Cultural Appropriation - Wirklich ein Problem?

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Voigt
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Re: Cultural Appropriation - Wirklich ein Problem?

Beitrag von Voigt »

Kultur und Personengruppen Respektlos behandeln, ist halt respektlos, für mich ist das aber seperat von der allgemeinen Verwendung anderer Kultur, das ist die Überkategorie. Das kann man gut oder schlecht machen, das macht die allgemeine Verwendung aber nicht gut oder schlecht.
Daher finde ich auch den Begriff Cultural Appropriation doof, und das als was grundsätzlich negatives auszulegen. Es ist wie das berühmte Küchenmesser Beispiel, Küchenmessser sind nicht moralisch schlecht oder gut, kommt drauf an wie du zum Einsatz kommen, als Küchenutensil oder als Mordwaffe. Morden ist moralisch verwerflich, aber das macht nicht Küchenmesser verwerflich.

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Feamorn
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Re: Cultural Appropriation - Wirklich ein Problem?

Beitrag von Feamorn »

Hier wird mir etwas zu sehr der Kern des Themas ignoriert. Der Ursprung des "Problems" mit der kulturellen Aneignung ist ja nicht "der Typ da verwendet einfach Elemente meiner Kultur", sondern, "da verwendet eine Gruppe Elemente meiner Kultur als *cool*, für die die eigentlichen Angehörigen jener Kultur von dieser Gruppe wiederum diskriminiert wurden oder werden". Wenn sich ein (weißer) Amerikaner als Spartaner verkleidet, wird da kein Hahn nach Krähen, eben weil es da keinerlei Geschichte zu gibt. Verkleidet sich der Amerikaner jedoch als Native American, hat man plötzlich ein Spannungsfeld, nämlich die Tatsache, dass die Natives durch die weißen Einwanderer massiv ermordet, unterdrück und marginalisiert wurden, die Kultur quasi fast ausgelöscht, und jetzt kommt ein Mitglied der unterdrückenden Volksgruppe und verwendet das als Halloween-Kostüm und wirft damit den realen Rattenschwanz an Schmerzen und Verbrechen, die da nun einmal dran hängen, aus dem Fenster, dort entsteht das Problem. Das gleiche gilt für die diversen "afrikanischen" Frisuren etc. pp. (tatsächlich ist das Thema Haare für Schwarze heute noch oft ein Problem, wenn man sich etwas umhört, werden Cornrows, Rastas etc. heute noch oft, insbesondere der Geschäftswelt, als "primitiv", unprofessionell etc. angesehen, d.h. Schwarze haben da reelle Probleme durch, sind aber, u.A. durch ihre genetisch bedingte Haarstruktur, stark Eingeschränkt in ihrer Frisurenwahl oder müssen ihre Haare glätten, um nicht negativ aufzufallen, genauso müssen sich im Showbiz viele Schwarze und POC selbst um ihre Haare kümmern, da in der Maske in der Regel niemand arbeitet, der mit ihren Haaren ordentlich umgehen kann, in den Drogerien in Deutschland gibt es keine entsprechenden Pflegeprodukte etc. pp.). Das ist ja die Ebene, die man bei dem Thema im Auge behalten sollte, und auf Basis derer manche der Meinung sind, dass es vielleicht eher nicht so geil ist, wenn "Weiße" da gedankenlos einfach gewisse Elemente für sich herauspicken, weil sie sie "chic" finden.

Ich persönlich finde das mit den Frisuren auch zu stark, aber bei den Karnevalskostümen bin ich tatsächlich bereit, einzuräumen, dass es vermutlich vorteilhaft ist, da nicht die Kinder an ein historisch völlig kaputtes Bild der jeweiligen Kultur heranzuführen. So oder so ist das Thema nicht so eindeutig und "einfach", wie hier manch einer in seinen Beiträgen geschrieben hat und eben durchaus zumindest diskussionswürdig.

In der Regel kräht doch kein Hahn danach, wenn ein Musiker Elemente der Musik anderer Kulturen einbaut (wohlgemerkt einbaut, nicht stumpf kopieren (= für sich beansprucht)), aber wenn jetzt plötzlich irgendwo, hypothetisch gesprochen, irgendwelche afro-amerikanische Sklavenlieder in Charthits eines weißen Künstlers landen würden, weil sie "schön klingen", dann bewegt man sich in den Raum jener kritisierten Aneignung und muss mit einer Diskussion diesbezüglich rechnen.

