Serientipps

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Feamorn
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Re: Serientipps

Beitrag von Feamorn »

Heretic hat geschrieben:
22. Jan 2020, 11:56
Dark

Während „Stranger Things“ die Achtziger in knalligen Farben und mit klamaukigen Humor wiederauferstehen lässt, ist bei „Dark“ eher der Serienname Programm. Die realistisch anmutende, meist regnerisch-düstere Darstellung der fiktiven deutschen Kleinstadt Winden beschränkt sich zudem nicht allein auf die Achtziger, sondern zieht sich durch (fast) alle vorhandenen Zeitebenen. Und davon gibt es so einige. Wen bereits die Witcher-Serie verwirrt zurückgelassen hat, der sollte um „Dark“ einen großen Bogen machen. Denn zu den Zeitebenen kommt noch eine Unmenge an Charakteren in verschiedenen Altersstufen. Mehr möchte ich zur Handlung, die sich aus Mystery-, Krimi- und SF-Elementen plus einer Prise Coming of Age zusammensetzt, aus Spoilergründen nicht verraten. Eine ordentliche Portion Verwirrung gehört hier zum Seherlebnis einfach dazu.

Ein düsteres Setting, der Titelsong von Soap&Skin, ein gut gewählter Cast, die vielschichtige Handlung - „Dark“ hatte mich sofort am Haken. Vollkommen begeistert hat mich die Serie aber nicht. Die erste Staffel hat zuviel Leerlauf, zwei Folgen weniger wie in Staffel 2 hätten gereicht. Staffel 2 wird zunehmend phantastischer (mit ein paar weniger überzeugenden Tricks und Masken), und das Verwirrspiel wird auf die Spitze getrieben, was der Glaubwürdigkeit nicht immer zugute kommt. Zudem sondern diverse Charaktere zu oft bedeutungsschwangere Andeutungen ab, die bei mir mehr als einmal zu genervtem Augenrollen geführt haben. Manchmal hätte auch bei all der Dramatik ein wenig Humor zur Auflockerung ganz gutgetan. Aber egal, das Aufdröseln der Zusammenhänge macht trotzdem Laune. Man sollte aber konzentriert bei der Sache bleiben, sonst verliert man schnell den Faden. Zum Nebenherschauen ist „Dark“ nicht geeignet.
Ich finde Dark ziemlich stark, tatsächlich eine meiner liebsten Serien überhaupt in den letzten Jahren! (Das meine ich auch im internationalen Vergleich.)
Ich finde auch das "langsame" in der ersten Staffel, zumindest in der Nachbetrachtung, ziemlich gut, man merkt erst in der zweiten Staffel, wie man sich dann am Ende doch selbst mit den "unangenehmen" Charakteren (man könnte ja sogar in den Raum stellen, dass es kaum wirkliche Sympathen gibt in der Serie) irgendwie verbunden fühlt. Das ist für mich schon echt gelungen, die Macher verstehen ihr Handwerk auf jeden Fall.
Zudem ist Dark ein 1A-Beispiel dafür, dass auch im deutschsprachigen Raum so einiges möglich ist, wenn den Schaffenden mal erlaubt wird, eine Vision zu verfolgen.
Und ja, es ist vermutlich einer der, wenn nicht die, "anspruchvollste" Serie(n) überhaupt in Sachen erforderter Zuschaueraufmerksamkeit. Ich weiß noch, wie ich bei Hannibal damals dachte, dass man im Grunde kein Bild verpassen darf, bei Dark trifft das noch so viel mehr zu...

Edit: Die einzige Sorge bislang ist das Ende von Staffel 2, ich hoffe, sie verstricken sich nicht zu sehr. Wobei es wieder für die Serie spricht, dass sie fest auf drei Staffeln ausgerichtet ist und ich daher hoffe, dass alles von Beginn an halbwegs durchgeplant war/ist (was bei der Thematik auch kaum anders geht). Ich bin jedenfalls sehr auf die Fortsetzung bzw. den Abschluss gespannt.
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Bis zur Einführung der Parallelwelten habe ich eigentlich halbwegs fest damit gerechnet, dass sich zum Schluss herausstellt, dass der Kreis nicht zu durchbrechen ist. Nun bin ich ziemlich unsicher, wie es weiter geht...

