COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Wenn es nicht um Spiele und / oder den Podcast geht, dann stehen die Chancen gut, dass dein Thema hier richtig ist.
WARNUNG: Gerade bei Politik & Co. geht's gerne hoch her. Auch hier gelten die Benimmregeln. Behandelt andere Foren-User immer mit respekt, selbst wenn ihr deren Meinung nicht respektieren könnt!
Forumsregeln
Datenschutzerklärung: https://www.gamespodcast.de/datenschutzerklaerung/
Impressum: https://www.gamespodcast.de/impressum/

Forenregeln und zukünftige Weltverfassung
ART 1: Behandle andere Nutzer mit Respekt.
ART 2: Do NOT piss off the Podcasters

Lies bitte weitere Hinweise hier: viewtopic.php?f=4&t=2789
Coti86
Beiträge: 167
Registriert: 15. Sep 2016, 11:59

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Coti86 »

Ein paar persönliche Eindrücke:

Ich muss sagen, ich finde unsere österreichische Regierung macht derzeit imho eine gute Figur. Man kann von Kurz's moralischen Kompass halten was man will, aber ich glaube, dass er insgesamt ein rational handelnder Mensch ist, der in so einer Krise versteht, dass er kein Experte ist und auf seine wissenschaftlichen Berater hört.

Ich finde ebenfalls, dass er in Interviews die Dinge sehr deutlich benennt und die Maßnahmen bzw deren Sinn gut erklärt und dabei auch immer an die Verantwortung eines jeden einzelnen appeliert. Ich will damit überhaupt nicht sagen, dass alles perfekt war, aber wie André auch bereits sinngemäß schrieb: das ist eine außergewöhnliche Situation, ohne erprobte Blaupausen und wir Menschen und auch unsere Institutionen haben nun mal einen Normalcy Bias https://en.wikipedia.org/wiki/Normalcy_bias

In meinem persönlichen Umfeld zeigen die meisten vollstes Verständnis für die teils sehr einscheidenden Maßnahmen. Darüber bin ich wirklich froh, ich hatte eigentlich damit gerechnet viel Überzeugungsarbeit leisten zu müssen, als nach und nach verschärfte Maßnahmen angekündigt wurden und wir noch weniger als 300 bestätige Fälle hatten. Lediglich 1 Freund von mir hielt das alles für medial völlig aufgeheizt und überzogen, aber ich glaube ich konnte ihm im Gespräch ein wenig überzeugen, bzw zumindest bewirken, dass er sich damit selbstständig nochmal etwas befasst.
Insgesamt habe ich das Gefühl, dass hier gerade alle an einem Strang ziehen und irgendwie fühle ich gerade eine eigenartige Verbundenheit mit meinen Landsleuten. Ein Gefühl, das mir sonst eigentlich eher fremd ist :)

Ich bin echt schon extrem gespannt ob man dann in 1-2 Wochen anhand der Neuinfektionen erkennen kann, dass die Maßnahmen ihre Wirkung gezeigt haben bzw wie stark diese Wirkung ist. Anhand der Modelle, die so gezeigt wurden, scheint ja schon eine vergleichsweise kleine Verminderung der sozialen Kontake eine nicht unbeachtliche Wirkung zu haben.

Leid tut mir, neben all jenen die jetzt und in Zukunft direkt oder indirekt von der Krankheit betroffen sind, vor allem das medizinische Personal des Landes. Das werden Höllenwochen werden, wo ihnen körperlich und geistig viel abverlangt wird. Ich hoffe, dass wir ihren Einsatz in einigen Monaten wenn das alles überstanden ist als Gesellschaft gebührend würdigen werden, und da meine ich durchaus auch Dinge wie extra Urlaub und/oder Geld.

Was mich noch interessieren würde: gibt es hier eigentlich noch einen Mitleser, der das alles nach wie vor für überzogen hält, bzw das Virus selbst als völlig harmlos ansieht?

TheGameOli
Beiträge: 67
Registriert: 27. Mär 2019, 14:47

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von TheGameOli »

Coti86 hat geschrieben:
14. Mär 2020, 22:14

Was mich noch interessieren würde: gibt es hier eigentlich noch einen Mitleser, der das alles nach wie vor für überzogen hält, bzw das Virus selbst als völlig harmlos ansieht?
Dann möchte ich mal auf deine Frage antworten;)
Im Vorfeld möchte ich sagen das ich diesen Virus sicherlich NICHT als harmlos ansehe und es ist nicht zwangsläufig überzogen.
Jetzt aber das große ABER.

