Gendern in der deutschen Sprache

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Papiertigger
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Papiertigger » 17. Nov 2018, 12:57

Stuttgarter hat geschrieben:
17. Nov 2018, 12:35
Papiertigger hat geschrieben:
17. Nov 2018, 09:08
Dr. Zoidberg [np] hat geschrieben:
17. Nov 2018, 05:58
Und ja: Um ein Gleichgewicht herzustellen muss es - aus aktueller Sicht gesehen - zu Nachteilen für Männer kommen. Deal with it.
Welche Nachteile?
Aus meiner Sicht zum Beispiel der Nachteil, bei Bewerbungen oder Beförderungen nicht mehr automatisch die bessren Karten zu haben als eine gleichqualifizierte oder sogar besser qualifizierte Frau. Wenn Frauen die gleichen Chancen bekommen, sorgt das - aus heutiger Sicht - automatisch für einen Nachteil, den Männer dann aushalten müssen. Das lässt sich beliebig auf alle Privilegien ausweiten, die der Mann heutzutage noch genießt - wenn er die abgeben muss, wird sein Leben an einigen Stellen nun mal nicht mehr ganz so einfach.
Ich dachte, es geht hier um "Gendern" in der deutschen Sprache.
Sebastian Solidwork hat geschrieben:
17. Nov 2018, 12:14
Das Ob stelle ich auch nicht in Frage, nur das Wie.
Wie wäre es Berufe generell mit -kraft bzw -kräfte enden zu lassen?
Lehrkräfte, Putzkräfte, Polizeikräfte kennen wir ja schon.
Sowas wie Entwicklerkräfte oder Managementkräfte dürfte erstmal ungewohnt sein, aber daran dürfte man sich schnell gewöhnen.
Hörkräfte für HörerInnen kommt mir zu gewagt vor. Das kann leicht verwechselt werden bei Hörkraft.
Das finde ich sehr unelegant. In der Verwaltungssprache vielleicht, in der Alltagssprache eher nicht.
Sebastian Solidwork hat geschrieben:
17. Nov 2018, 12:14
Oder eine neue Silbe? Z.b us.
Lehrus, Putzus, Polizistus, Hörus.
Meines Erachtens die konsequenteste Lösung, aber wohl ein zu tiefer Eingriff, um noch verständlich zu sein und sich praktisch durchsetzen zu lassen. Aber -us ist die denkbar schlechteste Endung, die Du Dir hättest ausdenken können. Dann doch lieber -x, wie von Lann Hornscheidt vorgeschlagen.

Stuttgarter
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Stuttgarter » 17. Nov 2018, 13:14

Papiertigger hat geschrieben:
17. Nov 2018, 12:57


Ich dachte, es geht hier um "Gendern" in der deutschen Sprache.
Ich hatte Zoidbergs Aussage etwas allgemeiner aufgefasst. Falls ers wirklich nur auf die Sprache bezogen hat, würd mich die Antwort allerdings auch interessieren. :)

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Dr. Zoidberg [np]
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Dr. Zoidberg [np] » 17. Nov 2018, 13:50

Heretic hat geschrieben:
17. Nov 2018, 11:41
Ich finde ja, man sollte hier zum Thema Gendern eher das "Wie" als das "Ob" diskutieren. Ich kann das Anliegen dahinter voll verstehen und unterstütze es auch. Doch ganz egal ob Gender-Gap oder Binnen-I - es klingt und liest sich furchtbar. Das muss doch irgendwie besser gehen. Dummerweise weiß ich nicht, wie. Scheint dem Rechtschreibrat ja ähnlich zu gehen...
Gibt es schon länger Ideen, beispielsweise ein x zu verwenden (Profx statt Professor oder Professorin). Siehe http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/d ... 68220.html
Stuttgarter hat geschrieben:
17. Nov 2018, 13:14
Papiertigger hat geschrieben:
17. Nov 2018, 12:57


