Journalismus

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Odradek
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Journalismus

Beitrag von Odradek » 24. Okt 2017, 11:44

Nachdem mehrfach, auch gerade aus Spieleredakteurssicht, das Thema Journalismus aufgemacht wurde, würde ich diese Diskussion gerne im allgemeinen Bereich fortführen, also auch mit konventionellen Journalismus fortführen.

Drei Thesen würde ich gerne eingangs mal reinstellen, die von Jochen und André vorgestellt wurden.

1. Journalismus muss wieder vom Adressaten, also dem/der Leser/in bezahlt werden, damit er unabhängig sein kann.

Ein hehres Ziel, aber ist das überhaupt möglich, abseits von Nischen wie der Podcast und war jemals dieser Zustand? Zumindest zu meiner Schulzeit hab ich noch gelernt, dass 2/3 bis 3/4 der Einnahmen klassischer Printmagazine nicht über den Verkaufspreis finanziert wird, sondern über darin enthaltene Werbung.
Im Videospielebereich mag das nochmal schwieriger sein, da nahezu alle Werbung die geschaltet wird im (erweiterten) Spielebereich zu finden ist, aber auch bei Tageszeitungen, insbesondere bei Lokalblättern gab es schon immer Diskussionen, ob diese über unschöne Zustände innerhalb einer Firma entsprechend kritisch berichten, wenn diese zugleich einer der Stammkunden der Zeitung ist.

2. „Journalisten müssen darüber berichten, was die Leute wissen müssen und nicht was sie wissen wollen.“
Toller Ansatz von Jochen, aber hier würde mich interessieren, was er genau damit meint und wie er es umgesetzt sieht. Ich lese ja auch in der Zeitung die Artikel die mich interessieren und überspringe jene, die mich weniger interessieren, treffe also meine Auswahl interessensbasiert und habe ja auch kein Ranking, ob ein Artikel ein „must-read-Artikel“ ist. Klar, der Umfang und Positionierung eines Artikels sind ein guter Indikator, aber die Frage nach „was muss ich wissen“ wird ja nicht durchgängig ausgegeben. Ich wähle ja bereist dadurch aus, dass ich eine Zeitung oder den Spiegel lese, ich also über Politik unterrichtet sein möchte, wenn ich Tratsch über Filmstars lesen möchte, dann würde ich entsprechend andere Magazine wählen.

3. Im Grunde zu 2. Ist hier ein „weiteres“ Problem von Online-journalismus? Zumindest mir ergeht es so, dass ich, wenn ich mir eine Zeitung, den Spiegel oder sonst ein Magazin kaufe, ich darin weit mehr lese, als ich online lesen würde. Nicht nur aufgrund von Papier versus Bildschirm, sondern durch die Tatsache, dass ich mir eine komplette Zeitung gekauft habe. Ich habe Geld dafür ausgegeben, also will ich mein Geld auch gut angelegt haben und lese auch den einen oder anderen Artikel durch, den ich online vermutlich nicht angeklickt hätte, da er mich nur so semi interessiert. Aber vielleicht bin ich da auch eigen?
Zuletzt geändert von Odradek am 24. Okt 2017, 12:35, insgesamt 1-mal geändert.

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XfrogX
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Re: Journalismus

Beitrag von XfrogX » 24. Okt 2017, 12:13

Naja zum zweiten. Wenn jeder Journalist sich daran halten würde. Wäre ja auch in jedem Artikel etwas das man wissen muss wenn einen das Thema interessiert.

Das nun meine Oma keinen von Jochens Artikeln in ihrem Leben muss und ihr trotzdem nichts fehlt ist doch klar.

Ich denke es ist eher so gemeint das es halt gegen diese ganzen Meldungen schießt die eigentlich keinen weitern Inhalt haben aber trotzdem auf ne ganze Seite gestreckt werden. Oft würde es dabei aber auch eine Zeile tun.

Zum ersten glaube ich das geht halt nur wenn der Leser wirklich reich ist. Gibt ja von red Bull und auch einigen Promis schon Nachrichten auf verschiedenen Kanälen. Für die Masse ist das glaube ich echt schwierig. Wobei auch dort wahrscheinlich eher der umkehrschluss wichtig ist. Nämlich das keine Werbung kommt aus der Richtung über die man berichtet.

Jochen

Re: Journalismus

Beitrag von Jochen » 24. Okt 2017, 14:55

Odradek hat geschrieben:Ein hehres Ziel, aber ist das überhaupt möglich, abseits von Nischen wie der Podcast und war jemals dieser Zustand? Zumindest zu meiner Schulzeit hab ich noch gelernt, dass 2/3 bis 3/4 der Einnahmen klassischer Printmagazine nicht über den Verkaufspreis finanziert wird, sondern über darin enthaltene Werbung
Dann war bzw. hat deine Schule schlecht informiert. Der Anteil von Werbung am Gesamtumsatz variiert natürlich je nach Printprodukt/branche, aber 2/3 bzw. 3/4 sind absurd hoch. Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger nennt zum Beispiel für 2014 einen Gesamtumsatz von 7,393 Milliarden Euro, wovon 2,84 Milliarden Euro auf Anzeigen und Beilagen entfallen und 4,553 Milliarden auf Vertriebserlöse, also Verkäufe. Macht einen Anteil von circa 38 Prozent. Das ist ein guter Richtwert.

Wenn wir im reichweitenbasierten Online-Umfeld von Werbeerlösen jenseits der 90% sprechen, dann ergibt sich notwendigerweise eine völlig andere Struktur und damit in der Konsequenz auch andere Inhalte. Wenn nicht mehr der Leser, sondern der Werbekunde die Gehälter der Redakteure bezahlt, dann werden mittelfristig auch seine Interessen deutlicher im Vordergrund stehen als bei einem umgekehrten Modell. Das hat nicht mit böser Absicht, Korruption oder fehlender Integrität zu tun, sondern liegt schlicht an einem anderen Geschäftsmodell.

Zum Rest später mehr. Jetzt gleich Aufzeichnung.

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Sebastian Solidwork
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Re: Journalismus

Beitrag von Sebastian Solidwork » 24. Okt 2017, 15:51

Kann das auch was mit Angebot und Nachfrage zu tun haben? Es gibt ein vergleichsweise größeres Angebot als es Nachfrage gibt.
Zu viele wollen journalistische Angebote bieten und kämpfen um das Geld, dass man damit verdienen kann.
Im Zusammenspiel mit der Kostenlosmentalität im Internet entsteht hier Druck aus zwei Richtungen: Viele Angebote/Konkurrenz und wenig Nachfrage die bereit ist zu zahlen.
Klingt nach einer überfälligen Marktbereinigung.

