COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

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Inkognito
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Inkognito »

Peter hat geschrieben:
5. Mär 2021, 23:13
Voigt hat geschrieben:
5. Mär 2021, 21:31
Ich verstehe bloß aber noch nicht ganz inwiefern 60% weniger in Impfgruppe angesteckt nicht gleichbedeutend 60% Wirkchance des Mittels.
Wie schon oben geschrieben wurde: Das ist nur eine relative Angabe, die sich auf die Anzahl der symptomatischen Infektionen bezieht. Und die Betonung liegt hier auf symptomatisch, denn Ansteckungen ohne Symptome wurden in den Studien gar nicht erfasst. D.h. theoretisch könnte sich trotz des relativen 95%-Schutzes von Biontech in Wirklichkeit ein viel größerer Prozentsatz angesteckt haben, ohne dabei Symptome zu entwickeln. Deswegen weiß man ja auch noch nicht, ob Geimpfte das Virus weiterverbreiten können (wobei erste Indizien Hoffnung geben).
Peter, das denke ich nicht mit den Symptomen.

Es gibt Blind A/B Tests. D.h. Niemand außer die Auswertenden weiß, wer die Impfung und wer dss Placebo erhält.
Am Ende der Periode mit je 1.000 Testpersonen gab es 100 Infektionen in der Placebo Gruppe und 10 Infektionen in der Impfgruppe. Also hatte es eine Wirksamkeit von 90%.

In Israel war es dann eine Real-Life Studie mit 90% Wirksamkeit.

Fraglich ist, ob und wie stark man jemandem anstecken kann, wenn z.B. die Viren in deinem Rachen sind, die Impfung wirkt, du also nicht selbst infektiös wirst, aber natürlich die Viren an andere geben kannst.
Gesunder Menschverstand sagt einem, dass diese Ansteckung anderer trotz Impfung gering sein müsste. Hoffentlich. :)

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Peter
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Peter »

Inkognito hat geschrieben:
6. Mär 2021, 16:34
Peter, das denke ich nicht mit den Symptomen.
Ist aber so, lies dir die Studie durch, oder eine Zusammenfassung.

Inkognito
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Inkognito »

Hast du da einen Link?

Am interessantesten dürfte sein:
Wann und wie oft wird getestet?
Wenn das die Probanten selbst entscheiden durften, dann könnte es sein, dass in beiden Gruppen je 200 asymptomatische Infizierte waren. Dann wäre die Wirksamkeit nur noch bei 30%. Eine seriöser Studie würde wöchentliche Pflichttests enthalten.

Da es in Israel bestägt wurde, gehe ich davon aus, dass die 90 Prozent stehen. Und das sogar mit der britischen Variante. Aber schicke gerne einen Link rum.

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Wudan
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Wudan »

So, die Einschläge kommen nah.

Mein Neffe hat Covid. Und damit meine Schwester wahrscheinlich auch. Wird am Montag aber erst getestet.
Ihm geht es so mittelmäßig. Fühlt sich krank, Halsweh Kopfweh bisschen Fieber. Strenge Quarantäne jetzt.

Er hat sichs sehr sicher auf der Arbeit geholt. Ein Metallbaubetrieb die offensichtlich auf Sicherheitsmaßnahmen scheissen. Er hat erst am 1.3. dort angefangen, 5 aus dem Betrieb haben es, er ist sofort wieder gekündigt worden als der positive Test da war. Einfach weil sie´s halt können in der Probezeit. Kann man sich das vorstellen??

