COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

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oilrumsick
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von oilrumsick »

Andre Peschke hat geschrieben: 17. Apr 2021, 00:57 Das größte Problem wird ja die fälschungssichere Belegbarkeit sein.
Ich hoffe, dass sie es nicht übertreiben. Bei der durchschnittlichen kriminellen Energie, die wir so haben, reicht doch ein rudimentärer Fälschungsschutz. Ich würde den Fokus auf jeden Fall auf Tempo und Bürokratiearmut legen als auf Sicherheit (aber die Ansicht habe ich bei den meisten Sachen, daher bin das vielleicht auch nur ich). Die wirklich Entschlossenen hält selbst der beste Fälschungsschutz nicht ab und beim Rest reicht auch soviel, dass es nicht mit dem heimischen Drucker und Word geht.

Aber vermutlich wird es wieder absurd umständlich und trotzdem unsicher...
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lipt00n
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von lipt00n »

oilrumsick hat geschrieben: 17. Apr 2021, 12:04
Andre Peschke hat geschrieben: 17. Apr 2021, 00:57 Das größte Problem wird ja die fälschungssichere Belegbarkeit sein.
Ich hoffe, dass sie es nicht übertreiben. Bei der durchschnittlichen kriminellen Energie, die wir so haben, reicht doch ein rudimentärer Fälschungsschutz. Ich würde den Fokus auf jeden Fall auf Tempo und Bürokratiearmut legen als auf Sicherheit (aber die Ansicht habe ich bei den meisten Sachen, daher bin das vielleicht auch nur ich). Die wirklich Entschlossenen hält selbst der beste Fälschungsschutz nicht ab und beim Rest reicht auch soviel, dass es nicht mit dem heimischen Drucker und Word geht.

Aber vermutlich wird es wieder absurd umständlich und trotzdem unsicher...
Man könnte noch mehrere Milliarden Euro in eine App versenken. Oder eine neue Karte, die die Bundesdruckerei anfertigt. Und wegen dem großen Ansturm (völlig überraschend übrigens, wie immer) kommt es dann zu Verzögerungen von 12-24 Wochen, was das ganze Dokument fast ad absurdum führt. Das wäre so richtig "Deutschland-like".
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Andre Peschke
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Andre Peschke »

oilrumsick hat geschrieben: 17. Apr 2021, 12:04
Andre Peschke hat geschrieben: 17. Apr 2021, 00:57 Das größte Problem wird ja die fälschungssichere Belegbarkeit sein.
Ich hoffe, dass sie es nicht übertreiben.
Hoffen, tu ich es auch. Aber erwarten... Hmmm. Ich vermute vor allem, sie machen eine digitale Lösung, die dann für alte Menschen nicht taugt oder sowas. Irgendein Ding, bei dem Zugunsten von was eher bürokratischem wie Fälschungssicherheit dann ein unkomplizierter Rollout ins Straucheln gerät. Was an sich auch normal wäre. Sie hätten halt vor Monaten damit anfangen sollen. Das ist, nach wie vor, mein größter Stein des Anstoßes. Das was verkehrt läuft, geschenkt. Die mangelnde Voraussicht ist ärgerlich.

Andre
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BummsGeordy
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von BummsGeordy »

wenn es nur die mangelnde Voraussicht wäre... :/
in meinem Bundesland steigt die Inzidenz heftig, die Intensivbetten werden voll (teils keine Betten mehr zu bekommen - arbeite in einem Covid-Schwerpunkt-Krankenhaus) aber so ziemlich alles wurde erst kürzlich geöffnet: Fitnessstudios, Geschäfte, Restaurants... und gerade eben verkündet unser Ministerpräsident, dass alles super wäre, sein Konzept funktioniert und nur man noch ein bisschen an Testanforderungen Nachregeln wolle...

