COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

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Axel
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Axel »

Rince81 hat geschrieben:
8. Okt 2020, 21:40
Dann wird es für die Veranstaltungs- und große Teile der Kulturbranche keine realistische Zukunft mehr geben.
Doch, gibt es! Und hier kommt dann auch meine präferierte Exit-Strategie ins Spiel.
Torgau hat geschrieben:
8. Okt 2020, 21:39
Du hast nach einer Strategie gefragt - das ist die Strategie (= wahrscheinlichkeitsbasierte Planung). Nicht mehr, nicht weniger.
Das kann man nämlich nicht in dieser Pauschalität sagen.

Stichwort: Schnelltests! Die gibt es schon auf den Markt, die Genauigkeit liegt bei über 95%. Also keine 100% Sicherheit, aber hoch genug um eine Pandemie einzudämmen! Derzeit sind Schnelltests mir unverständlicherweise nämlich nur für das medizinische Personal vorgesehen. Dabei könnte es so einfach sein ein halbwegs normales Leben zu bekommen.
Du willst auf ein Konzert oder in einen Club? Am Nachmittag des selben Tages gehst Du zur Apotheke um die Ecke, lässt einen Schnelltest machen, wartest 15 Minuten und hast das Ergebnis was Du Dir mit Stempel der Apotheke schriftlich geben lässt. Einlass nur für die Menschen, die ein negatives Ergebnis vorweisen können. Auch Familienbesuche, private Feiern und so weiter lassen sich so sehr viel einfacher und sicherer planen und durchführen. Und wenn es positiv ist, geht man zum Hausarzt oder ruft beim Gesundheitsamt an und lässt noch einen PCR-Test machen.

Das hat vor allem eine wichtige psychologische Komponente: Die Menschen können wirklich aktiv sein und müssen sich nicht ständig mit der Unsicherheit herumplagen! Das würde nicht nur vieles in der Stimmung der Bevölkerung bessern, sondern es würde ein relativ normales Leben ermöglichen. Ein Schnelltest tut nicht weh und ist halt auch schnell gemacht. Vor allem würde man viel Arbeit von den Gesundheitsämtern nehmen, wenn sich die Menschen so eigenverantwortlich verhalten.

Das wäre für mich die effektivste Möglichkeit die Pandemie zu bekämpfen. Anstatt nun den Leuten wieder den Kontakt zueinander zu verbieten. Wie gesagt: Die Schnelltests sind auf den Markt und ausgereift.

Christian Szinor, Veranstalter aus Magdeburg, sieht das ähnlich: https://www.mdr.de/sachsen-anhalt/coron ... rg100.html
„Kein Wunder also, dass wir uns den Debatten der Allgemeinheit anschließen und lieber darüber nachdenken, wer zu uns gehört und nicht, als gemeinsam über Lösungen zu streiten. Wer nicht für mich ist, ist gegen mich.“
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Torgau
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Torgau »

Axel hat geschrieben:
8. Okt 2020, 23:14
Torgau hat geschrieben:
8. Okt 2020, 21:39
Du hast nach einer Strategie gefragt - das ist die Strategie (= wahrscheinlichkeitsbasierte Planung). Nicht mehr, nicht weniger.
Das kann man nämlich nicht in dieser Pauschalität sagen.
Hmm.. doch, ich kann pauschal sagen, dass das die derzeitige Strategie ist. Aber das hast du vermutlich nicht gemeint. :)

Stichwort: Schnelltests! Die gibt es schon auf den Markt, die Genauigkeit liegt bei über 95%. Also keine 100% Sicherheit, aber hoch genug um eine Pandemie einzudämmen! Derzeit sind Schnelltests mir unverständlicherweise nämlich nur für das medizinische Personal vorgesehen. Dabei könnte es so einfach sein ein halbwegs normales Leben zu bekommen.
Hast du da eine Quelle für mich?

