Gendern in der deutschen Sprache

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IpsilonZ
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von IpsilonZ »

bimbes1984 hat geschrieben:
26. Jun 2019, 14:42
(...)
aus den alltäglichen Nachrichten, z.B. der Tagesschau, SpOn, Welt....usw. allgemein den großen Nachrichtenportalen, gut...ich schaue nicht bei attac nach oder lese http://no-racism.net/
Naja, in Medien die grundsätzlich nicht gendern wirst du auch kein Gendern von negativ behafteten Begriffen finden. Das ist ja nur logisch.

bimbes1984

Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von bimbes1984 »

IpsilonZ hat geschrieben:
26. Jun 2019, 14:51
bimbes1984 hat geschrieben:
26. Jun 2019, 14:42
(...)
aus den alltäglichen Nachrichten, z.B. der Tagesschau, SpOn, Welt....usw. allgemein den großen Nachrichtenportalen, gut...ich schaue nicht bei attac nach oder lese http://no-racism.net/
Naja, in Medien die grundsätzlich nicht gendern wirst du auch kein negatives Gendern finden. Das ist ja nur logisch. Also es gibt dann keine "Schurk*innen" aber genauso wenig "Held*innen".
da hast du recht, das habe ich nicht bedacht...ich hoffe nur, dass das Gendern dort nicht auch noch Einzug hält.

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HerrReineke
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von HerrReineke »

Golophin hat geschrieben:
26. Jun 2019, 11:53
Long story short: Ich finde es schade und ehrlichgesagt dogmatisch, die gesprochene Gendergap-Form in einem solchen Audio-Produkt zu verwenden, obgleich man über Feedback weiß, dass die Kund-(/Hörer)schaft darin entweder keinen positiven Mehrwert sieht, oder sich sogar daran stört.
Nur um das mal eingeworfen zu haben: Ich gehöre ebenfalls zur Bezahl-Hörerschaft, finde es explizit gut und sehe darin einen Mehrwert :whistle:
derFuchsi hat geschrieben:
26. Jun 2019, 14:45
Sprache ändert sich das ist ja ok, aber Änderungen erfolgen eigentlich aus dem Sprachgebrauch der Menschen selbst. (Nicht nur) mein Problem hier ist dass die Genderei (zumindest gefühlt) von oben verordnet wird und nicht aus dem Volk kommt.
Empfinde ich persönlich auch anders. Aus meinem Erleben sind es bisher halt einfach "nur" einige Menschen (ein kleiner Teil des Volkes quasi^^), die das machen. Denn auch Medien die gendern werden von Menschen publiziert, beschrieben oder jedenfalls geleitet, die das persönlich für richtig halten können. Bei Medien ist es insofern noch "von oben" verordnet, dass es zwangsläufig Chefredakteur_innen (oder ein anderes Organ) gibt, die sowas entscheiden. Ich kenne freiberufliche Journalistinnen, die sowohl für Medien schreiben, wo eine bestimmte Form des Genderns gewünscht als auch für Medien, wo dieses explizit untersagt ist und nicht in den Texten auftaucht - wobei besagte Journalistinnen privat teilweise gendern und teilweise nicht. Die müssen sich tatsächlich der jeweiligen Auftraggeberin anpassen. Ein "von oben" kann ich ansonsten aber persönlich nicht sehen. Im Gegenteil: Institutionen wie z.B. der Rechtschreibrat haben die Anerkennung einer bestimmten Gender-Schreibweise bisher explizit abgelehnt - quasi die einzige Institution, die das "von oben" bestimmen könnten, hat es nicht getan :?

Ich halte die meisten Dialekte in gewisser Weise auch für eine Verhunzung der deutschen Sprache, aber da stört es (öffentlichkeitswirksam) niemanden, wenn jeder Mensch quatscht, wie es halt gefällt. Würde mir wünschen, wenn diese Toleranz einfach auch für andere Sprachgewohnheiten übernommen würde.
Quis leget haec?

