Welche Strategie verfolgt Ihr bei der Geldanlage?

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TuttiFrutti
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Welche Strategie verfolgt Ihr bei der Geldanlage?

Beitrag von TuttiFrutti » 21. Jan 2018, 16:18

Hey Stammtischler :)

Man sagt ja, dass deutsche Sparer über 5 Milliarden Euro gespart haben.. Aber wo ist das ganze Geld? Das liegt bestimmt nicht auf Tagesgeldkonten, denn da gibt es zur Zeit doch keine Zinsen! Ich hab mich ein wenig umgehört und Lebensversicherungen machen für einen Alleinstehenden keinen Sinn und Bausparverträge gibt es nicht mehr.

Deshalb bin hier auf der Suche nach einer Vorgehensweise, wie und wo ich mein Geld Gut anlegen kann. Ein Zocker bin ich nicht. Es sollte sich um eine eher sichere Geldanlage gehen, die eine ordentliche Rendite abwirft. Ich weiß.. das suchen einige Leute. Was ich immer wieder auch gelesen habe ist, dass Aktien langfristig gesehen, die beste Rendite und eine der größten Sicherheiten aufweisen. Konnte ich anfangs gar nicht glauben... Bis ich mir dieses Renditedreieck vom Dax angesehen habe und ich dachte mir danach das ist ja der Wahnsinn. Jetzt traue ich mich aber irgendwie in diese Richtung nicht den ersten Schritt zu wagen.

Vielleicht könnt ihr mir sagen ob ich ihn gehen soll und wenn ja warum und vor allem WIE?

Fruchtige Grüße
TuttiFrutti

Don Mchawi
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Re: Welche Strategie verfolgt Ihr bei der Geldanlage?

Beitrag von Don Mchawi » 21. Jan 2018, 16:32

Also zunächst mal als Präambel...
Ich bin kein Vermögensberater, nicht studiert in Wirtschaft, hatte keine Ausbildung bei einer Bank etc.

Daher finde ich es schwer, jemanden hierbei wirklich ernsthaft Ratschläge zu geben.

Ich selbst bin inzwischen seit zehn Jahren in Aktien, damals in der Krise eingestiegen und habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Am Anfang etwas Lehrgeld, seit dem läuft es. Diese zehn Jahre waren aber auch eine sehr gute Zeit für Aktien generell. Das kann sich auch wieder ändern und all die Kursgewinne können schnell schmelzen - wenn man nicht die richtigen Aktien hat.
Ich würde Aktien nicht per se als zocken bezeichnen. Tatsächlich gibt es da sehr unterschiedliche Werte, die unterschiedlich stabil sind.
Grundsätzlich würde ich immer nur Aktien kaufen, bei denen ich zumindest im Ansatz verstehe, was das Unternehmen macht/produziert.

Die ersten Fragen wären allerdings erstmal, über welchen Zeitraum du anlegen möchtest, was dein Anlegekapital ist (grobe Größenordnung...) und ob du Verluste verkraften kannst.
Grundregel... niemals alles in Aktien stecken, nur Geld, ohne das du im Zweifel überleben kannst.

Wenn du es nicht eilig hast und dich ausprobieren möchtest, empfehle ich ein Börsenspiel, zB von faz.net. Dort bekommst du quasi Spielgeld, mit dem du spielst echte Aktien zu kaufen und kannst ein wenig schauen, wie dir das so liegt und sich dein Spieldepot entwickelt.

Wenn du 1000-2000 Euro übrig hast, die du auch als Verlust verschmerzen kannst, würde ich es einfach mal mit Aktien probieren.
Wenn du dich so gar nicht mit den Aktien selbst beschäftigen möchtest, kannst du natürlich Fonds kaufen.
Ich persönlich suche mir meine Aktien lieber selbst aus, da das logischerweise für mich selbst transparenter ist und ich auf meine eigenen Einschätzungen vertrauen kann. Auf der anderen Seite bin ich aber eben auch kein Fachmann.
Mir selbst macht es auch einfach Spaß, mit Aktien zu handeln. Sich einen Wert rauszusuchen, abzuwägen, zu beobachten, zuzuschlagen, hoffen/bangen, einmal am Tag den Kurs checken.

Voigt
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Re: Welche Strategie verfolgt Ihr bei der Geldanlage?

Beitrag von Voigt » 21. Jan 2018, 17:31

Wenn man ein weitgefächertes Portfolio mit Aktien hat, minimiert man halt seine möglichen Verluste, es wird nicht der komplette DAX flöten gehen. Anderseits verringert sich auch die Rendite. Da es dir aber nach Sicherheit geht:
Breitgefächertes Portfolio an Aktien, und dazu eventuell paar Staatsanleihen. An sich ist Griechenland ziemlich lukrativ, und solange du davon ausgehst, dass die EU die auf ewig stützen wird, sind die auch sicher. Ansonsten halt Staaten die To Big to Fail sind, also UK, GER, FRA, USA, JAP. Wobei USA und JAP ich nicht sicher wäre, bei deren Schuldenbergen.. aber die kriegen das schon hin.