Es klingt natürlich herrlich, aber falls es derart hochqualitative Schnelltests geben sollte und sie lediglich medizinischem Personal zu Verfügung stehen, würde das für mich darauf hinweisen, dass sie für die Gesamtbevölkerung momentan noch zu knapp oder zu teuer herzustellen sind.
Erstmal erscheint es mir unwahrscheinlich, dass sich die halbe Welt bei einer derart einfachen Lösung gerade freiwillig selbst die Wirtschaft ruiniert.

Voigt
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Voigt »

Zum einen denke ich mal das 95% Zuverlässigkeit nur bei korrekter Anwendung gelten. Dies kann man von medizinischen Personal erwarten, aber das normale Nutzer die den Test im Kiosk kaufen schön bis Rachenrückseite gehen um da präzise Ergebnisse zu erhalten, halte ich für fragwürdig. Da würde ich als Sicherheitspersonal auch nich so einfach abnicken, insbesondere da eine falschanwendung schnell einen gefährlichen falsch-negativ Ergebnis ausgibt.
Wenn nun Apotheker das alles für einen erledigen sollen, damit die korrekte Testung garantieren ist das auch starke Extrabelastung für die, die haben ja auch regulären Job für andere Kranke zu tun. Wenn da mal ein größeres Fest ist, kann ich mir schön Schlangen vor der Apotheke vorstellen.
Dazu sind 95% echt nich gut für falsch-positiv Ergebnisse, welche dann eine weitere starke Belastung für die "richtige" Testung bedeuten. Da nicht nur personell sondern auch finanziell.

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schneeland
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von schneeland »

Meines Wissens war die Zuverlässigkeit von Schnelltest zumindest den größeren Teil dieses Jahres ein Problem. Das RKI spricht immer noch von einer unklaren Situation (RKI).

Was die Impfung angeht, berichtete die FAZ gestern (Link (FAZ+)), dass sich Biontech mit ihrem mRNA-Impfstoff wohl auf der Zielgraden befinden und nach aktuellem Stand im November durch die dritte Phase der klinischen Tests sind, und dann mit der Produktion des Impfstoffes beginnen würden.

In China wird bereits geimpft (Link (FAZ)) - wie so oft sind die Bedenken, was Nebenwirkungen betrifft, in nicht-demokratischen Staaten halt geringer.

Es gibt meines Wissens zudem eine Reihe weiterer Impfstoffe im fortgeschrittenen Stadium. Entsprechend hoffe ich, dass wir dann Mitte nächsten Jahres impfbedingt tatsächlich halbwegs durch sind, mit dem ganzen Spektakel (und harre bis dahin vollständig im Homeoffice aus, dass mein Arbeitgeber bis Juli 2021 verlängert hat).
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XfrogX
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von XfrogX »

Vorallem müsste man das ganze ja auch relativ Fälschungssicher aufbauen, weil du sonst das ganz Problem mit dem aluhüten bekommst die irgendwas fälschen. Und Datenschutz muss dann auch noch rein kommen. Und wenn du 500 Leute hast dann sind da schon rein vom Test 25 Leute die es trotz Test haben könnten. Wenn es auch nur einer ist und damit dann ne Firma/Schule oder so zu macht, wer haftet dafür?

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Axel
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Axel »

Voigt hat geschrieben:
8. Okt 2020, 23:38
Zum einen denke ich mal das 95% Zuverlässigkeit nur bei korrekter Anwendung gelten.
Die sind so einfach wie nen Schwangerschaftstest! Genau dieses Argument haben damals übrigens auch Ärzte angebracht als es darum ging Schwangerschaftstests für die allgemeine Öffentlichkeit freizugeben. Hintergrund war, dass die dann natürlich nichts mehr verdienen konnten.
Torgau hat geschrieben:
8. Okt 2020, 23:29
Hast du da eine Quelle für mich?
Es gibt derzeit mehrere deutsche Firmen die daran arbeiten. Aber scheint wohl noch so zu sein, dass die Massenproduktion wohl noch ein paar Wochen dauert.

