COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

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Rince81
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Rince81 »

HerrReineke hat geschrieben: 25. Mai 2021, 23:00 Das Impfportal hier oben in SH ist auch... interessant. Wird ja von Eventim betrieben (und lassen die sich auch ganz gut bezahlen). Positiv: Neue Termine (oder wieder freigewordene, weil abgesagte Termine) werden täglich um 07:00 und 17:00 freigegeben. Das ist wenigstens klar kommuniziert und für viele Menschen eine machbare Uhrzeit. Und wenn eine größere Menge Termine "reinkommt", wird das auch vorher angekündigt.
Edit: Das gilt wohl nur, wenn eine größere Menge Termine freigeschaltet wird. Ansonsten ploppel die einfach so auf. Was dazu führt, dass man einfach den ganzen Tag mit F5 vor dem PC sitzen kann. Und dann gibt es auch keine Warteschlange, dann sieht man immer mal wieder einen Termin und... hupps, schon vergeben :roll: Besonders lustig daran: Der Link, über den man Termine machen kann, ist jeweils nur zwei Stunden gültig. Danach muss man sich einen neuen Link generieren. Weil... :doh:

Negativ: Das System bricht trotzdem unter dem Ansturm zusammen. Letzten Donnerstag gab es 75.000 Termine - und über 400.000 in der digitalen Warteschlange. Und das System machte das wohl auch nicht so wirklich mit. :?
Bald gibt es eine Warteliste...
https://www.ndr.de/nachrichten/schleswi ... ng496.html
Bisher ist nur die Idee bekannt: Impfwillige sollen sich für ein Impfzentrum registrieren können, auch wenn gerade keine Termine verfügbar sind. Wenn sich das ändert, erhalten sie automatisch einen freien Termin zugewiesen. Sich einen Termin und - je nach Verfügbarkeit - selbst ein Impfzentrum auszusuchen, ist dann nicht mehr möglich. Das neue Verfahren soll Anfang Juni an den Start gehen.
Was für eine Idee! Man kloppt sich nicht mehr mit allen anderen um jeden einzelnen freien Termin, sondern kommt auf eine Liste und kriegt Bescheid wenn man dran ist. Revolutionär! Magie!
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Desotho
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Desotho »

Textsortenlinguistik hat geschrieben: 25. Mai 2021, 20:34 Ich bin eh gespannt, wann die Impfquote ein Plateau erreicht. Zwischen 60-70%?
In den USA scheint es ja nun teilweise schon mehr Termine als Impfwillige zu geben:
https://www.youtube.com/watch?v=gPHgRp70H8o
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HerrReineke
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von HerrReineke »

Rince81 hat geschrieben: 26. Mai 2021, 13:03 Bald gibt es eine Warteliste...
https://www.ndr.de/nachrichten/schleswi ... ng496.html
Bisher ist nur die Idee bekannt: Impfwillige sollen sich für ein Impfzentrum registrieren können, auch wenn gerade keine Termine verfügbar sind. Wenn sich das ändert, erhalten sie automatisch einen freien Termin zugewiesen. Sich einen Termin und - je nach Verfügbarkeit - selbst ein Impfzentrum auszusuchen, ist dann nicht mehr möglich. Das neue Verfahren soll Anfang Juni an den Start gehen.
Was für eine Idee! Man kloppt sich nicht mehr mit allen anderen um jeden einzelnen freien Termin, sondern kommt auf eine Liste und kriegt Bescheid wenn man dran ist. Revolutionär! Magie!
Ich bin begeistert, auch wenn ich an eine funktionierende Warteliste erst glaube, wenn ich sie gesehen habe. Sehe die schon an Tag 1 zusammenbrechen, wenn sich alle draufsetzen lassen wollen :D
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meieiro
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von meieiro »

Desotho hat geschrieben: 26. Mai 2021, 13:40
Textsortenlinguistik hat geschrieben: 25. Mai 2021, 20:34 Ich bin eh gespannt, wann die Impfquote ein Plateau erreicht. Zwischen 60-70%?
In den USA scheint es ja nun teilweise schon mehr Termine als Impfwillige zu geben:
https://www.youtube.com/watch?v=gPHgRp70H8o
Gabs auch zuletzt einen Bericht vom Auslandsjournal, wo eine Apothekerin sagt sie hätte noch 240 Dosen Moderna Impfstoff rumliegen und niemand der sich impfen lassen will. Das ist allerdings auch in ner Gegend in den Südstaaten, wo 80% Trump gewählt haben. Da wird die Impfbereitschaft auch unterm Schnitt liegen

https://www.youtube.com/watch?v=4WB73UH ... Ng0-cVR_xC
Rince81
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Rince81 »