Und nach den SEO/Clickbait-Folgen habe ich den Eindruck, dass sich letztlich Bezahlinhalte (vielleicht auch mit Mikropayment) durchsetzen werden. Sowohl die Konsumenten als auch die Produzenten werden sich umstellen. Weil ich glaube, dass der Status quo auch nur vorübergehend und für beide Seiten nicht befriedigend ist.
Der Satz "Was nichts kostet taugt nicht." wird wieder an Gewicht gewinnen.

Prognosen sind schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen.
Umweltschutz beginnt im Geldsystem.
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Der Sinn des Lebens ist, dass Menschen voller Sinn das niemals wissen müssen. - Gunter Dueck in Omnisophie

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Re: Journalismus

Beitrag von TechniKadger » 24. Okt 2017, 20:49

Als Anregung verweise ich hier auf CORRECTIV, eine non-profit Seite, die investigativen Journalismus betreibt. Ihre Recherchen zur Pharmaindustrie zum Beispiel sind sehr empfehlenswert.

Sie finanzieren sich durch Spenden und Gelder von Stiftungen etc.
Alle Spenden, die 1.000 Euro übersteigen, geben sie an. Wen's interessiert, der kann sich ja mal die Finanzberichte oder die Liste der Förderer ansehen. https://correctiv.org/correctiv/" onclick="window.open(this.href);return false;

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Re: Journalismus

Beitrag von radiator » 24. Okt 2017, 21:50

Eine Bachelorarbeit (2014) zum Thema.

Kritische Betrachtung des deutschsprachigen Videospielejournalismus: Status Quo, Probleme, Perspektiven
https://monami.hs-mittweida.de/files/45 ... _25439.pdf" onclick="window.open(this.href);return false;

Odradek
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Re: Journalismus

Beitrag von Odradek » 24. Okt 2017, 21:59

Jochen hat geschrieben:
Dann war bzw. hat deine Schule schlecht informiert.
Das kann gut sein, da will ich meine Schule nicht verteidigen. Aber interessant, dass es so völlig anders zu sein scheint.


Ansonsten, Links und Texte sind natürlich gerne willkommen, auch und gerade zur Untermauerung von Argumenten und dergleichen, aber ich würde doch sehr gerne mit euch diskutieren. 30 Seiten Text mir hinzulegen, mag zwar eine sehr nette Intention haben und möchte ja auch dankbar dafür sein, aber wenn ich einfach nur ein Fachbuch konsumieren möchte, dann brauch ich hier keinen Thread eröffnen.

Hier bitte nicht falsch verstehen, es soll wirklich nicht als Vorwurf gelten oder böse, aber so einen Beitrag schreib ich ja, damit hier eben über Journalismus gesprochen wird.

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Re: Journalismus

Beitrag von bluttrinker13 » 24. Okt 2017, 22:56

TechniKadger hat geschrieben:Als Anregung verweise ich hier auf CORRECTIV, eine non-profit Seite, die investigativen Journalismus betreibt. Ihre Recherchen zur Pharmaindustrie zum Beispiel sind sehr empfehlenswert.

Sie finanzieren sich durch Spenden und Gelder von Stiftungen etc.
Alle Spenden, die 1.000 Euro übersteigen, geben sie an. Wen's interessiert, der kann sich ja mal die Finanzberichte oder die Liste der Förderer ansehen. https://correctiv.org/correctiv/" onclick="window.open(this.href);return false;
Das ist ja gut und schön das sie das so transparent angeben und veröffentlichen.

Aber was ich da unter den Geldgebern sehe lässt mich doch an einem unabhängigen, investigativen Journalismus stark zweifeln. Oder zumindest sie jetzt nicht als Vorreiter von solchem sehen, auch wenn sie eventuell gute Arbeit machen.

Da sind bspw ne Menge Thinktanks dabei (e.g., Open Society Foundation, Freedom House) und sogar Google selber, sowie die Bundesregierung, die Parteien (über ihre Stiftungen) sowie Stiftungen der oberen 1% (bspw Brost). Thinktanks sind alles andere als unabhängige Institutionen, die haben eine Agenda, und alleine Soros ist wiederholt im Verdacht an regime change Bemühungen beteiligt gewesen zu sein (Bsp Ukraine).
Inwiefern ist das denn dann unabhängiger als der SPIEGEL und Konsorten...?

Nee, aber sowas kann meines Erachtens nur 100% unabhängig sein wenn es 100% crowdfunded ist. Obwohl das ja in größerem Ausmaße recht utopisch ist. Gibt dennoch viele Seiten und blogs, die es machen.

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Re: Journalismus

Beitrag von radiator » 25. Okt 2017, 08:24

Odradek hat geschrieben:
radiator hat geschrieben:Eine Bachelorarbeit (2014) zum Thema.

Kritische Betrachtung des deutschsprachigen Videospielejournalismus: Status Quo, Probleme, Perspektiven
https://monami.hs-mittweida.de/files/45 ... _25439.pdf" onclick="window.open(this.href);return false;
Ansonsten, Links und Texte sind natürlich gerne willkommen, auch und gerade zur Untermauerung von Argumenten und dergleichen, aber ich würde doch sehr gerne mit euch diskutieren. 30 Seiten Text mir hinzulegen, mag zwar eine sehr nette Intention haben und möchte ja auch dankbar dafür sein, aber wenn ich einfach nur ein Fachbuch konsumieren möchte, dann brauch ich hier keinen Thread eröffnen.
Die Arbeit fand ich vor einigen Wochen und habe sie in Auszügen gelesen. Ich wusste nicht, ob ich die Zusammenfassung auf Seite 3 ins Forum kopieren soll und fand das Inhaltsverzeichnis aussagekräftig.
Abstract hat geschrieben:Die vorliegende Arbeit untersucht den Status Quo des deutschsprachigen Videospielejournalismus mit dem Ziel, qualitative Defizite und Probleme zu bennen und mögliche Perspektiven aufzuzeigen. Zu diesem Zweck werden in der Branche übliche Arbeitspraktiken unter journalistischen Gesichtspunkten analysiert. Dabei fließen die Expertisen dreier Journalisten maßgeblich in die Untersuchungen ein. Im Rahmen des Diskurses stellen sich vor allem der Berufseinstieg, gängige Finanzierungsmodelle und der Mangel an journalistischer Vielfalt als problematisch heraus. Nach eingehender Prüfung der Fakten wird daher argumentiert, dass der deutschsprachige Videospielejournalismus sein Selbtverständnis und seine Traditionen hinterfragen muss, um neue Wege und Ziele der Berichterstattung ergründen zu können.
Die drei Journalisten sind Dennis Kogel, Christian Kurowski und Robin Schweiger. Die Arbeit beleuchtet die Finanzierungsmodelle (Jochens Post). In der Arbeit wurde erkannt, dass sich viele Podcast-Liebhaber-Projekte neben dem redaktionellen Alltag entwickelt haben, deren Wachstum aber nicht vorhersagbar war.

