Gendern in der deutschen Sprache

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derFuchsi
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von derFuchsi »

Alienloeffel hat geschrieben:
12. Jul 2019, 15:17
Offtopic
Als Ergänzung weil es mir ins auge fiel: "Als sich dann nach der Wende hier westdeutsche Nazis ansiedelten und ihre Strukturen aufbauen konnten..."
Oh please. Über aufkeimende rechte Tendenzen während der DDR und wie damit nach 89 umgegangen wurde gibt es genug Recherchen, Studien etc. Das klingt stark nach "Da kamen die westdeutschen Nazis her und haben dem Osten jetzt den Nazistempel verpasst!!". Das ist einfach Quatsch.
Ich hatte mir einen Kommentar verkniffen aber ganz so stehen lassen kann man es ja irgendwie auch nicht.
Und ich glaube da winkt wirklich Godwin aus der Ferne jetzt sehe ich es... ;)
Alienloeffel hat geschrieben:
12. Jul 2019, 15:17
Dass der Osten der Verlierer der Wiedervereinigung ist stimmt vermutlich. Aber das ist ein anderes Thema, mir ging es da nur um den eineen Satz.
Kann dann weiter gehen :D
ja vielleicht wieder mehr in Richtung Thread Thema
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Stuttgarter
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Stuttgarter »

Heretic hat geschrieben:
12. Jul 2019, 11:52
Stuttgarter hat geschrieben:
8. Jul 2019, 13:07
echtschlecht165 hat geschrieben:
8. Jul 2019, 12:57
ob sich der 55 jährige (weisse männliche) Mechatroniker, der im Zuge von Umstrukturierungsmaßnahmen seinen Job verlor, so privilegisiert vorkommt, ist die Frage
Nein, ist es nicht. Weil er es immer noch ist. Im Vergleich zu jedem anderen nicht-weißen oder nicht-männlichen Menschen in derselben Situation.
Inwiefern ist er privilegierter, wenn er genauso keinen neuen Job mehr bekommt? Und jetzt behaupte' nicht, dass er garantiert vor den anderen genannten Gruppen an der Reihe wäre. Das hängt auch noch ein ganz klein bisschen von der Qualifikation und den Arbeitgebern ab.
Ganz einfach - weil er zudem nicht auch noch das Problem hat, täglich Sexismus oder Rassismus ausgesetzt zu sein. In der Jobsituation mag er in der gleichen Situation sein. In seiner gesamten Lebenssituation ist er es nicht.

Der kann beispielsweise nach wie vor zu jeder Tageszeit durch jede Straße laufen ohne Angst haben zu müssen, vergewaltigt zu werden.

Einfach mal ne Frau fragen, was für ein Generalstabsplan notwendig ist, um unbelästigt abends in ne Kneipe zu gehen. Ne durchschnittliche Frau ist da nach allem, was mir erzählt wurde, mindestens ne halbe Stunde am planen. Welche Kneipe kommt überhaupt in Frage? Welche Begleitung nehm ich zur Absicherung mit? Was darf ich für dort grade noch anziehen, was ist für dort zu sexy? Das gleiche in Bezug auf Schminke - was ist zu viel für dort? Und tatsächlich auch, "wenn ich hinlaufe - diese oder jene Straße" und sogar "welche Straßenseite?".

Während ICH um 20 Uhr Lust auf ein Bier hab und um spätestens 20:10 in der Kneipe sitze. Das ist ein fuckin' Privileg. Das genau so auch der 55jährige weiße männliche Mechatroniker genießt, der grade arbeitslos wurde.

Edit: Da Du die Qualifikation angesprochen hast, von der es abhängt: Klar tut es das. Deshalb schrieb ich explizit "in derselben Situation". Dazu gehört natürlich auch die entsprechende - selbe - Qualifikation.
Zuletzt geändert von Stuttgarter am 12. Jul 2019, 15:34, insgesamt 1-mal geändert.

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Schlagerfreund
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Schlagerfreund »

Davon abgesehen dürfte er auch bei gleicher Kompetenz und Erfahrung mehr verdient haben als eine Frau im selben Beruf.

