Disney kauft Anteile an Fox - Monokultur?

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meisterlampe1989

Disney kauft Anteile an Fox - Monokultur?

Beitrag von meisterlampe1989 » 14. Dez 2017, 14:35

Disney hat zugeschlagen und kauft für 52 Milliarden Dollar Anteile an Fox. Darunter sind Marken wie z.B. X-Men, Alien und Avatar. Was haltet Ihr hier davon? Steuert Disney auf eine Monoplostellung zu, die auch zu einer Monokultur im Filmbereich führen wird? Disney steht ja nicht gerade für Innovation und Experimente.

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Feamorn
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Re: Disney kauft Anteile an Fox - Monokultur?

Beitrag von Feamorn » 14. Dez 2017, 15:02

Ich bin hin und her gerissen. Einerseits bin ich der Meinung, dass Disney die letzten Jahre ein gewisses Händchen für, nennen wir es mal, "Filme zu nerdigen Themen/Marken", andererseits ist die Befürchtung vermutlich wirklich nicht unberechtigt, dass es auf eine Monokultur hinausläuft.
Zumal Disney ja durchaus auch Einfluss auf seine Filme(macher) nimmt, siehe z.B. die Re-Shoots zu Rogue One, weil ihnen der erste Star Wars Kriegsfilm dann doch zu düster war. (War doch so, oder erinnere ich mich gerade falsch?)
Andererseits setzen die anderen Filmfirmen reihenweise gute Marken immer wieder in den Sand.

Schwierige Sache das alles...

Was ich nicht ganz teilen möchte, ist die Aussage, dass Disney nicht experimentiert. Ich meine, man kann vom MCU halten, was man möchte, aber eine derartige Masse an Filmen in einem zusammenhängenden Universum ist durchaus Pionierarbeit und so bisher noch nicht da gewesen. Der erste Pirates of the Caribbean war damals auch ein gewagtes Spiel (und wurde wider alle Analysen durchgeboxt, die YouTuberin Lindsay Ellis hat da vor kurzem ein ganz schönes Essay zu gebracht: YouTube-Video (über 18 min!)). Und okay, der erste Pirates war noch unter Eisner...

Das größte künstlerische Risiko bei Disney sehe ich darin, dass sie eine Marke durch zu viele Filme zu Tode reiten, traue ihnen aber durchaus zu, mit eigentlich fast jeder Marke was ordentliches anzufangen. (Gut, bei Alien... mhm, haben die sonst schonmal was im Horror-Bereich gemacht? Andererseits hat Scott höchstselbst Covenant versaut, insofern...)


Schönes Bild zum Aufkauf: :mrgreen:

Edward van
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Re: Disney kauft Anteile an Fox - Monokultur?

Beitrag von Edward van » 14. Dez 2017, 15:12

Naja, nein Feamorn. Dank der Re-Shoots zu Rogue One, gibt es unter anderem erst das Ende des Films, wie wir es kennen.
SpoilerShow
Also, dass alle Protagonisten beim Versuch, die Baupläne des Todessterns zu stehlen, sterben. Und dass die Übergabe dieser Pläne auf den corellianischen Sternenkreuzer so knapp sind, das nahtlos an A New Hope angeschlossen werden kann.

Was dazu bei mir führte, dass ich den Anfang von Teil 4 jetzt mit ganz anderen Augen sehe und eine emotionale Bindung zu dem habe, was da passiert.

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Dr. Zoidberg [np]
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Re: Disney kauft Anteile an Fox - Monokultur?

Beitrag von Dr. Zoidberg [np] » 14. Dez 2017, 15:15

Die erzählte Anekdote zu Rogue One ist, dass die Filmemacher dachten, sie würden dieses Ende nicht durchbekommen, die Studiochefs dann aber auch der Meinung war, dass ein anderes Ende nicht passen würde. So irgendwie in die Richtung.

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Feamorn
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Re: Disney kauft Anteile an Fox - Monokultur?

Beitrag von Feamorn » 14. Dez 2017, 15:20

Edward van hat geschrieben:Naja, nein Feamorn. Dank der Re-Shoots zu Rogue One, gibt es unter anderem erst das Ende des Films, wie wir es kennen.
SpoilerShow
Also, dass alle Protagonisten beim Versuch, die Baupläne des Todessterns zu stehlen, sterben. Und dass die Übergabe dieser Pläne auf den corellianischen Sternenkreuzer so knapp sind, das nahtlos an A New Hope angeschlossen werden kann.