Richtiger Scheiss :cry:

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DickHorner
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von DickHorner »

Alter Schwede. Die würden einen höflichen, aber doch sehr bestimmten Brief von meinem Anwalt bekommen.

lolaldanee
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von lolaldanee »

Das ist noch dümmer, als es frech ist. Manchmal fragt man sich ja schon, ob solche Chefs die Grundrechenarten beherschen. Mal ganz abgesehen von der moralischen Komponente, die natürlich unter aller Sau ist, sind allein die Verwaltungskosten für so eine Aktion so hoch, dass es an Dummheit nicht zu glauben ist

meieiro
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von meieiro »

Ein Kumpel von mir wurde jetzt auch positiv getestet und ist auch krank. Nicht schlimm, aber halt bettlägrig.
Ich habe am Wochenende mit ihm geredet.
Er arbeitet als Landschaftsgärtner und hat es sich höchstwahrscheinlich von einem Kollegen geholt, der vor ihm krank wurde.
Der erste Hammer ist schon mal, dass das Gesundheitsamt sich bei ihm gemeldet hat und er von dem Kollegen nicht als Kontaktperson angegeben war, obwohl sie zusammen in einem Auto gefahren sind.
Er hat dann als er das positive Testergebnisse bekommen hatte in seiner Firma angerufen. Sein Chef hat ihm dann gleich mal gesagt, er soll seinen Trupp mit dem er normalerweise unterwegs ist, nicht als Kontaktpersonen angeben, weil er die Leute braucht.
Und das wird wahrscheinlich kein Einzelfall sein.
Bei uns am Land weiß ich zum Beispiel auch, dass es Dörfer gibt, wo sich die Nachbarn auch schon mal zum Kartenspielen oder auf ein, zwei Bier treffen. Und ich bezweifle mal stark, dass da einer bei einem positven Tests die ganze Nachbarschaft als Kontaktperson angibt.

Anderes Thema. Mein Neffe war für, ich glaube, 7 Tage in der Schule. EIner seiner Mitschüler wurde in der Zeit positiv auf Corona getestet und jetzt darf mein Neffe erstmal 10 Tage zuhause in Quarantäne rumsitzen.

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bluttrinker13
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von bluttrinker13 »

Diese allgemeine Unverantwortlichkeit ist ja kaum zu glauben.
Krass was ihr da für Geschichten erzählt, mE definitiv keine Einzelfälle wenn die schon in unserer beschränkten Stichprobe multipel auftauchen.

So gern ich auch mit über die Politiker schimpfe (#CDUbestrafenHerbst21), aber es führt einem auch noch mal vor Augen wie breit sich "Schuld" (i. Sinne von vermeidbaren Risiken oder Negativkonsequenzen) in der Gesellschaft eigentlich verteilt.

Inkognito
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Inkognito »

Wie viel an Corona Strafgeldern hat das Land Berlin denn eingesammelt? Konvergiert gegen 0!

Wie viele Strafen mussten denn Politiker zahlen für Verstöße?
Entweder Nichts (Spahns Wahlkampfdinner) oder als Spende (um es von der Steuer absetzen zu können)

-> Beides politische Probleme!

Wenn wir mitten im Lockdown eine ähnlich hohe Mobilität wie VOR(!) Corona haben, wer trägt hierfür die Verantwortung?

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Tsuran
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Tsuran »

bluttrinker13 hat geschrieben:
8. Mär 2021, 11:43
Diese allgemeine Unverantwortlichkeit ist ja kaum zu glauben.
Krass was ihr da für Geschichten erzählt, mE definitiv keine Einzelfälle wenn die schon in unserer beschränkten Stichprobe multipel auftauchen.

So gern ich auch mit über die Politiker schimpfe (#CDUbestrafenHerbst21), aber es führt einem auch noch mal vor Augen wie breit sich "Schuld" (i. Sinne von vermeidbaren Risiken oder Negativkonsequenzen) in der Gesellschaft eigentlich verteilt.
Das ist jetzt für mich nicht sonderlich überraschend. Man muss schon sehr realitätsfern gewesen sein, um zu sehen, dass der sogenannte Lockdown nicht so gelaufen ist wie er sollte, obwohl er auf dem Papier noch drastischer war als der erste. Im Gegensatz dazu haben aber diesmal viele Firmen einfach weiter gemacht, wo sie im Frühjahr 2020 zugesperrt haben. Und selbstverständlich haben sich alle Firmem UND auch alle Mitarbeiter in diesen Firmen :roll: alle an die gebotenen Maßnahmen gehalten.