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HerrReineke
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Re: Serientipps

Beitrag von HerrReineke »

Gestern erst kurz in Dogs of Berlin reingeschaut und nach knapp über der Hälfte der ersten Folge abgebrochen. Ist irgendwie so gar nicht meins. Dafür jetzt durchaus Gefallen an Collaterial gefunden; grad am Ende der zweiten von vier Folgen und genug Bock, das heute noch zu Ende zu schauen :mrgreen:
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Heretic
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Re: Serientipps

Beitrag von Heretic »

Feamorn hat geschrieben:
23. Jan 2020, 09:39
Wobei es wieder für die Serie spricht, dass sie fest auf drei Staffeln ausgerichtet ist und ich daher hoffe, dass alles von Beginn an halbwegs durchgeplant war/ist (was bei der Thematik auch kaum anders geht).
Das ist gut zu wissen. Gerade bei "Dark" wäre die Gefahr groß, bei anhaltendem Erfolg und weiteren Staffeln das Konzept zu überreizen und/oder ins völlig Absurde abzudriften. Mein Geschreibsel oben kommt vielleicht etwas zu negativ rüber, aber ich finde sie Serie auch wirklich gut. Bin ebenfalls gespannt, wie sie die Geschichte zu Ende bringen.

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Axel
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Re: Serientipps

Beitrag von Axel »

Star Trek Picard

Entwarnung! Ganz sooo scheiße wie befürchtet ist die erste Folge nicht. Tatsächlich hat sie mir in weiten Teilen sogar ganz gut gefallen. Die Idee das Romulaner einen Borgkubus als Station geschnappt haben ist ganz cool.

Aber diese Super-Androidin... Meh. Ich hoffe, dass die anderen Hauptfiguren besser werden. Von der eigentlichen Geschichte hat man noch nicht viel gesehen. Kann also ganz nett werden, oder genau so ein Unfall wie DSC.
Der obige Beitrag stellt allein meine Meinung dar. Auch wenn ich es vielleicht nicht jedes einzelne Mal dazu schreibe, weil ich es vergesse: es ist dennoch nicht als Verallgemeinerung gemeint. Du sollst selbstverständlich eine andere Meinung haben. :)

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Leonard Zelig
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Re: Serientipps

Beitrag von Leonard Zelig »

The Crown

Hab mir letzten Monat die dritte Staffel angesehen. Jede Episode dreht sich um ein historisches Ereignis und ist in sich abgeschlossen. Das neue Konzept gefällt mir sehr gut, in der zweiten Staffel hatte ich irgendwann die Lust verloren.

Außerdem hab ich mir auf Netflix die Staffeln 4-7 des Tatortreinigers angesehen, kannte bisher nur die ersten drei. Vor allem die Folgen mit Olli Schulz haben mir gut gefallen. :)

Gestern Abend hab ich mir noch die ersten beiden Folgen von Mindhunters angesehen. Geht um zwei FBI-Ausbilder Ende der 70er-Jahre, welche die akademischen Erkenntnisse der Psychologie-Forschung in ihre Arbeit integrieren wollen.
"The whole problem with the world is that fools and fanatics are always so certain of themselves, but wiser people so full of doubts."

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LegendaryAndre
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Re: Serientipps

Beitrag von LegendaryAndre »

Axel hat geschrieben:
24. Jan 2020, 06:05
Star Trek Picard
Entwarnung! Ganz sooo scheiße wie befürchtet ist die erste Folge nicht. Tatsächlich hat sie mir in weiten Teilen sogar ganz gut gefallen. Die Idee das
Die erste Folge ist meiner Meinung nach richtig gut! Die Geschichte ist konsistent, Patrick Stewart als Picard abermals sehr beeindruckend und alle anderen Schauspieler leisten ebenfalls gute Arbeit. Zudem sind die Effekte auf der Höhe der Zeit und die musikalische Untermalung passt perfekt zu Star Trek. Ich hatte nichts zu bemängeln!

"Ganz sooo scheiße wie befürchtet ist die erste Folge nicht" wird dem überhaupt nicht gerecht. Ich halte das für eine massive Fehleinschätzung deinerseits mit der du der Serie Unrecht tust!