Was dazu bei mir führte, dass ich den Anfang von Teil 4 jetzt mit ganz anderen Augen sehe und eine emotionale Bindung zu dem habe, was da passiert.
Hab' gerade auch nachgelesen, ja, da war ich in der Tat nicht up-to-date, sorry dafür. Hatte vermutlich irgendein altes Gerücht abgespeichert.

EDIT:
Dr. Zoidberg [np] hat geschrieben:Die erzählte Anekdote zu Rogue One ist, dass die Filmemacher dachten, sie würden dieses Ende nicht durchbekommen, die Studiochefs dann aber auch der Meinung war, dass ein anderes Ende nicht passen würde. So irgendwie in die Richtung.
Genau, so steht es zumindest bei Wikipedia.

meisterlampe1989

Re: Disney kauft Anteile an Fox - Monokultur?

Beitrag von meisterlampe1989 » 14. Dez 2017, 15:36

Feamorn hat geschrieben:Ich bin hin und her gerissen. Einerseits bin ich der Meinung, dass Disney die letzten Jahre ein gewisses Händchen für, nennen wir es mal, "Filme zu nerdigen Themen/Marken", andererseits ist die Befürchtung vermutlich wirklich nicht unberechtigt, dass es auf eine Monokultur hinausläuft.
Disney steht halt zum aller größten Teil für familienfreundliche Unterhaltung. Mehr als PG-13 ist unfassbar selten. Außerdem gibt es Themen, die Disney grundsätzlich nicht anpackt. Beispielsweise Sex, Alkoholismus, Rassismus etc.. Das schränkt, wie ich finde, die Filme unfassbar ein. Gerade bei Franchises wie Alien oder X-Men (da hat man ja mit Logan und auch Deadpool gesehen, dass ein erwachsenerer Anstrich dem Franchise sehr gut tut).
Die Autoren von Iron Man 3 wollten z.B. dass Tony Stark Alkoholprobleme hat. Das hat Disney nicht erlaubt: https://www.welt.de/newsticker/leute/st ... ch-ab.html" onclick="window.open(this.href);return false;
Feamorn hat geschrieben:Zumal Disney ja durchaus auch Einfluss auf seine Filme(macher) nimmt, siehe z.B. die Re-Shoots zu Rogue One, weil ihnen der erste Star Wars Kriegsfilm dann doch zu düster war. (War doch so, oder erinnere ich mich gerade falsch?)
Da hat ja nach der Legende das Eingreifen von Disney eher gut getan. Ich bin mir auch bewusst, dass ein Producer sich die Filme mal anschaut und eventuell strafft. Bei den Summen, die in Disney-Produktionen stecken, muss man sich von der romantischen Vorstellung des Autorenkinos verabschieden. Aber Disney hat halt diese Firmenidentität, dass nichts richtig weh tun darf und es Tabuthemen gibt.
Man Vergleiche nur mal die Comicvorlage "Civil War" mit dem Film. Das heftigste ist, dass ein Nebencharrakter verletzt wird. Das zerstört vollkommen die Fallhöhe. Das wird im "Infinity War" jetzt anders aussehen, weil Verträge auslaufen, z.B. mit Chris Evans. Aber da merkt man doch, dass Autoren eingeschränkt werden.
Feamorn hat geschrieben:Was ich nicht ganz teilen möchte, ist die Aussage, dass Disney nicht experimentiert. Ich meine, man kann vom MCU halten, was man möchte, aber eine derartige Masse an Filmen in einem zusammenhängenden Universum ist durchaus Pionierarbeit und so bisher noch nicht da gewesen.
Feamorn hat geschrieben:Das größte künstlerische Risiko bei Disney sehe ich darin, dass sie eine Marke durch zu viele Filme zu Tode reiten,
Das MCU führt doch genau dazu. Wenn man sich die Filme des MCUs anschaut, dann wird man feststellen, dass diese zwar unterhaltend sind, aber alle nach demselben Schema ablaufen. Die wirken wie am Reißbrett entstanden. Das man am Anfang von dem Produktionswert so eines Films weggeblasen ist, kann ich verstehen, aber ich freue mich nicht mehr auf die Filme, weil ich genau weiß, was ich bekomme.

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Feamorn
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Re: Disney kauft Anteile an Fox - Monokultur?