Aber ich kenn mich auch nicht aus, das wäre bloß meine persönliche Strategie, falls ich ein Vermögen sicher anlegen würde wollen. ^^
Am sinnvollsten ist sicher ein Anlagen-/Vermögensberater.

Wenn du im Gamingbereich schauen möchtest, kannst du ja auch mal nach Paradox Aktien auf dem Nasdaq Nordic schauen. Die gehen gut ab. ;)

Wegen einfachen Aktien Handel empfehle ich persönlich degiro. Onlinetrader wo man Guthaben auflädt, Kaufaufträge absetzt, und am Ende Guthaben wieder aufs eigene Konto einzahlst. Solange du nicht in USA handelst ist das ziemlich easy. Fand ich deutlich einfacher als ein Broker bei meiner Bank zu beantragen, mit auch hohen Laufkosten.
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Diveti
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Re: Welche Strategie verfolgt Ihr bei der Geldanlage?

Beitrag von Diveti » 21. Jan 2018, 18:00

Ein guter Einstieg sind in meinen Augen ETFs auf sichere Indizes. Ein oft genannter Klassiker ist z.B. der MSCI World, der die größten Unternehmen weltweit abbildet. Vorteil ist hier in meinen Augen dass man ohne zu viel Risiko überhaupt ein Gefühl für den Kauf von Wertpapieren bekommt und die Rendite liegt üblicherweise im Bereich oberhalb von 3%, in den letzten Monaten / Jahren sogar etwa 1-2% darüber. Da man ohnehin meist empfiehlt, neben Aktien einen großen Teil des Anlagebetrags sicherer in Fonds anzulegen, ist die Anlage dort dann auch nicht verschwendet.
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Dicker
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Re: Welche Strategie verfolgt Ihr bei der Geldanlage?

Beitrag von Dicker » 21. Jan 2018, 18:51

Ich stecke mein Geld momentan auch in Aktien, das ist einfacher und bequemer als Immobilien.

Ich kann dir diese Seite hier sehr empfehlen. Sie hat mir am Anfang sehr geholfen mich zurecht zu finden und richtet sich an Leute, die ihr Geld anlegen und nicht spekulieren wollen.

http://www.finanztip.de/indexfonds-etf/" onclick="window.open(this.href);return false;

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billi
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Re: Welche Strategie verfolgt Ihr bei der Geldanlage?

Beitrag von billi » 22. Jan 2018, 11:34

TuttiFrutti hat geschrieben:Hey Stammtischler :)
Ich hab mich ein wenig umgehört und Lebensversicherungen machen für einen Alleinstehenden keinen Sinn und Bausparverträge gibt es nicht mehr.
Seit wann gibt es denn keine Bausparverträge mehr? :o
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NobodyJPH
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Re: Welche Strategie verfolgt Ihr bei der Geldanlage?

Beitrag von NobodyJPH » 22. Jan 2018, 12:20

Mit Anlagevorschlägen aus einem Forum oder den Weiten des Internets wäre ich grundsätzlich sehr vorsichtig, sofern ihr keine Erfahrungen oder entsprechendes Vorwissen habt. Bitte geht auf jeden Fall zu eurer Hausbank oder einer Beratungsstelle, bevor ihr signifikante Summen investiert.

Ich möchte zum Thema Aktieninvestment einige kurze Anmerkungen loswerden, da die vorhanden Risiken in diesem Themenbereich sehr leicht unter- oder überschätzt werden. Insbesondere wenn man sich nicht mit der Materie auskennt, ist die Investition in Einzelaktien reine Spekulation. Wichtig ist hier zu wissen, dass der Erfolg von Aktieninvestitionen stark von einem langfristigen Anlagehorizont abhängt - kurzfristig sind hier dramatische Wertverluste möglich.

Diveti hat mit bereits eine gute Möglichkeit beschrieben, um sein Geld bei vernünftiger Rendite relativ sicher anzulegen. Es gibt von verschiedenen Fondsgesellschaften (z.B. DEKA) eine ganze Reihe von gut gemanagten Fonds. Für Anleger, die nicht direkt eine große Summe investieren können oder wollen besteht die Möglichkeit einen Fondssparplan anzulegen (z.B. 100 € pro Monat, aufgeteilt auf verschiedene Fonds). Aber auch hier gilt natürlich, dass kurzfristige Kursverluste immer möglich sind.

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Alienloeffel
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Re: Welche Strategie verfolgt Ihr bei der Geldanlage?

Beitrag von Alienloeffel » 22. Jan 2018, 12:50

NobodyJPH hat geschrieben: Diveti hat mit bereits eine gute Möglichkeit beschrieben, um sein Geld bei vernünftiger Rendite relativ sicher anzulegen. Es gibt von verschiedenen Fondsgesellschaften (z.B. DEKA) eine ganze Reihe von gut gemanagten Fonds. Für Anleger, die nicht direkt eine große Summe investieren können oder wollen besteht die Möglichkeit einen Fondssparplan anzulegen (z.B. 100 € pro Monat, aufgeteilt auf verschiedene Fonds). Aber auch hier gilt natürlich, dass kurzfristige Kursverluste immer möglich sind.
Das stimmt zwar. Aber eigentlich bist du mit breit gefächerten Fonds immer auf der sicheren Seite. Wenn natürlich die Weltwirtschaft verschwindet ist das Geld weg, aber selbst Wirtschaftskrisen stecken solche Fonds relativ gut weg soweit ich weiß. Wenn man sein Geld ein paar Jahrzehnte liegen lässt und eben regelmäßig aufstockt scheint das eine sehr gute Anlage zu sein. Meine Einschätzung basiert aber auch nicht auf Fachwissen ;)