Ich fühle mich wie in so ner absurden Dystopie, bei der alle um mich herum den Verstand verloren haben...
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DickHorner
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von DickHorner »

Juhu! Ich habe jetzt 2 (in Worten: zwei) Tests bekommen, zusammen mit einem Formular, auf dem ich dann immer schön die Testergebnisse eintrage, und das ich auch ständig am Mann haben muss. Nächste Woche bekomme ich dann wieder zwei Tests. Kann ich mir jetzt 2x die Woche die Nase harpunieren. Warum auch impfen!. Das ist alles so eine Grütze...
Santiago Garcia
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Santiago Garcia »

Wenn ihr Euch mal so richtig schön die Stimmung verhageln wollt: In der ARD Mediathek gibt es eine vierteilige Doku über eine COVID-Intensivstation an der Berliner Charité.

https://www.ardmediathek.de/sendung/cha ... lbnNpdg/1/
Rince81
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Rince81 »

Nächster MP mit einer bemerkenswerten Aussage, der Saarländer Hans:
Wenn man jetzt erneut völlig unkreativ in einen weiteren Voll-Lockdown gehe, werde das zwar irgendwie helfen, sagte der CDU-Politiker der Zeitung „Die Welt“. Aber es werde auch für viel Verdruss sorgen.
Rettet zwar irgendwie Menschenleben, sorgt aber auch für Verdruss. Das muss man gut gegeneinander abwägen.

Die aktuelle Krise zeigt immer deutlicher, dass unsere Vertreter, die wir gewählt haben damit sie für uns auch in Krisen die richtigen Entscheidungen treffen irgendwie nichts taugen...

Wenn wir im Herbst den ganzen Kram hoffentlich hinter uns gelassen haben, liegt das nicht an der deutschen Politik, sondern an Biontech und Pfizer. Mittlerweile haben fast 20% der Bevölkerung zumindest die Erstimpfung erhalten und die beiden Unternehmen produzieren zuverlässig mehr und mehr Serum und liefern mehr als sie versprochen haben.
Die "Gesendet von meinem HTC11 Life mit Tapatalk"-Signatur
Rince81
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Rince81 »

oilrumsick hat geschrieben: 17. Apr 2021, 12:04
Andre Peschke hat geschrieben: 17. Apr 2021, 00:57 Das größte Problem wird ja die fälschungssichere Belegbarkeit sein.
Ich hoffe, dass sie es nicht übertreiben. Bei der durchschnittlichen kriminellen Energie, die wir so haben, reicht doch ein rudimentärer Fälschungsschutz. Ich würde den Fokus auf jeden Fall auf Tempo und Bürokratiearmut legen als auf Sicherheit (aber die Ansicht habe ich bei den meisten Sachen, daher bin das vielleicht auch nur ich).
Ich denke Impfausweise werden uns dann einige Zeit erhalten bleiben, gerade für Reisen und ähnliches. Ich wäre daher dafür es einmal richtig zu machen statt in ein Szenario zu sein, dass du für jede Reise irgendwelche beglaubigten Bescheinigungen brauchst.
Die "Gesendet von meinem HTC11 Life mit Tapatalk"-Signatur
Inkognito
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Inkognito »

Rince81 hat geschrieben: 17. Apr 2021, 20:36 Nächster MP mit einer bemerkenswerten Aussage, der Saarländer Hans:
Wenn man jetzt erneut völlig unkreativ in einen weiteren Voll-Lockdown gehe, werde das zwar irgendwie helfen, sagte der CDU-Politiker der Zeitung „Die Welt“. Aber es werde auch für viel Verdruss sorgen.
Rettet zwar irgendwie Menschenleben, sorgt aber auch für Verdruss. Das muss man gut gegeneinander abwägen.
Unbeliebte Entscheidungen?
Nicht mit den den deutschen Politikern!
:?
(Wobei ja die Mehrheit härtere Maßnahmen gutheißen würde!)

Der eindrucksvollste Satz hierzu eines Politikers seit langer Zeit kommt von seinem Kollegen, CDU Ministerpräsident Reiner Haseloff:
"Es geht nur um die harte Machtfrage: Der Kanzlerkandidat solle entlang der persönlichen Popularitätswerte bestimmt werden."
"Es gehe nicht um persönliche Sympathie, Vertrauen oder Charaktereigenschaften."
:oops:

Das ist nicht auf einem geheimen Tale abgehört worden, das sagt der in einem Interview mit Deutschlands größtem Nachrichtenmagazin, dem Spiegel. :shock:
oilrumsick
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von oilrumsick »

Was genau stört dich an der Aussage? Er beschreibt doch nur den Kern unseres Wahlsystems.

