COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Wenn es nicht um Spiele und / oder den Podcast geht, dann stehen die Chancen gut, dass dein Thema hier richtig ist.
WARNUNG: Gerade bei Politik & Co. geht's gerne hoch her. Auch hier gelten die Benimmregeln. Behandelt andere Foren-User immer mit Respekt, selbst wenn ihr deren Meinung nicht respektieren könnt!
Forumsregeln
Datenschutzerklärung: https://www.gamespodcast.de/datenschutzerklaerung/
Impressum: https://www.gamespodcast.de/impressum/

Forenregeln und zukünftige Weltverfassung
ART 1: Behandle andere Nutzer mit Respekt.
ART 2: Do NOT piss off the Podcasters

Lies bitte weitere Hinweise hier: viewtopic.php?f=4&t=2789
Benutzeravatar
Teddybär
Beiträge: 19
Registriert: 17. Nov 2020, 15:08

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Teddybär »

bluttrinker13 hat geschrieben:
9. Feb 2021, 15:42
Nahm die Politik gezielt Einfluss auf Wissenschaftler*innen? Zumindest laut WELT Recherchen eine Möglichkeit

https://www.welt.de/politik/deutschland ... erung.html

Ich habe keinen Zugriff auf den Original-Bericht (Welt+, üärgs) aber vielleicht jemand anders?
Aber ich bin erschrocken, da deutet sich, zumindest potentiell, ein fuck-up erster Güte an. Ginge noch nicht mal darum, ob die Rechenmodelle nun korrekt oder erfunden oder irgendwas dazwischen sind. Geht darum, dass es da keine Auftragserteilung jedweder Art geben darf.
Mit solchen Aktionen bestätigt man alle Verschwörungstheoretiker. Die können sich jetzt alle das Grinsen nicht verkneifen und werden sogar noch bestätigt. Wie kann man so unglaublich kurzsichtig sein und diese Welle lostreten? Ach, Seehofer. Ich ziehe die Frage zurück, euer Ehren.

Edit: Ah, danke, wusste nicht, dass das Blatt schon diskutiert wurde.
Zuletzt geändert von Teddybär am 9. Feb 2021, 16:05, insgesamt 1-mal geändert.

Benutzeravatar
bluttrinker13
Beiträge: 2749
Registriert: 4. Jun 2016, 22:44

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von bluttrinker13 »

@Rince:
Naja, nach der Lesart des Artikels geht es aber weniger um Form und Inhalt dieses Positionspapiers sondern dessen Erstellung, bzw. die Direktionalität von Einflüssen in diesem Kontext. 200 Seiten Emailverkehr alleine deuten an, dass da einiges passiert ist.

@Teddybär:
Ja, das wäre der klassische gau, was Glaubwürdigkeit angeht, also wenn sich hier wissenschaftliche Mitarbeiter hochrangiger Institutionen unredlich verhalten haben (was noch nicht klar ist!).
(So wie damals mit der causa Hauser in Psychologie (2012?), Affenforscher und großer Protagonist der Evolutionslehre in den USA, bis herauskam das seine ganzen Ergebnisse die zeigten, wie ähnlich Affen dem Menschen in vielen kognitiven Leistungen sind, rein erfunden waren, und ein fraud. Da haben dann die Kreationisten auch die Korken knallen lassen und Morgenluft gewittert. Kein Bock drauf, echt nich! Disclaimer: das ist nur meine Assoziation, ich will damit nicht sagen, dass es hier zu fraud gekommen ist, nur, dass es extrem schädlich sein kann, wenn Wissenschaft sich in punkto Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit eine Blöße gibt.)

Rince81
Beiträge: 3514
Registriert: 21. Dez 2015, 04:30

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Rince81 »

bluttrinker13 hat geschrieben:
9. Feb 2021, 16:03
@Rince:
Naja, nach der Lesart des Artikels geht es aber weniger um Form und Inhalt dieses Positionspapiers sondern dessen Erstellung, bzw. die Direktionalität von Einflüssen in diesem Kontext. 200 Seiten Emailverkehr alleine deuten an, dass da einiges passiert ist.
Klar. Nur war es ein internes Positionspapier eines Ministeriums und keine wissenschaftliche Studie, das sind zwei völlig verschiedene Dinge für völlig verschiedene Einsatzgebiete.
https://de.qaz.wiki/wiki/Position_paper
Ein Positionspapier (manchmal Positionsartikel für kurze Artikel) ist ein Aufsatz , der eine streitige Meinung zu einem Thema enthält - normalerweise die des Autors oder einer bestimmten Entität. Positionspapiere werden in der Wissenschaft , in der Politik , im Recht und in anderen Bereichen veröffentlicht. Ziel eines Positionspapiers ist es, das Publikum davon zu überzeugen, dass die vorgelegte Meinung gültig und hörenswert ist. Ideen für Positionspapiere, die in Betracht gezogen werden, müssen bei der Auswahl eines Themas, der Entwicklung eines Arguments und der Organisation des Papiers sorgfältig geprüft werden . Positionspapier - https://de.qaz.wiki/wiki/Position_paper