Ich dachte, es geht hier um "Gendern" in der deutschen Sprache.
Ich hatte Zoidbergs Aussage etwas allgemeiner aufgefasst. Falls ers wirklich nur auf die Sprache bezogen hat, würd mich die Antwort allerdings auch interessieren. :)
War auch so gemeint. Es wurde ein größeres Fass aufgemacht, also bin ich mit der Kelle drangegangen ^^

Papiertigger
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Papiertigger » 17. Nov 2018, 14:00

Dr. Zoidberg [np] hat geschrieben:
17. Nov 2018, 13:50
Stuttgarter hat geschrieben:
17. Nov 2018, 13:14
Papiertigger hat geschrieben:
17. Nov 2018, 12:57


Ich dachte, es geht hier um "Gendern" in der deutschen Sprache.
Ich hatte Zoidbergs Aussage etwas allgemeiner aufgefasst. Falls ers wirklich nur auf die Sprache bezogen hat, würd mich die Antwort allerdings auch interessieren. :)
War auch so gemeint. Es wurde ein größeres Fass aufgemacht, also bin ich mit der Kelle drangegangen ^^
Dann möchte ich dich bitten, in Zukunft beim Thema zu bleiben oder wenigstens einen halbwegs konkreten Bezug zu etwas vorher Geschriebenem zu wahren. Sonst werde ich das in Zukunft einem Moderator melden!
Auch Doppelposts sind nicht gern gesehen, dafür gibt es eine Editierfunktion.
Bitte beachte das in Zukunft, dann wirst Du Dich hier gut einleben.

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Sebastian Solidwork
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Sebastian Solidwork » 17. Nov 2018, 14:03

Papiertigger hat geschrieben:
17. Nov 2018, 12:57
Sebastian Solidwork hat geschrieben:
17. Nov 2018, 12:14
Oder eine neue Silbe? Z.b us.
Lehrus, Putzus, Polizistus, Hörus.
Meines Erachtens die konsequenteste Lösung, aber wohl ein zu tiefer Eingriff, um noch verständlich zu sein und sich praktisch durchsetzen zu lassen.
Alles "nur" eine Sache Kommunikation. Wäre viel Aufwand, der es aber mMn lohnenswert wäre.
Die Anitraucher-Kampagnen sind sicher auch nicht billig.
Papiertigger hat geschrieben:
17. Nov 2018, 12:57
Aber -us ist die denkbar schlechteste Endung, die Du Dir hättest ausdenken können. Dann doch lieber -x, wie von Lann Hornscheidt vorgeschlagen.
Warum ist -us die schlechteste? Weil es zu viele andere Wörter gibt die damit aufhören?
Ich hatte zuerst an -as gedacht, aber das war mir zu nah an anderen Wörtern. Lehras... kommt ja schon mal in der Umgangssprache vor.
Kannst du mir einen Link zu dem Vorschlag von Lann Hornscheidt geben? Ich finde da auf die Schnelle nichts.
Lehrx, Putzx, Polizistx klingt für mich auch nicht optimal.
Mit einem Vokal dazwischen finde ich den Klang angenehmer und es passt auch besser zu den bisherigen Lesegewohnheiten.
Lehrax, Putzax, Polizistax

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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Papiertigger » 17. Nov 2018, 14:42

Sebastian Solidwork hat geschrieben:
17. Nov 2018, 14:03
Papiertigger hat geschrieben:
17. Nov 2018, 12:57
Aber -us ist die denkbar schlechteste Endung, die Du Dir hättest ausdenken können. Dann doch lieber -x, wie von Lann Hornscheidt vorgeschlagen.
Warum ist -us die schlechteste? Weil es zu viele andere Wörter gibt die damit aufhören?
Na, weil es als männliche Endung wahrgenommen werden würde. Vornamen mit einer Endung auf -us sind, aus dem Lateinischen kommend, männlich, sowohl im Lateinischen wie im Deutschen.
Auch sind Wörter, die auf -us enden, ebenfalls aus dem Lateinischen kommend, meistens männlich, auch wenn es Ausnahmen gibt.
Sebastian Solidwork hat geschrieben:
17. Nov 2018, 14:03
Kannst du mir einen Link zu dem Vorschlag von Lann Hornscheidt geben? Ich finde da auf die Schnelle nichts.
Siehe oben den Link von unserem Neumitglied Zoidberg zur FAZ.

