COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

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Alienloeffel
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Alienloeffel »

Leonard Zelig hat geschrieben:
29. Nov 2020, 23:52
Schon bitter, dass Corona in Vietnam keine Rolle mehr spielt und wir uns weiter mit Querdenkern und Corona-Leugnern herumschlagen dürfen:
https://www.zeit.de/politik/deutschland ... hen-erfolg

Ein härterer Lockdown wäre der Bevölkerung wohl nicht zu vermitteln, daher sitzt man es jetzt einfach aus und hofft so schnell wie möglich mit dem Impfen beginnen zu können. Und sobald sich die Wirtschaft erholt hat, wird man sich wohl die jetzigen Ausgaben mit höheren Steuern wieder zurück holen. Beispielsweise indem man die Mehrwertsteuer auf 25% anhebt. Von einer schwarz-grünen Bundesregierung erwarte ich nicht, dass sie auf sozialen Ausgleich bedacht ist.
An der Stelle merkt man sehr gut, dass es in unserer Gesellschaft einfach wenig Bewusstsein für allgemeine Verwundbarkeit gibt. Es kann ja anscheinend nichts geben das drastische Einschnitte rechtfertigt und basta. In Südostasien (handfestes kann ich da nur zu Indonesien sagen) gibt es deutlich weniger Deutungshoheit der eigenen Meinung. Das hat natürlich Vor- und Nachteile, aber an der Stelle wirkt das eben, weil man einer Linie folgt. Verwunderlich ist das nicht, hat aber auch einen hohen Preis.
Natürlich hätte man das hierzulande im Laufe des Jahres anders regeln können. Natürlich hätte das viel Geld gekostet. Dass man nicht bei jeder erstbesten neuen Infektionskrankheit all in geht ist auch nachvollziehbar. Ab einem gewissen Punkt hätte man da aber mehr Nachdruck und Willen zur Investition und Innovation gebraucht. Aber das ist ja ohnehin mit der deutschen Regierung nicht zu machen. Neuland halt.

meieiro
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von meieiro »

Leonard Zelig hat geschrieben:
29. Nov 2020, 23:52
Schon bitter, dass Corona in Vietnam keine Rolle mehr spielt und wir uns weiter mit Querdenkern und Corona-Leugnern herumschlagen dürfen:
https://www.zeit.de/politik/deutschland ... hen-erfolg
Ich finde es aber schon etwas fragwürdig wie hier ein Staat wie Vietnam mit Deutschland verglichen wird. Wir müssen uns mit Querdenkern und Corona-Leugnern herumschlagen, weil wir sowas wie Meinungsfreiheit besitzen. Natürlich lässt sich so eine Pandemie leichter unter Kontrolle bringen, wenn man das eigene Volk bereits unter Kontrolle hat und Querdenker einfach verhaften kann.
Nur mal so nach kurzer Rechere rausgefunden. Pressefreiheit Platz 176 von 180. Länderbericht Freedom in the World: Kategorie 'politische Rechte' Note 7, Wahrung der Bürgerrechte Note 5 (Skala von 1-7, wobei 7 das Schlechteste ist)

Das ist in dem Bericht schon alles sehr oberflächig ohne dass wirklich auf die Gründe dafür eingegangen wird.
Zum Beispiel wird auch angemerkt, dass China ja ein Nachbarland sei und trotzdem die Pandemie kaum nach Vietnam übergeschwabt ist. Dabei verschweigt man aber, dass der Corona-Ausbruch in Wuhan mehr als 1400 km von der vietnamesischen Grenze entfernt liegt und dort auch ein Regime an der Macht ist, dass seine Bevölkerung unterdrückt und somit nen Lockdown einfach durchdrücken kann. Zum Vergleich kein Ort in Dtl liegt soweit von Ischgl(war ja Anfangs für den Ausbrauch verantwortlich) entfernt.
Ohne das jetzt recherchiert zu haben, würde ich vermuten, dass wir in Deutschland und Europa viel freier bewegen und ein Virus daher sich viel einfacher verbreitet.

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Blaight
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Blaight »

@Mart.n
Shit man, mein ehrliches Beileid!

