Liebe, Hass und Star Trek Discovery (Spoilerthread)

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Flo
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Re: Liebe, Hass und Star Trek Discovery (Spoilerthread)

Beitrag von Flo »

Voigt hat geschrieben:Das ist eine beliebte Theorie aber falsch. Die Spiegeluniversums Timeline ist gut bekannt und das passt Discovery so garnicht rein. Da gibt es ja nichtmal eine Föderation, sondern nur das Imperium.
Tatsächlich!
Ich habe die Kirk Enterprise nie groß geguckt und nahm an, dass das nur mal in irgendeiner Folge vor kam. Aber eben habe ich mal auf YouTube nach dem Mirror Universe gesucht und da gibt es eine richtige kleine Chronik. Und die beginnt schon bei Zefram Cochrane, der beim Erstkontakt mit den Vulkaniern eine Waffe zückt und die Besucher angreift.

Trotzdem verstehe die Motivation der Föderation in STD nicht. Und damit auch nicht den Sinn und Zweck der Discovery. Und deswegen fällte es mir schwer die Handlungen des Captains oder sonst wen wirklich einordnen zu können.

Voigt
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Re: Liebe, Hass und Star Trek Discovery (Spoilerthread)

Beitrag von Voigt »

In der aktuellen Folge haben die ja auch wieder parallel Universen angedeutet die mit dem Spore Drive erreichbar sind.
*Das* Spiegeluniversum kann es halt nicht sein, aber parallel Universen allgemein sind eh drin. Gibt ja eine Folge in TNG wo die auf tausende andere Enterprises stoßen beispielsweise.

Kirk Enterprise war wirklich nur eine random Folge, das wurde aber immer weiter ausgebaut, paar Folgen TNG, einige DS9 und paar ENT.

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Naitomea
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Re: Liebe, Hass und Star Trek Discovery (Spoilerthread)

Beitrag von Naitomea »

Nachdem ich den Anfang von Discovery sehr stark fand, die Folgen für mich danach aber immer belangloser wurden und die Hauptstory zu langsam weiter erzählt wurde, bin ich jetzt mit dem vorläufigen Ende doch wieder zufrieden. Sogar mit der Winterpause kann ich gut leben, da die letzte Folge einen guten Abschluss bildet und sich fast wie ein Staffelfinale anfühlt. Dadurch kommt es mir jetzt nicht wie eine nerivge Unterbrechung vor, sondern eher wie 'Oh cool, in 2 Monaten kommt schon die nächste Staffel'.

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toxic_garden
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Re: Liebe, Hass und Star Trek Discovery (Spoilerthread)

Beitrag von toxic_garden »

Ich habe das Gefühl, die Story tendiert stark Richtung Voyager reloaded. Ist zwar prinzipiell nicht verkehrt, aber mit DEN Charakteren... Hmm...
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biaaas
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Re: Liebe, Hass und Star Trek Discovery (Spoilerthread)

Beitrag von biaaas »

Der Gedanke kam mir am Ende von Folge 9 auch. Mal schauen, wie es im Januar weitergeht.
Naitomea hat geschrieben:Dadurch kommt es mir jetzt nicht wie eine nerivge Unterbrechung vor, sondern eher wie 'Oh cool, in 2 Monaten kommt schon die nächste Staffel'.
Das ist jetzt die positive Sichtweise. Ich fand es inzwischen schon nervig auch nur eine Woche zu warten..... :roll:

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Naitomea
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Re: Liebe, Hass und Star Trek Discovery (Spoilerthread)

Beitrag von Naitomea »

biaaas hat geschrieben: Ich fand es inzwischen schon nervig auch nur eine Woche zu warten..... :roll:
Ich auch. Finde ich auch keine clevere Entscheidung, da es absehbar war, dass es eine kontroverse Serie wird und damit eine hohe Gefahr besteht, dass Leute nach schwächeren Folgen abspringen. Während sie sich noch ein Gesamtbild gemacht hätten, wenn es direkt die ganze Staffel gegeben hätte.

