COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

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Heretic
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Heretic »

Golmo hat geschrieben:
31. Mär 2020, 12:05
Du kannst dir auch ne Boxershort überstulpen...

https://www.youtube.com/watch?v=E004Fo6_BSk
Alternative:
https://www.youtube.com/watch?v=VRBfS8c4oBs

:mrgreen:

@Maskenpflicht beim Einkaufen:
Sehe ich eher zwiespältig. Ich vermute nämlich auch, dass viele Leute sich mit Maske vorm Gesicht sicherer fühlen, als sie es eigentlich sind. Und dementsprechend andere Vorsichtsmaßnahmen vernachlässigen. Sofern man aber weiterhin den Sicherheitsabstand und die nötigen Hygienemaßnahmen einhält, kann eine Maske natürlich nicht schaden. Ganz im Gegenteil.

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HerrReineke
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von HerrReineke »

LegendaryAndre hat geschrieben:
31. Mär 2020, 13:06
Ich hatte kürzlich mit einem Freund eine ähnliche Diskussion am Telefon (Geschäfte, Amazons Monopolstellung etc.). Grundsätzlich wäre es interessant zu erfahren welche Alternativen zu Amazon ihr nutzt, also Erfahrungsberichte dazu. Auch ich sollte mich bessern, da ich recht häufig beim "großen Konzern" bestelle. Habt ihr in dieser Zeit (Corona) auch online Lebensmittel bestellt?
Bei Büchern bin ich eigtl schon länger von Amazon weg: Wenn ich es nicht persnlich in einen lokalen Buchhandel schaffe, gibt es genialokal.de, wo sich kleinere Buchhandlungen finden, die dann auch liefern. Und in Bonn natürlich auch noch der weltbeste Bonner Comic Laden. :mrgreen:

Lebensmittel haben wir ab und an haltbarere Sachen tatsächlich bei Amazon bestellt gehabt (Kokosmilch z.B.). Frische Lieferungen vor Jahren mal bei Rewe getestet (war okay) und ich weiß, dass unser lokaler Edeka auch liefert (nutzen Freunde von uns aktuell - mit mittelmäßigem Erfolg, was den Inhalt der Lieferung angeht. Da fehlen dann zum Teil Dinge, die im Laden noch vorrätig sind oder es gab Verwechslungen bei den Produkten).
Quis leget haec?

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Feamorn
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Feamorn »

HerrReineke hat geschrieben:
31. Mär 2020, 14:11
Und in Bonn natürlich auch noch der weltbeste Bonner Comic Laden. :mrgreen:
Weltbester Laden überhaupt! :D

Das ist auch die Lokalität, die ich seit dem Wegzug aus Bonn am meisten vermisse. Hatte damals gerade mal zwei bis dreihundert Meter zu Fuß dahin, da bin ich auch öfter mal einfach so rein, gucken...

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Peter
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Peter »

LegendaryAndre hat geschrieben:
31. Mär 2020, 13:06
Ich hatte kürzlich mit einem Freund eine ähnliche Diskussion am Telefon (Geschäfte, Amazons Monopolstellung etc.). Grundsätzlich wäre es interessant zu erfahren welche Alternativen zu Amazon ihr nutzt, also Erfahrungsberichte dazu. Auch ich sollte mich bessern, da ich recht häufig beim "großen Konzern" bestelle. Habt ihr in dieser Zeit (Corona) auch online Lebensmittel bestellt?
Lebensmittel habe ich noch nie online bestellt. Bücher hole ich beim lokalen Buchladen (der im übrigen auch versandkostenfrei liefert, also sogar bessere Konditionen bietet als Amazon). Spiele, Serien und Filme kaufe ich nur noch digital, bzw. im Streaming-Abo. Hier spielt Amazon bei mir also überhaupt keine Rolle (mehr).

