COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

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Ines
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Ines »

Hm. In den Krankenhäusern, die ich kenne (bei uns auch) wurde auch über den Arbeitgeber die Impfung organisiert. Zumindest bei uns wurde sogar im Haus durch unsere ÄrztInnen geimpft. Nicht unbedingt tolle, weil ja auch eine Anamnese gemacht wird und zum Beispiel nach Schwangerschaft gefragt, die man vielleicht später erst offenlegen will, auf der anderen Seite kann man so spontan in der Mittagspause geimpft werden.
Ich habe meine erste Dosis gestern bekommen, weil bei der zweiten Impfung der ersten Gruppe im Haus was übrig geblieben ist. Jetzt muss die zweite noch organisiert werden. Doch nicht AstraZeneca.
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lipt00n
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von lipt00n »

Man wird ja hier danach trotzdem ans Impfzentrum verwiesen -deswegen sehe ich da keinerlei Vorteile wie bei dir, Ines.
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Mal wieder unterwegs: dorfkartoffel.com

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Leonard Zelig
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Leonard Zelig »

Leonard Zelig hat geschrieben:
8. Feb 2021, 23:44
Köln sequenziert übrigens jede positive Corona-Probe auf Mutationen.

https://twitter.com/CorneliusRoemer/sta ... 3566132225
Mittlerweile sind es 35% bis 45%:
https://twitter.com/CorneliusRoemer/sta ... 3985255427

Am 1. April werden es 100% sein, wenn es in dem Tempo weiter geht.

B117 steigert das Risiko für eine Krankenhauseinlieferung um 60%:
https://www.n-tv.de/wissen/B-1-1-7-erho ... 89400.html
"The whole problem with the world is that fools and fanatics are always so certain of themselves, but wiser people so full of doubts."

Konsolengaming in den 2010er-Jahren - Eine Dekade in Zahlen und Worten

Rince81
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Rince81 »

Macht gerade richtig Laune. Bei der höheren Ansteckungsrate wird uns JEDE Lockerung doppelt und dreifach um die Ohren fliegen, ein Pseudolockdown wie jetzt halten wir aber nicht bis in den Herbst durch. Klingt nach einer No-Win Situation.
Die "Gesendet von meinem HTC11 Life mit Tapatalk"-Signatur

Inkognito
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Inkognito »

Jede Krise bringt natürlicherweise auch zwielichtige Gestalten, Hasardeure und schlicht Betrüger hervor, die finanziellen Profit aus dem Chaos schlagen wollen.

Es irritiert mich in höchstem Maße, dass es sich dabei in Deutschland in erster Linie um Politiker handelt.

Und da bisher nur sehr dämliche Vorgehensweisen aufgeflogen zu sein scheinen (Rechnungen bei Korruption ausstellen! Offizielle Emails schreiben!), Ist leider zu vermuten, dass es sich hierbei um die Spitze des Eisberges handelt.

ZiggyStardust
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von ZiggyStardust »

1000€ klingt nach einem fairen Preis.
https://www.intellinews.com/lufthansa-t ... ns-203885/

Bin mal gespannt, ob Israel ähnliche Angebote plant für den Biontech-Impfstoff. Haben ja schon 92% ihrer Bevölkerung durchgeimpft.
https://www.zdf.de/nachrichten/politik/ ... n-100.html

In Deutschland darf man als Unter-40-Jähriger sicher bis 2022 warten bis man geimpft wird. Meine Berufsgruppe hat leider keine Lobby in Berlin, obwohl wir täglich Kundenkontakt haben. Und eine chronische Darmerkrankung zählt nicht als Risikofaktor.

Freitag
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Registriert: 12. Mär 2017, 22:04

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Freitag »

ZiggyStardust hat geschrieben:
27. Feb 2021, 23:47
Bin mal gespannt, ob Israel ähnliche Angebote plant für den Biontech-Impfstoff. Haben ja schon 92% ihrer Bevölkerung durchgeimpft.
https://www.zdf.de/nachrichten/politik/ ... n-100.html
Nur kurz die Korrektur, mit Daten aus der verlinkten Quelle: Israel hat pro 1.000 Einwohner 919 Impfdosen verabreicht. 54% der Bevölkerung haben ihre erste Impfung erhalten, 38% die zweite. Immer noch Werte, von denen wir nur träumen können, aber auch bei weitem nicht 92% durch geimpft.

