COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

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lolaldanee
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von lolaldanee »

Leonard Zelig hat geschrieben:
2. Apr 2020, 15:22
lolaldanee hat geschrieben:
2. Apr 2020, 15:14
Mal ne zynische aber durchaus ernst gemeinte Frage: Währe JETZT nicht der perfekte Moment für alle Pflegekräfte etc. für bessere Bezahlung und Arbeitsbedingungen zu streiken? Die aktuelle Situation zeigt doch sehr schön wie unterbezahlt und unterbesetzt diese Berufe sind. Das währe doch der perfekte Moment dem System seine eigenen Schwächen um die Ohren zu haun.
Die Schwächen sind auch so offensichtlich und ich bezweifle, dass sich durch einen Streik was ändern würde. Kann jeden verstehen, der aktuell ein Kündigungsschreiben aufsetzt und nach der Krise weg ist. Danach kann Herr Spahn noch öfter in arme Länder reisen und da um Pflegekräfte betteln. :roll:

Bei Erntehelfern und in Schlachthöfen ist ja schon jetzt bereits so, dass da kaum noch Deutsche arbeiten, weil Arbeitsaufwand und Entlohnung in keinerlei Verhältnis zueinander stehen.
Naja, am Ende ist es in beiden Fällen Angebot und Nachfrage. So gut wie jetzt war die Nachfrage noch nie, wenn das den Preis nicht nach oben treibt , was dann? :violin:

(wie geschrieben, ich weiß, dass das zynisch ist, aber viel mehr fällt mir dazu auch nicht ein, die Aussicht, dass sich tatsächlich durch den aktuellen Medeienfokus was ändert halte ich auf für nahe null. Wie du schreibst, sonst hätte sich schon lange was geändert)

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Leonard Zelig
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Leonard Zelig »

lolaldanee hat geschrieben:
2. Apr 2020, 15:14
Ich bin generell gespannt wie viele meiner 3 teils schwer kranken Großeltern + mein sehr herzkranker Vater dieses Jahr noch überleben. Sagen wir mal so: Mit 50% Schwund rechne ich :shock:
Drück Dir die Daumen. :)

Meine andere Oma ist letztes Jahr verstorben, nachdem sie zehn Jahre in einer Demenzwohngruppe gelebt hat. Zum Glück konnten wir ein paar Monate vorher noch ihren 90. Geburtstag gemeinsam feiern. Hab auch noch einen 94-Jährigen Großonkel, der zusammen mit seiner Frau lebt.
lolaldanee hat geschrieben:
2. Apr 2020, 15:27
Leonard Zelig hat geschrieben:
2. Apr 2020, 15:22
lolaldanee hat geschrieben:
2. Apr 2020, 15:14
Mal ne zynische aber durchaus ernst gemeinte Frage: Währe JETZT nicht der perfekte Moment für alle Pflegekräfte etc. für bessere Bezahlung und Arbeitsbedingungen zu streiken? Die aktuelle Situation zeigt doch sehr schön wie unterbezahlt und unterbesetzt diese Berufe sind. Das währe doch der perfekte Moment dem System seine eigenen Schwächen um die Ohren zu haun.
Die Schwächen sind auch so offensichtlich und ich bezweifle, dass sich durch einen Streik was ändern würde. Kann jeden verstehen, der aktuell ein Kündigungsschreiben aufsetzt und nach der Krise weg ist. Danach kann Herr Spahn noch öfter in arme Länder reisen und da um Pflegekräfte betteln. :roll:

Bei Erntehelfern und in Schlachthöfen ist ja schon jetzt bereits so, dass da kaum noch Deutsche arbeiten, weil Arbeitsaufwand und Entlohnung in keinerlei Verhältnis zueinander stehen.
Naja, am Ende ist es in beiden Fällen Angebot und Nachfrage. So gut wie jetzt war die Nachfrage noch nie, wenn das den Preis nicht nach oben treibt , was dann? :violin:

(wie geschrieben, ich weiß, dass das zynisch ist, aber viel mehr fällt mir dazu auch nicht ein, die Aussicht, dass sich tatsächlich durch den aktuellen Medeienfokus was ändert halte ich auf für nahe null. Wie du schreibst, sonst hätte sich schon lange was geändert)
Ich fürchte die Regeln des Marktes gelten dort nicht. Und wenn man beispielsweise Pflegekräfte in München keine Betriebswohnungen anbietet, dann braucht man sich nicht zu wundern, wenn man keine Bewerbungen bekommt. Sollen die zusätzlich zu ihrer anstrengenden Arbeit auch noch jeden Tag vier Stunden pendeln oder wie stellt man sich das vor?
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Yano
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Yano »