Als großes Problem wird der übliche Quereinstieg in die Branche identifiziert. Es gibt kaum Ausbildung und Förderung des Nachwuchses seitens des Spielejournalismus, obwohl Studiengänge und Ausbildungen für dieses Berufsfeld etabliert sind.

Ich hoffe, dass macht etwas klarer, warum dieser Text interessant sein könnte.
Das komplette Fazit ist auf Seite 46

Jochen

Re: Journalismus

Beitrag von Jochen » 25. Okt 2017, 12:42

Odradek hat geschrieben:2. „Journalisten müssen darüber berichten, was die Leute wissen müssen und nicht was sie wissen wollen.“
Toller Ansatz von Jochen, aber hier würde mich interessieren, was er genau damit meint und wie er es umgesetzt sieht
Das ist eine ist eine Konsequenz aus dem anderen: Wenn man in einer reichweitenfinanzierten Struktur operiert, bei der die Einnahmen letztlich dadurch entstehen, dass möglichst viel Werbung ausgeliefert werden kann, dann wird man notwendigerweise die Inhalte darauf optimieren. Das bedeutet SEO. Das bedeutet Clickbait. Das bedeutet eine veränderte Themenauswahl. Wenn eine News zu Playerunknown's Battlegrounds besser klickt als drei zeit- und arbeitsaufwändige Reportagen, dann macht man mehr News zu Playerunknown's Battlegrounds - und weniger Reportagen. Ganz gleich, ob die Reportagen unter Umständen ein wichtiges Thema beleuchten.

Das ist natürlich keine neue Entwicklung - die BILD hat mit den unglaublichen Abenteuern von Boris Beckers Lümmel schon früher mehr Auflage gemacht als die FAZ mit Außenpolitik. Neu ist allerdings die werbereichweitenfinanzierte Struktur, in der es immer weniger wirtschaftlichen Sinn ergibt, nicht über die unglaublichen Abenteuer von Boris Beckers Lümmel zu berichten. Warum soll ich einen Autor und mehrere Manntage an 20.000 Klicks verschwenden, wenn der selbe Autor in der selben Zeit dreimal 100.000 Klicks produzieren könnte?

Beikommen wird man dem Problem - auch das haben wir schon oft genug angesprochen - wahrscheinlich nur durch Bezahlinhalte. Ein Artikel, den 10.000 Menschen umsonst lesen, ist nicht rentabel. Ein Artikel, den 10.000 Menschen bezahlen, sehr wohl. Entsprechende Bemühungen von Seiten der Verlage sieht man ja auch allenthalben; von Spiegel Daily bis GameStar Plus. Dabei rennt man freilich in eine Reihe von potenziellen Problemen: Ich kenne zum Beispiel viele Leute, die die Qualität der Berichterstattung von SPON inzwischen so katastrophal finden, dass sie gar nicht auf die Idee kämen, für ein Bezahlangebot von SPON zu zahlen - auch wenn sie dort am Ende vielleicht genau das kriegen, was sie eigentlich suchen. Und natürlich hat sich auch die Mediennutzung in den letzten Jahren massiv verändert. Informationen haben längst nicht mehr den Wert, den sie in der analogen Zeit besaßen. Warum für etwas bezahlen, was ich anderswo auch umsonst kriege?

Ein Patentrezept habe ich auch nicht. Aber wenn wir keinen Weg finden, dass Menschen bereit sind, für klassisch journalistische Inhalte Geld auszugeben, dann werden sie aufgrund der veränderten Strukturen irgendwann verschwinden.

Odradek
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Re: Journalismus

Beitrag von Odradek » 26. Okt 2017, 10:20

Jochen hat geschrieben:
Wenn man in einer reichweitenfinanzierten Struktur operiert, bei der die Einnahmen letztlich dadurch entstehen, dass möglichst viel Werbung ausgeliefert werden kann, dann wird man notwendigerweise die Inhalte darauf optimieren.
.

Toll Jochen, jetzt hast du mich soweit, dass ich den Optimisten gebe, zumindest in einer Art und Weise.
Aber Du scheinst hier ein Bild zu zeichnen, bei dem Journalisten eine Form des Bildungsauftrags erfüllen (sollten), indem die FAZ Bsp über Außenpolitik berichtet, aber nicht über Beckers Lümmel. Mit Clickbait siehst du die Gefahr, dass wir uns in einer Spirale nach unten bewegen, bei denen die Clickzahlen bei Beckers Umtriebe höher sind als bei Fragen der Menschenrechtslage in Myanmar.
Muss diese Niveauspirale nicht schlechterdings irgendwo ein Ende finden? Wenn nun die FAZ anfängt auf Clickbait zu gehen und versucht ist, die Bild Zeitung niveaumäßig noch zu unterbieten, wie es die CSU versucht die AfD-Rechts zu überholen, dann folgt daraus doch nicht, dass FAZ oder CSU mehr Publikum bekommen. Der Kuchen ist begrenzt und im Zweifel – um auch hier mal einen alten Sinnspruch zu bedienen – werden die Leute das Original wählen, sei es AfD oder Bild. Es geht doch um die ökologische Nische und die kann doch nicht ausschließlich im Boulevardjournalismus liegen.

FAZ, Spiegel und Co. hatten nie die Auflagen einer Bildzeitung. Das ist bedauerlich und wirft ein trauriges Bild auf unsere Gesellschaft, aber entspricht der Realität. Entsprechend ist es doch auch absurd, wenn sie versuchen, mit Bild und co. zu konkurrieren und auch noch auf deren Spielfeld. Am Ende verlieren sie dann doch nur beides, erschließen kaum neue Leserschaft und vergraulen ihre angestandene Leserschaft. Boris Lümmel generiert vielleicht mehr Clicks, aber das ist eben nicht die ökologische Nische einer FAZ, kurzfristig erhalten sie hierbei vielleicht die höheren Erträge, aber langfristig können sie da nicht gegen den Platzhirsch Bild bestehen. Wie du auch selbst schreibst:
Jochen hat geschrieben: Ich kenne zum Beispiel viele Leute, die die Qualität der Berichterstattung von SPON inzwischen so katastrophal finden, dass sie gar nicht auf die Idee kämen, für ein Bezahlangebot von SPON zu zahlen
.
Das Vertrauen ist eben weg und viele Leute, mich eingeschlossen, distinguieren entsprechend klar zwischen SPON und Spiegel (Printheft). Die eine Seite steuere ich nur in Ausnahmefällen an, das Magazin lese ich dennoch immer mal wieder gerne (dass auch hier das Niveau seit Jahren gesunken ist, will ich gar nicht bestreiten sondern muss es betonen Es verbleibt aber dennoch eines der besten, wenn nicht sogar das beste deutschsprachige Wochenmagazin, soviel oder wenig das auch noch Wert sein mag).

Jetzt könnte man natürlich hinterfragen, ob wir alle schon so tief in der Ära des post-truths sind, wo kein Wert und kein Verlangen mehr nach Qualitätsjournalismus herrscht, aber so kulturpessimistisch will ich mich dann doch nicht geben.