Was aber "irgendwo" beschlossen wird, und was dann am Ende bei einer Firma in ihren eigenen vier Wänden umgesetzt wird, sind mangels empfindlicher Strafen und Kontrollen zwei vollkommen unterschiedliche Paar Stiefel. Ich bin durch meine persönliche Erfahrung im Berufsleben leider sehr negativ geprägt, aber ein Wort wie Verantwortung ist im Besten Fall ein Buzzword mit dem man sich nach außen gerne schmückt.

Meine Frau hat das mal als "Lockdown des geringsten Widerstandes" definiert. Den kleinen privaten Trottel kann man relativ easy wegregulieren, die kleinsten Firmen entweder mit Auflagen oder ruinöser Strafandrohung bei Verstößen still halten. Erst ab dem Niveau wo genug Power vorhanden ist, dass es kritisch werden könnte (und der Lobbymann in der Bürotür steht), da werden die Maßnahmen dann relativ liberal und "bauen auf die Verantwortung der Unternehmen." Wenn ich diesen Spruch in Deutschland höre, dann heißt das nichts anderes: "Macht, was für euch am Besten ist."
bluttrinker13 hat geschrieben:
8. Mär 2021, 11:43
So gern ich auch mit über die Politiker schimpfe (#CDUbestrafenHerbst21), aber es führt einem auch noch mal vor Augen wie breit sich "Schuld" (i. Sinne von vermeidbaren Risiken oder Negativkonsequenzen) in der Gesellschaft eigentlich verteilt.
Unsere Gesellschaft gibt ein jämmerliches Bild ab, auf mehreren Ebenen. Daran hat aber auch unsere Politiklandschaft einen nicht unterheblichen Anteil, denn, es wird ja vorgelebt. Amthor (Lügen, "Fehler"), Scholz (vergessene Bankgeschäfte), Scheuer (Maut...), Löbel, Nüßlein, Spahn nur um ein paar Beispiele aus der aktuellen Vergangenheit zu nennen. Oder der Abgas"skandal". Das färbt ab, und man braucht sich nicht wundern.

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bluttrinker13
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von bluttrinker13 »

Tsuran hat geschrieben:
8. Mär 2021, 13:26
Unsere Gesellschaft gibt ein jämmerliches Bild ab, auf mehreren Ebenen. Daran hat aber auch unsere Politiklandschaft einen nicht unterheblichen Anteil, denn, es wird ja vorgelebt. Amthor (Lügen, "Fehler"), Scholz (vergessene Bankgeschäfte), Scheuer (Maut...), Löbel, Nüßlein, Spahn nur um ein paar Beispiele aus der aktuellen Vergangenheit zu nennen. Oder der Abgas"skandal". Das färbt ab, und man braucht sich nicht wundern.
Völlige Zustimmung zu deinem restlichen Post. Allerdings bin ich hier anderer Meinung. Ich glaube nicht, dass das abfärbt, ich glaube eher, das wird zur Legimitation benutzt von den eigenen Schweinereien, die man so anstellt. Im outcome wahrscheinlich fast dasselbe, allerdings halte ich es für illusorisch dass Politiker heutzutage auch noch irgendeine realiter Vorbild- oder Modellfunktion haben.

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Tsuran
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Tsuran »

bluttrinker13 hat geschrieben:
8. Mär 2021, 13:33
Völlige Zustimmung zu deinem restlichen Post. Allerdings bin ich hier anderer Meinung. Ich glaube nicht, dass das abfärbt, ich glaube eher, das wird zur Legimitation benutzt von den eigenen Schweinereien, die man so anstellt. Im outcome wahrscheinlich fast dasselbe, allerdings halte ich es für illusorisch dass Politiker heutzutage auch noch irgendeine realiter Vorbild- oder Modellfunktion haben.
Hmmh, meinst? Läuft auf ein Henne <-> Ei Ding raus. Ein Politiker kann heute schon ein Vorbild sein, aber halt vermutlich nicht für die Dinge, die sich der gemeine Bürger so vorstellt. Das ein Politiker in entsprechenden Machtgefilden aber sein Handeln danach abbildet was der normaler Bürger vorlebt - das glaube ich nicht. Andererseits ist die Person ja auch irgendwo aufgewachsen und wurde so von der Gesellschaft geprägt. Irgendwann muss das angefangen haben, und die Auswüchse kommen jetzt halt raus. ODER es war schon immer so, aber es wurde nicht so publik.