Die Zusammensetzung des Bundestags ergibt sich aus den Stimmen, die die Parteien und Direktkandidaten von den Wählern bekommen. Die Wahlentschiedung mag an einzelnen Positionen, Tradition oder dem Direktkandidaten hängen, aber zumindest bei den Parteien, die eine realistische Chance haben, den Kanzler zu stellen, spielt die Wahl des Kanzlerkandidaten eine gewisse Rolle. Also ist es doch klar, dass man den Kandidaten nimmt, der einem das beste Ergebnis verspricht. Denn selbst wenn man den Kandidaten nicht ideal findet (also mal hypothetisch aus der Sicht von Herrn Haselhoff gesprochen) ist es für die eigene politische Vision von Deutschland meist trotzdem aussichtsreicher zu regieren als nicht zu regieren (ausser man heisst Christian Lindner).
Außerdem ist es ja auch im Sinne der Wähler wenn man ihre Vorgaben berücksichtigt. Außer natürlich man traut dem Wähler nicht zu eine gute Entscheidung für das Land oder sich selbst zu treffen - dann stellt man aber das ganze System unserer Demokratie in Frage.

Am Ende ist das ganze ein Problem der Incentivierung. Stimmen bringen Erfolg, also wird auf das erzielen vieler Wahlstimmen optimiert. An vielen Unis wird bei der Einstellung auf den h-Index geschaut, also optimieren viele Doktoranden und PostDocs auf möglichst viele Veröffentlichungen mit möglist vielen Zitaten. In beiden Fällen hat das gemäß Goodhart's Law ungewollte Konsequenzen - bei der Politik eben Aussagen (bzw. die dahinterliegende Mentalität) wie von Herrn Haselhoff, in der Wissenschaft eine Schwämme von redundanten und irrelevanten Veröffentlichungen.
Nur ist das eben kein triviales Problem - es gibt einen ganzen Wissenschaftszweig, der sich mit dem Design von Belohnungsfunktionen für KIs befasst - und da ist keine allumfassende Lösung in Sicht.
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XfrogX
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von XfrogX »

lipt00n hat geschrieben: 17. Apr 2021, 01:22
XfrogX hat geschrieben: 16. Apr 2021, 23:43 Das sind wohl noch über Wochen oder Monate vorallem Leute die entweder wenig verdienen oder schon ziemlich alt sind.
Also die haben dann wieder die vollen Kosten für Personal ... aber nur sehr eingeschränkte Kundschaft.
Pflegepersonal, Erzieher*innen, Lehrer*innen, Ärzt*innen und deren Angestellte verdienen also nicht genug Geld für Restaurants, Bekleidungsgeschäfte und Elektromärkte? Oder wie darf ich das verstehen?
Nicht um diese alleine zu finanzieren, und natürlich sind da wenige gut Verdiener dabei, aber gerade die sind wahrscheinlich auch eher nicht in der Stimmung und mit der Langeweile gesegnet jetzt große Shopping Touren zu drehen.

Und Geschäfte die dann wieder normal offen haben, haben einfach auch normale laufende Kosten, bei nur einem sehr kleinen Anteil der normal potentiellen Kunden.
Wenn das dann aber vom Staat dazu genutzt wird zu sagen, wie können nun die Förderungen wieder senken oder gar einstellen wäre das wohl für die meisten Unternehmen viel schlimmer als nochmal einen richtigen lockdown um die zahlen runter zu fahren, auch mit den Einschränkungen für die geimpften.