Mich frustriert aktuell, dass die Politik als einziges Mittel zur Pandemiebekämpfung anscheinend nur den Lockdown zur Hand hat und sonst auf das Prinzip Hoffnung setzt. PCR-Tests werden nur zur Hälfte ausgeschöpft, das Thema Schnelltests ist inzwischen komplett unübersichtlich und hinkt hinterher, von der Impfkampagne will ich gar nicht erst anfangen. Und auch sonst nur negative Meldungen: Gesundheitsämter teilweise immer noch komplett überfordert, Datenschutz als wichtigstes Grundrecht, überhaupt gar keinen Plan für Schulen, Appell für mehr Home Office. Wenn sich in den letzten Wochen nichts gedreht hat, weiß man auch immer noch nicht, wo ~70% der Infektionen entstehen und damit finden Diskussionen, was man öffnen kann oder wo eingeschränkt werden sollte, im luftleeren Raum statt.

Ich bin froh, dass ich persönlich keine großen Einschränkungen habe, meine Großeltern seit Anfang Februar beide Impfungen haben und ich meine Kontakte weitgehend selber bestimmen kann. Aber das Thema Pandemie ist nur noch ermüdend, weil es momentan gefühlt keine Perspektive gibt. Im besten Fall gibt's zum Herbst die Impfung, aber selbst dann kann man den Sommer wohl abschreiben.

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mart.n
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von mart.n »

Stew_TM hat geschrieben:
25. Feb 2021, 17:24
Stew_TM hat geschrieben:
24. Feb 2021, 18:05
Jetzt wollen mich meine Großeltern aber heute Abend nochmal in Ruhe anrufen, um über den Impftermin für meine Oma zu sprechen. Die ist noch knapp unter 80, also Gruppe 2. [...]
Hat sich übrigens aufgeklärt, es gibt natürlich keine Möglichkeit, jemand anderen "mitimpfen" zu lassen.
Und ich kann die Info (von der Hotline des Landes NRW) weitergeben, dass in der Altersgruppe in NRW wohl schon für ab Mitte März Impftermine vereinbart werden können. Ein entsprechender Brief soll Anfang März kommen. Prozedere natürlich der gleiche Wahnsinn wie bei den ü80-jährigen. :ugly:
Mein Onkel hat seine Lebensgefährtin mitgenommen, die noch keinen Termin hatte und beide wurden direkt geimpft. In Hamburg letzte Woche.

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Peter
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Peter »

"Germans and Swiss are crying out for the Sputnik vaccine" - Ich habe schon vieles gehört, aber das noch nirgendwo. Wie so einiges andere in diesem Artikel...

Wie dem auch sei, ab März/April wird es bei uns eh einen Impfstau geben, d.h. mehr Impfstoff als in den Zentren verimpft werden kann. Da wird es dann vorrangig darum gehen, wie schnell man die Arzpraxen dazu bekommt, hier mitzuhelfen. Im Online-Rechner sieht man, dass ohne diese die letzte Gruppe im Dezember drankommen würde, mit 20 Dosen pro Tag und Arzt könnte das dagegen schon im August der Fall sein. Sicherlich wirds dann auf irgendwas dazwischen hinauslaufen.

Bis dahin werden die Fälle natürlich nochmal zunehmen, wobei ich mit deutlich weniger schweren Verläufen als zuletzt rechne. Schlicht und einfach weil schon viele aus der Hochrisikogruppe geimpft wurden. In einem hiesigen Altersheim z.B. gab es gerade wieder einen Ausbruch. Die waren erst einmalig geimpft und haben sich alle munter angesteckt. Aber: Es gab ausschließlich sehr milde Verläufe. Auch sehr erfreulich: Nahezu 100% des Personals hat sich impfen lassen. Da hat man auch schon ganz andere Quoten gehört.