Egal in welcher Form, ich finde "Blinder Aktionismus"
Ist sehr sehr gefährlich denn über die jeweiligen Konsequenzen wird erst im Nachhinein gedacht.
Und es ist nur so ein Gedanke oder Bauchgefühl whatever, aber es scheint mir bei Kurz dieser Aktionimus zu sein. Ich kann mich da absolut und vollkommen täuschen und ich bin auch ziemlich weit weg von Österreich aber du hast ja nur gefragt was wir denken;)

Ich hatte es heute Mittag schon gesagt, ich bin fest davon überzeugt wenn man bedacht und besonnen an die Sache ran geht bringt das alle weiter.

Klar müssen Maßnahmen erfolgen, ich finde es auch sehr sinnvoll das man Schulen Kitas oder Veranstaltungen ab einer bestimmten Zahl der Beteiligten absagt bzw. verschiebt.
Was ich da aber zb nicht nachvollziehen kann ist wenn man Restaurants ab 15:00 Uhr schließt oder wenn man Bürger nicht in ihr eigenes Land zurück lässt.
Außerdem kann ich es nicht verstehen wieso ein EU Bürger nicht in die USA reisen darf, ein Engländer oder Asiate aber wohl.

So das waren so meine Gedanken dazu.

Benutzeravatar
Andre Peschke
Beiträge: 5272
Registriert: 9. Jan 2016, 16:16
Kontaktdaten:

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Andre Peschke »

Die NYT berichtet, dass die Republikaner bei der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall in ihrem Nothilfegesetz für Corona eine dicke Lücke gelassen: „In fact, the bill guarantees sick leave only to about 20 percent of workers. Big employers like McDonald’s and Amazon are not required to provide any paid sick leave, while companies with fewer than 50 employees can seek hardship exemptions from the Trump administration.“

Wow.

Ich dachte, sie wären aufgewacht und hätten eine der dringendsten Lücken gestopft, die durch ihr schwaches Sozialsystem entsteht. Scheinbar nicht. Nach allen Indikatoren ist das hart fahrlässig und schwer nachvollziehbar. Verstehe da auch Trump nicht. Das Ding wird ihn die Wiederwahl kosten, denke ich, wenn die Ernte dieser Entscheidungen eingefahren ist.

Andre

Rince81
Beiträge: 2844
Registriert: 21. Dez 2015, 04:30

Re: E3 abgesagt wegen Coronavirus

Beitrag von Rince81 »

Corvus hat geschrieben:
11. Mär 2020, 18:31

Was Rince sagt kommt noch hinzu, ich habe bereits irgendwo gelesen dass das RingFit Adventure durch die Quarantäne eine erhöhte Kaufrate aufwieß. (Keine Quelle, reines Gerücht aus meiner Erinnerung)

Edit2: Hier zumidnest eine Quelle für die Behauptung
https://www.amazon.de/Ring-Fit-Adventur ... B07XTVTRLZ

:ugly:
Die "Gesendet von meinem HTC11 Life mit Tapatalk"-Signatur

Rince81
Beiträge: 2844
Registriert: 21. Dez 2015, 04:30

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Rince81 »

Andre Peschke hat geschrieben:
14. Mär 2020, 23:30
Ich dachte, sie wären aufgewacht und hätten eine der dringendsten Lücken gestopft, die durch ihr schwaches Sozialsystem entsteht. Scheinbar nicht. Nach allen Indikatoren ist das hart fahrlässig und schwer nachvollziehbar. Verstehe da auch Trump nicht. Das Ding wird ihn die Wiederwahl kosten, denke ich, wenn die Ernte dieser Entscheidungen eingefahren ist.
Das sind Fanatiker. Fanatiker, die aus Europäischer Sicht - und aus Sicht jedes Liberalen oder Demokraten in den USA völlig einen an der Klatsche haben, ändert nichts daran, dass es genug weitere Fanatiker gibt, die sie in die entsprechende Ämter wählen.