https://www.mdr.de/nachrichten/ratgeber ... s-100.html
https://www.mdr.de/sachsen-anhalt/halle ... r-100.html
https://www.die-stadtredaktion.de/2020/ ... ssen-muss/

Andererseits habe ich noch den Kekule in einer der letzten Ausgaben vor der Pause im Ohr, der ganz offen meinte, dass da wohl die Labore, die die PCR Tests durchführen, blockieren. Weil die verdienen mit den PCR Tests Milliarden. Folge 106 war das: https://www.mdr.de/nachrichten/podcast/ ... index.html - Am Ende ist es halt leider auch eine politische Entscheidung ob Schnelltests für jeden kommen. Daran werde ich persönlich aber messen, ob die Politik wirklich an einen selbstbestimmten Umgang der Bevölkerung mit dem Virus interessiert ist oder nicht.
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Fouriety
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Fouriety »

Bis Schnelltests in einer ausreichend großen Anzahl verfügbar sind, dass man sie so einsetzen kann, kann es auch noch dauern. Vorerst sollen die ja nur an Krankenhäuser/Altenheime gehen. Wenn medizinisch geschultes Personal die Schnelltests durchführen müssen, muss man auch noch entsprechende Diagnosestellen aufbauen und mit Personal besetzen (ich glaube nicht, dass Apotheken dafür die Kapazitäten haben), bei größeren Veranstaltungen müsste man u.U. dann auch mehrere hundert oder tausend Tests in kurzer Zeit durchführen. Die Personalkosten müsste man auch irgendwie decken.

Ich weiß, dass die Veranstaltungsbranche drauf hofft und verstehe warum, aber zur Durchführbarkeit gibt es mMn doch noch einige offene Fragen.

Und selbst wenn man alle Probleme gelöst bekommt: Letztendlich kann auch das nur eine Übergangslösung sein, sollten Impfstoffe sich verzögern. Wenn man vor jedem Konzert-/Klubbesuch immer erst einen Test machen muss, werden das viele Leute wsl auch über kurz oder lang leid sein.
Voigt hat geschrieben:
8. Okt 2020, 23:38
Dazu sind 95% echt nich gut für falsch-positiv Ergebnisse, welche dann eine weitere starke Belastung für die "richtige" Testung bedeuten. Da nicht nur personell sondern auch finanziell.
Falsch-positive Tests sind wohl unwahrscheinlicher als falsch-negative:
Der Test von Roche wirbt mit einer Spezifizität von 99,68 Prozent und einer Sensitivität von 96,52 Prozent. Damit liegt der Anteil richtig diagnostizierter Gesunder in der Gruppe der Gesunden bei 99,68 Prozent und darf damit als sehr sicher eingeschätzt werden. Der Anteil richtig diagnostizierter Kranker in der Gruppe der Kranken liegt bei 96,52 Prozent.
(Quelle)

Voigt
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Voigt »

Schwangerschaft misst Hormonkonzentration in der Urinausscheidung. Daher im Endeffekt nur in Strahl halten.
Beim Corona Test musst du durch die Nase bis zur Rachenrückseite einen Abstrich machen. Das ist tief im Körper und füf mich sehr verschieden in der Anwendung

Auch hat falscher Schwangerschaftsttest (durch fehlerhafte Anwendung) keine Gefahr der Ansteckung, wenn dann Symptome trotz negativen Tests auftreten kann man weiteren Test, potentiell beim Arzt machen, hat aber in der Zwischenzeit niemanden tödlich durch Ansteckung gefährdet.

Edit: Ah ok 99,7% Spezifität ist schonmal deutlich besser als "mehr als 95%", nich perfekt bei großen Menschenmassen aber damit kann man grundsätzlich arbeiten.

