Olympische Spiele in Tokyo

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Andreas29

Olympische Spiele in Tokyo

Beitrag von Andreas29 »

Hat jemand Interesse daran?

Die ersten Olympischen Spiele, die ich ganz bewusst verfolgt habe, waren die 2000 in Sidney. Seitdem hatte ich immer schon eine Faszination für dieses Event und es hat mir viele emotionale und tolle Momente beschert. Irgendwie hat man da wenigstens noch das Gefühl ehrlichen Sport zu sehen und dass es wirklich auch vorwiegend um die Ehre geht.

Dieses Jahr fällt es mir aber so schwer wie nie mich darauf zu freuen. Neben den ganzen Korruptionsvorwürfen gegen das IOC und den ständigen Doping-Skandalen kommt dieses Jahr auch noch Corona dazu. Wenn man ehrlich ist, dürfte dieses Event zum jetzigen Zeitpunkt der Pandemie ganz wie die EM eigentlich niemals stattfinden.

Trotzdem kann ich nicht anders als mich drüber zu freuen. So zynisch wie manche mittlerweile über diese Großereignisse reden, schämt man sich fast schon.

Komische Zeiten in denen wir leben...

PS: Bei der Eröffnungsfeier heute liefen übrigens zahlreiche Soundtracks aus Videospielen - u.A. Nier, Final Fantasy und Dragon Quest.
BlackSun84
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Re: Olympische Spiele in Tokyo

Beitrag von BlackSun84 »

Grundsätzlich interessiere ich mich für Alles rund um Japan, aber wie bei der aktuellen EM hinterfrage ich stark den Sinn einer Olympiade in solchen Zeiten. Mich widert dieser große Sport, bei dem es nur noch um die Kohle geht, einfach nur noch an. Ich bin da raus.
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Terranigma
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Re: Olympische Spiele in Tokyo

Beitrag von Terranigma »

Persönlich ist's mir gleichgültig. Oder, anders: Ich habe eine irrationale Antipathie gegen große Sportereignisse. Habe wohl meine Traumata aus Kindheit und Jugend nicht überstanden, aber ich habe als Kiddy für allerlei Jahre so'n Nischensport betrieben. Geld im Verein war immer etwas eng, aber während wir uns die Groschen für'n paar Ersatzreifen absparen mussten, bekamen die örtlichen Fußballvereine - muss es von denen gefühlt alle 500m einen geben? - im Vergleich astronomische Summen an Förderung seitens der Sportförderung. Weil's halt Fußball ist. In Deutschland. Insofern gehen mir große Sportveranstaltungen immer so'n wenig ab.

Abseits dessen allerdings: ich bekam im Vorfeld mit, dass es in Japan wohl gute Stimmung bzgl. der Ausrichtung der Olympiade gab und man sich durchaus darauf freute, für'n paar Tage die Welt bei sich zu Gast zu haben. Dass dies nun allerdings inmitten der Corona-Zeit fällt und man die Olympiade unter diesen Bedingungen abhalten muss, das finde ich bedauerlich. Aber so ist's wohl.
Zuletzt geändert von Terranigma am 24. Jul 2021, 11:57, insgesamt 1-mal geändert.
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Spring comes, and the grass
grows by itself.
Andreas29

Re: Olympische Spiele in Tokyo

Beitrag von Andreas29 »

BlackSun84 hat geschrieben: 23. Jul 2021, 21:25 Mich widert dieser große Sport, bei dem es nur noch um die Kohle geht, einfach nur noch an.
Aber gerade Olympia bildet für mich da eine Ausnahme. Natürlich ist das für den Weltverband und die Veranstalter ein Milliardengeschäft mit einem riesen Werbe-Buhei und allem Drumherum.

Auch machen bei den Spielen z.B. im Tennis oder Fußball Sportler mit, die im Jahr mehrere Millionen scheffeln.