Jochen hat geschrieben: Beikommen wird man dem Problem - auch das haben wir schon oft genug angesprochen - wahrscheinlich nur durch Bezahlinhalte. Ein Artikel, den 10.000 Menschen umsonst lesen, ist nicht rentabel. Ein Artikel, den 10.000 Menschen bezahlen, sehr wohl. Entsprechende Bemühungen von Seiten der Verlage sieht man ja auch allenthalben; von Spiegel Daily bis GameStar Plus. Dabei rennt man freilich in eine Reihe von potenziellen Problemen: Ich kenne zum Beispiel viele Leute, die die Qualität der Berichterstattung von SPON inzwischen so katastrophal finden, dass sie gar nicht auf die Idee kämen, für ein Bezahlangebot von SPON zu zahlen - auch wenn sie dort am Ende vielleicht genau das kriegen, was sie eigentlich suchen. Und natürlich hat sich auch die Mediennutzung in den letzten Jahren massiv verändert. Informationen haben längst nicht mehr den Wert, den sie in der analogen Zeit besaßen. Warum für etwas bezahlen, was ich anderswo auch umsonst kriege?
.

Natürlich muss hier ein Umdenken stattfinden und das Ende der kostenlosen Nachrichten im Internet, der rein Werbefinanziert ist, kann in dieser Form nicht weitergehen. Vor was ich jedoch warnen möchte, ist die Idee, dass man für jeden einzelnen Artikel zahlt. Das verschärft das Problem letztlich aus meiner Sicht nur, weil dann der Artikel ebenfalls viel direkter in Euro und Cent umgerechnet wird. Hier muss ein umfassendes Angebot bestehen, denn ihr habt es ja selbst schon einmal angesprochen: den Feuilleton in der Zeitung liest nur ein kleiner Prozentsatz der Zeitungsleser. Milchmädchenhaftgerechnet müsste man diesen Wegrationalisieren. Aber kann man das wollen? Ich lese ihn auch nicht immer oder sogar nur vereinzelt, aber er ist ein wichtiger Bestandteil der Zeitung und gehört hinein. Ich möchte ihn nicht missen und halte ihn für die Identität einer Zeitung auch für wichtig.

Es muss den Zeitungen gelingen, dass sie eine Identität aufbauen und verlorenes Vertrauen wieder zurückgewinnen. Der Gedanke muss sein, dass die Leute als ersten Impuls http://www.zeit.de" onclick="window.open(this.href);return false; aufrufen (um mal noch eine anderes Nachrichtenmagazin einzubinden), wenn sie sich über Trumps jüngste Eskapaden und die nicht-Bestätigung des Atomdeals informieren wollen und nicht „Trump Atomdeal“ in google eingeben. Langfristige Kundenbindung im Vergleich zur SEO-Laufkundschaft die heute hier und morgen dort ist.

Eine andere Idee wäre es, ob man hier nicht auch steuerlich Nachhelfen kann. Die bösen Worte GEZ und Kultursteuer und hier geht vielen dann gleich ein rotes Licht an, aber ich bin ein großer Freund öffentlich-rechtlicher Rundfunke. Die machen tolle Beiträge, großartige journalistische Arbeit, warum hier nicht stärker mit etablierten Zeitungen und Journalisten kooperieren?

Und hier gleich noch zwei Disclaimer:

Klar, die Gremien müssten tatsächlich überpolitisch und unabhängig sein und bevor hier jetzt jemand lacht, ja solche Gremien gibt es und solche Dinge können auch funktionieren (die politischen Bildungseinrichtungen wie BpB und LpB sind hierfür ein gutes Beispiel).

Und ja, wenn ich öffentlich-rechtliche lobe, dann bin ich nicht frei von Kritik. Aus meiner Sicht könnte und müsste man im „Bildungs- und Unterhaltungsauftrag“ die Unterhaltung streichen oder nur in der Kombination mit der Bildung erlauben. Ich sehe keinen Grund, warum öffentliche Sender gewisse Formate brauchen und damit meine ich nicht einmal nur den Musikantenstadl. Fußball-WM? Das interessiert so viele, das kann RTL und co gerne haben und senden. Tatort? Tatortreiniger? Tolle Formate, tolle Ideen damals, aber das kann zukünftig doch auch von den privaten Übernommen werden.
Eine Reportage über das iranische Drogenproblem, bei der die Gesetze einerseits drakonisch streng, andererseits überraschend modern sind? Das funktioniert leider aktuell nur über die Gebühren und dann darf der Sendeplatz, wie jüngst wieder geschehen, nicht auf Mittwoch nachts um halb 1 fallen, wo es selbst interessierte nur schwerlich anschauen können, da ja ein besserer Sendetermin zuvor vom Quotenstarken Tatort und anderem belegt war.

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Re: Journalismus

Beitrag von XfrogX » 26. Okt 2017, 12:10

@Odradek

Aber machen nicht quasi alle das was du als es wird nicht so kommen oder nicht klappen bezeichnest?

Alle gehen immer mehr auf Boulevard. Alles was teuerer Journalismus ist wird immer weiter gekürzt.

Klar würde ich dir zustimmen es kann nicht sein das es irgendwann 2 Bildzeitungen gibt die inhaltlich das selbe schreiben aber andere Käufer abholen.

Allerdings würde ich aus meinem erleben sagen das es wohl so ist das sie noch eher als Kopie einer BILD überleben. Einfach weil die Leute nicht bereit sind für normale gute Informationen auch irgendwas zu bezahlen.

Klar einzelne Artikel zu verkaufen wird zum selben führen wie jetzt Werbung. Den eigentlich verkaufen sie ja heute auch einzelne Artikel. Nur statt uns bezahlt die Firma die Werbung schaltet.

Ich glaube dieses all umfassende wird sterben es wird immer mehr in bestimmte Richtungen driften und jede Richtung wird von ihren Fans bezahlt.

Am Ende wird eins dann extrem wichtig das man Medien kritischer hinterfragt und sich selber die Mühe macht verschiedene Seiten aufzurufen um unterschiedliche Meinungen zu bekommen.

Aber klar das wird dann Vorallem zu Beginn dazu führen das Leute noch viel stärker in ihrer filterblase leben.

Das ist ja auch nicht unbedingt schlecht.