Beitrag von Feamorn » 14. Dez 2017, 15:51

meisterlampe1989 hat geschrieben:
Feamorn hat geschrieben:Ich bin hin und her gerissen. Einerseits bin ich der Meinung, dass Disney die letzten Jahre ein gewisses Händchen für, nennen wir es mal, "Filme zu nerdigen Themen/Marken", andererseits ist die Befürchtung vermutlich wirklich nicht unberechtigt, dass es auf eine Monokultur hinausläuft.
Disney steht halt zum aller größten Teil für familienfreundliche Unterhaltung. Mehr als PG-13 ist unfassbar selten. Außerdem gibt es Themen, die Disney grundsätzlich nicht anpackt. Beispielsweise Sex, Alkoholismus, Rassismus etc.. Das schränkt, wie ich finde, die Filme unfassbar ein. Gerade bei Franchises wie Alien oder X-Men (da hat man ja mit Logan und auch Deadpool gesehen, dass ein erwachsenerer Anstrich dem Franchise sehr gut tut).
Die Autoren von Iron Man 3 wollten z.B. dass Tony Stark Alkoholprobleme hat. Das hat Disney nicht erlaubt: https://www.welt.de/newsticker/leute/st ... ch-ab.html" onclick="window.open(this.href);return false;
Ah, das mit Iron Man 3 wusste ich noch nicht.
Bei Alien wird es halt wirklich spannend, was da jetzt passieren wird. Es stimmt ja durchaus, dass die bisher so eine Art Antithese zu den üblichen Disney-Werten sind. Aber es ist ja auch noch nicht gesagt, dass da jetzt alles umgekrempelt wird. Nur weil Disney Fox schluckt ist ja die Marke Fox noch nicht weg und vielleicht haben die ja doch durchaus vor, sich zu verbreitern. Deine Bedenken teile ich aber doch, ja...

Feamorn hat geschrieben:Was ich nicht ganz teilen möchte, ist die Aussage, dass Disney nicht experimentiert. Ich meine, man kann vom MCU halten, was man möchte, aber eine derartige Masse an Filmen in einem zusammenhängenden Universum ist durchaus Pionierarbeit und so bisher noch nicht da gewesen.
Feamorn hat geschrieben:Das größte künstlerische Risiko bei Disney sehe ich darin, dass sie eine Marke durch zu viele Filme zu Tode reiten,
Das MCU führt doch genau dazu. Wenn man sich die Filme des MCUs anschaut, dann wird man feststellen, dass diese zwar unterhaltend sind, aber alle nach demselben Schema ablaufen. Die wirken wie am Reißbrett entstanden. Das man am Anfang von dem Produktionswert so eines Films weggeblasen ist, kann ich verstehen, aber ich freue mich nicht mehr auf die Filme, weil ich genau weiß, was ich bekomme.
Wobei die Gleichförmigkeit der Filme jetzt keine zwangsläufige Folge eines derart verbundenen Universums ist. Ich stimme zu, dass alles zu gleich und damit viel langweilig wurde. Aber nur weil irgendwo mal Tony Stark durchs Bild stolpert oder Bezug auf andere Handlungen genommen wird müssten die Filme ja trotzdem nicht alle so gleichförmig sein.
(Richtig begeistert war ich eigentlich überhaupt nur von den Guardians, Iron Man 1 und vielleicht noch 3. Ich hab nach Teil 3 sogar lange Zeit nichts mehr geschaut (bis auf GotG2) und erst vor ein paar Wochen alles nachgeholt, weil ich eigentlich hoffte, Thor 3 noch im Kino zu erwischen, nach einigen Kritiken. Da habe ich innerhalb von ca. 2 Wochen alle Filme von Thor 2 bis einschließlich Dr. Strange geschaut. Alles ganz nett, wirklich positiv überrascht nur vom Letztgenannten (und ein Bisschen von Ant-Man), massiv enttäuscht von Civil War. Als Fazit blieb für mich, dass ich sogar lieber die Rohrkrepiere von DC gucke, als die meisten der "gut unterhaltenden" aber zahnlosen Marvelfilme.)

DerSpieler
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Re: Disney kauft Anteile an Fox - Monokultur?

