Gendern in der deutschen Sprache

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echtschlecht165
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von echtschlecht165 »

"10 :1, dass gleich der männliche Erzieher als "Gegenargument" angeführt wird."
"Es sollte eben darum gehen, alle vorurteilsbedingten Bilder loszuwerden. Es würden alle Menschen davon profitieren."

merkst du es eigentlich selber?
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Schlagerfreund
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Schlagerfreund »

Stuttgarter hat geschrieben:
8. Jul 2019, 13:32
Schlagerfreund hat geschrieben:
8. Jul 2019, 13:27

Das ist für mich schon leicht falsch gedacht. Gerade Berufe wie Mechatroniker sind ja auch nach wie vor von was dominiert? Ich war auf einer Schule wo auch Mechatroniker ausgebildet worden sind. In allen Klassen dazu gab es zusammengefasst 5 Frauen. Das Privileg liegt hier das diese jungen Frauen sich sehr viel anhören mussten was die jungen Männer nie mussten. Sprüche der Marke:

Bekommst du keinen Kerl ab und bist deswegen hier?
Willst du nicht mal eine Familie haben?
Was willst du Lesbe (Unterstellung) hier eigentlich? Ist nen Job für Männer.


Und so weiter.
10 :1, dass gleich der männliche Erzieher als "Gegenargument" angeführt wird.

Und vorauseilend: Ja, was der sich anhören muss, ist genauso diskriminierend. Und genauso Ausdruck der sexistischen Gesellschaft, in der es angebliche "Männerberufe" und angebliche "Frauenberufe" gibt. Der männliche Erzieher leidet genauso unter dem Denken "weißer alter Männer".

Es sollte eben darum gehen, alle vorurteilsbedingten Bilder loszuwerden. Es würden alle Menschen davon profitieren.
Da kann ich nur anekdotisch reagieren. Ich habe selber eine Ausbildung zum Erzieher angefangen die ich später, wegen einer Verletzung abbrechen musste und ich hab sie dann nicht weiter verfolgt. Das war so 2004 und da waren wir in einer Klasse aus 20 Leuten schon 6 Männer. In der Parallelklasse sah es auch ähnlich aus.

Mir hat da auch in diversen Praktika (davon ging ein Praktikum ein Jahr) nie jemand Unterstellt ich wäre pädophil oder hätte solche Tendenzen. Die Reaktionen die ich erlebt habe und gesehen hatte waren eigentlich immer positiv. In manchen fällen sogar auch etwas befremdlich der Marke: Wird auch Zeit das hier endlich mal ein Man in die Bude kommt, dann gibt es wieder Zucht und Ordnung.

Stuttgarter
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Stuttgarter »

echtschlecht165 hat geschrieben:
8. Jul 2019, 13:38
"10 :1, dass gleich der männliche Erzieher als "Gegenargument" angeführt wird."
"Es sollte eben darum gehen, alle vorurteilsbedingten Bilder loszuwerden. Es würden alle Menschen davon profitieren."

merkst du es eigentlich selber?
Moment. Meiner Ansicht nach sind Erfahrungswerte, die einen bestimmten Debattenverlauf wahrscheinlich machen, etwas anderes, als das kategorische Einteilen in "das machen nur Männer/das machen nur Frauen".

Aber selbst wenn ich da falsch liege - habe ich irgendwo geschrieben, dass ich frei von Vorurteilen wäre? Ich könnte mich nicht entsinnen.

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echtschlecht165
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von echtschlecht165 »

Ich bin mir nicht sicher, ob es zielführend ist, wenn man alle vorurteilsbedingten Bilder loswerden will, alten weissen Männern bestimmte eigenschaften zuschreiben zu wollen.
Aber wie gesagt, jeder wie er mag....ich bin raus aus dieser Diskussion
In Stein gemeißelt

Stuttgarter
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Stuttgarter »

echtschlecht165 hat geschrieben:
8. Jul 2019, 13:54
Ich bin mir nicht sicher, ob es zielführend ist, wenn man alle vorurteilsbedingten Bilder loswerden will, alten weissen Männern bestimmte eigenschaften zuschreiben zu wollen.
Die Verwendung des Begriffs bewirkt zumindest, dass sich diese Gruppe zum vermutlich ersten Mal in ihrem Leben des Problems wirklich und unmittelbar bewusst wird. Wenn diese Gruppe es jetzt noch mental schafft, zu verstehen, dass "alte weiße Männer" natürlich eine unzulässige Pauschalisierung ist - aber eben halt genau dieselbe wie "Frauen", "Ausländer", "Flüchtlinge", "Schwule" etc - DANN bestehen die besten Chancen, dass sich wirklich was ändert. :)