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Alienloeffel
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Re: Liebe, Hass und Star Trek Discovery (Spoilerthread)

Beitrag von Alienloeffel »

Ich fand die Folge überraschend gut. Burnham muss zwar aus allem ein Drama machen aber das kennt man ja schon.
Der von mir gewünschte ruck zu mehr exploration und Forschung scheint ja in der zweiten Hälfte der Staffel zu kommen. Das die discovery ausgerechnet an der Stelle in diese Lage kommt war etwas zu vorhersehbar. Wenn was gutes daraus gemacht wird, soll mich das nicht weiter stören.
Warten nervt.

meisterlampe1989

Re: Liebe, Hass und Star Trek Discovery (Spoilerthread)

Beitrag von meisterlampe1989 »

Ich fand die Folge richtig gut. Wann wurde in einer amerikanischen Serie schon mal die Vergewaltigung und sexuelle Ausbeutung eines Mannes durch eine Frau thematisiert? Und dann auch noch so deutlich dargestellt. Es steht in der Tradition von Star Trek die boundaries zu pushen (herrlicher Anglizismus :lol: ) und das haben sie in der Folge großartig gemacht.

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Wudan
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Re: Liebe, Hass und Star Trek Discovery (Spoilerthread)

Beitrag von Wudan »

Ja was ist denn jetzt los lol
Also irgendwie hab ich nach der Folge das Gefühl das alles bis hierhin nur Prolog war. Je nach dem wie es weitergeht. Aber gerde siehts tatsächlich bisschen nach Voyager-Szenario aus, nur vielleicht in einem Paralleluniversum? Das ist jetzt spannend. Wird der Rest der Serie das erforschen des fremden Universums thematisieren oder wird das nach 1-2 Folgen wieder aufgelöst? Wenn man die Logik der Zeitlinie einhalten will, müsste man den Sporenantrieb ja eigentlich im Giftschrank der Wissenschaft verschwinden lassen, insofern würde ich erwarten das die Discovery auf Dauer verschollen bleibt (oder erst in der "Zukunft" wieder auftaucht).

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toxic_garden
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Re: Liebe, Hass und Star Trek Discovery (Spoilerthread)

Beitrag von toxic_garden »

wenn es eins noch viel zu wenig gibt, dann spekulative Theorien. Hier also meine:
im Laufe der Serie (oder Staffel) wird die Discovery zu einem Punkt in der Zeit zurück reisen, an dem die Entdeckung des Sporenantriebs noch verhindert werden kann, weil er bisher nicht geahnte Konsequenzen in der Anwendung hat. In dem Zusammenhang wird dann auch die Technik verloren gehen, die es erlaubt, klingonische Schiffe zu enttarnen (die gibt's ja später auch nicht mehr). Das reißt natürlich andere Plotholes auf, aber das war bisher ja auch ziemlich egal. Der Sporen-Navigator wird aufgrund seines Zustands wahrscheinlich als Über-Figur wieder auftauchen. Ob gut oder böse....keine Ahnung.
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SebastianStange
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Re: Liebe, Hass und Star Trek Discovery (Spoilerthread)

Beitrag von SebastianStange »

Ich war auch ganz gut unterhalten und das Herbst-Finale war kurzweilig. Geht schon. Aber mir ist die Serie zu viel Drama. Der Captain hat zu viele Fehler. Ich kann nicht zu ihm aufschauen. Ich weiß, dass Burnham dafür da ist, aber für mich ist der Captain in Star Trek immer wichtig. Und den mag ich halt nicht so gern, auch wenn er gut gespielt ist. Seine Rolle stört mich. Das geht mir zu sehr in Richtung "Heart of Darkness" und das ist einfach nicht das, was ich mir von der Serie erhofft habe. Aber schaumer mal, was die neue Ausgangslage bringt.

Auf der anderen Seite findet The Orville ja auch langsam seine Form und hat nette, seichte "Monster of the Week"-Folgen mit teils schön cleveren Konstruktionen. Beide Serien zusammen reichen mir schon aus, um mein Bedürfnis nach mehr "Star Trek" zu befriedigen. Aber es geht besser!

meisterlampe1989

Re: Liebe, Hass und Star Trek Discovery (Spoilerthread)

Beitrag von meisterlampe1989 »