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Re: Journalismus

Beitrag von Odradek » 26. Okt 2017, 13:26

XfrogX hat geschrieben:@Odradek

Aber machen nicht quasi alle das was du als es wird nicht so kommen oder nicht klappen bezeichnest?
Was macht ihr nur mit mir, dass ich hier den Optimisten gebe?
Aber ja, aktuell erleben wir noch ein race to the bottom und es werden noch viele Tränen fließen, bevor wir die Talsohle erreicht haben.
Ich würde aber dennoch behaupten, dass es auch Grund zur Hoffnung gibt und hier ist vielleicht der Blick in die USA ausnahmsweise mal ganz erfreulich, die uns auch weiterhin 5 Jahre voraus sind. Dort verzeichnen nämlich die vom Präsidenten als "Lügenpresse" und "fake news" geschmähten und mit immer weiter sinkenden Lesendenzahlen diffamierten Blätter wie die New York Times und dergleichen tatsächlich einen Aufschwung. Die Absatzzahlen steigen entgegen den Äußerungen Trumps seit einiger Zeit wieder und sowohl im Print wie auch digital
https://www.nytimes.com/2017/07/27/busi ... nings.html" onclick="window.open(this.href);return false; (und dabei finde ich die Webpräsenz, also die reine Aufmachung/Design der NYT erstaunlich hässlich für ein Nachrichtenmagazin im Jahr 2017).


XfrogX hat geschrieben: Am Ende wird eins dann extrem wichtig das man Medien kritischer hinterfragt und sich selber die Mühe macht verschiedene Seiten aufzurufen um unterschiedliche Meinungen zu bekommen.
Das alte Mantra vom kritischen Leser/ von der kritischen Leserin.
Versteh mich nicht falsch, ich bin völlig bei Dir, dass auch ich den/die mündige/n LeserIn möchte, bis hin zu meiner nicht ganz ernsgemeinten provokanten These, dass es besser ist, wenn gebildete Leute die Bild-Zeitung lesen, weil sie diese dann kritisch lesen, anstelle der FAZ, deren Texte sie für Abbilder reinster Wahrheit missverstehen.
Gleichzeitig möchte und brauch ich aber auch eine Orientierungsfunktion. Ich kann nicht bei jedem Artikel den ich lese, bei jeder Einschätzung und bei jeder Nachricht jedes Detail nachrecherchieren. Es wäre schön, aber so viel Lebenszeit hab ich einfach nicht und oftmals auch schlichtweg nicht die Expertise. Ich muss da ein gewisses Vertrauen haben (das natürlich über Zeit gewachsen ist und immer wieder hinterfragt gehört), dies mag im einzelnen dabei an Personen gebunden sein aber eben auch an Verlage.
Ich geb Dir ein Beispiel. Der Giftgaseinsatz in Syrien. Hierzu gibt es unzählige Artikel, die darüber spekulieren, wer dafür verantwortlich war. Die "Nachrichtenseite" Russia Today mischt da fleißig mit und postet Artikel um Artikel, warum die Frage ungeklärt ist, warum es vielleicht die Rebellen selbst waren, warum es inszeniert sein könnte. Und wenn man sich diesen Unsinn durchliest, dann klingt das alles zunächst plausibel. Nun weiß ich aber, dass ich Russia Today bereits mit Vorsicht begegnen muss, die schon häufig gelogen hat, im Staatsinteresse arbeitet und schon vielfach politische höchst zweifelhafte Einschätzungen abgab.

Foreign Affairs – seines Zeichens zwar keine Zeitung, sondern ein Journal – macht hingegen deutlich, warum es sich um einen Giftgasbombenangriff gehandelt haben muss und macht dies auch deutlich, etwa indem sie Wirkstoff erklärt, das ein reaktives 2-Komponenten-Gas ist. Versteh ich die Chemie dahiner? Nein. Bin kein Chemiker, keine Ahnung, ich weiß aber, dass Foreign Affairs ein hervorragendes Journal ist und ich mich auf die verlassen kann.

Nun hab ich mich in diesem Fall schon stärker mit der Thematik auseinander gesetzt, aber das kann ich schon aus Zeitgründen nicht bei allem. Kritischer Medienkonsum ist gut und bin ich ganz bei Dir, aber ich halte es tatsächlich für wichtig, dass ich zu Personen und Zeitungen auch eine Vertrauensbeziehung aufbaue und nicht jeder Kontakt ein first date ist.

Axel Nachtragsedit und etwas von mir selbst verursachtes Sidetracking :
Axel hat geschrieben:
Da argumentierst Du mir ein wenig zu sehr aus dem Elfenbeinturm heraus.
Gut möglich und ich weiß, dass es utopisch ist.

Axel hat geschrieben:
All das wird aber erst mit den Unterhaltungsformaten legitimiert. Wir sehen doch jetzt schon, wie sehr die ganzen Verlage gegen die ÖR Angebote, besonders im Netz, Sturm laufen. Diese ganze zuschauerfeindliche Depublikationspflicht vor ein paar Jahren lag auch daran, dass private Anstalten und Verleger Lobbyismus in der Politik betrieben haben.
Hier würde ich in meinem Elfenbeinturm widersprechen.
Mein "Konzept" würde natürlich einen radikalen Schnitt der öffentlichen Sender bedeuten. Viele bräuchte man nicht mehr, hunderte von Sendeplätzen würden frei werden. Aber das gäbe eben auch gewaltiges Einsparpotential, wenn etwa die 218 Millionen für die WM 2018 zur Verfügung stehen. Meine Idee beschreibt also einen schlankeren öffentlichen Rundfunk, der sich auf seinen Bildungsauftrag bzw seinen unterhaltsamen Bildungsauftrag fokussiert. Neue Formate (Tatort/ Tatortreiniger andere Sendungen wie etwa auch das gerühmte, aber durch den Sendeplatz kritisierte Babylon Berlin) könnten darunter ja auch weiterhin gestartet werden, aber wenn diese fliegen können und entsprechend getragen haben, dann kann man sie in die Freiheit entlassen.


Great Scott, erst werde ich hier latent optimistisch und dann gebe ich hier noch den wirtschaftsliberalen und feuchten Traum der FDP. Ich glaube, ich geh mal Fiebermessen...

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XfrogX
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Re: Journalismus

Beitrag von XfrogX » 27. Okt 2017, 09:15

Aber sind diese steigenden Zahlen nicht nur ein Produkt von trump? Wenn alles normal laufen würde wie sähe es dann aus?

Also ich hab ja nun nicht die Zahlen, aber könnte mir vorstellen das sie mit dem Wahlkampf damals gestiegen sind.

Den was man heute ja auch hier gut beobachten kann an der afd. Sowas bringt Klicks gerade bei den guten Magazinen. Einfach weil es wohl ähnliche Reize sendet wie das gaffen beim Unfall. Endlich gibt’s mal was zu sehen da will man mit reden. Egal ob pro oder contra.

Und beide Seiten werden ja bei trump Sachen immer irgendwie bedient.

Also ist am Ende nicht der Boulevard über trump und so das was die Zahlen der New York Times pusht? Und wie tief ist sie gesunken. Wären diese Zahlen früher auch gut gewesen oder ist man einfach schon so tief das jede kleine Verbesserung schön gefeiert wird?

