COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

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Alienloeffel
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Alienloeffel »

Es ist eben ein Kompromiss um Familien eine Möglichkeit zu geben und unnötiges reisen zu reduzieren. Es geht nicht jeder alleine campen, vor allem nicht nach Oktober.
Ob das etwas bringt wird sich zeigen.

Rince81
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Rince81 »

Der sagt aber inhaltlich nur in einem einzigen Punkt das selbe wie Gassen und argumentiert dabei aber völlig anderes...
Natürlich sind die 50 ein quasi willkürlicher Wert. Ob der nun richtig, zu hoch oder zu niedrig ist? Keine Ahnung, woher auch. Ich habe nicht mehr virologische Expertise als jeder andere normale Bundesbürger in 2020...

Du argumentierst immer mit den armen belasteten Familien - außer wenn die Politik bei Familien Ausnahmen macht um die nicht noch mehr zu belasten. Dann ist die Ausnahme DAS Argument gegen die Massnahme an sich... Finde ich jetzt nicht ganz so nachvollziehbar...
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Leonard Zelig
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Leonard Zelig »

Alienloeffel hat geschrieben:
12. Okt 2020, 07:16
Es ist eben ein Kompromiss um Familien eine Möglichkeit zu geben und unnötiges reisen zu reduzieren. Es geht nicht jeder alleine campen, vor allem nicht nach Oktober.
Ob das etwas bringt wird sich zeigen.
Aber man kann den Leuten doch nicht sagen "Bitte verreist in den Herbstferien nicht ins Ausland, sondern innerhalb Deutschlands" und dann mit einem Beherbergungsverbot vorbeikommen und die Menschen auf den Stornokosten sitzen lassen. Hotels waren bisher auch keine Hotspots oder Superspreader-Events. Selbst Karl Lauterbach ist dagegen und der hat sich ja bisher immer für härtere Maßnahmen stark gemacht. Den finanziell eh schon gebeutelten Hoteliers erweist man mit dieser Regelung einen Bärendienst.
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bluttrinker13
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von bluttrinker13 »

Leonard Zelig hat geschrieben:
12. Okt 2020, 10:42
Aber man kann den Leuten doch nicht sagen "Bitte verreist in den Herbstferien nicht ins Ausland, sondern innerhalb Deutschlands" und dann mit einem Beherbergungsverbot vorbeikommen und die Menschen auf den Stornokosten sitzen lassen. Hotels waren bisher auch keine Hotspots oder Superspreader-Events. Selbst Karl Lauterbach ist dagegen und der hat sich ja bisher immer für härtere Maßnahmen stark gemacht. Den finanziell eh schon gebeutelten Hoteliers erweist man mit dieser Regelung einen Bärendienst.
Exakt, das ist leider dann wieder eines dieser ambivalenten Signale, welche die Unsicherheit und das Misstrauen der Menschen bezüglich Politik und Konsistenz der Maßnahmen erhöhen, was sich wiederum an anderer Stelle, bei der es wirklich zählt, rächen kann.
(Edit: Ach so ja: https://www.tagesspiegel.de/berlin/behe ... 64694.html , ganz normales interpersonelles Misstrauen erhält dadurch natürlich auch wieder Vorschub. Die klassische Blockwartmentalität einiger (!) wird wieder befeuert. Freue mich schon auf nächstes Wochenende, wo ich dringend meinen Eltern (beide 70+) im Haushalt bei Schwerstarbeit helfen muss (geht nicht anders), und ich mit Berliner Kennzeichen nach Meck-Pomm fahre. Einen Freund von mir, der ebenfalls im Mai in der Heimat war (Beerdigung) hatte man aufmerksamerweise zum Kauf neuer Blinker und Scheinwerfer "angeregt")

Ich meine, mal unabhängig davon dass man sich ja eh gut überlegen sollte, dieses Jahr, ob man überhaupt noch in die Ferien fährt, aber auch die Einschränkung von lokaler Reisetätigkeit und Beherbergung an sich, als Faktor, ist in seiner Effektivität weder plausibel (solange wir nicht von Gruppenbusreisen sprechen, es geht ja eigentlich um Individualreisen von Kernfamilien), noch belegt (in den erwähnten Meta-Analysen, interessante Quelle mit Weg zu den Preprint-Papern mal hier: https://www.rbb24.de/panorama/thema/202 ... udien.html).

