COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

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Floki
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Floki »

Hier wird es gerade keinen Plan geben, weil die Wahl zu sehr von Leuten abhängt, die nicht in dem einen oder dem anderen Lager sich befinden.
Laschet hat da schon ganz bewusst gesagt, dass der aktuelle Weg richtig ist. Wieso? Weil er sich so ein paar Stimmen der Impfskeptiker sichert, die sich noch mit Tests anfreunden können. Mal sehen wie es nach der Wahl aussieht. Ich bin da immer noch am Zweifeln wohin die Reise geht. Werde die Impfungen auf zivilrechtlicher Ebene Pflicht? Die Booster Impfung dann auch? Immer weiter? Momentan habe ich aus England noch nichts vom Untergang des Abendlandes gelesen. Mal sehen ob das noch kommt. Es wird aber sicher wieder zig Punkte geben, die die Leute anbringen, wieso wir doch noch weiter mit den AHA Regeln und Co. leben müssen, am besten für immer. Ich weiß nicht, ich bin echt Corona müde. Ich habe keinen Bock mehr auf diese verdammte Maske. Gar nicht mal weil sie für mich ein Zeichen ist, sondern weil es ein Zwang ist. Wenn ich zweimal geimpft bin, dann gebe ich den Virus erstens nicht mehr so weiter wie ein Ungeimpfter und zweitens ist mir mein Risiko "egal", wenn ich mein Körper zu schwach ist, dann ist es so. Keine Ahnung, vielleicht ist es auch der Frust. Aber ich muss sagen, mich nervt gerade diese German Angst, die nach noch strengeren Regeln schreit und schreien würde, auch wenn der nächste Virus kommt.
ZiggyStardust
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von ZiggyStardust »

Rince81 hat geschrieben: 26. Jul 2021, 15:32
Andre Peschke hat geschrieben: 26. Jul 2021, 13:16 Wenn wir dann noch einen milden September mit viel gutem Wetter haben, kann ich mir vorstellen, dass das eher gar kein so großes Thema wird, weil alle die Füße stillhalten.

Klar, die äußeren Umstände können das auf die Tagesordnung zwingen. Aber kann gut sein, dass das erst Nov/Dez wirklich wieder relevant wird.

Andre
Wann kamen uns in der Pandemie die äußeren Umstände zuletzt entgegen? Delta ist da, ist offenbar im Gegensatz zur Normalform und Alpha deutlich weniger Saisonal, überträgt sich auch draußen wunderbar und die Zahlen steigen - und wie sich diese Kurve entwickelt haben wir in Deutschland schon dreimal gesehen. Ich bin gerade pessimistisch, ob wir angesichts der Impfverweigerer/Muffel so locker durch den Sommer in den September kommen.
Selbst Drosten spricht von einer drohenden Winterwelle und nicht von einer Sommerwelle:
https://www.tagesschau.de/inland/gesell ... n-103.html

Aber klar, wenn es schlecht läuft, dann kann es schon Ende September wieder mies aussehen von den Infektionszahlen her. Insbesondere in Schulen, wo nicht alle geimpft sind, könnte es zu Problemen kommen.
Floki hat geschrieben: 26. Jul 2021, 18:08 Ich weiß nicht, ich bin echt Corona müde. Ich habe keinen Bock mehr auf diese verdammte Maske. Gar nicht mal weil sie für mich ein Zeichen ist, sondern weil es ein Zwang ist. Wenn ich zweimal geimpft bin, dann gebe ich den Virus erstens nicht mehr so weiter wie ein Ungeimpfter und zweitens ist mir mein Risiko "egal", wenn ich mein Körper zu schwach ist, dann ist es so. Keine Ahnung, vielleicht ist es auch der Frust. Aber ich muss sagen, mich nervt gerade diese German Angst, die nach noch strengeren Regeln schreit und schreien würde, auch wenn der nächste Virus kommt.
Die Maske stört mich nicht, aber hab da auch leicht reden als jemand, der das Ding nicht beruflich acht Stunden am Stück tragen muss. Aber sehe es auch nicht mehr ein die gesamte Freizeit zu Hause zu verbringen, sobald ich doppelt geimpft bin. Dann will ich auch wieder ins Kino, den Freizeitpark und auf Konzerte gehen können. Meinetwegen darf es für solche Veranstaltungen auch eine Impfpflicht geben.
Rince81
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Rince81 »