Bin mal gespannt ob die anderen neun Folgen das Niveau halten können, aber ich glaube viel kann da nicht mehr schiefgehen! :D

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Axel
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Re: Serientipps

Beitrag von Axel »

LegendaryAndre hat geschrieben:
24. Jan 2020, 09:08
"Ganz sooo scheiße wie befürchtet ist die erste Folge nicht" wird dem überhaupt nicht gerecht. Ich halte das für eine massive Fehleinschätzung deinerseits mit der du der Serie Unrecht tust!
Es gibt ja nicht nur binär schwarz und weiß. Abgrundtief beschissen sowie verachtenswert (= Discovery) und liebenswert grandios (= The Expanse & Orville). Sondern irgendwo muss sich da ja auch was dazwischen befinden. Und da befindet sich derzeit Picard. Und warten wir doch erstmal die komplette Staffel ab. Schon in der jetzigen Folge nervten wieder einige Dummheiten von New Trek. Wenn es wieder soweit kommt, dass Achterbahnfahrten in riesigen leeren Raumschiffen gezeigt werden, wenn weibliche Charaktere wieder grundsätzlich als Mary Sues konzipiert werden, wenn es wieder Sprüche Marke „Macht der Mathematik“ gibt, wenn der Holzhammer wieder zu stark rausgeholt wird, dann kann ich ja immer noch meckern. Oder sie lassen es dieses Mal und Kurtzmurx wurde von den Erwachsenen im Team rausgemobbt. :ugly:

Edit: Zukunftia - wie immer - mit einer treffenden Kritik: https://www.zukunftia.de/8563/star-trek ... -gedenken/
Der obige Beitrag stellt allein meine Meinung dar. Auch wenn ich es vielleicht nicht jedes einzelne Mal dazu schreibe, weil ich es vergesse: es ist dennoch nicht als Verallgemeinerung gemeint. Du sollst selbstverständlich eine andere Meinung haben. :)

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LegendaryAndre
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Re: Serientipps

Beitrag von LegendaryAndre »

Axel hat geschrieben:
24. Jan 2020, 14:50
LegendaryAndre hat geschrieben:
24. Jan 2020, 09:08
"Ganz sooo scheiße wie befürchtet ist die erste Folge nicht" wird dem überhaupt nicht gerecht. Ich halte das für eine massive Fehleinschätzung deinerseits mit der du der Serie Unrecht tust!
Es gibt ja nicht nur binär schwarz und weiß. Abgrundtief beschissen sowie verachtenswert (= Discovery) und liebenswert grandios (= The Expanse &
Ja, und das ist eben nur deine subjektive Meinung! Du lässt es aber so klingen als wären das in Stein gemeißelte Tatsachen. Mir ist bewusst dass es so etwas wie eine objektive Bewertung gar nicht geben kann, aber anhand vieler Kritiken zeichnet sich doch deutlich ab in welcher Liga eine Serie in etwa spielt.

Star Trek: Picard hat bislang überwiegend positive Kritiken erhalten. Es gibt aber auch wenige ungerechtfertigte Kritiken bei denen man die Serie deshalb abgelehnt hat, weil sie keine für TNG typische Episoden-Struktur hat. In so einem Fall finde ich die Beurteilung nicht fair. Im Großen und Ganzen hat die Serie bisher aber gut abgeschnitten!

Zu deinen Beispielen:

The Orville ist eine Serie die man sicher lieben kann, aber Höchstwertungen sind allein deshalb unverdient, weil die Serie zu viele Schwächen hat und darüber hinaus sehr speziell ist. Dass sie bestimmten Star Trek-Fans (darunter auch mir) etwas gibt, verstehe ich absolut! Dein Negativ-Beispiel Discovery ist aus Sicht vieler Fans sicherlich "beschissen sowie verachtenswert" hat aber durchaus Stärken, sodass man nicht von einem Komplettausfall sprechen kann.

Selbstverständlich habe ich kein Problem damit wenn wir unterschiedlicher Meinung sind, aber ich finde deine Formulierung "Ganz sooo scheiße wie befürchtet ist die erste Folge nicht" nicht in Ordnung. Deine Beschreibung danach zeigt dann doch dass du es gar nicht mal so abwertend gemeint hast.
Axel hat geschrieben:
24. Jan 2020, 14:50
Orville). Sondern irgendwo muss sich da ja auch was dazwischen befinden. Und da befindet sich derzeit Picard. Und warten wir doch erstmal die
Ja, schauen wir mal wie es noch wird! :)

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kami
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Re: Serientipps

Beitrag von kami »

