COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

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Textsortenlinguistik
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Textsortenlinguistik »

Wieso gibts im Profifußball eigentlich weiterhin feuchtfröhliche Handshakes im TV? Weil echte Männer das halt so machen?
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Tengri Lethos
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Tengri Lethos »

Textsortenlinguistik hat geschrieben:
13. Mai 2021, 20:46
Wieso gibts im Profifußball eigentlich weiterhin feuchtfröhliche Handshakes im TV? Weil echte Männer das halt so machen?
Meinst Du die Spieler? Fußball ist eine Kontaktsportart, da Rauschen die in 90 Minuten mehrfach aneinander. Da würde ich es albern finden, wenn dann aus Sicherheitsgründen kein Handshake erlaubt wäre. Zudem werden alle Spieler regelmäßig getestet.
Was Funktionäre etc. Angeht: keine Ahnung.
Falls es Dir um die generelle Vorbildfunktion geht: da habe ich mit dem Fußball auch meine Probleme, der Handshake ist aber auch da mein Geringstes.

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ragdel
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von ragdel »

Rince81 hat geschrieben:
13. Mai 2021, 15:00
Ne, ne?
https://www.ndr.de/nachrichten/niedersa ... a7842.html

Es wurde sich Wochen-, wenn nicht Monatelang beschwert, dass die Landesregierungen einen zu großen Puffer an Impfdosen für die Zweitimpfungen zurückhalten, es kommt ja schließlich regelmäßig Nachschub und man sollte möglichst viele Menschen zumindest mit einer Impfdosis versorgen. Jetzt wird sich beschwert, weil man die Zahl der Erstimpfungen verringern muss, da der aktuell gelieferte Impfstoff gebraucht wird um die Zweitimpfungen abzudecken?
Die Impfstofflieferungen sind leider immer noch zu wenig.
Momentan ist (zumindest in SA) das Problem, dass der Impfstoff der an die Impfzentren ausgeliefert wird, gerade so für die Zweitimpfungen reicht. Die Hausärzte kriegen einen Großteil der Impfdosen. Aber auch das sind nicht wirklich viele. Das heißt die Impfzentren laufen alle zum großen Teil weit unter Kapazitätsgrenze (Bei den Arztpraxen habe ich keinerlei Einblicke und vermag mir da kein Urteil erlauben)
Dadurch, dass auch die Biontech/Moderna Impfungen die AstraZeneca Impfungen nun "eingeholt" haben, fallen da auch wahnsinnig viele Zweittermine an in den Impfzentren, so dass da auch stellenweise wenig Kapazitäten für neue Erstimpfungen wären (wenn Impfstoff vorhanden wäre).
Dr_Hasenbein hat geschrieben:
13. Mai 2021, 15:21
Was ich nicht begreife ist, wir befinden uns in einer Pandemie, und man macht ernsthaft Wochenende und Feiertage? Und wieso wird das Impfdashboard nicht aktualisiert? Die Daten sind vom Dienstag, heute ist Donnerstag. Einfach ärgerlich. In den USA wurden prozentual mehr Menschen zweitgeimpft als bei uns insgesamt geimpft wurde.
Wenn kein Impfstoff da ist, musst du auch nicht am Wochenende oder Feiertage impfen.
Die Mengen die kommen, können problemlos unter der Woche verimpft werden. Es mangelt halt einfach am Impfstoff.

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lipt00n
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von lipt00n »

Ist schon krass, wie hier der Impfstoff fehlt (vom Rest der Welt ganz zu schweigen), während man in Florida vielerorts nicht mehr weiß, in welche Arme man das Zeug noch spritzen soll -da sind viele Terminimpfungen aufgehoben und jeder kann reinkommen, wann er will. Es kommt nur kaum noch jemand.
Ich kann keine Quelle verlinken, da Info vom Schwiegervater aus erster Hand.
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Rince81
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Rince81 »

ragdel hat geschrieben:
13. Mai 2021, 23:08
Die Impfstofflieferungen sind leider immer noch zu wenig.
Das ist klar. Mich wundert aber die Aufregung bzw. Überraschung darüber. Wenn man die Reserven auflöst um schnell mehr Leute zumindest einmal zu impfen muss man die Dosen für die Zweitimpfung natürlich aus den laufenden Lieferungen nehmen, was dann irgendwann weniger Erstimpfungen bedeutet. Das war aber doch von vornherein völlig klar, dass das im Laufe von knapp zwei Monaten ein Nullsummenspiel ist.
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Rince81
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Rince81 »

