COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Wenn es nicht um Spiele und / oder den Podcast geht, dann stehen die Chancen gut, dass dein Thema hier richtig ist.
WARNUNG: Gerade bei Politik & Co. geht's gerne hoch her. Auch hier gelten die Benimmregeln. Behandelt andere Foren-User immer mit Respekt, selbst wenn ihr deren Meinung nicht respektieren könnt!
Forumsregeln
Datenschutzerklärung: https://www.gamespodcast.de/datenschutzerklaerung/
Impressum: https://www.gamespodcast.de/impressum/

Forenregeln und zukünftige Weltverfassung
ART 1: Behandle andere Nutzer mit Respekt.
ART 2: Do NOT piss off the Podcasters

Lies bitte weitere Hinweise hier: viewtopic.php?f=4&t=2789
Benutzeravatar
Feamorn
Beiträge: 1260
Registriert: 20. Mai 2017, 23:12
Wohnort: Bergisch Gladbach

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Feamorn »

Alienloeffel hat geschrieben:
15. Okt 2020, 09:56
Andre Peschke hat geschrieben:
15. Okt 2020, 09:48
Rince81 hat geschrieben:
15. Okt 2020, 08:18
Wir testen seit einigen Wochen nicht mehr. Die Zahl der Tests ist ziemlich konstant, die absoluten Treffer und damit die Positivrate steigt. Da ist also nix zum beruhigen.
Laut Drosten in seinem Podcast werden die für Tests nötigen Basis-Substanzen knapp. Mehr Tests sind daher auf absehbare Zeit nicht machbar (evtl mit Ausnahme der Antigen-Schnelltests, glaube das bezog sich nur auf die PCR-Tests). AFAIK gehen wir daher gerade sogar eher wieder zurück auf das alte System: "keine Symptome, kein Test".

Andre
Ist das in dem letztn Podcast? Ich wollte da immer mal reinhören. Dass Reagenzien für PCRs knapp werden klingt kurios, das wird an vielen Stellen in quasi allen molekularbiologischen Bereichen täglich gebraucht und nichts ist da besonders teuer oder schwer herzustellen (Ja gut, wenn man die fancy Polymerasen (Enzym das die Vermehrung der anvisierten Sequenz vornimmt) nimmt wirds teuer). Zumindest hatten wir auch die letzten Tage keinerlei Probleme an neue Reagenzien zu kommen.
Also das mit den knappen Reagenzien hatte ich vor einigen Tagen auch schonmal gehört bei Twitter. Ist natürlich keine gute Quelle, aber jetzt nicht völlig neu. Bin mal gespannt, was da am Ende wirklich dran ist.

Benutzeravatar
Alienloeffel
Beiträge: 1392
Registriert: 9. Feb 2017, 14:35

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Alienloeffel »

Feamorn hat geschrieben:
15. Okt 2020, 10:03
Alienloeffel hat geschrieben:
15. Okt 2020, 09:56
Andre Peschke hat geschrieben:
15. Okt 2020, 09:48


Laut Drosten in seinem Podcast werden die für Tests nötigen Basis-Substanzen knapp. Mehr Tests sind daher auf absehbare Zeit nicht machbar (evtl mit Ausnahme der Antigen-Schnelltests, glaube das bezog sich nur auf die PCR-Tests). AFAIK gehen wir daher gerade sogar eher wieder zurück auf das alte System: "keine Symptome, kein Test".

Andre
Ist das in dem letztn Podcast? Ich wollte da immer mal reinhören. Dass Reagenzien für PCRs knapp werden klingt kurios, das wird an vielen Stellen in quasi allen molekularbiologischen Bereichen täglich gebraucht und nichts ist da besonders teuer oder schwer herzustellen (Ja gut, wenn man die fancy Polymerasen (Enzym das die Vermehrung der anvisierten Sequenz vornimmt) nimmt wirds teuer). Zumindest hatten wir auch die letzten Tage keinerlei Probleme an neue Reagenzien zu kommen.
Also das mit den knappen Reagenzien hatte ich vor einigen Tagen auch schonmal gehört bei Twitter. Ist natürlich keine gute Quelle, aber jetzt nicht völlig neu. Bin mal gespannt, was da am Ende wirklich dran ist.

klar, nicht unmöglich, ich würde aber erwarten das die Engpässe da eher beim Personal und der verfügbaren Reaktionen pro Zeiteinheit auftreten. Thermocycler anschaffen und Leute die das zusammenpipettieren kann man weniger schnell ranholen als neuen Puffer. Das wird vermutlich etwas knapper einfach weil es saison bedingt mehr anderweitige Tests auf verschiedenstes gibt.
Aber das ist natürlich nur meine subjektive Wahrnehmung zur Lage und unsere Bestellmengen sind mit großer Wahrscheinlichkeit deutlich kleiner als zb die von Krankenhäusern etc.

