Filmtipps

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Heretic
Beiträge: 2822
Registriert: 20. Mai 2016, 13:30

Re: Filmtipps

Beitrag von Heretic »

Ich würde noch Darren Aronofsky und Nicholas Winding Refn nennen wollen. Ersterer hat mit "Noah" eigentlich nur einen schwächeren Film gemacht, während der Rest seiner Filmographie mich durchweg überzeugt hat. Refn ist sicherlich Geschmacksache, besonders seine experimentelleren Werke. Ich finde die allesamt klasse. Verstörend, aber klasse. :mrgreen:

Pommesbudenpate

Re: Filmtipps

Beitrag von Pommesbudenpate »

Heretic hat geschrieben:Ich würde noch Darren Aronofsky und Nicholas Winding Refn nennen wollen. Ersterer hat mit "Noah" eigentlich nur einen schwächeren Film gemacht, während der Rest seiner Filmographie mich durchweg überzeugt hat. Refn ist sicherlich Geschmacksache, besonders seine experimentelleren Werke. Ich finde die allesamt klasse. Verstörend, aber klasse. :mrgreen:
Du magst also auch Mother[emoji2][emoji119]?
Endlich hab ich jemand anderen gefunden[emoji23].

Pommesbudenpate

Re: Filmtipps

Beitrag von Pommesbudenpate »

Refn hat Drive gemacht, damit ist er schon für mich zu einer Legende geworden.
Die Pusher-Trilogie ist klasse und kann dir nur zustimmen. Auch hier ist es wieder ein hit and miss, aber ich mag die meisten seiner Filme.
Neon Demon mochte ich auch sehr. Refn traut sich seine Zuschauer auch mal zufordern, sei es optisch oder inhaltlich. Und das ist etwas was man heutzutage eher selten sieht.

meisterlampe1989

Re: Filmtipps

Beitrag von meisterlampe1989 »

Pommesbudenpate hat geschrieben:
5. Mai 2018, 11:53

Hast du auch JSA (Joint Security Area) auf deiner Liste? Wenn nicht unbedingt drauf packen. Der ist aktuell wie nie und auch sehr spannend. Dazu ist er auch etwas anders als seine restliche Filmographie.
Jop. Steht auf meiner Liste. Allerdings habe ich mich schon ein bisschen danach umgeschaut und es gibt scheinbar kaum Versionen mit koreanischer Sprachfassung und deutschen oder englischen Untertiteln. :x
An seine obskureren kleinen Sachen zu kommen wird eh noch ein Abenteuer.

Pommesbudenpate hat geschrieben:
5. Mai 2018, 11:53
Auch wenn Eigenwerbung stinkt, verlinke ich mal hier mein Letterbox Profil.
Hab da jetzt nicht grad viele Rezensionen, aber will mich da mal die nächste Zeit mehr hinterklemmen[emoji2][emoji28].
Bei Interesse könnt ihr ja mal einen Blick reinwerfen.
https://letterboxd.com/pommesbudenpate/

Auf Letterboxd bin ich nicht und da werde ich mich auch nie anmelden. Ich schreibe hier im Forum schon so viele Filmrezensionen, dass ich, obwohl es hier eigentlich um Spiele geht in dem Thread am meisten unterwegs bin. Und ich kann mich nicht so gut kurz fassen :dance:

Übrigens bin ich auch großer Fan von mother!, den am meisten missverstandenen Film des neuen Jahrtausends.

Ich kopiere mal meine kleine Rezension aus dem anderen Thread:
Polarisiert wie kein zweiter Film in den letzten Jahren aufgrund seiner zweifelhaften Vermarktung als Horrorthriller.

Meiner Meinung nach ein Meisterwerk.

Absoluter Kunstfilm der eine Allegorie ist, die sich in Metaphern erzählt.
Unangenhme Atmosphäre, subjektive Erzählung und das letzte Drittel das vollkommen abdreht, sodass ich mich dazu verleitet sah, obwohl ich alleine war, laut "What am I watching!?" zu schreien. Machen diesen Film zu einem der intensivsten Filmerlebnisse in meinem Leben.

Wer nur Mainstream kennt und Mainstream erwartet wird brutal vor den Kopf gestoßen
Damals habe ich noch keine Wertungen gegeben, aber auf meiner persönlichen Ebene erreicht der Film eine 9/10.

Besonders in den USA wird der Film ja leidenschaftlich gehasst. Das kommt halt dabei raus, wenn man etwas, das wie europäisches Arthousekino gefilmt ist, als starbesetzten Psychothriller vermarktet.