Beitrag von DerSpieler » 14. Dez 2017, 17:01

Ich denke nachdem Disney seine Filme/Serien soweit ich weiß von Netflix abgezogen hat bzw. zeitnah abziehen wird geht es hier auch stark darum mit vereinten Kräften Netflix anzugreifen (der dann in den USA ggf. Hulu ablöst): siehe z.B. http://www.spiegel.de/wirtschaft/untern ... 83334.html" onclick="window.open(this.href);return false; oder https://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/ ... tflix.html" onclick="window.open(this.href);return false;

Aber Streaming-Dienste sind eh ein "ekelhaftes" Thema vom persönlichen Gefühl her (so geil sie sind). Einerseits ist Monopolisierung langfristig eigentlich immer schlecht für den Kunden. Andererseits will man auch nicht zig Abos abschließen weil jede Serie woanders läuft (der einzige Grund warum ich Amazon Prime und Netflix habe ist das Prime noch andere Vorteile hat und als Student recht günstig ist) und auch nicht unbedingt alle zwei Monate das Abo wechseln.


Zur inhaltlichen Diskussion: Auch hier finde ich eine Konzentration der Marktmacht eher schlecht. Beim Film wird man sicher auch immer kleine Player haben die Filme machen aber eben mit anderen Budgets etc. Aber es gibt Genres (z.B. Superheldenfilme) da ist ein gewisses Budget ganz förderlich. Christopher Nolan meinte wiederum letztens mal, dass er die Dark Knight Trilogie heute nicht mehr machen könnte, da ihm nicht so viel Zeit gelassen würde. Ob sich sowas entspannt wenn es noch weniger Firmen gibt die "große" Filme am Markt platzieren wage ich mal zu bezweifeln.

Zu Rogue One:
SpoilerShow
Habe den letztens erstmals gesehen und war komplett ungespoilert. Fand ihn ganz nett aber auch nicht viel mehr. Das Ende hat mich dann aber mit dem Film versöhnt. Es ist natürlich nur logisch, dass "alle" sterben, aber ich wäre mir trotzdem nicht sicher gewesen, dass sie das durchziehen.
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Rince81
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Re: Disney kauft Anteile an Fox - Monokultur?

Beitrag von Rince81 » 15. Dez 2017, 15:06

Wenn es nicht so traurig wäre würde ich lachen. Der Threadtitel heißt Monokultur und das Hauptgesprächsthema sind sofort die Marvel Filme und Star Wars. Disney in a nutshell...

Der Mauskonzern geht so gut wie kein Risiko ein, keine kreativen Abenteuer, sehr wenig abseits Multimillionendollar Produktionen als garantierte Kassenerfolge. Entsprechend tritt der Konzern auch in der Branche auf.
Fox ist hingegen für einen Major erstaunlich vielseitig und auch umgänglich, die machen auch mal Arthouse. 20th Century Fox und vor allem Fox Searchlight Pictures machen auch kleinere Filme abseits von garantierten Blockbustern. Von Fox Searchlight sind aktuell folgende kleine Arthouseproduktionen mit Golden Globe Nominierungen bedacht. "Shape of Water" und "Three Billboards..."
https://www.youtube.com/watch?v=XFYWazblaUA" onclick="window.open(this.href);return false;
https://www.youtube.com/watch?v=Jit3YhGx5pU" onclick="window.open(this.href);return false;

Disney hat an sowas Null Interesse, Blockbuster vor Filmpreisen. Kein Disney Film hat je den Oscar als Best Picture gewonnen.
Hier mal ne Liste der Fox Searchlight Releases:
https://en.wikipedia.org/wiki/Fox_Searc ... f_releases" onclick="window.open(this.href);return false;
und 20th Century Fox:
https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_2 ... _Fox_films_(2000%E2%80%93present" onclick="window.open(this.href);return false;)

Hier zum Vergleich Disney:
https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_W ... ilms#2010s" onclick="window.open(this.href);return false;

Für die Filmvielfalt kann das ein übler Kauf sein, Disney hat an den Dingen, die Fox besonders machen bislang kaum Interesse gehabt und die Gefahr, dass es eigentlich nur um den Filmstock und ein paar Franchises geht ist groß. Miserable Nachrichten für Filmfans und Kreative.
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mausdoadschmatza
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Re: Disney kauft Anteile an Fox - Monokultur?

Beitrag von mausdoadschmatza » 15. Dez 2017, 16:30

Dazu kommen ja auch noch die Auswirkungen für kleiner Kinos. In Deutschland gibt es a mittlerweile einige, die Disneystreifen nicht mehr zeigen, weil sie die erhöhten Gebühren nicht bezahlen wollen/können. Man kann sich über die Qualität der Blockbuster ja streiten aber viele Filme sind dann doch sichere Einnahmen, die für ein kleines Kino wegfallen.