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Fouriety
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Fouriety »

Axel hat geschrieben:
8. Okt 2020, 23:54
Voigt hat geschrieben:
8. Okt 2020, 23:38
Zum einen denke ich mal das 95% Zuverlässigkeit nur bei korrekter Anwendung gelten.
Die sind so einfach wie nen Schwangerschaftstest! Genau dieses Argument haben damals übrigens auch Ärzte angebracht als es darum ging Schwangerschaftstests für die allgemeine Öffentlichkeit freizugeben. Hintergrund war, dass die dann natürlich nichts mehr verdienen konnten.
Gilt der Vergleich mit den Schwangerschaftstests nicht nur im Sinne von: Man gibt die Probe rein und kann nach einer kurzen Wartezeit das Ergebnis einfach ablesen? Für die Antigen-Schnelltests braucht man doch genau wie für die PCR einen Rachenabstrich - deswegen wird der doch bislang auch nur an Fachpersonal ausgegeben.

Edit: Voigt war etwas schneller :)

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Taro
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Taro »

Axel hat geschrieben:
8. Okt 2020, 23:14
Du willst auf ein Konzert oder in einen Club? Am Nachmittag des selben Tages gehst Du zur Apotheke um die Ecke, lässt einen Schnelltest machen, wartest 15 Minuten und hast das Ergebnis was Du Dir mit Stempel der Apotheke schriftlich geben lässt. Einlass nur für die Menschen, die ein negatives Ergebnis vorweisen können.
Ja, und dann infiziert sich nur einer der vielen tausend Konzertbesucher zwischen dem Test und dem Konzert und wird zum Superspreader.

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Axel
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Axel »

Taro hat geschrieben:
9. Okt 2020, 00:33
Ja, und dann infiziert sich nur einer der vielen tausend Konzertbesucher zwischen dem Test und dem Konzert und wird zum Superspreader.
Aber doch nicht wenn der Schnelltest am selben Tag geschieht. Es ist ja nicht so, dass man sich ansteckt und SOFORT zu nem Sperspreader wird. In dem Fall wären wir ja alle schon durchinfiziert. :mrgreen:

Klar kann es passieren, dass es auch falsch-negative Fälle geben wird. Aber ich spreche ja auch nicht gleich von Konzerten mit zehntausenden Besuchern. Sondern vor allem von kleinen Clubs, Theatern, u.ä. Also der Bereich der gerade am aller dringendsten wieder öffnen muss und wo maximal ein paar hundert Leute zusammenkommen. Auch ist das ja unterschiedlich wie stark jemand Virus ausscheidet. Gibt ja auch schon Studien die sagen, dass Menschen ohne Symptome weniger Virus ausscheiden als Menschen mit Symptomen.
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Alienloeffel
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Alienloeffel »

Axel hat geschrieben:
9. Okt 2020, 01:01
Taro hat geschrieben:
9. Okt 2020, 00:33
Ja, und dann infiziert sich nur einer der vielen tausend Konzertbesucher zwischen dem Test und dem Konzert und wird zum Superspreader.
Aber doch nicht wenn der Schnelltest am selben Tag geschieht. Es ist ja nicht so, dass man sich ansteckt und SOFORT zu nem Sperspreader wird. In dem Fall wären wir ja alle schon durchinfiziert. :mrgreen:

Klar kann es passieren, dass es auch falsch-negative Fälle geben wird. Aber ich spreche ja auch nicht gleich von Konzerten mit zehntausenden Besuchern. Sondern vor allem von kleinen Clubs, Theatern, u.ä. Also der Bereich der gerade am aller dringendsten wieder öffnen muss und wo maximal ein paar hundert Leute zusammenkommen. Auch ist das ja unterschiedlich wie stark jemand Virus ausscheidet. Gibt ja auch schon Studien die sagen, dass Menschen ohne Symptome weniger Virus ausscheiden als Menschen mit Symptomen.