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Axel
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Axel »

Rince81 hat geschrieben:
12. Okt 2020, 08:30
Du argumentierst immer mit den armen belasteten Familien - außer wenn die Politik bei Familien Ausnahmen macht um die nicht noch mehr zu belasten. Dann ist die Ausnahme DAS Argument gegen die Massnahme an sich... Finde ich jetzt nicht ganz so nachvollziehbar...
Doch, ist es. Denn nicht das Reisen selbst ist doch das Problem. Wenn ich mit dem Auto zu einer Ferienwohnung ins Ländle fahre, dann steckt mich niemand an und auch ich kann tendenziell weniger Menschen anstecken. Anders sieht es aber aus, wenn ich zu ner Familienfeier fahre. Für eine Berliner Familie heißt das jetzt in den Herbstferien „Bitte verlassen Sie die Stadt nicht, gehen Sie nicht über die Stadtgrenze!“ - Das ist unverhältnismäßig! Infektionstreiber der letzten Wochen sind Feiern und große Familienzusammenkünfte. Das will man nicht anfassen, aber sich als Kernfamilie mal von der grauen Metropole erholen, das ist ganz gefährlich?

Damit leistet man den Verschwörungsheinis doch nur wieder Vorschub. Und was muss eigentlich passieren, damit auch Du und Alienloeffel diesen Staat mal hinterfragen? Ihr nickt ja wirklich ALLES ab was da kommt. :think:
„Kein Wunder also, dass wir uns den Debatten der Allgemeinheit anschließen und lieber darüber nachdenken, wer zu uns gehört und nicht, als gemeinsam über Lösungen zu streiten. Wer nicht für mich ist, ist gegen mich.“
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Rince81
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Rince81 »

Axel hat geschrieben:
12. Okt 2020, 11:47
Doch, ist es. Denn nicht das Reisen selbst ist doch das Problem. Wenn ich mit dem Auto zu einer Ferienwohnung ins Ländle fahre, dann steckt mich niemand an und auch ich kann tendenziell weniger Menschen anstecken. Anders sieht es aber aus, wenn ich zu ner Familienfeier fahre.
Ausnahmen vom generellen Beherbergungsverbot für Mitglieder der (Kern)familie sind aber etwas völlig anderes als Familienfeiern. hier in Mecklenburg war Stand Wochenende geplant, dass auch ein Besuch bei der Kernfamilie zwei Tests und eine Quarantäne und Meldung beim Gesundheitsamt erfordert hätte sofern man aus einem Risikogebiet kommt oder war. Das hat man Sonntag abend(!) noch gekippt. Das verstehe ich unter Ausnahmen für Familien. Nicht große Familienfeiern.
https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenb ... s3292.html
„Bitte verlassen Sie die Stadt nicht, gehen Sie nicht über die Stadtgrenze!“ - Das ist unverhältnismäßig! Infektionstreiber der letzten Wochen sind Feiern und große Familienzusammenkünfte. Das will man nicht anfassen, aber sich als Kernfamilie mal von der grauen Metropole erholen, das ist ganz gefährlich?
Verstehe ich dich richtig, dass du aktuell Familienfeiern und sowas verbieten würdest?
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Voigt
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Voigt »

Der Staat agiert nunmal gerade recht bedacht zur Corona Krise, klar gibt es immer paar Fehler, aber insgesamt agiert die BRD schon ganz gut. Und was du so kritisiert sehe ich beispielsweise auch nicht so als Problem.

Bei anderen Sachen wie Autorettung, Kohlerettung, BND Überwachung, Datenspeicherungsgesetz, Freihandelsabkommen mit USA gab es ja auch viel Kritik, und ver,ute auch fast von Rince and Alienloeffel, zumindest teile davon.

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Axel
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Axel »

Rince81 hat geschrieben:
12. Okt 2020, 12:08
Verstehe ich dich richtig, dass du aktuell Familienfeiern und sowas verbieten würdest?
Ich persönlich: Natürlich nicht!