Benutzeravatar
Andre Peschke
Beiträge: 6188
Registriert: 9. Jan 2016, 16:16
Kontaktdaten:

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Andre Peschke »

Alienloeffel hat geschrieben:
15. Okt 2020, 09:56
Ist das in dem letztn Podcast? Ich wollte da immer mal reinhören. Dass Reagenzien für PCRs knapp werden klingt kurios, das wird an vielen Stellen in quasi allen molekularbiologischen Bereichen täglich gebraucht und nichts ist da besonders teuer oder schwer herzustellen (Ja gut, wenn man die fancy Polymerasen (Enzym das die Vermehrung der anvisierten Sequenz vornimmt) nimmt wirds teuer). Zumindest hatten wir auch die letzten Tage keinerlei Probleme an neue Reagenzien zu kommen.
Ja, war in der aktuellen Folge.

Andre

Benutzeravatar
Axel
Beiträge: 2583
Registriert: 1. Jul 2018, 20:43

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Axel »

Die Gerichte kassieren gerade die Beherbergungsverbote. Heute Mittag Baden-Württemberg, eben Niedersachsen. Sachsen hat heute schon von sich aus das Verbot aufgehoben und besonders Michael Kretschmer und Petra Köpping, die das schon länger kritisierten, fühlen sich nun bestätigt.

Gestern abend gab es noch eine sehr kritische Phoenix Runde: https://www.youtube.com/watch?v=0H5fXC2-iAg
Darin hat auch die Vorsitzende des europäischen Ethikrates, Christiane Woopen, den derzeitigen Kurs sehr kritisiert. Dass es eben nicht mehr reicht seitens der Politiker auf Emotionen und Appelle zu setzen. Sondern das nun Maßnahmen mit nachvollziehbaren Argumenten verargumentiert werden müssen.
„Kein Wunder also, dass wir uns den Debatten der Allgemeinheit anschließen und lieber darüber nachdenken, wer zu uns gehört und nicht, als gemeinsam über Lösungen zu streiten. Wer nicht für mich ist, ist gegen mich.“
(Serdar Somuncu)

Rince81
Beiträge: 3568
Registriert: 21. Dez 2015, 04:30

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Rince81 »

Was das Beherberungsverbot angeht. Was ist eigentlich so unglaublich schwer daran sich mal hinzusetzen, tief durchzuatmen, sich die aktuellen Nachrichten aus Deutschland und Europa anzusehen, die Lageeinschätzung des RKI anzuschauen, mal auf die aktuellen Zahlen anzusehen und zu realisieren, dass Kontakte vermeiden tatsächlich heißt, dass in den Herbsturlaub zu fahren eine dumme Idee und kontraproduktiv ist.
Wir bewegen uns, sofern wir das Ding jetzt nicht rumgerissen bekommen tatsächlich auf einen zweiten Lockdown zu und dann ist das Gejammer richtig groß.
Die ganzen Ge- und Verbote aus der Politik sind ja nur nötig, weil Otto Bundesbürger anscheinend nicht in der Lage ist, sich auch nur ein Jota einzuschränken wenn ihm nicht explizit die entsprechenden Aktivitäten verboten werden...
Die "Gesendet von meinem HTC11 Life mit Tapatalk"-Signatur

Rince81
Beiträge: 3568
Registriert: 21. Dez 2015, 04:30

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Rince81 »

Feamorn hat geschrieben:
15. Okt 2020, 10:03
Also das mit den knappen Reagenzien hatte ich vor einigen Tagen auch schonmal gehört bei Twitter. Ist natürlich keine gute Quelle, aber jetzt nicht völlig neu. Bin mal gespannt, was da am Ende wirklich dran ist.
Der NDR berichtet, dass auch Pipettenspitzen und Röhrchen knapp werden und die Industrie mit dem produzieren nicht hinterherkommt.
Die "Gesendet von meinem HTC11 Life mit Tapatalk"-Signatur