Ansonsten - mein Arbeitgeber hat jetzt zu. Wir haben heute geschlossen, wann wir wieder aufmachen steht quasi in den Sternen. Also Kurzarbeit beantragen und den eigenen Gürtel enger schnallen. Das wird mir persönlich weh tun, es ist aber richtig. Flatten the Curve eben.
Die "Gesendet von meinem HTC11 Life mit Tapatalk"-Signatur

Benutzeravatar
Andre Peschke
Beiträge: 5272
Registriert: 9. Jan 2016, 16:16
Kontaktdaten:

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Andre Peschke »

Rince81 hat geschrieben:
14. Mär 2020, 23:42


Das sind Fanatiker. Fanatiker, die aus Europäischer Sicht - und aus Sicht jedes Liberalen oder Demokraten in den USA völlig einen an der Klatsche haben, ändert nichts daran, dass es genug weitere Fanatiker gibt, die sie in die entsprechende Ämter wählen.
Er hat schon die erste Wahl nur knapp gewonnen und seine Wähler waren nicht ausnahmslos Fanatiker. Wenn es so bitter wird, wie ich vermute, wars das für ihn. Imo, versteht sich.

Andre

Coti86
Beiträge: 167
Registriert: 15. Sep 2016, 11:59

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Coti86 »

Andre Peschke hat geschrieben:
14. Mär 2020, 23:30
Die NYT berichtet, dass die Republikaner bei der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall in ihrem Nothilfegesetz für Corona eine dicke Lücke gelassen: „In fact, the bill guarantees sick leave only to about 20 percent of workers. Big employers like McDonald’s and Amazon are not required to provide any paid sick leave, while companies with fewer than 50 employees can seek hardship exemptions from the Trump administration.“

Wow.
Ich glaube von allen "entwickelten" Volkswirtschaften wird es die USA am härtesten treffen, und das obwohl sie theoretisch am besten darauf vorbereitet wären, da sie die meisten Intensivbetten pro 100 000 Einwohner mit den in diesem Fall so wichtigen Beatmungsgeräten haben.
Ich persönlich mag das Sozialsystem der USA überhaupt nicht, aber ich erkenne an, dass man aus einer gewissen Perspektive dafür argumentieren kann. Wo ich aber absolut kein Verständnis aufbringen kann ist, wenn selbst in dieser kritischen Lage man als reiches Land nicht bereit ist zumindest temporär diese Lücken durch Steuergeld zu schließen um eben potentiell betroffene Menschen dazu zu bewegen, zuhause zu bleiben. Das macht moralisch Sinn, das macht medizinisch Sinn, das macht wirtschaftlich Sinn. Für mich eigentlich ein NoBrainer.
Verstehe da auch Trump nicht. Das Ding wird ihn die Wiederwahl kosten, denke ich, wenn die Ernte dieser Entscheidungen eingefahren ist.
Hier bin ich wohl noch nicht ganz so überzeugt. Trump ist sehr gut darin falsche Narrative zu etablieren, die seine Entscheidungen legitimieren. Und er hat die Unterstützung von Fox News. Wenn sich in den Köpfen festsetzt, dass Trump ja früh alle gegen das "foreign virus" beschützen wollte indem er alle Grenzen dicht macht, aber die "globalist democrats" diese Maßnahmen nicht unterstützten, dann hat man als jemand, der Trump grundsätzlich gegenüber grundsätzlich positiv eingestellt ist, eine bequeme Ausrede um doch den anderen die Schuld zu geben und sich selbst nicht hinterfragen muss.
Also ich halte es durchaus für möglich, dass ihn das die Wiederwahl kostet, aber noch nicht für in Stein gemeißelt.

Benutzeravatar
Axel
Beiträge: 2582
Registriert: 1. Jul 2018, 20:43

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Axel »

Hier übrigens mal was geiles: So geht man in Italien mit ner Ausgangssperre um! 8-)
https://www.facebook.com/salvatrice.log ... 975508092/

Und auch so gibt es wohl eine Bewegung in Italien mit den Namen „Flashmob Sonoro“, wo auf den Balkonen gesungen wird: https://www.youtube.com/results?search_ ... mob+sonoro

Habe auch schon Videos gesehen wo Musiker auf Balkons musiziert haben.