In meinem Umfeld stelle ich aber schon fest, dass immer mehr Menschen für sich sagen: "Schau Dir das an, aber mir erzählen wollen [Steuermoral, usw. hier einfügen]". Am krassesten sehe ich das bei meinem Vater. Sein ganzes Berufsleben ein Verwaltungsbeamter (Sozialversicherung). Vom deutschen Staat und seinem System überzeugt. Ich erinnere mich noch gut daran als Kind/Jugendlicher wie er mir bestimmte Systeme und deren Ideen dahinter erklärt hat. Heute? "Finger weg von allem wo der Staat seine Finger drin hat."

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bluttrinker13
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von bluttrinker13 »

Nee, was ich meinte, war quasi ein katalytischer Effekt des Fehlverhaltens von Politikern auf Bürger, welche eh schon nah dran sind, unethische Scheisse zu bauen, oder sich in einer Grauzone bewegen, bspw was das eigene Geschäftsgebaren angeht. Anders gesagt, existierende Leute mit dem Mindset ala "Man muss sich nehmen, was einem zusteht, sonst ist man der Gekniffene" / "Jeder ist sich selbst der nächste" / "Hilft jeder sich selbst ist allen geholfen" usw. fühlen sich durch das Fehlverhalten von bspw. Politikern noch mehr legitimiert, oder auch indirekt unter Handlungsdruck gesetzt, jetzt auch selbst mal zuzugreifen, bevor's zu spät ist. Würde mich auch nicht wundern, das wenn dann mal die Abrechnung dafür kommt, dann auch gleich eine Art Rechtfertigung mitgeliefert wird der Marke "Aber die anderen tun doch auch...".

Für Leute die nicht so drauf sind, und bspw viel moralischer und wertebetont, würde das Politiker-Fehlverhalten wiederum eher zu Ablehnung und Abwendung führen (wie bei deinem Vater?), wenn nur von sowas wie CDU, ok be my guest, aber wenn von Politik allgemein, problematisch. Deshalb lese ich auch Lobo's "Groll"-Erklärung eher mit demokratischer Sorge, da sind Anklänge von unguten Tendenzen drin, aber situativ wohl nachvollziehbar. Naja, anderes, schwieriges Thema.

Das man wenn man in die CDU eintritt Bock auf Geld hat, sehe ich mal als gegeben an. Gibt sicherlich auch ehrliche, "richtige" Konservative, für welche Moral und (Selbst-)Verantwortung noch Teil ihrer polit. Ideologie sind. Allein, ich kenne keinen. Ich kenne nur so Spacken wie den Amthor. :D

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Cthalin
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Cthalin »

Ich glaube nicht, dass das von der Politik auf die Bevölkerung abfärbt. Viel stärkeren Einfluss hat doch die Wirtschaft und "der Markt". Und hier erzählt man seit Jahrzehnten, dass es nur an *dir* liegt, wenn du kein Millionär bist oder es dir schlecht geht."Leistungsträger" unserer Gesellschaft würden doch selbstverständlich glücklich, reich und schön sein. Immer mehr "Eigenverantwortung" wird propagiert und gefordert, was auch nur eine andere Formulierung ist für "wir lösen die Solidargemeinschaft dann mal weiter auf". Ich freue mich wirklich, wenn ich mal positive Berichte lese alleine schon von Nachbarn die sich helfen. Aber zumindest das System das ich hier kenne in Deutschland entwickelt sich eher in die andere Richtung. Ellbogenmentalität und dieser Wunschtraum aus Amerika "jeder Tellerwäscher kann Millionär werden". Klar kann es für einzelne klappen. Dem gegenüber stehen aber ungleich mehr gescheiterte Existenzen, die früher sozialer aufgefangen wurden. Heute haben wir dafür Hartz4 + Sanktionen.