Ich persönlich sehe mich gerade auch noch um, tendiere aber zum dreiteilen: Ein Teil in breite Fonds, einen weiteren Teil als Rücklage auf einem anderen Konto und einen weiteren Teil in selbst ausgewählten Aktien. Den Aktien Teil würde ich dann weiter auffächern auf Firmen die ich kenne und glaube zu wissen was gut funktioniert und einen kleinen Teil mit dem man gerne mal was ausprobieren kann (Das ist dann aber der Teil bei dem man den kompletten Verlust miteinrechnet).

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Re: Welche Strategie verfolgt Ihr bei der Geldanlage?

Beitrag von Diveti » 22. Jan 2018, 13:04

Ich bin gar nicht mal sicher, ob ich dem Satz mit dem Berater so zustimmen würde. Gerade da kann man als unwissender Erstanleger viel mehr Geld verlieren, da einem gerne Fonds mit hohen Gebühren angedreht werden. Klar, eine Beratung an sich kann man immer mal mitnehmen und wenn man jemand an der Hand hat, dem man hinsichtlich Moral, Loyalität und Kompetenz vertraut - go for it!
Ansonsten würde ich aber eher dazu raten etwas Zeit zu investieren, mit Web-Ressourcen anzufangen und auch mal zumindest 1-2 Ratgeber zu lesen. Wenn man wirklich viel Geld für die Vorsorge anlegen will, sollte man dieses monetär geringe und zeitlich auch überschaubare Investment tätigen. Das Prinzip hinter ETFs ist zum Beispiel nicht sehr schwer zu verstehen. Man sollte eben das von Alienloeffel genannte Gesamtrisiko verstehen (Weltwirtschaft K.O. -> ETF auch K.O.).

Ich finde das Buch hier zum Einstieg ganz schön:
https://www.amazon.de/gp/product/B0087G ... UTF8&psc=1
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NobodyJPH
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Re: Welche Strategie verfolgt Ihr bei der Geldanlage?

Beitrag von NobodyJPH » 22. Jan 2018, 13:44

Alienloeffel hat geschrieben:Das stimmt zwar. Aber eigentlich bist du mit breit gefächerten Fonds immer auf der sicheren Seite. Wenn natürlich die Weltwirtschaft verschwindet ist das Geld weg, aber selbst Wirtschaftskrisen stecken solche Fonds relativ gut weg soweit ich weiß. Wenn man sein Geld ein paar Jahrzehnte liegen lässt und eben regelmäßig aufstockt scheint das eine sehr gute Anlage zu sein. Meine Einschätzung basiert aber auch nicht auf Fachwissen ;)
Das widerspricht meiner Darstellung ja nicht. Es ist richtig, dass sich diese Fonds auch in Krisenzeiten relativ gut schlagen oder zumindest schnell wieder erholen (die risikomindernde Diversifikation ist der große Vorteil der Fonds). Das heißt aber nicht, dass kurzfristig nicht doch starke Abschläge auf den Gesamtfonds zu verzeichnen sind. Daher auch mein Hinweis auf den Anlagehorizont: Muss man kurzfristig an sein Geld, weil ein zu großer Teil des eigenen Vermögens in diesen Fonds steckt, nimmt man diese Verluste mit.

Der Kauf vieler Einzelaktien ist in Abhängigkeit vom Anbieter ziemlich teuer (z.B. Transaktionskosten) und drückt bei geringen Stückzahlen die Rendite deutlich nach unten. Investiert man in sehr viele Titel, kann man eigentlich auch direkt die Fondslösung wählen. Investiert man dagegen in wenige Titel, ist das insbesondere ohne Vorkenntnisse letztlich Spekulation. Das kann natürlich durchaus interessant sein, aber einen signifikanten Teil meines Vermögens würde ich nicht darauf setzen.

Disclaimer: Ich habe nichts gegen die Anlageform "Aktie", sondern halte das vielmehr für einen wichtigen Bestandteil der Vermögensbildung. Aber wenn nur die Vorteile gepriesen werden, dann rebelliert der Risikocontroller in mir. :)

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Alienloeffel
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Re: Welche Strategie verfolgt Ihr bei der Geldanlage?