Ich habe sogar eine Interpretation geschrieben, ist ein wenig lang:
Meine Interpretation von mother! (der Film bietet Stoff für Doktorarbeiten):
SpoilerShow
Der gesamte Film ist eine Allegorie auf eine gescheiterte Beziehung, die aus Sicht der Frau erzählt wird.
Für diese Beziehung steht in erster Linie das Haus. Dass diese Beziehung immer prekärer wird, wird durch das immer mehr zerfallene Herz visualisert, das Jennifer Lawrence' Charakter hört, wenn sie an der Wand horcht.
Und deswegen blutet das Haus auch, das ist der Schmerz einer scheiternden Beziehung. Die ersten Gäste im Haus sind die Metapher für Eifersucht. Die Eskalation im letzten Drittel steht erstens dafür, dass die Frau sich durch den Erfolg des Mannes vernachlässigt und zurückgesetzt fühlt und dann ganz allgemein für das Gefühlschaos. Dass das Baby von den Horden verspeist wird, steht für Verlustängste, vielleicht ganz konktet für einen Streit oder Angst vor einem Streit ums Sorgerecht? Die gelbe Flüssigkeit die die Frau trinkt, um ihre "Schwächenfälle ( die für Zweifel stehen) zu überwinden könnte für Hoffnung stehen, vielleicht auch konktet für eine Drogen- oder Alkoholsucht? Das Abbrennen des Hauses am Ende steht für das Scheitern der Beziehung. Das Herz, dass der Mann der Frau entfernt steht für Erinnerung. Es wird zum Kristall, der einen Platz im neuen (Beziehungs)Zyklus erhält, der am Ende des Films mit einer anderen Frau beginnt. Dass das nicht die erste Beziehung ist, die bei dem Mann gescheitert ist, sieht man daran, dass es schon so einen Kristall im im Film gezeigten Zyklus gab und das das Haus vorher schon einmal abgebrannt ist. In der Beziehung zu Jennifer Lawrence Charakter läuft es erst (Zeugung des Babys) als dieser Kristall durch die Eindringlinge zerstört wird. Javier Bardems' Chatakter ist also bis dahin nicht von seiner alten Beziehung ganz los. Dass die Frau das verbrannte Haus renoviert, steht dafür, dass die Frau dem Mann hilft über seine vorherige Beziehung hinweg zu kommen.

Pommesbudenpate

Re: Filmtipps

Beitrag von Pommesbudenpate »


meisterlampe1989 hat geschrieben: Jop. Steht auf meiner Liste. Allerdings habe ich mich schon ein bisschen danach umgeschaut und es gibt scheinbar kaum Versionen mit koreanischer Sprachfassung und deutschen oder englischen Untertiteln. :x
An seine obskureren kleinen Sachen zu kommen wird eh noch ein Abenteuer.




Auf Letterboxd bin ich nicht und da werde ich mich auch nie anmelden. Ich schreibe hier im Forum schon so viele Filmrezensionen, dass ich, obwohl es hier eigentlich um Spiele geht in dem Thread am meisten unterwegs bin. Und ich kann mich nicht so gut kurz fassen :dance:

Übrigens bin ich auch großer Fan von mother!, den am meisten missverstandenen Film des neuen Jahrtausends.

Ich kopiere mal meine kleine Rezension aus dem anderen Thread:
Polarisiert wie kein zweiter Film in den letzten Jahren aufgrund seiner zweifelhaften Vermarktung als Horrorthriller.

Meiner Meinung nach ein Meisterwerk.

Absoluter Kunstfilm der eine Allegorie ist, die sich in Metaphern erzählt.
Unangenhme Atmosphäre, subjektive Erzählung und das letzte Drittel das vollkommen abdreht, sodass ich mich dazu verleitet sah, obwohl ich alleine war, laut "What am I watching!?" zu schreien. Machen diesen Film zu einem der intensivsten Filmerlebnisse in meinem Leben.

Wer nur Mainstream kennt und Mainstream erwartet wird brutal vor den Kopf gestoßen
Damals habe ich noch keine Wertungen gegeben, aber auf meiner persönlichen Ebene erreicht der Film eine 9/10.

Besonders in den USA wird der Film ja leidenschaftlich gehasst. Das kommt halt dabei raus, wenn man etwas, das wie europäisches Arthousekino gefilmt ist, als starbesetzten Psychothriller vermarktet.