Die Infektion am gleichen abend wird vermutlich (!) weniger relevant sein, trotz allem ein Faktor. Außerdem sind falsch negative durchaus in der Lage zu einem Superspreader event zu führen, nichts anderes ist bei den vorherigen passiert.
Darüber hinaus sind die Schnelltests nicht gerade das Gelbe vom Ei. Knappe 5% Falschrate sind zu viel um diese großflächig zu benutzen (sensitivity ist die rate mit der richtig positive detektiert werden - also ca 5% die nicht erkannt werden trotz Infektion). Dann hast du auch "nur" ine paar hundert Leute auf engstem Raum und schon gehts los.Darüber hinaus ist weiterhin umstritten, dass Sars Cov2 immer eine zuverlässige Antikörperreaktion hervorruft soweit ich weiß.

Aber selbst wenn: Wer soll das denn machen? Dann versammeln sich Hunderte Leute vor den Apotheken um einen Test zu machen? Ich bezweifle, dass dafür Geld und Personal bereitsgestellt wird - ist ja kein Fußball...

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Ines
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Ines »

Bei einer Sensitivität von bis zu 95% würde ich keine Großveranstaltung riskieren. Aber ich denke schon, dass das ein Baustein sein kann. Dann brauchen wir eben gute Statistiker, die Risiken in Abhängigkeit vom aktuellen Infektionsgeschehen ausrechnen. Aber weil bei diesem Virus ja einzelne Infizierte sehr viele andere infizieren ist eben auch der eine, der "durchrutscht" und zur Party geht, eine große Gefahr.
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Leonard Zelig
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Leonard Zelig »

Torgau hat geschrieben:
8. Okt 2020, 21:10
Leonard Zelig hat geschrieben:
8. Okt 2020, 20:13
Aktuell denke ich über ein duales Studium als Beamtenanwärter an. Da verdient man selbst im Studium 1500€ Brutto...
.. die man allerdings zurückzahlen muss, falls man das Studium abbricht oder nach erfolgreicher Verbeamtung nicht mindestens 5 Jahre beim Dienstherrn bleibt.
Ohne dir etwas ein-oder ausreden zu wollen, ist das ein sehr spezieller Berufsweg und ich würde an deiner Stelle versuchen mich möglichst umfassend zu informieren, ob er dir auch langfristig liegt!
Die Studiengebühren muss man bei einem dualen Studium immer zurückzahlen, wenn man das Studium abbricht. Die 5 Jahre muss man glaube ich nur im Öffentlichen Dienst beschäftigt sein und nicht bei einem konkreten Dienstherren, aber das ist je nach Bundesland verschieden.

Ich hab in den drei Jahren seit Abschluss meines wirtschaftswissenschaftlichen Studiums nur in Praktika und über Zeitarbeit gearbeitet und will einfach mal etwas langfristigeres haben, das nicht nach drei Monaten planmäßig zu Ende geht. Dadurch schnuppert man zwar in viele Branchen und Unternehmen mal rein, aber man hat halt nie eine Planungssicherheit.
"The whole problem with the world is that fools and fanatics are always so certain of themselves, but wiser people so full of doubts."

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DieTomate
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von DieTomate »

Rince81 hat geschrieben:
15. Sep 2020, 18:05
DieTomate hat geschrieben:
15. Sep 2020, 17:06
World Health Organization: Bad guy or fall guy?
potholer54
Kontext? Wer ist Potholer54?
Sorry, jetzt erst gelesen.
Ich nahm an, potholer sei etwas bekannter. Er ist wissenschaftlicher Journalist und gehört zu meinen liebsten Kanälen auf YouTube. In seinen Videos nimmt er immer Nachrichten, Behauptungen von z.B. Politikern, Falschmeldungen, usw. zu wissenschaftlichen Themen auseinander und vergleicht sie mit dem tatsächlichen wissenschaftlichen Konsens, immer informativ und sachlich.
Einen speziellen Kontext gibt es nicht. Ich dachte nur, es passt in diesen Thread. Da geht es darum, ob die WHO tatsächlich Fehler gemacht hat, und wenn ja, welche.