Bei allen anderen, größeren Sachen schaue ich erstmal in den Preisvergleich, wo Amazon eigentlich nie auf den vorderen Plätzen zu finden ist. Dementsprechend bestelle ich dann auch bei vielen verschiedenen Händlern, mal größeren, mal kleineren. Ich könnte nicht sagen, dass ich damit jemals schlechte Erfahrungen gemacht hätte. Ist natürlich etwas mehr Aufwand, als einfach alles nur bei Amazon zu bestellen.

Letztes Jahr hatte ich somit nur noch eine einzige Bestellung bei Amazon, nachdem ich dort 20 Jahre lang wirklich sehr regelmäßig eingekauft habe.

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LegendaryAndre
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von LegendaryAndre »

Rince81 hat geschrieben:
31. Mär 2020, 13:17
Ich habe gerade gestern das erste mal in meinem Leben Online Klamotten bestellt. Da ich pragmatisch bin bei C&A die Sachen die ich gerade zuhause habe, da weiß ich dann wenigstens, dass es passt... :oops:
:D
Ich habe Schuhe bei Zalando bestellt, weil mir die Bank einen Gutschein geschenkt hat und ich neue Schuhe brauchen kann. Schuhe kaufe ich mittlerweile fast nur noch online, weil ich nicht sehr gerne in Schuhgeschäfte gehe (mit Ausnahme der Boulder-Schuhe, die ich anprobieren musste). Kleidung probiere ich lieber vor Ort an, aber eben auch so schnell es geht. Wenn die Krise länger anhält werde ich aber auch Kleidung online kaufen müssen.
HerrReineke hat geschrieben:
31. Mär 2020, 14:11
Bei Büchern bin ich eigtl schon länger von Amazon weg: Wenn ich es nicht persnlich in einen lokalen Buchhandel schaffe, gibt es genialokal.de, wo sich kleinere Buchhandlungen finden, die dann auch liefern. Und in Bonn natürlich auch noch der weltbeste Bonner Comic Laden. :mrgreen:
Schön dass in deiner Gegend noch einen Comic Laden gibt. Bei mir leider schon lange nicht mehr. Immerhin gibt es in der Buchhandlung einen Bereich für Comics wo sie was das Sortiment anbelangt gar nicht mal so schlecht aufgestellt sind.
Peter hat geschrieben:
31. Mär 2020, 14:31
Lebensmittel habe ich noch nie online bestellt. Bücher hole ich beim lokalen Buchladen (der im übrigen auch versandkostenfrei liefert, also sogar bessere Konditionen bietet als Amazon). Spiele, Serien und Filme kaufe ich nur noch digital, bzw. im Streaming-Abo. Hier spielt Amazon bei mir also überhaupt keine Rolle (mehr).
Aus den Kommentaren lese ich heraus, dass alle den regulären Buchhandel unterstützen und das finde ich gut! Ich selbst mache es auch so. Ich lese zwar auch digital, aber Bücher und Comics kaufe ich monatlich in der großen Buchhandlung in der Stadt. Die tolle Atmosphäre, wenn man es sich mit ein paar Büchern in einer Leseecke bequem macht und Probe liest, kann ein E-Book nicht ersetzen, obwohl ich umgekehrt auch gerne online stöbere. Die Buchhandlung dürfte der Krise aber nicht zum Opfer fallen, das wäre ein schwerer Verlust!

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bluttrinker13
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von bluttrinker13 »

Interessantes Interview mit Gerd Gigerenzer, zusammen mit Gollwitzer und Eid einer der Statistik-Päpste der Psychologie in Dtl:
https://www.zeit.de/gesellschaft/2020-0 ... s-pandemie

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LegendaryAndre
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von LegendaryAndre »

Beim heutigen Einkauf wurden bereits Schutzmasken ausgeteilt. Die Kosten trägt derzeit der Handel, eine Entschädigung durch die Regierung folgt. Offiziell besteht Maskenpflicht ab 6. April in öffentlichen Einrichtungen wie Supermärkten oder Drogerien und in Bussen. Die Masken sind unkompliziert in ihrer Nutzung. Der Einkauf lief reibungslos, die anwesenden Personen haben das problemlos angenommen.

https://kurier.at/chronik/oesterreich/m ... /400798964

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Guthwulf
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Guthwulf »

Na wunderbar... ich dachte Animal Crossing ist ein sicherer Zufluchtsort...