Aber wenn ich als Regierung sehe: „Mist, diese Familienfeiern treiben uns die Zahlen richtig hoch.“ Dann muss man doch genau DAS ansprechen. Kann aber natürlich niemand kontrollieren in einem demokratischen Rechtsstaat.
Nur was man da eben nicht machen sollte: Tourismus zu verbieten. Tourismus hat ja mit Familienfeiern erstmal nichts zu tun. Stattdessen zieht man nur den Unmut der Leute auf sich. Versuche Dich doch mal in so eine Großstadtfamilie einzufühlen: Wochenlang wird in den Medien gesagt, fahrt nicht ins Ausland. Also plant man was im Inland. Als Eltern freut man sich auf die kleine Auszeit, die Kinder freuen sich auch endlich mal was anderes zu sehen als den eigenen Wohnblock. Und ein paar Tage vor den Ferien kommen jetzt dieselben Leute, die vorher noch wochenlang gesagt haben, dass im Inland Urlaub gemacht werden soll und sagen nun, dass man komplett zuhause bleiben soll?
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Rince81
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Rince81 »

Aber gerade diesen Großstadtfamilien muss auch schon seit Monaten klar gewesen sein was passiert, wenn der Schwellenwert überschritten wird und dies natürlich in den Städten zuerst passiert? Es kann ja nicht davon die Rede sein, dass vor Oktober keiner gewusst hat, dass Urlaub schwierig wird wenn man Risikogebiet werden sollte.
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Alienloeffel
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Alienloeffel »

Axel hat geschrieben:
12. Okt 2020, 11:47


Damit leistet man den Verschwörungsheinis doch nur wieder Vorschub. Und was muss eigentlich passieren, damit auch Du und Alienloeffel diesen Staat mal hinterfragen? Ihr nickt ja wirklich ALLES ab was da kommt. :think:
Das stimmt ja einfach nicht. Unsere Regierung und insbesondere die Konservativen halte ich auf sehr vielen Gebieten für völlig unbrauchbar, das kann man sicherlich in einigen Threads nachlesen.
Hier geht es aber ja um Corona Maßnahmen und die Einschätzung dieser. Klar wäre es hilfreich auch Familienfeiern erstmal zu unterbinden. Das wird man aber nicht machen um Ärger zu vermeiden. Ich sage ja nicht, dass ich das so teile, sondern, dass ich glaube zu verstehen warum man das gerade so macht.
Was ich einfach nicht mag, ist wenn ganz normale Leute in absoluten Worten vorzeichnen was angeblich wie passieren wird. Mir fehlt da einfach das Bewusstsein für das Nichtwissen und für die Strukturen von Erkenntnisgewinn und daher auch Maßnahmenänderungen. Und offen gesagt halte ich es für vermessen wenn man schnelle Reden schwingt so als wüsste man da mehr als die Fachleute. Mittlerweile sieht es danach aus als würde SarsCov2 deutlich länger auf Oberflächen überleben als angenommen. Das könnte sehr viele Konzepte mal eben nichtig machen, da dann die Schmierinfektion deutlich potenter wäre. Konnte man das vorher ahnen? Nein. Wird es wieder aufgebrachte Leute geben wenn man Maßnahmen aufgrund dessen verschärfen muss? Bestimmt. Da hilft es nicht wenn man rumläuft und den Untergang der Gesellschaft und Kultur als gesetztes Szenario bemüht.

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XfrogX
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von XfrogX »

Vielleicht ist schon euer Standpunkt schief?
Reisen sind keine superspreader Events, den vielleicht sind sie es ja nur nicht weil man sie quasi seit Beginn der Pandemie am wirkungsvollsten eingedämmt hat. Darüber mal nachgedacht. Familienfeiern sind halt das was man als Staat am wenigsten verhindern hat, und damit auch das was noch übrigbleibt.

Nun das Fass aufzumachen das alles was ja dank Begrenzungen aktuell klappt sollte man erleichtern, oder auch nur nicht verschärfen wenn die Zahlen steigen, könnte auch dazu führen das wir halt genau weitere Baustellen dazu bekommen. Und während Familienfeiern zumindest bei Einsicht eine gute Kontaktverfolgung, ein schnelles informieren usw. bieten wäre das gerade bei reisen ja ein großes Problem.

Und der Punkt ja manche fahren in ein Haus im Wald und verlassen diesen nicht mehr im Urlaub, bedeutet ja das wir jede Reise individuell betrachten müssen, wer soll diese Aufgabe übernehmen? Schon heute mangelt es an Kontrolle und Überwachung von so etwas leicht zu kontrollierenden wie die maskenpflicht.