ABER bei den Olympischen Spielen gibt es kein Preisgeld. Nur die nationalen Verbände geben Geld für Medaillen.
In Deutschland macht das die Deutsche Sporthilfe: 20000€ für Gold, 15000€ für Silber und 10000€ für Bronze bis runter zum 8. Platz, der 1500€ bekommt.

In der Bundesliga wird das, was man für Gold bekommt, wahrscheinlich bei manchem die Auflaufprämie sein.

Neben den Superstars besteht der allergrößte Teil der Athleten aus Sportlern, die sich mit Fördergeldern über Wasser halten.

Und man sieht Sportarten, die man sonst nicht sieht.
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Heliantha
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Re: Olympische Spiele in Tokyo

Beitrag von Heliantha »

Andreas29 hat geschrieben: 23. Jul 2021, 21:58
Und man sieht Sportarten, die man sonst nicht sieht.
Das mag ich eigentlich an den olympischen Spielen auch sehr gerne - und schau dann gerne so exotisches wie "Synchron-Wasserspringen" (ich habe insgesamt eine Schwäche für Sportarten, die ich selber NIE im Leben freiwillig auch nur versuchen würde).

Aber sonst geht es mir auch fast genau so wie Dir. Ich habe wenig Motivation, diese olympischen Spiele zu schauen, aus den Gründen, die Du auch nennst. Dabei könnte ich dieses Mal sogar mehr zumindest so nebenbei verfolgen. Im HO, wenn gerade Routinearbeiten angesagt sind und von denen gibt es bei mir im Sommer mehr als sonst, wäre das kein Problem.

Aber nein. Da werde ich wohl weiterhin lieber nebenbei Podcast hören....
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Boris
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Re: Olympische Spiele in Tokyo

Beitrag von Boris »

Hab das frueher geguckt, angefangen mit Barcelona/Alberville und am meisten sicher Sydney oder Athen. Aber seitdem immer weniger und zuletzt eigentlich gar nicht mehr. Gibt im Gegensatz zum Radrennsport (seit den grossen Dopingskandalen) nichtmal nen konkreten Anlass, nichtmal Korruption und Marketingscheiss, die Idee der Spiele ist immer noch toll aber das Interesse ist immer weiter geschwunden. Eigentlich waere es mit der Aufnahme von Klettern als Disziplin wieder interessant geworden, hab mich sogar mit dem unbeliebten Combined Format arrangiert. Aber jetzt mit der Corona-Situation ist die Lust darauf wieder gesunken, auch wenn ich es zumindest den Teilnehmer:innen goenne.

Weiss nicht mal wann es uebertragen wird und ob es ueberhaupt im Free-TV zu sehen sein wird. Aber wenn gucke ich vielleicht doch kurzfristig.

Ansonsten werde ich sicher was mitbekommen wenn ich bei meinen Eltern bin. Mein Vater guckt sowas gefuehlt 24/7 :ugly:
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Leonard Zelig
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Re: Olympische Spiele in Tokyo

Beitrag von Leonard Zelig »

Bei Olympia werde ich wohl mal reinzappen, aber bis auf die Spiele von Zverev und Osaka im Tennis gibt es jetzt nichts was ich mir konkret vorgenommen habe. Ehrlich gesagt kann ich mit den Olympischen Winterspielen deutlich mehr anfangen als mit den Sommerspielen.
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Peter
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Re: Olympische Spiele in Tokyo

Beitrag von Peter »

Ich habe seit Seoul alle olympischen Spiele verfolgt und bin auch dieses Mal dabei alles anzuschauen, soweit es die ungelegenen Zeiten zulassen. Klar, die Zuschauer fehlen, aber ob da z.B. beim Schießen 100 Betreuer oder 1000 Zuschauer Lärm machen, fällt ehrlich gesagt überhaupt nicht auf. Und wegen der großen Sportarten, die auch sonst regelmäßig live im TV zu sehen sind, schaue ich mir das eh nicht an.