Pustekuchen, Corona is nu auch auf meiner Inselidylle angekommen :o

Bild

Zurückblickend, hätte ich vielleicht nicht so viele Spieler auf meine Insel einladen sollen? #triggered :shifty: :doh: :whistle:

PS.: Das Erlebnis fand ich irgendwie sehr witzig und passend zu diesem Thread. Nu wieder zurück zu den ernsten Diskussionen. *hüstel*
guthwulf04 (Steam), dreosan (PSN), Guthwulf06 (Xbox), Guthwulf16 (Switch: SW-7403-8257-5609)

vicsbier
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von vicsbier »

Rince81 hat geschrieben:
31. Mär 2020, 01:05
vicsbier hat geschrieben:
30. Mär 2020, 18:50
Wenn ich höre, dass trotz Sturmflut an der Ostsee dennoch Kitesurfer ins Wasser gehen, dann ist das m.E. verwerflicher als ein Zweitwohnsitzverbot. Ebenso Bergsteigen ohne Nutzen für die Allgemeinheit: Am Ende müssen andere Menschen zur Rettung aufbrechen. Da könnten Gerichte dem ja auch einen Riegel vorschieben.
Überspitzt ausgedrückt, der Kitesurfer gefährdet sich selbst - in gewissen Umfang auch eventuelle Rettungskräfte - das Risiko ist in einer Sturmflut aber meist überschaubar. Ebenso Bergrettung. Die meisten müssen da nicht aus echten "Notlagen" unter Lebensgefahr geborgen werden, sondern sind einfach unerfahren und da reicht dann eben die Kondition nicht, die Ausrüstung ist mieser als beim Blick auf das Preisschild gedacht, Google Maps ist mit leerem Akku auf einmal eine echt schlechter Kartenersatz und ähnliches. Diese Idiotie kostet am Ende fast immer viel Geld, riskiert aber selten weitere Menschenleben.

Hier weiß aktuell am Ende keiner, wie groß das Risiko am Ende ist. Extrembeispiel Sylt, die Zahlen sind teils aus unterschiedlichen Jahren aber nicht älter als 2015.
Sylt hat aktuell knapp unter 18.000 Einwohnern. Darauf ist auch das örtliche Krankenhaus ausgelegt und hat schnucklige 5 Intensivbetten, den normalen Inseltourismus bekommt man damit offensichtlich auch behandelt. Zum einen neigen Touristen selten dazu ernsthaft krank zu sein oder gar eines der Intensivbetten zu blockieren.
Sylt hat dafür zumindest 10.000 weitere Menschen, die dort mit Zweitwohnsitz gemeldet sind (Zahl von 2015). Dazu kommen 60.000 Gästebetten.

Ich kann es voll und ganz nachvollziehen, dass die jeden rausschmeißen, den man rausschmeißen kann. Ich denke den Verantwortlichen ist es momentan ziemlich egal ob ihnen in 1-2 Jahren vielleicht ein Verwaltungsgericht sagt, dass sie das vielleicht nicht gedurft hätten - sollte das auf Sylt eng werden mit der Medizinischen Betreuung wird sich vermutlich auch dann kein Richter hinstellen und sagen, das er das im nachhinein trotzdem besser weiß... :oops:
Ich kenne das Krankenhaus von Sylt, es ist sicherlich nicht zeitgemäß, dass man trotz der Überalterung der Gesellschaft zuwenig Intensivbetten vorhält, des weiteren wo man selbst doch Kurorte auf der Insel hat.
Aber nochmal: Da kauft ein Bürger ein Haus, dann darf er da auch wohnen. Das ihm dann ein Strick draus gedreht wird, dass mit seinen Steuern in andere Sachen investiert wird, kann ich nicht begreifen. Darüberhinaus bringen die Touristen in guten Zeiten zig wenn nicht hunderte Millionen Euro auf die Insel - da kann man dann auch die Gesundheitsbetreuung ausbauen. Und wenn die Betten nicht reichen, dann werden die eben aufs Festland gebracht. Auch das ist in Deutschland bis vor Kurzem normal gewesen.