Beitrag von Alienloeffel » 22. Jan 2018, 14:14

NobodyJPH hat geschrieben:
Alienloeffel hat geschrieben:Das stimmt zwar. Aber eigentlich bist du mit breit gefächerten Fonds immer auf der sicheren Seite. Wenn natürlich die Weltwirtschaft verschwindet ist das Geld weg, aber selbst Wirtschaftskrisen stecken solche Fonds relativ gut weg soweit ich weiß. Wenn man sein Geld ein paar Jahrzehnte liegen lässt und eben regelmäßig aufstockt scheint das eine sehr gute Anlage zu sein. Meine Einschätzung basiert aber auch nicht auf Fachwissen ;)
Das widerspricht meiner Darstellung ja nicht. Es ist richtig, dass sich diese Fonds auch in Krisenzeiten relativ gut schlagen oder zumindest schnell wieder erholen (die risikomindernde Diversifikation ist der große Vorteil der Fonds). Das heißt aber nicht, dass kurzfristig nicht doch starke Abschläge auf den Gesamtfonds zu verzeichnen sind. Daher auch mein Hinweis auf den Anlagehorizont: Muss man kurzfristig an sein Geld, weil ein zu großer Teil des eigenen Vermögens in diesen Fonds steckt, nimmt man diese Verluste mit.

Der Kauf vieler Einzelaktien ist in Abhängigkeit vom Anbieter ziemlich teuer (z.B. Transaktionskosten) und drückt bei geringen Stückzahlen die Rendite deutlich nach unten. Investiert man in sehr viele Titel, kann man eigentlich auch direkt die Fondslösung wählen. Investiert man dagegen in wenige Titel, ist das insbesondere ohne Vorkenntnisse letztlich Spekulation. Das kann natürlich durchaus interessant sein, aber einen signifikanten Teil meines Vermögens würde ich nicht darauf setzen.

Disclaimer: Ich habe nichts gegen die Anlageform "Aktie", sondern halte das vielmehr für einen wichtigen Bestandteil der Vermögensbildung. Aber wenn nur die Vorteile gepriesen werden, dann rebelliert der Risikocontroller in mir. :)
War auch mehr als Anmerkung gedacht ;)
Große Summen auf Aktien ist doch auch eher für Fortgeschrittene würde ich sagen. Ich stecke da nicht viel drin und habe da großen Respekt...

Crusalmararc
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Re: Welche Strategie verfolgt Ihr bei der Geldanlage?

Beitrag von Crusalmararc » 22. Jan 2018, 20:31

Hey,

hier scheint ja ordentlich was los zu sein. Dann gebe ich mein Wissen auch noch hinzu.
Wenn wir jetzt in dem Niedrigzinsumfeld noch eine hoche Inflation haben, sind Sachwertanlagen die beste Antwort darauf. Alleine Die Dividenden, die die Unternehmen an die Aktionäre auszahlen, kompensieren die 2 Punkte, die ich zuvor erwähnt Habe. Also lautet meine Antwort auf die Frage: Nicht ob Aktien, sondern wieviele??

Damit man aber unterm Strich keine Verluste einfährt, ist es wichtig zu diversivizieren und auf wichtige Unternehmenskennzahlen der Aktien und Wertpapiere einzugehen. Denn wenn man investiert, darf man nicht vergessen, dass man zum Teil das Unternehmen kauft und nicht irgendeinen Lottoschein ausfüllt, der nur mit Glück zum Gewinn führt.

Was du draus machst, ist dir nun selbst Überlassen. :)

Mod-Edit: Link entfernt. Für uns nicht nachvollziehbar, wirkt unseriös.

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Dicker
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Re: Welche Strategie verfolgt Ihr bei der Geldanlage?

Beitrag von Dicker » 22. Jan 2018, 20:56

Aktien haben in den letzen Jahrzehnten auf eine 15 Jahre Sicht immer Gewinn eingefahren. Man muss eben nur die Möglichkeit haben, sein Geld so lange (und 15 Jahre sind verdammt lang) anlegen zu können, ohne es nicht dringend zu benötigen. Denn in den 15 Jahren wird es sicher zu einer Krise kommen und dann sollte man das Geld nicht gerade zwingen brauchen.

Außerdem gibt es mittlerweile Indexfonds. Ich weiß nicht, ob in den anderen Post diese gemeint waren, als Fonds erwähnt wurden. Wenn nein, Indexfonds - oder auf ETFs - bilden immer einen Index ab, z.B. den Dax. Sie versuchen nicht wie gemanagte Fonds besser als der Markt zu sein, sondern bilden diesen einfach ab. Damit kann man sich um beim Beispiel Dax zu bleiben alle Aktien aus dem Dax in einem Fond kaufen, ohne die üblichen ohnen Gebühren zahlen zu müssen, die die vermeintlich bessere Rendite wieder auffressen.

Und ich glaube übringsn auch nicht, dass einem Finzanzberater wirklich beraten. Genauso wenig, wie einen ein Media Markt Mitarbeiter wirklich berät. Am Ende wollen beide nur verkaufen.

Don Mchawi
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Re: Welche Strategie verfolgt Ihr bei der Geldanlage?