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DickHorner
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Re: Cultural Appropriation - Wirklich ein Problem?

Beitrag von DickHorner »

Danke für Deine Erläuterung, das ist völlig einleuchtend.

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Leonard Zelig
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Re: Cultural Appropriation - Wirklich ein Problem?

Beitrag von Leonard Zelig »

Rince81 hat geschrieben:
19. Mär 2021, 08:20
Ja Cultural Appropriation ist ein Problem. Dieses Forum ist gleichzeitig nicht geeignet um das zu diskutieren, dazu ist die Nutzergruppe des Forums zu wenig betroffen und die Diskussion zuverlässig auf einer sehr schrägen Bahn, da zuverlässig absolute Mindermeinungen von Einzelnen genutzt werden um damit das gesamte Thema zu definieren und abzulehnen.
...

Dieses Forum ist für solche Diskussionen der falsche Raum.
Macht man es sich damit nicht zu einfach? Klingt ein bisschen nach "Geht mich nichts an, sollen die Betroffenen drüber streiten". Außerdem überlässt man die Themen so den Neurechten.

Warum braucht es im Karneval immer noch Blackfacing? Gäbe es da keine Alternativen? Wikinger oder Römer zum Beispiel. Sollte es da keine Debatte drüber geben in den Karnevalsvereinen? Wie soll es zu Veränderungen kommen, wenn man Themen totschweigt?
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Rince81
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Re: Cultural Appropriation - Wirklich ein Problem?

Beitrag von Rince81 »

Leonard Zelig hat geschrieben:
19. Mär 2021, 14:42
Macht man es sich damit nicht zu einfach? Klingt ein bisschen nach "Geht mich nichts an, sollen die Betroffenen drüber streiten".[...]
Wie soll es zu Veränderungen kommen, wenn man Themen totschweigt?
Nein das ist nicht gemeint. Ich habe hier aber das Gefühl, dass wir hier eher über Betroffene, statt mit Betroffenen streiten. Hier fehlen der Diskussion imho weitere Perspektiven, um wirklich fruchtbar zu sein. ich streite gerne über solche Themen, dazu braucht es aber imho mehr Input als wir hier haben.
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Andreas29
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Re: Cultural Appropriation - Wirklich ein Problem?

Beitrag von Andreas29 »

Rince81 hat geschrieben:
19. Mär 2021, 08:20
Dieses Forum ist gleichzeitig nicht geeignet um das zu diskutieren, dazu ist die Nutzergruppe des Forums zu wenig betroffen
Das ist natürlich großes Kino... gerade von Dir :D

In einem anderen Thread schreibst Du in dem Kontext:
Rince81 hat geschrieben:
17. Mär 2021, 23:38
Andreas29 hat geschrieben:
17. Mär 2021, 21:46
Nein. Ich kritisiere lediglich die Weißen, die das tun, aber auf der anderen Seite Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe von Debatten ausschließen wollen "Du bist nicht Schwarz, also hast Du Dein Maul zu halten, wenn es darum geht, was rassistisch ist" etc..).
Aber wer macht das denn. Ich habe das Gefühl, dass du versuchst mit irgendwelchen Extremfällen zu argumentieren, diese aber als Mainstream darstellst um die Diskussion am laufen zu halten. Es geht nicht ums "Maul halten" aber darum, (...)
Bist Du jetzt einer dieser "Extremfälle"?... Meiner Erfahrung nach nicht, weil ich dieses Argument eigentlich immer höre, wenn man etwas differenzierter an die Sache ran geht. Es ist eben bequemer als auf Argumente eingehen zu müssen, als jemanden einfach von vorneherein zu diskreditieren.

Und deswegen ist es - wie auch Du demonstrierst - kein Extremfall, sondern gang und gäbe, dass versucht wird einen so von der Debatte auszuschließen.


Und hier ist jeder herzlich gerne eingeladen zu diskutieren, egal welche Hautfarbe er hat. Natürlich wäre hier die Position der betroffenen Gruppen höchst interessant und die Diskussion fruchtender, aber die müssen sich dann auch eben melden.
Es ist nicht so, dass hier diese Gruppen bewusst ausgeschlossen werden, es könnte sich hier jederzeit einer davon beteiligen.