Rince81 hat geschrieben:
2. Apr 2020, 14:14
Yano hat geschrieben:
2. Apr 2020, 13:47
Alle Menschen die jetzt Sterben sind Opfer der Gesundheitspolitik der letzten 10 Jahre. Jeder Gesundheitsminister aus dieser Zeit hat Blut an seinen Händen kleben. Das System wurde und wird kaputt gespart.
[...]
Ich wünschte ich könnte dem Zustimmen. Die Lage ist außer Kontrolle.
Würde des denn deiner Meinung nach anders aussehen, wenn nicht gespart worden wäre ........
Und sollte nicht eine grundsätzliche Schutzausrüstung zumindest vorhanden sein und aktuell eher der Nachschub das Problem sein?
Die Kriese würde anders Bewältigt werden.
Die Pflege ist seit Jahren extrem Unterbesetzt bei gleichzeitig konsequent steigenden Anforderungen. Das Zeitfenster in dem diese Aufgaben erledigt werden müssen ist so angelegt das es quasi nicht möglich ist diese Fachgerecht umzusetzen.
Ausreichend Personal würde bedeuten wir in dieser Kriese nicht nur die Bewohner Fachgerecht versorgen können, wir könnten auch mehr auf ihre Ängste und Unsicherheiten eingehen die die aktuelle Situation bei ihnen auslöst.
Auch die Hygiene Maßnahmen sind aufgrund Personalmangel kaum einzuhalten da die Uhr im Hintergrund gnadenlos tickt.

Eine grundsätzliche Schutzausrüstung sollte vorhanden sein genauso wie anderes benötigte Pflegematerial.
In der Realität ist das seltenst der Fall, nicht nur in unserem Haus, ich behaupte jeder Pfleger in Deutschland kann ähnliches berichten (z.B. Inkomaterial).
Personal, Material all das sind so so große Kostenfaktoren das da die Heime seit Jahren den Rotstift ansetzen. Unnachgiebig.

Yano
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Yano »

lolaldanee hat geschrieben:
2. Apr 2020, 15:14
Yano hat geschrieben:
2. Apr 2020, 13:47
Mal ein kleines Update aus dem Pflegeheim in dem ich Arbeite.


Mal ne zynische aber durchaus ernst gemeinte Frage: Währe JETZT nicht der perfekte Moment für alle Pflegekräfte, Krankenhauspersonal etc. für bessere Bezahlung und Arbeitsbedingungen zu streiken? Die aktuelle Situation zeigt doch sehr schön wie unterbezahlt und unterbesetzt diese Berufe sind. Das währe doch der perfekte Moment dem System seine eigenen Schwächen um die Ohren zu haun. Mit gutem Willen allein geht es ja offensichtlich nicht. Dann eben: Zahlt uns anständig oder wir lassen euch verrecken!
Dieser Gedanke ist ein wiederkehrendes Thema in der Pflege. Ganz Corona Unabhängig. Als verzweifelter Hilfeschrei so zu sagen.
Aber das wird nicht passieren. 99,9% der Pfleger würden das nicht mit ihren Gewissen vereinbaren können auch wenn man denken sollte es ist der einzige Weg.
Es klingt Paradox ich weiß.

Rince81
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Rince81 »

Yano hat geschrieben:
2. Apr 2020, 15:55
Eine grundsätzliche Schutzausrüstung sollte vorhanden sein genauso wie anderes benötigte Pflegematerial.
In der Realität ist das seltenst der Fall, nicht nur in unserem Haus, ich behaupte jeder Pfleger in Deutschland kann ähnliches berichten (z.B. Inkomaterial).
Personal, Material all das sind so so große Kostenfaktoren das da die Heime seit Jahren den Rotstift ansetzen. Unnachgiebig.
Danke für die Einordung.
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Yano
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Yano »

Leonard Zelig hat geschrieben:
2. Apr 2020, 14:59
Yano hat geschrieben:
2. Apr 2020, 13:47
Mal ein kleines Update aus dem Pflegeheim in dem ich Arbeite.

Ich wünschte ich könnte dem Zustimmen. Die Lage ist außer Kontrolle.
Würden denn freiwillige Helfer in der aktuellen Situation was bringen? Gibt ja gerade viele Studenten, die nichts zu tun haben. Und ein paar von denen haben ja auch vorher ein Freiwilliges Soziales Jahr gemacht.
Sie wären ein Gottesgeschenk. Es gibt genug Aufgaben die ungelernte Kräfte abnehmen können und so das Personal immens entlasten würden.
Aber:
jetzt werden die wenigsten, ich glaube sogar eher gar keine Häuser mehr "Außenstehende" Leute rein lassen.
Bei uns kommt noch nicht mal mehr der Soziale Dienst rein. Absolutes Kontaktverbot.