Edit: Du findest tatsächlich auf die Schnelle nichts? Mit Google? Du kannst Dir nicht sonderlich viel Mühe gemacht haben. Ich habe keine 20 Sekunden dafür gebraucht. Wikipedia ist bei mir das zweite Suchergebnis, da stehts. Das erste Suchergebnis ist ihre eigene Internetseite, dieser entnehme ich, dass Lann Hornscheidt mittlerweile nicht mehr -x, sondern -ex als Endung verwendet, womit auch Dein Problem mit dem fehlenden Vokal gelöst wäre.

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Sebastian Solidwork
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Sebastian Solidwork » 17. Nov 2018, 15:29

Papiertigger hat geschrieben:
17. Nov 2018, 14:42
Sebastian Solidwork hat geschrieben:
17. Nov 2018, 14:03
Papiertigger hat geschrieben:
17. Nov 2018, 12:57
Aber -us ist die denkbar schlechteste Endung, die Du Dir hättest ausdenken können. Dann doch lieber -x, wie von Lann Hornscheidt vorgeschlagen.
Warum ist -us die schlechteste? Weil es zu viele andere Wörter gibt die damit aufhören?
Na, weil es als männliche Endung wahrgenommen werden würde. Vornamen mit einer Endung auf -us sind, aus dem Lateinischen kommend, männlich, sowohl im Lateinischen wie im Deutschen.
Auch sind Wörter, die auf -us enden, ebenfalls aus dem Lateinischen kommend, meistens männlich, auch wenn es Ausnahmen gibt.
Sebastian Solidwork hat geschrieben:
17. Nov 2018, 14:03
Kannst du mir einen Link zu dem Vorschlag von Lann Hornscheidt geben? Ich finde da auf die Schnelle nichts.
Siehe oben den Link von unserem Neumitglied Zoidberg zur FAZ.

Edit: Du findest tatsächlich auf die Schnelle nichts? Mit Google? Du kannst Dir nicht sonderlich viel Mühe gemacht haben. Ich habe keine 20 Sekunden dafür gebraucht. Wikipedia ist bei mir das zweite Suchergebnis, da stehts. Das erste Suchergebnis ist ihre eigene Internetseite, dieser entnehme ich, dass Lann Hornscheidt mittlerweile nicht mehr -x, sondern -ex als Endung verwendet, womit auch Dein Problem mit dem fehlenden Vokal gelöst wäre.
Vielen Dank für deine Ausführungen.
Dr. Zoidberg ist seit Juni 2016 dabei und Moderator, siehe die grüne Schrift seines Namens. Du seit Juli 2018.

Ich kann aus deinen Formulierungen leider nur wenig Wertschätzung und Verständnis herauslesen. Dich scheint meine mangelhafte Suche so erzürnt zu haben, dass du noch das Edit nachtragen wolltest.
Deine Wut darüber sei dir unbenommen. Nur sie so zum Ausdruck zu bringen, lässt mich gerade die Lust am weiteren Gespräch mit dir verlieren. Was ich schade finde.
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Andre Peschke
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Andre Peschke » 17. Nov 2018, 15:33

Papiertigger hat geschrieben:
17. Nov 2018, 14:00
Edit: Du findest tatsächlich auf die Schnelle nichts? Mit Google? Du kannst Dir nicht sonderlich viel Mühe gemacht haben. Ich habe keine 20 Sekunden dafür gebraucht.
Sei so gut: Entweder melden, gar nicht antworten, oder einfach weiter diskutieren - nicht belehrend werden.
Papiertigger hat geschrieben:
17. Nov 2018, 14:00
Dann möchte ich dich bitten, in Zukunft beim Thema zu bleiben oder wenigstens einen halbwegs konkreten Bezug zu etwas vorher Geschriebenem zu wahren. Sonst werde ich das in Zukunft einem Moderator melden!
Auch Doppelposts sind nicht gern gesehen, dafür gibt es eine Editierfunktion.
Bitte beachte das in Zukunft, dann wirst Du Dich hier gut einleben.
Hier hoffe ich auf Sarkasmus - ansonsten gilt obiges doppelt. ^^