SebastianStange hat geschrieben:Der Captain hat zu viele Fehler. Ich kann nicht zu ihm aufschauen. Ich weiß, dass Burnham dafür da ist, aber für mich ist der Captain in Star Trek immer wichtig.
Würde man der Serie nicht andererseits ein Strick daraus drehen, wenn sie wieder das gleiche Konzept mit dem ethisch unantastbaren Captain gebracht hätten? Für mich ist Discovery eine Star Trek Serie, die sich den modernen Serien-Konventionen angepasst hat. Und die sind halt eher dark und gritty und moralisch ambivalent.
Sowas wie TNG war in seiner Zeit genial und viele Folgen haben wegen ihrem ethisch-moralischen und philosophischen Inhalt auch heute noch Relevanz, aber so eine Serie würde man heute nicht mehr akzeptieren.

Es sei denn eben als Parodie, wie Orville.

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Flo
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Re: Liebe, Hass und Star Trek Discovery (Spoilerthread)

Beitrag von Flo »

Ich habe mir vorhin die neunte und bisher letzen Folge von STD angeschaut. Diesmal habe ich mir Notizen gemacht, um ein bisschen Fleisch habe um meinem unangenehmes Gefühl in Worte zu füllen:

Frage zur Folge:
  • Warum gefährdet Stamets noch immer die vermutlich größte Errungenschaft seit dem Warpantrieb, durch das bewusste ignorieren seiner körperlichen Nebenwirkungen?
  • Warum konnte Stamets als er dieses Sporentier retten wollte innerhalb von kürzester Zeit dessen DNA in seine initiieren, jedoch seit dem in keine andere?
  • Warum nutzt er keine Versuchstiere oder initiiert diese DNA auch in andere freiwillige, damit man sich abwechseln kann, anstatt das Leben des einzigen Experten in Sporensprungwissenschaft regelmäßig zu gefährden und ihn körperlich zu malträtieren?
  • Warum kann ein Captain die Entscheidungen des Arztes ignorieren?
  • Warum lässt ein Captain sich auf eine Diskussion bzgl. eines eben ausgesprochenen Befehls ein und gibt zähneknirschend nach?
  • Warum lässt er seine Autorität offen vor der ganzen Brückencrew infrage stellen?
  • Warum scannt die Discovery das Klingonenschiff nicht bevor sie ein away team hin beamt?
  • Falls doch, warum ist niemand die menschliche Person auf dem Schiff aufgefallen und hat sie zurück gebeamt?
  • Warum wurde Vice Admiral Cornwell nicht sofort auf die Discovery gebeamt nachdem Tyler und Burnham sie entdeckt haben?
  • Warum wurde Cornwell und Tyler erst heraus gebeamt, kurz bevor sie von den Klingonen überwältigt wurden?
  • Warum lässt der Captain Stamets den letzten Sprung machen, obwohl dieser gerade erklärt hat, dass ihn die Sprünge so krank machen, dass er die besten Ärzte der Sternenflotte aufsuchen muss.
  • Warum scheint es den Captain vor dem letzten Sprung nicht zu interessieren, dass Vice Admiral Cornwell auf dem Schiff ist, die ihn suspendieren lassen wird, weil sie ihn für unzurechnungsfähig hält?
Jetzt kann man sagen, der Fokus liege bei dieser Serie eben nicht auf der Kohärenz der Story oder auf der Tech oder auf ethisch spannende Fragen, sondern auf den Charakteren. Es geht um gute interessante Charaktere. Da hätte ich auch absolut gar kein Problem mit. Ich glaube so etwas könnte richtig geil sein. Ich liebe Firefly und da geht’s primär um die Charaktere. Das Problem ist, ich halte die Charaktere für fundamental schlecht geschrieben.


Gedanken zu Charakteren:


Michael Burnham:

Eine Frau, welcher es zwei Folgen vorher gelingt den Versuch zu wagen, die sozialen Herausforderungen, einer Party unter Kollegen zu konfrontieren. Eine Frau, die man ein halbes Jahr vorher für reif gehalten hat, ihr ein eigenes Schiff (inklusive Besatzung) zu geben. Eine Frau, die ihr bisheriges Leben der Wissenschaft gewidmet hat. Eine Frau, die im Zweikampf, mit einer unbekannten Waffe, gegen den Captain eines Klingonenschiffs, der die Waffe beherrscht und sein Leben den Kampf gewidmet hat bestehen kann. Und Klingonen folgen wohlgemerkt einer Kultur, die sich dem Kampf verschrieben hat. Sehe ich falsch, oder sind da ein paar Widersprüche reingerutscht?