Benutzeravatar
Axel
Beiträge: 2583
Registriert: 1. Jul 2018, 20:43

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Axel »

Rince81, wie sieht eigentlich Deine persönliche Wohnsituation aus? Nur so zum Verständnis.
„Kein Wunder also, dass wir uns den Debatten der Allgemeinheit anschließen und lieber darüber nachdenken, wer zu uns gehört und nicht, als gemeinsam über Lösungen zu streiten. Wer nicht für mich ist, ist gegen mich.“
(Serdar Somuncu)

Benutzeravatar
DickHorner
Beiträge: 818
Registriert: 30. Aug 2018, 10:26

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von DickHorner »

Die Wohnsituation von Rince würde doch nur eine Rolle spielen, wenn Du seine Äußerungen relativieren wollen würdest, oder?

Rince81
Beiträge: 3568
Registriert: 21. Dez 2015, 04:30

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Rince81 »

Axel hat geschrieben:
15. Okt 2020, 19:45
Rince81, wie sieht eigentlich Deine persönliche Wohnsituation aus? Nur so zum Verständnis.
18 Jahre lang eine knapp 24 qm² Einraumwohnung mit der Küchenzeile im Wohnzimmer. Lock-In-Effekt sei Dank. Seit September wieder bei meinen Eltern da auf Jobsuche. :ugly: Und nun?
Die "Gesendet von meinem HTC11 Life mit Tapatalk"-Signatur

Benutzeravatar
Axel
Beiträge: 2583
Registriert: 1. Jul 2018, 20:43

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Axel »

Rince81 hat geschrieben:
15. Okt 2020, 20:27
Axel hat geschrieben:
15. Okt 2020, 19:45
Rince81, wie sieht eigentlich Deine persönliche Wohnsituation aus? Nur so zum Verständnis.
18 Jahre lang eine knapp 24 qm² Einraumwohnung mit der Küchenzeile im Wohnzimmer. Lock-In-Effekt sei Dank. Seit September wieder bei meinen Eltern da auf Jobsuche. :ugly: Und nun?
Erfahrungswerte in „sozialen“ Netzwerken. Gerne kommen nämlich solche extremistischen Aussagen wie von Dir von Leuten, die auf ihren Profilen wie selbstverständlich Fotos posten, wie sie in ihrem Vorgarten arbeiten oder Fotos aus ihrem Eigentumshaus, u.ä. Die können sich nicht mal vorstellen wie es für ne Familie im Plattenbau sich anfühlt, am besten noch wenn zwei Kinder sich ein Zimmer teilen müssen. Die sind froh, wenn sie mal die Chance haben sich in eine günstige Unterkunft für ein paar Tage im Land einzumieten und auszuspannen. Umgekehrt gilt das für Menschen im Dorf, dass die eben auch mal das Bedürfnis haben mal 2, 3 Tage in die Stadt zu gehen um mal was anderes zu sehen. Und wenn man dann selbst sehr privilegiert ist, weil man sich ein Eigenheim am Stadtrand gebaut hat, dann lässt es sich immer leicht in die Tastatur hauen und die eigene Moral raushängen zu lassen.

Wie ich immer sage: Gesundheitliche Schäden entstehen eben nicht nur durch Corona, sondern auch sowas wie Isolation oder das Gefühl eingesperrt zu sein. Und das können ebenfalls sehr langfristigen Schäden nach sich ziehen. Gab zuletzt erst eine Studie, dass die Depressionen massiv zugenommen haben. Was ich ja auch zu Anfang der Pandemie angenommen habe.
https://www.ndr.de/nachrichten/niedersa ... en114.html

Hier noch ein guter Artikel zu den psychischen Folgen von Corona. Im wesentlichen das was ich hier schon vor Monaten beschrieben hatte, aber mir wurde das ja immer als „übertrieben“ ausgelegt. ;)
https://www.helios-gesundheit.de/magazi ... epression/

Und wenn jetzt Leute wie der Söder von nem zweiten Lockdown schwadronieren, wenn Menschen die schlicht nicht mehr können in sozialen Medien aggressivst angegangen werden, dann verstärkt das die psychischen Langzeitfolgen nur. Dann reden wir nicht nur über Depressionen, sondern auch Angststörungen, Suizidgedanken, generellen Vertrauensverlust, usw. Und das werden die gesellschaftlichen Probleme nach Corona. Und ich habe nicht den Eindruck, wenn man sich Sprache und Kommunikation von Teilen der Gesellschaft und vielen Politiker anschaut, dass das die Mehrheit auf dem Schirm hat.