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Leonard Zelig
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Leonard Zelig »

meieiro hat geschrieben:
30. Nov 2020, 08:30
Natürlich lässt sich so eine Pandemie leichter unter Kontrolle bringen, wenn man das eigene Volk bereits unter Kontrolle hat und Querdenker einfach verhaften kann.
Das erklärt aber nicht, warum Japan, Südkorea und Australien auch so viel besser durch die Pandemie kommen. Und im ziemlich repressiven Iran gehen die Zahlen auch durch die Decke. Es gibt ja auch nicht überall auf der Welt Querdenker, von daher gibt es gar nicht die Notwendigkeit diese zu verhaften. Meinungsfreiheit hat Grenzen und diese sind erreicht, wenn die Gesundheit der Mitmenschen aufs Spiel gesetzt wird. Es verlangt niemand ein Demonstrationsverbot und es ist verständlich, dass Abstände nicht immer eingehalten werden können, aber Maskenverweigerer sollten konsequent bestraft werden. Schließlich gefährden diese nicht nur andere Demonstranten, sondern auch unbeteiligte Mitfahrer im ÖPNV.
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meieiro
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von meieiro »

Leonard Zelig hat geschrieben:
30. Nov 2020, 11:18
meieiro hat geschrieben:
30. Nov 2020, 08:30
Natürlich lässt sich so eine Pandemie leichter unter Kontrolle bringen, wenn man das eigene Volk bereits unter Kontrolle hat und Querdenker einfach verhaften kann.
Das erklärt aber nicht, warum Japan, Südkorea und Australien auch so viel besser durch die Pandemie kommen. Und im ziemlich repressiven Iran gehen die Zahlen auch durch die Decke. Es gibt ja auch nicht überall auf der Welt Querdenker, von daher gibt es gar nicht die Notwendigkeit diese zu verhaften. Meinungsfreiheit hat Grenzen und diese sind erreicht, wenn die Gesundheit der Mitmenschen aufs Spiel gesetzt wird. Es verlangt niemand ein Demonstrationsverbot und es ist verständlich, dass Abstände nicht immer eingehalten werden können, aber Maskenverweigerer sollten konsequent bestraft werden. Schließlich gefährden diese nicht nur andere Demonstranten, sondern auch unbeteiligte Mitfahrer im ÖPNV.
Ich sage auch nicht, dass das alleine am repressiven System in Vietnam liegt. Mein Punkt ist, dass das und noch weitere Punkte entscheidende Faktoren sind, ob sich das Virus verbreitet und wie schnell es das macht.
Mein Hauptkritikpunkt an dem Artikel war ja, dass sich die Autorin viel zu einfach macht mit ihrem Vergleich. Überspitzt gesagt: 'Verhaltet euch einfach ein bisschen wie die Vietnamessen, dann kriegen wir die Pandemie auch in den Griff'.
Ich will mir auch gar nicht anmaßen, dass ich weiß warum das VIrus sich in einem Land mehr oder weniger stark ausbreitet. Aber das weiß die Autorin offensichtlich auch nicht. Ich weiß nur, dass das nicht so einfach ist wie sie sich das vorstellt

Warum es sich in Japan, Südkorea und Australien nicht so stark verbreitet, dazu gibt es auch bestimmt trifftige Gründe (alles z.B. quasi isolierte Inseln) und es ist auch bestimmt förderlich diese zu erforschen. Aber ich würde vermuten, dass dabei mehr rauskommt als: Wir müssen uns nur so wie die verhalten.

Nur das kein falscher Eindruck entsteht. Ich will auf keinen Fall die Querdenker, Maskenverweiger und Co. verteidigen. Wer an Orten an denen Maskenpflicht herrscht und keinen trifftigen Grund dafür hat, der gehört natürlich dafür bestraft.

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Taro
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Taro »

meieiro hat geschrieben:
30. Nov 2020, 11:41
Warum es sich in Japan, Südkorea und Australien nicht so stark verbreitet, dazu gibt es auch bestimmt trifftige Gründe (alles z.B. quasi isolierte Inseln) und es ist auch bestimmt förderlich diese zu erforschen. Aber ich würde vermuten, dass dabei mehr rauskommt als: Wir müssen uns nur so wie die verhalten.
Was Japan und Südkorea angeht, die brauchen gar keinen Staat der sie einschränkt, das erledigt schon deren Mentalität, dort wird schon seit Ewigkeiten freiwillig Maske getragen wenn man nur erkältet ist um niemanden anzustecken, von daher ist es für die gar keine so große Umstellung, da braucht die Regierung nur kurz zu informieren und alle wissen bescheid und halten sich dran, einfach der Vernunft wegen.