Genau das wurde gemacht. Aussage aus dem Ministerium. Wir haben Position X. Wie bekommen wir die argumentativ untermauert?

Ich sehe da den Skandal nicht.
Die "Gesendet von meinem HTC11 Life mit Tapatalk"-Signatur

Benutzeravatar
bluttrinker13
Beiträge: 2749
Registriert: 4. Jun 2016, 22:44

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von bluttrinker13 »

Rince81 hat geschrieben:
9. Feb 2021, 16:13
Ich sehe da den Skandal nicht.
Der Skandal wäre für mich, wenn da keine offene Frage gestellt wird ("Liebe Wissenschaftler, was passiert vielleicht wenn wir den Lockdown Ende März aussetzen?") sondern eine vorher gefasste, politisch hoch brisante weil folgenträchtige Position als gegeben und nun zu befördern hingestellt wird ("Liebe Wissenschaftler, wir sehen eine Lockdown-Verlängerung als politisch gewollt und gegeben an. Was könnt ihr uns für Daten und Modelle geben, damit das evidenzbasiert klingt?"). Meines Erachtens großer Unterschied, da das letztere nicht ergebnisoffen ist sondern politisch absehbar instrumentalisiert wird. Interessenskonflikt ftw!
Edit: die Hauptfrage ist also, was und wie wurde hier kommuniziert?

Aber, ich warte erst mal ab, was da noch rauskommt. Infolage ist mir noch zu dünn, aber ich will auch keinefalls der Welt Geld in den Rachen werfen. Mal beobachten, wie sich das entwickelt. Ich fand's jedenfalls krass, bin heute erst drauf gestoßen. Letzlich hoffe ich ja sogar, dass du recht hast, Sturm im Wasserglas und so, und die Welt hier nur was aufbauscht.

Zoiglbier
Beiträge: 115
Registriert: 9. Dez 2018, 12:52

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Zoiglbier »

Die FAZ hat in einem (kostenpflichtigen) Artikel zusammengefasst, wie der aktuelle wissenschaftliche Stand bezüglich Mutationen und Impfwirkung ist.
https://www.faz.net/aktuell/wissen/medi ... ml?premium

Ein paar Kernaussagen daraus:

- Was Hoffnung macht: Erstmal seit einem Jahr sinken global betrachtet die Infektionszahlen. Und das trotz Mutationen. Heißt die Maßnahmen wirken, auch wenn mit kräftigen Einschnitten verbunden. Es macht also Hoffnung, dass man trotz Mutationen die Lage in den Griff bekommen kann.
- Selbst in den europäischen Ländern in denen die britischen Variante dominiert (Großbritannien und Irland) ist die Inzidenz in den letzten zwei bis drei Wochen um 65% gefallen. In Frankreich bleiben die Zahlen trotz geöffneter Schulen und Geschäfte ebenfalls stabil.
- Alle Impfstoffe büßen mehr oder weniger an Wirksamkeit gegenüber den Mutationen ein. Aber: die Impfungen bewirken zwanzig- bis dreißigmal mehr als das, was unser Immunsystem nach einer natürlich verlaufenden Infektion aufbaut.
- Es kann gut sein, dass einige Daten bezüglich Wirksamkeit ggü. Mutationen aufgrund unterschiedlicher Rahmenbedingen der Länder verfälscht sind. Z.B. werden in Afrika weniger Leute wegen eines Schnupfens zum Arzt gehen (wegen schlechterer Versogung, finanziellen Gründen, etc.) als in Europa. Das hat dann Auswirkungen darauf, dass ein milder Verlauf einer Covid-Infektion schlechter erkannt wird. Somit ist noch unklar, ob eine Impfung nicht zum großen Teil gegen schlimme Verläufe weiterhin hilft, auch gegen die Mutationen.
- Bezüglich der zweiten Well in Manaus geht eine Studie in der Zeitschrift "The Lancet" davon aus, dass nicht allein die Mutationen dafür verantwortlich sind. Zum einen soll noch keine komplette Herdenimmunität bestanden haben. Außerdem sollen die beengten Wohnverhältnisse die Ausbreitung begünstigen und die Immunität der ersten Welle wieder abnehmen.
(falls jemand nachlesen will: es soll sich um eine Studie von Nuno Faria und einigen anderen Wissenschaftlern von der Universität in São Paolo handeln)
- Außerdem ist nicht ausgeschlossen, wie oben angedeutet, dass auch der AstraZeneca-Impfstoff schwere Verläufe verhindern kann. Südafrikanische Forscher gehen nach einer Analyse von Blutproben durchaus davon aus.
- Der Biontech-Impfstoff sollte sowohl die südafrikanische als auch die britische Mutation erfolgreich neutralisieren.
- Weitere Daten aus Israel bestätigen eine Wirkung des mRNA-Impfstoffs. Im Vergleich zweier Städte mit gleichem Lockdown-Beginn aber unterschiedlich schnellem Impfbeginn sind die Infektionen in der früher begonnenen Stadt deutlich stärker zurück gegangen.