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derFuchsi
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von derFuchsi »

Ich meine so Dinge wie wenn die Verlagsleitung oder wer auch immer beschließt dass ab sofort korrekt (wie auch immer das aussieht) gegendert wird oder irgendwelche Behörden das für ihren Schriftverkehr anordnen etc.
Ich halte die damalige Einführung der "Bundeskanzlerin" schon für sprachlich fragwürdig (Sexus vs Genus) aber wenn der Duden das nunmal so beschließt muss es wohl richtig sein.
Zumindest im Militär heißt es noch Frau Hauptmann ;)
HerrReineke hat geschrieben:
26. Jun 2019, 15:42
Ich halte die meisten Dialekte in gewisser Weise auch für eine Verhunzung der deutschen Sprache, aber da stört es (öffentlichkeitswirksam) niemanden, wenn jeder Mensch quatscht, wie es halt gefällt. Würde mir wünschen, wenn diese Toleranz einfach auch für andere Sprachgewohnheiten übernommen würde.
Ich mag Dialekte und von mir aus kann auch jeder schwätzen wie er will (solange es nicht sächsisch ist ;)) solange einem da niemand was vorschreibt.
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IpsilonZ
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von IpsilonZ »

derFuchsi hat geschrieben:
26. Jun 2019, 16:05
Ich meine so Dinge wie wenn die Verlagsleitung oder wer auch immer beschließt dass ab sofort korrekt (wie auch immer das aussieht) gegendert wird oder irgendwelche Behörden das für ihren Schriftverkehr anordnen etc.
(...)
Ist aber halt auch nicht ungewöhnlich, dass in der Redaktion festgelegt wird welchen Ton man im jeweiligen Medium anschlagen will. Manche Redaktionen duzen ihre Leser, manche siezen, manche wollen einen emotionaleren Ton anschlagen, wiederum andere einen sachlicheren.

Das ist ja das schöne, dass man sich dann aussuchen kann welcher Stil und welche Richtung einem mehr entspricht und dementsprechend die Wahl hat, was man hören oder lesen will. ^^

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derFuchsi
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von derFuchsi »

IpsilonZ hat geschrieben:
26. Jun 2019, 16:44
Das ist ja das schöne, dass man sich dann aussuchen kann welcher Stil und welche Richtung einem mehr entspricht und dementsprechend die Wahl hat, was man hören oder lesen will. ^^
Solange das so bleibt ist es ja gut.
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Schlagerfreund
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Schlagerfreund »

Gab da im letzten Debatten Podcast von Sascha Lobo eine ganz gute Nebendiskussion wo es auch in Richtung "Gendern" ging.

Zunächst einmal wurde die Situation von Privilegien eigentlich ganz gut zusammengefasst. Da höchste Privileg ist es sich um etwas keine Gedanken machen zu müssen bzw. es noch nie gemacht zu haben.

Ein weiterer guter Einwand war das was wenn man z.B. an einen deutschen Bürger denkt, dann haben viele Leute (dazu gehöre auch ich) eher einen weißten Mann mittleren Alters der Mittelschicht im Kopf. Dabei entspricht das eigentlich nicht mehr wirklich der Realität und es ist auch sinnvoll zu hinterfragen ob dieser Gedankengang richtig oder sinnvoll ist.

Ich denke aber auch das es für manche Leute auch schwer ist weil es es auch genug Leute gibt die sich in Kreisen bewegen wo so Rollenbilder und Verhältnisse auch aktiv sind. Ich war vor kurzem auf einer Mitgliederversammlung im Bereich Jugendarbeit und war überrascht das der Großteil der anwesenden Personen weiblich und vergleichsweise jung war. Würde ich den ganzen Tag in der Bude hocken und hätte einen anderen Freundeskreis, dann wären für mich Formulierungen wie man sie z.B. von Nina hört auch erstmal komisch oder absurd.