Deswegen ist es vollkommen in Ordnung darüber mit dem nötigen Fingerspitzengefühl zu diskutieren.

Wenn Du das falsch findest ist das Deine Meinung und dann kannst Du gerne den Thread verlassen, aber lass es sein zu versuchen den Leuten hier Maulkörbe zu verpassen.

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Leonard Zelig
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Re: Cultural Appropriation - Wirklich ein Problem?

Beitrag von Leonard Zelig »

Rince81 hat geschrieben:
19. Mär 2021, 14:54
Leonard Zelig hat geschrieben:
19. Mär 2021, 14:42
Macht man es sich damit nicht zu einfach? Klingt ein bisschen nach "Geht mich nichts an, sollen die Betroffenen drüber streiten".[...]
Wie soll es zu Veränderungen kommen, wenn man Themen totschweigt?
Nein das ist nicht gemeint. Ich habe hier aber das Gefühl, dass wir hier eher über Betroffene, statt mit Betroffenen streiten. Hier fehlen der Diskussion imho weitere Perspektiven, um wirklich fruchtbar zu sein. ich streite gerne über solche Themen, dazu braucht es aber imho mehr Input als wir hier haben.
In diesem Forum werden wahrscheinlich keine Afro-Amerikaner und Native Americans registriert sein, aber warum sollen Deutsche mit Migrationshintergrund nicht auch über das allgemeine Thema diskutieren können? Man muss ja nicht die Debatten der Amerikaner 1:1 übernehmen und hier über die Namen von American-Football-Mannschaften diskutieren.
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Rince81
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Re: Cultural Appropriation - Wirklich ein Problem?

Beitrag von Rince81 »

Andreas29 hat geschrieben:
19. Mär 2021, 15:07
Wenn Du das falsch findest ist das Deine Meinung und dann kannst Du gerne den Thread verlassen, aber lass es sein den zu versuchen den Leuten hier Maulkörbe zu verpassen.
Ähm. Ja.
Wenn ich schreibe, dass ich denke, dass dieses Forum der falsche Ort für diese Diskussion ist kommt bei Dir an, dass ich hier anderen Maulkörbe anlege? Warum?

Aber mal ganz direkt gefragt. Du bist derjenige, der jetzt zum wiederholten mal versucht die Themen wie Blackfacing, Cancel Culture oder nun eben und Cultural Appropriation zu diskutieren und zu thematisieren. Fair Game, wenn dich das interessiert ist das völlig in Ordnung, ich diskutiere da im Grunde gerne mit - ich zettle solch Diskussionen aber nicht an.
Mich würde daher deine Motivation interessieren. So ein jahrealtes Youtube-Video im Eröffnungpost schüttelt man nicht mal eben so aus dem Ärmel. Genauso wenig jahrealte Interviewschnipsel von Jackson, Freeman oder Washington in dem anderen Thread. Das erfordert schon einigen Einsatz und Kommitment für die Diskussion und den verstehe ich ehrlichgesagt nicht.
Zuletzt geändert von Rince81 am 19. Mär 2021, 15:45, insgesamt 1-mal geändert.
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Andreas29
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Re: Cultural Appropriation - Wirklich ein Problem?

Beitrag von Andreas29 »

Rince81 hat geschrieben:
19. Mär 2021, 15:22
Ähm. Ja.
Wenn ich schreibe, dass ich denke, dass dieses Forum der falsche Ort für diese Diskussion ist kommt bei Dir an, dass ich hier anderen Maulkörbe anlege? Warum?

Weil Du den gesamten Thread und das Thema von vorneherein hier in diesem Rahmen für sinnlos erklärst und damit jeden Post von vorneherein diskreditierst. Du willst den Eindruck entstehen lassen, dass das Gesagte hier keinen Wert hat und man es dann gleich lassen sollte.
Das ist nichts anderes als zu versuchen die Diskussion abzuwürgen, ergo: Maulkorb.
Rince81 hat geschrieben:
19. Mär 2021, 15:22
Mich würde daher deine Motivation interessieren.
Ich finde, dass die identitätspolitischen Diskussionen vollkommen entgleist sind und es immer mehr der Fall ist, dass man keine differenzierte Position mehr einnehmen darf. Ich kann Dir von meinen Erfahrungen im Netz erzählen, aber für dich sind das ja dann immer Einzel- und Extremfälle.
Ich will einfach kein Teil dieser Bubbles mit absoluten Positionen sein. Ich finde es wichtig, dass man diese Themen mal ausgewogen diskutiert, ohne Schubladendenken.