Beitrag von Don Mchawi » 23. Jan 2018, 06:25

Dicker hat geschrieben:Aktien haben in den letzen Jahrzehnten auf eine 15 Jahre Sicht immer Gewinn eingefahren. Man muss eben nur die Möglichkeit haben, sein Geld so lange (und 15 Jahre sind verdammt lang) anlegen zu können, ohne es nicht dringend zu benötigen. Denn in den 15 Jahren wird es sicher zu einer Krise kommen und dann sollte man das Geld nicht gerade zwingen brauchen.
Naaaja, das würde ich aber so nicht als allgemeine Aussage stehen lassen wollen.
Ob du in den 15 Jahren Gewinn einfährst, hängt einzig von der jeweiligen Aktie ab. Hast du vor 15 Jahren in Banken, diverse Solarunternehmen, RWE, Arcandor usw usw investiert, hast du aber mal dick Verlust eingefahren.
Eventuell meintest du, dass Aktien sich erst ab 15 Jahren lohnen? Dem würde ich aber genauso widersprechen. Aktien sind sehr individuell, allgemeine Regeln gibt es da nicht. Gerade das kann auch die Gefahr sein, wenn man ein paar erfolgreiche Trades hatte und dann übermütig wird.
Außerdem gibt es mittlerweile Indexfonds. Ich weiß nicht, ob in den anderen Post diese gemeint waren, als Fonds erwähnt wurden. Wenn nein, Indexfonds - oder auf ETFs - bilden immer einen Index ab, z.B. den Dax. Sie versuchen nicht wie gemanagte Fonds besser als der Markt zu sein, sondern bilden diesen einfach ab. Damit kann man sich um beim Beispiel Dax zu bleiben alle Aktien aus dem Dax in einem Fond kaufen, ohne die üblichen ohnen Gebühren zahlen zu müssen, die die vermeintlich bessere Rendite wieder auffressen.
Ich persönlich würde vom Gesamtdax eher abraten. In den letzten Jahren ist der von Rekordhoch zu Rekordhoch geeilt, bricht bei allgemeinen Krisen aber als erstes ein. Ich weiß nicht, ob ich sagen würde, dass der DAX derzeit überbewertet ist. Aber er ist in einer Hochphase, in der bei Aktien das Invest eigentlich nicht optimal ist. Du sagst ja selbst, die nächste Krise kommt bestimmt.
Gerade weil der DAX so im Fokus ist, würde ich eher in den Themenindexe schauen.
Und ich glaube übringsn auch nicht, dass einem Finzanzberater wirklich beraten. Genauso wenig, wie einen ein Media Markt Mitarbeiter wirklich berät. Am Ende wollen beide nur verkaufen.
Ohne Zweifel gibt es solche, aber so allgemein klingt das doch sehr schwarz gezeichnet.
Ich würde nicht pauschal Finanzberater als reine Verkäufer sehen, auch in einem Elektronikfachladen wurde ich schon vernünftig beraten.
Das Problem ist sicherlich, dass ein Finanzneuling bei so einer Beratung kaum beurteilen kann, ob er nun seriös beraten wurde oder nicht. Aber das gilt für ein Forum genauso, sogar viel mehr. Hier kann jeder unter Pseudonym sonst was schreiben.
Ich stimme dir zu, dass ich nicht meine gesamten Ersparnisse auf die Empfehlungen innerhalb eines Gespräches durch einen Berater setzen würde, ohne mich auch anders zu informieren. Forum, Ratgeber, Google, Börsenspiele und Bankberater schließen sich ja nicht aus.

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Dicker
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Re: Welche Strategie verfolgt Ihr bei der Geldanlage?

Beitrag von Dicker » 23. Jan 2018, 07:23

Das mit dem Dax war auch nur ein Beispiel. Wie du schon schreibst, Diversifikation ist der Schlüssel. Man muss seine Aktien breit streuen und wenn man sich dort nicht sicher ist, direkt auf Indexfonds setzen. Das ist sowieso immer eine gute Idee. Viele Banken bieten auch kostenlose Sparpläne für bestimme ETF Anbieter an. So kann man das Thema, wann soll ich Einsteigen, kann gut umschiffen.

DerSpieler
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Re: Welche Strategie verfolgt Ihr bei der Geldanlage?

Beitrag von DerSpieler » 23. Jan 2018, 08:53

Also, fangen wir mal an mit Dingen die aus meiner Sicht wichtig sind, hier im Thread wurde schon viel genannt, soweit ich das sehe auch nichts komplett falsches, auch wenn ich einiges nicht genau so unterschreiben würde. Mein Wissen ist über die Jahre angelesen, da ich mir sehr dafür interessiere + habe ich Volkswirtschaftslehre studiert (da lernt man zwar wenig direkt über Geldanlage, aber es hilft so manches Argument für/wider einer bestimmten Anlageform einzuordnen). Ich bin aber kein ausgebildeter Vermögensberater und kann keine rechtsverbindlichen Tipps geben.

1. Viele Wege führen nach Rom. Es gibt nichts absolut Richtiges und nur wenig absolut Falsches.
2. Das erste was man machen sollte: Sich über die eigene Situation klar werden. Dazu gehören folgende Punkte (Liste sicher nicht vollständig):
a) Welchen Zeithorizont habe ich?
b) Um wie viel Geld geht es?
c) Kann ich damit leben wenn es auch mal ein Jahr oder sogar mal eine handvoll Jahre schlecht läuft?
d) Wie hoch ist die generelle Risikobereitschaft? (eng verknüpft mit dem Thema Zeithorizont)
e) Um wie viel will ich mich selber kümmern müssen? Wenn ich bereit bin ab und an manuell nachzukorrigieren, falls ja, wie oft? Oder will ich lieber eine Lösung bei der ich mich wahrscheinlich um nichts mehr kümmern muss?