PS: Ich als "zahlender" Kunde störe mich auch nicht an entsprechenden Formulierungen und für mich sind sie auch so normal geworden das sie mir auch kaum auffallen.

Stuttgarter
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Stuttgarter »

Schlagerfreund hat geschrieben:
2. Jul 2019, 16:21

PS: Ich als "zahlender" Kunde störe mich auch nicht an entsprechenden Formulierungen und für mich sind sie auch so normal geworden das sie mir auch kaum auffallen.
Die Art, wie Nina und Dennis reden, stört mich keinen Meter. Dass im Forum andauernd deswegen rumgemotzt wird (monatelang wars immer das Thema in den Folgenthreads) hingegen sehr.

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Schlagerfreund
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Schlagerfreund »

Stuttgarter hat geschrieben:
8. Jul 2019, 10:55
Schlagerfreund hat geschrieben:
2. Jul 2019, 16:21

PS: Ich als "zahlender" Kunde störe mich auch nicht an entsprechenden Formulierungen und für mich sind sie auch so normal geworden das sie mir auch kaum auffallen.
Die Art, wie Nina und Dennis reden, stört mich keinen Meter. Dass im Forum andauernd deswegen rumgemotzt wird (monatelang wars immer das Thema in den Folgenthreads) hingegen sehr.
Zuletzt in nem Podcast dazu eine ganz amüsante These gehört mit Bezug dazu. Da ging es darum das z.B. "alte weiße Männer" sich sehr dran stören wenn sie so bezeichnet werden. Dabei ist es eine Kategorisierung die zu 100% faktisch richtig (alt, weiß, männlich) und es ist ironisch das diese Leute sich darüber beschweren wenn sie mal kategorisiert werden und da mal der passive Part sind.

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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Stuttgarter »

Schlagerfreund hat geschrieben:
8. Jul 2019, 11:15

Zuletzt in nem Podcast dazu eine ganz amüsante These gehört mit Bezug dazu. Da ging es darum das z.B. "alte weiße Männer" sich sehr dran stören wenn sie so bezeichnet werden. Dabei ist es eine Kategorisierung die zu 100% faktisch richtig (alt, weiß, männlich) und es ist ironisch das diese Leute sich darüber beschweren wenn sie mal kategorisiert werden und da mal der passive Part sind.
Das war auch bei Lobo. :)

Und ja, den Gedanken mochte ich auch sehr. :)

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derFuchsi
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von derFuchsi »

Weil es meist keine neutrale Kategorisierung ist. Da ist es eigentlich eher der Zusammenhang in dem die 3 Begriffe "Alte weiße Männer" in der Regel gebraucht werden was einem manchmal die Hutschnur platzen lässt. Nämlich erst mal schön negativ pauschalisieren (etwa: Konservativ rassistisch misogyn). Am besten noch mit dem Zusatz CIS-Männer (Ja so habe ich beim ersten mal auch geguckt ;)). Dann weißt du gleich bescheid wo die Reise hin geht in der "Diskussion".
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Stuttgarter
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Stuttgarter »

derFuchsi hat geschrieben:
8. Jul 2019, 11:41
Weil es meist keine neutrale Kategorisierung ist. Da ist es eigentlich eher der Zusammenhang in dem die 3 Begriffe "Alte weiße Männer" in der Regel gebraucht werden was einem manchmal die Hutschnur platzen lässt. Nämlich erst mal schön negativ pauschalisieren (etwa: Konservativ rassistisch misogyn). Am besten noch mit dem Zusatz CIS-Männer (Ja so habe ich beim ersten mal auch geguckt ;)). Dann weißt du gleich bescheid wo die Reise hin geht in der "Diskussion".
Aber genau darum geht es doch. :D Dass die meisten Menschen (vor allem älter, weiß, männlich) überhaupt kein Problem damit haben, von "den Frauen", "den Ausländern", "den Flüchtlingen" etc zu reden. Und da schön alle mal über einen Kamm scheren. Aber wenn sie selbst dann plötzlich mal kategorisiert werden, dann ist das natürlich ganz schlimm.