Und dazu gehören auch Forderungen wie „Bleibt einfach zu hause.“ Dabei gehört gerade ein Tapetenwechsel für ein paar Tage zu den effektivsten Mitteln mal aufzutanken, sich mal zu entspannen und nahende depressive Episoden vorzubeugen. Im wesentlichen ist der Urlaub nicht einfach nur Spaß, sondern vor allem Gesundheitsschutz.
„Kein Wunder also, dass wir uns den Debatten der Allgemeinheit anschließen und lieber darüber nachdenken, wer zu uns gehört und nicht, als gemeinsam über Lösungen zu streiten. Wer nicht für mich ist, ist gegen mich.“
(Serdar Somuncu)

Benutzeravatar
bluttrinker13
Beiträge: 2785
Registriert: 4. Jun 2016, 22:44

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von bluttrinker13 »

Axel hat geschrieben:
15. Okt 2020, 21:14
Erfahrungswerte in „sozialen“ Netzwerken. Gerne kommen nämlich solche extremistischen Aussagen wie von Dir von Leuten, die auf ihren Profilen wie selbstverständlich Fotos posten, wie sie in ihrem Vorgarten arbeiten oder Fotos aus ihrem Eigentumshaus, u.ä. Die können sich nicht mal vorstellen wie es für ne Familie im Plattenbau sich anfühlt, am besten noch wenn zwei Kinder sich ein Zimmer teilen müssen. Die sind froh, wenn sie mal die Chance haben sich in eine günstige Unterkunft für ein paar Tage im Land einzumieten und auszuspannen. Umgekehrt gilt das für Menschen im Dorf, dass die eben auch mal das Bedürfnis haben mal 2, 3 Tage in die Stadt zu gehen um mal was anderes zu sehen. Und wenn man dann selbst sehr privilegiert ist, weil man sich ein Eigenheim am Stadtrand gebaut hat, dann lässt es sich immer leicht in die Tastatur hauen und die eigene Moral raushängen zu lassen.

...
Sag mal Axel, ich glaube es hakt.
Da fragst du schon nach einem recht intimen Detail, und Rince beantwortet es auch noch freimütig, und dann gehst du nicht mal im Ansatz darauf ein, wohl auch weil du mit deiner Annahme danebenlagst (was, im übrigen, jedem passieren kann) und schreibst einfach was völlig anderes weiter, anstatt dich bspw wenigstens mal für die Offenheit die dir entgegengebracht wurde zu bedanken? Das emfinde ich als einen ungemeinen Mangel an kommunikativer Wertschätzung, unabhängig davon, ob du Rince und seine "extremistischen" Aussagen nun magst oder nicht.

Ich finde: bitte mal hier kurz die Bremse ziehen, nen Schritt zurücktreten und dir euren letzten Austausch mal ganz wertfrei und in Ruhe anschauen, und dann überlegen, ob das nicht vielleicht besser laufen könnte.

Rince81
Beiträge: 3568
Registriert: 21. Dez 2015, 04:30

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Rince81 »

Axel hat geschrieben:
15. Okt 2020, 21:14
Erfahrungswerte in „sozialen“ Netzwerken. Gerne kommen nämlich solche extremistischen Aussagen wie von Dir von Leuten, die auf ihren Profilen wie selbstverständlich Fotos posten, wie sie in ihrem Vorgarten arbeiten oder Fotos aus ihrem Eigentumshaus, u.ä.
Das betrifft mich nun wie?