Ich kenne eben diese Bubbles. Und da geht es immer darum der "wahre Schotte" zu sein. Man kann in 14 von 15 Punkten bei einem Thema einer Meinung sein, ist man es beim 15. Punkt nicht ganz, zählt man schon zum Feind und muss vernichtet werden. Ich bin im Internet schon als Rassist und gleichzeitig als linker SJW-Nazi bezeichnet worden.

Deswegen habe ich ein Interesse das zu diskutieren. Aber das scheint auch hier nur schwer möglich zu sein ohne die typischen Versuche der Diskreditierung.
Zuletzt geändert von Andreas29 am 19. Mär 2021, 15:51, insgesamt 1-mal geändert.

Rince81
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Re: Cultural Appropriation - Wirklich ein Problem?

Beitrag von Rince81 »

Feamorn hat geschrieben:
19. Mär 2021, 14:27
Sehr kluger Text.
Vollkommene Zustimmung zu dem Text.
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Rince81
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Re: Cultural Appropriation - Wirklich ein Problem?

Beitrag von Rince81 »

Andreas29 hat geschrieben:
19. Mär 2021, 15:40
Ich finde, dass die identitätspolitischen Diskussionen vollkommen entgleist sind und es immer mehr der Fall ist, dass man keine differenzierte Position mehr einnehmen darf. Ich kann Dir von meinen Erfahrungen im Netz erzählen, aber für dich sind das ja dann immer Einzel- und Extremfälle.
Wo hast du im Netz diese Erfahrungen gesammelt und wobei? Ich werde nicht so oft in identitätspolitische Diskussionen verwickelt - nur hier oder wenn man bei Era in einen falschen Thread abbiegt.
Ich habe hier im Thread mehrere gute differenzierte Meinungen gesehen, warum darf die keiner haben?
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Andreas29
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Re: Cultural Appropriation - Wirklich ein Problem?

Beitrag von Andreas29 »

Rince81 hat geschrieben:
19. Mär 2021, 16:00
Wo hast du im Netz diese Erfahrungen gesammelt und wobei?
Heute hauptsächlich Twitter, früher mehr Facebook. Und diverse Foren. Und das mache ich seit etwa 10 Jahren, seitdem diese Themen vermehrt diskutiert werden.

Ich habe immer wieder und in den letzten Jahren immer häufiger die Erfahrung gemacht, dass viele - KEINE Einzelfälle - bei diesen Themen absolut keine ausgewogene Meinung mehr ertragen, sondern nur noch ihre eigene ideologisch geprägte. Du kannst denen zu 99% entgegen kommen und mehrfach feststellen, dass Du eigentlich auf ihrer Seite bist, aber sie hängen sich nur an dem einen 1% auf. Es ist ein Glaubenskrieg geworden... in den USA nennt man es ja "Culture War".

Ich sehe mich eindeutig auf der linken Seite der Debatte. Es gibt Rassismus, es gibt Alltagsrassismus, es gibt Strukturellen Rassismus und das gleiche mit Sexismus, Homophobie etc.. Und das sind riesige gesellschaftliche Probleme. Allerdings finde ich eben scharfe Trennlinien, was wirklich problematisch ist wichtig, um die Wucht von Wörtern wie "Rassismus" nicht zu entkräften und wirklich alle bei der Debatte mit ins Boot zu holen und nicht zu verschrecken.

Auch die Themen die ich hier Forum angestoßen habe: Blackfacing hat eine rassistische Tradition und ist absolut abzulehnen, ABER in einem gewissen künstlerischen Kontext meiner Meinung nach erlaubt.
Und "Cultural Appropriation": Es gibt sehr problematische Fälle, ABER ich glaube eben - und habe schon Beispiele genannt -, dass es einen unproblematischen Umgang damit geben kann.
Man kann dem widersprechen, sehr gerne. Aber leider wird man im Sinne dieses Schubladendenkens der Bubbles sofort in eine extreme Ecke geschoben oder es wird eben gesagt, dass man gar nicht mitdiskutieren darf, weil man nicht betroffen ist. Das "Aber" ist nicht mehr erlaubt.

