COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

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Terranigma
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Terranigma »

Axel hat geschrieben:
13. Okt 2020, 13:03
Warum Lockdown? Ich meine, auch sonst müssen Kinder in den zahlreichen Ferien ja betreut werden: Winterferien, Osterferien, Sommerferien, Herbstferien, Weihnachtsferien und was es übers Jahr nicht noch so alles gibt. Aber wenn jetzt die Winterferien 2-3 Wochen länger gehen, ist es plötzlich ein Problem?
Ja, weil die Eltern als Arbeitgeber ihre Ferienplanung mit dem Arbeitnehmer abklären müssen, und bisher niemand von der möglichen Verlängerung der Winterferien weiß. Das mag bei größeren Kindern kein Problem sein, wenn die Grundschulen aber für weitere 4 Wochen - heißt: etwa einen Monat - geschlossen sind, dann müssen die Eltern sich um ihr Kind kümmern. Normalerweise können Eltern für die Ferien ihre Urlaubstage nutzen, Überstunden abbauen, o.Ä. Am Anfang des neuen Jahres wird man aber wenig Überstunden haben, sondern muss nun ggf. direkt den Urlaub anmelden in einer Zeit, wo's eigentlich unüblich ist. Da hängt ein ganzer Rattenschwanz von Fragen dran. Verschiebt sich damit das ganze Schuljahr? Falls ja, finden auch die Abschlussprüfungen (Sekundarstufe 1/2) später statt - damit wiederum könnten die Schüler/innen aber die bisherigen Fristen für die Bewerbung bei Universitäten ggf. nicht einhalten, selbiges bzgl. der Bewerbung für einen Ausbildungsplatz.

Die Gesellschaft ist ziemlich getaktet, und insb. die Übergänge von der Schule zur Universität/Ausbildung zeitlich aufeinander abgestimmt. Natürlich kann man da Zeiten verschieben, aber dann muss man zeitgleich sehr viel verschieben. Das ist nicht so unkompliziert wie du's teilweise darstellst. Natürlich geht das alles: Aber man sollte nicht unterschätzen, wie viele Akteure da involviert sind und wie kompliziert so'n System ist.
Axel hat geschrieben:
13. Okt 2020, 13:03
Zudem ich denke, dass normal entwickelte Schulkinder ab ca. 8 oder 9 Jahren sowieso allein sein können.
Das Wort heißt "betreut", nicht "überwacht." Bei 9-Jährigen stimme ich dir ebenfalls zu, aber Kinder sind eben auch jünger als 9 Jahre und je nach Arbeitszeit kann dies auch bedeuten, dass das Kind seine Eltern zwischen Montag bis Freitag erst ab 17 Uhr wiedersieht. Das ist nicht ideal. Wie @Andre sagte gilt dies auch für Sonderschulen und ähnliche Einrichtungen, in denen die Kinder eben nicht relativ kurzfristig für eine längere Zeit alleine bleiben können. Sowas benötigt einen ausreichend Vorlauf. Ich denke, den hat man noch, sollte man diese Woche eine Entscheidung treffen. Ich hoffe aber ebenso, dass man hier nicht wieder kurzfristig etwas über's Knie bricht.


... das auch einmal ungeachtet dessen, was die ohnehin lädierte Tourismus-Branche davon hält, wenn die Sommerferien - die Zeit, wo sie eigentlich am meisten Umsatz machen - quasi ausfallen, während in den verlängerten Winterferien alle Zuhause sitzen. So oder so: Ich glaube nicht, dass der Vorschlag umgesetzt wird. Dann wiederum macht bzgl. der Schulpolitik ohnehin jedes Bundesland ihr eigenes Ding. Falls Bayern so vorgeht wäre ich nicht überrascht.
Wenn unser Geist leer ist, ist er für alles bereit. Im Anfänger-Geist liegen viele Möglichkeiten, in dem des Experten wenige.
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DickHorner
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von DickHorner »