ZiggyStardust hat geschrieben: 26. Jul 2021, 19:36 Meinetwegen darf es für solche Veranstaltungen auch eine Impfpflicht geben.
Um das Kind mal beim Namen zu nennen, das wäre eine Schweinerei.
Ich verstehe die Argumentation voll und ganz und ja, ich finde die persönlich reizvoll, nur ist sie im Kern trotzdem unehrlich.
Bei der aktuellen Diskussion um eine Impfpflicht für Kultur, Tourismus, Gastronomie und Co. geht es nicht um die hohen Ansteckungsraten in dem Bereich - die gibt es abgesehen von Clubs nicht, es geht primär darum, Nichtgeimpfte sozial einzuschränken und diese so zur Impfung zu drängen ohne "wortbrüchig" zu werden und eine "echte" Impfpflicht zu beschließen.
Was dabei nicht gesagt wird - das wird in Kultur, Tourismus, Gastronomie und Co. unweigerlich zu einem Besucher- und Umsatzverlust führen, womit die Politik den Branchen, die am meisten unter Corona zu leiden hatten und noch leiden(!) nochmal so richtig einen reinwürgen würde. Sollte sowas kommen, werden da sicher viele den Weg nach Karlsruhe gehen.
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Leonard Zelig
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Leonard Zelig »

Gibt es so viele Erwachsene, die nicht geimpft werden wollen? Und kann man nicht auch Kunden hinzugewinnen, wenn diese die Sicherheit haben, dass alle anderen Besucher geimpft sind und nicht bloß einen Schnelltest gemacht haben?
Es klingt sehr brisant: Hamburg will die Informationen zu einer deutschlandweiten Corona-Studie nicht herausgeben, weil das sonst "die Beziehungen zu den anderen Ländern voraussichtlich belasten" würde, wie es von der Stadt heißt. Aus der Studie lassen sich Schlüsse zum Infektionsrisiko an Schulen ziehen und auch, wie es sich senken lässt.
https://www.t-online.de/nachrichten/deu ... -raus.html

Kurze Zusammenfassung der Situation an den Schulen ab August: Keine Luftfilter, keine Impfungen für Jugendliche, keine wissenschaftliche Begleitung/Untersuchung des Schulbetriebs, keine Vorbereitungen und die Lizenzen für Videokonferenztools laufen aus. Da würde ich die Studie auch zurückhalten.
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XfrogX
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von XfrogX »

Leonard Zelig hat geschrieben: 26. Jul 2021, 23:12 Gibt es so viele Erwachsene, die nicht geimpft werden wollen? Und kann man nicht auch Kunden hinzugewinnen, wenn diese die Sicherheit haben, dass alle anderen Besucher geimpft sind und nicht bloß einen Schnelltest gemacht haben?
Also wenn es dir um Sicherheit geht, dann wäre ein Laden der immer auf Schnelltest besteht sicherer als einer der nur geimpfte rein lässt.
Den so ein Test hat wohl ca. 3,5% falsch negative. Die Impfung hatte bei den besten (biontech) ganz frisch ohne Mutationen ähnliche Werte nun aber wohl schon deutlich schlechter, scheint aber sowieso nachzulassen. Und bei Delta sind die Werte wohl mindestens mal unter 90% manche Studien sind wohl auf unter 70% gekommen.

Also wer Angst hat sich anzustecken oder selber das Virus weiter zu tragen sollte von daher eher auf Tests bestehen als auf Impfungen.