Und Söder schwadroniert nicht von einem zweiten Lockdown - der ist gerade greifbar nah. Noch ein paar Wochen so weiter wie bisher und wir sind wieder soweit. Unsere Nachbarländer sind gerade wieder bei den Fallzahlen angelangt die massive Einschränkungen, wie Schulschließungen und weitgehendes Runterfahren des öffentlichen Lebens unvermeidlich machen, die Tschechen machen das gerade ganz sicher nicht aus Jux. Wir haben - wieder mal durch viel Glück und härtere Coronaregeln über den Sommer wie schon im Frühjahr wieder ein paar Wochen Vorsprung - und beschweren uns darüber, dass in den Urlaub fahren nicht ohne Komplikationen klappt. Während gleichzeitig Krankenhäuser und Pflegeheime ihre Besuchsregeln wieder massiv verschärfen und wir offensichtlich am Rande der Testkapazität sind... Das ist völlig irre. Ein weitgehender Verzicht auf den Herbsturlaub und ein paar Freizeitaktivitäten ermöglicht es vielleicht die Schulen ein paar Wochen länger aufzuhalten - nein, man muss unbedingt an die Ostsee oder in die Berge oder zur großen Familienfeier - nach uns die zweite Welle.
Es geht nicht darum Leute in ihren Wohnungen einzusperren - es geht darum durch ein paar kollektive Einschränkungen jedes Einzelnen den ganz großen Hammer zu vermeiden. Das ist anscheinend in diesem Land im Herbst 2020 nicht mehr möglich...
Die "Gesendet von meinem HTC11 Life mit Tapatalk"-Signatur

Benutzeravatar
Wudan
Beiträge: 1032
Registriert: 26. Dez 2015, 21:16
Kontaktdaten:

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Wudan »

Axel hat geschrieben:
15. Okt 2020, 21:14
Erfahrungswerte in „sozialen“ Netzwerken. Gerne kommen nämlich solche extremistischen Aussagen wie von Dir von Leuten, die auf ihren Profilen wie selbstverständlich Fotos posten, wie sie in ihrem Vorgarten arbeiten oder Fotos aus ihrem Eigentumshaus, u.ä. Die können sich nicht mal vorstellen wie es für ne Familie im Plattenbau sich anfühlt, am besten noch wenn zwei Kinder sich ein Zimmer teilen müssen. Die sind froh, wenn sie mal die Chance haben sich in eine günstige Unterkunft für ein paar Tage im Land einzumieten und auszuspannen. Umgekehrt gilt das für Menschen im Dorf, dass die eben auch mal das Bedürfnis haben mal 2, 3 Tage in die Stadt zu gehen um mal was anderes zu sehen. Und wenn man dann selbst sehr privilegiert ist, weil man sich ein Eigenheim am Stadtrand gebaut hat, dann lässt es sich immer leicht in die Tastatur hauen und die eigene Moral raushängen zu lassen.

Wie ich immer sage: Gesundheitliche Schäden entstehen eben nicht nur durch Corona, sondern auch sowas wie Isolation oder das Gefühl eingesperrt zu sein.
Die Leute werden nicht in Hundezwingern eingesperrt, sie werden angehalten nicht in den Urlaub zu fahren. Mir geht dieses Gejammer der Deutschen über absolute "first world problems" langsam richtig auf den Senkel. Es hat den Anschein dass die schlimmsten Probleme und Sorgen der Deutschen sind ob und wo sie ihren Erholungsurlaub verbringen können und das ja genug Klopapier im Haus ist. Es gibt sehr viele Leute auf der Welt die können nie in den Urlaub fahren. Und bringen die sich alle um? Und weisst du wer in Deutschland meistens am allerwenigsten in den Urlaub fahren kann? Genau, die sozial schwachen die in den von dir angeführten Plattenbauten wohnen, nicht etwa die Leute mit Eigentumshaus. Wenn Leute Depressionen haben, hat das sicherlich viele gute Gründe, aber nicht weil sie mal einen Herbst nicht ins Schwarzwaldhotel fahren können.

Benutzeravatar
Axel
Beiträge: 2583
Registriert: 1. Jul 2018, 20:43

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Axel »

bluttrinker13 hat geschrieben:
15. Okt 2020, 21:21
Sag mal Axel, ich glaube es hakt.
Was soll jetzt dieses Tone Policing? Habe ich nicht langsam auch mal das Recht darauf wütend zu sein?
Meine Freundin hat vor Monaten ihren Job verloren und ist in ne tiefe Depression abgestürzt. Ich habe seit Wochen wieder regelmäßige Probleme mit selbstverletzendes Verhalten und starke Suizidgedanken, das hatte ich das letzte Mal vor 15 Jahren oder so. Unser ganzer Freundeskreis ist zusammengebrochen. Viele in unserem Umfeld haben ihre Existenz verloren, bei anderen sind Familien und Partnerschaften zerbrochen. Unser ganzes soziales Umfeld ist weg!