Axel hat geschrieben:
24. Jan 2020, 14:50
Es gibt ja nicht nur binär schwarz und weiß. Abgrundtief beschissen sowie verachtenswert (= Discovery) und liebenswert grandios (= The Expanse & Orville). Sondern irgendwo muss sich da ja auch was dazwischen befinden. Und da befindet sich derzeit Picard. Und warten wir doch erstmal die komplette Staffel ab. Schon in der jetzigen Folge nervten wieder einige Dummheiten von New Trek. Wenn es wieder soweit kommt, dass Achterbahnfahrten in riesigen leeren Raumschiffen gezeigt werden, wenn weibliche Charaktere wieder grundsätzlich als Mary Sues konzipiert werden, wenn es wieder Sprüche Marke „Macht der Mathematik“ gibt, wenn der Holzhammer wieder zu stark rausgeholt wird, dann kann ich ja immer noch meckern. Oder sie lassen es dieses Mal und Kurtzmurx wurde von den Erwachsenen im Team rausgemobbt. :ugly:
Da zeigt sich mal wieder die Engstirnigkeit und Bigotterie mancher Trekkies. ST:D macht wahrlich nicht alles richtig und gerade der ersten Staffel merkt man den mehrfachen Wechsel der Showrunner auch an, aber dieses hasserfüllte Gemecker vieler Fans ist rational kaum noch zu erklären. Was für ein Zufall, dass da immer die "Mary Sue"-Keule rausgeholt wird, als wären die alten ST-Protagonisten nicht allesamt makellose Helden gewesen, die ständig in steifen Phrasen Pseudo-Tech-Unsinn ausgetauscht hätten. Verglichen mit Kirk und Picard ist Michael Burnham eine wirklich facettenreiche Persönlichkeit, die Fehler machen darf, dafür auch bezahlen muss, die menschlich handelt, auch mal Härte zeigt. Seine schlechtesten Momente hatte die Serie in der ersten STaffel bislang, als man sich am deutlichsten bei den alten Serien bediente, nämlich dem bekloppten
SpoilerShow
Spiegeluniversum, das auch hier wieder völlig unplausibel dargestellt ist. Zudem erscheint vieles geradezu wie das Gegenteil einer politisch korrekten Serie. Man fängt an mit einem weiblichen Captain und einer ausgesprochen diversen Cast, und dann wird erst der weiblichen Captain durch einen weißen Mann ersetzt, der dann in der zweiten Staffel, Überraschung, durch einen weiteren weißen Mann ersetzt wird. Das schwule Paar kann sich nicht lange seines Glücks erfreuen, völlig sinnlos wird einer der beiden getötet, und verschiedene Frauen in Schlüsselfunktionen werden im Verlauf der Handlung auch noch aus dem Spiel genommen.
Das kann man kritisieren, und gerne auch den militaristischen Charakter, der sich wirklich nicht nach ST anfühlt. Und natürlich das extrem langweilige Titelthema. Aber verbaler Unflat aus der Gamergater-Ecke ist keine ernstzunehmende Kritik.
Zuletzt geändert von kami am 25. Jan 2020, 11:14, insgesamt 2-mal geändert.

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Feamorn
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Re: Serientipps

Beitrag von Feamorn »

kami hat geschrieben:
25. Jan 2020, 09:51
BTW, ich kann keine Spoilerfunktion finden. Bin ich blind oder gibt es die nicht? Hab mich mit Farben beholfen.
Kannst Du manuell machen, mit [ spoiler ] ... [ /spoiler ] (ohne die Leerzeichen natürlich. :)

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kami
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Re: Serientipps

Beitrag von kami »

Danke. Geändert.

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Varus
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Re: Serientipps

Beitrag von Varus »

kami hat geschrieben:
25. Jan 2020, 09:51
Das kann man kritisieren, und gerne auch den militaristischen Charakter, der sich wirklich nicht nach ST anfühlt. Und natürlich das extrem langweilige Titelthema. Aber verbaler Unflat aus der Gamergater-Ecke ist keine ernstzunehmende Kritik.
Danke dafür. :clap: Schöner Start in den Tag.

On Topic: Ich habe die letzten Tage mit The Marvelous Mrs. Maisel angefangen. Eine Serie über eine perfekte Hausfrau im New York Ende der 50er, die nach einigen Wirrungen ihre Leidenschaft und ihr Talent für Stand-Up-Comedy entdeckt. Finde es hervorragend und die Dialoge super clever geschrieben! Die Wortgefechte und Stand-Up-Auftritte sind herrlich. :lol: Und auch die Kulisse der 50er Jahre ist beeindruckend. Ich war nicht dabei und kenne mich in der Epoche auch nicht so aus, aber es wirkt auf mich sehr authentisch und definitiv stimmig.