Mrs
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Mrs »

Stuttgarter hat geschrieben:
8. Jul 2019, 17:13
Die Verwendung des Begriffs bewirkt zumindest, dass sich diese Gruppe zum vermutlich ersten Mal in ihrem Leben des Problems wirklich und unmittelbar bewusst wird. Wenn diese Gruppe es jetzt noch mental schafft, zu verstehen, dass "alte weiße Männer" natürlich eine unzulässige Pauschalisierung ist - aber eben halt genau dieselbe wie "Frauen", "Ausländer", "Flüchtlinge", "Schwule" etc - DANN bestehen die besten Chancen, dass sich wirklich was ändert. :)
Die Logik ist, mit Verlaub, so verquer, dass sie schon fast wieder etwas für sich hat. Ich gebe mir ja eigentlich Mühe, alle Menschen als Individuen zu sehen und sie nicht nach äußeren Merkmalen zu bewerten. Aber wenn es dem Abbau von Vorurteilen dient, dann werde ich mich wohl dazu überwinden müssen, in Zukunft Gruppen von Menschen aufgrund äußerer Merkmale bestimmte Eigenschaften zuzuschreiben, damit sie ihre Vorurteile hinterfragen.

Und da es nicht nur bei alten weißen Männern Vorurteile gibt, sondern auch bei Frauen, Ausländern, Flüchtlingen oder Schwulen, werde ich diese in Zukunft schweren Herzens pauschalisieren (ich hoffe, diese Gruppen schaffen es mental, zu verstehen, dass das unzulässige Pauschalisierungen sind, aber eben genauso wie andere Pauschalisierungen). Es dient ja der guten Sache. ;)

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Soulaire
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Soulaire »

Stuttgarter hat geschrieben:
8. Jul 2019, 17:13
echtschlecht165 hat geschrieben:
8. Jul 2019, 13:54
Ich bin mir nicht sicher, ob es zielführend ist, wenn man alle vorurteilsbedingten Bilder loswerden will, alten weissen Männern bestimmte eigenschaften zuschreiben zu wollen.
Die Verwendung des Begriffs bewirkt zumindest, dass sich diese Gruppe zum vermutlich ersten Mal in ihrem Leben des Problems wirklich und unmittelbar bewusst wird. Wenn diese Gruppe es jetzt noch mental schafft, zu verstehen, dass "alte weiße Männer" natürlich eine unzulässige Pauschalisierung ist - aber eben halt genau dieselbe wie "Frauen", "Ausländer", "Flüchtlinge", "Schwule" etc - DANN bestehen die besten Chancen, dass sich wirklich was ändert. :)
Glaub mir, mit dieser verquerten Logik wirst du niemanden erreichen und es wird sich rein gar nichts ändern. Es wird genau das Gegenteil passieren und Leute werden dir nicht mehr zuhören und sich fragen, warum sie etwas zustimmen sollen was widersprüchlich oder einfach falsche Argumente beinhaltet. Sowieso total absurd, als ob es auch nicht so schon ausreichende Argumente für Gleichberechtigung geben würde.

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Axel
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Axel »

@Stuttgarter:
Man sind wir im Osten privilegiert! Die Treuhand hat in den 90ern ganze Familien zerstört. Ganze Generationen in Langzeitarbeitslosigkeit und Altersarmut geschickt. Den Menschen hier wurde über Nacht in ein komplett anderes System aufgezwungen. Als sich dann nach der Wende hier westdeutsche Nazis ansiedelten und ihre Strukturen aufbauen konnten, hat niemand was gesehen (und heute wundert man sich!). Die meisten Bürgermeister und Landtagsabgeordnete hier im Osten kommen nach wie vor aus dem Westen. Während ganze Landstriche seit Jahren und Jahrzehnten abgehängt sind. Oder hier in Sachsen keine flächendeckende Ärzteversorgung mehr gibt und man zusehen muss, dass man ja gesund bleibt. Oder anders: Wir sind die deutlichen Verlierer der „Wiedervereinigung“.