Ash Tyler:

Er bringt einen Captain dazu ihm innerhalb von Wochen (?) so sehr zu vertrauen, dass er ihn zum Chief of Security seines Schiffs macht und er bringt eine vulkanisch erzogene Frau die in ihrem Leben niemals verliebt gewesen ist dazu, sich in kürzester Zeit in ihn zu verlieben. Und das alles ohne sich irgendwelche Feinde zu machen. Er ist der einzige Charakter der von seinen Kollegen entweder gefeiert oder geliebt wird. Wie erlangt man solch eine begnadete Sozialfähigkeit? Vielleicht waren es die sieben Monate durchgehende Isolation von der menschlichen Gesellschaft, das absolute und hoffnungslose Ausgeliefertsein, und die ständigen Vergewaltigungen, bevor er auf die Discovery kam. Das klingt logisch.


Captain:

Der Captain selber hat absolut keine Charakterdefinition. In der einen Szene rekrutiert er ausgerechnet die Gefängnisinsassin die den interstellaren Krieg verursacht hat*, in der anderen rettet er einen gestrandeten Weltraumwal, dann wird er wieder von Vice Admiral Cornwall als nicht zurechnungsfähig erklärt. Hier ist seine Passion Waffen, dort ist sie die Entdeckung neuer Dimensionen. Schön die Szene, in der er dem größten Sporanantrieb Wissenschaftler des bekannten Universums erklärt, was man mit dem Sporenantrieb anstellen könnte.


Saru:

Ich verstehe den Charakter nicht. Weder seine Kräfte, noch seine Motivationen. Ist sein Gefahrensinn ist eine psychologische Reaktion auf die nonverbalen Signale seiner Umwelt? Funktioniert das auch gegenüber fremden Zivilisationen, die ein anderes Set an nonverbalen Signalen elaboriert haben? Oder ist das ganze physikalischer Natur und hat etwas vierdimensionaler Wahrnehmung zu tun? Wenn es physikalisch ist, dann ist es frei von moralischen Kategorien. Woher weiß der Sinn ob er anschlagen muss, wenn nicht Saru, sondern ein Teammitglied in Gefahr ist.. oder die gesamte restliche Crew?

Die Figur Saru gefällt mir aus einer persönlichen politischen Ansicht heraus nicht. Er ist der einzige nichtmenschliche Charakter der ganzen Crew der eine Rolle spielt. Und das definierende Element seiner Zivilisation ist, dass sie alle Opfer sind. Ein ganzes Volk, welches unter einem anderen Volk lebte. Ich muss da dann gleich an das narrativ des Untermenschen denken. Bringt das die menschlichen Charaktere damit nicht automatisch in eine art Übermenschen Position? Wenn es wenigstens noch andere nichtmenschliche Charaktere gäbe, damit das nicht der einzige Kontrast ist, der „uns“ von „denen“ unterscheidet. Naja, mir persönlich ist da mulmig zumute.


* Ein Krieg beendet man entweder durch die völlige Vernichtung der anderen Zivilisation oder durch diplomatische Verhandlungen. Es gibt wenig hinderlicheres bei interstellaren Friedensverhandlungen, als die Person in den eigenen Reihen, die ungerechtfertigt zu schießen begonnen hat, nicht zu bestrafen, sondern an die Front zu schicken. Das ist ein ziemlich klares Signal an den Kriegsgegner.
Zuletzt geändert von Flo am 16. Nov 2017, 22:16, insgesamt 2-mal geändert.

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Flo
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Re: Liebe, Hass und Star Trek Discovery (Spoilerthread)

Beitrag von Flo »

PS:
Meine Theorie

Die Discovery ist am Ende der neunten Episode in unsere Dimension gefallen. Also die, die man von den anderen Star Trek Serien kennt. Wenn Stamets Fähigkeit den Sporensprung zu steuern verloren gegangen ist, dann erklärt das, warum Picard und Co keinen Sporenantrieb kennen.