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Leonard Zelig
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Leonard Zelig »

Yano hat geschrieben:
2. Apr 2020, 16:05
Leonard Zelig hat geschrieben:
2. Apr 2020, 14:59
Yano hat geschrieben:
2. Apr 2020, 13:47
Mal ein kleines Update aus dem Pflegeheim in dem ich Arbeite.

Ich wünschte ich könnte dem Zustimmen. Die Lage ist außer Kontrolle.
Würden denn freiwillige Helfer in der aktuellen Situation was bringen? Gibt ja gerade viele Studenten, die nichts zu tun haben. Und ein paar von denen haben ja auch vorher ein Freiwilliges Soziales Jahr gemacht.
Sie wären ein Gottesgeschenk. Es gibt genug Aufgaben die ungelernte Kräfte abnehmen können und so das Personal immens entlasten würden.
Aber:
jetzt werden die wenigsten, ich glaube sogar eher gar keine Häuser mehr "Außenstehende" Leute rein lassen.
Bei uns kommt noch nicht mal mehr der Soziale Dienst rein. Absolutes Kontaktverbot.
Das würde wohl erst Sinn ergeben, wenn es Schnelltests gibt. Alle, die bereits Antikörper haben, kommen dann als Helfer in Frage. Aktuell hätte ich auch zuviel Angst jemanden anzustecken.
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Varus
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Varus »

Yano hat geschrieben:
2. Apr 2020, 13:47
Mal ein kleines Update aus dem Pflegeheim in dem ich Arbeite...
Absolute Hochachtung dafür. Ich weiß, davon kannst du dir auch nichts kaufen und die Bedingungen in den Heimen werden dadurch auch nicht besser aber dennoch... In einer Nachbarstadt bei mir ist aktuell auch ein Pflegeheim der schwerwiegendste Infektionsherd im Landkreis. Auf der Arbeit wurden da auch schon eins, zwei schlechte Witze drüber gerissen. Jetzt fühle ich mich schlecht, weil ich nicht sofort dagegen geschossen habe.
Leonard Zelig hat geschrieben:
2. Apr 2020, 15:22
Bei Erntehelfern und in Schlachthöfen ist ja schon jetzt bereits so, dass da kaum noch Deutsche arbeiten, weil Arbeitsaufwand und Entlohnung in keinerlei Verhältnis zueinander stehen.
Hierzu mal als Gegenthese: Zumindest bei uns gibt es gerade so manche Menschen, die sich Freiwillig als Erntehelfer einbringen wollen. Gleichzeitig gibts Gedankenspiele, ob man nicht Arbeitslose oder Geflüchtete dafür einsetzen könnte. (Hätte imo auch ein Geschmäckle). Aber die Sprecher der Bauernverbände lehnen das alles ab und nehmen auch keine Freiwilligen, da die Arbeit "zu anstrengend und anspruchsvoll" sei. Das "können nur Saisonarbeiter aus Osteuropa leisten." Das riecht mir irgendwie so, als wolle ein Lobbyverband der Krise zum Trotz ihre Idealvorstellungen durchdrücken. :|
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vicsbier
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von vicsbier »

johnnyD hat geschrieben:
1. Apr 2020, 18:43
Für mich liegt der Schluss nahe, dass bei einer grassierenden Pandemie mit hoher Ansteckungswahrscheinlichkeit die Bewegung von Personen soweit wie möglich durch die einzelnen Bundesländer eingegrenzt wird (bis hin zum Extrem wie in Tirschenreuth mit einem Hotspot) und eben kein willkürliches Pendeln zwischen Haupt- und Nebenwohnsitz erfolgt, wo auch immer letzterer dann liegen mag.

Der Verweis auf Steuerzahlungen ist hier mMn vollkommen deplatziert und tut nichts zur Sache einer Seucheneindämmung. "Ich zahl Steuern also will ich auch den Kinderspielplatz nutzen!" fällt IMO in die gleiche Kategorie. Die von uns in der Tat lieb gewonnenen Freiheiten, garantiert durchs Grundgesetz, lassen sich nun einmal befristet einschränken bzw. haben Ihre Grenzen. Es mögen manche Bundesländer in Vorauseilender Gefahrenabwehr mitunter übers Ziel hinaus schießen, doch ist die Intention ausschließlich die Bewältigung von Corona und wohl wirklich jeder steht vor einer Situation, die so im Nachkriegsdeutschland noch nie dagewesen ist.
Dann müssten Hamburg sämtliche Pendlerwohnungen und Zweitwohnungen sperren sowie Menschen von außerhalb aussperren. Macht es aber nicht. Wir reden hier auch nicht von einer Massen an Bettenwechslern, sondern von Eigentümern. Diese wollen die restlichen Regeln auch befolgen.
Dein Argument kann man sogar umkehren: Wenn du Angst hast, dass einer der Zweitwohner eine Seuche hat, dann wäre es völlig unlogisch diesen in eine Grossstadt zu schicken, denn die Seuche ist auf dem Land immer leichter unter Kontrolle zu halten.
Die Bundesländer sollten daher nicht die Bevölkerung gegeneinander aufbringen.