Lange Rede kurzer Sinn: Hoffnung besteht, dass trotz aktueller Mutationen mit der Impfung nicht alles so schlimm ausgeht wie es teilweise scheint :)

Benutzeravatar
Aratirion
Beiträge: 23
Registriert: 16. Jul 2016, 21:12

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Aratirion »

Danke dir für die Zusammenfassung! Solche Artikel sind echt wichtig, momentan.

Folgendes:
- Alle Impfstoffe büßen mehr oder weniger an Wirksamkeit gegenüber den Mutationen ein. Aber: die Impfungen bewirken zwanzig- bis dreißigmal mehr als das, was unser Immunsystem nach einer natürlich verlaufenden Infektion aufbaut.
... zeigt auch, dass Manaus nicht wirklich aussagekräftig ist. Einerseits wegen der vermutlich unterschiedlichen Antikörper-Anzahl, andererseits wegen der zeitlichen Komponente (es sind doch wieder einige Monate vergangen). Spannend wäre natürlich der Vergleich: abgeheilte Erkrankung vs. asymptomatische oder nur sehr leichte Infektion vs. Impfwirksamkeit nach der zweiten bzw. letztnötigen Dosis, alles zum selben Zeitpunkt. Und dann wiederum nach einigen Monaten als t2. So einen Vergleich kann es freilich noch nicht geben, aber nur dann hätten wir aussagekräftige Zahlen.

Wenn nun natürlich bereits Geimpfte nach relativ kurzer Zeit wieder relativ schwer erkranken, und das in großem Ausmaße, wäre das ein ziemliches Problem...

Rince81
Beiträge: 3514
Registriert: 21. Dez 2015, 04:30

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Rince81 »

bluttrinker13 hat geschrieben:
9. Feb 2021, 16:27
Rince81 hat geschrieben:
9. Feb 2021, 16:13
Ich sehe da den Skandal nicht.
Der Skandal wäre für mich, wenn da keine offene Frage gestellt wird ("Liebe Wissenschaftler, was passiert vielleicht wenn wir den Lockdown Ende März aussetzen?") sondern eine vorher gefasste, politisch hoch brisante weil folgenträchtige Position als gegeben und nun zu befördern hingestellt wird ("Liebe Wissenschaftler, wir sehen eine Lockdown-Verlängerung als politisch gewollt und gegeben an. Was könnt ihr uns für Daten und Modelle geben, damit das evidenzbasiert klingt?"). Meines Erachtens großer Unterschied, da das letztere nicht ergebnisoffen ist sondern politisch absehbar instrumentalisiert wird. Interessenskonflikt ftw!
Edit: die Hauptfrage ist also, was und wie wurde hier kommuniziert?
Selbst das würde ich bei einem Arbeitspapier nicht grundsätzlich problematisch sehen, es wurde ja anscheinend niemand zum mitmachen gezwungen. Vor allem reden wir von Ende März 2020, die Bilder aus Norditalien und New York waren frisch und keiner wusste was und bevorstehen könnte. Das Innenministerium wird bei den Wissenschaftlern einfach mal offene Türen eingerannt bzw. sofort ein offenes Ohr gefunden haben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich irgendeiner der Autoren unter Druck gefühlt hat jetzt etwas zu verfassen, was nicht seiner Überzeugung entsprach.
Die "Gesendet von meinem HTC11 Life mit Tapatalk"-Signatur