In Japan hatten sie zwar anfangs auch Probleme, aber dann kam ein kurzer Lockdown um alles unter Kontrolle zu bringen und seitdem läuft es dort in relativ geregelten Bahnen ab.

In Südkorea hat man sofort reagiert und massiv getestet sowie alle möglichen Kontakte von positiv Getesteten zurückverfolgt.

In Australien ist es wohl eine Mischung davon und dem heißen Klima, dort kann ja quasi auch rund um die Uhr gelüftet werden z.B..

Floki
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Floki »

Mal generell gefragt zu dem Thema: Hat sich mal die GI Presse oder wer auch immer die Mühe gemacht und die ganzen Corona Skeptiker Argumente widerlegt, damit das auch einmal zur Hand hat? Ich bin jetzt nicht bei dem Kinderblut Quatsch, sondern bei halbwegs logisch klingenden Argumenten. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass da noch niemand recherchiert hat. :-)

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nachtgiger
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von nachtgiger »

Floki hat geschrieben:
30. Nov 2020, 15:04
Mal generell gefragt zu dem Thema: Hat sich mal die GI Presse oder wer auch immer die Mühe gemacht und die ganzen Corona Skeptiker Argumente widerlegt, damit das auch einmal zur Hand hat? Ich bin jetzt nicht bei dem Kinderblut Quatsch, sondern bei halbwegs logisch klingenden Argumenten. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass da noch niemand recherchiert hat. :-)
Ich hab mir das irgendwann mal abgespeichert: https://www.volksverpetzer.de/corona-fa ... ktencheck/

Bezieht sich auf das Bhakdi Buch, wohl eine der inoffiziellen Bibeln der Querdenker-Bewegung. Recht lang und ausführlich, aber lesenswert.

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Alienloeffel
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Alienloeffel »

Floki hat geschrieben:
30. Nov 2020, 15:04
Mal generell gefragt zu dem Thema: Hat sich mal die GI Presse oder wer auch immer die Mühe gemacht und die ganzen Corona Skeptiker Argumente widerlegt, damit das auch einmal zur Hand hat? Ich bin jetzt nicht bei dem Kinderblut Quatsch, sondern bei halbwegs logisch klingenden Argumenten. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass da noch niemand recherchiert hat. :-)
Was meinst du denn genau? Ich erinnere mich spontan an kein vernünftiges Argument, das nicht diskutiert und/oder widerlegt wurde.

Floki
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Floki »

Alienloeffel hat geschrieben:
30. Nov 2020, 16:11
Floki hat geschrieben:
30. Nov 2020, 15:04
Mal generell gefragt zu dem Thema: Hat sich mal die GI Presse oder wer auch immer die Mühe gemacht und die ganzen Corona Skeptiker Argumente widerlegt, damit das auch einmal zur Hand hat? Ich bin jetzt nicht bei dem Kinderblut Quatsch, sondern bei halbwegs logisch klingenden Argumenten. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass da noch niemand recherchiert hat. :-)
Was meinst du denn genau? Ich erinnere mich spontan an kein vernünftiges Argument, das nicht diskutiert und/oder widerlegt wurde.
Nehmen wir mal das Video hier als Beispiel: https://www.youtube.com/watch?v=0JcVglSdQ-c
Da kommen ja auch relative Klischees zum tragen, wie "Wer verdient daran?" oder "Ganz normale Virussymptome". Mir wurde das Video geschickt, ich habe es mit in 1,75 Geschwindigkeit angesehen und dann hängt man da. Ist mir zu reißerisch und zu sehr wird seine Meinung als Tatsache hingenommen. Aber im Grunde wird hier was vorgetragen und ich bin mir sicher, dass das widerlegt werden kann.