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Textsortenlinguistik
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Textsortenlinguistik »

Meine Freundin ist verunsichert, weil es wohl einige Berichte/Gerüchte (?) gibt, dass der AZ-Impfstoff unfruchtbar mache. Ich bin überhaupt nicht informiert, hier scheinen aber einige qualifizierte User unterwegs zu sein. Gibt es in dieser Beziehung eine Quelle, mit der ich sie beruhigen kann? Bzw. - was ist an diesen "Gerüchten" dran? Klingt auf den ersten Blick nach Facebook-Gruppe, aber ohne Sachanalyse kein Urteil.
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Filusi
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Filusi »

Der vor- oder drittletzte Corona Virus Update Podcast thematisierte es als Schlussthema.

Kurzfassung: das ist nicht belegbar und eher unsinnig.

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Filusi
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Filusi »

Es ist Folge 75:

https://www.ndr.de/nachrichten/info/75- ... 829544.htm

Auszug aus dem Skript:


"GERÜCHT ÜBER UNFRUCHTBARKEIT

Beke Schulmann

Wir haben jetzt schon so viel über das Thema Impfen
gesprochen. Wir wollen aber noch kurz auf ein Gerücht
gucken, dass gerade die Runde macht. Seitdem die
Impfungen begonnen haben, hat es ja immer wieder
Gerüchte gegeben um Nebenwirkungen. Und eines
hält sich zurzeit relativ hartnäckig: Nämlich, dass die
Impfung gegen das Coronavirus unfruchtbar macht. Im
Internet, zum Beispiel bei Twitter, schreiben Frauen,
dass sie sich lieber gar nicht impfen lassen wollen aus
Angst, dadurch unfruchtbar zu werden. Und immer
wieder heißt es in diesem Zusammenhang, dass der
Impfstoff vielleicht nicht per se unfruchtbar macht,
aber eben auch nicht bewiesen sei, dass er es nicht
macht. Der Impfstoff, so wird es behauptet, könne eine
Immunreaktion auslösen, die sich nicht nur gegen das
Virus richtet, sondern auch gegen ein Protein, das an
der Bildung der Plazenta in der Gebärmutter beteiligt
ist. Können Sie das für uns mal aufdröseln, was steckt
dahinter?