Das mit dem Kinderspielplatz ist ja auch so: Der Staat schafft einen an, du kannst ihn mit deinen Kindern nutzen. Wo ist das Problem?

Der Verweis auf Steuerzahlungen ist völlig richtig: Es gibt eine Zahlung und der Staat legt diese an. Wenn der Staat hier Fehler begeht, dann ist dies dem Staat anzukreiden. Der Staat wird immer überleben, außer er beseitigt seine Grundrechte. Dann ist der Staat nichts wert. Er kann auch andere Lösungen suchen, zB den Verbot von Versammlungen.

Aber wie du schon sagst: Es muss verhältnismässig sein und das scheint es mir hier nicht zu sein.

Rince81
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Rince81 »

Varus hat geschrieben:
2. Apr 2020, 19:07
Aber die Sprecher der Bauernverbände lehnen das alles ab und nehmen auch keine Freiwilligen, da die Arbeit "zu anstrengend und anspruchsvoll" sei. Das "können nur Saisonarbeiter aus Osteuropa leisten." Das riecht mir irgendwie so, als wolle ein Lobbyverband der Krise zum Trotz ihre Idealvorstellungen durchdrücken. :|
Das ist, egal ob nun Spargel oder Erdbeeren Akkordarbeit. So ca. 10 Stunden am Tag über Wochen wenn nicht Monate. Dafür musst du trainiert sein, Erfahrung haben und es gibt im Regelfall nur Mindestlohn - es hat Gründe, dass sich für diese Jobs nun schon seit Jahren kein Deutscher mehr interessiert oder sie nicht lange macht. Natürlich wollen die Bauern ihre gewohnten "Fachkräfte" - keine Ironie - die teils jedes Jahr wiederkommen, finde ich völlig nachvollziehbar - ich weiß, dass ich das keinen Tag durchhalten würde...
Was willst du auch mit einem Freiwilligen, selbst wenn der arbeitswillig ist, dann aber nur 3-4 Tage kann...
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Filusi
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Filusi »

@ Yano

Da weiß ich echt nicht, was ich viel dazu schreiben könnte. Hört sich aber wirklich schrecklich und auch so hoffnungslos an. Deprimiert hart ...
Auch wenn es nur ein geringer Trost ist, ich bin froh, dass es trotz all dieser hausgemachten Problematiken immer noch Leute gibt, die die Fahne hochhalten. Du kannst stolz auf dich und deine Zunft sein, auch wenn dies euch sicherlich nicht viel nützt. :(



Um trotz dieser Dinge, etwas positives und echt amüsant Gemachtes vorzustellen bzw. zu teilen.

Hier ein Podcast, wo Auslandkorrespondenten über ihre derzeit Situation in ihren Ländern reden und hier im speziellen ein sehr nettes Pärchen mit einer ernsten Diskussion, die aber sehr amüsant umgesetzt ist.
Ich musste öfters schmunzeln. Was fürs Herz!

Es ist die aktuelle Folge "Corona in Singapur: Freiheit, die ich meine":
https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast4364.html


Edit: Danke für das Teilen von dem Video von maiLab, das ist wirklich gut und verständlich gemacht worden.
Irgendwoher kenne ich die auch, ich glaube meine Älteste hat die ne lange Zeit verfolgt. Muss mal fragen ob sie das immer noch macht.

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Leonard Zelig
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Leonard Zelig »

Ganz interessante Doku des WDR über kleine Mittelständler:
https://youtu.be/VWgkdN0xYWE

Mehr als drei Monate würde kaum ein Unternehmen den Shutdown überleben.
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johnnyD
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von johnnyD »

vicsbier hat geschrieben:
2. Apr 2020, 19:08
johnnyD hat geschrieben:
1. Apr 2020, 18:43
Für mich liegt der Schluss nahe, dass bei einer grassierenden Pandemie mit hoher Ansteckungswahrscheinlichkeit die Bewegung von Personen soweit wie möglich durch die einzelnen Bundesländer eingegrenzt wird (bis hin zum Extrem wie in Tirschenreuth mit einem Hotspot) und eben kein willkürliches Pendeln zwischen Haupt- und Nebenwohnsitz erfolgt, wo auch immer letzterer dann liegen mag.