Und ja natürlich müssen wir allen Medien kritisch sein und das lernt man nicht in dem immer nur auf die selben eingeprügelt wird. Aber lernt man es überhaupt natürlich? Oder ist der normale weg der in die passende filterblase? Also für Leute die heute aufwachsen?

Ör Mag ich dagegen sehr. Klar sowas wie die wm müsste nicht unbedingt in der Vergangenheit übertragen werden. Aber Olympia zeigt ja gerade das es auch nicht ganz egal ist. Weil es sonst oft ins paytv verschwindet und selbst als jemand der Sport nicht so mag im tv. Ich halte es doch für eine Gesellschaft wichtig das solche Ereignisse für alle zugänglich sind.

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Re: Journalismus

Beitrag von Odradek » 30. Okt 2017, 14:19

XfrogX hat geschrieben:Aber sind diese steigenden Zahlen nicht nur ein Produkt von trump? Wenn alles normal laufen würde wie sähe es dann aus?

Also ich hab ja nun nicht die Zahlen, aber könnte mir vorstellen das sie mit dem Wahlkampf damals gestiegen sind.

Den was man heute ja auch hier gut beobachten kann an der afd. Sowas bringt Klicks gerade bei den guten Magazinen. Einfach weil es wohl ähnliche Reize sendet wie das gaffen beim Unfall. Endlich gibt’s mal was zu sehen da will man mit reden. Egal ob pro oder contra.
Ja, die Zahlen sind wegen Trump gestiegen, da hast Du völlig recht, aber ich sehe es nicht aus verlangen an Boulevardnachrichten, sondern eben dass der Bedarf an jouranlistisch gut recherchierten Artikeln gestiegen ist. Ob es nach Trump wieder zusammenfällt? Ich weiß nicht, Grund genug für guten Journalismus gibt es auf politischer Ebene auch ohne Trump: Syrien, Nordkorea, Iran, Russland, AfD, Brexit, Katalonien, Ungarn, Polen, Tschechien, Myanmar, VW, NSA, Alt-Right und die Liste lässt sich beliebig verlängern.

Und ich würde widersprechen, dass die Berichte über Trump oder AfD Clickbait sind. Zumindest nicht die negative Form. Klar generieren beide Clicks, aber es sind informative Dinge. Man muss es schließlich wissen, wenn Trump den Iran-Deal nicht bestätigt oder die AfD wieder rechte Parolen raushaut. Nur weil solche Entgleisungen täglich vorkommen, ist es noch kein Clickbait und nicht uninteressant, sondern zeichnet bestenfalls ein erschreckendes Bild unserer Welt.
XfrogX hat geschrieben: Und ja natürlich müssen wir allen Medien kritisch sein und das lernt man nicht in dem immer nur auf die selben eingeprügelt wird.
Das versteh ich nicht.
Was willst Du damit sagen?
XfrogX hat geschrieben: Ör Mag ich dagegen sehr. Klar sowas wie die wm müsste nicht unbedingt in der Vergangenheit übertragen werden. Aber Olympia zeigt ja gerade das es auch nicht ganz egal ist. Weil es sonst oft ins paytv verschwindet und selbst als jemand der Sport nicht so mag im tv. Ich halte es doch für eine Gesellschaft wichtig das solche Ereignisse für alle zugänglich sind.
Olympia würde es mal gut tun, wenn sie nicht mehr übertragen werden, dann könnte man endlich auch mal den Dopingsumpf und die ganzen Olympia-Veranstaltungen in autoritären Regimen trockenlegen. Aber das ist ne andere Baustelle, ansonsten ja. Man kann darüber streiten, was dann alles noch von den öffentlich rechtlichen übertragen werden kann und soll, aber finanzstarke Bereiche wie die WM zählt imo eben nicht dazu. Dann zeigt es auf RTL und Sky.

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XfrogX
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Re: Journalismus

Beitrag von XfrogX » 30. Okt 2017, 18:34

Clickbait hab ich dieses Mal eher nur so ausgelegt das es halt Klicks macht weil am Ende jede Seite was hat zum drüber aufregen.

Finde nämlich nicht das es das wichtigste ist ob die afd rechte parolen oder trump sich zu irgendwas irgendwie geäußert hat. Das wichtige wären dann die Fakten woher kommt die Meinung usw. Das fehlt oft ganz oder ist nur in weiter führenden links und da wo es Kommentare gibt erkennt man auch schnell das viele da den Text garnicht gelesen oder verstanden haben. Bzw. kein Hintergrund wissen darüber besitzen.

Und in dem Fall hilft es nicht das darüber berichtet wurde.

Ganz ehrlich Politik bietet jeden Tag 100er wichtige Sachen über die man berichten sollte. Und das schon immer die Zahlen gingen ewig runter bis Boulevard rein kam. Nun sind sie etwas besser. Aber der logischste Schluss ist doch sobald Boulevard wieder zurück geht werden auch die Klicks wieder verschwinden. Und man sieht es oft auch das man sich langsam darauf einschießt.

Zum anderen meine ich das man Medien kritisieren nicht lernt wenn man nur in seiner Filter Blase sich informiert. Merkt das auch an mir selber klar kritisiert man die Medien darin auch aber es wird viel kleinteiliger. Sachen wo ich mich dran störe sind dann oft Kleinigkeiten die ich Seiten die ich eh als schlecht abgestempelt habe ohne ein Wort durch gehen lassen würde.

Man spezialisiert sich halt und dann stören einen halt Kleinigkeiten schon die einen wenn man die Informationen allgemeiner betrachtet eher unwichtig sind.

RTL und auch andere private wollen/können garnicht umfassend über Olympia berichten. Dafür müssten sie ja dann alle normalen Serien usw pausieren. Das ist nicht in deren Interesse. Also würde es bei Sky oder dazn landen.

Und das Doping zurück gehen würde ist doch Quatsch. Eher ginge es noch höher weil die Berichte noch mehr auf Nachrichten und Endergebnisse fokussiert wird. Also ist es noch wichtiger unter die ersten 3 zu kommen. Dafür muss dann auch mehr gedopt werden.

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Re: Journalismus

Beitrag von Odradek » 2. Nov 2017, 11:49

XfrogX hat geschrieben:Clickbait hab ich dieses Mal eher nur so ausgelegt das es halt Klicks macht weil am Ende jede Seite was hat zum drüber aufregen.

Hmm.. okay. Also die positive Form des Clickbaits. Aufregen kann man sich, ist halt Realität.
XfrogX hat geschrieben:Finde nämlich nicht das es das wichtigste ist ob die afd rechte parolen oder trump sich zu irgendwas irgendwie geäußert hat.
Da sind wir offensichtlich unterschiedlicher Meinung. Ich finde das extrem wichtig. Trump ist halt nicht irgendwer, sondern der mächtigste Mann der Welt. Wenn dieser jemanden als Hurensohn bezeichnet, dann finde ich das wichtig. Und die AfD.. naja die Umtriebe einer geschichtsvergessenen rechts-(radikalen) Partei mit 10+ Prozent Wählerpotential… auch das wichtig.
XfrogX hat geschrieben:Das wichtige wären dann die Fakten woher kommt die Meinung usw. Das fehlt oft ganz oder ist nur in weiter führenden links
Beispiele? Ich weiß nicht was Du liest oder ob ich dich falsch verstehe, aber es werden durchaus Fakten geliefert, diese aber auch und das zeichnet jeden Journalismus aus und geht übrigens auch nicht anders, zugleich eingeordnet.