Den wir werden es nicht schaffen alle nicht geimpften in den lockdown zu schicken aber für geimpfte gleichzeitig schon eine Rückkehr zu den alten Freiheiten zu Gewehren.
Crenshaw
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Crenshaw »

ich bin echt gespannt, wie sich der Handel nach der Pandemie wieder erholen kann, ich bin jetzt nicht der große Shopper, aber wenn ich sehe wie weit ich meine Spontankäufe reduziert habe und wie wenig mich das stört, dann denke ich nicht, das ich das groß ändern werde, gerade bei Kleidung (vor allen wenn man sich auch speziell bei Kleidung mal vor Augen führt, was das alles an Umweltinpact hat) und ich glaube das geht nicht nur mir so
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DickHorner
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von DickHorner »

Habe übrigens hinter vorgehaltener Hand aus dem Schulamt gehört, dass der aktuelle lockdown mindestens bis Ende des Monats geht, ziemlich sicher aber bis Ende Mai, wahrscheinlich sogar bis Mitte Juni fortgesetzt wird. Das war's dann mit diesem Schuljahr. Dann hätte ich echt Klassen, die ich dieses Halbjahr drei Mal persönlich gesehen habe.
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Terranigma
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Terranigma »

DickHorner hat geschrieben: 18. Apr 2021, 10:34 Habe übrigens hinter vorgehaltener Hand aus dem Schulamt gehört, dass der aktuelle lockdown mindestens bis Ende des Monats geht, ziemlich sicher aber bis Ende Mai, wahrscheinlich sogar bis Mitte Juni fortgesetzt wird. Das war's dann mit diesem Schuljahr. Dann hätte ich echt Klassen, die ich dieses Halbjahr drei Mal persönlich gesehen habe.
In NRW sagte Gebauer jedenfalls ja, dass die Eltern, Lehrkräfte, usw. sich Planungssicherheit wünschen, und der Wechselunterricht erst einmal gelten wird. Anders als zuvor, hat sie diesmal kein Enddatum genannt oder überhaupt eine zeitliche Frist. Ich nehme insofern in NRW jedenfalls stark an, dass der eingeschränkte Schulunterricht im Wechselmodell bis zu den Sommerferien beibehalten wird. Das wiederum auch nur, wenn die Inzidenz unter 200 bleibt - was sie wohl nicht tun wird. Andernfalls dürfte es wieder in den Distanzunterricht gehen. Aber eine volle Präsenz, wie man sie etwa noch im letzten Sommer und Herbst hatte, daran glaube ich dieses Schuljahr auch nicht mehr.
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Textsortenlinguistik
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Textsortenlinguistik »

Der Bund versucht doch noch Schließungen ab Inzidenz 100 gegen den Widerstand der MPs durchzudrücken. Mal sehen, was da nächste Woche auf uns zukommt.
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Ironic Maiden
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Ironic Maiden »

DickHorner hat geschrieben: 18. Apr 2021, 10:34 Habe übrigens hinter vorgehaltener Hand aus dem Schulamt gehört, dass der aktuelle lockdown mindestens bis Ende des Monats geht, ziemlich sicher aber bis Ende Mai, wahrscheinlich sogar bis Mitte Juni fortgesetzt wird. Das war's dann mit diesem Schuljahr. Dann hätte ich echt Klassen, die ich dieses Halbjahr drei Mal persönlich gesehen habe.
In Hessen heißt es, soweit ich das bisher mitbekommen habe, dass die Nicht-Abschlussklassen, also vor allem die Klassen 7 bis E am Gymnasium, noch drei Wochen im Distanzunterricht bleiben. Für die 5 und 6 gilt das Wechselmodell und die Kursphase der Oberstufe geht in die Schule. Ich habe über 80 Prozent meiner Schüler*innen seit Dezember nicht mehr gesehen, sondern nur im Onlineunterricht gehört, und ich glaube nicht, dass sich das so schnell ändern wird.

Ich denke, dass spätestens Mitte Juni verkündet werden wird, dass mindestens die Klassen im Distanzunterricht alle versetzt werden, oder ähnliches. Ich meine, es ist zwar möglich, aus dem Distanzunterricht sowas wie Noten zu generieren, aber die Kultusministerien müssten sich dann auf einen Tsunami aus Klagen vorbereiten. Es ist ja auch nicht einsehbar, wieso letztes Jahr alle versetzt wurden und auch Abschlusszeugnisse zuerkannt wurden, obwohl die Schule wesentlich kürzer geschlossen war als jetzt. Eine Vergleichbarkeit zwischen den Noten verschiedener Schulen (und teilweise auch Lehrern) ist kaum möglich, wenn an manchen Schulen vernünftiger Digitalunterricht stattfand, und an anderen nahezu nichts.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es dieses Halbjahr reguläre Zeugnisse für die meisten Klassen geben wird. Der einzige Grund, warum es dazu noch keine offiziellen Ansagen gibt, ist doch, dass dann viele Schüler*innen gar nichts mehr tun würden und die Eltern dann jetzt schon auf den Barrikaden stünden.