Ich habe sogar eine Interpretation geschrieben, ist ein wenig lang:
Meine Interpretation von mother! (der Film bietet Stoff für Doktorarbeiten):
SpoilerShow
Der gesamte Film ist eine Allegorie auf eine gescheiterte Beziehung, die aus Sicht der Frau erzählt wird.
Für diese Beziehung steht in erster Linie das Haus. Dass diese Beziehung immer prekärer wird, wird durch das immer mehr zerfallene Herz visualisert, das Jennifer Lawrence' Charakter hört, wenn sie an der Wand horcht.
Und deswegen blutet das Haus auch, das ist der Schmerz einer scheiternden Beziehung. Die ersten Gäste im Haus sind die Metapher für Eifersucht. Die Eskalation im letzten Drittel steht erstens dafür, dass die Frau sich durch den Erfolg des Mannes vernachlässigt und zurückgesetzt fühlt und dann ganz allgemein für das Gefühlschaos. Dass das Baby von den Horden verspeist wird, steht für Verlustängste, vielleicht ganz konktet für einen Streit oder Angst vor einem Streit ums Sorgerecht? Die gelbe Flüssigkeit die die Frau trinkt, um ihre "Schwächenfälle ( die für Zweifel stehen) zu überwinden könnte für Hoffnung stehen, vielleicht auch konktet für eine Drogen- oder Alkoholsucht? Das Abbrennen des Hauses am Ende steht für das Scheitern der Beziehung. Das Herz, dass der Mann der Frau entfernt steht für Erinnerung. Es wird zum Kristall, der einen Platz im neuen (Beziehungs)Zyklus erhält, der am Ende des Films mit einer anderen Frau beginnt. Dass das nicht die erste Beziehung ist, die bei dem Mann gescheitert ist, sieht man daran, dass es schon so einen Kristall im im Film gezeigten Zyklus gab und das das Haus vorher schon einmal abgebrannt ist. In der Beziehung zu Jennifer Lawrence Charakter läuft es erst (Zeugung des Babys) als dieser Kristall durch die Eindringlinge zerstört wird. Javier Bardems' Chatakter ist also bis dahin nicht von seiner alten Beziehung ganz los. Dass die Frau das verbrannte Haus renoviert, steht dafür, dass die Frau dem Mann hilft über seine vorherige Beziehung hinweg zu kommen.
https://www.amazon.de/gp/aw/d/B00N86M8E ... 8&qid=&sr=

Hab davon die DVD und da sind die von dir genannten Kriterien vorhanden.

Das war keine Aufforderung, sorry falls das so rüberkam.

Ich kann jeden verstehen, der Mother nicht mag. Das ist halt auch die Frage wie er beworben wird. Ein ähnliches Problem hatte ja auch Drive.
Mir geht es aber ähnlich, eigentlich sind Filme meine größere Leidenschaft, wenn ich mich entscheiden müsste. Aber das ist ja zum Glück nicht so.

Mother lädt aber auch zu einigen Interpretationen ein. Wie eine Tüte voller unterschiedlicher Bonbons, würde ich die Interpretationen sehen, die man da äußern kann.
SpoilerShow
Ich will jetzt nicht zu sehr ausarten, aber durch Aranofsky's immer wiederkehrende religiösen Themen, würde ich Mother als eine Metapher einer abgefuckten Schöpfungsgeschichte verstehen. Mit einer Kritik wie der Mensch mit dem Planeten Erde umgeht.
Dabei verkörpert Lawrence Muttererde und Bardem ist der Schöpfer, wie er ja auch mehr oder weniger angesprochen wird. Die ersten Besucher sind in dem Fall Adam und Eva. Darauffolgt dann die Erbsünde, als auch viele biblische Geschichten, wie Kain und Abel. Alles gipfelt in dem Ausarten des Lebensstils und der Überpopulation des Menschen, was von dem rücksichtslosen Verhalten der weiteren “Gäste“ dargestellt wird.
Das Ende zeichnet diese zum Scheitern verurteilte Lebensweise aus, die im wahrsten Sinne mit einem flammenden Schlusspunkt endet.
Der Schöpfer der an das gute in seiner Schöpfung glaubt wiederholt alles, was aber wie am Anfang angedeutet zu einem erneuten Scheitern führt. Da der Mensch nicht aus seinen Fehlern lernt.
Das mag sich widersprüchlich anhören, da ich auch bei Letterboxd bewerte. Aber ich bin eigentlich so ziemlich gegen Filmwertungen oder Allgemein von Wertungen zu kulturellen Erzeugnissen, wo man ähnlich wie Stiftung Warentest eine Zahl hinten dran klatscht und es so in ein Korsett presst. Nicht falsch verstehen, dass ist jetzt keine Kritik an dich, sondern eher mein ambivalentes Verhältnis zu Wertungen im Allgemeinen. Das schlimme ist, ich kann mich nicht mal vollkommen davon frei machen[emoji21].
Ich finde es wichtiger seine Meinung und Gefühle in welcher Form auch immer darzustellen, so das man die eigene subjektive Sicht vernünftig begründet.
Imdb oder Rotten Tomatoes haben meiner Meinung nach zu einem gravierenden Umstand geführt, dass viele Filme in einen komischen Algorithmus geraten, der dem Medium Film nicht gerecht wird.
Die Systeme zur Wertung sind auch so gebrochen, dass ich bei den genannten Plattformen auch oft das Gefühl habe, dass da viel verloren geht. Da nur auf die Zahlen geguckt wird und nicht was dahinter ist.
Geht es anderen auch so? Oder ist das nur meine verquere Sicht[emoji28]?