Die tollsten Spiele werden das natürlich nicht werden, aber die gab es mit Lillehammer ja eh schon. Seit diesen ist klar, dass da nie wieder was drankommen wird.
Andreas29

Re: Olympische Spiele in Tokyo

Beitrag von Andreas29 »

Peter hat geschrieben: 24. Jul 2021, 16:44 Die tollsten Spiele werden das natürlich nicht werden, aber die gab es mit Lillehammer ja eh schon. Seit diesen ist klar, dass da nie wieder was drankommen wird.
Ich fand die in London 2012 am schönsten. Eine Bevölkerung die 100%ig dahinter stand und begeistert war; man brauchte kein schlechtes Gewissen haben, weil der Gastgeber es mit Menschenrechten nicht so genau nimmt; ja sogar die Sportstätten waren nachhaltig geplant (u.A. war das Olympiastadion rückbaubar von 80000 auf 40000 Plätze). Außerdem connected man da natürlich mehr mit der Popkultur und feiert es, wenn das Radsportstadium spontan "Hey Jude" singt, als es Paul McCartney in den Zuschauerrängen entdeckt :mrgreen:

https://www.youtube.com/watch?v=Ld2Dwu7fBYg
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Leonard Zelig
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Re: Olympische Spiele in Tokyo

Beitrag von Leonard Zelig »

Die Eröffnungsfeier war auch super in London:
https://youtu.be/CwzjlmBLfrQ
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Jon Zen
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Re: Olympische Spiele in Tokyo

Beitrag von Jon Zen »

Ich hatte mal in das Fußballspiel (DE vs. Saudi Arabien) reingezappt. Leider haben sie dort ein grässliches Hintergrundrauschen reingemacht, was wohl Zuschauermurmeln simulieren soll. (vgl. https://youtu.be/x_vAjrP-T-w?t=157)
Entweder echte Zuschauer oder keine.

Ich mochte Sydney 2000. Damals bin ich als 5 jähriger früh aufgestanden und habe dann um 6:00 Uhr morgens die Wettkämpfe verfolgt, als noch alle im Haus schliefen. :D
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DickHorner
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Re: Olympische Spiele in Tokyo

Beitrag von DickHorner »

Also, ich mag die olympischen Spiele gerne anzuschauen, weil man eine Vielzahl an Sportarten sehen kann, die einfach krasse Nische sind.
Curling z.B., gibt in Deutschland etwas über 700 Menschen die in einem Curling Verein sind, Aktive sind es vermutlich ein Bruchteil davon. Wer also mal zu Olympia fahren will, sollte es mit Curling probieren ^^
Ich mich habe in der sporthistorischen Vertiefung in meinem Studium der Sportwissenschaften mit der olympischen Bewegung beschäftigt.
Wie alle Sportgroßverbände ist auch das IOC ein von Korruption zersetztes Geschwür.
IOC Funktionäre reisen mit Diplomatenstatus durch die Welt.
Das IOC verlangt (und bekommen) Steuerfreiheit von den austragenden Staaten für alle Einnahmen im Rahmen der Olympischen Spiele als Körperschaft und i.d.R. auch für seine Funktionäre als Individuen. Kosten werden vom IOC aber keine getragen. Das ist dieses Mal in Tokyo besonders frappierend: es gibt keinerlei Sekundäreinnahmen (Tourismus etc.), da die Spiele unter Ausschluss von Zuschauern stattfinden. Natürlich hat jeder Staat die Freiheit, sich nicht darauf einzulassen. Nur finden dann eben die Spiele nicht in diesem Land statt.
Das ist unserer modernen, aufgeklärten Gesellschaft nicht würdig, in meinen Augen.
In der Praxis werden im Vorfeld der Durchführung von
Sportgroßveranstaltungen, wie zB den Olympischen Spielen, spezielle Gesetze oder Verordnungen
erlassen, um die Steuerlast im Gastgeberland zu mildern. Durch die Schaffung vorteilhafter
rechtlicher, finanzieller und betrieblicher Voraussetzungen für das IOC und andere beteiligte
Organisationen wird aus Sicht der genannten Organisationen eine effiziente Inszenierung der Spiele
gewährleistet. Tatsächlich hat das potentielle Gastgeberland quasi die Wahl, den „Wünschen“ der
Organisationen nachzukommen, oder aber sich gegen die begehrten Spiele zu entscheiden. In
diesem Sinne begünstigende Vorschriften unterscheiden sich von Land zu Land;
es können aber bestimmte Standards benannt werden, die vom
IOC, der FIFA aber auch von der UEFA gefordert werden und, damit verbunden, in welchem
Umfang die gesetzgebenden Institutionen der Gastgeberländer dazu aufgefordert werden,
steuerliche Begünstigungsvorschriften für die Dauer von Spielen zu verankern. Dieser
Forderungskatalog umfasst die Steuerfreiheit für das IOC, die FIFA oder die UEFA und die des
lokalen Organisationskomitees der Spiele, Steuerbefreiungen für die durch die Sportorganisationen
oder ihre Tochtergesellschaften getätigten und empfangenen Zahlungen, für sämtliche von den
Sportlern erhaltenen Preise und für die Einkommen aller anderen Personen, die sich im
Zusammenhang mit der Durchführung ihrer sportbezogenen Geschäfte vorübergehend im
Gastgeberland aufhalten.
https://grams-partner.de/wp-content/upl ... tionen.pdf