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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Papiertigger » 17. Nov 2018, 16:26

Sebastian Solidwork hat geschrieben:
17. Nov 2018, 15:29
Ich kann aus deinen Formulierungen leider nur wenig Wertschätzung und Verständnis herauslesen. Dich scheint meine mangelhafte Suche so erzürnt zu haben, dass du noch das Edit nachtragen wolltest.
Deine Wut darüber sei dir unbenommen. Nur sie so zum Ausdruck zu bringen, lässt mich gerade die Lust am weiteren Gespräch mit dir verlieren. Was ich schade finde.
Nein, nicht wütend, nur aufrichtig verblüfft, dass Du auf die Schnelle nichts gefunden hast. Und ja, vielleicht etwas frustriert, weil ich den Eindruck hatte, alles vorkauen zu müssen, aber nicht wütend.

Ich wollte Dich nicht verletzen, und dass es offenbar so rübergekommen ist, tut mir leid.
Andre Peschke hat geschrieben:
17. Nov 2018, 15:33
Hier hoffe ich auf Sarkasmus - ansonsten gilt obiges doppelt. ^^
Ich finde nicht, dass Sarkasmus das richtige Wort ist; so war es jedenfalls nicht gemeint und so möchte ich es auch nicht verstanden wissen. ;)

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Soulaire
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Soulaire » 17. Nov 2018, 16:47

Stuttgarter hat geschrieben:
17. Nov 2018, 12:35
Papiertigger hat geschrieben:
17. Nov 2018, 09:08
Dr. Zoidberg [np] hat geschrieben:
17. Nov 2018, 05:58
Und ja: Um ein Gleichgewicht herzustellen muss es - aus aktueller Sicht gesehen - zu Nachteilen für Männer kommen. Deal with it.
Welche Nachteile?
Aus meiner Sicht zum Beispiel der Nachteil, bei Bewerbungen oder Beförderungen nicht mehr automatisch die bessren Karten zu haben als eine gleichqualifizierte oder sogar besser qualifizierte Frau. Wenn Frauen die gleichen Chancen bekommen, sorgt das - aus heutiger Sicht - automatisch für einen Nachteil, den Männer dann aushalten müssen. Das lässt sich beliebig auf alle Privilegien ausweiten, die der Mann heutzutage noch genießt - wenn er die abgeben muss, wird sein Leben an einigen Stellen nun mal nicht mehr ganz so einfach.
da es hier um Sprache geht... so kann kein freiheitlich denkender Mensch reden. Es geht hier schlicht nicht um irgendwelche "Konten", sondern um Gleichberechtigung. Und Gleichberechtigung hat rein gar nichts mit irgendwelchen Nachteilen zu tun. Auch wenn Frauen jahrelang benachteiligt wurden und immer noch werden bedeutet das nicht, dass man diese Frauen "rächen" muss. Außerdem verallgemeinerst du sehr. z.B dass es alle Männer einfach haben, was einfach eine sehr populistische Aussage ist.

Stuttgarter
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Stuttgarter » 17. Nov 2018, 17:08

Wer verrät dem Papiertigger, dass Dr. Zoidberg einer der Moderatoren ist? :whistle:

Stuttgarter
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Stuttgarter » 17. Nov 2018, 17:14

Soulaire hat geschrieben:
17. Nov 2018, 16:47
Stuttgarter hat geschrieben:
17. Nov 2018, 12:35
Papiertigger hat geschrieben:
17. Nov 2018, 09:08