Deswegen sollte auch A-H-A weiter dringend eingehalten werden. Das ganze in den Griff bekommen heißt halt nicht immer wieder gleich nach Reduzierungen rufen wenn man mal weniger Infizierte hat, sondern mal mindestens auf Medikamente und Behandlungen gehen Long covid warten und weiterhin möglichst alles tun um die Zahlen klein zu halten damit man ohne Stress den Betroffenen helfen kann und Impfungen auch für Kinder entwickeln kann.
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Leonard Zelig
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Leonard Zelig »

Schnelltests liefern nur zu 42,6% richtige Ergebnisse, während geimpfte Personen kaum Viruslast ausscheiden.
https://www.br.de/nachrichten/bayern/co ... ig,SbugMM3
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Santiago Garcia
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Santiago Garcia »

96,5% Sensitivität bei Schnelltests sind bestenfalls die Herstellerangaben. Die sind in der Realität deutlich weniger sensitiv.
Rince81
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Rince81 »

Da dürfte wohl die Durchführung entscheidend sein. Ich habe 2-3 Bürgertests pro Woche im Frühjahr gemacht. Wollte kein Homeoffice und das war fürs Bauchgefühl. Nie Nase, immer Rachen. Die Erfahrung schwankt von Stäbchen im Rachen und Material "kratzen" bis kurz vor brechen hin zu kurz mal in die Mundhöhle halten.
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Andre Peschke
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Andre Peschke »

Rince81 hat geschrieben: 27. Jul 2021, 08:31 Da dürfte wohl die Durchführung entscheidend sein. Ich habe 2-3 Bürgertests pro Woche im Frühjahr gemacht. Wollte kein Homeoffice und das war fürs Bauchgefühl. Nie Nase, immer Rachen. Die Erfahrung schwankt von Stäbchen im Rachen und Material "kratzen" bis kurz vor brechen hin zu kurz mal in die Mundhöhle halten.
Schnelltests bieten halt viel mehr Fallstricke, als man denkt. Was zB zu Anfang nie kommuniziert wurde war, dass jeder Schnelltest einen Korridor für seine effektive "Betriebstemperatur" hat. Sprich: Zu kalt oder zu warm gelagert -> Zuverlässigkeit eingeschränkt. Auch das übertragen der Probe in die Testflüssigkeit kann man vermasseln, wenn man da nur einmal schnell umrührt. Man soll bei den Nasen-Tests vorher auch 2-3 Mal schneuzen - das kann vergessen werden.

Die Dinger sind theoretisch immer noch IMO leicht anwendbar, setzen aber eben Umsicht und Genauigkeit bei den Anwendern voraus. Da hapert es aber manchmal.

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Peter
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Peter »

Leonard Zelig hat geschrieben: 26. Jul 2021, 23:12Gibt es so viele Erwachsene, die nicht geimpft werden wollen?
Das ist halt die Frage. In GB sind 88% der Erwachsenen geimpft, in den USA dagegen nur 69% und spürbar mehr werden es auch nicht mehr werden. Wir werden bei der aktuellen Entwicklung wohl im mittleren/hohen 70er-Bereich landen, allerdings mit deutlichen regionalen Unterschieden wie in den USA. Dass die Briten über alle politischen Lager und Regionen hinweg fast alle geimpft bekommen haben, ist schon bewundernswert.
Und kann man nicht auch Kunden hinzugewinnen, wenn diese die Sicherheit haben, dass alle anderen Besucher geimpft sind und nicht bloß einen Schnelltest gemacht haben?
Da kann ich nur für mich sprechen, aber ich werde in absehbarer Zeit nirgendwo mehr hingehen, wo größere Menschenmengen zusammenkommen und Ungeimpfte zugelassen sind.
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bluttrinker13
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von bluttrinker13 »

88% in GB vollständig durchgeimpft? Wohl kaum, oder?
Ich meine, die Unterscheidung ist wichtig, da die Erstimpfung ja mittlerweile ziemlich entwertet ist, vor allem bei Astra.
Rince81
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Rince81 »

bluttrinker13 hat geschrieben: 27. Jul 2021, 10:29 88% in GB vollständig durchgeimpft? Wohl kaum, oder?
88% der Erwachsenen war gesagt aber keine Ahnung ob das stimmt. An der Gesamtbevölkerung sieht es so aus: 68,6% einmal und 54,7% vollständig. Da sind wir nur ein paar Prozentpunkte hinter.
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bluttrinker13
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von bluttrinker13 »