Aber qua Hautfarbe und Geschlecht doch privilegiert? Nein. Einfach nein. Es ist nämlich scheiß egal, ob du männlich oder weiblich bist. Oder deutsch oder ausländisch bist. Am Arsch bist Du definitiv. Außer Du hast Geld! Aber sonst bist Du am Arsch. Die Probleme liegen woanders. Hätten wir eine echte Sozialgesellschaft, dann gäbe es gar keine Debatten mehr über Gleichberechtigung. Gäbe es ein Bedingungsloses Grundeinkommen (sowie ein Maximaleinkommen!) und ein System, wo wichtige Bereiche wie Gesundheit, Bildung, etc. nicht privatisiert wären, dann würde sich JEDER Mensch endlich wieder zugehörig fühlen. Und es gäbe wieder mehr Gemeinschaft.

Wenn man also wirklich was ändern will, dann sollte man aufhören andere Menschen in Schubladen zu stecken und anfangen mitzuhelfen den Kapitalismus zu überwinden. Und sich mal mit der sogenannten „Elite“ anzulegen.
„Kein Wunder also, dass wir uns den Debatten der Allgemeinheit anschließen und lieber darüber nachdenken, wer zu uns gehört und nicht, als gemeinsam über Lösungen zu streiten. Wer nicht für mich ist, ist gegen mich.“
(Serdar Somuncu)

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Dr. Zoidberg [np]
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Dr. Zoidberg [np] »

Axel hat geschrieben:
12. Jul 2019, 02:08
Wenn man also wirklich was ändern will, dann sollte man aufhören andere Menschen in Schubladen zu stecken und anfangen mitzuhelfen den Kapitalismus zu überwinden. Und sich mal mit der sogenannten „Elite“ anzulegen.
Bild

(Ich möchte an der Stelle anmerken, dass ich weniger den Kapitalismus als vielmehr die Leistungsgesellschaft als Problem bezeichnen würde in dem Zusammenhang)
Axel hat geschrieben:
12. Jul 2019, 02:08
Man sind wir im Osten privilegiert! Die Treuhand hat in den 90ern ganze Familien zerstört. Ganze Generationen in Langzeitarbeitslosigkeit und Altersarmut geschickt. Den Menschen hier wurde über Nacht in ein komplett anderes System aufgezwungen. Als sich dann nach der Wende hier westdeutsche Nazis ansiedelten und ihre Strukturen aufbauen konnten, hat niemand was gesehen (und heute wundert man sich!). Die meisten Bürgermeister und Landtagsabgeordnete hier im Osten kommen nach wie vor aus dem Westen. Während ganze Landstriche seit Jahren und Jahrzehnten abgehängt sind. Oder hier in Sachsen keine flächendeckende Ärzteversorgung mehr gibt und man zusehen muss, dass man ja gesund bleibt. Oder anders: Wir sind die deutlichen Verlierer der „Wiedervereinigung“.
Tragisch, aber du lenkst hier das Problem in eine Richtung, die ich nicht sehe und mit der ich nicht mitgehen würde. Denn die genannte Privilegiertheit hat nichts mit Wiedervereinigung oder lokalen Problemen zu tun.

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Heretic
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Heretic »

Stuttgarter hat geschrieben:
8. Jul 2019, 13:07
echtschlecht165 hat geschrieben:
8. Jul 2019, 12:57
ob sich der 55 jährige (weisse männliche) Mechatroniker, der im Zuge von Umstrukturierungsmaßnahmen seinen Job verlor, so privilegisiert vorkommt, ist die Frage
Nein, ist es nicht. Weil er es immer noch ist. Im Vergleich zu jedem anderen nicht-weißen oder nicht-männlichen Menschen in derselben Situation.
Inwiefern ist er privilegierter, wenn er genauso keinen neuen Job mehr bekommt? Und jetzt behaupte' nicht, dass er garantiert vor den anderen genannten Gruppen an der Reihe wäre. Das hängt auch noch ein ganz klein bisschen von der Qualifikation und den Arbeitgebern ab.

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Schlagerfreund
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Schlagerfreund »

Heretic hat geschrieben:
12. Jul 2019, 11:52
Stuttgarter hat geschrieben:
8. Jul 2019, 13:07
echtschlecht165 hat geschrieben:
8. Jul 2019, 12:57
ob sich der 55 jährige (weisse männliche) Mechatroniker, der im Zuge von Umstrukturierungsmaßnahmen seinen Job verlor, so privilegisiert vorkommt, ist die Frage
Nein, ist es nicht. Weil er es immer noch ist. Im Vergleich zu jedem anderen nicht-weißen oder nicht-männlichen Menschen in derselben Situation.
Inwiefern ist er privilegierter, wenn er genauso keinen neuen Job mehr bekommt? Und jetzt behaupte' nicht, dass er garantiert vor den anderen genannten Gruppen an der Reihe wäre. Das hängt auch noch ein ganz klein bisschen von der Qualifikation und den Arbeitgebern ab.
Behaupte ich aber. Gerade bei gleicher oder sogar geringerer Qualifikation dürfte er schneller wieder nen Job finden (gerade in der Branche) als z.B. eine Frau.