XfrogX hat geschrieben:und da wo es Kommentare gibt erkennt man auch schnell das viele da den Text garnicht gelesen oder verstanden haben. Bzw. kein Hintergrund wissen darüber besitzen.
Du meinst von den Kommentarspalten der Lesenden? Na dass da sich zuhauf und auch in den besten Foren zumeist Trolle tummeln, das ist ja altbekannt. Manchmal reizt es mich auch, mal einen Kommentar dazulassen, dann sehe ich aber die anderen Kommentare und spare mir meine Zeit und Energie und äußere mich in anderen Diskussionsräumen, bei denen ich gefühlt ein reflektierteres Publikum zum Austausch vorfinde.

XfrogX hat geschrieben:Ganz ehrlich Politik bietet jeden Tag 100er wichtige Sachen über die man berichten sollte. Und das schon immer die Zahlen gingen ewig runter bis Boulevard rein kam. Nun sind sie etwas besser. Aber der logischste Schluss ist doch sobald Boulevard wieder zurück geht werden auch die Klicks wieder verschwinden. Und man sieht es oft auch das man sich langsam darauf einschießt.
Wie gesagt, hier würde ich widersprechen .Berichte über Trump sind eben kein Boulevard bzw. nicht ausschließlich. Im einen Fall erfährst Du über Trumps Positionen und Äußerungen bezüglich des jüngsten Anschlags oder über die Ermittlungsergebnisse von Mueller. Das ist kein Boulvard,. In anderen Blättern erfährst Du, ob Trump seine Tochter Tiffany nicht liebt. Ja, das ist Boulevard. Gibt es neben Trump noch andere wichtige Themen? Absolut! Soll darüber berichtet werden? Ja! Wird darüber berichtet? Auch hier: Ja, es wird. Aber ich stimme zu, dass auch hier interessensgeleitet ausgewählt wird, was prominenter und was weniger prominent positioniert wird. Sieht man auch immer schön an den Berichten über Anschläge. Anschlag in der westlichen Welt ist Titelseite, dritte Welt ist irgendwo auf Seite 3.
XfrogX hat geschrieben:Zum anderen meine ich das man Medien kritisieren nicht lernt wenn man nur in seiner Filter Blase sich informiert. Merkt das auch an mir selber klar kritisiert man die Medien darin auch aber es wird viel kleinteiliger. Sachen wo ich mich dran störe sind dann oft Kleinigkeiten die ich Seiten die ich eh als schlecht abgestempelt habe ohne ein Wort durch gehen lassen würde.
Da stimme ich Dir ausnahmsweise einmal zu. Sich in seiner Filterblase bequem zu machen ist so bequem wie falsch.

XfrogX hat geschrieben:RTL und auch andere private wollen/können garnicht umfassend über Olympia berichten. Dafür müssten sie ja dann alle normalen Serien usw pausieren. Das ist nicht in deren Interesse. Also würde es bei Sky oder dazn landen.
Wie gesagt, ich sprach von WM nicht Olympia. Hier immer eine Frage, ob der Vogel selber fliegen kann.

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Re: Journalismus

Beitrag von XfrogX » 2. Nov 2017, 15:56

Olympia würde es mal gut tun, wenn sie nicht mehr übertragen werden, dann könnte man endlich auch mal den Dopingsumpf und die ganzen Olympia-Veranstaltungen in autoritären Regimen trockenlegen.
Sieht für mich nicht so aus als wenn du nur über die wm geredet hast.

Das wichtige ist doch nicht das trump irgendwen beleidigt hat. Wichtig ist warum er das getan hat. Welche Fakten könnte man so auslegen das trump diese Meinung bekommen hat und noch wichtiger was spricht dagegen. Und das bitte ohne ein trump ist eh dumm und andere Sachen. Genau das hat ihn in den Posten gebracht. Das selbe bei der afd. Warum hetzen diese Leute. Was sind ihre Fakten und was ist Realität.

Das was meistens gemacht wird ist ein einfaches sehr her die sind dumm. Die braucht man nicht ernst zu nehmen usw. Und genau aus diesem Gefühl heraus bekommen solche Leute stimmen.

Zumal wir alle nicht wollen das sie das Spiel umkehren. Wenn nämlich mal wieder aus irgendeinem Grund genug rechte in Machtpositionen sitzen warum sollten die dann auf einmal Fakten liefern warum Ausländer nicht scheisse sind und flüchtlinge kein grundsätzliches Problem wenn es immer mehr zum Standard wird über andere Meinungen zu lachen das sie ernst zu nehmen und mit Inhalten jedem die chance zu geben selber zu entscheiden welche Seite wohl die richtige ist?

Und als Fakt reicht ist nicht trump hat etwas getwittert oder die afd hat etwas gesagt. Sondern warum wurde es gesagt was hat dazu geführt das es so kommuniziert wurde.

Den wenn trump aufhört zu twittern und die afd sich zurück hält mit ihren Aussagen werden sie ja keine besseren Menschen sondern sind nur so klug sich zurück zu halten. Und meistens gibt’s ja trotzdem die Geschichte dahinter. Die interessiert aber halt viel weniger Leute und bringt deswegen kein Geld.

Ich sage ja auch nicht das der Journalismus schon tot ist. Aber ich finde man sieht da eine deutliche Entwicklung das alles immer mehr darauf achtet reißerisch zu schreiben, das es mehr um die Person weniger um das eigentliche Ereignis geht ...

Hier ist auch wieder das selbe Problem, was passiert wenn mal wirklich der Teil der werbe Geld bringt eher pro rechts ist. Wie lange dauert es dann bis man lieber Artikel schreibt gegen die andere Seite damit die Klicks dafür bei dir landen? Werden dann nicht noch mehr uninteressierte auf die braune Seite gelockt? Ich meine im kleinen geht das schon seit vielen Jahren ganz gut. Wenn man einmal in die rechte Blase gerutscht ist bekommt man schnell soviele Meldungen das die Rechten richtig liegen das man ohne Aufwand da garnicht mehr groß widersprechen kann.

Gilt auch für andere Sachen. Gerade ist das ganze bei Cannabis gut zu beobachten. Da ist es schon gekippt. Mittlerweile verteidigen sich da die Legalisierungs Gegner während die Befürworter mittlerweile fast täglich neue Meldungen bekommen das es gut ist. In den USA sollen nun fast 2/3 dafür sein auch bei den Konservativen ist man laut Umfragen nun schon bei über 50%

Ich glaube nicht das die Masse der Leute in den USA sich wirklich mit dem Thema befasst haben.