Was die Politiker angeht erwarte ich null Besserung. Man sieht ja immer wieder dass jegliches Fehlverhalten größtenteils konsequenzlos bleibt. Dass dieser Amthor wieder auf Listenplatz 1 steht... Da gruselts mich. Ich denke dem wäre nur bei zu kommen, wenn Politiker zu einer gewissen Verantwortung gezwungen werden würden. Schöne Anekdote dazu aus aktueller Zeit: Ich habe inzwischen mit 4 anderen Familienparteien telefoniert die kreuz und quer verteilt in D wohnen. Und *jeder* hat erbost davon berichtet, dass natürlich der jeweilige Landrat/Bürgermeister/whatever gaaanz *zufällig* im Impfzentrum daneben stand, als *zufällig* noch eine Dosis übrig war. Und kaum einer von diesen netten Lokalpolitikern hat auch nur das geringste Empfinden von Unrecht. Schließlich kann man ja "die Dosis nicht wegschmeißen!". :roll:

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Filusi
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Filusi »

Ach wenn nicht so traurig wäre, aber auch hier eine kleine Geschichte von mir:

Meine Tochter ist seit, ich glaube Ende Januar, wieder in Präsenz im Wechseluntericht in der Schule (Abschlussjahrgang 12. Klasse).

Und was ich da so mitbekomme, ist eigentlich Zeitungsreif.

Da gabs einen bestätigten Fall in der anderen Gruppe. Unser Landkreis bzw. dessen Gesundheitsamt schickte die restlichen Schüler dieser Gruppe in Quarantäne, wegens dem verübten Sportunterricht.

Der Nachbarlandkreis hingegen sprach keine Quarantäne aus und diese Schüler mussten wieder in Präsenz an die Schule.

Und was macht der Direktor?

Steckt diese Schüler natürlich zu meiner Tochter in die 2. Gruppe.... :facepalm:

Das Gesundheitsamt unseres Landkreises wollte den Fall auf mehrfache Nachfrage von Eltern und Großeltern untersuchen, meldet sich dann aber einfach nicht mehr zurück...

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Tsuran
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Tsuran »

Filusi hat geschrieben:
8. Mär 2021, 20:54
Meine Tochter ist seit, ich glaube Ende Januar, wieder in Präsenz im Wechseluntericht in der Schule (Abschlussjahrgang 12. Klasse).
Ich sehe mit einiger Sorge der nächsten Woche entgegen, wo meine Tochter wieder in den Wechselunterricht muss (wegen einer Woche, weil dann Osterferien). Wir hatten das Spiel mit der Quarantäne schon mal. Lehrer infiziert - 2 Wochen, Coronatest, mein Arbeitgeber meinte ich brauche gar nicht erst kommen bis der Test negativ zurück ist. Und das Beste ist: Am Anfang war meine Tochter wegen dem Distanzunterricht nicht so begeistert. Wir haben ihr dann ihren eigenen Rechner gekauft und ihr einen eigenen Arbeitsplatz eingerichtet damit sie ungestört arbeiten kann. Ich erkenne mein Kind nicht wieder! Ich habe den Eindruck, dass sie mit dem Distanzunterricht eher aufgeblüht ist, als anders herum.
Filusi hat geschrieben:
8. Mär 2021, 20:54
Steckt diese Schüler natürlich zu meiner Tochter in die 2. Gruppe.... :facepalm:

Das Gesundheitsamt unseres Landkreises wollte den Fall auf mehrfache Nachfrage von Eltern und Großeltern untersuchen, meldet sich dann aber einfach nicht mehr zurück...
Ich erwarte, dass im Nachgang der Pandemie, wenn Spätfolgen (gesundheitlich, wirtschaftlich usw.) bekannt sind, einige Gerichte in Deutschland sehr knifflige Entscheidungen treffen werden müssen. Es könnte sein, dass der ein oder andere Verantwortliche sich aktuell bereits in Abseits gestellt hat, ohne es zu erwarten. Also bspw. der Direktor, oder Mitarbeiter in Ämtern, Pflegedienstleister die kranke Mitarbeiter zu den Patienten schicken usw.