Hä, was denn nun Axel. Erst denkt niemand an die Kinder, und jetzt sollen sich die Bälger Mal nicht so anstellen, weil: damals...?
Sechsjährige sind auch Schulkinder, Axel, und in dem Alter können die nicht für mehrere Wochen stundenlang alleine gelassen werden.
Das wüsstest Du, wenn Du Dich mehr mit dem Thema beschäftigt hättest als anekdotischem aus der eigenen Biografie und "kann denn nicht wenigstens einer auch Mal an die Kinder denken"-Statements.

https://www.youtube.com/watch?v=HHDKmASkSrc

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XfrogX
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von XfrogX »

Die Abstimmung dürfte für die älteren Schüler ein großes Problem sein, für die jüngeren die Betreuung. Für die Wirtschaft alles dazwischen.

Wenn man die Sommerferien um 3 Wochen kürzt reicht das ja nicht mehr, je nach Bundesland ist dann das eine noch nicht fertig und das nächste fängt quasi wieder an.

Und haben wir hier nicht gerade Familien treffen als Problem ausgemacht? Was wird wohl passieren? Die Leute bringen ihre Kinder zusammen und fahren diese dann nach der Arbeit wieder abholen. Am Ende müsste man schon lockdown ähnliche Regeln aufstellen.

Aber ich das könnte schon der Grund sein, man weiß das man sowas wieder brauchen wird, merkel rechnete ja schon vor das wir bis Ende des Jahres bei 19.000 neu infizierten an Tag sein könnten. Langsam kommen die ersten berichte das langsam Betten wieder voller werden. Was in den Ländern um uns passiert sieht man ja.

Da nun schon anzufangen lieber geplant die Schulen zu zu machen hört sich halt schöner an als es plötzlich beschließen zu müssen. Auch passend dazu das man vom 1. Quartal für Impfungen ausgeht. Also gleich mal betonen das man ja dann quasi den Endspurt hat, alle nochmal mit machen und dann gehts aufwärts.

Wie oft worde nun Erst gesagt es gibt keinen weiteren lockdown, dann ging man dazu über zu sagen das wir es vermeiden und nur regional einsetzt.

Man will es halt angenehmer formulieren und bisher waren die Maßnahmen selber ja in Deutschland auch relativ angenehm.

BigBB
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von BigBB »

Axel hat geschrieben:
13. Okt 2020, 13:03
Terranigma hat geschrieben:
13. Okt 2020, 09:55
Dem Prinzip nach ist's aber ein erneuter Lockdown, denn ob die Sommerferien am Ende tatsächlich um vier Wochen gekürzt werden, das würde man erst Monate später im Sommer sehen. Auch die Eltern müssten dann eigentlich schon gestern dann den Urlaub für Januar/Februar beim Arbeitgeber eingereicht haben, um sich um ihre Kiddies kümmern zu können. Falls es in diese Richtung eine Entscheidung gibt, dann muss sie sehr bald kommen.
Warum Lockdown? Ich meine, auch sonst müssen Kinder in den zahlreichen Ferien ja betreut werden: Winterferien, Osterferien, Sommerferien, Herbstferien, Weihnachtsferien und was es übers Jahr nicht noch so alles gibt. Aber wenn jetzt die Winterferien 2-3 Wochen länger gehen, ist es plötzlich ein Problem? Zudem ich denke, dass normal entwickelte Schulkinder ab ca. 8 oder 9 Jahren sowieso allein sein können. Also wenn ich an meine Kindheit denke, da war das bei vielen gleichaltrigen Kindern in der Schule und der Nachbarschaft so, dass die in den Ferien meistens „sturmfrei“ hatten, weil halt die Mutter normal arbeiten gegangen ist. Ein wenig Selbstständigkeit sollte man doch in dem Alter erwarten dürfen, oder nicht? Wieso müssen Schulkinder denn rund um die Uhr überwacht werden?