Oder siehe brexit ...

und dann denke ich immer lieber jetzt laut sagen das es eine Entwicklung ist die wenn sie immer weiter geht Schäden anrichten wird als zu warten bis die Schäden da sind und sich dann zu fragen wie konnte es nur dazu kommen.

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Tagro
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Re: Journalismus

Beitrag von Tagro » 3. Nov 2017, 11:48

Eine wirklich interessante Diskussion.
Doch kann ich der Befürchtung vom Untergang des qualitätsvollen Journalismus wirklich nicht zustimmen. Sicherlich befindet sich qualitätsvoller Journalismus momentan in einer Krise, doch ist es in meinen Augen nur eine Durststrecke.

Das immer mehr in Richtung SEO und Clickbaits optimiert wird finde ich auch nicht schlimm, sicherlich sinkt bei vielen uns alt bekannten Magazinen das Niveau, doch auf der anderen Seite entsteht so am oberen Ende auch ein Vakuum und dieses wird früher oder später wieder von einem neuen oder etablierten Spieler mit qualitätsvollem Journalismus gefüllt.

Was wir momentan sehen, sind in meinen Augen noch Nachwirkungen vom erschließen des Online-Journalismus. Durch das Internet sind die Printmagazinauflagen eingebrochen also verlagerte man sein Geschäft online. Doch fand man dort eine völlig andere Zielgruppe als die bisherigen Leser.
Menschen mit geringerer Aufmerksamkeitsspanne, (die nächste noch interessantere Nachricht ist nur einen Klick entfernt.) In den Anfangsjahren auch gefühlt jüngere Menschen <40 Jahre.

Und an dieser Stelle passierte in meinen Augen der große Fehler. Anstalt man Energie dahin investierte das Niveau zu halten und seine etablierten Leser nachzuholen verlagerte man sein Geschäftsmodell auf die schon vorhandene neue Zielgruppe.
Was bei dieser katastrophalen Kehrtwende total vergessen wurde. Die alte Zielgruppe ist nicht tot!
Sie ist immer noch da draußen und schreit förmlich „Wir haben Geld, wie sehnen uns nach qualitätsvollem Journalismus“. Doch die entsprechenden Verlagsleitungen haben ihren Kopf so weit in die Scheiße des Klickbaite und SEO gesteckt, dass sie diese nicht mehr hören können.

Als Beispiel mal den Games-Journalismus.
Man fragt sich warum The Pod so erfolgreich ist? Weil sie ganz einfach ein Vakuum ausfüllen welches alte Magazine wie Gamestar, PC-Games usw. selbst erschaffen haben.
Ich bin mit Gamestar & Co aufgewachsen, doch während ich in den letzten 20 Jahren erwachsen wurde zielt die Gamestar gefühlt immer noch auf eine Zielgruppe von 14+. Für mich sind Artikel die auch für einen 14 Jährigen geeignet sind aber nicht mehr lesbar. Wenn ich auf Gamestar mal etwas lese dann nicht weil ich mich da zuhause fühle, sondern weil mir Mangel alternativen nicht viel übrig bleibt.
Viele alte Redakteure (dich sicherlich noch nicht das Rentenalter erreicht haben) sind abgewandert und wurden durch junge hippe Redakteure ersetzt.
So habe ich mir zu Zeiten z.B. vor ein paar Videos von Julius Busch angesehen, doch kann ich diese einfach nicht ertragen. Damit will ich nun nicht sagen das Julius Fachlich oder Qualitätsmässig schlecht ist. Ich will damit nur sagen, dass er und andere jüngere Redakteure nicht für die Zielgruppe geeignet ist der ich mittlerweile angehöre.
Sicherlich gibt es bei Gamestar auch ein Plus Angebot, doch wenn es vorne nach Frittenbude aussieht zahle ich keinen Eintritt um nachzusehen ob es im Hinterzimmer ein richtiges Restaurant gibt. Mir kommt es so vor als wenn es im Spiele-Journalismus eine vergessene Generation & Zielgruppe gibt die nun von The Pod eingesammelt wird.

Und deshalb bin ich in meinem Fazit davon überzeugt, dass dies bei anderen qualitätsvollen journalistischen Angeboten auch so kommen wird. Auch da wird jemand erkennen das am oberen Ende der Qualität ein Vakuum entstanden ist und dies mit einem ähnlichen Projekt wie The Pod füllen. Vielleicht zum hören vielleicht zum lesen, egal ich würde es unterstützen.
Denn mit der Bildzeitung oder deren qualitativen Nacheiferern verbinde ich keinen Journalismus den ich mich wünsche, den ich gerne auch bezahlen würde. In der Bildzeitung würde ich noch nicht mal toten Fisch einwickeln.

lolaldanee
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Re: Journalismus

Beitrag von lolaldanee » 6. Nov 2017, 11:22

Tagro hat geschrieben: Als Beispiel mal den Games-Journalismus.
Man fragt sich warum The Pod so erfolgreich ist? Weil sie ganz einfach ein Vakuum ausfüllen welches alte Magazine wie Gamestar, PC-Games usw. selbst erschaffen haben.
Ich bin mit Gamestar & Co aufgewachsen, doch während ich in den letzten 20 Jahren erwachsen wurde zielt die Gamestar gefühlt immer noch auf eine Zielgruppe von 14+. Für mich sind Artikel die auch für einen 14 Jährigen geeignet sind aber nicht mehr lesbar. Wenn ich auf Gamestar mal etwas lese dann nicht weil ich mich da zuhause fühle, sondern weil mir Mangel alternativen nicht viel übrig bleibt.
Ich denke das ist so nicht immer richtig.
Gunnar Lott hat neulich in einem Interview sinngemäß gesagt:

Wir haben früher geglaubt, die Leute haben uns bezahlt, weil wir so tollen Journalismus betrieben haben. Das war falsch, die Leute haben uns bezahlt, für das bedruckte Papier das sie bekommen haben. Zugang zu den Informationen war das relevante, nicht die Qualität von diesen. [..] Als ich bei GameStar angefangen habe waren die Leser 14 - 30, aber die Jungen Leute sind nicht nachgekommen. Heute sind die Konsumenten der GameStar eher 30-50 Jahre.


Ich würde dem zustimmen. Ich persönlich zumindest bezahle für Auf ein Bier nicht nur deshalb weil es tolle Inhalte sind. Ich bezahle vor allem weil es Podcasts sind, wäre Aufe ein Bier ein Magazin, ich würde es wohl nicht kaufen.

Ich glaube es wird weitläufig von Journalisten unterschätzt, wie extrem wichtig die DARREICHUNGSFORM sein kann, und krass überschätzt wie wichtig Qualität bei Journalismus ist.

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