Und dazu jeden verdammten Tag Panik in den Medien, aggressive Beschimpfungen im Internet uns gegenüber („Ihr seid Schuld“) und immer wieder diese Forderungen, dass es weitergehen soll. Am besten alles noch härter. Lockdown bis zum Sanktnimmerleinstag.

Ich kann einfach nicht mehr. Ich bin raus.
„Kein Wunder also, dass wir uns den Debatten der Allgemeinheit anschließen und lieber darüber nachdenken, wer zu uns gehört und nicht, als gemeinsam über Lösungen zu streiten. Wer nicht für mich ist, ist gegen mich.“
(Serdar Somuncu)

Benutzeravatar
Alienloeffel
Beiträge: 1392
Registriert: 9. Feb 2017, 14:35

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Alienloeffel »

Mal nebenbei behaupte ich, dass der Großteil entweder ins Ausland oder in größere Städte fährt, was das unterbinden der Reisen sehr sinnvoll machen sollte.

Die steigenden zahlen müssen ja nicht zwangsweise mit nachlassender Vorsicht zu tun haben. Es sieht aber schon so aus als sei das zumindest ein Faktor.
Ich habe den Eindruck, dass viele schlicht nicht akzeptieren wollen, dass jetzt nunmal eine entbehrliche periode ist. So als könne es gar nicht sein, dass die aktuelle Lage nicht behebbar ist. Anders kann ich mir diesen Unwillen nicht vorstellen.

@Axel Damit hat Rince aber ja nichts zu tun und du hast ihm ohne Anlass extremistische Ideen unterstellt. Ob du das Recht hast wütend zu sein ist ein ganz anderes Thema, du hast auf jeden Fall nicht das Recht deine Wut an anderen auszulassen.

Benutzeravatar
bluttrinker13
Beiträge: 2785
Registriert: 4. Jun 2016, 22:44

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von bluttrinker13 »

Axel hat geschrieben:
15. Okt 2020, 23:24
Was soll jetzt dieses Tone Policing? Habe ich nicht langsam auch mal das Recht darauf wütend zu sein?
Meine Freundin hat vor Monaten ihren Job verloren und ist in ne tiefe Depression abgestürzt. Ich habe seit Wochen wieder regelmäßige Probleme mit selbstverletzendes Verhalten und starke Suizidgedanken, das hatte ich das letzte Mal vor 15 Jahren oder so. Unser ganzer Freundeskreis ist zusammengebrochen. Viele in unserem Umfeld haben ihre Existenz verloren, bei anderen sind Familien und Partnerschaften zerbrochen. Unser ganzes soziales Umfeld ist weg!

Und dazu jeden verdammten Tag Panik in den Medien, aggressive Beschimpfungen im Internet uns gegenüber („Ihr seid Schuld“) und immer wieder diese Forderungen, dass es weitergehen soll. Am besten alles noch härter. Lockdown bis zum Sanktnimmerleinstag.

Ich kann einfach nicht mehr. Ich bin raus.
Aber für all diese schlimmen Sachen kann doch der Rince nichts!
Was du als Tone Policing bezeichnest war ein ehrliches und wohlwollend gemeintes Feedback, dass das einfach mal nicht in Ordnung war, erst nach intimen Details zu fragen und bei deren Beantwortung dann einfach drüber hinweg zu bügeln.

Du vermengst hier Sachen, die doch gar nichts miteinander zu tun haben. Wenn es über deine Kapazitäten geht aktuell, dass zu reflektieren, gut. Dann ist es wahrscheinlich aber auch besser, wenn du eine Pause einlegst. Weil warum denn nicht einfach ein wenig wertschätzender sein, in der Kommunikation hier? Denn wenn du es nicht bist, handelst du dir über den Widerspruch doch nur noch eine Baustelle mehr ein.