Mir ist die Frage der Benotung mittlerweile ziemlich Wurst, ich denke wir haben gerade wichtigere Probleme, und solange die Schüler*innen sinnvoll dazulernen reicht mir das. Aber natürlich ist das rein rechtlich gerade ein Riesenproblem und wird durch die kurzfristigen Ansagen und Unwägbarkeiten auch nicht besser.
Inkognito
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Inkognito »

oilrumsick hat geschrieben: 17. Apr 2021, 21:54 Was genau stört dich an der Aussage? Er beschreibt doch nur den Kern unseres Wahlsystems.
Du argumentierst technisch. Ich kann das verstehen und wertschätzen und dem auch zustimmen. Aber sobald eine nicht unwesentliche Anzahl an Menschen so denkt und handelt, brechen Systeme zusammen.

3 Punkte machen das aus der Sicht einer Demokratie sehr verwerflich:
1. Macht um der Macht willen.
Es geht ihm nicht um etwas zu erreichen oder umzusetzen, oder Ziele für das Volk, das zu vertreten ist, zu erreichen. Eigene Macht ist das Ziel. "Es geht NUR um die harte Macht."

2. Populismus >>> Inhalte
Es zählt einzig die Popularität. Inhalte sind nicht wichtig. Und es gibt sie auch nicht bei der Union. Kein Wahlprogramm, keine Ideen, keine Vision, nichts.
Ich habe mal nachgesehen, Pupulismus ist extrem negativ besetzt, es wird kein nach heutigen Maßstäben großer, positiv eingeordneter Politiker als Populist bezeichnet. Die Liste an Populisten setzt sich aus Extremisten und Diktatoren zusammen.

3. Am schlimmsten ist, dass Charaktereigenschaften unwichtig sein sollen,.... Für das wichtigste politische Amt in einem Land. Also weder positive noch negative fallen ins Gewicht. Aber welcher Populist hat einen positiven Charakter? Eben. Die haben stark negative besetzte Charaktere. Im Gegenteil man erwartet von führenden Politikern in Demokratien herausragende, einwandfreie Charaktere. Weil sonst ist das Land die längste Zeit eine Demokratie gewesen. Siehe von Schleicher und von Hindenburg.

Wen beschreibt Herr Haseloff also, wen präferiert er als Kanzler(kandidat)?

Eine Person, die extrem machthungrig zum eigenen Vorteil ist, die seine Inhalte einzig auf den Machterhalt und Machtausbau ausrichtet, die charismatisch und manipulativ eine hohe Beliebtheit in der breiten Bevölkerung erzielt, und dessen Charaktereigenschaften unerheblich sein sollen und wegen erstens und zweitens sich spätestens im Zeitablauf als stark negativ herausstellen.

Wer ist da archetypisch?
Saddam Hussein, aber auch Erdogan und Orban als sie erstmals an die Macht kamen. Und natürlich Trump.
Nicht zufällig haben die alle (außer Saddam😉) in der Corona Pandemie vollkommen versagt ihr Volk zu schützen - aber nur aus unserer Perspektive. Sie selbst sehen das anders.

Die Journalistin der FAZ hat es als die schlimmste Aussage eines deutsche Politikers der letzten 75 Jahre bezeichnet.
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Leonard Zelig
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Leonard Zelig »

Gutes Interview. Folgendes wünsch ich mir auch schon lange, aber noch sträubt sich die Politik gegen das Unvermeidliche.
SPIEGEL: Bedeutet das, dass wir uns auf ein Leben im Dauer-Lockdown einstellen müssen?