Datenschutz in Deutschland:
https://www.spiegel.de/netzwelt/web/mas ... 0cf6e84898
»Coronatests sind ein sensibles Thema«, sagt der zuständige baden-württembergische Datenschützer Brink. Es würden dabei Daten verarbeitet werden, die grundsätzlich »diskriminierungsanfällig« seien. Brink meint damit etwa das Risiko, dass Ämter oder der Arbeitgeber über ein positives Testergebnis informiert werden könnten. »Das sind Informationen, die man vielleicht noch nicht mal im Familien- und Freundeskreis teilen möchte. Wenn jedermann darauf theoretisch Zugriff hat, ist das ein massiver Fehler«, sagt Brink.
:shock: :shock: :shock:
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HerrReineke
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von HerrReineke »

Rince81 hat geschrieben: 26. Mai 2021, 19:28 Datenschutz in Deutschland:
https://www.spiegel.de/netzwelt/web/mas ... 0cf6e84898
»Coronatests sind ein sensibles Thema«, sagt der zuständige baden-württembergische Datenschützer Brink. Es würden dabei Daten verarbeitet werden, die grundsätzlich »diskriminierungsanfällig« seien. Brink meint damit etwa das Risiko, dass Ämter oder der Arbeitgeber über ein positives Testergebnis informiert werden könnten. »Das sind Informationen, die man vielleicht noch nicht mal im Familien- und Freundeskreis teilen möchte. Wenn jedermann darauf theoretisch Zugriff hat, ist das ein massiver Fehler«, sagt Brink.
:shock: :shock: :shock:
Die Begründung klingt teilweise schon... seltsam bis abstrus. Aber im Ergebnis muss ich trotzdem zustimmen: Wenn Testzentren die Ergebnisse offen im Internet stehen haben ist mir egal, um was für eine Krankheit es geht: Diagnosen (oder zumindest Verdachtsdiagnosen, wenn es "nur" ein Schnelltest ist) gehen erstmal nur die Patient:innen etwas an. Und sollten keinesfalls für irgendwen sonst einsehbar sein. Niemals nie.

Corona ist es natürlich eh eine meldepflichtige Krankheit (§ 6 Abs. 1 Nr. 1 lit. t) IfSG), sodass "Ämter" an der Stelle kein Gesundheitsamt meinen kann. Aber ja, andere Ämter geht es nichts an, ob ich Corona habe oder nicht. Und beim Arbeitgeber kommt es halt drauf an. Wenn da Kontaktnachverfolgung gemacht werden muss, ist es evtl. unumgänglich die konkrete Person zu benennen (und das würde dann eigentlich auch über das Gesundheitsamt laufen müssen). Aber bei jemanden im HomeOffice geht es den Arbeitgeber halt auch nichts an, ob ich grad Corona habe oder nicht. Wenn ich sympthomlos bin kann ich im HomeOffice auch weiter arbeiten. Wenn ich krank bin, bin ich krank und krieg ne AU. Aber da steht ja auch zu Recht nicht drauf, was ich habe.
Und auch wenn ich davon ausgehe, dass die meisten Menschen ihrem Freundes- und Familienkreis sowas erzählen - wenn die das gegen meinen Willen erfahren würden fände ich das auch scheiße. Und ich kann mir durchaus Situationen vorstellen, wo ich nicht wollen würde, dass auch jemand aus diesem Kreis das erfährt (z.B., wenn es dort ohnehin schon großes Konfliktpotenzial im Zusammenhang mit "Corona-Leugnern" innerhalb dieses Kreises gibt).