Der Verweis auf Steuerzahlungen ist hier mMn vollkommen deplatziert und tut nichts zur Sache einer Seucheneindämmung. "Ich zahl Steuern also will ich auch den Kinderspielplatz nutzen!" fällt IMO in die gleiche Kategorie. Die von uns in der Tat lieb gewonnenen Freiheiten, garantiert durchs Grundgesetz, lassen sich nun einmal befristet einschränken bzw. haben Ihre Grenzen. Es mögen manche Bundesländer in Vorauseilender Gefahrenabwehr mitunter übers Ziel hinaus schießen, doch ist die Intention ausschließlich die Bewältigung von Corona und wohl wirklich jeder steht vor einer Situation, die so im Nachkriegsdeutschland noch nie dagewesen ist.
Dann müssten Hamburg sämtliche Pendlerwohnungen und Zweitwohnungen sperren sowie Menschen von außerhalb aussperren. Macht es aber nicht. Wir reden hier auch nicht von einer Massen an Bettenwechslern, sondern von Eigentümern. Diese wollen die restlichen Regeln auch befolgen.
Dein Argument kann man sogar umkehren: Wenn du Angst hast, dass einer der Zweitwohner eine Seuche hat, dann wäre es völlig unlogisch diesen in eine Grossstadt zu schicken, denn die Seuche ist auf dem Land immer leichter unter Kontrolle zu halten.
Die Bundesländer sollten daher nicht die Bevölkerung gegeneinander aufbringen.

Das mit dem Kinderspielplatz ist ja auch so: Der Staat schafft einen an, du kannst ihn mit deinen Kindern nutzen. Wo ist das Problem?

Der Verweis auf Steuerzahlungen ist völlig richtig: Es gibt eine Zahlung und der Staat legt diese an. Wenn der Staat hier Fehler begeht, dann ist dies dem Staat anzukreiden. Der Staat wird immer überleben, außer er beseitigt seine Grundrechte. Dann ist der Staat nichts wert. Er kann auch andere Lösungen suchen, zB den Verbot von Versammlungen.

Aber wie du schon sagst: Es muss verhältnismässig sein und das scheint es mir hier nicht zu sein.
Hamburg obliegt dem Hamburger Senat und eine Beschränkung wie beschrieben ist durchaus möglich - Besitzverhältnisse spielen für das Infektionsschutzgesetz keine Rolle. Der Rechtsweg steht Dir wie jedem anderen offen, wenn es nicht der eigenen Einschätzung entspricht. Das nicht verstandene Beispiel mit den Kinderspielplätzen zeigt mir allerdings endgültig, dass wir nicht auf einen Nenner kommen werden. Eigentlich wars mir beim ursprünglichen Verweis der aktuellen Beschränkungen auf den Nationalsozialismus (den ich als absurd betitelt habe) bereits zu viel, weshalb ich hier die Diskussion mangels Basis mit Dir beende.
"Wenn man den Sumpf trocken legen will, darf man nicht die Frösche fragen!"

vicsbier
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von vicsbier »

johnnyD hat geschrieben:
2. Apr 2020, 23:08
vicsbier hat geschrieben:
2. Apr 2020, 19:08
johnnyD hat geschrieben:
1. Apr 2020, 18:43
Für mich liegt der Schluss nahe, dass bei einer grassierenden Pandemie mit hoher Ansteckungswahrscheinlichkeit die Bewegung von Personen soweit wie möglich durch die einzelnen Bundesländer eingegrenzt wird (bis hin zum Extrem wie in Tirschenreuth mit einem Hotspot) und eben kein willkürliches Pendeln zwischen Haupt- und Nebenwohnsitz erfolgt, wo auch immer letzterer dann liegen mag.

Der Verweis auf Steuerzahlungen ist hier mMn vollkommen deplatziert und tut nichts zur Sache einer Seucheneindämmung. "Ich zahl Steuern also will ich auch den Kinderspielplatz nutzen!" fällt IMO in die gleiche Kategorie. Die von uns in der Tat lieb gewonnenen Freiheiten, garantiert durchs Grundgesetz, lassen sich nun einmal befristet einschränken bzw. haben Ihre Grenzen. Es mögen manche Bundesländer in Vorauseilender Gefahrenabwehr mitunter übers Ziel hinaus schießen, doch ist die Intention ausschließlich die Bewältigung von Corona und wohl wirklich jeder steht vor einer Situation, die so im Nachkriegsdeutschland noch nie dagewesen ist.
Dann müssten Hamburg sämtliche Pendlerwohnungen und Zweitwohnungen sperren sowie Menschen von außerhalb aussperren. Macht es aber nicht. Wir reden hier auch nicht von einer Massen an Bettenwechslern, sondern von Eigentümern. Diese wollen die restlichen Regeln auch befolgen.
Dein Argument kann man sogar umkehren: Wenn du Angst hast, dass einer der Zweitwohner eine Seuche hat, dann wäre es völlig unlogisch diesen in eine Grossstadt zu schicken, denn die Seuche ist auf dem Land immer leichter unter Kontrolle zu halten.
Die Bundesländer sollten daher nicht die Bevölkerung gegeneinander aufbringen.