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Peter
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Peter »

Peter hat geschrieben:
16. Feb 2021, 15:07
Generell war im Impfzentrum übrigens erschreckend wenig los. Es waren längst nicht alle Stationen besetzt und an den anderen haben die Bediensteten Däumchen gedreht ("Sie können an Station 1 gehen, oder 2, oder 3, oder, naja, sie sehens ja"). Im Wartebereich standen 100 leere Stühle herum und vielleicht fünf Leute, die sich das Erklärungsvideo angeschaut haben.
Jetzt beim zweiten Termin sah die Sache komplett anders aus. Bei der Anmeldung gab es schon eine Schlange (wobei nach wie vor nicht alle Stationen besetzt waren) und im Impfbereich waren mindestens doppelt so viele Praxen geöffnet (eine komplette Seite war da letztes Mal noch zu). Dennoch saßen im Wartebereich locker 100 Leute. Entsprechend mussten wir dieses Mal tatsächlich eine Weile warten, aber insgesamt lief das alles noch immer sehr reibungslos. Kaum auszudenken, wie weit wir wären, wenn das in den ersten zwei Monaten auch schon so ausgesehen hätte...

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ragdel
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von ragdel »

Peter hat geschrieben:
9. Mär 2021, 14:37
Kaum auszudenken, wie weit wir wären, wenn das in den ersten zwei Monaten auch schon so ausgesehen hätte...
Da hätten sich die Leute aber sehr geärgert, wenn die meisten wieder weggeschickt worden wären, weil kein Impfstoff da ist.
Der ist immer noch Mangelware. Die Termine können nur so hochgefahren werden, wie wir auch Impfstoff haben.

AstraZeneca entwickelt sich z.B. inzwischen echt zur Mangelware. Wir können da nun auch nicht mehr die Termine anbieten, die wir noch bis zu dieser Woche angeboten haben.
Die meisten Impfzentren haben viel höhere Impfmöglichkeiten von Personal/Räumlichkeiten.

Die starre ImpfVO und die Presse tun da noch ihr übriges, dass es nicht schneller geht.

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Ines
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Ines »

ragdel hat geschrieben:
11. Mär 2021, 08:50
Peter hat geschrieben:
9. Mär 2021, 14:37
Kaum auszudenken, wie weit wir wären, wenn das in den ersten zwei Monaten auch schon so ausgesehen hätte...
Da hätten sich die Leute aber sehr geärgert, wenn die meisten wieder weggeschickt worden wären, weil kein Impfstoff da ist.
Der ist immer noch Mangelware. Die Termine können nur so hochgefahren werden, wie wir auch Impfstoff haben.
Außerdem ist ja nicht nur in den Impfzentren geimpft worden. Es gab doch diese mobilen Teams in den Pflegeheimen und in die Krankenhäuser wurde der Impfstoff geliefert, sodass das Personal es dort selbst verimpft hat.
"Se faire objet, se faire passive, c'est tout autre chose q'être un objet passif" (S. de Beauvoir)

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Peter
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Peter »

ragdel hat geschrieben:
11. Mär 2021, 08:50
Peter hat geschrieben:
9. Mär 2021, 14:37
Kaum auszudenken, wie weit wir wären, wenn das in den ersten zwei Monaten auch schon so ausgesehen hätte...
Da hätten sich die Leute aber sehr geärgert, wenn die meisten wieder weggeschickt worden wären, weil kein Impfstoff da ist.
Der ist immer noch Mangelware. Die Termine können nur so hochgefahren werden, wie wir auch Impfstoff haben.
Ich meinte das in dem Sinne, wie viele Menschen bereits geimpft sein könnten, wenn denn von Anfang an genügend Impfstoff dagewesen wäre. Denn dass jetzt ein vielfaches von dem geimpft wird wie noch vor drei Wochen, hat man auf den ersten Blick gesehen.

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