Man stelle sich das ganze nur mal in Deutschland vor. Wie lange würde es dauern, bis jemand die Polizei ruft? :mrgreen:
„Kein Wunder also, dass wir uns den Debatten der Allgemeinheit anschließen und lieber darüber nachdenken, wer zu uns gehört und nicht, als gemeinsam über Lösungen zu streiten. Wer nicht für mich ist, ist gegen mich.“
(Serdar Somuncu)

Rince81
Beiträge: 2844
Registriert: 21. Dez 2015, 04:30

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Rince81 »

Andre Peschke hat geschrieben:
14. Mär 2020, 23:51
Rince81 hat geschrieben:
14. Mär 2020, 23:42


Das sind Fanatiker. Fanatiker, die aus Europäischer Sicht - und aus Sicht jedes Liberalen oder Demokraten in den USA völlig einen an der Klatsche haben, ändert nichts daran, dass es genug weitere Fanatiker gibt, die sie in die entsprechende Ämter wählen.
Er hat schon die erste Wahl nur knapp gewonnen und seine Wähler waren nicht ausnahmslos Fanatiker. Wenn es so bitter wird, wie ich vermute, wars das für ihn. Imo, versteht sich.

Andre
Ich meine garnicht Trump in dem Fall. Der ist nur ein Opportunist. Ich meine ganz speziell Leute wie Mitch McConnell, Rand Paul oder Ted Cruz.
Die "Gesendet von meinem HTC11 Life mit Tapatalk"-Signatur

Benutzeravatar
mart.n
Beiträge: 560
Registriert: 7. Jul 2016, 08:34

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von mart.n »

Tja, die Lage ist nicht rosig. Wir haben jetzt für die nächsten Wochen 2 Kinder (4 und 7) zu Hause. Mein AG hat nicht zu und meine Frau ist selbstständig im Windkraft Bereich. Wir haben jetzt also nicht nur das Problem, dass wir eigentlich nicht arbeiten können, sondern auch das bei meiner Frau die Ansprechpartner wegfallen, Teile aus China nicht mehr geliefert werden und Personal bei den Baustellen krank wird.

Und das On top zu zwei quengeligen Kindern, die das Problem nicht verstehen und jetzt am letzten 18h/Tag Epicstun auf Youtube gucken wolen (wie ich den Kerl hasse). Alles hat zu und Oma/Opa kann man höchstens mal per Videokonfi hinzuschalten. Und mein eigener Vater ist mit Demenz im Heim und das ist abgeschottet. Was 100% richtig ist, aber für jemanden der das Problem nicht versteht mit Sicherheit nicht einfach. Die Mutter von einem Freund ist im Hospiz und selbst die darf er nicht mehr besuchen. Das ist bisher das härteste, was ich gehört habe. :(

Ich finde die Maßnahmen aber nicht übertrieben. Im Gegenteil, ich finde sie zu lasch. Hier in der Festhalle bei uns (Dorf) waren jetzt 2x im Folge türkische Hochzeiten mit 200-300 Besuchern aus ganz Deutschland. Warum darf sowas noch stattfinden? Ich verstehe es nicht. Kurz macht da präventiv einen viel besseren Job. Abwarten mag Merkel immer geholfen haben, jetzt ist es einfach das falsche.

Benutzeravatar
LegendaryAndre
Beiträge: 563
Registriert: 19. Feb 2017, 09:06
Wohnort: Graz

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von LegendaryAndre »

TheGameOli hat geschrieben:
14. Mär 2020, 14:38
Ich habe mich heut mittag trotzdem gefragt was es bringt alle Restaurants ab 15:00 Uhr zu schließen? Da hätte euer Kanzler ruhig ein wenig besonnen dran gehen können an diese Thematik. Ist eigentlich bekannt ob die Betriebe etc. irgendwelche Hilfen bekommen? Oder dürfen die gleich Pleite gehen?
Ich habe eigentlich gestern schon eine Antwort geschrieben, aber irgendwas muss bei der Veröffentlichung schiefgegangen sein wie es aussieht. ;) So sehen die ersten Maßnahmen aus:

https://www.kleinezeitung.at/wirtschaft ... arden-fuer

Persönlich finde ich dass Kurz bzw. die österreichische Regierung wirklich eine sehr gute Arbeit leistet! Es findet eine klare Kommunikation statt und man wird sehr gut informiert. Konsequent auch die Schließung der Geschäfte, aber das ist in dieser Situation angebracht!