Einziger Wehmutstropfen: Ich hab es irgendwie geschafft versehentlich zuerst die 1. Episode der 2. Staffel zu sehen. Fand die auch schon gut, aber war doch verwundert, warum da so wenig Build Up ist und die Charaktere so lose vorgestellt werden. :ugly:
I'm Commander Shepard and this is my favorite singature on the Internet.

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kami
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Re: Serientipps

Beitrag von kami »

Als alter Gilmore Girls-Fan musste ich mir die Serie natürlich anschauen und war zunächst auch sehr angetan, in der dritten Staffel machen sich aber doch deutliche Ermüdungserscheinungen bemerkbar. Weder ist The Marvelous Mrs. Maisel so lustig und leichtfüßig wie Amy Sherman-Palladinos berühmteste Serie, noch ist sie wirklich spannend oder dramatisch. Ganz amüsant plätschert sie vor sich hin und verlässt sich etwas zu stark auf die tolle Ausstattung sowie Charme und Charisma der Hauptdarstellerinnen und auch des Rests des Ensembles.

Coti86
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Re: Serientipps

Beitrag von Coti86 »

So, hab mir nun gestern auch die erste F'olge von ST:Picard angesehen.

Bevor ich aber zu meiner ersten Einschätzung komme, ein kurzer Abriss über meine Meinung zu den restlichen Serien(zumindest die, die ich gesehen habe), damit man versteht woher ich komme, und das lässt sich ganz grob so zusammenfassen:

DS9>TNG=Voyager>Enterprise>>>Disco

DS9 war für mich schon immer die modernste Serie von old Trek mit den glaubwürdigsten Charakteren samt Konflikten und größeren Handlungsbögen. Außerdem hat sich die Serie imho am meisten getraut, ohne dabei Star Trek zu verraten.

TNG markierte für mich den Eintritt ins Franchise und ich würde sogar behaupten zementierte generell meine Liebe zu Science Fiction. Die Serie wird aber auf Charaktereben mE hauptsächlich von Patrick Stewart und Brent Spiner getragen wohingegen DS9 eher noch ein Ensemble Cast ist. Und auch wenn ich dem episodischen Format durchaus einiges abgewinnen kann, hätte ich mir, ähnlich wie in DS9, zusätzlich mehr serielle Elemente gewünscht, ohne dabei ganz so an der Schnur geführt zu sein wie z.Bsp. Disco.

Voyager, von vielen aufgrund von verpassten Möglichkeiten und eines wankelmütigen Captain verhasst, ist insgesamt dennoch für mich TNG ebenwürdig. Zwar fehlt hier die Klasse eines Patrick Stewarts, aber mit 7of9 und dem Doktor ist man auf Charakterebene dennoch bestens versorgt. Und auch wenn ich diesbezüglich vermutlich alleine dastehe, finde ich dass die restliche Schiffscrew mehr zu bieten hat, als die von TNG.Und wenn man einmal akzeptiert hat, dass die Serie leider tatsächlich jede Woche den Resetbutton betätigt, obwohl das Setting etwas anderes hergegeben hätte, findet man einige der besten Star Trek Folgen überhaupt hier.

Enterprise von vielen noch mehr verhasst als Voyager hat imho nach einem starken Start und einem richtig tiefen Tief in der 2. Staffel gegen Mitte/Ende seinen Rhythmus gefunden. Von den bisher aufgezählten Serien klar die schwächste Crew wobei ich persönlich meistens zufrieden mit Archer war, da er der erste Sternenflottencaptain und dafür eigentlich gar nicht qualifiziert war und das imho in der Serie stets zu sehen war.
Ich persönlich mochte die 3. Staffel etwas mehr als die 4. aber war am Ende sehr traurig als die Serie abgesetzt wurde. Über das Serienfinale rede ich nicht :).

Discovery ist für mich der absolute Tiefpunkt und die einzige ST Serie die ich defintiv niemanden empfehlen würde und das liegt nicht am Look oder am Intro sondern am kolossal schlechtem Writing wo ein Plotloch das nächste jagt, Dialogen zum Fremschämen und argen Pacing Problemen. Mir ist durchaus bewusst, dass die genannten Kritikpunkte auch auf einzelne oldTrek Episoden anwendbar sind, aber das ist eben der Unterschied: diese Episoden kann ich bei einem Rewatch einfach ignorieren und überspringen, ohne dass ich dabei großartig etwas vermisse. Bei Disco müsste ich >90% überspringen und könnte dann der Handlung nicht mehr folgen.
Es gibt noch viele weitere Dinge, die mich an der Serie stören, aber ich mag den Beitrag jetzt nicht zu einem Disco rant verkommen lassen.