lipt00n hat geschrieben:
13. Mai 2021, 23:14
Ist schon krass, wie hier der Impfstoff fehlt (vom Rest der Welt ganz zu schweigen), während man in Florida vielerorts nicht mehr weiß, in welche Arme man das Zeug noch spritzen soll -da sind viele Terminimpfungen aufgehoben und jeder kann reinkommen, wann er will. Es kommt nur kaum noch jemand.
Ich kann keine Quelle verlinken, da Info vom Schwiegervater aus erster Hand.
Wundert mich in Florida nicht. :ugly: Die US of A haben den Punkt erreicht, wo jeder, der sich impfen lassen will eine oder zwei Dosen in sich hat. Beim Rest ist das ein Teil des tobenden Kulturkampfs zwischen Demokraten und Republikanern ob man sich Impfen lässt oder nicht. Wir werden aber voraussichtlich schon in wenigen Wochen die Impfquote der USA einholen und vermutlich überholen.
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Leonard Zelig
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Leonard Zelig »

lipt00n hat geschrieben:
13. Mai 2021, 23:14
Ist schon krass, wie hier der Impfstoff fehlt (vom Rest der Welt ganz zu schweigen), während man in Florida vielerorts nicht mehr weiß, in welche Arme man das Zeug noch spritzen soll -da sind viele Terminimpfungen aufgehoben und jeder kann reinkommen, wann er will. Es kommt nur kaum noch jemand.
Ich kann keine Quelle verlinken, da Info vom Schwiegervater aus erster Hand.
Die Amerikaner waren halt so "clever" ihren Impfstoff nicht zu exportieren, obwohl sich das für die beteiligten Unternehmen bestimmt gelohnt hätte. Die Europäische Union exportiert hingegen knapp die Hälfte des Impfstoffes, den sie selbst bekommt. Alleine in Marburg (Hessen) sollen 250 Millionen Dosen Biontech produziert werden im ersten Halbjahr und auch andere Werke wie das in Reinbek bei Hamburg produzieren 50 Millionen Dosen pro Monat. Der zweitgrößte Importeur ist Kanada, da fragt man sich schon, warum die ihren Impfstoff nicht aus den USA beziehen. Gibt doch einen Freihandelsvertrag zwischen den USA und Kanada. Die Sinnhaftigkeit von Exporten in die USA kann man auch hinterfragen, wenn dort das Angebot mittlerweile die Nachfrage übersteigt.

Meine Eltern (Ü60) werden auch langsam hibbelig, weil viele Freunde und Verwandte in anderen Bundesländern schon geimpft wurden.
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Boris
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Boris »

ragdel hat geschrieben:
13. Mai 2021, 23:08
Wenn kein Impfstoff da ist, musst du auch nicht am Wochenende oder Feiertage impfen.
Die Mengen die kommen, können problemlos unter der Woche verimpft werden. Es mangelt halt einfach am Impfstoff.
Hier wird im Impfzentrum schon seit 2-3 Monaten 7 Tage die Woche geimpft und seit ueber einem Monat sogar von 8-22 Uhr. Auch im etwas laendlicheren nachbarkreis ist es 7 Tage die Woche.
Das das Dashboard nicht aktualisiert wird ist seltsam, aber nach einem Jahr Graphen von Infektionszahlen sehen die immer am Wochenende und an Feiertagen merklich runtergehen, wundert mich das auch nicht mehr. Finde es persoenlich bei den Impfungen wohl auch weniger wichtig tagesaktuelle und vergleichbare Zahlen zu haben als bei den Infektionen, auch wenn es meiner Meinung nach kein Problem sein sollte sie zu liefern.

Kleine Anekdote zu den Schwankungen: ich lese auch ein bisschen niederlaendische Presse und bin jedes Mal amuesiert wenn es nochmal Sonntags oder Montags ein “die deutschen infektionszahlen haben sich gestern halbiert!!!” oder entsprechend an einem Mittwoch “drastischer anstieg der Infektionszahlen in Deutschland” in deren Newsticker schleicht. Spricht nicht fuer deren Recherche, dass sie immer noch darauf “reinfallen”, aber es sagt auch etwas ueber uns dass die sich die Nachbarn halt auch nicht vorstellen dass ein Land kollektiv am Wochenende das Testen und Melden runterfaehrt :-D

Rince81
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Rince81 »