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derFuchsi
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von derFuchsi »

Schlagerfreund hat geschrieben:
12. Jul 2019, 15:32
Davon abgesehen dürfte er auch bei gleicher Kompetenz und Erfahrung mehr verdient haben als eine Frau im selben Beruf.
Wird zumindest immer wieder behauptet. Ich will ja nicht behaupten dass der GPG eine Lüge ist aber zumindest gibt es offenbar auch Zweifel an der Berechnung.
Wie wir mittlerweile auch aus dem Podcast wissen ist das ja so eine Sache mit dem interpretieren von Studien und solchen Dingen.
Ja klar wären selbst die wohlwollend berechneten 2% noch 2% zu viel aber das wäre schon wesentlich weniger dramatisch.
https://www.heise.de/tp/features/Ten-Ye ... 52060.html
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bimbes1984

Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von bimbes1984 »

Stuttgarter hat geschrieben:
12. Jul 2019, 15:28
Heretic hat geschrieben:
12. Jul 2019, 11:52
Stuttgarter hat geschrieben:
8. Jul 2019, 13:07


Nein, ist es nicht. Weil er es immer noch ist. Im Vergleich zu jedem anderen nicht-weißen oder nicht-männlichen Menschen in derselben Situation.
Inwiefern ist er privilegierter, wenn er genauso keinen neuen Job mehr bekommt? Und jetzt behaupte' nicht, dass er garantiert vor den anderen genannten Gruppen an der Reihe wäre. Das hängt auch noch ein ganz klein bisschen von der Qualifikation und den Arbeitgebern ab.
Ganz einfach - weil er zudem nicht auch noch das Problem hat, täglich Sexismus oder Rassismus ausgesetzt zu sein. In der Jobsituation mag er in der gleichen Situation sein. In seiner gesamten Lebenssituation ist er es nicht.

Der kann beispielsweise nach wie vor zu jeder Tageszeit durch jede Straße laufen ohne Angst haben zu müssen, vergewaltigt zu werden.

Einfach mal ne Frau fragen, was für ein Generalstabsplan notwendig ist, um unbelästigt abends in ne Kneipe zu gehen. Ne durchschnittliche Frau ist da nach allem, was mir erzählt wurde, mindestens ne halbe Stunde am planen. Welche Kneipe kommt überhaupt in Frage? Welche Begleitung nehm ich zur Absicherung mit? Was darf ich für dort grade noch anziehen, was ist für dort zu sexy? Das gleiche in Bezug auf Schminke - was ist zu viel für dort? Und tatsächlich auch, "wenn ich hinlaufe - diese oder jene Straße" und sogar "welche Straßenseite?".

Während ICH um 20 Uhr Lust auf ein Bier hab und um spätestens 20:10 in der Kneipe sitze. Das ist ein fuckin' Privileg. Das genau so auch der 55jährige weiße männliche Mechatroniker genießt, der grade arbeitslos wurde.

Edit: Da Du die Qualifikation angesprochen hast, von der es abhängt: Klar tut es das. Deshalb schrieb ich explizit "in derselben Situation". Dazu gehört natürlich auch die entsprechende - selbe - Qualifikation.
....den einzigen Generalstabsplan den ich von meiner Frau und ihren Freundinnen gewohnt bin ist der im Bad bevor es losgeht. Ich glaube du machst dir ein bisl zu viel Sorgen um Frauen.

(sexuelle) Gewalt gegen Frauen hat sicher zugenommen in den letzten Jahren, ob das noch am Gendern liegt? ... ich kenne andere Freds die wegen weitaus weniger Abweichungen dicht gemacht wurden :ugly:

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Schlagerfreund
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Schlagerfreund »

derFuchsi hat geschrieben:
12. Jul 2019, 15:58
Schlagerfreund hat geschrieben:
12. Jul 2019, 15:32
Davon abgesehen dürfte er auch bei gleicher Kompetenz und Erfahrung mehr verdient haben als eine Frau im selben Beruf.
Wird zumindest immer wieder behauptet. Ich will ja nicht behaupten dass der GPG eine Lüge ist aber zumindest gibt es offenbar auch Zweifel an der Berechnung.
Wie wir mittlerweile auch aus dem Podcast wissen ist das ja so eine Sache mit dem interpretieren von Studien und solchen Dingen.
Ja klar wären selbst die wohlwollend berechneten 2% noch 2% zu viel aber das wäre schon wesentlich weniger dramatisch.
https://www.heise.de/tp/features/Ten-Ye ... 52060.html
Es ist ein ziemlich komplexes Thema weil dort extrem viele Faktoren mitspielen. Der Artikel selbst ist da auch nicht wirklich gut und hilfreich. Letztendlich dient er auch nur als Leiter um auf ein ganz anderes Anliegen zu gehen (Social Pay). Besser zusammengefasst und verständlich ist hier ein Artikel von der Tagesschau.

Kurzversion. Gender Pay Gap is real und eine andere Berechnung bei der man dann auf 2% kommt ändert an der Realität nix. War auch nur ein Beispiel zum Thema Privilegien. Interessant ist in dem Zusammenhang das auch Gründe wie z.B. Eltern oder Pflegezeiten erwähnt worden sind. Hier ist es auch oft "selbstverständlich" das die Frauen das gefälligst erledigen.

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Heretic
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Heretic »

Stuttgarter hat geschrieben:
12. Jul 2019, 15:28
Ganz einfach - weil er zudem nicht auch noch das Problem hat, täglich Sexismus oder Rassismus ausgesetzt zu sein. In der Jobsituation mag er in der gleichen Situation sein. In seiner gesamten Lebenssituation ist er es nicht.

[...]

Edit: Da Du die Qualifikation angesprochen hast, von der es abhängt: Klar tut es das. Deshalb schrieb ich explizit "in derselben Situation". Dazu gehört natürlich auch die entsprechende - selbe - Qualifikation.
Ich bin allein von der Jobsituation und nicht der Gesamtsituation ausgegangen, da du explizit den 55-jährigen Mechatroniker angeführt hast. Und da vermute ich mal, dass ab einem gewissen Alter das Geschlecht und die Herkunft nur noch eine geringere Rolle spielen. Bist du "zu alt", hast du schlechte Karten.

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Andre Peschke
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Andre Peschke »

bimbes1984 hat geschrieben:
12. Jul 2019, 15:59
....den einzigen Generalstabsplan den ich von meiner Frau und ihren Freundinnen gewohnt bin ist der im Bad bevor es losgeht. Ich glaube du machst dir ein bisl zu viel Sorgen um Frauen.

(sexuelle) Gewalt gegen Frauen hat sicher zugenommen in den letzten Jahren, ob das noch am Gendern liegt? ... ich kenne andere Freds die wegen weitaus weniger Abweichungen dicht gemacht wurden :ugly:
Schau, wir sind auf Seite 20+ in dem Thread. Wenn du das Thema nicht ernst nehmen magst: Dein Ding. Aber diskutiere ernsthaft mit oder lass es sein.

Andre

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Axel
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Axel »

Stuttgarter hat geschrieben:
12. Jul 2019, 15:28
Der kann beispielsweise nach wie vor zu jeder Tageszeit durch jede Straße laufen ohne Angst haben zu müssen, vergewaltigt zu werden.

Einfach mal ne Frau fragen, was für ein Generalstabsplan notwendig ist, um unbelästigt abends in ne Kneipe zu gehen. Ne durchschnittliche Frau ist da nach allem, was mir erzählt wurde, mindestens ne halbe Stunde am planen. Welche Kneipe kommt überhaupt in Frage? Welche Begleitung nehm ich zur Absicherung mit? Was darf ich für dort grade noch anziehen, was ist für dort zu sexy? Das gleiche in Bezug auf Schminke - was ist zu viel für dort? Und tatsächlich auch, "wenn ich hinlaufe - diese oder jene Straße" und sogar "welche Straßenseite?".
Mein kompletter näherer Freundeskreis besteht aus Frauen. Von 20 bis 55 Jahre alles quer dabei. Und da hat niemand Angst vor Vergewaltigungen! Die machen genau das: Man verabredet sich, ne halbe Stunde später ist man dann da. Ohne irgendwie was planen zu müssen. Gibts mal nen dummen Spruch von Männern? Ja, so wie es sie immer gab. Dann gibt‘s nen saftigen Spruch zurück und der Mann hat sich in seinem anhängigen Kumpelkreis kräftig blamiert. Und wer handgreiflich wird (was vielleicht in den letzten 10 Jahren 1-2 mal passierte) bekommt ne kräftige Ohrfeige. Ist ja nicht so, das Frauen sich nicht wehren können. Und ich bin echt neidisch auf diese Frauen. Warum? Weil ich in meiner Kindheit knallharte Vergewaltigungserfahrungen in der Verwandtschaft hatte. Was dazu führt, dass ich heute bei Männern immer Angst vor einem Übergriff habe. Ich weiß, dass das unbegründet ist. Aber ist nunmal so drin. Vielleicht besieg ich das noch irgendwann, vielleicht auch nicht. Auf jeden Fall fühle ich mich da nicht gerade als sonderlich privilegiert qua meines Geschlechts.