So, nun hab ich gestern eben Picard gesehen und hatte ehrlich gesagt GAR KEINE positiven Erwartungen, was fast ausschließlich an einem Namen lag: Alex Kurtzman. Der Showrunner von Discovery und Picard, der für so tolle Filme wie Transformers, Mission Impossible III und die Mumie mitverantwortlich war. Ich hab beim besten Willen nix gegen seichte Action(filme), aber das ist nun mal das was Star Trek am allerwenigsten ausmacht. Eine Aussage, die denke ich wirklich JEDER ST-Fan unterschreiben kann.

Aber, und das hat mich dann eben positiv überrascht: Picard ist in seiner ersten Folge gottseidank eine wesentlich reifere Serie mit mehr Substanz als ich befürchtet habe. Ja, es gibt einige Actionszenen, aber für mich sind gut durchchoreographierte Actionsequenzen alleine überhaupt kein Problem, solange sie nicht als wesentliche Säule der Serie fungieren.

Es gab hier nämlich auch einige wirklich schöne Szenen die für mich den eigentlichen Wert der Folge darstellen. Zunächst einmal natürlich die Eröffungsszene mit Data. Ja, das mag Fan Service sein, aber mich hat es gerührt und sofort abgeholt ohne dabei billig zu wirken.

Dann das Interview mit Picard. Die Reporterin war mir ein wenig zu plakativ dargestellt aber mein Gott was kann Patrick Stewart schauspielern. Wie er mit nur winzigen Regungen so viel aussagt. Die Szene war natürlich insgesamt ein mehr oder weniger schlecht kaschierter Infodump für den Zuseher aber ich fand sie dafür gut gemacht. Dunkirk, der Vergleich den Picard erwähnt eingebracht hat fand ich sehr passend und schön. Ebenso der Hinweis, dass die Reporterin wahrscheinlich überhaupt keine Ahnung hat worum es sich dabei handelt.

Dann die Szene wo Picard Dahj offenbart, dass sie möglicherweise eine künstlich hergestellte Lebensform sei und sie realisiert dass ihre Erinnerungen an ihre Kindheit nicht die ihren waren. Mit wieviel Gefühl er dabei vorgegangen ist, das war wunderschön.
That's a beautiful memory. And it's yours. No one can touch it or take it away.
Ich musste dabei direkt an die TNG Folge "The Inner Light" denken. Natürlich entwertet Picard ihre Erinnerung nicht. Das war toll!

Über die eigentliche Handlung kann man denke ich erst urteilen wenn man mehr Puzzleteile gesehen hat. Die Ausgangslage ist natürlich nicht die Originellste, aber man muss halt sehen was die Serie daraus macht.
Den Rest, also die übrigen Schauspieler, das Pacing der Folge, Kamera, Musik etc... fand ich durchschnittlich bis gut. Also mE nicht erwähnenswert aber zumindest nicht störend bzw. zweckdienlich.

Bin jedenfalls insgesamt erstmal nach langer Zeit mal wieder vorsichtig optimistisch wenns um ST geht und hoffe, dass sich die Handlung noch in eine interessante Richtung entwickelt und wir kein Teenie Melodrama zu sehen bekommen. Denn dann könnte das mal wieder eine ST Serie werden die ich mit Freuden weiterempfehlen kann.

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Andre Peschke
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Re: Serientipps

Beitrag von Andre Peschke »

kami hat geschrieben:
25. Jan 2020, 09:51
Aber verbaler Unflat aus der Gamergater-Ecke ist keine ernstzunehmende Kritik.
Bitte weniger aggressiv im Ton.