So deppert der Ausschnitt erstmal klingen mag. Dass man dafür sorgt, dass Gesundheitsdaten geschützt werden finde ich absolut richtig. Denn Gesundheitsdaten sind sensible Informationen. Sonst könnte man die ärztliche Schweigepflicht auch sein lassen. Und durch sowas wie Meldepflichten ist es ja nicht so, als würde ein Schutz dieser Daten dazu führen, dass man keine Kontaktnachverfolgung mehr betreiben könnte. Sowas scheitert an ganz anderen Stellen und definitiv nicht am Datenschutz.
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Jochen Gebauer
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Jochen Gebauer »

Ich muss einfach mal Teufels Advokat spielen:
HerrReineke hat geschrieben: 26. Mai 2021, 20:49So deppert der Ausschnitt erstmal klingen mag. Dass man dafür sorgt, dass Gesundheitsdaten geschützt werden finde ich absolut richtig
Grundsätzlich: einverstanden.
Denn Gesundheitsdaten sind sensible Informationen. Sonst könnte man die ärztliche Schweigepflicht auch sein lassen
Äh. Nein. Gesundheitsdaten sind nicht gleich Gesundheitsdaten. Die ärztliche Schweigepflicht betrifft so viele Aspekte, die nicht einmal ansatzweise mit einem reinen positiven oder negativen Testbefund vergleich- oder analogisierbar sind, dass sie sich hier in meinen Augen nicht als Fixpunkt eignet. Im Gegenteil. Ich würde meinen Hausarzt nie von seiner Schweigepflicht entbinden wollen (dabei hatte ich nicht einmal was peinliches oder schlimmes - was stimmt mit mir nicht?!), aber hätte keinerlei Problem, dass mein negativer/positiver Corona-Test öffentlich wäre. Das eine geht gut ohne das andere. Das ist ein falsches Dilemma.
Und durch sowas wie Meldepflichten ist es ja nicht so, als würde ein Schutz dieser Daten dazu führen, dass man keine Kontaktnachverfolgung mehr betreiben könnte. Sowas scheitert an ganz anderen Stellen und definitiv nicht am Datenschutz.
Dass der Datenschutz in der aktuellen Pandemie-Situation nicht hilft und vor allem gegen völlig theoretische Probleme gerichtet ist, die zumindest in diesem Land und in dieser Situation gar nicht relevant sind, ist eigentlich recht offensichtlich. Jetzt kann man trotzdem sagen: Ja, aber Prinzip! Keine Frage. Prinzip! Aber dann nicht sachlich argumentieren, was Dogma ist ;)
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TheDarkShadow
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von TheDarkShadow »

Jochen Gebauer hat geschrieben: 26. Mai 2021, 22:47 Dass der Datenschutz in der aktuellen Pandemie-Situation nicht hilft und vor allem gegen völlig theoretische Probleme gerichtet ist, die zumindest in diesem Land und in dieser Situation gar nicht relevant sind, ist eigentlich recht offensichtlich. Jetzt kann man trotzdem sagen: Ja, aber Prinzip! Keine Frage. Prinzip! Aber dann nicht sachlich argumentieren, was Dogma ist ;)
Sorry, aber dass der Datenschutz ein Problem in der Coronapandemie wäre ist weiterhin quatsch und nicht offensichtlich. Wie oft jetzt die Experten vom CCC, den Freiheitsrechten etc genau dieses Vorurteil immer wieder ad absurdum stellen, wird wie immer ignoriert. Irgendwann gab es man den Ansatz dass man bei der Pandemie auf die Fachleute hören soll, also den Virologen und Epidemologen. Aber wie wäre es wenn man in dem Fachbereich der IT-Strukur auch mal das Gleiche machen würde, statt immer wieder diese Fehlinformation zu verbreiten? *seufz*
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Jochen Gebauer
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Jochen Gebauer »

TheDarkShadow hat geschrieben: 26. Mai 2021, 23:35Sorry, aber dass der Datenschutz ein Problem in der Coronapandemie wäre ist weiterhin quatsch und nicht offensichtlich. Wie oft jetzt die Experten vom CCC, den Freiheitsrechten etc genau dieses Vorurteil immer wieder ad absurdum stellen, wird wie immer ignoriert. Irgendwann gab es man den Ansatz dass man bei der Pandemie auf die Fachleute hören soll, also den Virologen und Epidemologen. Aber wie wäre es wenn man in dem Fachbereich der IT-Strukur auch mal das Gleiche machen würde, statt immer wieder diese Fehlinformation zu verbreiten? *seufz*
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TheDarkShadow
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von TheDarkShadow »