Und es würde eine schöne neue Prämisse entstehen. Die Crew, welche einer Dimension entstammt..
- wo die Föderation Kriege beginnt
- wo die erste Direktive lediglich bedeutet 'du darfst nicht gesehen werden', anstatt 'du darfst keinen Einfluss nehmen'
- wo alle nichtmenschlichen Alienrassen entweder kulturlose kriegslüsterne Gegner oder wie Saru, per Definition Opfer sind
- etc.
..muss lernen in der Dimension zurecht zu kommen, die wir aus den anderen Star Trek Serien kennen. Wo man aufgeschlossen ist und wo man Konflikte diplomatisch löst.

Der große Unterschied in der narrativen Struktur der alten Star Trek Serien und der Discovery Serie ist, dass nun eine fortlaufende Geschichte erzählt wird. Früher mussten Folgen immer so enden, wie sie begonnen haben. Charaktere durften sich nicht grundlegend ändern. Das führt dazu, dass Charaktere keinen relevanten Bogen haben konnten. Im Gegensatz zu guten Filmen, wo Charaktere dringend einen haben sollten um für den Zuschauer interessant und relevant zu sein.

Nun erzählt STD eine fortlaufende Geschichte und es eröffnet sich die Möglichkeit solche Bögen zu konstruieren. Naja, und wenn die Serie ihrem Erbe treu bleiben möchte und eine aufgeschlossenere Vision der Menschheit porträtieren möchte, dann wäre es sehr sinnvoll, diese Bögen in aufgeschlosseneren Idealen enden zu lassen. Was im Umgekehrt bedeutet, dass die Bögen in xenophoberen Idealen beginnen müssen.

Wenn man also ein möglichst progressives Ideal an den Rezipienten weiter geben möchte, dann startet man sinnigerweise mit konservativen Mindsets bei den Charakteren und legt dann im Narrativ ausführlich dar, woran diese scheitern, bzw. wie sie sich ändern müssen, um das Gemeinleben besser zu machen.

-

..witzig wäre es, wenn die Klingonen in der Dimension wo sie jetzt sind wieder Haare hätten.

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toxic_garden
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Re: Liebe, Hass und Star Trek Discovery (Spoilerthread)

Beitrag von toxic_garden »

Flo hat geschrieben:Der große Unterschied in der narrativen Struktur der alten Star Trek Serien und der Discovery Serie ist, dass nun eine fortlaufende Geschichte erzählt wird. Früher mussten Folgen immer so enden, wie sie begonnen haben. Charaktere durften sich nicht grundlegend ändern. Das führt dazu, dass Charaktere keinen relevanten Bogen haben konnten. Im Gegensatz zu guten Filmen, wo Charaktere dringend einen haben sollten um für den Zuschauer interessant und relevant zu sein.
Nur ein kurzer Einwurf, bei dem Rest der Ausführungen gebe ich dir größtenteils recht, aber: Data, Worf, Cisco, Belana Torres, 7 of 9, Wesley Crusher, ....die haben alle in den alten ST-Serien eine Entwicklung durch gemacht, zu manchen gab es sogar Doppelfolgen. Und fortlaufende Geschichten gab es auch am laufenden Band. Der Dominion-Krieg, die Borg in TNG, "der Auserwählte" Cisco usw.

Es wäre schon ein sehr plumper Plot twist, wenn die Discovery jetzt in einem Parallel-Universum wäre, in dem die Föderation nun doch die Guten sind. Aber (bedauerlicherweise) nicht 100% abwegig.
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Flo
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Re: Liebe, Hass und Star Trek Discovery (Spoilerthread)

Beitrag von Flo »