Ich habe z.B. das Forum der Rocket Beans verlassen, weil ich dort beschuldigt wurde ein "Rassismusversteher" zu sein und bereits "Teil des Problems" wäre. Nach dem 100. ignorierten Disclaimer, dass es bei Rassismus natürlich keine differenzierte oder ausgewogene Meinung geben kann, sondern hier nur um den richtigen Umgang gestritten wird, habe ich einfach die Lust verloren.
Rince81 hat geschrieben:
19. Mär 2021, 16:00
Ich werde nicht so oft in identitätspolitische Diskussionen verwickelt
Ich auch nicht. Ich gehe aber bewusst in sie und stoße sie wie hier auch an, weil diese Themen reale Auswirkungen z.B. auf die Kunstfreiheit haben. Ich will dieses Thema nicht ausschließlich von zwei unversöhnlichen Bubbles behandelt haben, die sich nur gegenseitig anschreien und wo am Ende der Lauteste gewinnt.

Ich komme aber immer und immer mehr zu dem Schluss, dass das sinnlos ist. Ich bin einfach müde.
Rince81 hat geschrieben:
19. Mär 2021, 16:00
Ich habe hier im Thread mehrere gute differenzierte Meinungen gesehen, warum darf die keiner haben?
Ja, was denn nun? Ich dachte das geht gar nicht, weil hier nicht das richtige Klientel unterwegs ist.

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Heretic
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Re: Cultural Appropriation - Wirklich ein Problem?

Beitrag von Heretic »

Feamorn hat geschrieben:
19. Mär 2021, 14:27
In der Regel kräht doch kein Hahn danach, wenn ein Musiker Elemente der Musik anderer Kulturen einbaut (wohlgemerkt einbaut, nicht stumpf kopieren (= für sich beansprucht)), aber wenn jetzt plötzlich irgendwo, hypothetisch gesprochen, irgendwelche afro-amerikanische Sklavenlieder in Charthits eines weißen Künstlers landen würden, weil sie "schön klingen", dann bewegt man sich in den Raum jener kritisierten Aneignung und muss mit einer Diskussion diesbezüglich rechnen.
Selbst das würde ich noch okay finden, sofern die Lieder inhaltlich nicht geändert und in irgendeiner Form verunglimpft wiedergegeben werden. Ärger wäre heutzutage aber wohl schon vorprogrammiert, weil manchen Leuten die "falsche" Hautfarbe des Künstlers bereits ausreichen würde, um sich darüber aufzuregen. Ganz besonders, wenn der entsprechende Titel auch noch erfolgreich sein sollte. Worauf der Künstler im Vorfeld ja nur begrenzten bis überhaupt keinen Einfluss hat.

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Re: Cultural Appropriation - Wirklich ein Problem?

Beitrag von meieiro »

Andreas29 hat geschrieben:
19. Mär 2021, 16:41
Man kann dem widersprechen, sehr gerne. Aber leider wird man im Sinne dieses Schubladendenkens der Bubbles sofort in eine extreme Ecke geschoben oder es wird eben gesagt, dass man gar nicht mitdiskutieren darf, weil man nicht betroffen ist. Das "Aber" ist nicht mehr erlaubt.
Was ich bei Rince81 rausgelesen habe ist, dass er meint es macht keinen Sinn, das ohne Betroffene zu diskutieren. Ich habe hier weder von Rince nocht von jmd anderes gelesen, dass du bei dem Thema nicht mitdiskutieren darfst.

Wenn wir hier aber über das Thema reden, ohne das jmd dabei ist der wirklich davon betroffen ist, dann fehlt uns eine ganz essentielle Perspektive auf das Thema.

Wir regen uns ja auch immer auf, wenn Politiker über Games duiskutieren ohne wirklich eine Ahnung davon zu haben

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Terranigma
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Re: Cultural Appropriation - Wirklich ein Problem?

