COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

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Terranigma
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Terranigma »

zackzackab hat geschrieben:
16. Okt 2020, 20:25
Dass ein vergleichbarer Trend gestoppt werden kann, haben wir im Frühjahr schon einmal bewiesen; auch wenn es beim 2. Mal sicher nicht einfacher wird. [...] Ich finds jedenfalls spannend, dass Du offenbar tatsächlich meinst, "da oben" seien alle unfähig und niemand habe sich Gedanken gemacht.
Die aktuelle Situation ist doch eine gänzlich andere als im Frühjahr. Wir sind im Herbst, das öffentliche Leben hat sich größtenteils in Innenräume verlagert und wird weiterhin dort stattfinden. Auch in europäischen Staaten, die im Frühling und Sommer ebenso gut darstanden, schnellen die Zahlen derzeit durch die Decke. Insofern teile ich deinen Optimismus diesbezüglich nicht: Ich denke nicht, dass man den Trend wird stoppen können. Ich sagte ebenso nicht, dass "da oben" alle unfähig seien, sondern dass das Schulministerium in NRW in den letzten Monaten einen miesen Job gemacht hat und alle Maßnahmen bisher darauf abzielen die Ausbreitung behutsam zu bremsen.

Ich gehe hier einmal die Wette ein: mit dem, was u.a. am Mittwoch beschlossen wurde, wird das nicht gelingen. Je nach Bundesland mag man die Situation anders einschätzen, aber ich sehe aus NRW-Perspektive und hier entwickelt sich gerade innerhalb weniger Tage fast jeder Landkreis zum Risikogebiet. Wenn deine - meiner Wahrnehmung nach - optimistische Einschätzung sich bewahrheitet würde mich das freuen. Mit Blick auf die anderen europäischen Staaten, z.B. auch die Niederlande nur wenige km von mir entfernt, sehe ich die Entwicklung negativer.
Wenn unser Geist leer ist, ist er für alles bereit. Im Anfänger-Geist liegen viele Möglichkeiten, in dem des Experten wenige.
Suzuki Shunryū​

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XfrogX
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von XfrogX »

Was am Mittwoch beschlossen worden war doch nur heiße Luft. Merkel hat ihnen das durch gewunken mit der Auflage das wenn das exponentielle Wachstum nicht in 10 Tagen gestoppt ist wird es härtere Regeln geben müssen, wer über 50 lauf 100.000 liegt wird härter handeln müssen.

Und ich glaube sie ist eine der wenigen die genau weiß das es garnicht anders kommen kann als das sie in 2 Wochen wieder bei ihr antanzen müssen und dann kleinlaut strengeren Regeln nachgeben müssen.

Aber ich glaube das wir einen Bereich sehr stark übersehen, nämlich die ganzen berufsbedingten Kontakte. Egal ob man sich das Auto Teil für den Weg zur Arbeit, das gemeinsame Essen in der Firma oder auch draußen.

Irgendwie fällt es mir schwer zu glauben das dies alles, zumindest nach der Kommunikation, nichts beiträgt. Es geht immer nur um Party und reisen.

Verschwörungstheorie, das ist zwar ein Faktor, allerdings wäre dort zu handeln ja etwas wo man der Wirtschaft weh tun würde. Reise und Gastronomie hat man halt schon abgeschrieben. Die werden es nicht schaffen, können aber beide nicht abwandern.
Wenn man morgen vw sagt ihr müsst Kurzarbeit machen, egal was die Aufträge sagen, einfach damit weniger Kontakt bei den Arbeitern besteht, könnten die halt danach sagen so wir verlegen das Werk halt ins Ausland.

Ich glaube nicht das es so kalkuliert ist, real dürfte es eher so sein wie bei uns im Betrieb, es gibt von oben harte Vorgaben. Jeder Klopf sich auf die Schulter weil es ja gut läuft. Aber wenn man da mal nüchtern drauf guckt, dann ist das reines Glück das es bei uns noch keinen getroffen hat. Und wenn einer infektiös bei uns arbeiten würde, ich würde viel Geld drauf setzen das er viele anstecken würde.