Leonard Zelig hat geschrieben:
14. Mai 2021, 00:13
Die Amerikaner waren halt so "clever" ihren Impfstoff nicht zu exportieren, obwohl sich das für die beteiligten Unternehmen bestimmt gelohnt hätte. Die Europäische Union exportiert hingegen knapp die Hälfte des Impfstoffes, den sie selbst bekommt. Alleine in Marburg (Hessen) sollen 250 Millionen Dosen Biontech produziert werden im ersten Halbjahr und auch andere Werke wie das in Reinbek bei Hamburg produzieren 50 Millionen Dosen pro Monat. Der zweitgrößte Importeur ist Kanada, da fragt man sich schon, warum die ihren Impfstoff nicht aus den USA beziehen.
Stimmt so nicht ganz, gerade in Bezug auf Biontech. Biontech liefert an die EU soviel Impfstoff wie die EU bestellt hat und sogar darüber hinaus, das was sie sonst produzieren geht an den Weltmarkt. Uns ist auf die Füße gefallen, dass die EU ihr "Risiko" minimieren wollte indem auf den parallelen Einsatz mehrere Impfstoffe gesetzt wurde und man gerade bei Biontech vorsichtig mit dem bestellen war, da das einigen Mitgliedsländer "zu teuer" war und andere, hust Frankreich hust, nicht nur den "Deutschen" Impfstoff ordern wollten sondern auch den hust französischen hust von Sanofi...

Wichtig dabei. Es zwar die EU als Institution bestellt aber die Mitgliedsstaaten haben entschieden, wie viele Dosen welches Impfstoffs bestellt wurde. Hat nicht geklappt, da NUR Biontech zuverlässig liefert. Moderna, AstraZeneca und Johnson&Johnson liefern zu wenig, während Curevac und Sanofi-GSK auch Lieferverträge mit der EU haben aber nach wie vor keinen Impfstoff...
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Leonard Zelig
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Leonard Zelig »

Rince81 hat geschrieben:
14. Mai 2021, 10:11
Leonard Zelig hat geschrieben:
14. Mai 2021, 00:13
Die Amerikaner waren halt so "clever" ihren Impfstoff nicht zu exportieren, obwohl sich das für die beteiligten Unternehmen bestimmt gelohnt hätte. Die Europäische Union exportiert hingegen knapp die Hälfte des Impfstoffes, den sie selbst bekommt. Alleine in Marburg (Hessen) sollen 250 Millionen Dosen Biontech produziert werden im ersten Halbjahr und auch andere Werke wie das in Reinbek bei Hamburg produzieren 50 Millionen Dosen pro Monat. Der zweitgrößte Importeur ist Kanada, da fragt man sich schon, warum die ihren Impfstoff nicht aus den USA beziehen.
Stimmt so nicht ganz, gerade in Bezug auf Biontech. Biontech liefert an die EU soviel Impfstoff wie die EU bestellt hat und sogar darüber hinaus, das was sie sonst produzieren geht an den Weltmarkt. Uns ist auf die Füße gefallen, dass die EU ihr "Risiko" minimieren wollte indem auf den parallelen Einsatz mehrere Impfstoffe gesetzt wurde und man gerade bei Biontech vorsichtig mit dem bestellen war, da das einigen Mitgliedsländer "zu teuer" war und andere, hust Frankreich hust, nicht nur den "Deutschen" Impfstoff ordern wollten sondern auch den hust französischen hust von Sanofi...

Wichtig dabei. Es zwar die EU als Institution bestellt aber die Mitgliedsstaaten haben entschieden, wie viele Dosen welches Impfstoffs bestellt wurde. Hat nicht geklappt, da NUR Biontech zuverlässig liefert. Moderna, AstraZeneca und Johnson&Johnson liefern zu wenig, während Curevac und Sanofi-GSK auch Lieferverträge mit der EU haben aber nach wie vor keinen Impfstoff...
Klar, die Verträge sind eindeutig, aber generell würde das was in der EU produziert wird aktuell, schon den Bedarf in der EU decken. Aber was will man machen, wenn Länder wie Frankreich blockieren? Dann bekommen den Zuschlag eben andere Länder.
https://www.reuters.com/article/virus-e ... EKBN2CO0AT
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Inkognito
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Inkognito »

Die Amis haben alles richtig gemacht: >16 Mrd. USD in Forschung und Produktion gesteckt.
Die Deutschen immerhin noch 1 Mrd. EUR in Forschung.
Die EU dagegen Trauerspiel.

Warum die Amis jetzt ihre selbstfinanziert aufgebaute Produktion anderen zur Verfügung stellen sollen, das wäre nicht ok. Hätte ja jeder selbst so machen können.