Benutzeravatar
bluttrinker13
Beiträge: 2749
Registriert: 4. Jun 2016, 22:44

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von bluttrinker13 »

Rince81 hat geschrieben:
9. Feb 2021, 19:09
Selbst das würde ich bei einem Arbeitspapier nicht grundsätzlich problematisch sehen, es wurde ja anscheinend niemand zum mitmachen gezwungen. Vor allem reden wir von Ende März 2020, die Bilder aus Norditalien und New York waren frisch und keiner wusste was und bevorstehen könnte. Das Innenministerium wird bei den Wissenschaftlern einfach mal offene Türen eingerannt bzw. sofort ein offenes Ohr gefunden haben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich irgendeiner der Autoren unter Druck gefühlt hat jetzt etwas zu verfassen, was nicht seiner Überzeugung entsprach.
Ja, schauen wir mal. Ich habe den Fehler gemacht und mal die Kommentarsektion gescrollt, brrrr, das kalte Schaudern. :doh: Wenn das die Leserschaft ist, die angesprochen werden soll, haben wir hier eventuell wirklich nur aufbauschende Formulierungen von WELT die auf genau den Effekt abzielen und Stimmung wieder "denen da oben" machen wollen. Gruslig, aber würde zu meinem Eindruck von der Publikation allgemein passen.

Mit "Überzeugung" allerdings haben wir schon wieder so einen Begriff, wo bei mir die red flag höher geht, zumindest wenn wir ihn im Sinne von persönlichem Glauben oder Ideologie auffassen. Weil gerade das ist dann eher problematisch und hat in einer objektivierten Arbeit und Evidenzsuche nichts zu suchen. Anders formuliert, ich hoffe Überzeugungen spielten jetzt bei dem Austausch dort gar keine Rolle. Ich bin gespannt, ob noch andere Publikationen das Thema und die Bedenken der Opposition aufgreifen. Aktuell passiert da abseits von WELT gar nichts, ein gutes Zeichen eventuell. Aber dennoch muss man ebenso festhalten: damals wusste man noch fast nichts, und alles was unter der Maßgabe in nur vier Tagen erarbeitet wird, ist, wie dem damals geleakten (von mir nur geskimmten) Positionspapier zu entnehmen, ziemlicher Müll. Warum also überhaupt erst machen und anfangen damit...?

Benutzeravatar
Andre Peschke
Beiträge: 6153
Registriert: 9. Jan 2016, 16:16
Kontaktdaten:

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Andre Peschke »

bluttrinker13 hat geschrieben:
9. Feb 2021, 15:42
Nahm die Politik gezielt Einfluss auf Wissenschaftler*innen? Zumindest laut WELT Recherchen eine Möglichkeit

https://www.welt.de/politik/deutschland ... erung.html
Der Bericht der WamS kam mir vor ein paar Tagen schonmal unter. Wirkte sehr wackelig auf mich. Das basierte sinngemäß darauf, dass das Ministerium zB gesagt hat, man wolle Zahlen mit denen sich "schärfere Maßnahmen rechtfertigen lassen". Woraus der Bericht ableitet, das Ministerium habe quasi Studien nach Maß bestellt. Für mich war beim Lesen aber nicht so richtig eindeutig, dass dieser Schluss zulässig war oder ob zB das Ministerium sich eben für den Fall vorbereiten wollte, das härtere Maßnahmen notwendig werden oder ähnliches.

Addieren wir hinzu, dass es Springer-Presse ist... und ich bin skeptisch. Habe aber auch den Volltext nie gelesen und weiß nicht, wie gut sie ihre Lesart erhärten. Ich würde mir auch eher ein Körperteil abtrennen, als der WamS was zu Bezahlen. :D

Andre

Benutzeravatar
bluttrinker13
Beiträge: 2749
Registriert: 4. Jun 2016, 22:44

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von bluttrinker13 »

Ja, danke Andre. Geht mir genauso @ Verlag und mich hat nur die eine Lesart (die von WELT beabsichtigt scheint und sehr eine Einflussausübung von Staatssekretär -> Wissenschaftler suggeriert) heute Mittag sehr irritiert. Aber es ist eben dünn und eventuell in seiner Formulierung total übertrieben, oder verbogen, um daraus wirkliche Schlüsse ziehen zu können.