Hm, du hast keine Kinder gehe ich nach dem Post mal von aus. Und nein, es zählt nicht, wenn Bekannte Kinder haben.
Wirklich, glaub mir. Wir reden hier von was anderem. Ich als Vater kenne sehr gut den Unterschied zwischen "vor Kind" und "nach Kind".

Wir Eltern können nicht mal eben 2-3 Wochen länger Urlaub nehmen, planen, etc. Zumindest nicht so kurzfristig.

Und nein, ich würde mein Kind im Alter von 8-9 Jahren nicht den Tag über alleine lassen. Und mein Kind ist "normal" entwickelt.
Mein Sohn ist jetzt 12, da geht das schon. Aber nicht über Wochen. Gerne mal nen Tag oder 2, aber über nen längeren Zeitraum...eher nicht.

Kinder brauchen, mehr als man denkt, einen strukturierten Alltag und diverse Anleitungen. Deswegen war Corona Schulfrei echt blöd für die Kids.
Du glaubst gar nicht wie sehr die sich wieder auf die Schule und einen "normalen" Alltag gefreut hatten.

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Terranigma
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Terranigma »

BigBB hat geschrieben:
13. Okt 2020, 14:23
Du glaubst gar nicht wie sehr die sich wieder auf die Schule und einen "normalen" Alltag gefreut hatten.
Die Zeit nach dem Lockdown war das erste Mal in meiner kurzen Karriere, dass mir die Kiddies sagten, sie hätten die Schule vermisst. Spätestens da wusste ich, dass die Welt gerade Kopf steht.
Wenn unser Geist leer ist, ist er für alles bereit. Im Anfänger-Geist liegen viele Möglichkeiten, in dem des Experten wenige.
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BigBB
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von BigBB »

Terranigma hat geschrieben:
13. Okt 2020, 14:26
BigBB hat geschrieben:
13. Okt 2020, 14:23
Du glaubst gar nicht wie sehr die sich wieder auf die Schule und einen "normalen" Alltag gefreut hatten.
Die Zeit nach dem Lockdown war das erste Mal in meiner kurzen Karriere, dass mir die Kiddies sagten, sie hätten die Schule vermisst. Spätestens da wusste ich, dass die Welt gerade Kopf steht.
Ja, ich musste mir auch die Ohren putzen gehn. ^^

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Axel
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Axel »

Also fassen wir zusammen:
Es ist besser die Kinder mit dicken Pullis, Schals und Decken in der Schule sitzen zu lassen? Und so auch Erkältungen zu forcieren (inkl. Symptome natürlich, wer soll die dann von Corona-Symptomen unterscheiden?), weil man ja immer wieder lüften muss? Ist das wirklich die bessere Alternative? Und kann man da überhaupt vernünftig Unterricht gestalten? Ich könnte mir vorstellen, dass das ständige öffnen und schließen auch Unruhe in die Klassen bringt.

Zudem ich schlicht nicht glaube, wenn jetzt die Zahlen noch mehr hochgehen, dass die Schulen durchgehend geöffnet bleiben. Es wird IMO daher immer wieder zu Schulschließungen kommen. Dann müssen die Eltern ja auch Betreuung organisieren. Ich denke mir halt: Wenn man das jetzt direkt als Ferien beschließt, dann wäre noch Zeit sich drauf einzustellen als wenn es dann zum großen Chaos käme. Auch Virologen wie Drosten oder Schmidt-Chanasit haben sich bereits im August dafür ausgesprochen die Winterferien zu verlängern, sollten die Zahlen wieder steigen.
„Kein Wunder also, dass wir uns den Debatten der Allgemeinheit anschließen und lieber darüber nachdenken, wer zu uns gehört und nicht, als gemeinsam über Lösungen zu streiten. Wer nicht für mich ist, ist gegen mich.“
(Serdar Somuncu)

Voigt
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Voigt »

Warum sollte Lüften zu Erkältungen führen? Eher sollten auch Erkältungsviren damit von den Kindern wegbleiben.