Bezüglich Escape Varianten ist es doch auch besser, wenn zuerst Gebiet über Gebiet vollversorgt wird, oder?

Mal davon abgesehen, die Wahrscheinlichkeit der Entstehung einer Escape Variante in den entwickelten Ländern ist doch nur ein Bruchteil als in Ländern in dem das Virus ungehindert wütet.

Rince81
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Rince81 »

Inkognito hat geschrieben:
14. Mai 2021, 11:10
Die Amis haben alles richtig gemacht: >16 Mrd. USD in Forschung und Produktion gesteckt.
Die Deutschen immerhin noch 1 Mrd. EUR in Forschung.
Die EU dagegen Trauerspiel.
Um das mal einzusortieren, das Vakzin (Biontech-Pfizer) mit dem mehr als die Hälfte der US-Impfkampagne bestritten wurde, hat nichts von diesen US Forschungsgeldern erhalten. Wir hingegen haben fast 400 Millionen Euro in Biontech gesteckt und das Geld war gut angelegt.

Die USA haben das Problem mit Geld beworfen, während in Europa die Krämerseele gepflegt wurde. Es ist aber fraglich, ob die Situation mit mehr Geld grundlegend in der EU anders ausgesehen hätte. Ich denke, dass der nationale Egoismus der USA da eine deutlich wichtigere Rolle spielt und man nichts aus dem Land gelassen hat eh der eigene Bedarf gedeckt war.
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Feamorn
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Feamorn »

Rince81 hat geschrieben:
14. Mai 2021, 11:47
Inkognito hat geschrieben:
14. Mai 2021, 11:10
Die Amis haben alles richtig gemacht: >16 Mrd. USD in Forschung und Produktion gesteckt.
Die Deutschen immerhin noch 1 Mrd. EUR in Forschung.
Die EU dagegen Trauerspiel.
Um das mal einzusortieren, das Vakzin (Biontech-Pfizer) mit dem mehr als die Hälfte der US-Impfkampagne bestritten wurde, hat nichts von diesen US Forschungsgeldern erhalten. Wir hingegen haben fast 400 Millionen Euro in Biontech gesteckt und das Geld war gut angelegt.

Die USA haben das Problem mit Geld beworfen, während in Europa die Krämerseele gepflegt wurde. Es ist aber fraglich, ob die Situation mit mehr Geld grundlegend in der EU anders ausgesehen hätte. Ich denke, dass der nationale Egoismus der USA da eine deutlich wichtigere Rolle spielt und man nichts aus dem Land gelassen hat eh der eigene Bedarf gedeckt war.
Ich finde auch, dass man die Taktik durchaus hinterfragen kann. Ich meine, es ist ja schön, wenn einige Länder möglichst rasch auf vollständigen Impfschutz der eigenen Bevölkerung kommen, nur ist das ganz, wenn es ganz doof läuft, nichts wert, wenn in der Zwischenzeit die ganzen "Petrischalen" in ärmeren Ländern ungebremst vor sich hin mutieren und am Ende doch mal irgendwo etwas rauskommt, bei dem die Impfung nicht mehr anspringt. Dann wären nämlich auch die USA und wie wieder bei Null.
Definitiv keine Frage mit einer einfach Antwort, ich finde dieses schielen auf den eigenen Impfschutz allerdings auf jeden Fall problematisch, so lange man nicht parallel eine Lösung sucht, mit der der Rest der Welt auch so schnell es geht geimpft wird.

Inkognito
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Inkognito »

Rince81 hat geschrieben:
14. Mai 2021, 11:47
Inkognito hat geschrieben:
14. Mai 2021, 11:10
Die Amis haben alles richtig gemacht: >16 Mrd. USD in Forschung und Produktion gesteckt.
Die Deutschen immerhin noch 1 Mrd. EUR in Forschung.
Die EU dagegen Trauerspiel.
Um das mal einzusortieren, das Vakzin (Biontech-Pfizer) mit dem mehr als die Hälfte der US-Impfkampagne bestritten wurde, hat nichts von diesen US Forschungsgeldern erhalten. Wir hingegen haben fast 400 Millionen Euro in Biontech gesteckt und das Geld war gut angelegt.