Das meine ich doch, dann kann es ja nicht stimmen, das bspw 88% der Erwachsenen durchgeimpft sind, sondern das bezieht sich dann auf die Erstimpfung. Gleichzeitig ist diese bei Astra (UKs first choice) nur ein partieller Schutz, und sowieso temporär und instabil als Wert (wenn man davon ausgeht das jeder der die erste bekommen hat sich auch die zweite holen wird, und damit in eine andere Kategorie wandert). Edit: Peter, das hast du auch nicht behauptet dass das so ist, schon klar, war nur mein Aufhänger. ;)

Gleichzeitig müssen wir "geimpft" zwingend unterteilen in marginalen und vollen Impfschutz. Ich habe keine Ahnung, wie viele der übrigen Nichtgeimpften oder noch nicht voll Geimpften in UK jetzt Erwachsene sind, also klar potentielle Impflinge, und wie viele nicht-impfbare Minderjährige bspw.

Noch mal kurz zur Klärung, die Situation wird jetzt epidemiologisch imo noch mal deutlich komplexer als ohnehin schon. Leider zieht die öffentliche Kommunikation hier noch überhaupt nicht entsprechend mit in ihrer Differenziertheit. Alle Inzidenz- und Krankheitsparameter müssten imo schon jetzt ganz klar nach geimpft (vollständig), teilgeimpft und nicht-geimpft unterschieden werden, allein damit man sieht, was die relevanten Krankheitseffekte treibt. Hinzu kommt die nötige Differenzierung nach Infektion mit asymptomatischem Verlauf (mit anderen Worten nüscht), mit leichtem Covid Verlauf, mit schwerem Covid Verlauf / Intensivstation bei Geimpften vs Nicht-Geimpften. (Edit: von Long Covid gar nicht zu reden. Hier wird auch mies kommuniziert und wenig sachliche und korrekt berechnet. Bsp wieder der Tagesspiegel, der unlängst mit der Headline aufwartete a la "Jeder fünfte (=20%) Long Covid Patient hat Organschäden" ohne auch im Headline-Abstract darauf hinzuweisen, dass diese 20%, die erst mal viel klingen, ein Anteil einer bereits hochgradig vorselektierten Stichprobe sind, nämlich Patienten die sich direkt in Behandlung begeben auf einer dedizierten Long Covid Station einer Klinik in Wasweißichwo. Nicht relevant? Weiß der Leser alles selber schon? Ich denke nicht!)

Ich sehe solche basic Unterscheidungen bis auf ganz wenige Ausnahmen noch nirgendwo, obwohl das dringend nötig wäre, den Überblick zu behalten. Könnte ranten ohne Ende, dass Medien, aber auch staatliche Stellen, das weiterhin nicht hinbekommen. Diskussionen über nötige Maßnahmen, Politiken, den Herbst und vierte Welle sind so weiterhin unnötig diffus und fehlerbelastet.

Edit: Ich vote dafür dass Gerd Gigerenzer aus dem Ruhestand als Statistik-Medienobermotz eingesetzt wird dem alle Publikationen hörig sein sollen! :D
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Santiago Garcia »

88% der Erwachsenen erstgeimpft laut https://coronavirus.data.gov.uk/details/vaccinations. 70% vollständig.
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Peter
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Peter »

bluttrinker13 hat geschrieben: 27. Jul 2021, 11:48 Das meine ich doch, dann kann es ja nicht stimmen, das bspw 88% der Erwachsenen durchgeimpft sind, sondern das bezieht sich dann auf die Erstimpfung. Gleichzeitig ist diese bei Astra (UKs first choice) nur ein partieller Schutz, und sowieso temporär und instabil als Wert (wenn man davon ausgeht das jeder der die erste bekommen hat sich auch die zweite holen wird, und damit in eine andere Kategorie wandert). Edit: Peter, das hast du auch nicht behauptet dass das so ist, schon klar, war nur mein Aufhänger. ;)
Es ist ja nur eine Frage von ein paar Wochen, bis die übrigen der 88% auch vollständig geimpft sind.