Bin ja eh gespannt, die Grippewelle haben wir letzten Winter auch abgekürzt in paar Ländern mit frühen Anti-Covid Maßnahmen, falls die Maßnahmen jetzt auch weiterhin gut eingehalten werden, könnten wir deutlich weniger grippale Infekte und Erkältungen sehen.

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XfrogX
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von XfrogX »

Erkältung kommt nicht von Kälte. Wenn lüften usw irgendwas verändern dann das es weniger Infekte gibt.

Und ja man wird halt immer wieder lüften müssen und dann halt in der Zeit ne Jacke holen oder auch ne Decke. Aber Heizungen werden ja weiter laufen, und wären unsere Schulgebäude gut in Schuss wäre es dadurch auch zügig wieder warm.

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Andre Peschke
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Andre Peschke »

DickHorner hat geschrieben:
13. Okt 2020, 13:37
Das wüsstest Du, wenn Du Dich mehr mit dem Thema beschäftigt hättest als anekdotischem aus der eigenen Biografie und "kann denn nicht wenigstens einer auch Mal an die Kinder denken"-Statements.

https://www.youtube.com/watch?v=HHDKmASkSrc
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Andre

Rince81
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Rince81 »

Leonard Zelig hat geschrieben:
7. Okt 2020, 11:20
Rince81 hat geschrieben:
13. Sep 2020, 12:20
Leonard Zelig hat geschrieben:
22. Aug 2020, 19:41
Aktuelle Meldung von heute:

In Tschechien sind innerhalb von 24 Stunden 506 Corona-Neuinfektionen registriert worden. Das sei ein neuer Höchstwert, teilte das Gesundheitsministerium in Prag mit. Der bisherige Höchstwert hatte bei 377 gelegen und war am 27. März erreicht worden.

https://www.tagesschau.de/newsticker/li ... -infiziert

Umgerechnet auf die Bevölkerungszahl von Deutschland wären das 4000 Neuinfektionen, also doppelt so viele wie es tatsächlich sind.
Wie schnell das gehen kann. Tschechien hat jetzt fast eine Woche in Folge mehr als 1000 Neuinfektionen am Tag:
08.09.. 1162
09.09.: 1160
10.09.: 1382
11.09.: 1446
12.09.: 1541

Man hat da also mittlerweile absolut vergleichbare Infektionszahlen wie bei nur etwa 10 Millionen Einwohnern. Prag ist mittlerweile beim RKI als Risikogebiet gelistet.
07.10.2020
Die Behörden in Tschechien haben 4457 neue Infektionen mit dem Coronavirus binnen 24 Stunden gemeldet. Erstmals seit Ausbruch der Pandemie meldete das Land damit mehr als 4000 erfasste Fälle innerhalb eines Tages. Insgesamt hat Tschechien seit März 90.022 Infektionen gemeldet und 794 Todesfälle.
https://www.tagesschau.de/newsticker/li ... nach-China
14.10.2020
Die Tagesschau vermeldet mehr als 8000 Neuinfektionen in Tschechien. Die Schulen und Restaurants in dem Land sind erstmal wieder zu...
Ebenso stehen die Niederlande wieder vor einem teilweisen Lockdown wegen massiv ansteigenden Fallzahlen.
https://www.tagesschau.de/ausland/lockd ... e-101.html

Ist es Zufall, dass es ausgerechnet die beiden Nachbarländer so früh und heftig trifft, die im Sommer immer als Beispiel dafür herhalten durften, dass es auch ohne Masken gehen würde und die eh völlig sinnlos sind?
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nachtgiger
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von nachtgiger »

Rince81 hat geschrieben:
14. Okt 2020, 11:27
Leonard Zelig hat geschrieben:
7. Okt 2020, 11:20
Rince81 hat geschrieben:
13. Sep 2020, 12:20


Wie schnell das gehen kann. Tschechien hat jetzt fast eine Woche in Folge mehr als 1000 Neuinfektionen am Tag:
08.09.. 1162
09.09.: 1160
10.09.: 1382
11.09.: 1446
12.09.: 1541