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Alienloeffel
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Alienloeffel »

Floki hat geschrieben:
30. Nov 2020, 16:22
Alienloeffel hat geschrieben:
30. Nov 2020, 16:11
Floki hat geschrieben:
30. Nov 2020, 15:04
Mal generell gefragt zu dem Thema: Hat sich mal die GI Presse oder wer auch immer die Mühe gemacht und die ganzen Corona Skeptiker Argumente widerlegt, damit das auch einmal zur Hand hat? Ich bin jetzt nicht bei dem Kinderblut Quatsch, sondern bei halbwegs logisch klingenden Argumenten. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass da noch niemand recherchiert hat. :-)
Was meinst du denn genau? Ich erinnere mich spontan an kein vernünftiges Argument, das nicht diskutiert und/oder widerlegt wurde.
Nehmen wir mal das Video hier als Beispiel: https://www.youtube.com/watch?v=0JcVglSdQ-c
Da kommen ja auch relative Klischees zum tragen, wie "Wer verdient daran?" oder "Ganz normale Virussymptome". Mir wurde das Video geschickt, ich habe es mit in 1,75 Geschwindigkeit angesehen und dann hängt man da. Ist mir zu reißerisch und zu sehr wird seine Meinung als Tatsache hingenommen. Aber im Grunde wird hier was vorgetragen und ich bin mir sicher, dass das widerlegt werden kann.

Immer schwer genau passende Diskussionen zu solchen Videos zu finden, aber gerade bei dem Video hatte ich den Eindruck, dass durch viel Fachwörter ein gewisses Level an Knowhow vermittelt werden soll. Die Grundannahmen sind da ja schon äußerst zweifelhaft. Hydroxychloroquin wurde meines Wissens nach in Deutschland gar nicht als reguläres Medikament gegen Covid19 verabreicht. Wie soll die Krankheit dann Medikament induziert sein? Wenn das so wäre, woher kamen denn dann die Notlagen in all den Ländern, die nicht so glimpflich durch das Frühjahr kamen?

Auch wenn es um Schweden geht. Das ist da nicht besser gelaufen, es sind viel mehr Leute gestorben und mittlerweile macht Schweden das auch anders weil es einfach nicht funktioniert hat. In dem Video wird erzählt, in Schweden wäre alles super.

"Maskentragen um die Seuchenstimmung zu erhalten" ist Unsinn, genau dazu gab es im Laufe des Jahres doch vermehrt Studien mit dem Ergebnis, dass Maske tragen auf vielen Ebenen sinnvoll ist. Das wird hier dann einfach so abgewatscht. Es gibt ja auch einen starken Unterton, dass Impfen an sich eher schädlich sei, man müsse mit schweren Komplikationen rechnen etc. Auch seine Aussagen zur PCR stimmen so einfach nicht. Aber anscheinend hat der Dr. Köhnlein auch schon Aids als Pharmaerfindung abgetan.

Im Zweifel würde ich immer schauen was die Leute sonst so veröffentlicht haben. Oder eben die Quelle die das veröffentlicht. RT DE vertritt zb auch die Linie, Nawalny sei erst in Deutschland mit Toxinen in Kontakt gekommen...
Oft haben einschlägige "Querdenker" schon ganz andere Themen mitgenommen. Mimikama macht zb auch gute Artikel zu Behauptungen im Netz: https://www.mimikama.at/aktuelles/fakte ... -wahnsinn/

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Andre Peschke
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Andre Peschke »

Leonard Zelig hat geschrieben:
29. Nov 2020, 23:52
Und sobald sich die Wirtschaft erholt hat, wird man sich wohl die jetzigen Ausgaben mit höheren Steuern wieder zurück holen. Beispielsweise indem man die Mehrwertsteuer auf 25% anhebt. Von einer schwarz-grünen Bundesregierung erwarte ich nicht, dass sie auf sozialen Ausgleich bedacht ist.
Unwahrscheinlich. Erstens wegen Wahl, zweitens weil du die Wirtschaft damit ja wieder bremst. "Wir haben die MwSt für ein halbes Jahr um 3% gesenkt, um die Wirtschaft zu beleben und werden sie jetzt auf unbestimmte Zeit um 6% anheben, weil..." - ist auch nicht die Logik, mit der man die Bevölkerung überzeugen wird, denke ich. Wahrscheinlicher ist, dass eher im Haushalt irgendwo was eingespart wird. Irgendwo, wo es keine starke Lobby gibt. Vermutlich im Sozialen also.