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bluttrinker13
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von bluttrinker13 »

XfrogX hat geschrieben:
12. Okt 2020, 15:26
Vielleicht ist schon euer Standpunkt schief?
Reisen sind keine superspreader Events, den vielleicht sind sie es ja nur nicht weil man sie quasi seit Beginn der Pandemie am wirkungsvollsten eingedämmt hat. Darüber mal nachgedacht. Familienfeiern sind halt das was man als Staat am wenigsten verhindern hat, und damit auch das was noch übrigbleibt.

Nun das Fass aufzumachen das alles was ja dank Begrenzungen aktuell klappt sollte man erleichtern, oder auch nur nicht verschärfen wenn die Zahlen steigen, könnte auch dazu führen das wir halt genau weitere Baustellen dazu bekommen. Und während Familienfeiern zumindest bei Einsicht eine gute Kontaktverfolgung, ein schnelles informieren usw. bieten wäre das gerade bei reisen ja ein großes Problem.

Und der Punkt ja manche fahren in ein Haus im Wald und verlassen diesen nicht mehr im Urlaub, bedeutet ja das wir jede Reise individuell betrachten müssen, wer soll diese Aufgabe übernehmen? Schon heute mangelt es an Kontrolle und Überwachung von so etwas leicht zu kontrollierenden wie die maskenpflicht.
Ich bin nicht sicher, wen genau du damit jetzt angesprochen hast, aber keinen deiner Punkte würde ich teilen.

Reisen war eingeschränkt, aber nicht eingedämmt, insofern gab es da sehr wohl eine messbare Varianz die Effekte zeigen konnte, aber keine komplette "Nulllinie" des Faktors. Mecklenburger Seenplatte war ab Juli voll, Ostseeküste und -strände genauso. Trotzdem keinerlei superspreader-event, wie ein Kumpel der für die Kreisverwaltung Vorpommern Coronafälle beobachtet mir mit elaboierten Datendiagrammen bestätigen konnte. Gottseidank! Das sei dazugesagt. Ich sage ja nicht, dass das nicht auch hätte anders ausgehen können. Ich sage nur, natürlich gab es ab Juni de facto wieder viel Reisetätigkeit, auch ins Ausland, Portugal, Spanien, auch wenn da natürlich extrem reduziert im Gesamtumfang.

Zum Fass, man könnte genausogut dafür argumentieren dass mit solch einer politisierten, aber wenig evidenzbasierten Maßnahme jetzt ein Fass aufgemacht wird. Auch juristisch, bspw siehe hier: https://www.spiegel.de/politik/deutschl ... 1738018740#
Und hattest du das Beherbergunsverbot ein paar Seiten vorher nicht selber noch als eigentlich blödsinnig, aber eben politisch bequem bezeichnet, da man so einfach was macht und gleichzeitig Verantwortung effektiv "wegdelegiert"? Da treffen wir uns! :D
Und genau deshalb kann ich bei der "Maßnahme" auch nur mit den Augen rollen. Was mir immer Sorgen macht, sind nicht mal die Effekte der Maßnahme selbst (ich bin ja nicht im Hotelgewerbe), sondern eher so diesen ganzen Side-effects und Widerstandstendenzen welche das wieder mit sich zieht...

Das Familienfeiern und Hochzeiten besser kontrollierbar sein sollen, entspricht imo auch nicht der Faktenlage. Die Dinger welche hier in Neukölln das Ganze so richtig losgetreten haben wurden nicht nur zu spät gemeldet, sondern waren dann auch nicht mehr nachverfolgbar (O-Ton Gesundheitsamt). Darüber hinaus hast du hier eine Riesendunkelziffer, denn wer legt schon Listen aus und kontrolliert die auch noch, wenn er Geburtstag feiert? Die meisten gar nicht, würde ich sagen. War selbst auf drei solcher Veranstaltungen und habe das ab der zweiten schulterzuckend hingenommen. Hotels machen das, weil sie müssen. Insofern sind Privatfeiern, erst recht im kritischen Bereich von 30-100 ebenfalls eher toter Winkel. Meines Erachtens hier in Berlin auch genau das was treibt, weil das passt zum Wetter, und dem Wechsel auf indoor, und die damit einhergehende potenzierte Infektionsgefahr.