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Filusi
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Filusi »

Naja ich muss auch aus der eigenen Erfahrung heraus mitteilen, dass ich selbst bei extra bereitgestellten Personal nicht mehr wirklich sicher bin, ob da alles korrekt gemacht wird.

Da meine Partnerin Lehrerin ist, hat mich meine Hausärztin sicherheitshalber letzten Freitag zum Test geschickt (ich hatte da in der Nacht extrem starke Halsschmerzen, die sich mittlerweile in einen hartnäckigen Husten + Schnupfen + Kopfschmerzen gewandelt haben, aber nach ner Woche immer noch nicht besser werden).

Und dort hat man mit dem gleichen Stäbchen zuerst in beiden Backen und oberhalb der Zunge abgestrichen. Nicht ansatzweise hinten im Rachen.

Danach waren sie noch in der Nase und ließen mich in eine bestimmte Position kommen und ich musste in einer komischen Art ein und ausatmen. Zuerst sagten sie ich verkrampfe, dann ging es aber doch.

Dies dauerte dann 2-3 Sekunden und war zwar unangenehm. Aber schmerzhaft, so wie ich es immer gelesen oder gehört habe, war es nicht...

Aber gut, den Nasenabstrich kann ich nicht beurteilen, aber der zuvorige Halsabstrich war definitiv falsch.

Mein Ergebnis ist negativ.

Was mich nur etwas stutzig macht ist, dass wir hier im Kreis Nordhausen seit Wochen so gut wie durchgehend 0 Fälle haben.
Aber die Intensivbetten für Coronafälle im Vergleich zu anderen Kreisen drumherum immer eine etwas und zeitweise auch deutlich höhere Auslastung haben.

Das kann natürlich systematisch bedingt sein. Für mich als Nichtwissenden sieht es aber etwas komisch aus.

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Torgau
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Torgau »

Leonard Zelig hat geschrieben:
9. Okt 2020, 09:51

Die Studiengebühren muss man bei einem dualen Studium immer zurückzahlen, wenn man das Studium abbricht. Die 5 Jahre muss man glaube ich nur im Öffentlichen Dienst beschäftigt sein und nicht bei einem konkreten Dienstherren, aber das ist je nach Bundesland verschieden.

Nein, nicht die Studiengebühr.
Beim dualen Studium in der privaten Wirtschaft übernimmt der Arbeitgeber oft die Studiengebühr, die 400-700 EUR monatlich betragen kann. Und ja, solltest du abbrechen musst du sie erstatten.
Für das "Studium als Beamtenanwärter" (studieren tust du eigentlich ein Fachgebiet, Beamtenanwärter bist du) fällt keine Studiengebühr an. Du erhältst Anwärterbezüge, die du im Abbruchsfalls zurückerstatten musst weil sich der Vorgriff auf den späteren Beamten offensichtlich erledigt hat. Das ist ein deutlich höherer Betrag.
Die 5 Jahre muss man glaube ich nur im Öffentlichen Dienst beschäftigt sein und nicht bei einem konkreten Dienstherren, aber das ist je nach Bundesland verschieden.
Oh, das war vielleicht missverständlich. Ich meinte endgültiges ausscheiden aus dem Dienst. :)
Dadurch schnuppert man zwar in viele Branchen und Unternehmen mal rein, aber man hat halt nie eine Planungssicherheit.
Das verstehe ich absolut.
Ich glaube gerade jetzt in der Krise, ist Flexibilität ein Preis den man gern bereit ist für Stabilität in Kauf zu nehmen.
Wofür auch immer du dich entscheiden magst, ich wünsche gutes Gelingen!