Die letzten Berichte von Ökonomen die ich las hatten außerdem eher den Tenor "Ja, wissen Sie, Staatsschulden...LOL" und "uns machen eher die Schulden der ANDEREN Länder Sorgen". Letzteres mit Bezug auf Europa, wo es wieder zu Konflikten mit den "Geberländern" (also uns) kommen kann, wo die Bevölkerung jetzt erst recht schreien wird "wir haben jetzt kein Geld mehr für die, wir brauchen das selber!" und dann wieder die ganzen zugehörigen Konflikte wieder ausbrechen (von "England hatte Recht, Fuck Europa! Das kostet nur Geld!" bei uns, bis hin zu "Oh, Sorry, wir liegen euch auf der Tasche? WIR dachten, IHR macht einen super Deal, weil wir uns um die Flüchtlinge kümmern müssen, die bei UNS anlanden. Wenn ihr DAS Problem in Zukunft nicht nur mit dem Scheckbuch lösen wollt, sagt gern Bescheid! Wir transportieren die dann direkt zu EURER Grenze!" bei den anderen).

Andre

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XfrogX
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von XfrogX »

Ein Teil der cdu hat doch schon gemeldet das sie gerne das Renten alter individueller gestalten würden. Und zumindest zum Teil nicht mehr als umlage gestalten sondern als Finanzprodukt. Mit Zwang für gering Verdiener usw.
denke das ist ein erster Ausblick wo sie das Geld wieder rein holen wollen.
Arbeitgeber fordern ja schon mehr Arbeit ohne Lohnausgleich, das würde ja zumindest die Wirtschaft ankurbeln weil die lohnkosten sinken und darüber natürlich auch wieder vermeintlich mehr Geld dem Staat einbringen.

Denke das ist etwas wo man sehr aufpassen muss. Vorallem weil gerade die cdu ja weiß das solange sie bei den Renten nicht direkt was kürzen oder denen was teuerer machen es einen großen Teil ihrer Wähler nicht so wirklich betrifft.

Wobei ich bei einem Kanzler Scholz von der spd auf wenig anderes Hoffnung habe.

Rince81
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Rince81 »

Sachsen hat sich binnen weniger Wochen zu einem der Corona Hotspots der Bundesrepublik entwickelt. Die Zeit hat das beleuchtet:
https://www.zeit.de/2020/50/coronavirus ... archbox%2F
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DexterKane
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von DexterKane »

War ja zu erwarten, da wo die Leugnerquote am dichtesten ist, breitet es sich entsprechend aus.
Dass man sich busweise Sauftouristen in die Städte lädt, sollte überraschen, aber gerade bei der Sachsen CDU wundert mich gar nichts mehr.
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bluttrinker13
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von bluttrinker13 »

DexterKane hat geschrieben:
4. Dez 2020, 13:06
War ja zu erwarten, da wo die Leugnerquote am dichtesten ist, breitet es sich entsprechend aus.
Dass man sich busweise Sauftouristen in die Städte lädt, sollte überraschen, aber gerade bei der Sachsen CDU wundert mich gar nichts mehr.
Das sind natürliche Wirtschaftsprozesse. Angebote und Nachfrage. Im Grenzgebiet völlig normal, dass erhöhte Mobilität mit Konsum und Bedürfnisbefriedigung einhergeht. Dasselbe siehst du auch in Frankfurt Oder, oder Vorpommern-Greifswald, wo die Zahlen auch durch überregionale Bewegungen hochgehen, die man aber nicht einfach abstellen kann, will man nicht einer ganzen Region den Saft abdrehen.

Irgendwie etwas abwertend auch, deine Formulierung. Im Artikel steht nirgendwo eine klare Kausalität zwischen den erhöhten "Leugner"-Zahlen (allein wie die genau erfasst werden würde mich mal interessieren, Deutsche Bank ist jetzt nicht per se ein Forschungsinstitut), und der Inzidenzrate. Die zitierte Frage ist schon mal Mist bzw. viel zu offen formuliert.

Im übrigen nervt mich das an der Corona-Krise mitlerweile am meisten, diese Dichotomisierung und Lagerbildung. Die Vernünftigen und die Covidioten. Dagegen müssen wir mE angehen. Denn dazwischen gibt es noch so einige Standpunkte mehr, die demokratisch und legitim sind. Ich beobachte aber gerade in den Medien zunehmend (wieder einmal) ein wir gegen die.

Der Artikel ist sehr interessant.

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DexterKane
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von DexterKane »

Ja, ok, das war etwas sehr flapsig formuliert und war unsachlich. Mea culpa.

Dass ich die sächsische CDU und auch Teile des Justizapparats in Sachsen für, nun ja, "rechtsoffen" halte, daran halte ich allerdings fest.