Beitrag von Terranigma »

Dem übergeordneten Thema der Identitätspolitik stehe ich gespalten gegenüber. Ich sehe oft die gute Intention und als Typ, der mit'n Typ verheiratet ist, sind mir solche Diskurse schon sehr nahe und für ich auch alltäglich relevant, weil ich Entscheidungsfragen beantworten muss, die sich anderen nicht stellen. Ich sehe aber auch, dass dies eben meine Angelegenheiten sind und die Fokussierung auf partikulare Interessen und Probleme einerseits Menschen vor den Kopf stößt, weil sie den Eindruck haben, ihre Anliegen bekämen keine entsprechende Sendezeit - Stichwort: Armut, Klassismus, u.Ä. - und weil derartige Hervorbungen singulärer Identitäten ebenso das Trennende und nicht Verbindende einer Gesellschaft in den Mittelpunkt stellen. Niemand ist nur weiblich, nur homosexuell, nur wohlhabend, o.Ä. Identitätspolitik scheint mir hier die Tendenz zu überzogenen Verallgemeinerungen - "die Männer", "die Homosexuellen", "die Schwarzen" - zu haben. Da gehe ich nicht mit. Sehe aber auch, dass diese Kategorien in der Beschreibung durchaus ihre Funktion erfüllen, eben weil diese Merkmale in der Gesellschaft ja eine Bedeutung haben.

Vorschläge der Art allerdings, dass etwa Schauspieler gemäß bestimmter Merkmale mit der dargestellten Figur übereinstimmen sollen, teile ich nicht. Solche Diskussionen kamen vereinzelt ja auch in Deutschland auf, u.a. etwa vor einigen Wochen (?), dass nur homosexuelle Schauspieler auch homosexuelle Figuren sollten spielen dürfen. Es liegt in der Natur des Schauspiels, dass ein Schauspieler Figuren darstellt, die nicht ihm entsprechen.


Ich kann mich nicht kurz und knapp äußern, und zitiere an dieser Stelle deshalb de Fabio (die Linke), in dessen Aussage ich mich durchaus wiederfinde. Er hat im Februar hiermit begründet, weshalb er zur Bundestagswahl 2021 nicht mehr für die Partei antritt:
„...Millionen Frauen im Niedriglohnsektor brauchen Schutz vor Ausbeutung und müssen sich täglich gegen Respektlosigkeiten und Übergriffe von Männern wehren. Auch viele dieser Frauen sind selbstbewusst, aber nicht immer geübt in geschlechtsneutraler Sprache. Bernie Sanders ist ein alter weißer Mann. Aber er hat sich ein Leben lang für anständige Löhne und eine Krankenversicherung für Millionen von Arbeiterinnen und Arbeitern in McJobs engagiert, die überwiegend von Latinos und Afroamerikanern verrichtet werden. Identität ist wichtig im Leben. Sie darf aber nicht dazu führen, dass nur noch Unterschiede statt Gemeinsamkeiten zwischen Menschen betont werden und sich nur noch „woke“ Akademiker in Innenstädten angesprochen fühlen. Eine Politik, die nur noch an das Ego und die individuelle Betroffenheit, aber nicht mehr an die Gemeinschaft appelliert, ist auch Donald Trump nicht fremd....“
de Masi



Zu Cultural Appropriation würde ich mich nicht weiter äußern, in keine Richtung. Weder würde ich benevolent im Namen abwesender (Sozial-)Gruppen sprechen und sagen, dass ein Verhalten oder ein Werk diese verletzt - weil ich's nicht weiß, und weil auch in Gruppen in ihrer Meinungsbildung nicht homogen sind. Ebenso würde ich nicht sagen, dass ein Verhalten ode Werk unproblematisch sei, nur weil ich's persönlich als unproblematisch empfinde. Ich finde Schweigen an der Stelle vernünftiger als Mutmaßen.
Wenn unser Geist leer ist, ist er für alles bereit. Im Anfänger-Geist liegen viele Möglichkeiten, in dem des Experten wenige.
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Feamorn
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Re: Cultural Appropriation - Wirklich ein Problem?

Beitrag von Feamorn »