Die USA haben das Problem mit Geld beworfen, während in Europa die Krämerseele gepflegt wurde. Es ist aber fraglich, ob die Situation mit mehr Geld grundlegend in der EU anders ausgesehen hätte. Ich denke, dass der nationale Egoismus der USA da eine deutlich wichtigere Rolle spielt und man nichts aus dem Land gelassen hat eh der eigene Bedarf gedeckt war.
Habe Deutschland ja halb-positiv erwähnt. :) Und ja, Deutschland hat eine sehr gute Bilanz. Andererseits, dass man selbst Geld ausgibt, damit anderen geholfen ist, während in Deutschland nicht mal die Priogruppen geimpft sind, ist auch typisch Zahlungsmichel.
Fakt ist auch, dass Curevac selbst sagt, dass sie längst auf den Markt wären, wenn sie die Eigenmittel von Pfizer oder die US Unterstützung von Moderna hätten.

Und natürlich hätte die Situation anders ausgesehen, wenn die EU auch 20 Mrd. In die Produktion investiert hätte.

Was würde es bringen, wenn die USA auch nur 1 oder 100 Mio Dosen nach Indien, Brasilien, Afrika gegeben hätten? Nix wäre gewonnen.

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Ironic Maiden
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Ironic Maiden »

Ich habe meine erste Impfung ja schon vor knapp vier Wochen im Impfzentrum bekommen, weil ich durch den Job in Prio 2 bin, aber mein Freund ist in Prio 4 und war schon ziemlich deprimiert, weil er dachte, dass es wahrscheinlich noch ewig dauern wird, bis er dran ist.

In Hessen ist die Priorisierung für AstraZeneca aber ja aufgehoben, deswegen haben wir uns gestern mal hingesetzt, und an ziemlich viele Hausärzte und Allgemeinmediziner in der Umgebung Mails geschrieben. Heute morgen hat er von einem eine Nachricht bekommen, dass er noch heute geimpft werden könnte, was aber wegen der Arbeit nicht ging. Jetzt kann er aber wohl am Dienstag einfach zur Impfung vorbeikommen.

Ich habe ein bisschen ein schlechtes Gewissen, so viele Ärzte anzuschreiben, aber anscheinend ist es der beste Weg, um schnell einen Termin zu bekommen. Für Leute, die keine Zeit haben oder nicht so gut Deutsch können oder sich nicht trauen, einfach mal nachzufragen, ist das natürlich blöd.

Ganz glauben kann ich noch nicht, dass das so einfach klappen kann, aber ich hoffe mal das beste.

Damit wären dann nahezu alle meine engen Kontakpersonen geimpft, außer meiner, ähm wie sage ich das freundlich..., "ständig wegen Impfrisiken besorgen" Schwippschwägerin, aber einen ... gibt es ja immer...

Rince81
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Rince81 »

Curevac ist nach wie vor in Phase 3 der Studien, trotz mehr als einer halben Milliarde(!) Euro deutscher Steuergelder.
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Dicker
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Dicker »

Ich hab heute gelernt, dass das 19 aus Covid 19 von Jahr herkommt, in dem der Virus das erste mal aufgetreten ist. Wollte ich einfach mal hier so dalassen :-)

Zoiglbier
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Zoiglbier »

Rince81 hat geschrieben:
14. Mai 2021, 13:50
Curevac ist nach wie vor in Phase 3 der Studien, trotz mehr als einer halben Milliarde(!) Euro deutscher Steuergelder.
Sie hoffen auf bzw. rechnen mit einem Start der Auslieferungen im Juni. Klar, das hätte unter gewissen Umständen auch schneller laufen können. Finde aber auch, dass wir angesichts der fast revolutionär rapiden Entwicklung der anderen Impfstoffe schon etwas verwöhnt sind. Finde einen Start 15 Monate nach Pandemiebeginn auch nicht übel.

Sobald die mit einsteigen, können wir uns denk ich echt Hoffnung auf Normalität ab Herbst machen. Wenn in den USA schon jetzt Abstands- und Maskenpflichten für Geimpfte wegfallen.

Dr_Hasenbein
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Dr_Hasenbein »

Bei mir in BaWü sieht es immernoch so aus, dass es ohnehin selbst als Prio 3 scheinbar nicht möglich ist, an einen Termin zu kommen, unabhängig vom Impfstoff. Beim Impfzentrum kommt man eh nicht durch und die Ärzte sagen einem alle ab, egal ob Allgemein oder Facharzt. Die beste Zusage die ich bekam war ein konkreter Termin am 19. Juli :D

biaaas
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von biaaas »

Dicker hat geschrieben:
14. Mai 2021, 15:15
Ich hab heute gelernt, dass das 19 aus Covid 19 von Jahr herkommt, in dem der Virus das erste mal aufgetreten ist. Wollte ich einfach mal hier so dalassen :-)
Dann musst aber auch noch den Rest erklären: coronavirus disease 2019 :-)

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