P.S. Deine Interpretation finde ich auch richtig gut (wie auch überhaupt die Idee mit den Filmtipps). So eine Sicht hatte ich auf Mother nicht geworfen. Muss mir den bei Gelegenheit nochmal ansehen, es ist schon was her seit der letzten Sichtung.

meisterlampe1989

Re: Filmtipps

Beitrag von meisterlampe1989 »

Pommesbudenpate hat geschrieben:
5. Mai 2018, 17:01
Hab davon die DVD und da sind die von dir genannten Kriterien vorhanden.
Habe ich übersehen. Danke.
Pommesbudenpate hat geschrieben:
5. Mai 2018, 17:01
Das war keine Aufforderung, sorry falls das so rüberkam.
Ne; kam nicht so an.

Pommesbudenpate hat geschrieben:
5. Mai 2018, 17:01
Geht es anderen auch so? Oder ist das nur meine verquere Sicht[emoji28]?
Ich finde solange man klar macht, dass die Wertung subjektiv ist, kann man ruhig eine Zahl dahinter schreiben. Mit Wertungs-Aggregatoren tue ich mich deswegen auch nicht so schwer, weil dort Wertungen immer Subjektiv sind, gerade Userwertungen. Allerdings muss man sich immer klar machen, dass das Massengeschmack ist. Und ich entscheide auch nie auf Basis der Wertungs-Aggregatoren, ob ich einen Film gucke. Wenn ich mich aber nicht entscheiden kann und dann bei IMDB eine 7+ bei dem Film steht, dann kann das das Zünglein an der Wage sein, dass ich mir den anschaue.
Pommesbudenpate hat geschrieben:
5. Mai 2018, 17:01
P.S. Deine Interpretation finde ich auch richtig gut (wie auch überhaupt die Idee mit den Filmtipps). So eine Sicht hatte ich auf Mother nicht geworfen. Muss mir den bei Gelegenheit nochmal ansehen, es ist schon was her seit der letzten Sichtung.
Ich bin da bei Jochen Gebauer: Die Intention des Autors ist bei der Interpretation unerheblich. Es gibt also da kein Richtig und kein Falsch. Deinen Ansatz finde ich auch super. Mir käme da noch der Phönix aus der Asche in den Sinn. Aber das sollte hier ja eigentlich für kürzere Tipps sein und nicht für Interpretationen. Über mother! kann man - wie angedeutet - Abhandlungen und Doktorarbeiten verfassen.

Was die allgemeine Rezeption des Films angeht, so werde ich ziemlich verbittert und auch ein bisschen elitär. Mich kotzt es ziemlich an, dass die breite Masse anscheinend gar nicht versucht hinter den Film zu steigen. Wenn man den Film mit dem berühmten und zitierten "ausgeschalteten Gehirn" guckt und nur die Oberfläche sieht, ist es doch klar, dass man den sehr sehr komisch findet und in den meisten Fällen leider Scheiße. Für mich war das letztes Jahr einer der Top 5 bei mir.

Übrigens würde ich nicht sagen, dass Filme die Nummer 1 in meinem Medienkonsum sind. Sie sind halt nur die am wenigsten aufwendigen, wenn es um die Zeit geht. Ich schaue pro Woche 3 Filme, am Samstag, der mein Filmabend ist. Es kann aber sein, dass ich für ein Spiel 3 Wochen brauche und für Bücher noch länger. Und Serien sind auch ein größeres Zeitinvestment.