Sportfunktionär müsste man sein!

@Jon Zen: ne, das sind einfach die Umgebungsgeräusche, die aufgenommen werden, und weil halt niemand grölt wird halt Wind, Rauschen, was auch immer automatisch lautgezogen und untergemischt.
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Jon Zen
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Re: Olympische Spiele in Tokyo

Beitrag von Jon Zen »

Der Sieg der Amatuerradfahrerin (und Mathematikerin) Anna Kiesenhofer war ja mal eine Sensation!
Die Profi-Konkurrenz im Hauptfeld wusste nicht, dass noch eine Radfahrerin vor ihnen fährt.

https://www.spiegel.de/sport/olympia/ol ... f66a0d3568
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Andreas29

Re: Olympische Spiele in Tokyo

Beitrag von Andreas29 »

Immerhin hat es ganze 6 Tage seit der Eröffnungsfeier bis zum ersten Skandal gebraucht:

https://www.zdf.de/nachrichten/sport/ol ... r-100.html
Die Außenmikrofone ertappten Patrick Moster auf frischer Tat. Laut und deutlich war die rassistische Entgleisung des Sportdirektors der deutschen Radfahrer zu verstehen - er muss deshalb trotz einer umgehenden Entschuldigung um seinen Job fürchten.

"Hol die Kameltreiber, hol die Kameltreiber, komm", hatte Moster seinem Schützling Nikias Arndt beim olympischen Zeitfahren zugerufen.
Ekelhafter geht es kaum... und die Verharmloser in den sozialen Medien sind noch schlimmer.
Dober
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Re: Olympische Spiele in Tokyo

Beitrag von Dober »

Den ersten Skandal gab es bereits am Montag, als ein Algerier seine Teilnahme absagte, um nicht gegen einen Israeli antreten zu müssen. Den nächsten Skandal gab es kurze Zeit später als ein Sudanese nicht gegen den Israeli kämpfen wollte. Offen gelebter (politischer) Antisemitismus, der unter Muslimen in den sozialen Netzwerken gefeiert wird.
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Jon Zen
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Re: Olympische Spiele in Tokyo

Beitrag von Jon Zen »

Andreas29 hat geschrieben: 28. Jul 2021, 15:39 Ekelhafter geht es kaum... und die Verharmloser in den sozialen Medien sind noch schlimmer.
Ich hoffe, du steckst nicht zu sehr in den sozialen Medien fest und machst da nicht mit. :think:
Das kostet mittelfristig zu viele Nerven und Energie. :)