Guck Dir mal an was bei der Querdenkerdemo in Leipzig passiert ist. Da hat der Richter freitag Nacht um 1:00 Uhr, verfügt, dass die Demo am nächsten Tag, also Samstag, entgegen der Vorgaben des OB doch durch die Innenstadt ziehen darf. Die 3(?) Stunden, die dem Amt zum Widerspruch zugestanden wurden, wurden dann "überraschenderweise" nicht genutzt. Der OB wird (auch auf Zeit.de) damit zitiert, er sei Abends ins Bett gegangen und stand morgens vor vollendeten Tatsachen.

Das ist mit meiner Vorstellung eines Rechtsstaats nicht vereinbar.
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bluttrinker13
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von bluttrinker13 »

DexterKane hat geschrieben:
4. Dez 2020, 15:06
Guck Dir mal an was bei der Querdenkerdemo in Leipzig passiert ist. Da hat der Richter freitag Nacht um 1:00 Uhr, verfügt, dass die Demo am nächsten Tag, also Samstag, entgegen der Vorgaben des OB doch durch die Innenstadt ziehen darf. Die 3(?) Stunden, die dem Amt zum Widerspruch zugestanden wurden, wurden dann "überraschenderweise" nicht genutzt. Der OB wird (auch auf Zeit.de) damit zitiert, er sei Abends ins Bett gegangen und stand morgens vor vollendeten Tatsachen.

Das ist mit meiner Vorstellung eines Rechtsstaats nicht vereinbar.
Bei solchen spezifischen Verfehlungen bin ich voll bei dir, darauf hatte ich mich vorher auch nicht bezogen, sondern eher auf die allgemeine Abwertung die durchschwang, die du aber nicht so gemeint hast. Und ich bin sicherlich auch kein Freund der CDU, schon gar nicht Konsorten wie den Innenministern dort oder in Meck Pomm, to be sure. :D

Rince81
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Rince81 »

bluttrinker13 hat geschrieben:
4. Dez 2020, 14:51
Im übrigen nervt mich das an der Corona-Krise mitlerweile am meisten, diese Dichotomisierung und Lagerbildung. Die Vernünftigen und die Covidioten. Dagegen müssen wir mE angehen. Denn dazwischen gibt es noch so einige Standpunkte mehr, die demokratisch und legitim sind. Ich beobachte aber gerade in den Medien zunehmend (wieder einmal) ein wir gegen die.
Das eine schließt das andere imho nicht aus. Du hast vollkommen Recht, nur gibt es hier eine Fraktion, deren Standpunkt so extrem ist, dass eine Diskussion einerseits sinnlos ist andererseits der Staat zum einen verpflichtet ihr Recht auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit zu gewährleisten, er aber zugleich verpflichtet ist andere Bürger vor ihrer Unvernunft zu schützen - Stichwort Polonaisen auf Corona Demos.

Meine Schwägerin befand sich mit ihrer Tochter seit dem 14.11. in Quarantäne. Sie ist Erstklässlerin und an ihrer Schule gab es einen Fall und die gesamte Grundschule war eine Kohorte... Die Quarantäne ging bis zum 27.11. und konnte trotz Massentest der gesamten Schule nicht früher aufgehoben werden da ein paar Eltern den Test ihrer Kinder verweigert hatten. Quarantäne ist seit dem Wochenende wieder vorbei und das Kind die Woche wieder in der Schule und sie konnte wieder zur Arbeit - heute kam die nächste Quarantäneanordnung - bis zum 15.12... Ich bin zusehends fassungslos wie sich die Politik einen Dreck um die Empfehlungen des RKI und um die Realität an den Schulen schert. Augen zu und durch, egal wie - aber unsere Landesregierung hält an der Schließung der Kosmetikstudios fest da die Fallzahlen zu hoch sind... :shock: :?
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XfrogX
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von XfrogX »

Unser shutdown light wirkt genauso gut wie. Die meisten light Produkte :D

Nachdem man ja sogar die Kriterien dafür angezogen hat wann getestet wird weil wir nicht genug Tests bekommen. Gingen die Zahlen kurz ein wenig zurück nun steigen sie aber trotzdem wieder.
Dazu hatten wir nun glaube die zwei Tage mit den meisten Toten in einer Woche.

Damit will ich nicht sagen das Sport und Gaststätten keinen Einfluss haben, aber wohl nicht genug um das ganze zu stoppen.

Ich bin gespannt ob sie das Impfen schneller schaffen als das Virus sich weiter verbreitet.

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