Im Zweifel gehe ich davon aus, dass es um einen relativ jungen Menschen geht (U40, eher noch jünger), dem es wirklich um Altersvorsorge geht, also nicht um jemanden der z.B. den Nervenkitzel beim Investment in Aktien sucht, das Geld vielleicht schon in 10 Jahren für die Altersvorsorge braucht oder der extreme ethische Grundsätze bzgl. seiner Geldanlage hat. Auch ist das was ich sage nicht zwingend für jemanden geeignet der ein paar Millionen auf dem Konto hat und sich fragt wie er die verteilen soll.

Was hier im Thread schon gesagt wurde und wo ich einen Kommentar zu abgeben möchte:

- Kapitalgedeckte Lebensversicherungen lohnen sich nicht mehr für Neukunden. Das stimmt, früher gabs dort hohe Garantiezinsen, heute quasi gar keine mehr. Ich bin kein Versicherungsexperte, aber wenn man Familie hat lohnt es sich wahrscheinlich sich mit einer Risikolebensversicherung o.Ä. abzusichern wenn man keine Kapitallebensversicherung mehr abschließt. Eine Erfahrung die ich gemacht habe ist, dass viele Menschen sich nicht bewusst sind, dass das zwei sehr verschiedene Dinge sind (einfach mal z.B. hier https://de.wikipedia.org/wiki/Lebensver ... rsicherung" onclick="window.open(this.href);return false; schauen)

- Die schon genannten ETFs, Exchange Traded Funds, also passiv gemanagte Indexfonds, sind aus meiner Sicht sehr empfehlenswert für den (interessierten) Laien. Insbesondere hat sich der MSCI World als sehr breit gestreuter Indexfonds bewährt, sowas nimmt einem einfach auch viel Diversifikation innerhalb der Anlageform Aktie ab, die man sonst selbst herstellen müsste. Manche Leute investieren z.B. 75% ihres Geldes in einen MSCI World und 25% in einen MSCI Emerging Markets (Schwellenländer, die leider entgegen des Namens nicht im MSCI World abgebildet sind) und das wars und fahren damit gar nicht schlecht. Was hier außerordentlich zu empfehlen ist sind die schon genannten Sparpläne. Da kann man ohne Gebühren einfach z.B. jeden Monat 100 Euro in so einen ETF packen. Nimmt auch den Druck der Frage: "Wann investieren?". (ohne Gebühren heißt: Keine Kaufgebühren. Die jährlichen Gebühren von 0,1%-1% des entsprechenden ETF zahlt man natürlich noch).

- Anleihen: Kann man aktuell nicht empfehlen. Die EZB-Geldpolitik wird ja gerne für viel verantwortlich gemacht (am liebsten von Leuten die es nur so halbwegs verstehen), aber in dem Fall gilt einfach Angebot und Nachfrage: Wenn die EZB Anleihen kauft, dann fallen logischerweise die Preise für eben solche. Ergo sind die Zinsen dort grade niedrig. Für Staatsanleihen gilt Ähnliches.

- Bank- und Vermögensberater sind Verkäufer. Es ist quasi immer besser mit einem Bank- oder Vermögensberater zu reden als komplett ohne Ahnung alleine draufloszuinvestieren. Deren Tipps sind oft ok und manchmal bekommt man sogar das beste Produkt. Eben wie der Autoverkäufer der dich beim Autokauf berät. ABER: Man sollte immer im Blick haben, dass diese Leute dir a) nicht alle Produkte anbieten können, da sie nicht mit allen Anbietern Verträge haben, b) nicht an jedem Produkt gleich viel verdienen und c) nicht von allem Ahnung haben nur weil sie den Job machen (das gilt insbesondere für den Filialmitarbeiter in der kleinen Dorfbank). Auch hier der Vergleich mit dem Autoverkäufer: Der VW-Händler hat nur VW, verdient nicht an jedem Auto gleich viel und ob jeder Mitarbeiter dort die super Ahnung hat (vor allem über den Tellerrand von VW hinaus) sei mal dahingestellt.
AUSNAHME: Du bist wohlhabend und kannst dir einen Honorarberater leisten. Dem zahlst du einen gewissen Betrag und er berät dich komplett unabhängig von gewissen Firmen und Produkten. Lohnt sich aber nur für Millionäre, da sonst zu teuer.

- Mind the Fees. Man kann ja mal mit einem Renditerechner ausrechnen was der Unterschied zwischen 0,2% und 1,5% Gebühren über die Jahrzehnte so ausmacht. Und bei manchem Aktien-ETF vs. aktiv gemanagetem Investmentfonds (den meist Banken und Vermögensberater verkaufen) ist der Gebührenunterschied noch krasser. Gleiches gilt für einmalige Transaktionsgebühren: Ich meins echt nicht böse, aber wer als halbwegs computeraffiner Mensch im Jahr 2018 Aktien oder ETFs über die heimische Volksbank oder Sparkasse kauft und nicht über einen Onlinebroker/Onlinebank, der verschenkt viel Geld.