Lüften geht nicht und wird von den Kollegen vermieden, weil es zieht.
Eine Maske wird immer wieder auf und abgesetzt, ohne dabei die Finger zu desinfizieren. Alleine schon weil desinfizieren nur an den ein und Ausgängen möglich ist, wenn da noch was drin ist.
Abstand wird halt eher vergessen, klar Jahrzehnte lange Arbeitsroutinen kann man nur mit viel Anstrengung ändern.
Usw.

zackzackab
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von zackzackab »

Terranigma hat geschrieben:
16. Okt 2020, 21:37

Die aktuelle Situation ist doch eine gänzlich andere als im Frühjahr. Wir sind im Herbst, das öffentliche Leben hat sich größtenteils in Innenräume verlagert und wird weiterhin dort stattfinden.
Bei Mittwoch wird es nicht bleiben. Und im Frühjahr fand das Leben zunächst auch weitestgehend drinnen statt. Die Straßen und Bürgersteige waren zu Beginn der Maßnahmen wie leergefegt, die Autobahnen vollkommen leer. Es wird drauf hinauslaufen, dass "öffentliches Leben" in Innenräumen bis auf essentielle Dinge wie bspw die Schulen weitgehend stillstehen wird.

Rince81
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Rince81 »

zackzackab hat geschrieben:
17. Okt 2020, 08:22
Es wird drauf hinauslaufen, dass "öffentliches Leben" in Innenräumen bis auf essentielle Dinge wie bspw die Schulen weitgehend stillstehen wird.
SO essentiell werden die Schulen nicht sein.... Das frustrierende daran ist, dass sich das wirtschaftlich wieder katastrophale Ausmaß vermutlich begrenzen ließe, wenn sich alle etwas einschränken würden.
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bluttrinker13
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von bluttrinker13 »

Tja, leicht baff und überrascht,
aber HEUTE Show nailed it:

https://www.youtube.com/watch?v=wE8uT9XW73A

:D

Haplo
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Haplo »

Vielleicht sollte man sich Mal davon lösen, dass das Hauptproblem eine Vielzahl von erkrankten Menschen im besten Alter ist, von denen die allermeisten nach spätestens einer Woche wieder fröhlich durch die Gegend springen (wenn sie überhaupt Symptome haben). Man wird jetzt im Herbst/Winter diese Zahl nicht mehr klein kriegen - jedenfalls nicht mit akzeptierten Maßnahmen.

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Terranigma
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Terranigma »

Haplo hat geschrieben:
18. Okt 2020, 10:47
Vielleicht sollte man sich Mal davon lösen, dass das Hauptproblem eine Vielzahl von erkrankten Menschen im besten Alter ist, [...]
Das ist auch nicht das Problem. Das Problem ist allerdings, dass je größer die Anzahl an infizierten Menschen insgesamt ist, desto schwieriger wird es vulnerable Bevölkerungsgruppen vor Infizierten zu schützen - weil's eben immer mehr gibt. Auch junge und an sich fitte Menschen gehen mal ins Krankenhaus, wo sie andere anstecken können; leben bei den Eltern; besuchen die Großeltern; haben Kontakt zu Menschen mit Vorerkrankungen, u.Ä. Für vulnerable Bevölkerungsgruppe wird derzeit die Wahrscheinlichkeit immer größer sich bei einem Menschen im besten Alter anzustecken, weil deren Zahl in absoluten Zahlen stark zunimmt.

Aber ja: ich glaube auch nicht, dass man die Zahl wieder kleiner bekommt.
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zackzackab
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von zackzackab »

Rince81 hat geschrieben:
17. Okt 2020, 09:22

SO essentiell werden die Schulen nicht sein....


"OECD-Bildungsdirektor
"Wir müssen die Schulen so lange wie möglich offen halten""

https://www.spiegel.de/panorama/bildung ... 8007b29b03

Rince81
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Rince81 »

Das widerspricht meiner Aussage nicht. "SO essentiell" bedeutet, dass man sie letztlich doch schließen wird, nicht das ich Schulen für unwichtig halte, der Satz enthält Spuren von Sarkasmus, ich dachte das wäre deutlicher gewesen. Letztlich bestätigt der Artikel ja bereits meine damalige Aussage:
Niemand will, dass es so kommt, aber die Möglichkeit liegt in der Luft: Werden in Deutschland angesichts steigender Infektionszahlen erneut in größerem Umfang Schulen geschlossen?