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Axel
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Re: Serientipps

Beitrag von Axel »

kami hat geschrieben:
25. Jan 2020, 09:51
Da zeigt sich mal wieder die Engstirnigkeit und Bigotterie mancher Trekkies. ST:D macht wahrlich nicht alles richtig und gerade der ersten Staffel merkt man den mehrfachen Wechsel der Showrunner auch an, aber dieses hasserfüllte Gemecker vieler Fans ist rational kaum noch zu erklären. Was für ein Zufall, dass da immer die "Mary Sue"-Keule rausgeholt wird, als wären die alten ST-Protagonisten nicht allesamt makellose Helden gewesen, die ständig in steifen Phrasen Pseudo-Tech-Unsinn ausgetauscht hätten. Verglichen mit Kirk und Picard ist Michael Burnham eine wirklich facettenreiche Persönlichkeit, die Fehler machen darf, dafür auch bezahlen muss, die menschlich handelt, auch mal Härte zeigt. Seine schlechtesten Momente hatte die Serie in der ersten STaffel bislang, als man sich am deutlichsten bei den alten Serien bediente, nämlich dem bekloppten
SpoilerShow
Spiegeluniversum, das auch hier wieder völlig unplausibel dargestellt ist. Zudem erscheint vieles geradezu wie das Gegenteil einer politisch korrekten Serie. Man fängt an mit einem weiblichen Captain und einer ausgesprochen diversen Cast, und dann wird erst der weiblichen Captain durch einen weißen Mann ersetzt, der dann in der zweiten Staffel, Überraschung, durch einen weiteren weißen Mann ersetzt wird. Das schwule Paar kann sich nicht lange seines Glücks erfreuen, völlig sinnlos wird einer der beiden getötet, und verschiedene Frauen in Schlüsselfunktionen werden im Verlauf der Handlung auch noch aus dem Spiel genommen.
Das kann man kritisieren, und gerne auch den militaristischen Charakter, der sich wirklich nicht nach ST anfühlt. Und natürlich das extrem langweilige Titelthema. Aber verbaler Unflat aus der Gamergater-Ecke ist keine ernstzunehmende Kritik.
„Verbaler Unflat“? Mary Sue ist kein verbaler Unflat, sondern eine literarische Figur - sogar mit Star Trek Bezug: https://de.wikipedia.org/wiki/Mary_Sue

Natürlich gab es auch im alten Trek eine Figur die em entsprach: Wesley Crusher. Und über die Person wurde sich schon damals auf den Cons und Trekdinnern lustig gemacht. Aber Wesley konnte man gut ignorieren, denn es gab ja noch andere Folgen mit anderen Schwerpunkten. Ansonsten stimmt das einfach nicht, was Du sagst. Kirk beispielsweise war auf Spock und McCoy angewiesen. Mehr als häufig haben ihm beide komplett gegensätzliche Ratschläge gegeben und er hat dann die Mitte gefunden. Picard hatte damals Schwächen wie auch Sisko und Janeway. Und die alten Serien waren Ensemble-Serien. In jeder Folge gab es also eine andere Hauptfigur. Oder ein übergeordnetes Thema. Star Trek war nie ein Franchise welches Einzelfiguren sonderlich heraushebt, anders als Star Wars. Es war immer ein Franchise wo der Teamgedanke in Vordergrund stand.

Und Burnham? Setzt sich über Captains hinweg, weiß alles besser, ist extrem arrogant und nimmt keinerlei Rücksicht auf andere Personen. Ich mag solche Leute schon im realen Leben nicht. Und meine größte Sorge ist, dass man Picard nun das gleiche machen lässt: Nur er ist die moralisch integere Person. Nur er hat den Durchblick. Das würde so dermaßen zum Stil von Kurtzman passen. Das wäre aber kein glaubhaftes erzählen einer Geschichte. In Babylon 5 brauchte es eine ganze Crew, die geschlossen gegen die Erdpolitik protestierte, Unterstützung von anderen Völkern wie den Minbari fand und wo auch innerhalb der Erdregierung es Menschen gab, die auf ihre Weise die Raumstation unterstützten. Sowas ist glaubhaft! Hier wird - ich nehme jetzt nur den Piloten! - eine Föderation gezeigt, die sich komplett gewandelt hat. Fragen dazu:

- Wie kann das sein? Die Föderation ist ein Zusammenschluss mehrerer Völker. Man müsste also eine Welt zeigen, in der die Erde die Föderation verlassen hat. Aber ein Volk kann nicht die Politik eines Völkerbundes einseitig bestimmen.

- Warum, stand jetzt, nur Picard der sich dagegen auflehnt? Da müssten doch viel mehr Captains und Admirale sich zusammentun. Vielleicht kommt das ja noch, aber da Kurtzman halt lieber einzelne Figuren heraushebt glaube ich nicht daran.