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Axel
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Axel »

Andreas Gassen, Bundeschef der Kassenärzte, wirft dem RKI Alarmismus vor, stellt den Grenzwert von 50 Fällen pro 100.00 Einwohner in Frage und kritisiert zudem die neuen Regeln wie Beherbergungsverbot recht drastisch: https://www.mdr.de/nachrichten/politik/ ... n-100.html
„Kein Wunder also, dass wir uns den Debatten der Allgemeinheit anschließen und lieber darüber nachdenken, wer zu uns gehört und nicht, als gemeinsam über Lösungen zu streiten. Wer nicht für mich ist, ist gegen mich.“
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von ZiggyStardust »

Rince81 hat geschrieben:
7. Okt 2020, 22:27
Ich habe langfristig geplant meinen Job Ende August gekündigt in der festen Aussicht was anderes zu finden - der Jobmarkt ist zumindest in meinem Bereich - der nicht Corona relevant ist - leergefegt. Dumm gelaufen gerade... :|
Das dürfte aber die Ausnahme sein, dass Menschen inmitten einer Pandemie den Job kündigen. Aktuell hat nur jeder 200. Arbeitnehmer wegen Corona seinen Job verloren. Da stehen Länder wie die USA viel schlechter da.
Trotz Corona-Krise rechnet der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, nicht mit einer deutlichen Erhöhung der Arbeitslosigkeit. "Der Arbeitsmarkt übersteht die Pandemie erstaunlich gut", sagte er den Zeitungen der "Funke Mediengruppe" .

Bisher hätten 150.000 Menschen wegen Corona ihren Arbeitsplatz verloren. "Das ist für jeden Betroffenen schlimm, aber bei 33,5 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten kein Erdrutsch." So lange die Infektionszahlen nicht massiv hochschnellten, werde die Politik lokal intervenieren und nicht mehr flächendeckend. Das werde der Arbeitsmarkt aushalten, betonte Scheele. "Ein kompletter Lockdown wäre furchtbar, aber daran glauben wir nicht."
https://www.tagesschau.de/newsticker/li ... Tschechien

Leidtragende sind aktuell vor allem die Solo-Selbständigen, die kein Pendant zum Kurzarbeitergeld bekommen.

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XfrogX
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von XfrogX »

Axel hat geschrieben:
10. Okt 2020, 14:10
Andreas Gassen, Bundeschef der Kassenärzte, wirft dem RKI Alarmismus vor, stellt den Grenzwert von 50 Fällen pro 100.00 Einwohner in Frage und kritisiert zudem die neuen Regeln wie Beherbergungsverbot recht drastisch: https://www.mdr.de/nachrichten/politik/ ... n-100.html
Naja die Zahl von 50 heißt ja erstmal nur das man nun anfangen muss „etwas“ zu tun. Und das man lieber schnell und frühzeitig etwas tut als zu warten bis die Zahlen anfangen zu explodieren ist doch wohl sehr logisch.

Das mit dem beherberungsverbot halte ich auch für Quatsch, aber verstehe völlig woher er kommt.

Man muss etwas tun, und das hat man auf die kleinste Stelle abgewälzt, weil ja die großen Politiker sich aus der Schusslinie nehmen wollen. So nun haben diese kleinen Stellen aber das Problem das sie etwas ändern müssen, das am besten aber weder etwas ganz neues braucht noch das personal usw. stark belastet.

Dieses beherberungsverbot erfüllt genau das. Man gibt die Aufgabe einfach nochmal weiter, kein Ordnungsamt muss etwas kontrollieren, keine Polizei sich mit Leuten rum ärgern sondern man sagt einfach den Hotels ihr guckt wo die Leute her sind und wenn sie von xyz kommen, dann dürft ihr sie nicht aufnehmen. Und sollte halt was passieren gucken wir in euere Daten und bestrafen euch.

Eigentlich wäre die einzige wirkliche Maßnahme die es braucht, mehr Kontrollen der aha regeln, dafür braucht es aber vorallem eins, mehr Personal und das ist erstens nicht so leicht, und zweitens kostet es richtig Geld. Geld das von oben kommen müsste, statt das man ihnen nur die Aufgabe gibt verhindert Infektionen.

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