Martínez: Das wäre fatal. Dauerhafte Lockdowns sind ungesund und zermürbend. Ich bin ein gutes Beispiel: Im vergangenen Jahr war ich fast nur zu Hause und habe zehn Kilo zugenommen. Man bewegt sich viel weniger, hinzu kommt das Essen aus Langeweile oder Anspannung. Allein eine Gewichtszunahme um zehn Kilo aber kann das Risiko für einen schweren Coronaverlauf erheblich erhöhen – von anderen Risiken mal ganz abgesehen. Im Dauer-Lockdown verlieren die Menschen außerdem irgendwann die Hoffnung und das Vertrauen in die Politik. Sie machen einfach nicht mehr mit.

SPIEGEL: Wie könnte eine Lösung aussehen?

Martínez: Was besser funktioniert, sind vereinzelte, etwa 14-tägige, harte Lockdowns. Man muss in der Lage sein, die Fallzahlen so stark zu reduzieren, dass es möglich ist, die einzelnen Coronafälle zu kennen und Infektionsketten nachzuvollziehen. Tracken, testen, strenge Quarantäneregeln für Kontaktpersonen von Infizierten und für Einreisende, inklusive Überwachung. Im Grunde müsste man weltweit etablieren, was Neuseeland, Australien und einige asiatische Länder geschafft haben. Nur das wird uns auf absehbare Zeit ein weitgehend normales Leben ermöglichen. Die Impfungen allein werden nicht reichen.
https://www.spiegel.de/politik/ausland/ ... 6f8c39d2ff
"The whole problem with the world is that fools and fanatics are always so certain of themselves, but wiser people so full of doubts."

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DickHorner
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von DickHorner »

@Terranigma, Ironic Maiden: Bei uns ist seit den Ferien Distanzunterricht.
Ganz ehrlich, so ungeimpft ist mir das persönlich fast lieber, nur muss ich schon zugeben, dass mir in Sport langsam die Inspiration ausgeht. Und die anderen Fächer... na ja, wie ist denn so die Abgabequote bei Euch so? Ich habe neulich ne Lernerfolgskontrolle durchgeführt, also auch schön so, dass wirklich jeder was Gutes abgeben kann (Webseite gestalten zum Thema xy mit Adobe Spark), und selbst da haben nur 50% etwas abgegeben.
Rechtlich angreifbar, keine Ahnung ob es das wirklich ist. Bei uns ist die Ansage, dass wir pro Quartal 3 Noten brauchen, dann ist es safe. Und mit einer Prozessnote, einer Leistungsnote und einer Leistungsbeobachtungsnote komme ich da auch im Distanzlernen gut hin.
Die sind natürlich zum großen Teil wirklich mies, ich meine, nix abgegeben ist halt ne 6, da kann ich dann auch nix zudrücken, aber interessanter Weise haben auch die Klassen im Wechselunterricht immer nur die Sachen bearbeitet, die im Präsenzunterricht aufgegeben wurden, selbst wenn ich jedem persönlich gesagt habe, dass die Aufgaben im Distanzlernen gleichwertig bewertet werden. Na, Schüler:innen halt...
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Terranigma
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Terranigma »

DickHorner hat geschrieben: 18. Apr 2021, 17:53Ganz ehrlich, so ungeimpft ist mir das persönlich fast lieber, nur muss ich schon zugeben, dass mir in Sport langsam die Inspiration ausgeht. Und die anderen Fächer... na ja, wie ist denn so die Abgabequote bei Euch so? Ich habe neulich ne Lernerfolgskontrolle durchgeführt, also auch schön so, dass wirklich jeder was Gutes abgeben kann (Webseite gestalten zum Thema xy mit Adobe Spark), und selbst da haben nur 50% etwas abgegeben.
Nun, wir arbeiten mit MS Teams und der Stundenplan wird via Videokonferenz abgehalten, d.h. eine Abgabe von Hausaufgaben wie im ersten Lockdown haben wir nicht. Das lange Sitzen vor dem PC ist echt anstrengend und mehr Eigenarbeit fernab vom PC hätte ich begrüßt, aber so war die Entscheidung der Lehrerkonferenz. Damit hat sich das Problem bzgl. Abgaben jedenfalls geklärt, weil wir im Prinzip normalen Unterricht nach Stundenplan machen. Bevor wir das Modell gefahren haben, hatte ich Abgabequoten von ca. 80% würde ich sagen.
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