Sandra Ciesek

Das ist übrigens eine der häufigsten Fragen, die wir
auch in unserem Institut bekommen. Wir kriegen viele
Impffragen. Eine ist immer: Was mache ich mit denen,
die eine Infektion hatten? Und die zweite ist wirklich
direkt, dass es da eine wahnsinnige Angst gibt, dass
die Impfung bei jungen Frauen zu Unfruchtbarkeit
führen könnte. Das ist schon besorgniserregend, dass
Menschen so verunsichert werden und sich solche
Gerüchte im Internet so verbreiten. Das ist nicht
schön. Also man muss dazusagen, dass man bei den
frühen klinischen Studien von Biontech/Pfizer- und
von Moderna-Impfstoffen, Schwangere und stillende
Frauen natürlich erst mal ausgeschlossen sind. Das ist
aber ein normales Vorgehen. Wenn Sie eine klinische
Studie mit einem neuen Medikament machen, mit ei-
nem neuen Impfstoff, fangen Sie ja nicht bei sensiblen
Gruppen an zu testen, also bei Kleinkindern oder bei
stark Immunsupprimierten oder auch bei Schwan-
geren und Stillenden. Sie wollen natürlich möglichst
gesunde Menschen erst einmal impfen und schauen,
wie da die Immunreaktion ist, so grob gesagt. Und des-
wegen wurde das damals ausgeschlossen. Das heißt
aber nicht, dass die irgendwie eine spezielle Gefahr
hätten. Das ist ein Standardvorgehen, dass man solche
Gruppen bei ersten frühen klinischen Studien nicht
miteinschließt. Das hat gar nichts damit zu tun, dass
das Unternehmen da irgendeine Gefahr sehen würde.
Es fällt trotzdem auf, dass Impfstoffskeptiker oder
-gegner dann oft so eine Fehlinformationskampagne
betreiben und damit das Vertrauen in Impfungen
untergraben wird. Das ist sehr schade.
Was ist zu dem Impfstoff und zu Schwangerschaft be-
kannt? Das hatten Sie eben schon zusammengefasst.
Zum einen muss man sagen, dass es diesen Mythos
gibt, dass Impfstoffe unfruchtbar machen, indem sie
Antikörper erzeugen, die nicht nur gegen das Corona-
virus-Spike-Protein sind, also gegen dieses Antigen
vom Spike-Protein, sondern auch versehentlich mit
einem anderen Antigen, also Protein, was im Körper
gebildet wird, mit dem Syncytin-1 reagieren. Und
dieses Syncytin-1 ist ein Glykoprotein, ein Protein, was
in der Plazenta-Entwicklung eine Rolle spielt, aber
auch von Spermien exprimiert wird. Also für das Ver-
schmelzen vom Spermium mit der Eizelle wahrschein-
lich eine Rolle spielt. Und es wird behauptet, dass
die Antikörper, die gegen das Spike von SARS-CoV-2
gerichtet sind, auch dieses Syncytin-1 erkennen und
dann halt ausschalten würden und deswegen das zur
Unfruchtbarkeit führen würde. Damit das erkannt wird,
also dass ein Antikörper ein Antigen erkennt, müssten
die ähnlich sein. Das gibt es. Das haben wir schon
mehrmals im Podcast besprochen, dass es Autoanti-
körper gibt, die sich gegen bestimmte Strukturen im
eigenen Körper richten, weil die ähnlich sind und die
können durch Virusinfektionen getriggert sein. Aber
wenn man sich mal die Aminosäuresequenz, also die
Erbinformation und Aminosäuresequenz von diesem
Plazenta-Syncytin-1 anguckt und dann vergleicht mit
dem Spike-Protein von Coronaviren, dann müssten die
irgendwie ähnlich sein, damit der Antikörper gegen
Spike das Plazenta-Syncytin erkennt. Das sind sie gar
nicht. Es gibt keine auffallende Ähnlichkeit zwischen
diesen beiden Proteinen. Deswegen macht das biolo-
gisch einfach keinen Sinn, dass sich jetzt Antikörper
gegen Spike auch gegen Plazenta-Syncytin-1 richten.
Es gibt da eine Gruppe aus den USA, die das noch
genauer analysiert haben. Die haben ein Serum ge-
nommen von Frauen, die an Covid-19 erkrankt waren
und Antikörper haben: Die haben von diesen Frauen
keine Reaktionen von diesen Antikörpern mit dem
Syncytin-1-Protein gesehen. Also dass es da einfach
keine Interaktion gibt und dass die sich einfach nicht
ähnlich genug sind. Deswegen kann man sagen, dass
das biologisch keinen Sinn macht. Es gibt auch andere Beweise oder andere Hinweise. Wir haben jetzt schon
viele Infektionen mit SARS-CoV-2 gehabt, Millionen
von Infektionen, und es gibt keinerlei Hinweise oder
Berichte, dass das zu einer Unfruchtbarkeit bei Frauen
geführt hätte. Denn da werden ja auch Antikörper ge-
bildet. Das müsste dann auffallen, dass die alle nicht
mehr schwanger werden könnten. Im Gegenteil, es
gibt sogar Frauen, was berichtet wurde, die nach einer
Infektion oder nach einer Impfung schwanger gewor-
den sind, auch zum Teil in den Studien. Also wenn
man in den Studien Frauen hatte, die dann während
der Teilnahme an der klinischen Studie schwanger
geworden sind. Und deshalb ist das extrem unwahr-
scheinlich oder macht eigentlich wirklich keinen Sinn.
Es gibt keine medizinischen Hinweise, dass dieses
Gerücht wirklich stimmt und die Fruchtbarkeit durch
die Impfung und durch die Antikörper, die gegen das
Spike-Protein gebildet werden, beeinträchtigt wird.

Beke Schulmann

Und es gibt ja auch Tausende schwangere Frauen, die
an Covid-19 erkrankt sind in der Zwischenzeit schon,
das würde ja auch dagegensprechen.