Benutzeravatar
LegendaryAndre
Beiträge: 563
Registriert: 19. Feb 2017, 09:06
Wohnort: Graz

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von LegendaryAndre »

Coti86 hat geschrieben:
14. Mär 2020, 22:14
Insgesamt habe ich das Gefühl, dass hier gerade alle an einem Strang ziehen und irgendwie fühle ich gerade eine eigenartige Verbundenheit mit meinen Landsleuten. Ein Gefühl, das mir sonst eigentlich eher fremd ist :)
Ja, das erlebe ich auch so! Bisher hat man ja eher die Anonymität geschätzt und manche haben fast schon ein Problem darin gesehen, wenn man den Nachbarn grüßen muss. ;) Alles lief sehr mechanisch und routiniert ab und jetzt haben viele Menschen ein waches Bewusstsein und stellen sich auf eine neue Situation ein! In der Hinsicht hat die Krise auch etwas Gutes!
Coti86 hat geschrieben:
14. Mär 2020, 22:14
Was mich noch interessieren würde: gibt es hier eigentlich noch einen Mitleser, der das alles nach wie vor für überzogen hält, bzw das Virus selbst als völlig harmlos ansieht?
Vor ein paar Tagen noch gab es einige Leute aus meinem Bekanntenkreis die das für lächerlich gehalten haben und auf die leichte Schulter nehmen wollten. Mittlerweile nicht mehr! Ich glaube jeder versteht dass es kein Ebola ist, aber die Maßnahmen dennoch erforderlich sind, damit die Ausbreitung verlangsamt werden kann. So etwas wie in unserem Nachbarland Italien will wohl niemand erleben. Es sind wirklich traurige und bewegte Bilder und man kann den Italienern nur wünschen dass sie die Sache in den Griff bekommen bzw. möglichst bald eine globale Lösung gefunden wird!

Trugschluss
Beiträge: 214
Registriert: 5. Mär 2020, 13:29

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Trugschluss »

In einem anderen Forum, in dem ich unterwegs bin, halte eine Menge Leute die Maßnahmen für überzogen, allen voran ein junger Kinderarzt.

Benutzeravatar
bluttrinker13
Beiträge: 2180
Registriert: 4. Jun 2016, 22:44

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von bluttrinker13 »

Alle flights gecancelt (immerhin nicht von unserer Seite). Verbringe ich meinen Urlaub also in der Quarantänezone Berlin. :ugly:
Read Dead Redemption 2, ich komme! :lol:

Michi123
Beiträge: 883
Registriert: 5. Mär 2017, 12:27

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Michi123 »

LegendaryAndre hat geschrieben:
15. Mär 2020, 06:56
...
Persönlich finde ich dass Kurz bzw. die österreichische Regierung wirklich eine sehr gute Arbeit leistet! Es findet eine klare Kommunikation statt und man wird sehr gut informiert. Konsequent auch die Schließung der Geschäfte, aber das ist in dieser Situation angebracht!
Dem möchte ich zustimmen, finde die österreichische Regierung wirkt hier sehr kompetent und hat vor allem die richtige Kommunikation damit die Leute nicht in Panik verfallen aber trotzdem wissen um den Ernst der Lage.

Don Mchawi
Beiträge: 387
Registriert: 8. Nov 2017, 08:44

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Don Mchawi »

https://www.gamestar.de/artikel/gaming- ... 7&pm_ln=17

vlt wars schon hier, habe nicht alles gelesen: Private Gaming-PCs gebündelt für Rechenleistung bei der Medikamentenforschung zu Corona einsetzen.

Coti86
Beiträge: 167
Registriert: 15. Sep 2016, 11:59

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Coti86 »

TheGameOli hat geschrieben:
14. Mär 2020, 23:10
Egal in welcher Form, ich finde "Blinder Aktionismus"
Ist sehr sehr gefährlich denn über die jeweiligen Konsequenzen wird erst im Nachhinein gedacht.
Und es ist nur so ein Gedanke oder Bauchgefühl whatever, aber es scheint mir bei Kurz dieser Aktionimus zu sein. Ich kann mich da absolut und vollkommen täuschen und ich bin auch ziemlich weit weg von Österreich aber du hast ja nur gefragt was wir denken;)
Ich verstehe was du meinst. Ich glaube aber, dass die meisten Maßnahmen, die mittlerweile gesetzt sind bereits am Dienstag/Mittwoch festgestanden haben, und man sich bewusst dafür entschieden hat, diese nur schrittweise zu kommunizieren, um eine Panik zu mindern. Aber selbst wenn dies nicht der Fall war und die Regierung tatsächlich etwas ohnmächtig in Anbetracht der wachsenden Zahlen ständig nachjustiert hat, bin ich da insgesamt etwas nachsichtig, eben weil die Situation so außergewöhnlich ist. Zumindest solange das Maßnahmenpaket am Ende dem Ausmaß der Krise gerecht wird, und das tut es spätestens seit heute imho.