Ja Kollegen, genau darum geht es. :D

Oder, um es mit Tullius Redefluss zu sagen: "So ist das also! Man überfällt die Leute, metzelt sie nieder, brandschatzt sie, besetzt sie - und dann drehen sie ohne jeden Grund den Spieß einfach um!"

(Asterix Band 12)

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Schlagerfreund
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Schlagerfreund »

derFuchsi hat geschrieben:
8. Jul 2019, 11:41
Weil es meist keine neutrale Kategorisierung ist. Da ist es eigentlich eher der Zusammenhang in dem die 3 Begriffe "Alte weiße Männer" in der Regel gebraucht werden was einem manchmal die Hutschnur platzen lässt. Nämlich erst mal schön negativ pauschalisieren (etwa: Konservativ rassistisch misogyn). Am besten noch mit dem Zusatz CIS-Männer (Ja so habe ich beim ersten mal auch geguckt ;)). Dann weißt du gleich bescheid wo die Reise hin geht in der "Diskussion".
Wie gesagt ist der Begriff selbst erstmal einfach nur beschreibend und sachlich korrekt. Das kann man von den diversen Kategorisierungen die andere Gruppen loslassen nun wirklich nicht behaupten. Dazu Kategorisierungen die falsch sind. Leute die in der dritten Generation in Deutschland wohnen werden auch gerne als Ausländer bezeichnet die sie faktisch nicht sind.

Dazu halt die Ironie das die "alten weißen Männer" die mit am Abstand privilegierteste Gruppe in Deutschland sich so unglaublich ankackt wenn sie mal davon getroffen wird das sie permanent machen. Wir leben nach wie vor in einer Gesellschaft in welcher der Großteil der Macht bei eben dieser Gruppe liegt. Gerade deshalb ist dieser Opferkomplex auch paradox und man sieht ja wie schnell man sich dann in die Opferolle kuscheln kann.

Sieht man ja hier wenn den Vorwurf auspackt man würde als konservativ, rassistisch und misogyn bezeichnet, etwas was hier niemand gemacht hat. Niemand hat sich ausgesucht als weißer Mann geboren zu werden und die meisten werden auch alt. Wichtig wäre aber halt wie man mit diesem Privileg umgeht und und ob man sein Leben bewusst oder unbewusst damit verbringt konkret nach unten zu treten. Unten ist in dem Fall alles was halt nicht weiß, nicht männlich, jünger oder im Zweifel weniger Geld hat als man selbst.

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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von derFuchsi »

Schlagerfreund hat geschrieben:
8. Jul 2019, 11:57
Sieht man ja hier wenn den Vorwurf auspackt man würde als konservativ, rassistisch und misogyn bezeichnet, etwas was hier niemand gemacht hat.
Hier vielleicht nicht, hat auch niemand so behauptet.

Davon abgesehen ist die Begründung für mich irgendwie ein Zirkelschluss.
Man pauschalisiert einfach mal dass sogenannte alte weiße Männer generell kein Problem mit Pauschalisierung haben solange es sie nicht selbst betrifft und amüsiert sich dann köstlich darüber wenn sich anscheinend genau selbige beschweren. Merkwürdiger Humor.

Nebenbei hat das alles überhaupt nichts mit dem Thema des Threads zu tun!?
Ich meine schon Godwin aus der Ferne winken zu sehen.