Das es an Kontrolle und Überwachung mangelt stimmt. Hier in B bekommst du ja, ohne die Polizei an den Rand des Kollaps zu bringen, nicht mal Sperrstunde oder Maskengebot auf Querdenken Demos durchgesetzt. Sehe aber nicht warum man (Individual-)Reisen da nun extra kontrollieren müsste, denn sind sie über die allgemeinen Systeme (Gastro/Hotel) erfolgt die Kontrolle durch deren Hygienmaßnahmen ja automatisch. Sind sie unter dem Radar, weil Datsche, oder Ferienhaus, hast du auch wieder kein superspreaderevent da das nur Kernfamilien bzw. Kleinstgruppen (überwiegend) betrifft.

Und noch mal - ich will hier nicht für freies Reiserecht nach Malle oder so streiten (obwohl mir als "Ossi" das freie Reisen schon echt wichtig ist - obgleich ich habe selbst meinen geplanten Fernurlaub dieses Jahr storniert), mir geht es um die Kurzsichtigkeit und Planlosigkeit dieser Art Maßnahmen, und das Porzellan (sprich Reaktanz, Widerstand, Vertrauen in staatl. Strukturen und Entscheidungen) das durch sowas eventuell zerdeppert wird.

Rince81
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Rince81 »

bluttrinker13 hat geschrieben:
12. Okt 2020, 18:06
Und noch mal - ich will hier nicht für freies Reiserecht nach Malle oder so streiten (obwohl mir als "Ossi" das freie Reisen schon echt wichtig ist - obgleich ich habe selbst meinen geplanten Fernurlaub dieses Jahr storniert), mir geht es um die Kurzsichtigkeit und Planlosigkeit dieser Art Maßnahmen, und das Porzellan (sprich Reaktanz, Widerstand, Vertrauen in staatl. Strukturen und Entscheidungen) das durch sowas eventuell zerdeppert wird.
Da bin ich sowas von bei dir...

Die Tönnies Geschichte war Ende Juni, damals wurde der Landkreis zum Risikogebiet und die innerdeutschen Urlaubsgebiete haben für Gütersloher dichtgemacht. War seinerzeit alles kein Problem seinerzeit.
https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenb ... s2512.html

Nun ist eben Berlin Risikogebiet und das ist auf einmal alles überraschend und neu und geht ja so mal gar nicht...
Das ist erstens albern und zweitens - was zum Geier hat man denn erwartet was im Herbst passieren wird als man die Kriterien festgelegt hat? Das die auch im Herbst und Winter nie gerissen werden? So doof das zu glauben kann doch keiner gewesen sein...
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XfrogX
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von XfrogX »

Ich versuche nur mehrere Perspektiven auf sowas zu werfen. Und ja rein nach meiner Meinung versucht man einfach am besten Regeln zu haben die nichts kosten und keinen Aufwand machen.

Und ich meinte z.b. das auf der Familienfeier im normal Fall niemand ist den man garnicht kennt und der damit falsche Angaben durch kommt. Wie zuletzt in Hamburg.
Klar sind bei 300 Leuten oder so dann die Gesundheitsämter überfordert alles von denen was nach der Feier noch an kontakten passierte nach zu vollziehen.

Aber es ist halt am Ende kaum zu verhindern das die Leute eine Feier machen, daheim mit der Familie. Wie willst du das verhindern, und irgendwas muss halt getan werden. Also versucht man das das die Kontakte nicht auch noch über ganz Deutschland nachvollzogen werden müssen.

Auch ist ja eher weniger davon auszugehen das die meisten Leute nun im Herbst ihren Urlaub vorallem im freien verbringen wie es halt im Sommer war. Mit auch im Sommer schon deutlich geringeren Besuchern in der gesamt Betrachtung.

Ich versuche halt schon nachzuvollziehen wieso man Entscheidungen trifft. Und damit finde ich schon Sachen die ich dann verstehe. Ich halte es deswegen nicht für gut, ab zumindest ich kann auch mit schlechten Entscheidungen dann besser umgehen.