Ich hab übrigens heute ein Zitat von Michael Leavitt, dem Gesundheitsminister(falls ich das richtig übersetzt habe) unter George W. Bush gelesen, das finde ich die Lage gut beschreibt: "Everything we do before a pandemic will seem alarmist. Everything we do after will seem inadequate."
LegendaryAndre hat geschrieben: Vor ein paar Tagen noch gab es einige Leute aus meinem Bekanntenkreis die das für lächerlich gehalten haben und auf die leichte Schulter nehmen wollten. Mittlerweile nicht mehr!
Ja ich glaube hier hat wirklich mittlerweile jeder, der die präsentierten Fakten nicht von vornherein ablehnt verstanden, worum es geht und warum das alles gemacht wird. Heute wurde ja bei uns die nächste Eskalationsstufe gezündet, glaube das wird nochmal vielen verdeutlichen dass die Lage ernst ist.
Trugschluss hat geschrieben:In einem anderen Forum, in dem ich unterwegs bin, halte eine Menge Leute die Maßnahmen für überzogen, allen voran ein junger Kinderarzt.
Interessant. Also es kann natürlich immer sein, dass ich völlig auf dem Holzweg bin, aber ich bin eigentlich der Meinung, dass wenn man sich die veröffentlichten Zahlen zu Corona ansieht, Erfahrungen aus anderen Ländern wo die Infektion weiter fortgeschritten ist, hinzunimmt und das den jeweiligen Kapazitäten im Gesundheitssystem gegenüberstellt, dann muss man doch eigentlich zu dem Schluss kommen, dass die Lage wirklich ernst ist und drastische Maßnahmen angebracht sind. Natürlich wird es immer Menschen geben die in einer Filterblase leben und der "Lügenpresse" sowieso kein Wort glauben, aber da helfen Argumente ohnehin nix. Weißt du warum der Kinderarzt die Maßnahmen für überzogen hält?

Benutzeravatar
tsch
Beiträge: 597
Registriert: 23. Jul 2016, 15:10

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von tsch »

Finde es eigentlich auch ganz gut, was Kurz macht. Als Deutscher, der in Österreich lebt, habe ich mich ehrlich gesagt noch nie so wirklich mit ihm beschäftigt (keine Ahnung, was ich politisch von ihm halten sollte), aber man muss bedenken, dass man in Südtirol und Norditalien bereits schlimme Ausbreitungen gesehen hat und jetzt auch in Tirol (Österreich) - es schwappt also ganz klar überdurchschnittlich stark in diese Region über.

Ich finde es also angebracht, dass man in Österreich sogar noch massivere Maßnahmen ergreift als z.B. in Deutschland. Gerade die Alpenregion war ja bis vor einigen Tagen noch voll mit Menschen, die alle im Skiurlaub waren. Diese Ansammlung von internationalem Tourismus hat man in Deutschland auch eher selten.

Auf jeden Fall ist meine Stadt mittlerweile komplett leer und das halte ich für etwas Positives aktuell. Abzuwarten ist natürlich, ob Österreich deswegen wirtschaftlich härter getroffen wird, weil ja aktuell fast alle Geschäfte schließen mussten.
Zuletzt geändert von tsch am 15. Mär 2020, 13:20, insgesamt 1-mal geändert.