Pommesbudenpate

Re: Filmtipps

Beitrag von Pommesbudenpate »


meisterlampe1989 hat geschrieben: Ich finde solange man klar macht, dass die Wertung subjektiv ist, kann man ruhig eine Zahl dahinter schreiben. Mit Wertungs-Aggregatoren tue ich mich deswegen auch nicht so schwer, weil dort Wertungen immer Subjektiv sind, gerade Userwertungen. Allerdings muss man sich immer klar machen, dass das Massengeschmack ist. Und ich entscheide auch nie auf Basis der Wertungs-Aggregatoren, ob ich einen Film gucke. Wenn ich mich aber nicht entscheiden kann und dann bei IMDB eine 7+ bei dem Film steht, dann kann das das Zünglein an der Wage sein, dass ich mir den anschaue.
Das mag dann vielleicht auch echt nur meine verquere Sicht sein. Will da auch keinen meine Sichtweise aufzwängen.
Ich bin da bei Jochen Gebauer: Die Intention des Autors ist bei der Interpretation unerheblich. Es gibt also da kein Richtig und kein Falsch. Deinen Ansatz finde ich auch super. Mir käme da noch der Phönix aus der Asche in den Sinn. Aber das sollte hier ja eigentlich für kürzere Tipps sein und nicht für Interpretationen. Über mother! kann man - wie angedeutet - Abhandlungen und Doktorarbeiten verfassen.
Sehe ich genauso. Wie mein Prof zu sagen pflegte, der Autor ist tot.
Es gibt meiner Meinung nach aber mehr Filme die meist nur eine Sichtweise darbieten und mit eher holen Tricks eine Tiefe vorgauckeln, die nicht vorhanden ist.
Mother gehört aber auf jeden Fall nicht dazu.
Was die allgemeine Rezeption des Films angeht, so werde ich ziemlich verbittert und auch ein bisschen elitär. Mich kotzt es ziemlich an, dass die breite Masse anscheinend gar nicht versucht hinter den Film zu steigen. Wenn man den Film mit dem berühmten und zitierten "ausgeschalteten Gehirn" guckt und nur die Oberfläche sieht, ist es doch klar, dass man den sehr sehr komisch findet und in den meisten Fällen leider Scheiße. Für mich war das letztes Jahr einer der Top 5 bei mir.
Ich weiss, was du meinst. Nur kann ich auch verstehen, wenn man es für etwas sehr abgefahren hält.
Was mich mehr gestört hat, ist wie manche Filmkritiken damit umgegangen sind. Da haben viele eine ähnliche Herangehensweise, wie du sie beschrieben hast, gehabt.
Übrigens würde ich nicht sagen, dass Filme die Nummer 1 in meinem Medienkonsum sind. Sie sind halt nur die am wenigsten aufwendigen, wenn es um die Zeit geht. Ich schaue pro Woche 3 Filme, am Samstag, der mein Filmabend ist. Es kann aber sein, dass ich für ein Spiel 3 Wochen brauche und für Bücher noch länger. Und Serien sind auch ein größeres Zeitinvestment.
Filme schaue ich eigentlich immer. Der Rest spielt sich in Phasen über's Jahr ab. Wenn ich jetzt mehr Lust auf Spiele habe werden Bücher, etc. mehr vernachlässigt und umgekehrt. Filme gehen halt immer, weil es ein von der Zeit her kurzes Commitment ist.
Filme würde ich persönlich auch Serien jederzeit vorziehen. Die Serien der letzten Jahre sind super und die Entwicklung zu einer besseren Erzählform als auch das Ausnutzen der Stärken von Serien, wie eine gut ausstaffierte charakterliche Entwicklung zu präsentieren, begrüße ich. Man merkt, dass die Kreativen immer mehr einen künstlerischen Hafen in vielen Serienformaten gefunden haben. Da die erdrückende Dominanz von großen Franchises in Hollywood wenig Platz für kreative Freiheit bieten. Ich vermisse echt die Zeiten als noch sowas wie American Beauty ein Blockbuster war. Dennoch würde ich behaupten, dass Filme das künstlerisch bessere Format in fast jeder Hinsicht sind. Da sind Tiefen vorhanden, besonders im Arthouse-Bereich, die man noch in der Form bei Serien sucht. Das ist aber auch nur meine Meinung.