Welche Nachteile?
Aus meiner Sicht zum Beispiel der Nachteil, bei Bewerbungen oder Beförderungen nicht mehr automatisch die bessren Karten zu haben als eine gleichqualifizierte oder sogar besser qualifizierte Frau. Wenn Frauen die gleichen Chancen bekommen, sorgt das - aus heutiger Sicht - automatisch für einen Nachteil, den Männer dann aushalten müssen. Das lässt sich beliebig auf alle Privilegien ausweiten, die der Mann heutzutage noch genießt - wenn er die abgeben muss, wird sein Leben an einigen Stellen nun mal nicht mehr ganz so einfach.
da es hier um Sprache geht... so kann kein freiheitlich denkender Mensch reden. Es geht hier schlicht nicht um irgendwelche "Konten", sondern um Gleichberechtigung. Und Gleichberechtigung hat rein gar nichts mit irgendwelchen Nachteilen zu tun. Auch wenn Frauen jahrelang benachteiligt wurden und immer noch werden bedeutet das nicht, dass man diese Frauen "rächen" muss. Außerdem verallgemeinerst du sehr. z.B dass es alle Männer einfach haben, was einfach eine sehr populistische Aussage ist.
Dr. Zoidberg hat aus gutem Grund das "aus aktueller Sicht" eingebaut - aus heutiger Sicht wird es für Männer natürlich erstmal Nachteile bedeuten, wenn sie sich gegen doppelt so viel Mitbewerber durchsetzen müssen. Sie werden es zumindest so wahrnehmen. Wenn ein Geschlecht jahrhundertelang privilegiert war und diese Privilegien dann verliert, wird es das Gefühl haben, benachteiligt zu werden. Bzw es hat Nachteile im Vergleich zu der Zeit davor.

Und auch wenn wir die Diskussion schon xmal hatten hier: Selbstverständlich hat es "der weiße heterosexuelle Mann" einfacher als alle, die nicht dieser Kategorie entsprechen. Dass es einzelnen weißen heterosexuellen Männern beschissen geht, ändert nix an dieser gesellschaftlichen allgemeinen Tatsache.

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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Naitomea » 17. Nov 2018, 17:16

Papiertigger hat geschrieben:
17. Nov 2018, 09:08
Ähm, er meinte kürzer (Komparativ!) im Vergleich zum Femininum, nicht im Vergleich zu anderen Sprachen.
Eine gute Sache haben deine Antworten. Jetzt weiss ich auch als Mann, wie sich mansplaining anfühlt und bin noch mehr von der Notwendigkeit des Feminismus' überzeugt.

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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Andre Peschke » 17. Nov 2018, 17:21

Naitomea hat geschrieben:
17. Nov 2018, 17:16
Eine gute Sache haben deine Antworten. Jetzt weiss ich auch als Mann, wie sich mansplaining anfühlt und bin noch mehr von der Notwendigkeit des Feminismus' überzeugt.
Deutliche Warnung nochmal, Kinners: Wenn ihr meint, eine Aussage hier geht zu weit: Melden und wir schauen uns das an. Was NICHT erwünscht ist: Gefühlte oder reale Despektierlichkeit mit gleicher Münze heimzahlen und damit nur zur Eskalation beitragen.

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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Soulaire » 17. Nov 2018, 17:32

Stuttgarter hat geschrieben:
17. Nov 2018, 17:14
Soulaire hat geschrieben:
17. Nov 2018, 16:47
Stuttgarter hat geschrieben:
17. Nov 2018, 12:35