Was Du hier machst ist ganz klassisches mansplaining. Du bist keine Frau, willst aber darstellen was für Ängste Frauen den ganzen Tag haben? Allein das ist übrigens schon sexistisch: Denn Du denkst in Deiner Argumentation nicht mal daran, dass sich Frauen auch wehren können. Ich habe echt noch nie in meinem Leben ne Frau kennengelernt, für die das allabendliche Ausgehen nen Spießroutenlauf gleichkommt.

Ist es nicht viel mehr so, dass jeder Mensch eine andere Geschichte hat und es nunmal einfach nicht möglich ist Geschlechter in Schubladen zu stecken?


@Zoidi:
Kapitalismus und Leistungsgesellschaft bedingen sich doch!? Wo ist da der Unterschied?

@Nachwendezeit:
Die Treuhand hat doch vor allem auch echt gut laufende Betriebe geschlossen, weil sie Konkurrenz zu westdeutschen Betrieben waren. Dass ostdeutsche Betriebe alle nicht mehr „konkurrenzfähig“ waren ist in erster Linie Westpropaganda gewesen. Zumindest gab es ja auch keine Möglichkeit für entsprechende Betriebe sich neu aufzustellen, so schnell wie das alles ging. Heute wird die Zeit ja so ganz langsam mal aufgearbeitet.

Und natürlich gab es aus Wut schon zu DDR Zeiten eine faschistische Szene. Jedoch: Die ganze Organisation nach der Wende kamen von gescheiterten westdeutschen Nazis, die hier her kamen um daraus eine „Bewegung“ zu starten. So Leute wie Michael Kühnen, Christian Worch, Holger Apfel, etc. Waren alles keine Ostdeutsche!

Und natürlich gibt es bis heute keine Aufstiegschancen für Ostdeutsche. Auch nicht in Ostdeutschland selbst. Hier ein Monitor-Beitrag dazu: https://www1.wdr.de/daserste/monitor/se ... n-100.html
„Kein Wunder also, dass wir uns den Debatten der Allgemeinheit anschließen und lieber darüber nachdenken, wer zu uns gehört und nicht, als gemeinsam über Lösungen zu streiten. Wer nicht für mich ist, ist gegen mich.“
(Serdar Somuncu)

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Schlagerfreund
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Schlagerfreund »

Vielleicht doch langsam zurück zum Thema?

Stuttgarter
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Stuttgarter »

Axel hat geschrieben:
12. Jul 2019, 17:15

..
Du, mir wärs tausendmal lieber, Frauen würden in Internetforen selbst schreiben, was sie mir so alles zu dem Thema erzählt haben. Komischerweise wollen das aber die wenigsten. Nein, nicht "komischerweise" - das war natürlich Ironie. Sondern die meisten haben einen handfesten Grund, warum sie es nicht tun (zumindest die, die mir gegenüber auch das erklärt haben): Keine Lust auf Kommentare, die sie weiter herabsetzen, nicht ernst nehmen, ihnen sagen, dass sie sich das alles nur einbilden etc.