Sandra Ciesek

Genau. Generell ist immer die Frage, was ist mit
stillenden Frauen? Hier muss man sagen, dass Stillen
eigentlich was Gutes ist für das Kind. Weil die Anti-
körper, die bei der Mutter entstehen, gebildet werden,
über die Muttermilch an Säuglinge weitergegeben wer-
den. Es gibt sogar einen gewissen Schutz für das Kind,
wenn es gestillt wird. Es wird halt sehr viel Unsicher-
heit mit Schwangeren, mit stillenden Müttern betrie-
ben. Die sind auch sehr bedacht, ihr Kind zu schützen.
Ich kann dazu nur sagen: Wenn man schwanger ist,
schwanger werden will oder stillt, ist eine natürliche
Infektion, also wenn man sich ansteckt mit Covid-19,
mit Sicherheit gefährlicher als die Impfung. Man weiß
einfach nicht, wie der Verlauf ist. Und weil Schwangere
ja auch im Verhältnis zur gleichen Altersgruppe ohne
Schwangerschaft schwere Verläufe haben können.
Deshalb ist das sehr schwierig. Ob man Schwangere
impft, das ist einfach wirklich Einzelfallentscheidung.
Da muss man vorsichtig sein, weil das sehr viel mit
dem Risiko des Einzelnen zu tun hat. Wie ist Risiko-
profil? Wenn jemand schwanger ist und sich nicht imp-
fen lassen möchte, kann man das sicherlich nicht er-
zwingen. Wie gesagt, das sind so Abwägungen, die man
dann genau treffen muss. Aber es ist nicht zu erwarten,
dass das zu einem Schaden führen würde. Die Impfung
ist ja keine Pflichtimpfung. Man muss auch bedenken,
dass wir viele Impfungen gegen andere Erkrankungen
in der Schwangerschaft durchführen. Mit Totimpfstof-
fen gegen Grippe, gegen Tetanus, gegen Pertussis wird
routinemäßig auch in der Schwangerschaft geimpft.
Und das zeigt keine negativen Auswirkungen. Trotzdem
muss das die Schwangere gut mit ihrem behandelnden
Arzt, mit ihrer behandelnden Ärztin besprechen, ob da
ein Wunsch besteht. Und der ist sicherlich abhängig
vom Risiko der Erkrankung. Trotzdem ist die Erkran-
kung prinzipiell generell gefährlicher für die Schwan-
gere als die Impfung.

Beke Schulmann

Weil Sie es gerade schon angesprochen haben, können
wir vielleicht in diesem Zusammenhang noch mal
einen Blick auf eine Studie werfen, für die in den USA
etwa 1.500 Mutter-Neugeborenen-Paare untersucht
wurden. Da ging es nämlich genau um diese Frage,
die Sie angesprochen haben, ob Antikörper gegen
SARS-CoV-2 bei Schwangeren auf das Kind übertragen
werden. Was ist dabei herausgekommen?

INFEKTION WÄHREND DER
SCHWANGERSCHAFT

Sandra Ciesek

Genau, das ist ja die Frage. Also zum einen ist immer
die Frage: Kann sich ungeborenes Kind im Mutterleib
infizieren, wenn die Mutter selbst infiziert ist? Und
zum anderen ist die Frage: Werden die Antikörper
übertragen? Zu dem ersten gab es ja schon Studien,
dass man bei 100 Neugeborenen, 100 Müttern
geschaut hat und nur zwei der Neugeborenen hatten
ganz niedrige Viruslasten und waren im zweiten Test
negativ. Sodass man davon ausgeht, dass die Übertra-
gung auf das Neugeborene, wenn die Mutter während
der Schwangerschaft erkrankt ist, sehr gering ist. Die
nächste Frage ist natürlich: Was ist mit den Antikörpern
bei der Mutter, die sich bereits von einer Infektion
erholt hat? Hier hat man eine Studie durchgeführt, die
letzte Woche veröffentlicht wurde. Die hat ergeben,
dass die schwangeren Frauen diese Antikörper gegen
SARS-CoV-2 wirklich weitergeben können. Die Studie
wurde in den USA zwischen April und August durch-
geführt. Die haben das Nabelschnurblut von Müttern
untersucht, um festzustellen, ob da die Antikörper
gegen SARS-CoV-2 enthalten sind. Von den knapp
1.500 in der Studie einbezogenen Frauen hatten 83
einen Hinweis auf eine akute oder durchgemachte
Infektion. Das hat man durch bestimmte Antikörper
nachgewiesen, also IgM und IgG. Normalerweise kriegt
man IgG-Antikörper etwas später und die können
durch die Plazenta geleitet werden und machen einen
sogenannten Nestschutz, also können das Kind in den
ersten Lebenswochen schützen. In dieser Studie
zeigten bei 83 dieser Frauen, die Antikörper hatten,
72 der Säuglinge von diesen Müttern hatten IgG-Anti-
körper. Also 72 von 83, das ist die Mehrzahl oder die
überwiegende Mehrheit. Da war es so, dass die Anti-
körper auf das Kind übertragen wurden und dass man
zumindest davon ausgeht, dass es ein gewisses Maß
an Immunität für die Neugeborenen verleiht."
Zuletzt geändert von Filusi am 28. Feb 2021, 20:37, insgesamt 1-mal geändert.