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Heretic
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Heretic »

Schlagerfreund hat geschrieben:
12. Jul 2019, 12:00
Behaupte ich aber. Gerade bei gleicher oder sogar geringerer Qualifikation dürfte er schneller wieder nen Job finden (gerade in der Branche) als z.B. eine Frau.
Das mag im Fall eines Mechatronikers womöglich zutreffen. In anderen Berufen könnte es aber auch anders aussehen. Zudem sind nicht alle Arbeitgeber "alte weiße Männer". Versuche z. B. mal, als Atheist bei einer kirchlichen Einrichtung anzuheuern...

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Schlagerfreund
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Schlagerfreund »

Heretic hat geschrieben:
12. Jul 2019, 12:09
Schlagerfreund hat geschrieben:
12. Jul 2019, 12:00
Behaupte ich aber. Gerade bei gleicher oder sogar geringerer Qualifikation dürfte er schneller wieder nen Job finden (gerade in der Branche) als z.B. eine Frau.
Das mag im Fall eines Mechatronikers womöglich zutreffen. In anderen Berufen könnte es aber auch anders aussehen. Zudem sind nicht alle Arbeitgeber "alte weiße Männer". Versuche z. B. mal, als Atheist bei einer kirchlichen Einrichtung anzuheuern...
Whataboutism.

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Heretic
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Heretic »

Schlagerfreund hat geschrieben:
12. Jul 2019, 12:29
Whataboutism.
Scheint heutzutage die Antwort auf alles zu sein, wenn einem sonst nichts mehr einfällt. Na dann...

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Schlagerfreund
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Schlagerfreund »

Heretic hat geschrieben:
12. Jul 2019, 13:37
Schlagerfreund hat geschrieben:
12. Jul 2019, 12:29
Whataboutism.
Scheint heutzutage die Antwort auf alles zu sein, wenn einem sonst nichts mehr einfällt. Na dann...
Das geht so zu 100% an dich zurück. Wenn einem nix mehr einfällt halt Thema wechseln oder einen unsinnigen Vergleich ziehen.

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derFuchsi
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von derFuchsi »

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Rince81
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Rince81 »

Axel hat geschrieben:
12. Jul 2019, 02:08
@Stuttgarter:
Man sind wir im Osten privilegiert! Die Treuhand hat in den 90ern ganze Familien zerstört. Ganze Generationen in Langzeitarbeitslosigkeit und Altersarmut geschickt. Den Menschen hier wurde über Nacht in ein komplett anderes System aufgezwungen. Als sich dann nach der Wende hier westdeutsche Nazis ansiedelten und ihre Strukturen aufbauen konnten, hat niemand was gesehen (und heute wundert man sich!). Die meisten Bürgermeister und Landtagsabgeordnete hier im Osten kommen nach wie vor aus dem Westen. Während ganze Landstriche seit Jahren und Jahrzehnten abgehängt sind. Oder hier in Sachsen keine flächendeckende Ärzteversorgung mehr gibt und man zusehen muss, dass man ja gesund bleibt. Oder anders: Wir sind die deutlichen Verlierer der „Wiedervereinigung“.
Als Mitossi muss ich hier mal reingrätschen. Uns wurde nichts aufgezwungen, wir haben lauthals gefordert und bekommen.

Bei der Wahl 1990 haben sich im Osten fast 42% für die CDU entschieden, die SPD, die vor den hohen Kosten warnte und gesagt hat, die Einheit sei ohne Steuererhöhungen nicht zu finanzieren und man solle es langsamer angehen lassen wurde gerade im Osten bei der ersten freien Wahl abgestraft.

Und was die Treuhand angeht - ein Teil des "volksvermögens" war schlicht unwirtschaftlich, umweltvergiftend und nicht gefragt und beim Rest haben die Leute Schlag Währungsunion aufgehört Produkte aus dem Osten zu kaufen... Das Märchen der bösen Treuhand wird nicht richtiger, je öfter man es wiederholt. Es ist viel Scheiße passiert und viel falsch gelaufen. Man muss aber konstatieren, dass die DDR wirtschaftlich und technisch dem Westen um Jahrzehnte hinterher war.