Man hat da also mittlerweile absolut vergleichbare Infektionszahlen wie bei nur etwa 10 Millionen Einwohnern. Prag ist mittlerweile beim RKI als Risikogebiet gelistet.
07.10.2020
Die Behörden in Tschechien haben 4457 neue Infektionen mit dem Coronavirus binnen 24 Stunden gemeldet. Erstmals seit Ausbruch der Pandemie meldete das Land damit mehr als 4000 erfasste Fälle innerhalb eines Tages. Insgesamt hat Tschechien seit März 90.022 Infektionen gemeldet und 794 Todesfälle.
https://www.tagesschau.de/newsticker/li ... nach-China
14.10.2020
Die Tagesschau vermeldet mehr als 8000 Neuinfektionen in Tschechien. Die Schulen und Restaurants in dem Land sind erstmal wieder zu...
Ebenso stehen die Niederlande wieder vor einem teilweisen Lockdown wegen massiv ansteigenden Fallzahlen.
https://www.tagesschau.de/ausland/lockd ... e-101.html

Ist es Zufall, dass es ausgerechnet die beiden Nachbarländer so früh und heftig trifft, die im Sommer immer als Beispiel dafür herhalten durften, dass es auch ohne Masken gehen würde und die eh völlig sinnlos sind?
Ich war im August für ein Wochenende in Tschechien (ländlich) und da hat niemand auch nur einen Pfiff auf Masken gegeben. Ich denke, das belegt, dass der Kurs unserer Regierung doch nicht ganz so schlecht war und ist.

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Leonard Zelig
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Leonard Zelig »

Rince81 hat geschrieben:
14. Okt 2020, 11:27
14.10.2020
Die Tagesschau vermeldet mehr als 8000 Neuinfektionen in Tschechien. Die Schulen und Restaurants in dem Land sind erstmal wieder zu...
Ebenso stehen die Niederlande wieder vor einem teilweisen Lockdown wegen massiv ansteigenden Fallzahlen.
https://www.tagesschau.de/ausland/lockd ... e-101.html

Ist es Zufall, dass es ausgerechnet die beiden Nachbarländer so früh und heftig trifft, die im Sommer immer als Beispiel dafür herhalten durften, dass es auch ohne Masken gehen würde und die eh völlig sinnlos sind?
Außerdem widerlegt Tschechien auch die Hypothese, dass das Virus mutiert sei und nicht mehr so tödlich wäre wie noch im Frühjahr:
Seit März gab es insgesamt 129.747 Infektionen, die Zahl der Toten stieg auf 1106. Zu Monatsbeginn waren es noch 696 Todesfälle.
https://www.tagesschau.de/newsticker/li ... Tschechien
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Rince81 »

Leonard Zelig hat geschrieben:
14. Okt 2020, 12:52
Außerdem widerlegt Tschechien auch die Hypothese, dass das Virus mutiert sei und nicht mehr so tödlich wäre wie noch im Frühjahr:
Seit März gab es insgesamt 129.747 Infektionen, die Zahl der Toten stieg auf 1106. Zu Monatsbeginn waren es noch 696 Todesfälle.
https://www.tagesschau.de/newsticker/li ... Tschechien
Das RKI meldet heute 43 neue Todesfälle durch Corona in Deutschland - ein sprunghafter Anstieg - so sehr ist die Zahl seit Ende Mai nicht mehr gestiegen. Es handelt sich nicht um Nachmeldungen oder ähnliches:
Die 43 Verstorbenen sind nicht auf verzögerte Meldedaten der Gesundheitsämter oder andere Übermittlungsprobleme zurückzuführen. Dies bestätigte eine Sprecherin des Robert-Koch-Instituts auf WELT-Anfrage. Sie hat eine andere Erklärung: „Der Großteil dieser Fälle geht auf das gestiegene Infektionsgeschehen der letzten Wochen zurück – also auf die gestiegenen Fallzahlen, inzwischen auch wieder bei Älteren“, erklärte die Sprecherin. Es seien nur einzelne Fälle nachgemeldet worden, die Entwicklung der vergangenen Wochen sei mit den aktuellen Zahlen gut nachvollziehbar.
https://www.welt.de/politik/deutschland ... -sagt.html
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Andre Peschke »