- Die schon genannte gemeinnützige Seite finanztip ist eine gute Anlaufstelle rund um Finanzfragen in Deutschland. Die empfehlen meiner Meinung nach gute Sachen und die Guides (z.B. zum Thema ETFs) sind für Otto Normal gut verständlich aber auch nicht zu "runtergedummt". Generell kann ich deren Newsletter für Spartipps nur empfehlen, da gehts nicht nur um Geldanlage sondern auch Steuern, Versorgerverträge, Verbraucherrecht etc. Kommt wöchentlich.

- Das Investment in Einzelaktien empfinde ich für den uninformierten Privatanleger als Fehler. Insbesondere wenn es um die Vermögensbildung/Altersvorsorge geht. Was man mit seinem "Vergnügungsgeld" macht, das muss man natürlich selbst entscheiden :D
Manche würden sogar soweit gehen, das Stockpicking (also das gezielte Auswählen von Einzelaktien) nichtmal Fondsmanagern langfristig erfolgreich gelingt und daher per se kategorisch von aktiv gemanageten Fonds abraten. Es gibt zumindest einige empirische Studien die sehr stark nahelegen, dass kein aktiv gemanagter Fonds langfristig den Index schlägt. Wer als Einzelner in wenige Aktien investiert kann aufgrund von Zufallseffekten natürlich immer gut als Gegenbeweis dastehen.

- Dicker hat richtig angesprochen, das 15 Jahre so der Mindestzeitraum für ein Aktieninvestment sind. Das heißt nicht, dass man innerhalb der 15 Jahre nicht umschichten kann etc. aber wenn man z.B. in einen Aktien-ETF investiert, dann sollte man das Geld mindestens in den nächsten 15 Jahren nicht mehr brauchen. In den letzten Jahrzehnten findet man soweit ich weiß keinen 15-Jahreszeitraum in dem der Gesamtmarkt (den man über ETFs ja gut abbilden kann) Verlust gemacht hat. Beim 30 bis 40 Jahreshorizont den man bei der Altersvorsorge anstrebt ist das Geld also in Aktien rein statistisch und nach den Vergangenheitswerten (die natürlich nicht alles über die Zukunft aussagen) deutlich besser aufgehoben als unter der Matratze.

- Diversifikation: Da mag meine Meinung etwas kontrovers sein, aber junge Menschen die fürs Alter vorsorgen können getrost eine Aktienquote von 100% wählen, also alles was sie im Monat weglegen in diversifizierte Aktien-ETFs setzen. Wichtig ist, dass es eben verschiedene Aktien in verschiedenen Regionen sind etc. (wie gesagt ETFs machens einfacher). Einen Anteil festverzinsliche Wertpapiere (z.B. Anleihen) wie er in einer klassischen Aufteilung manchmal standardmäßig drinsteckt, den braucht man als junger Mensch aus meiner Sicht nicht.

Paar weiterführende Gedanken:
- Es gibt die Theorie, das du als Arbeitnehmer in Deutschland (bzw. generell Europa) eh schon über Gebühr Risiken für die deutsche Wirtschaft bzw. die europäische Wirtschaft ausgesetzt bist. Sprich: Wenn die Wirtschaft in D in den Abschwung geht fallen deine Aktien und die Wahrscheinlichkeit, dass du deinen Job verlierst erhöht sich. Daher sollte man weltweit streuen bzw. nach Meinung einiger Leute sogar überproportional in anderen Weltregionen investiert sein als in der eigenen. Ich sage nicht, dass das so sein muss, kann man aber durchaus mal drüber nachdenken. Für mich reicht es zumindest aus um eher auf einen weltweiten Indexfonds als auf einen deutschen zu setzen.

- Immobilien. Davon habe ich leider nicht so viel Ahnung, aber ist auf jeden Fall etwas über das man einfach mal nachdenken sollte. Grade die selbst genutzte Immobilie. Ist de facto auch eine Form der Altersvorsorge.

- Langfristige Rendite: Man sagt, dass der Aktien-Gesamtmarkt langfristig etwa 6-8% Rendite pro Jahr einfährt (ich meine das wäre nicht inflationsbereinigt, nagelt mich aber nicht drauf fest). Volkswirtschaftlich ist meines Wissens nach (bin kein Makroökonom) umstritten ob es eine langfristige Konvergenz dieser Rendite gibt. Also ob wenn alles stabil bleibt (keine Weltkriege, keine Alieninvasionen, keine Plagen etc.) die Rendite gegen einen langfristig stabilen Wert tendiert (sei es 0%, 6% oder ein anderer Wert). Mein ganz persönliches "gut feeling" würde sagen, dass wir in 50 oder 100 Jahren zurückschauen werden und die langfristige Rendite eher etwas gesunken ist. Aber das kann ich nicht fundiert mit Zahlen untermauern.