Toll, dass alle Frauen in Deinem Bekanntenkreis da keine Angst davor haben und sich zu wehren wissen. Das mein ich ernst. Aber gesteh mir umgekehrt zu, dass ich nach der Silvesternacht in Köln über 20 Frauen in meinem Bekanntenkreis nach ihren Erfahrungen mit sexueller Gewalt gefragt habe. Und von diesen über 20 Frauen nur eine einzige gesagt hat, bislang keinerlei Erfahrung mit sexueller Gewalt/Belästigung gehabt zu haben. Dafür wurden von über 20 Frauen, die mit mir über das Thema geredet haben, zehn schon mindestens einmal vergewaltigt. Der nette Onkel, als eine der Frauen zehn war, war natürlich auch dabei.

Ich wäre Dir somit sehr verbunden, wenn Du Dein eignes - furchtbares - Schicksal nicht irgendwie über das anderer Frauen stellen würdest, die Du nicht kennst.

Edit: Um Andrés Forderung nach nicht nur anekdotischer Beweisführung zu erfüllen: Laut Bundesfamilienministerium wurde jede Frau über 18 in Deutschland schon mindestens einmal Opfer (sexueller) Gewalt. Und das seit Jahrzehnten. Dein weiblicher Freundeskreis muss verdammt glücklich sein, da nicht dazuzugehören. Mir wirds bei Konzerten oder im Kino oder sonstwo, wo viele Menschen auf einem Haufen sind, immer mulmig, wenn ich nur kurz den Gedanken habe, "Zählen wir doch einfach mal durch.. Eins - zwei - Treffer - eins - zwei - Treffer...".
Zuletzt geändert von Stuttgarter am 12. Jul 2019, 18:39, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Andre Peschke »

Axel hat geschrieben:
12. Jul 2019, 17:15
Mein kompletter näherer Freundeskreis besteht aus Frauen. Von 20 bis 55 Jahre alles quer dabei. Und da hat niemand Angst vor Vergewaltigungen!
Uund gleich nochmal eure freundliche Moderation aus der Nachbarschaft: Wenn dieser Thread offen bleiben soll, macht bitte einen Haken dran anekdotische Beweise durchzukneten. Ob eine Frau Angst hat oder nicht und wenn ja wovor, wird selbstverständlich je nach Charakter und Wohnort und persönlichen Erfahrungen variieren. Was euer eigenes Umfeld so sagt / denkt bringt hier die Diskussion nicht weiter. Ich kenne zB keinen einzigen Nazi persönlich. Können wir daraus folgern: "Super - Nazis sind kein Problem. Es gibt scheinbar gar keine."? Nein? Schade.

Zudem bitte kein weiteres De-Railing.



Andre

Siel
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Siel »

Back to topic: versuchen wir doch eher zu ergründen warum sich Frauen, in der Deutschen Sprache benachteiligt fühlen, wenn wir ein Genderneutral Maskulin für Mehrzahl benutzen! Denn ich verstehe es einfach nicht! Polizisten (Mehrzahl) war für mich nie eine Anhaltspunkt, daß es sich um eine rein Männliche Truppe handelt! Deswegen stolper ich krass über dieses Polizist/innen im gesprochenen! Es ergibt kein Sinn für mich!

Ps.: über Treuhand und rächte im Osten bitte eigenen Thread aufmachen! Ich kenn beide Gebiete! Da ist kein Unterschied, nur unsere idioten, erkennt man schnell im Osten!

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Alienloeffel
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Alienloeffel »

Siel hat geschrieben:
20. Jul 2019, 21:57
Back to topic: versuchen wir doch eher zu ergründen warum sich Frauen, in der Deutschen Sprache benachteiligt fühlen, wenn wir ein Genderneutral Maskulin für Mehrzahl benutzen! Denn ich verstehe es einfach nicht! Polizisten (Mehrzahl) war für mich nie eine Anhaltspunkt, daß es sich um eine rein Männliche Truppe handelt! Deswegen stolper ich krass über dieses Polizist/innen im gesprochenen! Es ergibt kein Sinn für mich!