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johnnyD
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von johnnyD »

Für mich liegt der Schluss nahe, dass bei einer grassierenden Pandemie mit hoher Ansteckungswahrscheinlichkeit die Bewegung von Personen soweit wie möglich durch die einzelnen Bundesländer eingegrenzt wird (bis hin zum Extrem wie in Tirschenreuth mit einem Hotspot) und eben kein willkürliches Pendeln zwischen Haupt- und Nebenwohnsitz erfolgt, wo auch immer letzterer dann liegen mag.

Der Verweis auf Steuerzahlungen ist hier mMn vollkommen deplatziert und tut nichts zur Sache einer Seucheneindämmung. "Ich zahl Steuern also will ich auch den Kinderspielplatz nutzen!" fällt IMO in die gleiche Kategorie. Die von uns in der Tat lieb gewonnenen Freiheiten, garantiert durchs Grundgesetz, lassen sich nun einmal befristet einschränken bzw. haben Ihre Grenzen. Es mögen manche Bundesländer in Vorauseilender Gefahrenabwehr mitunter übers Ziel hinaus schießen, doch ist die Intention ausschließlich die Bewältigung von Corona und wohl wirklich jeder steht vor einer Situation, die so im Nachkriegsdeutschland noch nie dagewesen ist.
"Wenn man den Sumpf trocken legen will, darf man nicht die Frösche fragen!"

Rince81
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Rince81 »

https://youtu.be/3z0gnXgK8Do

Eine sehr interessante und allgemeinverständliche Betrachtung einer Youtuberin - und promovierte Chemikerin und Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim von mailab.
Die "Gesendet von meinem HTC11 Life mit Tapatalk"-Signatur

Reinhard
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Reinhard »

Eine Studie mit einem potenziellen Medikament wird in Kürze gestartet. Die Basis scheint ein Medikamet zu sein das bei der letzten Sars Epidemie eintwickelt wurde.

https://www.kleinezeitung.at/internatio ... moeglichem

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Leonard Zelig
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Leonard Zelig »

Rince81 hat geschrieben:
2. Apr 2020, 10:46
https://youtu.be/3z0gnXgK8Do

Eine sehr interessante und allgemeinverständliche Betrachtung einer Youtuberin - und promovierte Chemikerin und Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim von mailab.
Hab ich auch gerade gesehen.

Das dürfte für viele Familien eine große Herausforderung werden falls das aktuelle Schuljahr nicht mehr fortgesetzt werden könnte vor den Sommerferien. Außerdem verschärft es die Ungleichheit:
https://www.spiegel.de/panorama/corona- ... 5402241483#
"The whole problem with the world is that fools and fanatics are always so certain of themselves, but wiser people so full of doubts."

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Rince81
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Rince81 »

Ebenso interessant zu schauen - Chris Cuomo ist der Bruder vom Gouverneur von New York Andrew Cuomo und Moderator Cuomo Prime Time auf CNN. ER ist mittlerweile erkrankt und sitzt in seinem Keller in Quarantäne und macht seine Sendung von da.
Er schilder hier seine Symthome:
https://twitter.com/CuomoPrimeTime/stat ... 2340748288

https://twitter.com/CuomoPrimeTime
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Yano
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Yano »

Mal ein kleines Update aus dem Pflegeheim in dem ich Arbeite.

Vorweg der Hinweis das sich dies stark besorgte und, generell Menschen die unter der momentanen Lage psychisch leiden nicht durchlesen sollten.