Mich würde ja interessieren warum dieser Emailverkehr überhaupt juristisch erstritten wurde und was damit noch passiert, ich bleibe da mal gespannt. Aber evt hat Rince auch recht, Sturm im Wasserglas zur Bedienung einer gewissen Leserschaft. Mal sehen.

Benutzeravatar
Andre Peschke
Beiträge: 6153
Registriert: 9. Jan 2016, 16:16
Kontaktdaten:

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Andre Peschke »

bluttrinker13 hat geschrieben:
9. Feb 2021, 22:39
warum dieser Emailverkehr überhaupt juristisch erstritten wurde
Vermutlich, genau damit solche Artikel darüber geschrieben werden können.
bluttrinker13 hat geschrieben:
9. Feb 2021, 22:39
und was damit noch passiert, ich bleibe da mal gespannt. Aber evt hat Rince auch recht, Sturm im Wasserglas zur Bedienung einer gewissen Leserschaft. Mal sehen.
Mein Misstrauen gegenüber der WamS ist antiproportional zu meiner Angst, dass da noch ein echter Skandal draus wird. Da bin ich daher voll bei Rince. ;)

Andre

Benutzeravatar
lipt00n
Beiträge: 519
Registriert: 11. Dez 2015, 10:01
Wohnort: Frankfurt am Main
Kontaktdaten:

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von lipt00n »

Es ist Wahlkampfjahr, da müssen Spaßparteien wie die FDP eben irgendwie ihre Klientel auf Stimmung bringen ;)
Bild
Mal wieder unterwegs: dorfkartoffel.com

Rince81
Beiträge: 3514
Registriert: 21. Dez 2015, 04:30

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Rince81 »

bluttrinker13 hat geschrieben:
9. Feb 2021, 22:39
Mich würde ja interessieren warum dieser Emailverkehr überhaupt juristisch erstritten wurde und was damit noch passiert, ich bleibe da mal gespannt. Aber evt hat Rince auch recht, Sturm im Wasserglas zur Bedienung einer gewissen Leserschaft. Mal sehen.
Da ich gerade nicht schlafen kann. Erstritten wurde sie wohl von einer Gruppe durch/um Niko Härting. Die haben dazu am 09.02. eine Presseerklärung rausgegeben, die da imho für sich spricht.
https://haerting.de/wissen/pressemittei ... -institut/
namhafte Juristinnen und Juristen und Baurechtsexperten haben die Offenlegung der Korrespondenz rund um das „Geheimpapier“ erwirkt, das im März 2020 im Bundesinnenministerium entstand und über das die „Welt am Sonntag“ jetzt berichtet hat.
Corona, Lockdown, RKI - wer denkt da nicht zuerst an namhafte Baurechtsexperten? :shock: Und die Welt hat über das Geheimpapier - immerhin in Anführungszeichen - jetzt berichtet? Hätten die mal den Thread hier gelesen, dann hätte sie das schon lange gekannt. Oder auf die Seite des BMI geschaut, das ist so geheim, dass es am 28.04.2020 zum Donwload gestellt wurde...
https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/down ... vid19.html
Rechtsanwältin Kerstin Horstmann (Düsseldorf): „Es drängt sich der Verdacht auf, dass das RKI nicht unabhängig ist, sondern politisch gesteuert ist und mit der Verbreitung der ‚Zahlen‘, bestimmte politische Ziele verfolgt werden. Dies wiegt umso schwerer, weil zahlreiche Gerichte diesen Zahlen bislang völlig unkritisch gefolgt sind und das RKI als unabhängiges Institut respektieren, was es augenscheinlich nicht ist.
Es drängt sich der Verdacht auf, dass Kerstin Horstmann keine Ahnung hat. Das RKI ist kein unabhängiges Institut sondern eine Bundesoberbehörde und der Bundesregierung und dem Gesundheitsminister gegenüber weisungsgebunden. Impliziert sie hier eigentlich so nebenbei, dass das RKI seine Zahlen erfindet? :?

Der Rest der Stellungnahmen der Beteiligten zeigt imho durch die Blume woher der Wind weht - alleine das man in der Pressemitteilung gleich zweimal klarstellt, dass man die Pandemie selbst selbstverständlich nicht leugnet. Glaube ich denen auch wirklich sofort, die dürften da unverdächtig sein und die Klage jeweils aus eigenen Motivationen heraus erfolgt sein. Im Kern ist das also keine investigative Rechercheleistung der Welt, sondern eine Gruppe von Juristen und Baurechtsexperten haben das aus eigenem Elan eingeklagt, ganz flapsig ausgedrückt aus einer Mischung aus Sorge um die Grundrechte und eigenem Geltungsbedürfnis.