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Axel
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Axel »

bluttrinker13 hat geschrieben:
12. Okt 2020, 18:06
mir geht es um die Kurzsichtigkeit und Planlosigkeit dieser Art Maßnahmen, und das Porzellan (sprich Reaktanz, Widerstand, Vertrauen in staatl. Strukturen und Entscheidungen) das durch sowas eventuell zerdeppert wird.
Das sehe ich auch in meiner Umgebung. Selbst die Leute, die noch vor 2, 3 Monaten die größten Befürworter von Einschränkungen usw. waren, fangen in letzter Zeit an das alles immer mehr zu hinterfragen. Und das ist ja auch ganz natürlich. Nach nem halben Jahr Dauerbeschallung kann man das alles auch echt nicht mehr hören. Jetzt zum Beispiel stimmt der Lehrerverband schonmal darauf ein, dass „Decken und Pullover im Winter zur Grundausstattung von Schülern gehören werden.“ Wo ich mir denke, was soll das alles?

Warum ist es denn nicht möglich mal die Gesellschaft auf so einer Pandemie anzupassen? Also mir will beispielsweise nicht in den Sinn, warum 2021 die großen Ferien im Sommer sein müssen, da wo die Infektionen am unwahrscheinlichsten sind. Lasst die Kinder in Januar und Februar zuhause, da wo es am gefährlichsten ist. Während man dann für Juli und August vielleicht Konzepte ausprobieren könnte, wie man Schule an der frischen Luft gestalten könnte. Also Ausflüge (KZ-Besuch, Museen, Botanischer Garten, etc.), Sport im Freien, pädagogische Rollenspiele wie man sie in Skandinavien ganz gerne macht, usw.

Was mir fehlt ist ein kreativer Umgang in der Gesellschaft mit der Pandemie. Stattdessen jetzt wieder immer neue Verordnungen und Politiker die tagtäglich drohen.
Alienloeffel hat geschrieben:
12. Okt 2020, 14:51
Was ich einfach nicht mag, ist wenn ganz normale Leute in absoluten Worten vorzeichnen was angeblich wie passieren wird.
Was für ein Unterschied macht es denn, wenn ich von meiner normalen Schreibe abweichen und diese mit zig Füllwörtern anreichere? Ich schreibe nunmal so, wie ich im Alltag auch spreche. Da werde ich mich in meinem Alter auch nicht mehr umgewöhnen. ;)
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Alienloeffel
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Alienloeffel »

Axel hat geschrieben:
12. Okt 2020, 20:30
Alienloeffel hat geschrieben:
12. Okt 2020, 14:51
Was ich einfach nicht mag, ist wenn ganz normale Leute in absoluten Worten vorzeichnen was angeblich wie passieren wird.
Was für ein Unterschied macht es denn, wenn ich von meiner normalen Schreibe abweichen und diese mit zig Füllwörtern anreichere? Ich schreibe nunmal so, wie ich im Alltag auch spreche. Da werde ich mich in meinem Alter auch nicht mehr umgewöhnen. ;)
Das verstehst du entweder falsch oder willst ablenken. Es geht nicht um die "normale Schreibe", sondern um die Absolutheit von Aussagen. Du weißt doch selbst wie oft du "und dann wird..." schreibst.
Schreibstil hat damit nichts zu tun.

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Axel
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Axel »

Heute abend ging es in der MDR-Talksendung „Fakt ist...“ übrigens um die Coronafolgen für die Kunst- und Eventbranche:
https://www.ardmediathek.de/mdr/video/f ... cwZDQyNjY/

Der CDU-Mann ist schon arg ins straucheln gekommen. Das zeigt aber auch, dass die Politik nicht mal Ansatzweise diesen Branche versteht und für Politiker Kultur höchsten nur Hochkultur bedeutet. Ansonsten eine sehr gute Runde und besonders alles was Dirk Wöhler gesagt hat bekommt meine vollste Zustimmung. Insbesondere seine Forderung, dass die Politik endlich dafür sorgen muss, dass die Menschen wieder Vertrauen aufbauen. Denn es bringt ja nix, wenn man sich mühevoll Angebote ausdenkt und die Leute kommen schlicht aus Angst nicht.

Übrigens war auch die die Runde letzte Woche teilweise sehr kritisch. Hier hat mir die Psychologin gefallen, die vor den psychologischen Folgen von Quarantänemaßnahmen gewarnt hat. Solche Stimmen hat man sonst in den Medien zu dem Thema sehr selten bis garnicht.