Benutzeravatar
Heretic
Beiträge: 3049
Registriert: 20. Mai 2016, 13:30

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Heretic »

Ich denke, aktuell sollte man auf Feiern, Urlaube und dergleichen verzichten, auch wenn's noch so schwerfällt. Denn sonst ist der nächste Lockdown so sicher wie das Amen in der Kirche. Und spätestens dann ist's eh vorbei mit Urlaub und sonstigen Vergnügungen. Ganz ehrlich: Ich könnte aktuell einen Urlaub nicht wirklich genießen, denn Corona ist allgegenwärtig. Und dank Internet, Smartphone oder - ganz altmodisch - Telefon muss niemand vereinsamt in seiner Butze sitzen. Das ändert nichts daran, dass die aktuelle Situation besch...eiden ist, aber ohne Beatmungsgerät auf 'ner Intensivstation zu verröcheln ist auch nicht gerade erstrebenswert. Wir sollten alles tun, damit es hierzulande nicht soweit kommt. Dafür auf eine Feier oder einen Urlaub zu verzichten, ist meiner Meinung nach ein geringes Opfer...

Benutzeravatar
Terranigma
Beiträge: 1077
Registriert: 17. Feb 2016, 19:34

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Terranigma »

Heretic hat geschrieben:
15. Okt 2020, 23:55
Dafür auf eine Feier oder einen Urlaub zu verzichten, ist meiner Meinung nach ein geringes Opfer...
Ich würde nicht einmal von Opfer sprechen, denn mit Hinblick auf die Zahlen ist's finde ich nur naheliegend, dass Urlaub derzeit keine Option ist. Ich verstehe allerdings durchaus, dass man es derzeit in den östlichen Bundesländern noch anders sieht, eben weil die Fallzahlen dort erheblich geringer sind im Durchschnitt. In NRW explodieren die Zahlen seit gut zwei Wochen rapide, sodass die Worte "Urlaub" oder "Reisen" in meiner derzeitigen Lebenswelt an Bedeutung verloren haben und unverständlich sind. Jeden Tag kommen neue Städte hier hinzu, die jenseits der 35er und 50er Grenze liegen. Ich empfinde es nicht als Angst- oder Panikmache, wenn auf diese Entwicklung hingewiesen wird: diese Entwicklung findet ja statt und die Politik ist bzgl. ihrer Entscheidungen nicht für den rasanten Anstieg der Zahlen verantwortlich. Wie gesagt, in anderen Bundesländern sieht's derzeit noch anders aus, weshalb ich's auch vernünftig finde, dass man lokal und nicht bundesweit entscheidet.

Unzufrieden bin ich allerdings damit, dass die Corona-Politik sich weiterhin vor allem auf Einschränkungen und Verbote beschränkt, aber man weiterhin keine langfristige Strategie entwickelt, wie das Leben in den kommenden Wochen und Monaten bei deutlich höheren Fallzahlen aussehen soll. Denn die Zahlen werden steigen und nicht sinken. Ich gehe nicht davon aus, dass man die Zahlen unter dem 35er oder 50er-Wert wird halten können. Nicht im Herbst und Winter. Anstatt jetzt mal'n paar Initiativen anzustoßen, wie man z.B. die Gastronomie über den Herbst und Winter retten kann - z.B. lokale Maßnahmen für Lieferdienste, o.Ä. - und wie man Schulen nebst "Stoßlüften alle 10 Minuten" betreiben kann - z.B. wieder Klassen halbieren, o.Ä. - wird ... naja, nur über lapidare Empfehlungen gesprochen die sich darauf beschränken den Alltag einzuschränken. Was sinnvoll ist. Aber so'n bisschen mehr Unterstützung für die nächste Monate wären angebracht, z.B. ein Anrecht auf Home Office, sofern keine zwingenden Gründe dagegen sprechen.

Die Politik reagiert weiterhin nur, aber sie gestaltet nicht aktiv. Das ist aber dringend notwendig, weil das Virus noch auf Monate hinweg bleiben und sich nun auch erheblich ausbreiten wird.
Wenn unser Geist leer ist, ist er für alles bereit. Im Anfänger-Geist liegen viele Möglichkeiten, in dem des Experten wenige.
Suzuki Shunryū​

Benutzeravatar
Fouriety
Beiträge: 194
Registriert: 21. Sep 2020, 15:20

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Fouriety »

Terranigma hat geschrieben:
16. Okt 2020, 00:23
Anstatt jetzt mal'n paar Initiativen anzustoßen, wie man z.B. die Gastronomie über den Herbst und Winter retten kann - z.B. lokale Maßnahmen für Lieferdienste, o.Ä. - und wie man Schulen nebst "Stoßlüften alle 10 Minuten" betreiben kann - z.B. wieder Klassen halbieren, o.Ä. - wird ... naja, nur über lapidare Empfehlungen gesprochen die sich darauf beschränken den Alltag einzuschränken. Was sinnvoll ist. Aber so'n bisschen mehr Unterstützung für die nächste Monate wären angebracht, z.B. ein Anrecht auf Home Office, sofern keine zwingenden Gründe dagegen sprechen.