Das mit dem Kinderspielplatz ist ja auch so: Der Staat schafft einen an, du kannst ihn mit deinen Kindern nutzen. Wo ist das Problem?

Der Verweis auf Steuerzahlungen ist völlig richtig: Es gibt eine Zahlung und der Staat legt diese an. Wenn der Staat hier Fehler begeht, dann ist dies dem Staat anzukreiden. Der Staat wird immer überleben, außer er beseitigt seine Grundrechte. Dann ist der Staat nichts wert. Er kann auch andere Lösungen suchen, zB den Verbot von Versammlungen.

Aber wie du schon sagst: Es muss verhältnismässig sein und das scheint es mir hier nicht zu sein.
Hamburg obliegt dem Hamburger Senat und eine Beschränkung wie beschrieben ist durchaus möglich - Besitzverhältnisse spielen für das Infektionsschutzgesetz keine Rolle. Der Rechtsweg steht Dir wie jedem anderen offen, wenn es nicht der eigenen Einschätzung entspricht. Das nicht verstandene Beispiel mit den Kinderspielplätzen zeigt mir allerdings endgültig, dass wir nicht auf einen Nenner kommen werden. Eigentlich wars mir beim ursprünglichen Verweis der aktuellen Beschränkungen auf den Nationalsozialismus (den ich als absurd betitelt habe) bereits zu viel, weshalb ich hier die Diskussion mangels Basis mit Dir beende.
Bitte vermeide doch den persönlichen Angriff, dass ich nichts verstanden habe und es keine Basis zwischen uns gibt.
Ich denke ich habe alles begründet dargelegt.

Der Rechtsweg steht formal zwar offen, aber die Gerichte arbeiten nur eingeschränkt.
Die summarischen Prüfungen sind - wie schon in den von mir erwähnten Fachblogs erläutert - eher eine Vermeidung von Verantwortung durch Vermeidung der Verhandlung. Es wird von den Juristen sogar begründet in Zweifel gezogen, ob das Infektionsschutzgesetz das hergibt, was derzeit umgesetzt wird.

Ich denke das Kinderspielplatzbeispiel ist nicht zutreffend: Ein Kinderspielplatz des Staates steht jedem offen. Es gibt wie für alles (Straßen etc) Regeln, aber die waren vor dem Bau bekannt und werden demokratisch geändert. Daher ist das Beispiel nicht mit der jetzigen Situation vergleichbar.

Die Zweitwohner möchten sich ja auch an alle folgenden Regeln halten. Es ist unklar, wo das Problem besteht, wenn diese in ihre Häuser ziehen. Das Problem ist doch absurd, weil die Menschen aus SH und MVP in Masse zur Arbeit nach HH pendeln dürfen. Dann müssten SH und MVP doch der eigenen Logik folgend auch ihre eigenen Pendler aussperren bzw deren Fahrt nach HH verbieten. Das aber ist wohl den eigenen Bürgern nicht zuzumuten.

Du machst du es dir daher sehr einfach, weil du der Gegenmeinung nicht folgst. Das finde ich sehr schade, denn die Angst vor dem Virus ist temporär und betrifft einzelne, die Folgen von Funktion und Rechtsauslegungen des Staates betreffen dauerhaft alle Bürger.

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Peter
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Peter »

Rince81 hat geschrieben:
2. Apr 2020, 21:03
Varus hat geschrieben:
2. Apr 2020, 19:07
Aber die Sprecher der Bauernverbände lehnen das alles ab und nehmen auch keine Freiwilligen, da die Arbeit "zu anstrengend und anspruchsvoll" sei. Das "können nur Saisonarbeiter aus Osteuropa leisten." Das riecht mir irgendwie so, als wolle ein Lobbyverband der Krise zum Trotz ihre Idealvorstellungen durchdrücken. :|
Das ist, egal ob nun Spargel oder Erdbeeren Akkordarbeit. So ca. 10 Stunden am Tag über Wochen wenn nicht Monate. Dafür musst du trainiert sein, Erfahrung haben und es gibt im Regelfall nur Mindestlohn - es hat Gründe, dass sich für diese Jobs nun schon seit Jahren kein Deutscher mehr interessiert oder sie nicht lange macht. Natürlich wollen die Bauern ihre gewohnten "Fachkräfte" - keine Ironie - die teils jedes Jahr wiederkommen, finde ich völlig nachvollziehbar - ich weiß, dass ich das keinen Tag durchhalten würde...
Was willst du auch mit einem Freiwilligen, selbst wenn der arbeitswillig ist, dann aber nur 3-4 Tage kann...
Absolut. Ich habe selbst einen großen Garten, in dem ich viel anpflanze und ich weiß wie anstrengend die Ernte ist. Ein paar Stunden okay, aber den ganzen Tag? No way. Da muss man zum einen topfit sein und selbst dann wird die fehlende Erfahrung dazu führen, dass ungelernte Leute nur einen kleinen Bruchteil von dem einfahren können, was die Fachkräfte zu liefern in der Lage sind. Da kann ich absolut nachvollziehen, dass das keinen großen Sinn macht. Aber gut, gestern wurde ja bekannt, dass die Fachkräfte unter strengen Auflagen nun eingeflogen werden dürfen, es besteht also doch noch Hoffnung, dass nicht allzu viel von der Ernte verloren geht.