Vereinzelt ist das längst der Fall. Aktuell ist im Corona-Hotspot Berchtesgaden in Bayern wieder Homeschooling angesagt. Der Landkreis hat Schulen und Kitas zugemacht - und damit bei vielen Schülern, Eltern und Lehrern auch außerhalb der Region böse Erinnerungen geweckt: an die bundesweiten Schulschließungen im Frühjahr, an deren Folgen viele bis heute knapsen.
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Rince81
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Rince81 »

https://twitter.com/OlafGersemann/statu ... 8330339329
Die Zahl der #Corona-Infizierten in Deutschland, die intensivmedizinisch behandelt werden, steigt laut Divi-Register auf 1362.

Veränderung gegenüber
gestern: 5%
vorigem Montag: +60%
dem 1. September: +480%

Freie Intensivbetten
heute vor einer Woche: 9441
heute: 8403
Wir schauen gerade als Gesellschaft mit großen Augen einem zurollenden Tsunami zu - am Strand - ohne sich in Sicherheit zu bringen.
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Leonard Zelig
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Leonard Zelig »

Rince81 hat geschrieben:
27. Okt 2020, 11:15
Wir schauen gerade als Gesellschaft mit großen Augen einem zurollenden Tsunami zu - am Strand - ohne sich in Sicherheit zu bringen.
Währenddessen in Dresden:
https://youtu.be/MXRIi_w4mKM

Wobei auch andere Vereine "kreative" Hygienekonzepte haben:
https://i.redd.it/35zbbcwbihv51.jpg

Ich hab derzeit das Gefühl, dass wir Bilder wie aus Norditalien im März bräuchten, bevor die Leute endlich zur Vernunft kommen. Nur dann ist es halt zu spät: Dann werden nicht nur Tausende Menschen unnötiger Weise sterben, sondern wir werden gezwungen sein, die Wirtschaft noch einmal komplett herunter zu fahren. Die Begeisterung für härtere Maßnahmen ist in der Bevölkerung aktuell nicht besonders hoch, an allen Ecken hört man nur, wie wenige Leute gerade daran sterben (was natürlich viele Faktoren außer acht lässt).

Klassisches Präventionsparadox. Es muss erst wieder richtig was passieren.
"The whole problem with the world is that fools and fanatics are always so certain of themselves, but wiser people so full of doubts."

www.gamersglobal.de

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Alienloeffel
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Alienloeffel »

Rince81 hat geschrieben:
27. Okt 2020, 11:15
https://twitter.com/OlafGersemann/statu ... 8330339329
Die Zahl der #Corona-Infizierten in Deutschland, die intensivmedizinisch behandelt werden, steigt laut Divi-Register auf 1362.

Veränderung gegenüber
gestern: 5%
vorigem Montag: +60%
dem 1. September: +480%

Freie Intensivbetten
heute vor einer Woche: 9441
heute: 8403
Wir schauen gerade als Gesellschaft mit großen Augen einem zurollenden Tsunami zu - am Strand - ohne sich in Sicherheit zu bringen.

Man hat ja sogar Strandkörbe mit Tsunami Fotos drauf aufgestellt. Man redet seit Monaten über die wahrscheinlichen Effekte von Herbst und Winter und schon jetzt sieht man das. Trotzdem hat sich bei Konzepten gefühlt nichts getan. Gerade bei den Schulen verstehe ich das nicht. Klar, das ist nicht einfach und es wird nie perfekt sein, es sind eben Einschränkungen, aber irgendwas wäre ja gut gewesen.
Es sieht mindestens so düster aus wie im Frühjahr und wir sind gefühlt weit weg von ähnlichen Maßnahmen oder Verhalten der Leute.

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bluttrinker13
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von bluttrinker13 »

Leonard Zelig hat geschrieben:
27. Okt 2020, 13:35

Währenddessen in Dresden:
https://youtu.be/MXRIi_w4mKM

Wobei auch andere Vereine "kreative" Hygienekonzepte haben:
https://i.redd.it/35zbbcwbihv51.jpg
Danke für die Bilder, hab ich wieder Futter wenn ich im RBB Forum dagegen streite dass "immer diese spaßgeilen, rücksichtslosen Jugendlichen mit ihren Parties" an allem schuld sind.