Die Lage vor Ort hat sich in Rekordzeit gewandelt.
Vom ersten Verdachtsfall an einem Montag, waren es bis Freitag 11 Verdachtsfälle unter den Bewohnern. Schutzausrüstung ist längst bestellt aber noch nicht vorhanden. Besuchsverbot und sämtliche Bewohner bleiben ab sofort 24 Stunden am Tag auf ihren Zimmern.
Die meisten bauen in Rekordzeit Physisch und Psychisch ab.
Anschließender Montag, 20 Bewohner wegen Corona im KH, 5 verstorben, 5 Kollegen vom Personal infiziert. Schutzausrüstung nicht vorhanden.
Der Tag darauf. Schutzausrüstung ist angekommen. Zu wenig. Daher werden die Masken über einen längeren Zeitraum getragen als sie wirksam sind. Nach einer Stunde verursachen sie große Atemschwierigkeiten worunter das gesamte Personal leidet.
Das Haus wird unter Quarantäne gestellt.
Ein Tag später.
Zu den 20 Bewohnern im Krankenhaus liegen, kommen 8 positiv infizierte Bewohner hinzu die auf Station bleiben!
11 Kollegen sind positiv, das übrige Personal schiebt Doppelschichten, manche übernachten in dem Haus, wegen Überlastung fallen die ersten u.a. wegen Herz und Atemproblemen aus.
Der nächste Bewohner stirbt, die Angehörigen können sich nicht verabschieden.
Täglich ändert sich die Lage. Es ist fast kein Personal mehr da.

Alle Menschen die jetzt Sterben sind Opfer der Gesundheitspolitik der letzten 10 Jahre. Jeder Gesundheitsminister aus dieser Zeit hat Blut an seinen Händen kleben. Das System wurde und wird kaputt gespart.

Der Stellvertretende Leiter des Gesundheitsamts gibt eine PK über die Lage in unserem Heim.
Ein Original Zitat: "alle hygienischen und infektiologischen Belange sind unter Kontrolle.

Ich wünschte ich könnte dem Zustimmen. Die Lage ist außer Kontrolle.

Rince81
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Rince81 »

Yano hat geschrieben:
2. Apr 2020, 13:47
Alle Menschen die jetzt Sterben sind Opfer der Gesundheitspolitik der letzten 10 Jahre. Jeder Gesundheitsminister aus dieser Zeit hat Blut an seinen Händen kleben. Das System wurde und wird kaputt gespart.
[...]
Ich wünschte ich könnte dem Zustimmen. Die Lage ist außer Kontrolle.
Würde des denn deiner Meinung nach anders aussehen, wenn nicht gespart worden wäre oder wäre das Endresultat in einer Pandemie nicht trotzdem das selbe? Ich befürchte egal wie Pflegeheime ausgestattet sind, eine Pandemie mit einer Lungenkrankheit, die bei Alten lebensbedrohlich wird ist da doch in jedem Fall Worst Case Szenario, oder? Meine Laienmeinung ist da, dass wenn es bei einem Bewohner festgestellt wurde ist es bereits da - und zwar aller Wahrscheinlichkeit nicht nur bei dem.

Und sollte nicht eine grundsätzliche Schutzausrüstung zumindest vorhanden sein und aktuell eher der Nachschub das Problem sein?
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LegendaryAndre
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von LegendaryAndre »

Rince81 hat geschrieben:
2. Apr 2020, 10:46
https://youtu.be/3z0gnXgK8Do

Eine sehr interessante und allgemeinverständliche Betrachtung einer Youtuberin - und promovierte Chemikerin und Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim von mailab.
Ein gutes Video! Genau recherchiert, sehr informativ und mit cleveren Schlussfolgerungen!

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Leonard Zelig
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Leonard Zelig »

Yano hat geschrieben:
2. Apr 2020, 13:47
Mal ein kleines Update aus dem Pflegeheim in dem ich Arbeite.

Ich wünschte ich könnte dem Zustimmen. Die Lage ist außer Kontrolle.
Klingt echt übel. Und Köln ist ja noch nicht mal ein besonderer Hotspot in Deutschland.