Die Politik reagiert weiterhin nur, aber sie gestaltet nicht aktiv. Das ist aber dringend notwendig, weil das Virus noch auf Monate hinweg bleiben und sich nun auch erheblich ausbreiten wird.
Unser Bildungsministerin hier in NRW hält "eine zusätzliche Jacke und vielleicht einen zusätzlichen Schal" ja schon für einen guten Plan, um über den Winter zu kommen...

Mal sehen, ab November startet auch der Vorlesungsbetrieb an Unis wieder mit Präsenz. Wie das bis Mitte Februar gut gehen soll, mit der totalen Durchmischung, die es am Campus dann so gibt... immerhin werden bei uns die Räume nur zur Hälfte gefüllt, 50 Personen sind die absolute Obergrenze, aktuell müssen alle (auch Lehrende) durchgängig Masken tragen und es gibt vernünftige technische Lösungen zur Nachverfolgung (alle müssen sich am Sitzplatz per QR-Code-Scan ein- und ausloggen). Belüftet wird allerdings auch nur ein sehr geringer Anteil der Seminarräume, die Vorschrift "alle 30 Minuten für 3-5 Minuten lüften" haben wir also auch.

Benutzeravatar
XfrogX
Beiträge: 558
Registriert: 21. Jan 2017, 20:19
Kontaktdaten:

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von XfrogX »

Ich glaube dieses Initiative zeigen ist halt ganz schwer für die Politiker gerade. Die sitzen halt nicht am Stammtisch und können „einfache“ Ideen rum posaunen.

Zumal sie ja leider mit dem Kampf die Beschränkungen nach ihren Interessen zu lenken genug beschäftigt sind.

Aber Beispiel Gastronomie, ich glaube nicht das sie politisch zu retten ist. Klar wird man das aus dem Frühjahr wieder laufen lassen können. Also nur liefern, aber das hat da schon für die wenigsten gereicht zum überleben. Zum einen steigen dabei eher die Ausgaben, fix kosten bleiben, man muss zusätzlich Werbung für sich machen ... dagegen sinken aber eher die Einnahmen, es bestellen einfach weniger Leute als das sie essen gehen, und das lukrative Geschäft mit den Getränken fällt fast ganz weg.

Das heißt sowas als Politiker zu sagen wird viel berechtigte Kritik bringen, viele Forderungen die wahrscheinlich zum großen Teil nicht mal einfach so gemacht werden können.

Auch Schulen, Lehrermangel ist ja nun schon länger ein Thema, auch das schulen technisch nicht gerade auf dem besten Level sind. Klar, kann man da einfach sagen man könnte es doch in Schicht System lösen, aber dann braucht man einfach mal so viel mehr Lehrer. Auch sowas wie ein Teil ist in der Klasse der andere daheim ist nicht so einfach, da muss man technisch auch Leute haben die sowas einrichten, so das Ton und Bild auch passen, das man aus jeder Klasse gleichzeitig einen Stream raus haut. Aber auch sowas wie keinen zu vernachlässigen ist dann für die Lehrer sehr schwer.
Aber auch für Eltern ist beides eine extra Belastung bzw. Kaum möglich. Den schön wenn dein Kind spät Schule hat, aber wenn dein Job diesen Wechsel nicht mit macht hast du in deiner Freizeit dein Kind nicht da, und morgens wenn du zur Arbeit musst ist keiner fürs Kind da.

Und so geht das bei fast allem, am Ende glaube ich, sollte die Politik einfach versuchen das man möglichst viel erlaubt bei einem guten Konzept und ansonsten sollte sie sich darum kümmern das Betroffene Geld bekommen um diese Zeit zu überstehen. Weil die Lösung wahrscheinlich immer eine spezielle ist die individuelle passen muss.

Antworten