https://www.spiegel.de/politik/deutschl ... 98b5311266

Quasi die bundesweite Coronaampel beschlossen. Das die Politik hier weiter scheinbar zäh ringen muss und Angie da dem Bericht nach eher semi-zufrieden rausgegangen ist, gekoppelt mit einem gefühlt auf ein schwieriges Maß errodierten Kooperationswillen in der Bevölkerung riecht sehr nach neuerlichem Lockdown in nicht allzu ferner Zukunft. Die richtige Winterzeit ist ja noch nichtmal eingezogen.

Man hat auch wenig Zuversicht, dass sie jetzt schon an entsprechend nötigen Hilfspaketen arbeiten... Ich hab da kein gutes Gefühl bei der Sache, aber das ist ja typisch Han Solo. ;)

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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von XfrogX »

Glaube wir können echt noch froh sein das die Frau merkel Kanzlerin ist. Da gibts in beiden großen Parteien kaum jemand dem ich ein besseres Management zusprechen würde.

Und die Ampel dürfte so schnell greifen das wohl schon bald über großen Flächen man handeln muss. Sowie auch die Aussage wenn in 10 Tagen die Zahlen weiter so wachsen wie nun. Jeder sollte Anfang des Jahres gelernt haben, was wir heute unternehmen wird frühestens in 10 Tagen sichtbar eher 14 Tage.

Glaube am Ende haben die klügeren die naiven machen lassen mit der Einschränkung das es fix Punkte gibt wo sie was tun müssen. Und diese worden so gesetzt das man kaum dran vorbei kommt zu handeln.

Aber gerade hab ich fast das Gefühl das es bis dahin schon zu spät ist. Den heute haben wir schon 6600 neue Infizierte, gestern waren es noch 5150.

Und irgendwie finde ich auch immer weniger Beruhigung darin das man sagt ja heute wird ja auch viel mehr getestet. Ja das stimmt. Aber im Frühjahr gab es auch noch viel mehr Regionen wo man sehr wenig Fälle hatte, da hätten mehr Tests auch nicht mehr gebracht, trotzdem war damals die Nachverfolgung schon an den Grenzen.

Das einzige was natürlich besser ist, Ärzte haben mehr Erfahrung wie man helfen kann womit die Krankenhäuser hoffentlich etwas mehr behandeln können und ich hoffe das bei den meisten auch mehr Masken usw. nun da sind.

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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Rince81 »

Wir testen seit einigen Wochen nicht mehr. Die Zahl der Tests ist ziemlich konstant, die absoluten Treffer und damit die Positivrate steigt. Da ist also nix zum beruhigen.

Und was die Kanzlerin angeht, ich habe sie oder ihre Partei nie gewählt und würde es auch nie tun. Ich bedauere trotzdem jetzt schon, dass sie nicht wieder antritt, sie macht nämlich imho einen verdammt guten Job und keiner ihrer potenziellen Nachfolger hat auch nur im Ansatz ihr Format und ich hätte vor ein paar Jahren nicht im Traum gedacht, dass ich das je einmal über sie denken würde...
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Andre Peschke »