Jochen Gebauer hat geschrieben: 26. Mai 2021, 23:46
TheDarkShadow hat geschrieben: 26. Mai 2021, 23:35Sorry, aber dass der Datenschutz ein Problem in der Coronapandemie wäre ist weiterhin quatsch und nicht offensichtlich. Wie oft jetzt die Experten vom CCC, den Freiheitsrechten etc genau dieses Vorurteil immer wieder ad absurdum stellen, wird wie immer ignoriert. Irgendwann gab es man den Ansatz dass man bei der Pandemie auf die Fachleute hören soll, also den Virologen und Epidemologen. Aber wie wäre es wenn man in dem Fachbereich der IT-Strukur auch mal das Gleiche machen würde, statt immer wieder diese Fehlinformation zu verbreiten? *seufz*
:mrgreen:
Ohje, hab ich wieder was übersehen? Nach über 20 Stunden sollte man wohl nimmer nen Forum querleesen...
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Jochen Gebauer
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Jochen Gebauer »

TheDarkShadow hat geschrieben: 27. Mai 2021, 00:00Ohje, hab ich wieder was übersehen? Nach über 20 Stunden sollte man wohl nimmer nen Forum querleesen...
Ahso. Ich dachte, dein Beitrag war als Scherz gemeint. Vielleicht sollte ich auch ins Bett gehen :mrgreen:
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Timberfox13
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Timberfox13 »

Jochen Gebauer hat geschrieben: 26. Mai 2021, 22:47 Dass der Datenschutz in der aktuellen Pandemie-Situation nicht hilft und vor allem gegen völlig theoretische Probleme gerichtet ist, die zumindest in diesem Land und in dieser Situation gar nicht relevant sind, ist eigentlich recht offensichtlich. Jetzt kann man trotzdem sagen: Ja, aber Prinzip! Keine Frage. Prinzip! Aber dann nicht sachlich argumentieren, was Dogma ist ;)
Unrelevante Daten sind nur so lang unrelevant bis jemand damit was anfangen kann.

Ich weiss, dass das jetzt das ganz große Geschütz ist, aber die Stadtplaner von Amsterdam hielten es mal für eine gute Idee die Religionszugehörigkeit der Einwohner aufzuschreiben, für sinnvolle planerische Zwecke.
Die Einwohner von Amsterdam hielten das auch für eine gute Idee und machten sich keinen Kopf weil sie hatten ja was davon.
Und die Nazis mussten nur in die Bücher kucken um zu wissen wo wer wohnt und wer was glaubt.
Das war damals auch kein leak sondern eine normale Erhebung zu Personendaten.

Auch wenn gerade kein Genozid ansteht ist in Zeiten von BigData, wo jede DrecksMiniFitzelInfo zu Geld machbar ist, so lange genug Leute diese verknüpfbar angeben, finde ich es nicht schlecht ein bissl drauf zu schauen was wo wie gespeichert wird.

Gerade die Info ob,wer,wann Corona hat/te hat in Zukunft das Potential viele Schicksale zu lenken, positiv und negativ.
Santiago Garcia
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Santiago Garcia »

Dass die Testergebnisse nicht offen im Internet stehen sollten, insbesondere wenn die Anbieter das Gegenteil zusichern, sollte doch ziemlich unstrittig sein. Oder nicht?
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HerrReineke
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von HerrReineke »

Jochen Gebauer hat geschrieben: 26. Mai 2021, 22:47 Äh. Nein. Gesundheitsdaten sind nicht gleich Gesundheitsdaten. Die ärztliche Schweigepflicht betrifft so viele Aspekte, die nicht einmal ansatzweise mit einem reinen positiven oder negativen Testbefund vergleich- oder analogisierbar sind, dass sie sich hier in meinen Augen nicht als Fixpunkt eignet. Im Gegenteil. Ich würde meinen Hausarzt nie von seiner Schweigepflicht entbinden wollen (dabei hatte ich nicht einmal was peinliches oder schlimmes - was stimmt mit mir nicht?!), aber hätte keinerlei Problem, dass mein negativer/positiver Corona-Test öffentlich wäre. Das eine geht gut ohne das andere. Das ist ein falsches Dilemma.
Das stimmt natürlich. Ich wollte damit eher folgendes ausdrücken: Nur, weil sehr viele Menschen bei einem Corona-Testergebnis etwas "laxer" wären heißt das nicht, dass das irgendwie anders wäre als ein HIV-Testergebnis, ein Schwangerschaftstest oder halt irgendein anderer Befund - die alle ziemlich unwidersprochen mit von der ärztlichen Schweigepflicht geschützt werden. Wenn sowas massenhaft im Internet abrufbar wäre, dann wäre sicher ne Gaudi und das wäre dann plötzlich voll verständlich.