Würden denn freiwillige Helfer in der aktuellen Situation was bringen? Gibt ja gerade viele Studenten, die nichts zu tun haben. Und ein paar von denen haben ja auch vorher ein Freiwilliges Soziales Jahr gemacht.
Yano hat geschrieben:
2. Apr 2020, 13:47
Die meisten bauen in Rekordzeit Physisch und Psychisch ab.
Ich bin echt froh, dass meine 92-Jährige Oma trotz Schlaganfall und schweren Sturz in den letzten beiden Jahren wieder in ihrem Haus wohnt. Sie hasst es fremdbestimmt zu sein und ist auch überhaupt nicht zurechtgekommen mit den Pflegehelferinnen, die vorletztes Jahr bei ihr für einige Wochen gewohnt haben. Den ganzen Tag in einem kleinen Zimmer eingesperrt zu sein, muss furchtbar sein. Da ist es echt Luxus wenn man einen großen Garten hat und die Sonne genießen kann.
"The whole problem with the world is that fools and fanatics are always so certain of themselves, but wiser people so full of doubts."

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lolaldanee
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von lolaldanee »

Yano hat geschrieben:
2. Apr 2020, 13:47
Mal ein kleines Update aus dem Pflegeheim in dem ich Arbeite.
Alter Schwede, und ich sitze hier zu hause und werde jeden Tag fauler :oops:
Respekt für alle die grade an solchen Orten im Einsatz sind, ich könnte das schon unter normalen Bedingungen nicht :(

Mal ne zynische aber durchaus ernst gemeinte Frage: Währe JETZT nicht der perfekte Moment für alle Pflegekräfte, Krankenhauspersonal etc. für bessere Bezahlung und Arbeitsbedingungen zu streiken? Die aktuelle Situation zeigt doch sehr schön wie unterbezahlt und unterbesetzt diese Berufe sind. Das währe doch der perfekte Moment dem System seine eigenen Schwächen um die Ohren zu haun. Mit gutem Willen allein geht es ja offensichtlich nicht. Dann eben: Zahlt uns anständig oder wir lassen euch verrecken!
Leonard Zelig hat geschrieben:
2. Apr 2020, 14:59
Yano hat geschrieben:
2. Apr 2020, 13:47
Die meisten bauen in Rekordzeit Physisch und Psychisch ab.
Ich bin echt froh, dass meine 92-Jährige Oma trotz Schlaganfall und schweren Sturz in den letzten beiden Jahren wieder in ihrem Haus wohnt. Sie hasst es fremdbestimmt zu sein und ist auch überhaupt nicht zurechtgekommen mit den Pflegehelferinnen, die vorletztes Jahr bei ihr für einige Wochen gewohnt haben. Den ganzen Tag in einem kleinen Zimmer eingesperrt zu sein, muss furchtbar sein. Da ist es echt Luxus wenn man einen großen Garten hat und die Sonne genießen kann.
So ne Oma hab ich auch, die ist direkt vor dem Ausbruch noch ins Krankenhaus gekommen, jetzt aber wieder zu hause. Ich bin generell gespannt wie viele meiner 3 teils schwer kranken Großeltern + mein sehr herzkranker Vater dieses Jahr noch überleben. Sagen wir mal so: Mit 50% Schwund rechne ich :shock:

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Leonard Zelig
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Leonard Zelig »

lolaldanee hat geschrieben:
2. Apr 2020, 15:14
Mal ne zynische aber durchaus ernst gemeinte Frage: Währe JETZT nicht der perfekte Moment für alle Pflegekräfte etc. für bessere Bezahlung und Arbeitsbedingungen zu streiken? Die aktuelle Situation zeigt doch sehr schön wie unterbezahlt und unterbesetzt diese Berufe sind. Das währe doch der perfekte Moment dem System seine eigenen Schwächen um die Ohren zu haun.
Die Schwächen sind auch so offensichtlich und ich bezweifle, dass sich durch einen Streik was ändern würde. Kann jeden verstehen, der aktuell ein Kündigungsschreiben aufsetzt und nach der Krise weg ist. Danach kann Herr Spahn noch öfter in arme Länder reisen und da um Pflegekräfte betteln. :roll:

Bei Erntehelfern und in Schlachthöfen ist ja schon jetzt bereits so, dass da kaum noch Deutsche arbeiten, weil Arbeitsaufwand und Entlohnung in keinerlei Verhältnis zueinander stehen.
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