Im übrigen wurden in den UK gleichermaßen Biontech & Co verimpft und nicht nur Astra. Mit einem größerem Anteil von letzteren als bei uns, aber dennoch weniger als 50%, wenn ich mich recht erinnere. Für U40 wird das dort auch nicht mehr empfohlen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass der große Anteil derjenigen, die im Moment nur einmal geimpft sind, nicht Astra bekommen haben (da zuletzt tendenziell nur noch Jüngere geimpft wurden).
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von bluttrinker13 »

Peter hat geschrieben: 27. Jul 2021, 16:08 Es ist ja nur eine Frage von ein paar Wochen, bis die übrigen der 88% auch vollständig geimpft sind.

Im übrigen wurden in den UK gleichermaßen Biontech & Co verimpft und nicht nur Astra. Mit einem größerem Anteil von letzteren als bei uns, aber dennoch weniger als 50%, wenn ich mich recht erinnere. Für U40 wird das dort auch nicht mehr empfohlen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass der große Anteil derjenigen, die im Moment nur einmal geimpft sind, nicht Astra bekommen haben (da zuletzt tendenziell nur noch Jüngere geimpft wurden).
Zu den paar Wochen, habe ich ja auch gemeint, aber nicht nur zeigt ja "paar Wochen" wieder auf die Ungenauigkeit im Bezug dieser % Zahl hin. Auch können wir prinzipiell auch gar nicht wissen, wie viele das mit der Zweitimpfung unter Umständen sausen lassen, etc. Ich meine, je fester wir unsere Kategorien auf die sich irgendwelche Zahlen beziehen, zurren, desto besser.. Die Kategorie "Vollständig Geimpft" ist ja auch überhaupt nicht fest und zeitstabil, wenn wir in Betracht ziehen, dass die Wirksamkeit auf Dauer nachlässt und eine Auffrischung kommen muss. Aber hinsichtlich einfachen induktiven Schlüssen besser als bspw zwischen Teil- und Vollgeimpften gar nicht klar und konsistent zu unterscheiden.

@Biontech, ah nice, danke für die Info, das ist natürlich positiv dass da jetzt wahrscheinlich viel mehr (effektivere) Kreuzimpfungen vorliegen.
Aber wieder noch ein Heterogenitätsfaktor mehr, der eigentlich abgebildet werden müsste: nicht nur die drei Impfstatus-Kategorien, sondern auch der verwendete Impfstoff (bzw. Impfstoffe im Fall von Kreuzimpfungen) müsste bei den Dashboards und allen Diskussionen berücksichtigt werden. Allein wenn es in UK bspw 20% mehr Astra-Astra Vollgeimpfte gibt, als bei uns, macht das einen signifikanten Unterschied im Schutz vor aktuell Delta aus, und müsste bei allen Analysen die wir bspw aus der UK-Lage ziehen, und potentiellen Verallgemeinerungen auf D, berücksichtigt werden. ;)
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Peter
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Peter »