Ansonsten, ja, aktuell wirkt es wirklich bedrohlich. Wir sollten aber nicht vergessen dass das Ganze ein ultradynamischer Prozess ist der sich tagtäglich ändert. Je mehr Warn-/Angstsignale wieder entstehen, und je mehr eine Mehrheit Sorge ausdrückt (nimmt zu, ist aber mE noch nicht annähernd auf dem Niveau vom März), desto eher werden die Menschen auch wieder Mobilität und Kontakte einschränken und damit können sich die Infektionszahlen stabilisieren. Frage ist nur, wann und wie schnell das passiert. Ich bin jedenfalls froh, auf digitaler Lehre geblieben zu sein (obwohl mein Dienstherr im Juli noch was anderes wollte), und hoffe, dass das an den Schulen glimpflich abläuft. :?

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LegendaryAndre
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von LegendaryAndre »

Leonard Zelig hat geschrieben:
27. Okt 2020, 13:35
Ich hab derzeit das Gefühl, dass wir Bilder wie aus Norditalien im März bräuchten, bevor die Leute endlich zur Vernunft kommen. Nur dann ist es halt zu spät: Dann werden nicht nur Tausende Menschen unnötiger Weise sterben, sondern wir werden gezwungen sein, die Wirtschaft noch einmal komplett herunter zu fahren. Die Begeisterung für härtere Maßnahmen ist in der Bevölkerung aktuell nicht besonders hoch, an allen Ecken hört man nur, wie wenige Leute gerade daran sterben (was natürlich viele Faktoren außer acht lässt).
Ich finde diese Entwicklung bedenklich und bedaure es auch sehr dass die Menschen nicht vernünftiger sind! Die Bilder in Norditalien alleine sollten eigentlich genügen, um aufzuzeigen was passierten könnte, wenn wir unvorsichtig sind. Ich verstehe dass es einigen schwer fällt sich so eine Situation hierzulande (Deutschland /Österreich) vorzustellen, aber wäre es nicht bitter, wenn man erst eine Lektion dieses Ausmaßes bräuchte um den Ernst der Lage zu erkennen?

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Ironic Maiden
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Ironic Maiden »

An der Schule, an der ich arbeite, gibt es einen neuen bestätigten Fall. Das Gesundheitsamt ist der Ansicht, dass es reicht, wenn nur die unmittelbaren Sitznachbarn des Kindes in Quarantäne gehen, weil im Klassenraum ja Masken getragen werden. Der Rest der Klasse und deren Lehrer müssen weiter in den Präsenzunterricht...
Als es ist meiner eigenen Klasse vor vier Wochen einen Fall gab, mussten noch alle in Quarantäne. Offensichtlich ist klar geworden, dass die Schule nicht mehr funktionsfähig ist, wenn das jedes Mal durchgezogen wird.
Ich fühle mich jetzt auf jeden Fall noch ungeschützter und unbehaglicher.

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Andre Peschke
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Andre Peschke »

Ironic Maiden hat geschrieben:
27. Okt 2020, 14:24
Als es ist meiner eigenen Klasse vor vier Wochen einen Fall gab, mussten noch alle in Quarantäne. Offensichtlich ist klar geworden, dass die Schule nicht mehr funktionsfähig ist, wenn das jedes Mal durchgezogen wird.
Ich fühle mich jetzt auf jeden Fall noch ungeschützter und unbehaglicher.
Ich glaube, es ist vor allem auch aufgefallen, dass die Schließung der Schulen mit die unbequemste Maßnahme ist und vor allem auch insofern die unbeherrschbarste, weil sie in alle Branchen und Gesellschaftsschichten abstrahlt. Wenn man die Gastronomie wieder dicht macht (sieht ja sehr danach aus), dann weiß man wenigstens auch genauer, wohin die Hilfen müssen und der Verzicht auf Essen gehen ist für Kunden in breiter Fläche zumutbar. Die Verwahrung von Kindern ist hingegen wirklich im Herzen des Systems. Auch in der Söder-Pressekonferenz heute wurde wieder beteuert, dass Schulen und Kitas als letztes geschlossen und als erstes wieder aufgemacht werden.

