Originalsprache als Hype

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Heretic
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Re: Originalsprache als Hype

Beitrag von Heretic »

Don Mchawi hat geschrieben:
19. Apr 2018, 16:45
Wie auch immer - manchmal finde ich die deutschen Versionen sogar gelungener (schöner, ästhetischer, manchmal auch vom Stimmenklang (klassisches Beispiel Manfred Lehmanns Stimme vs Bruce Willis Stimme)). Beispiel Herr der Ringe (Filme), finde ich im Deutschen deutlich schöner als im Englischen Original.
Das in der Diskussion oft (und ja auch hier) angesprochene Game of Thrones habe ich in beiden Versionen durch gesehen und finde beide sehr gut. Die deutschen Übersetzungen finde ich überwiegend sehr gelungen, auch das viel gescholtene Königsmund, perfekt. Die Mündung, an der der König landete - eine absolut glaubwürdige Benennung einer Stadt im Deutschen. Passt, klingt zudem gut.
Kritik an Casterlystein kann ich auch nicht ganz nachvollziehen. Casterly ist ein Eigenname ohne direkte Bedeutung (wie zB Snow-Schnee), korrigiert mich, wenn ich irre. Stein ist im klassischen Sinne auch eine Bezeichunng für einen Felsen, da ist nichts niedlich daran - im Gegenteil, viele echte Burgen tragen nicht aus Zufall 'Stein' stolz im Namen. 'Fels' dagegen findet sich eher selten. Dazu kommt natürlich die passendere Phonetik.
Bei den Sprechern finde ich manche Originalsprecher besser, manche Deutsche. Sehr unterschiedlich bei Game of Thrones. Ich gehe komplett ins Gegenteil zu Meisterlampe was bspw Daeny betrifft. Finde die Originalstimme furchtbar langweilig zickig-amerikanisch (assoziiert), die deutsche weit besser. Tormund finde ich auch im Deutschen besser. Ramsey finde ich beide gut, die englische ist aber einfach überragend. Tywin etwa hat eine weit eindrucksvollere und damit passendere Stimme im O-Ton.
Kann ich von oben bis unten unterschreiben. Wusste auch nie, was an Casterlystein so furchtbar sein soll - klingt doch schon im Original nicht wirklich doll. Das mit dem Stein hintendran kennen wir doch schon seit "Burg Schreckenstein". Naja, zumindest die älteren Semester...

Und bei GoT völlig unpassend synchronisiert war ja wohl Shae! Ein stimmlicher Unterschied wie Tag und Nacht! Ach, Moment... :mrgreen:

Don Mchawi
Beiträge: 399
Registriert: 8. Nov 2017, 08:44

Re: Originalsprache als Hype

Beitrag von Don Mchawi »

meisterlampe1989 hat geschrieben:
19. Apr 2018, 18:28


Das muss ja auch nicht immer gelten, aber ich glaube, dass das die Regel ist.

Wenn du länger O-Ton schaust, dann stören dich Synchros ganz einfach. Das hat auch gar nichts mit Snobismus, der einem als O-Ton-Gucker ja ständig vorgeworfen wird, zu tun. Es ist einfach Gewohnheit. Und das hat eigentlich gar nicht so viel mit den offensichtlichen Gründen zu tun, wie künstlerische Intention, Übersetzungsfehler oder verlorene gegangene Gags.

1. Gewöhnst du dich an die Stimmen der Schauspieler. Wenn du eine Synchro hörst, ist das ganz einfach fremd.
2. Synchros sind grundsätzlich zu laut. Umgebungsgeräusche und damit Atmosphäre wird verfremdet. Es wird mehr zu einem Hörspiel mit Bild.
3. Man sieht einfach irgendwann, wenn man sich an O-Töne gewöhnt hat, dass die Lippenbewegungen nicht zum Ton passen.
Grund dafür ist u.A. Punkt 1. In Deutschland ist das weltweit vielleicht am besten gemacht, dennoch merkt man es ganz einfach.