Wir können gerne über Sexus und Genus diskutieren oder sowas aber dazu kommt von mir jetzt nichts mehr.
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von echtschlecht165 »

ob sich der 55 jährige (weisse männliche) Mechatroniker, der im Zuge von Umstrukturierungsmaßnahmen seinen Job verlor, so privilegisiert vorkommt, ist die Frage
In Stein gemeißelt

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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Stuttgarter »

echtschlecht165 hat geschrieben:
8. Jul 2019, 12:57
ob sich der 55 jährige (weisse männliche) Mechatroniker, der im Zuge von Umstrukturierungsmaßnahmen seinen Job verlor, so privilegisiert vorkommt, ist die Frage
Nein, ist es nicht. Weil er es immer noch ist. Im Vergleich zu jedem anderen nicht-weißen oder nicht-männlichen Menschen in derselben Situation.

Und die Diskussion wird solang nicht aufhören, solang sich nicht die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass in unserer Gesellschaft gewisse Privilegien qua Geburt vorhanden sind.

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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von echtschlecht165 »

wie dem auch sei. Du kannst ja jeden beschreiben , wie du glaubst.
Ich würd mich aber nicht wundern, wenn sich genau dieser Mann verarscht durch solche aussagen vorkommt, und danach für sämtliche weitere Argumente in dieser Diskusssion abblockt
In Stein gemeißelt

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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Stuttgarter »

echtschlecht165 hat geschrieben:
8. Jul 2019, 13:14
wie dem auch sei, kannst ja jeden beschreiben , wie du glaubst
Ich würd mich aber nicht wundern, wenn sich genau dieser Mann verarscht durch solche aussagen vorkommt.
Er sollte sich nicht mehr verarscht vorkommen als der durchschnittliche dunkelhäutige/homosexuelle/weibliche Mensch, dem dauernd erzählt wird, dass doch Gleichberechtigung herrscht.

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Schlagerfreund
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Schlagerfreund »

echtschlecht165 hat geschrieben:
8. Jul 2019, 12:57
ob sich der 55 jährige (weisse männliche) Mechatroniker, der im Zuge von Umstrukturierungsmaßnahmen seinen Job verlor, so privilegisiert vorkommt, ist die Frage
Das ist für mich schon leicht falsch gedacht. Gerade Berufe wie Mechatroniker sind ja auch nach wie vor von was dominiert? Ich war auf einer Schule wo auch Mechatroniker ausgebildet worden sind. In allen Klassen dazu gab es zusammengefasst 5 Frauen. Das Privileg liegt hier das diese jungen Frauen sich sehr viel anhören mussten was die jungen Männer nie mussten. Sprüche der Marke:

Bekommst du keinen Kerl ab und bist deswegen hier?
Willst du nicht mal eine Familie haben?
Was willst du Lesbe (Unterstellung) hier eigentlich? Ist nen Job für Männer.


Und so weiter.

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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Stuttgarter »

Schlagerfreund hat geschrieben:
8. Jul 2019, 13:27

Das ist für mich schon leicht falsch gedacht. Gerade Berufe wie Mechatroniker sind ja auch nach wie vor von was dominiert? Ich war auf einer Schule wo auch Mechatroniker ausgebildet worden sind. In allen Klassen dazu gab es zusammengefasst 5 Frauen. Das Privileg liegt hier das diese jungen Frauen sich sehr viel anhören mussten was die jungen Männer nie mussten. Sprüche der Marke:

Bekommst du keinen Kerl ab und bist deswegen hier?
Willst du nicht mal eine Familie haben?
Was willst du Lesbe (Unterstellung) hier eigentlich? Ist nen Job für Männer.


Und so weiter.
10 :1, dass gleich der männliche Erzieher als "Gegenargument" angeführt wird.

Und vorauseilend: Ja, was der sich anhören muss, ist genauso diskriminierend. Und genauso Ausdruck der sexistischen Gesellschaft, in der es angebliche "Männerberufe" und angebliche "Frauenberufe" gibt. Der männliche Erzieher leidet genauso unter dem Denken "weißer alter Männer".

Es sollte eben darum gehen, alle vorurteilsbedingten Bilder loszuwerden. Es würden alle Menschen davon profitieren.

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