Und für die Behauptung, dass die meisten Bürgermeister und Landtagsabgeordneten nach wie vor aus dem Westen kommen bräuchte ich einen Beleg - kann ich zumindest für Mecklenburg-Vorpommern nicht im Ansatz bestätigen.
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HerrReineke
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von HerrReineke »

Heretic hat geschrieben:
12. Jul 2019, 13:37
...
Schlagerfreund hat geschrieben:
12. Jul 2019, 13:48
...
Ich denke ihr merkt selber, dass dieser Teil der "Diskussion" kurz vor der Eskalation steht und in dieser Art nicht fortgeführt werden sollte? :think: Danke :!:
Quis leget haec?

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Heretic
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Heretic »

HerrReineke hat geschrieben:
12. Jul 2019, 14:41
Ich denke ihr merkt selber, dass dieser Teil der "Diskussion" kurz vor der Eskalation steht und in dieser Art nicht fortgeführt werden sollte? :think: Danke :!:
Keine Sorge, ich bin raus. Eine kleine Anmerkung sei mir aber noch gestattet: Ein hingeklatschtes "Whataboutism!" entspricht nicht meiner Vorstellung von einer gepflegten Diskussionskultur. Wenn man eine Aussage unpassend findet, kann man das auch freundlicher und in ganzen Sätzen kundtun.

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Alienloeffel
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Alienloeffel »

Rince81 hat geschrieben:
12. Jul 2019, 14:38
Axel hat geschrieben:
12. Jul 2019, 02:08
@Stuttgarter:
Man sind wir im Osten privilegiert! Die Treuhand hat in den 90ern ganze Familien zerstört. Ganze Generationen in Langzeitarbeitslosigkeit und Altersarmut geschickt. Den Menschen hier wurde über Nacht in ein komplett anderes System aufgezwungen. Als sich dann nach der Wende hier westdeutsche Nazis ansiedelten und ihre Strukturen aufbauen konnten, hat niemand was gesehen (und heute wundert man sich!). Die meisten Bürgermeister und Landtagsabgeordnete hier im Osten kommen nach wie vor aus dem Westen. Während ganze Landstriche seit Jahren und Jahrzehnten abgehängt sind. Oder hier in Sachsen keine flächendeckende Ärzteversorgung mehr gibt und man zusehen muss, dass man ja gesund bleibt. Oder anders: Wir sind die deutlichen Verlierer der „Wiedervereinigung“.
Als Mitossi muss ich hier mal reingrätschen. Uns wurde nichts aufgezwungen, wir haben lauthals gefordert und bekommen.

Bei der Wahl 1990 haben sich im Osten fast 42% für die CDU entschieden, die SPD, die vor den hohen Kosten warnte und gesagt hat, die Einheit sei ohne Steuererhöhungen nicht zu finanzieren und man solle es langsamer angehen lassen wurde gerade im Osten bei der ersten freien Wahl abgestraft.

Und was die Treuhand angeht - ein Teil des "volksvermögens" war schlicht unwirtschaftlich, umweltvergiftend und nicht gefragt und beim Rest haben die Leute Schlag Währungsunion aufgehört Produkte aus dem Osten zu kaufen... Das Märchen der bösen Treuhand wird nicht richtiger, je öfter man es wiederholt. Es ist viel Scheiße passiert und viel falsch gelaufen. Man muss aber konstatieren, dass die DDR wirtschaftlich und technisch dem Westen um Jahrzehnte hinterher war.

Und für die Behauptung, dass die meisten Bürgermeister und Landtagsabgeordneten nach wie vor aus dem Westen kommen bräuchte ich einen Beleg - kann ich zumindest für Mecklenburg-Vorpommern nicht im Ansatz bestätigen.
Offtopic
Als Ergänzung weil es mir ins auge fiel: "Als sich dann nach der Wende hier westdeutsche Nazis ansiedelten und ihre Strukturen aufbauen konnten..."
Oh please. Über aufkeimende rechte Tendenzen während der DDR und wie damit nach 89 umgegangen wurde gibt es genug Recherchen, Studien etc. Das klingt stark nach "Da kamen die westdeutschen Nazis her und haben dem Osten jetzt den Nazistempel verpasst!!". Das ist einfach Quatsch.
Dass der Osten der Verlierer der Wiedervereinigung ist stimmt vermutlich. Aber das ist ein anderes Thema, mir ging es da nur um den eineen Satz.
Kann dann weiter gehen :D

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