Andre

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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von BigBB »

Was bleibt den Schulen auch anderes übrig?

Wenn ich in die Schule meines Sohnes schaue, es gibt immer noch KEIN Konzept bezüglich Fernunterricht. Zumindest wird nichts auf Nachfragen der Schüler vorgestellt.
Und in seiner Klasse fragen er und andere den Lehrern deswegen schon Löcher in den Bauch.

Und das auf einem Gymnasium, das sich das "MINT" groß auf die Fahnen schreibt. läuft.... :-(

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Wudan
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Wudan »

bluttrinker13 hat geschrieben:
27. Okt 2020, 14:17
Danke für die Bilder, hab ich wieder Futter wenn ich im RBB Forum dagegen streite dass "immer diese spaßgeilen, rücksichtslosen Jugendlichen mit ihren Parties" an allem schuld sind.
Ich finde dieses "DIE sind schuld!" eh nicht zielführend. Das emfinde ich als traurige Sache das wir als Volk jetzt leicht darin abgleiten uns gegenseitig die Schuld an allem zu geben. Dieses mit dem Finger auf eine Personengruppe zeigen und "DIE sind an allem Schuld wenns schlimm wird!" rufen trägt wenig zur Lösung des Problems bei und schürt nur den Hass. Die Situation ist eben um einiges komplexer und dynamischer als es uns lieb wäre und lässt sich eben nicht auf einen konkreten Verursacher zurückführen, und das sollte man imho auch nicht versuchen zu tun. Wir müssen jetzt zusammen schauen wie wir aus der Scheiße wieder rauskommen, da gibt es sehr konträre Meinungen dazu, und uns gegenseitig die Köpfe einzuschlagen ist das am wenigsten hilfreiche dabei. Das Bedürfnis in so einer Situation irgendwem die Schuld an allem zu geben ist ganz menschlich, genau das machen halt auch die "Querdenker", letztendlich machen es sich beide Seiten damit aber zu einfach und man verwickelt sich da nur in eine gefährliche Spirale aus Hass und Angst und Ausgrenzung.

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bluttrinker13
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von bluttrinker13 »

Wudan hat geschrieben:
27. Okt 2020, 20:09
Das Bedürfnis in so einer Situation irgendwem die Schuld an allem zu geben ist ganz menschlich, genau das machen halt auch die "Querdenker", letztendlich machen es sich beide Seiten damit aber zu einfach und man verwickelt sich da nur in eine gefährliche Spirale aus Hass und Angst und Ausgrenzung.
Völlige Zustimmung.
Aber diese Mechanismen sind letztlich so alt... Eigengruppenaufwertung, Fremdgruppenabwertung, darauf basierend scape goating, Trittbrettfahrer-Detektion, selektive Wahrnehmung, Simplifizierung, Unsicherheitsreduktion durch Zuwendung zu einfachen Modellen... hach. Das dauert noch bis wir das gesamtgesellschaftlich überwunden haben. ;)
Bis dahin konfrontiere ich gewisse Leute gerne mit Reizen welche sie in Erklärungsnot bringen (evident), dann halten Sie zumindest erst mal die Klappe oder fahren System 2 vielleicht doch mal hoch. :D

(jetzt bitte nich so ernst nehmen, wir reden hier von social media Austausch)

Rince81
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Rince81 »

Leonard Zelig hat geschrieben:
27. Okt 2020, 13:35
Währenddessen in Dresden:
https://youtu.be/MXRIi_w4mKM
Was zum Geier macht der Ganser auf den Dresdner Jazztagen??? Was kommt nächstes Jahr - ein Holocaustleugner? Natürlich nur für eine sachliche Diskussion... :shock: Ich bin selbst aus dem Osten und ich hasse es wenn die ganze Region als rechts, doof und demokratiefeindlich und ähnliches abgestempelt wird - in Dresden tut man aber wirklich alles um sich diesen Stempel zu verdienen. Und die Abstände sind nun wirklich nur noch die kleine Kirsche auf einem riesigen Haufen Sch****....
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