toxic_garden hat geschrieben:
Flo hat geschrieben:Der große Unterschied in der narrativen Struktur der alten Star Trek Serien und der Discovery Serie ist, dass nun eine fortlaufende Geschichte erzählt wird. Früher mussten Folgen immer so enden, wie sie begonnen haben. Charaktere durften sich nicht grundlegend ändern. Das führt dazu, dass Charaktere keinen relevanten Bogen haben konnten. Im Gegensatz zu guten Filmen, wo Charaktere dringend einen haben sollten um für den Zuschauer interessant und relevant zu sein.
Nur ein kurzer Einwurf, bei dem Rest der Ausführungen gebe ich dir größtenteils recht, aber: Data, Worf, Cisco, Belana Torres, 7 of 9, Wesley Crusher, ....die haben alle in den alten ST-Serien eine Entwicklung durch gemacht, zu manchen gab es sogar Doppelfolgen. Und fortlaufende Geschichten gab es auch am laufenden Band. Der Dominion-Krieg, die Borg in TNG, "der Auserwählte" Cisco usw.
Du hast absolut recht!* Deep Space Nine hatte sich meinem Gefühl nach gerade dadurch ausgezeichnet, dass es fortlaufende Progressionen behandelt. Ich habe das damals nur zu selten geschaut um das zu begreifen. Es ist seltsam, weil ich noch so ein klares Bild von Quark vor Augen habe, aber eigentlich nichts mehr von Cisco oder gar den Dominion Kriege weiß. Seltsame Zeiten waren das damals ohne online streaming!


*Naja, nicht absolut. Dass Data oder die Borg eine eine Entwicklung durchgemacht haben würde ich bestreiten. Sie wurden explizit dargestellt als ob eine Entwicklung statt finden würde, aber auf die narrative Struktur aufgedröselt, passiert nicht wirklich was. Wie ein Foto von einer rennenden Löwin. Es sieht aus, als ob sie sich bewegen würde, aber das tut sie gar nicht. Es ist nur ein stilles Foto. Vielleicht hängt das auch davon ab, auf welcher Ebene oder Metaebene man es betrachtet.
... Man könnte die TNG Folgen in jeder beliebigen Reihenfolge schauen und hätte niemals irgendwo Verständisprobleme. Ausser bei den Doppelfolgen. Und vielleicht sollte man die erste Folge am Anfang schauen, weil Q vermutlich in anderen Folgen isoliert betrachtet untererklärt wäre.
... Aber ich muss auch einräumen das ist alles nur anekdotische Evidenz. Das ist lange her und ich damals habe ich Serien anders konsumiert. Kann gut sein, dass ich mich hier irre.

biaaas
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Re: Liebe, Hass und Star Trek Discovery (Spoilerthread)

Beitrag von biaaas »

@Flo:

Wie kommst Du darauf das die Föderation den Krieg angefangen hat. T'Kuvma war von Anfang an da um einen Krieg mit der Förderation zu führen, und dadurch die Klingonen zu vereinen. Die Klingonen haben auch als erste das Feuer eröffnet, wohl gemerkt alles im Raum der Föderation.

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Flo
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Re: Liebe, Hass und Star Trek Discovery (Spoilerthread)

Beitrag von Flo »

biaaas hat geschrieben:@Flo:

Wie kommst Du darauf das die Föderation den Krieg angefangen hat. T'Kuvma war von Anfang an da um einen Krieg mit der Förderation zu führen, und dadurch die Klingonen zu vereinen. Die Klingonen haben auch als erste das Feuer eröffnet, wohl gemerkt alles im Raum der Föderation.
Stimmt, die Föderation als ganzes, hat den Krieg nicht begonnen. Das habe ich falsch dar gestellt

[Obleich ich jedoch anmerken würde, dass T'Kuvma lediglich ein reiligiöser Spinner war, der die Klingonen vereinen wollte, indem er sie davon überzeugt, dass die Föderation ein so gefährlicher Feind ist, dass das notwendig ist. Und was ist überzeugender als Burnhams Aktion, rüber zu beamen und diesen selbsternannten Messias zu töten? Man muss unterscheiden zwischen den Taten einzelner und den Krieg zwischen unterschiedlichen Völkern.]

Aber das war auch nur ein Punkt einer Reihe von Beispielen, mit denen ich dar legen wollte, dass diese Dimension anderen Regeln zu gehorchen zu scheint. Er lässt sich leicht mit einem tragfähigeren austauschen:
  • Die Föderation in dieser Dimension scheint den Krieg in erster Linie mittels militärischer Dominanz beenden zu wollen, anstatt mit Diplomatie wie in den anderen Serien. Leben zu schützen gehörte in den anderen Serien zu den zentralen Motivationen der Föderation.
Deeskalierendes Verhalten von Seite der Föderation würde bedeuten alle Schiffe so schnell wie möglich in den eigenen Raum zurück zu ruft, um die eigenen Planeten und Raumstationen zu schützen sowie die Sicherheit der Zivilbevölkerung zu schützen. Statt dessen wird in der Serie die Geschichte eines Schiffs gezeigt, dessen explizite Mission es ist, neue Waffensysteme zu entwickeln. Also explizit das effizientere zerstören von Leben als Motivation in den Mittelpunkt stellt.