XfrogX hat geschrieben:
15. Okt 2020, 06:26
Glaube wir können echt noch froh sein das die Frau merkel Kanzlerin ist. Da gibts in beiden großen Parteien kaum jemand dem ich ein besseres Management zusprechen würde.
Ja, das hab ich ja von Anfang an auch schon gesagt. Ich fand Merkel nie wirklich schlimm und ich glaube, dass wir so in 20 Jahren sehr, sehr positiv auf sie zurückblicken werden. Aber gerade in dieser Krise ist sie exakt die richtige Frau am richtigen Fleck zur rechten Zeit. Deswegen stimmt es mich auch immer eher pessimistisch wenn es so scheint, als hätte sie sich nicht ganz durchsetzen können.
Rince81 hat geschrieben:
15. Okt 2020, 08:18
Wir testen seit einigen Wochen nicht mehr. Die Zahl der Tests ist ziemlich konstant, die absoluten Treffer und damit die Positivrate steigt. Da ist also nix zum beruhigen.
Laut Drosten in seinem Podcast werden die für Tests nötigen Basis-Substanzen knapp. Mehr Tests sind daher auf absehbare Zeit nicht machbar (evtl mit Ausnahme der Antigen-Schnelltests, glaube das bezog sich nur auf die PCR-Tests). AFAIK gehen wir daher gerade sogar eher wieder zurück auf das alte System: "keine Symptome, kein Test".

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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Rince81 »

Würderde das dann aber nicht auch bedeuten, dass man Kontaktpersonen die man bisher getestet hat erstmal wieder pauschal in Quarantäne schicken müsste - wie schon im Frühjahr.?

Soviel dann aber zum Thema Prophylaxtische Test für Urlauber damit die überhaupt erst wegfahren können und das wir locker 10.000 Fälle pro Tag verkraften würden...
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Alienloeffel
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Alienloeffel »

Andre Peschke hat geschrieben:
15. Okt 2020, 09:48
XfrogX hat geschrieben:
15. Okt 2020, 06:26
Glaube wir können echt noch froh sein das die Frau merkel Kanzlerin ist. Da gibts in beiden großen Parteien kaum jemand dem ich ein besseres Management zusprechen würde.
Ja, das hab ich ja von Anfang an auch schon gesagt. Ich fand Merkel nie wirklich schlimm und ich glaube, dass wir so in 20 Jahren sehr, sehr positiv auf sie zurückblicken werden. Aber gerade in dieser Krise ist sie exakt die richtige Frau am richtigen Fleck zur rechten Zeit. Deswegen stimmt es mich auch immer eher pessimistisch wenn es so scheint, als hätte sie sich nicht ganz durchsetzen können.
In der aktuellen lage stimme ich da zu. Wenn es aber um Zukunftsperspektiven geht und das Rückblicken auf ihre Kanzlerschaft glaube ich das nicht. Merkel war nie besonders zukunftsorientiert und hat nie eine wirkliche Vision für die Zukunft erkennen lassen. Das merkt man insbesondere in der digitalen Infrastruktur, Bildungspolitik und Klimaschutz-Politik. Am Ende ist sie eben doch Konservative.
Trotz allem halte ich ihr Krisenmanagement für gut und ich würde deutlich Schlechteres von allen etwaigen Nachfolgern aus Union oder SPD erwarten.
Andre Peschke hat geschrieben:
15. Okt 2020, 09:48
Rince81 hat geschrieben:
15. Okt 2020, 08:18
Wir testen seit einigen Wochen nicht mehr. Die Zahl der Tests ist ziemlich konstant, die absoluten Treffer und damit die Positivrate steigt. Da ist also nix zum beruhigen.
Laut Drosten in seinem Podcast werden die für Tests nötigen Basis-Substanzen knapp. Mehr Tests sind daher auf absehbare Zeit nicht machbar (evtl mit Ausnahme der Antigen-Schnelltests, glaube das bezog sich nur auf die PCR-Tests). AFAIK gehen wir daher gerade sogar eher wieder zurück auf das alte System: "keine Symptome, kein Test".

Andre
Ist das in dem letztn Podcast? Ich wollte da immer mal reinhören. Dass Reagenzien für PCRs knapp werden klingt kurios, das wird an vielen Stellen in quasi allen molekularbiologischen Bereichen täglich gebraucht und nichts ist da besonders teuer oder schwer herzustellen (Ja gut, wenn man die fancy Polymerasen (Enzym das die Vermehrung der anvisierten Sequenz vornimmt) nimmt wirds teuer). Zumindest hatten wir auch die letzten Tage keinerlei Probleme an neue Reagenzien zu kommen.

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