voigt
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Voigt »

Ich trinke halt kein Alkohol, und dadurch ging es halt nicht. Hatten Blackula geschaut, aber ne bin dann irgendwann gegangen. ^^

Andreas29
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Andreas29 »

LegendaryAndre hat geschrieben:
20. Apr 2021, 07:37
Wäre aber auf jeden Fall eine Überlegung wert es professionell zu machen, da die Qualität deiner Rezensionen gut ist!
Das ehrt mich natürlich, aber ich mache mir da wenig vor. Das ist noch weit von irgendeiner Professionalität entfernt.

Das heißt aber nicht, dass ich nicht lernen kann. Ich habe mir das in den letzten Tagen mal etwas angeschaut und analysiert. Ich habe z.B. das Problem der "Filmeritis". In meinen Rezensionen steht viel zu oft "der Film". Deswegen achte ich jetzt darauf Synonyme wie "Streifen" oder "Werk" oder den Titel zu verwenden. Manchmal kann man das auch ganz weglassen, wenn man merkt, dass sich das aus dem Kontext erschließt.
Ich neige zu komplizierten Schachtelsätzen und verwende zu oft Füllwörter wie "trotzdem" oder "einfach". Auch Superlative und Adjektive verwende ich gerne und wenn ich mich recht erinnere ist das auch nicht so gern gesehen.
Ganz von Rechtschreib- und Grammatikfehlern abgesehen... da bin ich jetzt nicht schlecht, aber perfekt ist was anderes.

Wenn meine Rezensionen in einer richtigen Redaktion redigiert werden würden, würde der Rotstift glühen.

Ich habe in der Richtung nie ein Studium oder eine Ausbildung gemacht. Ich habe nicht einmal Abi.
LegendaryAndre hat geschrieben:
20. Apr 2021, 07:37
Zumindest würde ich in Erwägung ziehen alle bisherigen Bewertungen auf einer eigenen Webseite unterzubringen, da es schade wäre wenn sie im Forum "untergehen". Auf einer Webseite mit Bildern und schönem Layout sowie einer Sortierung nach Genre würde ich sie noch lieber lesen wollen. Nur als Denkanstoß! ;)
Also eine eigene Website zu machen steht außer Frage. Ich bin was sowas angeht der reinste Noob. Bilder auf so einer Website zu verwenden wirft wieder rechtliche Fragen auf.

Wenn ich mir irgendetwas professionelles oder sogar Geld erhoffen würde, würde ich das übrigens auch gar nicht mehr schreiben, sondern einen Podcast oder Videos machen. Aber dafür habe ich weder die Stimme noch das Aussehen und schon gar nicht Geld für das Equipment.
Heretic hat geschrieben:
20. Apr 2021, 11:02
Oder er könnte sie alternativ bei Filmvisionaere.com einstellen, da hat jeder Film einen eigenen Thread, den man bei Bedarf wieder ans Licht ziehen kann und es darf diskutiert werden.
Wenn ich mir das so anschaue ist hier wesentlich mehr los als da. Und hier darf man ja auch diskutieren.

Ich bin hier schon zufrieden.

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LegendaryAndre
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von LegendaryAndre »

Andreas29 hat geschrieben:
20. Apr 2021, 12:22
Das ehrt mich natürlich, aber ich mache mir da wenig vor. Das ist noch weit von irgendeiner Professionalität entfernt.

Das heißt aber nicht, dass ich nicht lernen kann. Ich habe mir das in den letzten Tagen mal etwas angeschaut und analysiert. Ich habe z.B. das
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Ganz von Rechtschreib- und Grammatikfehlern abgesehen... da bin ich jetzt nicht schlecht, aber perfekt ist was anderes.

Wenn meine Rezensionen in einer richtigen Redaktion redigiert werden würden, würde der Rotstift glühen.

Ich habe in der Richtung nie ein Studium oder eine Ausbildung gemacht. Ich habe nicht einmal Abi.

Also eine eigene Website zu machen steht außer Frage. Ich bin was sowas angeht der reinste Noob. Bilder auf so einer Website zu verwenden wirft wieder rechtliche Fragen auf.

Wenn ich mir irgendetwas professionelles oder sogar Geld erhoffen würde, würde ich das übrigens auch gar nicht mehr schreiben, sondern einen Podcast oder Videos machen. Aber dafür habe ich weder die Stimme noch das Aussehen und schon gar nicht Geld für das Equipment.
Ich glaube nicht dass du "perfekt" sein musst, um Filmkritiken schreiben zu können. Dass dein eigener Anspruch dahingehend sehr hoch ist, ist im Grunde genommen sogar förderlich für die Qualität deiner Rezensionen, solange du dich damit durch übertriebenen Perfektionismus nicht selbst ausbremst. ;)

Vor allem denke ich dass es in dem Bereich wichtig ist etwas von der Materie verstehst und das ist bestimmt der Fall. Du bekommst im Forum auch Zustimmung von Personen die selbst eine Ahnung auf diesem Gebiet haben und kritisch sind - zum Beispiel von Heretic, der ebenfalls top ist und etwas davon versteht. Ich würde mir da keine zu großen Sorgen machen.

Für meinen Geschmack haben deine Rezensionen (selbst die ausführlicheren) genau die richtige Länge und sind äußerst informativ. Am Ende verstehe ich worum es geht und kann mir ein gutes Bild machen. Auf diese Weise habe ich mir schon den einen oder anderen Film angesehen, den ich mir sonst nicht angeschaut hätte. Schriftliche Rezensionen sind genau dein Ding!

Im Übrigen könnte ich dasselbe auch über Heretic schreiben, dessen Rezensionen ich ebenfalls mit Interesse lese! Ihr kennt euch wirklich gut aus! Ich habe schon "professionelle" Kritiken gelesen, bei denen man genau merkt dass der Kritiker eigentlich keine Ahnung hat worüber er schreibt. Bei euch ist das gewiss nicht der Fall!

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