Und mir erschließt sich der Unterschied einfach nicht. Wenn ich nicht will, dass andere Menschen so einen Befund erfahren (die es nicht gesetzlich zwingend brauchen, siehe z.B. die Meldepflicht bei Corona, damit das Gesundheitsamt Kontaktnachverfolgung machen kann und meine Kontaktpersonen in Isolation schicken kann), dann haben die das nicht zu erfahren. Aber selbstverständlich kann man an die Frage granularer drangehen als "ganz oder gar nicht" (afaik kann man auch die Schweigepflicht nur partiell aufheben, aber das ist dann doch unerheblich hierfür^^).
Dass der Datenschutz in der aktuellen Pandemie-Situation nicht hilft und vor allem gegen völlig theoretische Probleme gerichtet ist, die zumindest in diesem Land und in dieser Situation gar nicht relevant sind, ist eigentlich recht offensichtlich. Jetzt kann man trotzdem sagen: Ja, aber Prinzip! Keine Frage. Prinzip! Aber dann nicht sachlich argumentieren, was Dogma ist ;)
In dem Zusammenhang würde ich zum einen das Streitgespräch im FAZ Einspruch Podcast zwischen Constantin van Lijnden und Ulrich Kelber empfehlen.

Und das Datenschutz "nicht hilft" gegen irgendwas anderes, als eben Daten zu schützen, ist ja jetzt nicht verwunderlich. Das ist ja auch nicht die Aufgabe von Datenschutz. Datenschutz ist aber auch nicht reines Dogma, sondern ein Ausdruck des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung, einem Aspekt des allgemeinen Persönlichkeitsrechts, das unser Grundgesetz schützt. Und dass sowas geschützt wird hat viele sachliche Gründe. Und ein Grund wäre: Die Entscheidung, ob ich mein Corona-Testergebnis veröffentliche ist meine Entscheidung - nicht die des Testzentrums in dem ich war. Und auch wenn du dein Ergebnis teilen würdest, würdest du vermutlich nicht wollen, dass das gar nicht deine Entscheidung ist, sondern die des Testzentrums :mrgreen:

Welche theoretischen Probleme des Datenschutzes in Deutschland und während einer Pandemie irrelevant sein sollen erschließt sich mir aber auch nicht :ugly:
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Rince81 »

HerrReineke hat geschrieben: 26. Mai 2021, 20:49
Rince81 hat geschrieben: 26. Mai 2021, 19:28 Datenschutz in Deutschland:
https://www.spiegel.de/netzwelt/web/mas ... 0cf6e84898
»Coronatests sind ein sensibles Thema«, sagt der zuständige baden-württembergische Datenschützer Brink. Es würden dabei Daten verarbeitet werden, die grundsätzlich »diskriminierungsanfällig« seien. Brink meint damit etwa das Risiko, dass Ämter oder der Arbeitgeber über ein positives Testergebnis informiert werden könnten. »Das sind Informationen, die man vielleicht noch nicht mal im Familien- und Freundeskreis teilen möchte. Wenn jedermann darauf theoretisch Zugriff hat, ist das ein massiver Fehler«, sagt Brink.
:shock: :shock: :shock:
Die Begründung klingt teilweise schon... seltsam bis abstrus. Aber im Ergebnis muss ich trotzdem zustimmen: Wenn Testzentren die Ergebnisse offen im Internet stehen haben ist mir egal, um was für eine Krankheit es geht: Diagnosen (oder zumindest Verdachtsdiagnosen, wenn es "nur" ein Schnelltest ist) gehen erstmal nur die Patient:innen etwas an. Und sollten keinesfalls für irgendwen sonst einsehbar sein. Niemals nie.
In der Sache hat er natürlich recht. Sowas darf nicht im Netz stehen, grundsätzlich nicht. Wenn einem Datenschützer in einer Pandemie mit einer ansteckenden Krankheit aber kein besseres Argument einfällt, dass es ja nicht sein darf dass ein bestimmter Personenkreis, den man mit potenziellen Kontaktpersonen umschreiben kann, das dadurch erfahren könnte, während der Geteste/Infizierte das lieber verschweigen würde, läuft was schief.
Das ist gefühlt auf einem Level, wenn sich jemand völlig berechtigt gegen die Idee eine Onlinedatenbank aller HIV positiven Menschen wendet und das beste Argument dafür sein soll, dass eine soziale Stigmatisierung droht wenn die aktuelle Affäre so von der HIV Infektion ihres "Partners" erfahren könnten...
Zuletzt geändert von Rince81 am 27. Mai 2021, 08:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Rince81 »