Allgemein scheint der MDR in seiner Berichterstattung sehr viel kritischer geworden zu sein als noch vor ein paar Wochen und Monaten. Gestern früh war sogar Prof. Bhakdi beim Inforadio von MDR aktuell zu hören. :D Nicht, dass ich dem Bhakdi in allem zustimme - eigentlich in nur wenigen Dinge . Es illustriert jedoch die Breite der Stimmen, die neuerdings im Programm vom MDR zu Wort kommen. Und das finde ich sehr positiv! Kann sich zum Beispiel die Tagesschau Redaktion in Hamburg mal paar Scheiben von abschneiden.
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Terranigma
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Terranigma »

Axel hat geschrieben:
12. Okt 2020, 20:30
Also mir will beispielsweise nicht in den Sinn, warum 2021 die großen Ferien im Sommer sein müssen, da wo die Infektionen am unwahrscheinlichsten sind. Lasst die Kinder in Januar und Februar zuhause, da wo es am gefährlichsten ist.
Unionspolitiker schlagen Verlängerung der Winterferien vor
Um eine Corona-Ausbreitung an Schulen zu verhindern, haben Unionspolitiker eine neue Idee: Man könne die Winterferien verlängern. Gekürzt werden könne dann im Sommer.
Zeit.de

Jemand hat zugehört. ;)


Dem Prinzip nach ist's aber ein erneuter Lockdown, denn ob die Sommerferien am Ende tatsächlich um vier Wochen gekürzt werden, das würde man erst Monate später im Sommer sehen. Auch die Eltern müssten dann eigentlich schon gestern dann den Urlaub für Januar/Februar beim Arbeitgeber eingereicht haben, um sich um ihre Kiddies kümmern zu können. Falls es in diese Richtung eine Entscheidung gibt, dann muss sie sehr bald kommen.
Wenn unser Geist leer ist, ist er für alles bereit. Im Anfänger-Geist liegen viele Möglichkeiten, in dem des Experten wenige.
Suzuki Shunryū​

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Axel
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Axel »

Terranigma hat geschrieben:
13. Okt 2020, 09:55
Dem Prinzip nach ist's aber ein erneuter Lockdown, denn ob die Sommerferien am Ende tatsächlich um vier Wochen gekürzt werden, das würde man erst Monate später im Sommer sehen. Auch die Eltern müssten dann eigentlich schon gestern dann den Urlaub für Januar/Februar beim Arbeitgeber eingereicht haben, um sich um ihre Kiddies kümmern zu können. Falls es in diese Richtung eine Entscheidung gibt, dann muss sie sehr bald kommen.
Warum Lockdown? Ich meine, auch sonst müssen Kinder in den zahlreichen Ferien ja betreut werden: Winterferien, Osterferien, Sommerferien, Herbstferien, Weihnachtsferien und was es übers Jahr nicht noch so alles gibt. Aber wenn jetzt die Winterferien 2-3 Wochen länger gehen, ist es plötzlich ein Problem? Zudem ich denke, dass normal entwickelte Schulkinder ab ca. 8 oder 9 Jahren sowieso allein sein können. Also wenn ich an meine Kindheit denke, da war das bei vielen gleichaltrigen Kindern in der Schule und der Nachbarschaft so, dass die in den Ferien meistens „sturmfrei“ hatten, weil halt die Mutter normal arbeiten gegangen ist. Ein wenig Selbstständigkeit sollte man doch in dem Alter erwarten dürfen, oder nicht? Wieso müssen Schulkinder denn rund um die Uhr überwacht werden?
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Andre Peschke
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Andre Peschke »

Axel hat geschrieben:
13. Okt 2020, 13:03
Ich meine, auch sonst müssen Kinder in den zahlreichen Ferien ja betreut werden: Winterferien, Osterferien, Sommerferien, Herbstferien, Weihnachtsferien und was es übers Jahr nicht noch so alles gibt.

[...]

Wieso müssen Schulkinder denn rund um die Uhr überwacht werden?
Es geht ja um die Kurzfristigkeit einer solchen Änderung. Da müssen die Arbeitgeber dann erstmal mitspielen. Und bzgl. Betreuung kann man nicht einfach sagen "ja, das geht bei anderen Kindern auch", wenn die Kinder nunmal bislang aber eben nicht auf eine solche Selbstständigkeit vorbereitet wurden. Zudem gelten die Schulferien AFAIK auch für sowas wie Sonderschulen, wo die Kinder vllt. eben Betreuung auf jeden Fall benötigen.

Andre

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