Aus meiner Sicht zum Beispiel der Nachteil, bei Bewerbungen oder Beförderungen nicht mehr automatisch die bessren Karten zu haben als eine gleichqualifizierte oder sogar besser qualifizierte Frau. Wenn Frauen die gleichen Chancen bekommen, sorgt das - aus heutiger Sicht - automatisch für einen Nachteil, den Männer dann aushalten müssen. Das lässt sich beliebig auf alle Privilegien ausweiten, die der Mann heutzutage noch genießt - wenn er die abgeben muss, wird sein Leben an einigen Stellen nun mal nicht mehr ganz so einfach.
da es hier um Sprache geht... so kann kein freiheitlich denkender Mensch reden. Es geht hier schlicht nicht um irgendwelche "Konten", sondern um Gleichberechtigung. Und Gleichberechtigung hat rein gar nichts mit irgendwelchen Nachteilen zu tun. Auch wenn Frauen jahrelang benachteiligt wurden und immer noch werden bedeutet das nicht, dass man diese Frauen "rächen" muss. Außerdem verallgemeinerst du sehr. z.B dass es alle Männer einfach haben, was einfach eine sehr populistische Aussage ist.
Dr. Zoidberg hat aus gutem Grund das "aus aktueller Sicht" eingebaut - aus heutiger Sicht wird es für Männer natürlich erstmal Nachteile bedeuten, wenn sie sich gegen doppelt so viel Mitbewerber durchsetzen müssen. Sie werden es zumindest so wahrnehmen. Wenn ein Geschlecht jahrhundertelang privilegiert war und diese Privilegien dann verliert, wird es das Gefühl haben, benachteiligt zu werden. Bzw es hat Nachteile im Vergleich zu der Zeit davor.

Und auch wenn wir die Diskussion schon xmal hatten hier: Selbstverständlich hat es "der weiße heterosexuelle Mann" einfacher als alle, die nicht dieser Kategorie entsprechen. Dass es einzelnen weißen heterosexuellen Männern beschissen geht, ändert nix an dieser gesellschaftlichen allgemeinen Tatsache.
Nein, das Leben ist generell hart, auch für weiße Männer. Außer man ist natürlich in die richtige Familie hereingeboren.
Welche Gruppe ist denn beispielsweise am meisten von Obdachlosigkeit betroffen? Es sind weiße Männer, ob das dann wieder Zufall ist?
Bei den beruflich besseren Aussichten für Männern würde ich nicht von Vorteilen oder Privilegien es , da es das ein Stück weit sogar legitimiert. Ich würde von "Unrecht" sprechen. Das hat dann auch nichts mehr zu tun, dass Männer jetzt benachteiligt werden müssen damit es sich ausgleicht. So etwas Populistisches haben und hätten bekannte Freiheitskämpfer wie Mandela oder Luther King auch niemals behauptet.

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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Andre Peschke » 17. Nov 2018, 17:53

Soulaire hat geschrieben:
17. Nov 2018, 17:32
Nein, das Leben ist generell hart, auch für weiße Männer. Außer man ist natürlich in die richtige Familie hereingeboren.
Welche Gruppe ist denn beispielsweise am meisten von Obdachlosigkeit betroffen? Es sind weiße Männer, ob das dann wieder Zufall ist?
Bei den beruflich besseren Aussichten für Männern würde ich nicht von Vorteilen oder Privilegien es , da es das ein Stück weit sogar legitimiert. Ich würde von "Unrecht" sprechen. Das hat dann auch nichts mehr zu tun, dass Männer jetzt benachteiligt werden müssen damit es sich ausgleicht. So etwas Populistisches haben und hätten bekannte Freiheitskämpfer wie Mandela oder Luther King auch niemals behauptet.
Ich hab neulich einen Beitrag gesehen, ich weiß leider nicht mehr wo, in dem es darum ging, dass Diskussionen wie diese und andere nur das Augenmerk von größeren Zusammenhängen weg lenken und tatsächliche, gesamtgesellschaftliche Probleme so weiter bestand haben. Sinngemäß: Indem verschiedene minderprivilegierte Gruppen (Frauen, Zuwanderer, Arbeitslose etc) jeweils in kleine Partikularkriege verwickelt sind, solidarisieren sie sich nicht miteinander um die Frage zu stellen: Warum hat ein winziger Teil von Menschen so viel und wir anderen so wenig und wie ändern wir das?

Gab da auch ein paar nett wirkende Versuche eine Verbindung zur Parteienlandschaft in USA und Europa herzustellen, die angeblich eben geschnallt hat, dass sie sich mehr an diese aktuellen Hot-Button-Topics anheften müssen ("Grenzen zu!"), weil die abstrakteren, größeren Probleme nicht so gut ziehen.