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Peter
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Re: Liebe, Hass und Star Trek Discovery (Spoilerthread)

Beitrag von Peter »

Flo hat geschrieben:[*]Warum wurde Cornwell und Tyler erst heraus gebeamt, kurz bevor sie von den Klingonen überwältigt wurden?
Das war erst möglich, nachdem man den cloaking device durchdringen konnte.
Flo hat geschrieben:[*]Warum lässt der Captain Stamets den letzten Sprung machen, obwohl dieser gerade erklärt hat, dass ihn die Sprünge so krank machen, dass er die besten Ärzte der Sternenflotte aufsuchen muss.

[*]Warum scheint es den Captain vor dem letzten Sprung nicht zu interessieren, dass Vice Admiral Cornwell auf dem Schiff ist, die ihn suspendieren lassen wird, weil sie ihn für unzurechnungsfähig hält?
Der Captain will in ein paralleles Universum (oder was auch immer) springen - man sieht, dass er Koordinaten eingibt mit destination unknown. Ob das nun aus Forschungsdrang ist (es wäre evtl. die letzte Möglichkeit, dies zu machen), oder einfach nur, weil er seine Suspendierung verhindern will, sei mal dahingestellt. Ich tippe auf letzteres: Nachdem er gehört hat, dass der Admiral wieder voll genesen wird, will er einfach verschwinden.

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Flo
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Re: Liebe, Hass und Star Trek Discovery (Spoilerthread)

Beitrag von Flo »

Peter hat geschrieben:
Flo hat geschrieben:[*]Warum wurde Cornwell und Tyler erst heraus gebeamt, kurz bevor sie von den Klingonen überwältigt wurden?
Das war erst möglich, nachdem man den cloaking device durchdringen konnte.
Bevor die cloaking device gestartet wurde, hatten die beiden mehr als genug Zeit dafür.

Auch verstehe ich übrigens nicht, weshalb die Klingonen sich mit ihren Schiff nicht bewegt haben, nachdem die cloaking device eingeschaltet wurde. Untergräbt das nicht den ganzen Sinn einer einer Tarnvorrichtung, wenn man an der Stelle stehen bleibt, auf der man verschwunden ist? Der Gegner kann ja einfach auf die letzte bekannte Stelle schießen. Und setzt der Plan der Discovery, mit den vielen Mikrosprüngen die Scans von unterschiedlichen Vektoren aus zu scannen, nicht voraus, dass das Schiff stehen bleibt?
...naja, zugegeben, das ist nitpicking. Aber wenn mich die Charaktere nicht abholen, dann beschäftigt sich mein Gehirn halt mit solchen Dingen.
Peter hat geschrieben:
Flo hat geschrieben:[*]Warum lässt der Captain Stamets den letzten Sprung machen, obwohl dieser gerade erklärt hat, dass ihn die Sprünge so krank machen, dass er die besten Ärzte der Sternenflotte aufsuchen muss.

[*]Warum scheint es den Captain vor dem letzten Sprung nicht zu interessieren, dass Vice Admiral Cornwell auf dem Schiff ist, die ihn suspendieren lassen wird, weil sie ihn für unzurechnungsfähig hält?
Der Captain will in ein paralleles Universum (oder was auch immer) springen - man sieht, dass er Koordinaten eingibt mit destination unknown. Ob das nun aus Forschungsdrang ist (es wäre evtl. die letzte Möglichkeit, dies zu machen), oder einfach nur, weil er seine Suspendierung verhindern will, sei mal dahingestellt. Ich tippe auf letzteres: Nachdem er gehört hat, dass der Admiral wieder voll genesen wird, will er einfach verschwinden.
Oh, das ist mir nicht aufgefallen. Interessant.. Danke!

Jetzt stellt sich die noch die Frage, warum Stamets selbst den Sprung machen wollte.

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