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DickHorner
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von DickHorner »

Textsortenlinguistik hat geschrieben:
28. Feb 2021, 20:16
Meine Freundin ist verunsichert, weil es wohl einige Berichte/Gerüchte (?) gibt, dass der AZ-Impfstoff unfruchtbar mache. Ich bin überhaupt nicht informiert, hier scheinen aber einige qualifizierte User unterwegs zu sein. Gibt es in dieser Beziehung eine Quelle, mit der ich sie beruhigen kann? Bzw. - was ist an diesen "Gerüchten" dran? Klingt auf den ersten Blick nach Facebook-Gruppe, aber ohne Sachanalyse kein Urteil.
In Tierversuchen konnte keine schädliche Wirkung auf die Fruchtbarkeit nachgewiesen werden. Die Datenlage ist allerdings dünn.
Viel Erfolg Euch beiden!

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Textsortenlinguistik
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Textsortenlinguistik »

Danke, das ist doch brauchbar!
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HerrReineke
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von HerrReineke »

Textsortenlinguistik hat geschrieben:
28. Feb 2021, 20:16
Meine Freundin ist verunsichert, weil es wohl einige Berichte/Gerüchte (?) gibt, dass der AZ-Impfstoff unfruchtbar mache. Ich bin überhaupt nicht informiert, hier scheinen aber einige qualifizierte User unterwegs zu sein. Gibt es in dieser Beziehung eine Quelle, mit der ich sie beruhigen kann? Bzw. - was ist an diesen "Gerüchten" dran? Klingt auf den ersten Blick nach Facebook-Gruppe, aber ohne Sachanalyse kein Urteil.
https://www.youtube.com/watch?v=ZA8TSvyLhg4

Diese Erklärung fand ich sehr gut und ist vllt auch einfach angenehm anzuschauen. Der hat einige derartige gute Videos - ähnlich wie Mailab.
Quis leget haec?

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LegendaryAndre
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von LegendaryAndre »

Die Entwicklung in Österreich halte ich eher für bedenklich. Viele scheinen die Pandemie selbst beendet zu haben, denn Abstände werden kaum mehr eingehalten. Nachdem ich heute im Bus höflich einen Mann angesprochen habe, der den Abstand nicht einhalten wollte und sich knapp neben mich gesetzt hat, kam es zu Problemen. Der Mann ist zwar aufgestanden, hat mich aber danach angesprochen dass ich eigentlich hätte aufstehen sollen, wenn mir etwas nicht passt. Daraufhin habe ich ihn ignoriert, da mir eine Konversation nicht sinnvoll erschien. Es hat nicht lange gedauert da kam er erneut zu mir und hat mich mit seiner Hand am Arm gestreift, damit ich ihn ansehe. Nachdem ich ihm gesagt habe dass er mich nicht erneut anfassen soll, habe ich eine Körperhaltung eingenommen, die ihm gezeigt hat, dass er sich nicht mit mir anlegen soll. Dazu muss ich sagen, dass ich eigentlich ein absolut friedliebender Mensch bin und rein instinktiv reagiert habe, um mich zu verteidigen. Es hat wohl gewirkt, denn der Mann ist dann murrend weitergegangen und gemeint dass ich gar nicht wisse mit wem ich es zu tun habe. ;) Ich war froh darüber. Zwar hätte ich ihm nichts getan, aber ich hätte ihn wahrscheinlich von mir weg und gegen die Wand gedrückt, damit er handlungsunfähig ist. Die Situation war unangenehm. Ich war ganz ruhig, hatte nicht mal Aggressionen ihm gegenüber verspürt, sondern mich wirklich nur verteidigen wollen, wäre es zum Extremfall gekommen. So oder so frage ich mich ob man so etwas nicht anders hätte lösen könnten, aber in Situationen wie diesen reagiert man eher instinktiv und hat auch wenig Zeit um nachzudenken. Wenn dein Gegenüber aggressiv ist, spürst du das auch. Vernünftige Worte prallen da schnell ab.