HerrReineke hat geschrieben: 27. Mai 2021, 07:15 Und auch wenn du dein Ergebnis teilen würdest, würdest du vermutlich nicht wollen, dass das gar nicht deine Entscheidung ist, sondern die des Testzentrums :mrgreen:
Wobei positive POC-Antigen Schnelltests, also Schnelltest in Testzentren meldepflichtig sind. Die Begründung, dass solch eine Datenschutzlücke "Ämter" von positiven Testergebnissen erfahren, nochmal richtig abstrus ist...
Ich würde es als eine Selbstverständlichkeit halten, meinen Arbeitgeber, Freunde und Bekannte nach einem positiven Schnelltest zu informieren, während ich noch auf den PCR Test warte.
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von HerrReineke »

Rince81 hat geschrieben: 27. Mai 2021, 08:57
HerrReineke hat geschrieben: 27. Mai 2021, 07:15 Und auch wenn du dein Ergebnis teilen würdest, würdest du vermutlich nicht wollen, dass das gar nicht deine Entscheidung ist, sondern die des Testzentrums :mrgreen:
Wobei positive POC-Antigen Schnelltests, also Schnelltest in Testzentren meldepflichtig sind. Die Begründung, dass solch eine Datenschutzlücke "Ämter" von positiven Testergebnissen erfahren, nochmal richtig abstrus ist...
Ich würde es als eine Selbstverständlichkeit halten, meinen Arbeitgeber, Freunde und Bekannte nach einem positiven Schnelltest zu informieren, während ich noch auf den PCR Test warte.
Das wegen der Meldepflicht damit kein Gesundheitsamt gemeint sein kann - ich hoffe es zumindest sehr, dass das nicht gemeint war :ugly: - hatte ich ja auch schon gesagt. Ich finde es auch moralisch korrekt, von sich aus dann alle möglichen Kontaktpersonen schonmal vorzuwarnen. Ich glaube, da sind wir uns hier in der Runde auch ziemlich einig ^^
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von biaaas »

Bei den Testergebnissen sind ja meistens auch noch andere Daten wie Adresse, Email und Telefonnummer dabei, die waren auch abrufbar. Man bekommt als einen qualitativen hochwertigen Satz an Daten, mit dem man alles mögliche machen kann und den man mit minimalen Aufwand aus dem Netz ziehen kann. Für die "bösen Buben" ist das eigentliche Testergebnis wahrscheinlich sogar irrelevant.
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Nephtis
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Nephtis »

Prio Gruppe 3, seit 23.04.21 angemeldet & ich habe immer noch keinen Impf-Termin bekommen bis jetzt. Läuft echt super in RLP. Hauptsache man setzt bald die Priorisierung aus so dass es noch mehr Chaos gibt.
Und nein ich habe keine 382 Hausärzte angeschrieben (Vielleicht war das mein Fehler?) sondern mich nur über das Impfzentrum direkt an dem Tag wo ich durfte online angemeldet.
Jetzt gab es zumindest seitens des Arbeitgebers noch die Möglichkeit diese Woche einen persönlichen Impf-Bedarf anzumelden und es geht dann evtl. schneller über den Betriebsarzt. Das wird aber wohl trotzdem noch ein wenig dauern, weil erst die Möglichkeiten im Betrieb geprüft werden etc.

Habe mich langsam damit abgefunden mehrere Schnelltests pro Woche hier im Schnelltestzentrum um die Ecke zu machen. (U.a. ist hier die Außengastro wieder offen und der Innenbereich etc. darf ab morgen auch wieder öffnen :dance: )
Die Schnelltests sind kostenlos und das ist tatsächlich sehr gut organisiert. Freien Timeslot online buchen, 2-3 Min vorher dahin gehen --> Schnelltest wird gemacht --> 15 min auf das Ergebnis warten --> Fertig. So sehen aktuell oft meine Mittagspausen aus, wenigstens ein Highlight während des Home-Offices. :mrgreen:
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HerrReineke
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von HerrReineke »

Habe gerade von einem Arzt hier in der Gegend die Mail bekommen, dass ich heute Abend eine übrig gebliebene Dosis J&J kriegen kann :dance: Freu mich grad tierisch und werde dann berichten, wie es dort mit Nebenwirkungen so aussieht. Kenne bisher niemanden, der den erhalten hat.
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