bluttrinker13 hat geschrieben: 27. Jul 2021, 16:17 Zu den paar Wochen, habe ich ja auch gemeint, aber nicht nur zeigt ja "paar Wochen" wieder auf die Ungenauigkeit im Bezug dieser % Zahl hin. Auch können wir prinzipiell auch gar nicht wissen, wie viele das mit der Zweitimpfung unter Umständen sausen lassen, etc. Ich meine, je fester wir unsere Kategorien auf die sich irgendwelche Zahlen beziehen, zurren, desto besser.. Die Kategorie "Vollständig Geimpft" ist ja auch überhaupt nicht fest und zeitstabil, wenn wir in Betracht ziehen, dass die Wirksamkeit auf Dauer nachlässt und eine Auffrischung kommen muss. Aber hinsichtlich einfachen induktiven Schlüssen besser als bspw zwischen Teil- und Vollgeimpften gar nicht klar und konsistent zu unterscheiden.
Das stimmt natürlich alles. In meinem ursprünglichen Posting ging es aber im Kern nur um die Frage, wie groß der Anteil der Erwachsenen ist, der sich impfen lässt und dafür sind die Erstimpfungswerte natürlich absolut aussagekräftig. Vor allen Dingen die aus den USA/UK, da deren Impfkampagnen bei den Erwachsenen quasi schon am Ende angekommen sind.
@Biontech, ah nice, danke für die Info, das ist natürlich positiv dass da jetzt wahrscheinlich viel mehr (effektivere) Kreuzimpfungen vorliegen.
Dass das jetzt unbedingt Kreuzimpfungen sind, davon würde ich nicht ausgehen, es ist wohl eher ein Fall von am Anfang hauptsächlich Astra, später hauptsächlich Biontech. Die Stats hatte ich mal gesehen, jetzt aber nicht mehr gefunden. Bei den bestellten Mengen ist es jedenfalls so: 100 Mio Astra, 100 Mio Biontech, 20 Mio Johnson, 17 Mio Moderna, 270 Mio noch nicht genehmigte Impfstoffe. Dazu nochmal 60 Mio Biontech für Boosterimpfungen im Herbst (was sehr darauf hindeutet, dass man komplett von Astra weggeht).
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von bluttrinker13 »

@ Peter: Völlig klar,ich hatte deinen ursprünglichen Post auch nur als Aufhänger genommen, für mein aktuell mich umtreibendes Thema der Differenzierung, und das als Edit noch beigefügt.

@Astra: Ich war jetzt von mehr Kreuzimpfungen ausgegangen, da ich mich zu erinnern meine, dass ich im auslaufenden Winter noch Daten gesehen hatte, die hauptsächlich Astra-Erstimpfungen auswiesen. Angesichts der positiven Kreuzimpfungsbefunde und des Aufwuchs in Biontech bin ich jetzt einfach davon ausgegangen, dass es jeweils mehr Anteil Astra bei Erst, mehr Anteil Biontech bei Zweitimpfungen gibt. Aber du hast recht, wissen tun wir das nicht genau, wieder einmal. :D
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Peter »

bluttrinker13 hat geschrieben: 27. Jul 2021, 16:39 @Astra: Ich war jetzt von mehr Kreuzimpfungen ausgegangen, da ich mich zu erinnern meine, dass ich im auslaufenden Winter noch Daten gesehen hatte, die hauptsächlich Astra-Erstimpfungen auswiesen. Angesichts der positiven Kreuzimpfungsbefunde und des Aufwuchs in Biontech bin ich jetzt einfach davon ausgegangen, dass es jeweils mehr Anteil Astra bei Erst, mehr Anteil Biontech bei Zweitimpfungen gibt. Aber du hast recht, wissen tun wir das nicht genau, wieder einmal. :D
Ja, das kann schon gut sein. Auf mein Gedächtnis würde ich mich da nicht verlassen ;) und ich kann beim besten Willen keine entsprechenden Statistiken bzgl. der einzelnen Impfstoffe in GB finden. Die bestellten Mengen helfen da nicht weiter, da ja ein geradezu absurdes Überangebot vorherrscht. Im Bezug auf zukünftige Varianten und Boosterimpfungen haben sie ihre Bestellungen bei Valneva (100 Mio) und Curevac (50 Mio) in diesem Jahr sogar nochmal erhöht. Frei nach dem Motto, uns ist egal, welches Pferd gewinnt, wir setzen einfach auf alle. Sollte sich z.B. ersteres als Heilbringer gegen die Varianten herausstellen, stehen wir mit unseren 11 Mio blöd da.
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von bluttrinker13 »

Im Sinne der Ökonomie halte ich es für durchaus sinnvoll, das wir primär nur noch auf Biontech setzen. Nicht nur hat sich der Impfstoff bisher in allen Evidenzen prima bewährt, auch gegen "Spike-Delta", zusätzlich haben wir auch einen direkten Zugang zu dem Unternehmen und ich glaube dem CEO wenn er meint, die können den ggf. schnell anpassen. My two cents. :)
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