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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Varus »

Peter hat geschrieben:
3. Apr 2020, 08:29
Rince81 hat geschrieben:
2. Apr 2020, 21:03
Varus hat geschrieben:
2. Apr 2020, 19:07
Aber die Sprecher der Bauernverbände lehnen das alles ab und nehmen auch keine Freiwilligen, da die Arbeit "zu anstrengend und anspruchsvoll" sei. Das "können nur Saisonarbeiter aus Osteuropa leisten." Das riecht mir irgendwie so, als wolle ein Lobbyverband der Krise zum Trotz ihre Idealvorstellungen durchdrücken. :|
Das ist, egal ob nun Spargel oder Erdbeeren Akkordarbeit. So ca. 10 Stunden am Tag über Wochen wenn nicht Monate. Dafür musst du trainiert sein, Erfahrung haben und es gibt im Regelfall nur Mindestlohn - es hat Gründe, dass sich für diese Jobs nun schon seit Jahren kein Deutscher mehr interessiert oder sie nicht lange macht. Natürlich wollen die Bauern ihre gewohnten "Fachkräfte" - keine Ironie - die teils jedes Jahr wiederkommen, finde ich völlig nachvollziehbar - ich weiß, dass ich das keinen Tag durchhalten würde...
Was willst du auch mit einem Freiwilligen, selbst wenn der arbeitswillig ist, dann aber nur 3-4 Tage kann...
Absolut. Ich habe selbst einen großen Garten, in dem ich viel anpflanze und ich weiß wie anstrengend die Ernte ist. Ein paar Stunden okay, aber den ganzen Tag? No way. Da muss man zum einen topfit sein und selbst dann wird die fehlende Erfahrung dazu führen, dass ungelernte Leute nur einen kleinen Bruchteil von dem einfahren können, was die Fachkräfte zu liefern in der Lage sind. Da kann ich absolut nachvollziehen, dass das keinen großen Sinn macht. Aber gut, gestern wurde ja bekannt, dass die Fachkräfte unter strengen Auflagen nun eingeflogen werden dürfen, es besteht also doch noch Hoffnung, dass nicht allzu viel von der Ernte verloren geht.
Wollte auch überhaupt nicht bestreiten, dass das sehr verständlich ist. Klar wünscht man sich, dass die Saisonarbeiter wie in jedem Jahr problemlos einreisen können und die gewohnt hohe Leistungskraft mitbringen. Nun befinden wir uns aber gerade in einem nie da gewesenen Ausnahmezustand und die gesamte Bevölkerung sowie der Großteil der Wirtschaft muss mit erheblichen Einschränkungen und Einbußen zurechtkommen. Da finde ich es dann schon etwas anmaßend für sich eine absolute herausgehobenen Status zu beanspruchen und Behörde und Gesetzgeber schlechte Arbeit vorzuwerfen, weil gerade der Schutz der Gesamtbevölkerung wichtiger sein könnte. Passt aber zur bisherigen Kommunikation der Bauernverbände... Die sind mir mittlerweile ebenso sympathisch wie die amerikanische Waffenlobby oder die deutsche Autolobby.

Aber nochmal zur Klarstellung: Ich freue mich ja auch für die Landwirte, dass das jetzt geregelt ist. Ist eine harte und wichtige Arbeit und die Sicherstellung der Nahrungsversorgung hat hohe Priorität. Hätte kritisch werden können, wenn die Ernte von Spargel und Erdbeeren krachen gegangen wäre.
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Andre Peschke
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Andre Peschke »

Varus hat geschrieben:
3. Apr 2020, 15:14
Aber nochmal zur Klarstellung: Ich freue mich ja auch für die Landwirte, dass das jetzt geregelt ist. Ist eine harte und wichtige Arbeit und die Sicherstellung der Nahrungsversorgung hat hohe Priorität. Hätte kritisch werden können, wenn die Ernte von Spargel und Erdbeeren krachen gegangen wäre.
Sind Spargel und Erdbeeren systemerelevant? :D

Was ich mich frage: Sind die Fachkräfte wirklich einfach besser geschult - oder nur leidensfähiger zum Kleckerlohn? Falls letzteres, wäre es ja eher so ein Fall von "vielleicht mehr Personal in kürzeren Schichten arbeiten lassen - eventuell gar besser bezahlt?"