Kommt jetzt Fox hinzu wird sich die Lage weiter verschlechtern. Im Umfeld eines großen Disneyfilms werden ja auch kaum anderen Filme veröffentlicht und entsprechend leiden die Kinos darunter, wenn sie keine guten Alternativen auf Lager haben.

Wegen den Oscars sollte man durchaus im Hinterkopf behalten, dass die großen Disneyfilme ja oft das Stigma eines Zeichentrickfilms hatten und seit 15 Jahren sowieso in eine eigen Kategorie ausgelagert sind, insofern würde ich das nicht grundsätzlich zu hoch hängen, auch wenn es sicherlich ein Indikator ist.

Tatsächlich geht es ihnen doch wahrscheinlich darum, die Kontrolle über möglichst viele Franchises zu bekommen. Man bekommt jetzt endlich die Rechte an Star Wars Episode 4, die bisher noch immer bei Fox lagen und deshalb aktuell auch nicht bei Netflix zu sehen ist. Jetzt wäre es auch einfacher möglich eine unbearbeitete HD-Version der alten Trilogie zu veröffentlichten. Natürlich spielt das nun fast vollständige MCU auch eine Rolle, wobei man hier einfach mal sagen muss, dass gerade die großen Gruppen wie X-Men oder Fantastic 4 auch einfach schon zu viele für einen gemeinsamen Film wie Avengers sind. Wer soll da noch den Überblick behalten? Man sollte auch nicht vergessen, dass die Simpsons auch im Paket sind. Die Möglichkeit in Zukunft ESPN und Sky zu kombinieren sollte man im übrigen auch nicht außer Acht lassen

Im Grunde läuft ja alles auf einen eigenen Streaming Service hinaus. Spätestens Weihnachten nächstes Jahr wird man Hulu umgebaut haben und Episode 8 als großes Zugpferd darauf zeigen. Dazu wird man massiv in die Star Wars Serienproduktion investieren und damit vielleicht ganz neue Facetten ihrer Franchises ermöglichen. Mit Fox bzw. FX hat man dann auch die Möglichkeit, die weniger kinderfreundlichen Inhalte über ein anderes Label zu zeigen. Um ein möglichst großes Publikum zu gewinnen ist es fast unabdingbar eine große Bandbreite an Inhalten zu besitzen, sonst veröffentlicht sie jemand anderes. Im Streaming Bereich ist der Platz für Anbieter relativ begrenzt, der Verdrängungswettbewerb groß. Das man hier eine reine Premiumstrategie fährt kann ich mir nicht vorstellen. Gerade im Zuge einer langfristigen Planung sollte man so viele Inhalte wie möglich besitzen, sonst wird sich jemand anderes die Rechte sichern und sie werden auch nicht mehr auf dem Markt landen.

Letzten Endes reden wir aber immer noch von einer Unterhaltungsindustrie. Wenn ein Markt existiert, den Disney nicht abdeckt werden andere einspringen, vielleicht nicht sofort aber früher oder später und die entsprechende Nachfrage erfüllen. Es hindert niemand andere Produzenten daran blutige Inhalte zu produzieren. Sollte Disney jetzt auch noch Kinoketten übernehmen mag das anders sein, aber so sehe ich die Lage eigentlich relativ entspannt.

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Dr. Zoidberg [np]
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Re: Disney kauft Anteile an Fox - Monokultur?

Beitrag von Dr. Zoidberg [np] » 13. Aug 2018, 13:25

Hier wird ein eher düsteres Bild gezeichnet: https://www.slashfilm.com/disney-fox-me ... -projects/

Wenn ich mir das so durchlese, dann frage ich mich ernsthaft, warum Disney überhaupt kauft.

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Re: Disney kauft Anteile an Fox - Monokultur?

Beitrag von Rince81 » 13. Aug 2018, 15:48

Dr. Zoidberg [np] hat geschrieben:
13. Aug 2018, 13:25
Hier wird ein eher düsteres Bild gezeichnet: https://www.slashfilm.com/disney-fox-me ... -projects/

Wenn ich mir das so durchlese, dann frage ich mich ernsthaft, warum Disney überhaupt kauft.
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Desotho
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Re: Disney kauft Anteile an Fox - Monokultur?

Beitrag von Desotho » 13. Aug 2018, 17:39

Am Ende bringt Disney noch einen Superheldenfilm nach dem anderen ins Kino. Diese Vorstellung ist schon erschreckend.
El Psy Kongroo

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