Heutzutage läuft jede (vermeintlich) diskriminierende Entgleisung in der Öffentlichkeit gleich ab:
  1. Sofort bildet sich eine Anzahl von Leuten, die in den sozialen Medien schreiben, wie schlimm sich Person X mit Aussage Y benommen habe.
  2. Daraufhin kommen andere User und ggf. Trolle, die sagen, dass Person X "doch eigentlich Recht hat". Andere möchten den Inhalt Y relativieren, oder in einen Kontext einordnen.
  3. Darüber echauffiert sich ein Teil der ursprünglichen Gruppe. Der Social-Media-Mob hat Fackeln und Mistgabeln in die Hand genommen und seine Arbeit aufgenommen. Der digitale Pranger steht schon, der Scheiterhaufen wird vorbereitet.
Dass es für die meisten dieser Fälle Gremien gibt, um solche Vorfälle zu bewerten und ggf. zu bestrafen, ist nebensächlich, genauso, dass bereits Medien darüber berichtet haben. Der eigene Social-Media-Narzismus verlangt es, selbst ein öffentliches Urteil zu fällen, selbst eine faulige Tomate dem, oder der Angeklagten virtuell ins Gesicht zu pfeffern.

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Sollten Medien darüber nicht berichtet haben, oder zuständige Gremien offensichtlich ein Fehlurteil gesprochen, oder verhindert haben (wie z.B. bei der Polizeigewalt in den USA), ist das etwas anderes.
Also, um auf Missstände aufmerksam zu machen, sind soziale Medien gut geeignet (wie z.B. bei den entführten Kindern in Kenia).
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Btw.: Der erste Skandal, war das nicht diesmal die Verharmlosung der Nazi-Spiele? Oder zählt das noch, als Vor-Olympia?
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Andreas29

Re: Olympische Spiele in Tokyo

Beitrag von Andreas29 »

Jon Zen hat geschrieben: 29. Jul 2021, 06:17 Ich hoffe, du steckst nicht zu sehr in den sozialen Medien fest und machst da nicht mit. :think:
Das kostet mittelfristig zu viele Nerven und Energie. :)
Schreiben tue ich da schon seit Jahren nicht mehr. Ich weiß auch, dass das ein verzerrtes Bild der Realität ist, weil die aller meisten da ja gezielt schreiben, um sich über irgendetwas zu ärgern. Ich bin aber auch nicht der Meinung, dass das gar keine Rolle im öffentlichen Diskurs spielt und das Einzelfälle sind oder eine unbedeutende Masse, die man ignorieren kann.

Deswegen gucke ich einmal am Tag für ein paar Minuten in die Trends auf Twitter für ein Stimmungsbild.

Und nach dem neuesten heißen Scheiß so edgy zu sein das N-Wort unbedingt ausschreiben zu müssen und als total harmlos zu deklarieren, ging es da gestern mit den gleichen hanebüchenen Argumenten zu "Kameltreiber" rund... oft in Referenz zum N-Wort, das man bei der Gelegenheit natürlich auch wieder in seinen Tweet hauen kann. Das hat dann hunderte bis tausende Likes.
Dass da überhaupt irgendeine Diskussionsgrundlage ist, dass der Begriff nicht angemessen ist...

Wie kann man man diesen Trainer und diesen Ausdruck noch verteidigen? Gerade bei Olympia, wo es um Völkerverständigung geht. Vor allem die Ausreden des Trainers sind doppelt entlarvend: Ihm sei das in der Emotion so herausgerutscht? Damit etwas rausrutschen kann, muss es drin sein im Kopf.

Er wurde jetzt nach Hause geschickt. Richtige Reaktion.