Hab das aber nur nebenbei überflogen. Wirkte interessant, aber auch übersimplifiziert. Fiel mir dazu aber gerade ein. :D
Andre

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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Stuttgarter » 17. Nov 2018, 18:02

Andre Peschke hat geschrieben:
17. Nov 2018, 17:53

Ich hab neulich einen Beitrag gesehen, ich weiß leider nicht mehr wo, in dem es darum ging, dass Diskussionen wie diese und andere nur das Augenmerk von größeren Zusammenhängen weg lenken und tatsächliche, gesamtgesellschaftliche Probleme so weiter bestand haben. Sinngemäß: Indem verschiedene minderprivilegierte Gruppen (Frauen, Zuwanderer, Arbeitslose etc) jeweils in kleine Partikularkriege verwickelt sind, solidarisieren sie sich nicht miteinander um die Frage zu stellen: Warum hat ein winziger Teil von Menschen so viel und wir anderen so wenig und wie ändern wir das?

Gab da auch ein paar nett wirkende Versuche eine Verbindung zur Parteienlandschaft in USA und Europa herzustellen, die angeblich eben geschnallt hat, dass sie sich mehr an diese aktuellen Hot-Button-Topics anheften müssen ("Grenzen zu!"), weil die abstrakteren, größeren Probleme nicht so gut ziehen.

Hab das aber nur nebenbei überflogen. Wirkte interessant, aber auch übersimplifiziert. Fiel mir dazu aber gerade ein. :D
Andre
Ich hab kein Problem damit, morgen sofort alle systemisch Benachteiligte wie Frauen, Andersfarbige und Nichtheterosexuelle absolut gleichzustellen. Damit wir danach das Verhältnis 99 % <-> 1 % angehen können. Aber irgendwie hab ich das Gefühl, dass das jenen, die so vehement drauf pochen, dass es Männern genauso schlecht geht wie Frauen, auch nicht wirklich recht wäre. ;)

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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Andre Peschke » 17. Nov 2018, 18:06

Stuttgarter hat geschrieben:
17. Nov 2018, 18:02
Ich hab kein Problem damit, morgen sofort alle systemisch Benachteiligte wie Frauen, Andersfarbige und Nichtheterosexuelle absolut gleichzustellen. Damit wir danach das Verhältnis 99 % <-> 1 % angehen können. Aber irgendwie hab ich das Gefühl, dass das jenen, die so vehement drauf pochen, dass es Männern genauso schlecht geht wie Frauen, auch nicht wirklich recht wäre. ;)
Das, als Antwort auf mein Posting, geht als Satire durch. ^^

Andre

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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Soulaire » 17. Nov 2018, 18:32

Andre Peschke hat geschrieben:
17. Nov 2018, 17:53

...
das ist in der Tat so.
die Gesellschaft hat Angst die System-Frage(n) zu stellen. Und unser dominierendes System ist der "Raubtier"-Kapitalismus für den es keinen moralischen Kompass gibt. Es wird alles ausgenutzt was der Staat zulässt und dadurch automatisch legitimiert. Sei es Umweltverschmutznung, Tierquälerei oder Ausbeuterei.
Und das alles aus Geld-Gründen. Auch ein Grund warum man bei den Frauen-Quoten übrigens viel weiter ist als bei den Gehaltsunterschieden zwischen Mann und Frau. :roll:
Die AfD macht es ja genauso indem sie Flüchtlinge gegen zu meist Niedrigverdiener ausspielen und ihr Programm ähnlich wie Trump nur Reiche bevorteilt.
Wir haben es mMn oft gar nicht mehr mit einer rein ideoligischen Diskriminierung zu tun, sondern mit einer die vom Geld getrieben ist.
Ich meine selbst die AfD, die ich sonst zu tiefst ablehne hat viele geoutete Homosexuelle, Juden und Nicht-Deutsche in ihrer Partei.

drgonzo
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von drgonzo » 17. Nov 2018, 18:40


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