Ps.: über Treuhand und rächte im Osten bitte eigenen Thread aufmachen! Ich kenn beide Gebiete! Da ist kein Unterschied, nur unsere idioten, erkennt man schnell im Osten!
*keinen

Na gut:
"Ein generisches Maskulinum ist ein maskulines (männliches) Nomen oder Pronomen, das sich auf Personen mit unbekanntem Geschlecht bezieht, bei dem das Geschlecht der Personen nicht von Bedeutung ist, oder mit dem sowohl männliche als auch nichtmännliche Personen gemeint sind."
Warum muss es denn ein generisches maskulinum geben? Warum hat sich das so entwickelt? Könnte es sein, dass wir aus historischen und kulturellen Gründen einen gewissen sexismus und rassismus dabei haben?
Also warum dann nicht einfach seine eigene perspektive mal in Frage stellen wenn man zu der Gruppe gehört, die eben keine negativen Effekte durch das männlich sein/weiß sein spürt. Das Sprache nicht statisch ist hatten wir hier im Thread glaube ich schon. Wie so viele Dinge ;)

Siel
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Siel »

Weil ich glaube das Verständnis zu fördern, dass nicht nur der Mann gemeint ist (aus kulturhistorischen Grunde ist es natürlich deshalb Maskulin) anstatt die Sprache zu verkomplizieren!
Und nein das soll kein Argument sein, alles soll so bleiben wie es ist!
Sobald ein Lösung dafür gefunden wurde die nicht wie Schluckauf oder stottern klingt, nutze ich sie gerne.

Bis dahin, bin ich fürs Verständnis fördern, da es aus meiner Sicht einfacher ist anstatt auf teufel komm raus, seltsame Sprachgebilde zu nutzen.

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Alienloeffel
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Alienloeffel »

Siel hat geschrieben:
22. Jul 2019, 23:39
Weil ich glaube das Verständnis zu fördern, dass nicht nur der Mann gemeint ist (aus kulturhistorischen Grunde ist es natürlich deshalb Maskulin) anstatt die Sprache zu verkomplizieren!
Und nein das soll kein Argument sein, alles soll so bleiben wie es ist!
Sobald ein Lösung dafür gefunden wurde die nicht wie Schluckauf oder stottern klingt, nutze ich sie gerne.

Bis dahin, bin ich fürs Verständnis fördern, da es aus meiner Sicht einfacher ist anstatt auf teufel komm raus, seltsame Sprachgebilde zu nutzen.
Warum nicht Verständnis in eine Richtung fördern die einfach von vornherein niemanden ausschließt?
Alles soll bleiben wie es ist, aber sobald eine Lösung gefunden wurde die du gut findest nutzt du sie gerne? Das klingt ehrlich gesagt nicht so.
Es ist nicht kompliziert, es ist eben anders. Warum ist das für dich denn ok, dass kulturhistorisch "natürlich" der Maskulin benutzt wird?
Nur weil etwas immer so war, ist das ja nicht unbedingt gut. Mit dem Argument dürften Frauen nicht wählen, nicht-Kleriker nicht lesen lernen und Sklaverei wäre noch erlaubt.
Aber das ist alles nichts neues, das wurde in dem Thread hier schon öfter gesagt.

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Terranigma
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Terranigma »

Siel hat geschrieben:
20. Jul 2019, 21:57
Denn ich verstehe es einfach nicht! Polizisten (Mehrzahl) war für mich nie eine Anhaltspunkt, daß es sich um eine rein Männliche Truppe handelt!
Man kann dies ja einmal experimentell untersuchen, welche Assoziationen - darum geht es - ein Wort auslöst. Du kannst ja mal Freund/in, Kinder, Angehörige, o.Ä. bitten einen Stift in die Hand zu nehmen und ein Bild anhand dessen zu malen, was du ihnen sagst. Wichtig dabei: erkläre vorher nicht worauf das Ganze hinauslaufen soll. Sag einfach: "Ich will mal was testen. Nimm mal einen Stift und male, was ich sage." Und dann sag sowas wie "drei Polizisten stehen vor der Polizeistation" oder "zwei Verkäufer stehen hinter der Theke." Ich habe es selbst nicht ausprobiert - werde das wohl mal an meinen Schüler/innen nach den Sommerferien exerzieren - aber meine Hypothese ist, dass Bilder mit rein männlichen Gruppen bekommen wirst. Studien zu dem Thema legen das jedenfalls nahe, sodass insb. Kinder sich stärker angesprochen werden - z.B. von einer Berufsbeschreibung - wenn die für den Beruf verwendete Bezeichnung das Geschlecht hat, mit dem sie sich selbst identifizieren. Auch bei Erwachsenen scheint es so zu sein, dass das generische Maskulinum einen nachweisbaren Effekt darauf hat, wie man sich eine Personengruppe vorstellt, d.h. dass Frauen im geringen Umfang mitgedacht werden, als wenn man Alternativformulierungen verwendet.