Ich schaue ab und an mit meiner Familie noch Synchros, aber ich komme damit einfach nicht mehr klar. Man hat ständig diese Dissonanz, es wirkt irgendwie alles unterdrückt... wie ein Ferrari in der 30er-Zone.
Ich glaube der Snobismusvorwurf ist so ein wenig wie der Bekehrungszwangvorwurf gegen Veganer. Es gibt einige, der sehr aggressiv ihre Haltung nach außen tragen und andere Ansichten abwerten ('synchronisiert ist schlecht, lächerlich, nicht ernstzunehmen blabla') - und ungerechterweise wird deren Einstellung dann verallgemeinertund auf die gesamte Gruppe übertragen. Kann mir daher schon vorstellen, dass Snobismus als Vorwurf sehr nervt.
Sicher ist es eine Gewohnheit und auch eine Frage der persönlichen Vorlieben, zB sehe ich deinen Punkt 2 genau andersherum. Ich finde Originale ab und an zu leise, bei Walking Dead fiel mir das mal auf, da sprachen die Schauspieler so leise, dass die Grillen alles übertönten. Mir gefällt da tatsächlich häufig die Lautstärkeabmischung der Synchro besser (wobei ich aber auch sagen muss, dass mich bei den meisten O-Ton-Filmen die Lautsträke nicht stört).
Punkt 1 ist sicher ein Faktor, wobei ich mit dem relativ gut klar komme. Komischerweise stören mich dagegen Synchronsprecherwechsel total. Glaube, dass ich für mich da einfach gut umschalten kann und O-Ton und Synchro quasi in unterschiedlichen Welten wahrnehme. Aber verstehe den Punkt voll (ich hatte ja auch nicht die Snob-Position eingenommen).
Punkt 3 ist für mich persönlich auf irrelevant, weil ich zB auch beim simpelsten Lippenlesen scheitere. :D Da bin ich irgendwie unfähig, die unpassende Synchronität würde mir sicher auffallen, wenn ich gezielt drauf achte. So fälltsie mir nur auf, wenn entweder die Tonspur komplett verschoben ist oder wenn es aus einer ganz anderen Sprache übersetzt wurde, beispielsweise aus dem Französischem, da bewegen sich die Lippen ja doch deutlich anders.
Grundsätzlich ist das natürlich ein Vorteil für die deutsche Synchro, eben das Englisch und Deutsch phonetisch ähnlich sind und einen gemeinsamen linguistischen Ursprung haben.

Ich bin da echt froh, dass ich für mich persönlich so gut zwischen beiden Welten wandeln kann.
Heretic hat geschrieben:
19. Apr 2018, 19:48


Und bei GoT völlig unpassend synchronisiert war ja wohl Shae! Ein stimmlicher Unterschied wie Tag und Nacht! Ach, Moment... :mrgreen:

Hat sich J'ac....J'ak...Ja... Ein Mann eigentlich auch selbst synchronisiert? :D

Pommesbudenpate

Re: Originalsprache als Hype

Beitrag von Pommesbudenpate »

Mir persönlich fällt es mittlerweile unheimlich schwer so zu switchen. Hab mich so an die Orignalstimmen gewöhnt, dass Synchro sich für mich einfach falsch anhört.
Der Punkt den meisterlampe89 angesprochen hat, mit der dann fehlenden Lippensynchonität treibt mich dann auch schier in den Wahnsinn. Geht mir jedes Mal so, wenn ich mit Freunden ins Kino gehe. Da richte ich mich natürlich nach denen. Nach einer Weile denk ich ach geht doch, aber dann kommt immer genau ein Satz wo ich dann denk, ne passt nicht.
Eine Ausnahme gibt es aber. Nämlich die Kindheitsfilme. Mein sowas wie Schöne Bescherung oder Serien wie Die Simpsons. Bei denen hab ich mit der Synchro kein Problem.

Zum Punkt GoT und die Eindeutschung mancher Namen. Tut mir leid, aber das ist für mich auch ein rotes Tuch. Gönne jedem seinen Spaß damit für mich ist das aber eine Katastrophe.
Wie kann man (auch wenn es in der Serie anders dargestellt wurde) die Burg Casterlystein nennen [emoji32]. Das ist eine Burg die in einem riesigen Felsen bzw. Berg, wie man es auch nennen möchte, eingehauen wurde.
Man soll's von mir auch so nennen. Bin nur froh die Möglichkeit zu haben mir das alles so nicht anhören zu müssen :-).

Ansonsten noch zum letzten Punkt was gesagt wurde, bezüglich eines Snobvorwurfs. Das ist bei mir im Umfeld noch nicht vorgekommen. Bin zwar so der Einzige der was im O-Ton schaut, aber würde im Traum nicht drauf kommen zu sagen, nur das ist die einzig wahre Art einen Film oder ein Spiel zu konsumieren. Wichtig ist das man damit Spaß hat und wenn's dann lieber mit Synchro ist, ist es ja auch gut.
Haben in Deutschland ja glücklicherweise für beide Gruppen die Auswahl es mit oder ohne Synchro zu schauen.
Wobei der O-Ton Schauer eindeutig bei Kinofilmen im Nachteil ist.



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Desotho
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Re: Originalsprache als Hype

Beitrag von Desotho »

Pommesbudenpate hat geschrieben:
20. Apr 2018, 10:44
Ansonsten noch zum letzten Punkt was gesagt wurde, bezüglich eines Snobvorwurfs. Das ist bei mir im Umfeld noch nicht vorgekommen.
Ich glaube das ist einfach eine Frage der Toleranz.
Wenn man selbst O-Ton bevorzugt ist das ok, man sollte aber nicht auf andere herabblicken oder sie kritisieren wenn sie die deutsche Synchro bevorzugen.
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Heretic
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Re: Originalsprache als Hype

Beitrag von Heretic »