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bluttrinker13
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von bluttrinker13 »

@LegendaryAndre, tut mir leid das du so eine unangenehme Situation durchleben musstest. Gräm dich nicht, du hast sie wie ich finde gut gelöst, mit klaren Signalen und klarem Willen zur Deeskalation. Alleine das es nicht mal zu einer offenen Auseinandersetzung oder Geschreie kam, ist doch schon ein guter Erfolg. Vielen Menschen gelingt das nicht so einfach, was ich in Berlin des öfteren beobachten kann.

Chin up, buttercup! :D

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LegendaryAndre
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von LegendaryAndre »

bluttrinker13 hat geschrieben:
1. Mär 2021, 15:55
@LegendaryAndre, tut mir leid das du so eine unangenehme Situation durchleben musstest. Gräm dich nicht, du hast sie wie ich finde gut gelöst, mit klaren Signalen und klarem Willen zur Deeskalation. Alleine das es nicht mal zu einer offenen Auseinandersetzung oder Geschreie kam, ist doch schon ein guter Erfolg. Vielen Menschen gelingt das nicht so einfach, was ich in Berlin des öfteren beobachten kann.

Chin up, buttercup! :D
Danke für die netten Worte! Ja, stimmt. Im Grunde genommen hat es gut funktioniert und es ist nichts weiter passiert. Es hätte aber auch zur Eskalation kommen können, wenn der Mann gewaltbereit gewesen und sich nicht eingeschüchtert gefühlt hätte und das hat mich etwas irritiert.

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Ironic Maiden
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Ironic Maiden »

LegendaryAndre hat geschrieben:
1. Mär 2021, 15:34
Die Situation war unangenehm. Ich war ganz ruhig, hatte nicht mal Aggressionen ihm gegenüber verspürt, sondern mich wirklich nur verteidigen wollen, wäre es zum Extremfall gekommen. So oder so frage ich mich ob man so etwas nicht anders hätte lösen könnten, aber in Situationen wie diesen reagiert man eher instinktiv und hat auch wenig Zeit um nachzudenken. Wenn dein Gegenüber aggressiv ist, spürst du das auch. Vernünftige Worte prallen da schnell ab.
Das hast du doch gut gelöst. Der Typ wird jetzt wahrscheinlich eine Weile rummoppern, aber vielleicht überlegt er es sich beim nächsten Mal, ob er wieder so eine Szene, die ja bestimmt auch für ihn unangenehm war, herbeiführt.

Ich bin heute mal wieder Gesamtsituations-deprimiert. An meiner Schule gab es den nächsten Coronafall, zum Glück in einer Lerngruppe mit der ich gar keinen Kontakt habe. Aber ich durfte heute von weitem beobachten, wie der Rest der Klasse fröhlich ohne Masken und Abstand zum nächsten Supermarkt strömt. Ich weiß, dass es irrational ist, aber das macht mich einfach wütend. Das ist die 9. Klasse Hauptschule, die den Präsenzunterricht schon gut brauchen kann, weil die meisten davon einfach nicht selbstständig lernen können, aber dann halten sie sich kein Stück an die Regeln und gefährden damit letztendlich die Menschen, die an die Schule zitiert werden um sie zu unterstützen. Klar, das sind Teenager und wenn die immer vernünftig sein könnten, könnte man ihnen auch direkt Wahlrecht, Führerschein und Lizenz zum Schnapskaufen geben, aber auf der rein emotionalen Ebene macht es mich wütend.
Ich vermisse es gerade im Moment dermaßen, mich mit Leuten zu treffen, meine Freunde zur Begrüßung zu umarmen, ohne Nachzudenken mit Gruppen von Leuten unterwegs zu sein und all sowas, und auch wenn das Luxusprobleme sind im Vergleich zur Situation von anderen, nervt es. (Das mir nach 90 Minuten in einem ausgekühlten Raum mit ständigem Lüften den ganzen Tag schon einfach nicht wieder warm wird, versetzt mich auch nicht unbedingt in gnädigere Stimmung.)