Fazit: Ja, auf Twitter zu gehen ist immer ein bisschen Katastrophentourismus, aber ich bin wie schon geschrieben der Meinung, dass das ein Teil der öffentlichen Debatte ist, den man nicht ignorieren kann.
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DickHorner
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Re: Olympische Spiele in Tokyo

Beitrag von DickHorner »

Als er gestern in seiner Stellungsname zu dem "I have a friend"-Part kam und anfing mit "ich selbst habe..." dachte ich, ne, das sagt der jetzt nicht ernsthaft! Vor allen Dingen, die Denkpause nach "ich selbst habe solche...", in der er erst wohl mal überlegen musste, was er jetzt statt Kameltreiber sagt, war so entlarvend.
Radsport in Deutschland ist so ein ätzend weißer Sport. Weiße und Expats. Türkischstämmige Radrennfahrer gibt's quasi nicht, ich kenne einen einzigen, und das in Berlin. Radsportvereine sind neben vielleicht Schützenvereinen und Kleintierzuchtvereinen wahrscheinlich der Ort, an dem Vereinsmeierei am heftigsten betrieben wird. Das setzt sich natürlich in den Verbänden weiter fort, das Personal rekrutiert sich ja aus der Vereinen.
Das ist auch der Grund, warum Vereine im Breiten- und Nachwuchssport keine Rollen mehr spielen. Es gibt quasi keine Lizenzrennen mehr für Amateure, bei Juniorenrennen hast Du oft nur eine Handvoll Starter pro Altersklasse, bei den Mädels oft nur eine oder zwei. Das ist z.B. in den USA anders, wo jeder eine Lizenz ziehen kann und dann durch Leistung in den Rennklassen aufsteigen kann. Dort boomt der Breitensport.
Der BDR gehört eingestampft und von Grund auf neu aufgebaut.
Mastertronic
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Re: Olympische Spiele in Tokyo

Beitrag von Mastertronic »

Dober hat geschrieben: 29. Jul 2021, 00:35 Den ersten Skandal gab es bereits am Montag, als ein Algerier seine Teilnahme absagte, um nicht gegen einen Israeli antreten zu müssen. Den nächsten Skandal gab es kurze Zeit später als ein Sudanese nicht gegen den Israeli kämpfen wollte. Offen gelebter (politischer) Antisemitismus, der unter Muslimen in den sozialen Netzwerken gefeiert wird.
Zuzüglich dem "Kameltreiber"-Assi frage ich mich, ob bei vergangenen Olympiaden NEIN ! olympischen Spielen ( danke Dom..) solch desaströse Entgleisungen auch schon vorgekommen und nur mangels social media diese nicht ans Licht gekommen sind.
Ich kann mich an sowas eigentlich nicht erinnern, obwohl ich Olympia meist intensiv verfolgt habe.
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Felidae
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Re: Olympische Spiele in Tokyo

Beitrag von Felidae »

Mastertronic hat geschrieben: 29. Jul 2021, 16:48
Zuzüglich dem "Kameltreiber"-Assi frage ich mich, ob bei vergangenen Olympiaden NEIN ! olympischen Spielen ( danke Dom..) solch desaströse Entgleisungen auch schon vorgekommen und nur mangels social media diese nicht ans Licht gekommen sind.
Ich kann mich an sowas eigentlich nicht erinnern, obwohl ich Olympia meist intensiv verfolgt habe.
Bei Olympia weiß ichs nicht, aber zB. der spanische Fußballnationaltrainer fiel 2004 damit auf, dass er Thierry Henry im Training als "Schei**-N****" bezeichnet hat - um "seinen Spieler zu motivieren".

Da internationale Wettkämpfe sehr stark auf Nationalismus aufbauen, bin ich geneigt, davon auszugehen, dass diese beiden Herren nicht die Ausnahme sein dürften. Auch Kliensmanns "Wir lassen uns nicht die Butter vom Brot nehmen - und schon gar nicht von POLEN!" hat angesichts der deutschen Geschichte ja zumindest einen kleinen negativen Touch...
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