Was steht denn heute Abend bei dir auf der Watchlist[emoji2]?
Hab mir vor ein paar Wochen Hausu bestellt, den will ich mir eigentlich heute Abend ansehen. Ansonsten hab ich gestern noch Foreigner und Barry Seal bei den Prime Filmabend ausgeliehen. Die werden dann in nächster Zeit auch geschaut.

meisterlampe1989

Re: Filmtipps

Beitrag von meisterlampe1989 »

Pommesbudenpate hat geschrieben:
5. Mai 2018, 18:04
Das mag dann vielleicht auch echt nur meine verquere Sicht sein. Will da auch keinen meine Sichtweise aufzwängen.
Ja. Ich finde übrigens, dass, wenn es eine "objektive Bewertung" gibt, Wertungs-Aggregatoren da vielleicht die beste Wahl sind. Das ist das Mittel vieler subjektiver Bewertungen. Das Problem ist eben der Massengeschmack, weswegen ich wirklich nur bei Wackelkandidaten mal bei IMDB reinschaue.
Pommesbudenpate hat geschrieben:
5. Mai 2018, 18:04
Was steht denn heute Abend bei dir auf der Watchlist[emoji2]?
-Gangs of New York
-Lady Vengeance
-Das Fenster zum Hof

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Heretic
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Re: Filmtipps

Beitrag von Heretic »

Pommesbudenpate hat geschrieben:
5. Mai 2018, 12:04
Du magst also auch Mother[emoji2][emoji119]?
Endlich hab ich jemand anderen gefunden[emoji23].
Stimmt, "Mother!" ist ja auch von Aronofsky. Den muss ich noch schauen. Nach allem, was ich bisher von dem Film gehört habe, stehen aber die Chancen sehr gut, dass er mir gefällt. :mrgreen:

Noch zwei Tipps für die Fans des unkonventionellen Kinos:

Letztes Jahr in Marienbad von Alain Resnais.
Die ersten zwanzig Minuten sind eine harte Prüfung für jeden Zuschauer, denn zugänglich ist anders. Sperrig bleibt der Film bis zum Schluss, aber irgendwann wird man vom bizarren Charme gefangengenommen und will wissen, was noch kommt. Außerdem ist er ästhetisch eine Wucht.

Valerie - Eine Woche voller Wunder von Jaromil Jires.
Wer noch die alten tschechischen Märchenfilme kennt - das hier ist die Alptraum-Version davon. Leider gibt's den Film nur mit tschechischen O-Ton, aber das macht das Erlebnis nur noch schräger. :mrgreen:

Pommesbudenpate

Re: Filmtipps

Beitrag von Pommesbudenpate »


Heretic hat geschrieben: Stimmt, "Mother!" ist ja auch von Aronofsky. Den muss ich noch schauen. Nach allem, was ich bisher von dem Film gehört habe, stehen aber die Chancen sehr gut, dass er mir gefällt. :mrgreen:

Noch zwei Tipps für die Fans des unkonventionellen Kinos:

Letztes Jahr in Marienbad von Alain Resnais.
Die ersten zwanzig Minuten sind eine harte Prüfung für jeden Zuschauer, denn zugänglich ist anders. Sperrig bleibt der Film bis zum Schluss, aber irgendwann wird man vom bizarren Charme gefangengenommen und will wissen, was noch kommt. Außerdem ist er ästhetisch eine Wucht.

Valerie - Eine Woche voller Wunder von Jaromil Jires.
Wer noch die alten tschechischen Märchenfilme kennt - das hier ist die Alptraum-Version davon. Leider gibt's den Film nur mit tschechischen O-Ton, aber das macht das Erlebnis nur noch schräger. :mrgreen:
[emoji106]
Kann ich nur so unterschreiben, besonders Valerie ist super.
Es sei da mal erwähnt, dass das Label Bildstörung viele Klassiker, des osteuropäischen Kinos und überhaupt eher skurrile Klassiker im Allgemeinen, aus den 60er und 70ern schön aufgelegt in ihrem Portfolio haben.




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Seroon
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Re: Filmtipps

Beitrag von Seroon »

Ich empfehle Der Brotverdiener, ein Animationsfilm über ein Mädchen in Afghanistan, das als Junge verkleidet ihre Familie versorgen muss, als ihr Vater von den Taliban gefangen genommen wird.

Nicolas Winding Refn, Park Chan-Wook und Dennis Villneuve empfehle ich auch uneingeschränkt.

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