Don Mchawi hat geschrieben:
20. Apr 2018, 09:11
Hat sich J'ac....J'ak...Ja... Ein Mann eigentlich auch selbst synchronisiert? :D
Ich gehe mal davon aus. :mrgreen:

Leffel
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Re: Originalsprache als Hype

Beitrag von Leffel »

Persönlich neige ich zumindest bei GOT oder anderen Medien mit einer Vielzahl an Sprachen/Akzenten und Dialekten zum O-Ton, da ich dort befürchten muss, dass diese in der Synchronisation nicht adäquat abgebildet werden.
Insbesondere wenn in einem im Original nicht-deutschsprachigen Medium der deutschsprachige Raum oder eine stark daran angelehnte fiktive Region dargestellt wird, ist dies auf sprachlicher Ebene in der Synchro in der Regel nicht mehr erkennbar, die Martells dürften sich beispielsweise in der spanischen GOT-Synchro anhören wie alle anderen auch.
Ich würde auch bezweifeln, dass sich so eine Problematik durch eine Verwendung anderer Akzente lösen lässt (indem beispielsweise die Wildlinge plötzlich bayrisch oder sächsisch sprechen), da dann beim Zuschauer Assoziationen aufkommen, die nicht im geringsten mit dem Original zu tun haben. In den Star Wars Prequels gab es eben genau diesen Fall, dass die Neimoidianer in der deutschen Synchro als klischeehaft französisch porträtiert werden, während sie im Original wohl eher "japanisch" anmuten.
Eine Ausnahme bilden hier natürlich Medien mit fehlerhaftem Deutsch im O-Ton ("Schieß dem Fenster"), bei denen zumindest bei mir viel Immersion verloren geht, und fiktive Sprachen (ist mir herzlich egal ob die Originaldarsteller oder die Synchronsprecher auf klingonisch parlieren).

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tidus89
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Re: Originalsprache als Hype

Beitrag von tidus89 »

meisterlampe1989 hat geschrieben:
19. Apr 2018, 18:28

Wenn du länger O-Ton schaust, dann stören dich Synchros ganz einfach. Das hat auch gar nichts mit Snobismus, der einem als O-Ton-Gucker ja ständig vorgeworfen wird, zu tun. Es ist einfach Gewohnheit. Und das hat eigentlich gar nicht so viel mit den offensichtlichen Gründen zu tun, wie künstlerische Intention, Übersetzungsfehler oder verlorene gegangene Gags.

1. Gewöhnst du dich an die Stimmen der Schauspieler. Wenn du eine Synchro hörst, ist das ganz einfach fremd.
2. Synchros sind grundsätzlich zu laut. Umgebungsgeräusche und damit Atmosphäre wird verfremdet. Es wird mehr zu einem Hörspiel mit Bild.
3. Man sieht einfach irgendwann, wenn man sich an O-Töne gewöhnt hat, dass die Lippenbewegungen nicht zum Ton passen.
Grund dafür ist u.A. Punkt 1. In Deutschland ist das weltweit vielleicht am besten gemacht, dennoch merkt man es ganz einfach.

Ich schaue ab und an mit meiner Familie noch Synchros, aber ich komme damit einfach nicht mehr klar. Man hat ständig diese Dissonanz, es wirkt irgendwie alles unterdrückt... wie ein Ferrari in der 30er-Zone.
Zustimmung in allen Punkten.

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Chiller
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Re: Originalsprache als Hype

Beitrag von Chiller »

Was mir gerade auffällt: Die haben im Englischen nen Haufen Abkürzungen, die mir nix sagen...LUD, MO...

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Feamorn
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Re: Originalsprache als Hype

Beitrag von Feamorn »

Chiller hat geschrieben:
26. Apr 2018, 00:44
Was mir gerade auffällt: Die haben im Englischen nen Haufen Abkürzungen, die mir nix sagen...LUD, MO...
Klingt nach 'nem Krimi, oder wo kamen die vor?
MO wusste ich, das ist Modus Operandi, quasi die typische Vorgehensweise.
LUD habe ich jetzt gerade bei Wikipedia nachgeschaut, kannte ich auch nicht. Das ist eine Liste von ein und ausgehenden Telefonaten die in den USA nach Anordnung eines Richters erstellt wird, local usage Detail.
Jedenfalls sofern ich den Kontext jetzt richtig eingeschätzt habe. :)

Frage mich, wie bekannt die Abkürzungen auch unter den Amerikanern selbst sind. Ich meine, es ist ja auch in Deutschen Serien nicht zwangsläufig gegeben, dass man alle verwendeten Fachbegriffe o.ä. versteht. Wobei ich mir bei MO und LUD durchaus vorstellen kann, dass sie in den Nachrichten häufig verwendet werden und daher schon allgemein bekannt sind. Zumindest MO war für mich auch einer eher geläufige Abkürzung, aber das hängt ja auch immer davon ab, was man bisher so gesehen hat, oder womit man sich beschäftigt. (Da das die Abkürzung eines lateinischen Begriffs ist, meine ich, dass auch aus deutschen Medien zu kennen.)

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