Trugschluss
Beiträge: 214
Registriert: 5. Mär 2020, 13:29

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Trugschluss »

Don Mchawi hat geschrieben:
15. Mär 2020, 12:41
https://www.gamestar.de/artikel/gaming- ... 7&pm_ln=17

vlt wars schon hier, habe nicht alles gelesen: Private Gaming-PCs gebündelt für Rechenleistung bei der Medikamentenforschung zu Corona einsetzen.
Sowas habe ich mal für SETI ganz lang gemacht. :shifty:
Coti86 hat geschrieben:
15. Mär 2020, 12:47
Weißt du warum der Kinderarzt die Maßnahmen für überzogen hält?
Mit seinen eigenen Worten:
Zuerst einmal ist Covid-19 keine besondere Erkrankung, keine ihrer Eigenschaften, Symptome oder Auswirkungen ist in irgendeiner Weise besonders oder einzigartig. Aber lassen wir das mal außen vor.

Jetzt ist gerade Infektzeit, ich sehe also jeden Tag ein Dutzend Kinder, die entweder in den Atemwegen oder im Magen-Darm-Trakt (manchmal auch beides) einen Erreger haben, der sie krank macht. Natürlich versuchen wir die Erreger ausfindig zu machen aber tatsächliche Behandlungsrelevanz hat das nicht, da sie zum überwältigenden Teil durch Viren verursacht werden. Es gibt zwar auch Medikamente gegen Viren aber nahezu alle Infektionen dieser Gruppe (also ungefähr Grippe-ähnlich) werden ohne diese Medikamente gleich behandelt: Flüssigkeit über die Venen zuführen, Fieber senken, Schmerzen bekämpfen und im Notfall bei schlechter Sauerstoffversorgung etwas Sauerstoff über eine nicht-invasive Atemhilfe.
Das ist alles symptomatisch, nichts davon bekämpft den Erreger, nichts davon ist spezifisch. Aber es reicht in 99,9% der Fälle aus, damit die Kinder gesund werden. Genau diese Behandlung bekommen auch Corona-Patienten. Darum ist es letztendlich vollkommen egal, ob bei den Patienten Adenoviren, RSV, Noroviren, Influenza oder Coronaviren festgestellt werden. Nur das eines davon auf eine Stufe mit Krim-Kongo-Fieber, Westnil, Ebola und co gestellt wird. Den Fehler darf man selbst finden
Die aktuelle Panik sorgt jedoch für massive Einschnitte im Versorgungsablauf aller anderen Kranken. Wenn der aktuelle Trend deutlich länger als einen Monat anhält, könnten die Todeszahlen explodieren, einfach weil dann Schwerkranke in Krankenhäusern nur noch schlecht vor anderen Erregern geschützt werden können. Desinfektionsmittel gibt es nur auf Zuteilung aus dem zentralen Lager, der Mundschutz soll jeweils eine Schicht getragen werden, geplante OPs werden auf unbestimmte Zeit verschoben, Stationen werden geräumt und zu Sammellagern für Infizierte umgerüstet.
Die Pläne existierten ja schon vorher, aber die sind für ganz andere Kaliber gedacht. Angriffe mit Biowaffen, Atomunfälle, Ebola in Europa etc. Die Maschine funktioniert, sie bringt nur eben auch Menschen um. Wenn sie für den lächerlichen Covid-19 angeworfen wird, sterben jeden Tag Hunderte durch vermeidbare Zustände.
Für mindestens die nächsten 2 Monate sind alle nicht lebensnotwendigen OPs, Sprechstunden und Diagnostiken abgesetzt. Diese Patienten verschwinden ja aber nicht und der Sturm wird in 2 Monaten unser Gesundheitssystem brechen, egal ob es in der Zwischenzeit eine Massenwelle mit Covid-19 gab oder nicht.

Benutzeravatar
tsch
Beiträge: 597
Registriert: 23. Jul 2016, 15:10

Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von tsch »

Trugschluss hat geschrieben:
15. Mär 2020, 13:18
...Darum ist es letztendlich vollkommen egal, ob bei den Patienten Adenoviren, RSV, Noroviren, Influenza oder Coronaviren festgestellt werden. Nur das eines davon auf eine Stufe mit Krim-Kongo-Fieber, Westnil, Ebola und co gestellt wird. Den Fehler darf man selbst finden
https://www.mdr.de/brisant/corona-gripp ... h-100.html

Wird immer Ärzte geben, die sich gerade jetzt berufen fühlen, ihre überlegene Weisheit mit der Menschheit zu teilen, aber die Mehrheit von Experten ist sich einige, dass Corona gefährlicher ist als die Grippe. Der verlinkte Artikel (bzw. die WHO) nennt da einige sehr konkrete und nachvollziehbare Punkte.

Antworten