- Alternative Anlageformen: Kann ganz witzig sein, würde ich aber nicht als Altersvorsorge machen. Ich selbst habe als Student zum Spaß ein bisschen von meinem Ersparten in ökologische Projekte gesteckt und auch ein paar Euro in eine Startup-Beteiligung. Ist meiner Meinung nach in der gleichen Kategorie wie das Wählen von Einzelaktien -> Macht Spaß, kann Gewinn bringen, nix für die strukturierte Altersvorsorge. Gleiches gilt übrigens auch für das ganz abgefahrene Zeug (Kryptowährungen, irgendwelche Sammlerobjekte, Kunst) und in geringerem Maße auch für Rohstoffinvestments.

Bottom Line:
Versteh in was du investierst! Dinge wie Aktien, ETFs oder auch Anleihen kann jeder verstehen. Auch eine Versicherung ist hoffentlich verständlich. Aber der größte Fehler den man machen kann ist nicht zu verstehen wie das funktioniert in das man sein Geld gesteckt hat.
Gesendet von meinem Taschenrechner ohne grafische Benutzeroberfläche

Don Mchawi
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Re: Welche Strategie verfolgt Ihr bei der Geldanlage?

Beitrag von Don Mchawi » 23. Jan 2018, 10:15

DerSpieler hat geschrieben: - Dicker hat richtig angesprochen, das 15 Jahre so der Mindestzeitraum für ein Aktieninvestment sind. Das heißt nicht, dass man innerhalb der 15 Jahre nicht umschichten kann etc. aber wenn man z.B. in einen Aktien-ETF investiert, dann sollte man das Geld mindestens in den nächsten 15 Jahren nicht mehr brauchen. In den letzten Jahrzehnten findet man soweit ich weiß keinen 15-Jahreszeitraum in dem der Gesamtmarkt (den man über ETFs ja gut abbilden kann) Verlust gemacht hat. Beim 30 bis 40 Jahreshorizont den man bei der Altersvorsorge anstrebt ist das Geld also in Aktien rein statistisch und nach den Vergangenheitswerten (die natürlich nicht alles über die Zukunft aussagen) deutlich besser aufgehoben als unter der Matratze.
Jetzt verstehe, wie Dicker die 15 Jahre und den Gewinn meinte. Da kann ich dann natürlich nichts gegen sagen.

Grundsätzlich wäre ich persönlich vorsichtig, sich zu sehr auf Statistiken vergangener Jahrzehnte zu verlassen.
Damit meine ich nicht, dass du oder Dicker nicht vorsichtig wären. Ist nur als gedachte Ergänzung meinerseits gemeint.

Die letzten Jahrzehnte haben die Welt sehr verändert und global-gesellschaftlich stehen wir völlig anders da, als vor fünfzig Jahren. Ich gehe bei meinen Aktien weniger mathematisch, sondern mehr gesellschaftlich ran (wobei cih ja auch sage, dass ich meine Aktien als Hobby mit bisher netten Zusatzeinkommen sehe, nicht als Altersvorsorge etc). Sprich welche Branche dürfte gemessen an den Herausforderungen der heutigen Zeit und vermutlich von morgen wachsen. Innerhalb der Branche suche ich dann gut aufgestellte Werte.
Bei einer statistischen Betrachtung fallen solche Aspekte dann weg. Für sehr viele Unternehmen wird zB die weitere Entwicklung des Klimawandels extrem relevant (aktuell zunächst natürlich Versicherungen, während Branchen um Hochwasserschutz, Süßwassergewinnung etc profitieren können). Die multipolare Welt schafft zudem andere Ausgangslagen, als es die bipolare vor fünfzig Jahren tat.
Wie gesagt, das sind Aspekte, die hier nicht ausgeschlossen wurden, aber meiner Meinung nach zur Bewertung von Renditenstatistiken der letzten Jahrzehnte relevant sind.
Oder einfach ausgedrückt: Was vor fünfzig Jahren als Strategie gut war, muss es nicht heute sein.

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Dicker
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Re: Welche Strategie verfolgt Ihr bei der Geldanlage?

Beitrag von Dicker » 23. Jan 2018, 13:52

DerSpieler spricht am Ende noch was ganz wichtiges an. In nichts investieren, was man nicht versteht.

TuttiFrutti
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Re: Welche Strategie verfolgt Ihr bei der Geldanlage?

Beitrag von TuttiFrutti » 23. Jan 2018, 15:32

Hey Leute ihr seid ja krass drauf,

echt super Rückmeldungen und Idee. Weiß gar nicht wo ich da anfangen soll.
Freut mich echt total, dass meine Frage Anklang gefunden hat. Werde mich damit jetzt auf jeden Fall intensiver beschäftigen und definitiv einen Einstieg an der Börse wagen.

Fruchtige Grüße
TuttiFrutti

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merkwürdig
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Re: Welche Strategie verfolgt Ihr bei der Geldanlage?

Beitrag von merkwürdig » 24. Jan 2018, 11:49

Wichtig finde ich noch das Währungsrisiko. Bei Wertpapieren in einer Fremdwährung hat man zusätzlich zum Kursrisiko auch noch das Wechselkursrisiko durch Schwankungen am Devisenmarkt.

Beispielsweise hat der US-Dollar 2017 gegenüber dem Euro massiv an Wert eingebüsst. Stand heute -13% gegenüber dem 24.01.2017. Damit schmilzt natürlich auch die Rendite.

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