Und hier wird es dann halt unglaubwürdig. Auch müsste man eine gespaltene Sternenflotte thematisieren, etc. Kurz: Eine Geschichte erzählen, die eben größer ist als die einer einzelnen Figur. Wo viele Figuren ihren Anteil dran haben. Wie das gut funktioniert zeigt eben aktuell auch The Expanse. Genauso wie damals diverse Serien miteinander verglichen wurden und in Konkurrenz standen ist das auch heute so. Und da zeigt The Expanse eine so viel glaubhaftere Welt als New Trek.

Ich möchte beim schauen einer SciFi-Serie auch mitdenken. Mich nicht einfach nur berieseln lassen.
Der obige Beitrag stellt allein meine Meinung dar. Auch wenn ich es vielleicht nicht jedes einzelne Mal dazu schreibe, weil ich es vergesse: es ist dennoch nicht als Verallgemeinerung gemeint. Du sollst selbstverständlich eine andere Meinung haben. :)

Coti86
Beiträge: 146
Registriert: 15. Sep 2016, 11:59

Re: Serientipps

Beitrag von Coti86 »

Axel hat geschrieben:
25. Jan 2020, 16:50
...
Mal rein so aus Neugierde, da wir uns zwar bei Disco einig aber bei Picard uneinig sind: wie hälst dus denn mit dem Rest des Franchises? Wo würdest du Voyager, DS9, TOS und Enterprise verorten?

Rince81
Beiträge: 2201
Registriert: 21. Dez 2015, 04:30

Re: Serientipps

Beitrag von Rince81 »

Axel hat geschrieben:
25. Jan 2020, 16:50
Ich möchte beim schauen einer SciFi-Serie auch mitdenken. Mich nicht einfach nur berieseln lassen.
Ich zitiere einmal drei Aussagen von Dir aus diesem und dem Filmstrang:
Axel hat geschrieben:
12. Jan 2020, 22:58
Wieder eine Produktion, die sich an diese SJW-Community angebiedert hat.
Axel hat geschrieben:
11. Jan 2020, 03:40
Was wie die heute übliche Hollywood-Anbiederung an der SJW-Twitter-Community ausschaut, entpuppt sich als cleveres Storytelling.
Axel hat geschrieben:
3. Aug 2019, 15:08
Ich habe mich in erster Linie mal wieder gefreut, dass das hier ne Serie ist, die nicht den derzeitigen SJW-Wahnsinn folgt und weiße Männer ausschließlich als Bösewichte auftreten lässt. Och finde dahingehend moderne Hollywood-Produktionen als extrem männerfeindlich.
Ich wage die Behauptung, dass dich auch die neue Star Trek(!) Serie mit Patrick Stewart(!) in verantwortlicher Stelle am Ende bitter enttäuschen wird.
SpoilerShow
Patrick Stwart ist ein SJW - schon immer gewesen - und in Staffel 2 kommt Whoopi Goldberg zurück und die ist noch schlimmer! :ugly:
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Voigt
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Registriert: 14. Jun 2016, 14:43

Re: Serientipps

Beitrag von Voigt »

Sir Patrick Stewart kam mir nie als SJW rüber, kein Blinder Krieger sondern im Gegensatz ein bedachter Verfechter von Bürger- und Sozialrechten. Siehe auch diesen Artikel als Beispiel: https://www.lewrockwell.com/lrc-blog/si ... ice-crowd/
Inoffizieller ThePod Discord Server: https://discord.gg/Vta8MGp
Steamprofil: http://steamcommunity.com/id/voigt15/ | Sysprofil: http://www.sysprofile.de/id153615

Rince81
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Re: Serientipps

Beitrag von Rince81 »

Voigt hat geschrieben:
25. Jan 2020, 19:28
Sir Patrick Stewart kam mir nie als SJW rüber, kein Blinder Krieger sondern im Gegensatz ein bedachter Verfechter von Bürger- und Sozialrechten. Siehe auch diesen Artikel als Beispiel: https://www.lewrockwell.com/lrc-blog/si ... ice-crowd/
Hätte da ein /s hin gemusst?

Er ist Humanist. Goldberg letztlich Aktivistin. SJW ist ein Kampfbegriff der immer wieder kommt wenn es darum geht Diversität in Serien und Filmen anzugreifen und der fällt hier eben regelmäßig - und ist ähnlich "diskussionsfördernd" wie der Gutmensch...
Zuletzt geändert von Rince81 am 25. Jan 2020, 19:44, insgesamt 1-mal geändert.
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