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LegendaryAndre
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von LegendaryAndre »

Ironic Maiden hat geschrieben:
1. Mär 2021, 17:08
Das hast du doch gut gelöst. Der Typ wird jetzt wahrscheinlich eine Weile rummoppern, aber vielleicht überlegt er es sich beim nächsten Mal, ob er wieder so eine Szene, die ja bestimmt auch für ihn unangenehm war, herbeiführt.
Das ist ein guter Gedanke!
Ironic Maiden hat geschrieben:
1. Mär 2021, 17:08
Ich bin heute mal wieder Gesamtsituations-deprimiert. An meiner Schule gab es den nächsten Coronafall, zum Glück in einer Lerngruppe mit der ich gar keinen Kontakt habe. Aber ich durfte heute von weitem beobachten, wie der Rest der Klasse fröhlich ohne Masken und Abstand zum nächsten Supermarkt strömt. Ich weiß, dass es irrational ist, aber das macht mich einfach wütend. Das ist die 9. Klasse Hauptschule, die den Präsenzunterricht schon gut brauchen kann, weil die meisten davon einfach nicht selbstständig lernen können, aber dann halten sie sich kein Stück an die Regeln und gefährden damit letztendlich die Menschen, die an die Schule zitiert werden um sie zu unterstützen. Klar, das sind Teenager und wenn die immer vernünftig sein könnten, könnte man ihnen auch direkt Wahlrecht, Führerschein und Lizenz zum Schnapskaufen geben, aber auf der rein emotionalen Ebene macht es mich wütend.
Verständlich! Eine Freundin von mir arbeitet auch als Lehrerin an einer Schule und hat mir Ähnliches berichtet. Obwohl sie eigentlich eine sehr stressresistente und belastbare Person ist, habe ich das Gefühl dass sie manchmal an ihre Grenzen kommt. Sie hat auch gesagt dass sie noch so viel zu tun hatte wie zur Zeit der Pandemie. Zum Glück sind sie und ihre Kollegen / Kolleginnen alle gut miteinander vernetzt und tauschen sich regelmäßig über Probleme aus. Ich bewundere euch wirklich für das was ihr in dem Beruf leistet!
Ironic Maiden hat geschrieben:
1. Mär 2021, 17:08
Ich vermisse es gerade im Moment dermaßen, mich mit Leuten zu treffen, meine Freunde zur Begrüßung zu umarmen, ohne Nachzudenken mit Gruppen von Leuten unterwegs zu sein und all sowas, und auch wenn das Luxusprobleme sind im Vergleich zur Situation von anderen, nervt es. (Das
Belastungen dieser Art zwischendurch mal zu erleben ist eine Sache, aber täglich mit solchen Problemen konfrontiert zu werden ist schon anstrengend. Kontakte sind als Ausgleich hin und wieder sehr wichtig. Sogar mir als Nerd fehlt das inzwischen ziemlich! Skype & Co sind kein echter Ersatz für mich. Ich würde gerne die kleine Tochter eines Freundes öfters sehen, die ich sehr mag oder wieder mal vor Ort eine Hot Seat-Runde Civilization spielen. Gut, da könnte man sich ja zur Not vorher testen lassen, aber bei Kindern ist es schwieriger.
Ironic Maiden hat geschrieben:
1. Mär 2021, 17:08
(Das mir nach 90 Minuten in einem ausgekühlten Raum mit ständigem Lüften den ganzen Tag schon einfach nicht wieder warm wird, versetzt mich auch nicht unbedingt in gnädigere Stimmung.)
Zumindest dieses Problem wird die Zeit lösen! ;) Der Frühling naht ja bereits.

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