Nachdem sie die Daten nach dem Informationsfreiheitsgesetz erlangt haben, haben sie offenbar dafür Journalisten gesucht. Keine Ahnung ob nun jeder außer der Welt abgelehnt hat oder ob die Welt ihre erste Wahl war. Nun wittert die Welt Leserschaft in der Kommentarspalte den größten Skandal der Bundesdeutschen Geschichte und der Rest der Systempresse schweigt dazu natürlich weil Maulkorb.

Was weder Härting noch die Welt gemacht haben? Den ohnehin geschwärzten Mailverlauf dazu selbst veröffentlicht. :lol:
Die "Gesendet von meinem HTC11 Life mit Tapatalk"-Signatur

Rince81
Beiträge: 3514
Registriert: 21. Dez 2015, 04:30

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Rince81 »

bluttrinker13 hat geschrieben:
9. Feb 2021, 21:28

Mit "Überzeugung" allerdings haben wir schon wieder so einen Begriff, wo bei mir die red flag höher geht, zumindest wenn wir ihn im Sinne von persönlichem Glauben oder Ideologie auffassen. Weil gerade das ist dann eher problematisch und hat in einer objektivierten Arbeit und Evidenzsuche nichts zu suchen. Anders formuliert, ich hoffe Überzeugungen spielten jetzt bei dem Austausch dort gar keine Rolle.
Gut, falsch ausgedrückt. Fakt ist, dass die Welt das "Geheimpapiers" inhaltlich überhaupt nicht angreift. Wenn das Welt Narrativ stimmt, dass da Druck und Einflussnahme auf Wissenschaftlicher ausgeübt wurde und die so vor den Karren des BMI gespannt wurden, sollte es dann nicht ein leichtes sein mit einer entsprechenden Rückschau von immerhin 11 Monaten das Papier inhaltlich mal so richtig zu zerlegen? Macht die Welt aber nicht und zwar mit gutem Grund, die Inhalte und Vorschläge haben sich als weitgehend zutreffend herausgestellt.
Die "Gesendet von meinem HTC11 Life mit Tapatalk"-Signatur

Benutzeravatar
bluttrinker13
Beiträge: 2749
Registriert: 4. Jun 2016, 22:44

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von bluttrinker13 »

Danke für die Recherche zu den rechtlichen Hintergründen, Rince. :3
Zusammengefasst: alles bullshit. :D
(kommt davon wenn man auf Welt-Artikel klickt)

Benutzeravatar
Teddybär
Beiträge: 19
Registriert: 17. Nov 2020, 15:08

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Teddybär »

Ja, danke für die Mühe und die Klarstellung Rince.

Johpir
Beiträge: 111
Registriert: 12. Mär 2020, 15:01

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Johpir »

Ich bitte euch - der Springer-Verlag. Woran den geistigen Nachfolgern von Joseph Goebbels gelegen ist, sollte sich doch mittlerweile überall rumgesprochen haben. Gibt keine Berufsgruppe für die ich mehr Verachtung empfinde als für Springer-Schreiberlinge. Denen sieht man die Verschmiertheit ja meist schon von außen an.

Benutzeravatar
Heretic
Beiträge: 3022
Registriert: 20. Mai 2016, 13:30

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Heretic »

Um mal was Positives zu schreiben: Ich habe heute die Impftermin-Hotline bemüht und bin beim ersten Versuch ohne Wartezeit durchgekommen. Hatte mich schon auf eine längere Session eingestellt, aber innerhalb von ein paar Minuten hatte ich beide Termine für meine Mutter. Scheint also jetzt besser zu laufen.

Benutzeravatar
lipt00n
Beiträge: 519
Registriert: 11. Dez 2015, 10:01
Wohnort: Frankfurt am Main
Kontaktdaten:

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von lipt00n »

Meine Oma (86) hat jetzt einen Impftermin am 18. März (Hessen). Sie kann froh sein einen zu haben, angesichts ihres Alters und der vorherigen Kommunikation der Impfkampagne ist der Termin in meiner Wahrnehmung allerdings lächerlich spät.
Bild
Mal wieder unterwegs: dorfkartoffel.com

Benutzeravatar
Textsortenlinguistik
Beiträge: 352
Registriert: 28. Jan 2016, 15:41

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Textsortenlinguistik »

Kann ich überbieten. Meine Oma, wird bald 90, hat ihre Termine Mitte bis Ende April (NRW).
Bild

Antworten