Auf das Bild bezogen: wenn du von "drei Polizisten" oder "drei Polizist/innen" sprichst ist die Wahrscheinlich wohl höher, dass beim zweiten Bild auch mind. eine Frau dabei ist. Werde meinen Kollegen die Tage mal'n Stift und Papier vorsetzen und schauen, wie das in der Praxis aussieht. :D
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Schlagerfreund
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Schlagerfreund »

Da reicht auch oft einfach der Blick in sich selbst.

Denke ich an Polizisten, dann denke ich grundsätzlich an Männer und das obwohl ich in meinem Umfeld auch weibliche Polizistinnen kenne. Gibt da ja auch andere klassische Berufe bei denen das Mann schon eingebaut ist wie Feuerwehrmann und Müllmann z.B.

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Terranigma
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Terranigma »

Schlagerfreund hat geschrieben:
23. Jul 2019, 11:53
Denke ich an Polizisten, dann denke ich grundsätzlich an Männer und das obwohl ich in meinem Umfeld auch weibliche Polizistinnen kenne. Gibt da ja auch andere klassische Berufe bei denen das Mann schon eingebaut ist wie Feuerwehrmann und Müllmann z.B.
Das mag allerdings weniger am Wording als am Beruf liegen, wobei: wenn ich von "zwei Erzieher" rede denke ich ebenso an Männer, eben zwei. Obwohl dies weiterhin ein klassischer Frauenberuf ist, assoziiere ich dies nicht mit Frauen, insb. weil das generische Maskulinum hier sogar identisch mit dem Maskulinum im Singular ist. Die Morphologie der deutschen Sprache ist schon echt häßlich und unelegant. Um an Frauen zu denken, müsste ich schon "zwei Erzieherinnen" sagen. Ansonsten blende ich - ganz ehrlich - Frauen in solchen Sammelbezeichnungen meist aus. Ich würde das allerdings nicht ausschließlich auf das Wording zurückführen. Allgemein scheint's wohl so zu sein, dass wir Frauen bei solchen Sammelbezeichnungen tendenziell ausblenden. Übrigens tun das auch Frauen. Frauen denken wir dann dazu, wenn das Wording es expliziet macht, wie z.B. bei "Erzieherin" oder "Polizist/in." Da wird einem sprachlich die Existenz von Frauen noch einmal in Erinnerung gerufen ...

Anekdote: ich unterrichte u.a. auch Englisch an der Grundschule und arbeite dort mit Picture Cards, d.h. Bildkarten für die Wortschatzarbeit. Bei den Berufen waren die Lehrwerkautoren offenbar in guter Stimmung, denn die abgebildeten Personen widersprachen konsequent den stereotypen Erwartungen, d.h. für "pilot" sah man eine Frau im Cockpit. Bei "shop assisstant" stand ein Mann hinter dem Thresen und für "policeman" gab es gar keine Bildkarte, sondern als Standard lernten die Kinder "police woman" kennen. Die Jungen waren zuerst völlig irritiert, dass sie als Berufsbezeichnungen zuerst das "Mädchenwort" lernen sollten, ... total ungerecht, und so. :D
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Schlagerfreund
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Re: Gendern in der deutschen Sprache

Beitrag von Schlagerfreund »

Erzieher ist in dem Fall besonders amüsant. Bis 1967 hieß das ja auch oft Kindergärtner/in. Als sich dann die Ausbildung geändert hat wurde dann selbstverständlich die maskuline Form genommen. Amüsant ist das weil bis heute (leider) die Mehrheit der Erzieher weiblich ist. Irgendwie lustig das man da wie selbstverständlich die männliche Form genutzt hat obwohl es damals auch absolut nicht der Realität entsprochen hat.

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