Andre

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bluttrinker13
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von bluttrinker13 »

Andre Peschke hat geschrieben:
3. Apr 2020, 18:11
Was ich mich frage: Sind die Fachkräfte wirklich einfach besser geschult - oder nur leidensfähiger zum Kleckerlohn? Falls letzteres, wäre es ja eher so ein Fall von "vielleicht mehr Personal in kürzeren Schichten arbeiten lassen - eventuell gar besser bezahlt?"

Andre
Ich würde sagen: ja, aber nichts was dann ungelernte Kräfte nach 2 Wochen nicht auch könnten, expertisemäßig. Nur müsste man so lange durchhalten, und den Produktionseinbruch bis dahin verkraften.

Hab beides als Kind mit-geerntet und kann sagen:
Spargel richtig zu stechen ist eine Kunst und man sorgt am Anfang somit für schlechte Ware und ist unerfahren sehr langsam. Es ist auch super anstrengend, keine Frage. Auf dem Feld liegt man da heutzutage stundenlang in einem Geschirr drin und beansprucht Arme und Gelenke enorm.
Erbeeren weit weniger schwierig, aber jemand der motorisch ausgebildet ist pflückt in derselben Zeit auch viel mehr, und macht weniger kaputt, als ein Ungelernter.

Man sollte nicht vergessen dass der Kleckerlohn aus primär dt. Perspektive so kleckerig ist. Gastarbeiter sehen das noch mal anders, deshalb ernten sie dann ja auch auf unseren Feldern und nicht auf den heimischen. Aber damit will ich nicht sagen, dass man den Leuten nicht mehr Geld geben sollte.
Werden die Erbeeren und der Spargel halt teurer dies Jahr, na und? Ist ja eh schon fast Genussgemüse/-früchte. :D

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Leonard Zelig
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Leonard Zelig »

Andre Peschke hat geschrieben:
3. Apr 2020, 18:11
Varus hat geschrieben:
3. Apr 2020, 15:14
Aber nochmal zur Klarstellung: Ich freue mich ja auch für die Landwirte, dass das jetzt geregelt ist. Ist eine harte und wichtige Arbeit und die Sicherstellung der Nahrungsversorgung hat hohe Priorität. Hätte kritisch werden können, wenn die Ernte von Spargel und Erdbeeren krachen gegangen wäre.
Sind Spargel und Erdbeeren systemerelevant? :D

Was ich mich frage: Sind die Fachkräfte wirklich einfach besser geschult - oder nur leidensfähiger zum Kleckerlohn? Falls letzteres, wäre es ja eher so ein Fall von "vielleicht mehr Personal in kürzeren Schichten arbeiten lassen - eventuell gar besser bezahlt?"

Andre
Die Bundesregierung würde sich keinen Zacken aus der Krone brechen, wenn sie den Erntehelfern einen Bonus zahlt, den sie dann an ihre Familien weiterleiten können, die sicher auch unter den aktuellen Beschränkungen leiden.
"The whole problem with the world is that fools and fanatics are always so certain of themselves, but wiser people so full of doubts."

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DickHorner
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von DickHorner »

Andre Peschke hat geschrieben:
3. Apr 2020, 18:11
Was ich mich frage: Sind die Fachkräfte wirklich einfach besser geschult - oder nur leidensfähiger zum Kleckerlohn? Falls letzteres, wäre es ja eher so ein Fall von "vielleicht mehr Personal in kürzeren Schichten arbeiten lassen - eventuell gar besser bezahlt?"
Andre
Wie Bluti schon schrieb ist es vor allen Dingen die Arbeitshaltung. Einheimische Kräfte arbeiten nicht so hart, nicht so lange, nicht für so wenig Geld, und murren nicht wenn sie in Bauwagen auf dem Feld/Bruchbuden untergebracht werden. Vor 20 Jahren habe ich mal einen Herbst lang auf nem Bauernhof gearbeitet, hab also nur begrenzte Erfahrungen. Ich habe auch schon gehört, dass heute mehr aufgefahren werden muss um die Leute bei Laune zu halten und gute Erntehelfer auch durchaus stark umworben sind. Aber dass die länger, härter und besser arbeiten ist wohl immernoch so.
Ein bisschen wie bei der Doku auf Netflix, american factory oder wie sie hieß...

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