Heretic hat geschrieben:
19. Mär 2021, 16:46
Feamorn hat geschrieben:
19. Mär 2021, 14:27
In der Regel kräht doch kein Hahn danach, wenn ein Musiker Elemente der Musik anderer Kulturen einbaut (wohlgemerkt einbaut, nicht stumpf kopieren (= für sich beansprucht)), aber wenn jetzt plötzlich irgendwo, hypothetisch gesprochen, irgendwelche afro-amerikanische Sklavenlieder in Charthits eines weißen Künstlers landen würden, weil sie "schön klingen", dann bewegt man sich in den Raum jener kritisierten Aneignung und muss mit einer Diskussion diesbezüglich rechnen.
Selbst das würde ich noch okay finden, sofern die Lieder inhaltlich nicht geändert und in irgendeiner Form verunglimpft wiedergegeben werden. Ärger wäre heutzutage aber wohl schon vorprogrammiert, weil manchen Leuten die "falsche" Hautfarbe des Künstlers bereits ausreichen würde, um sich darüber aufzuregen. Ganz besonders, wenn der entsprechende Titel auch noch erfolgreich sein sollte. Worauf der Künstler im Vorfeld ja nur begrenzten bis überhaupt keinen Einfluss hat.
Du hast den Knackpunkt ja selbst schon geschrieben *manche* Leute.
Eine Diskussion auf der Basis ist doch aber wirklich relativ zwecklos, oder? Ich meine, man wird immer zu allen Themen Leute finden, die sich irgendwie aufregen. Das ist (leider) unsere aktuelle Welt, zumal, meinen bisherigen Beobachtungen nach, die Leute die in solchen, für uns absurden, Fällen herum krähen meistens eben nicht die tatsächlich Betroffenen sind.

(Meiner Meinung nach ist die einzig richtige Verhaltensweise dort schlicht ignorieren. So läuft es bei mir halt auch bei Twitter etc. Ich folge da durchaus einigen Accounts, die diverse Themen in die Richtung behandeln, aber sind das eben schlicht auch Betroffene von den Themen und damit eben die Stimmen, von denen ich versuche zu lernen und etwas mitzunehmen. Das sind aber in der Regel auch nicht wirklich die Initiatoren irgendwelcher Empörungswellen, bzw. zumindest keiner die in meinen Augen höchst fragwürdig sind. Natürlich wird auch denen ständig unterstellt, dass sie die Empörung befeuern würden, aber die Antwort kommt eben mittlerweile auf jede kritische Nachfrage oder direkte Kritik, ist eben auch bequem, wenn man dem anderen gleich unterstellt, ja sowieso nur Canceln zu wollen, dann muss man sich nicht mit der Sache beschäftigen. Das Gegenteil dazu sind dann die PR-Abteilungen, die, teils im vorauseilenden Gehorsam, gefühlt auf alles reagieren, was auch nur nach Dissens riecht. (Solchen Lappen haben wir, meiner Meinung nach, auch die teilweise überbordende Löschung im Kontext des Blackfacing zu verdanken.)
Es bleibt am Ende halt schlicht nicht aus, sich zu jeder Nachricht auch immer den Sender anzuschauen, das ist nervig und anstrengend, ja, aber sonst hat man eben Situationen wie jetzt, wo alles verschwimmt und man oft nur noch einen großen Mob wahrnimmt, was der Realität in meiner Wahrnehmung eben absolut nicht entspricht. (Gilt sowohl für PR-Abteilungen als auch Nutzer, die selbst Beiträge weiter verteilen, vor dem Teilen muss man sich echt genau ansehen und überlegen, ob das sinnvoll ist, ob man da seinen eigenen Namen drunter setzen wollen würde. Passiert leider halt meistens nicht, bzw. nicht in ausreichendem Maße.) Nur so gehen die wichtigen und richtigen Diskussionen für Leute, die nicht einigermaßen in der Materie drin sind, eben im großen See aus Scheiße unter, der sich bildet, wenn jeder jeden Müll raustrompetet und weiter verteilt. Ich versuche mich mit dem Müll möglichst einfach gar nicht zu beschäftigen, anders geht es nicht. (Insofern finde ich es eben auch nicht wirklich wert, solche Orchideen-Randmeinungen als Grundlage für eine hoffentlich fruchtbare Diskussion zu verwenden, denn auf solchem toxischen Schlamm kann doch eh nix wachsen. ;) ) )

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Re: Cultural Appropriation - Wirklich ein Problem?

Beitrag von IpsilonZ »

Andreas29 hat geschrieben:
18. Mär 2021, 14:20
(...)
Und in der Tat finde ich den Wunsch das sich Kulturen nur noch auf sich besinnen sollen und nicht vermischen sollen ziemlich regressiv. So weit das rechten Ethnopluralismus zu nennen würde ich nicht gehen, aber das ist eher eine Forderung, die mich im linken identitätspolitischen Sektor sehr am Kopf kratzen lässt.
Ich kenne halt niemanden, der so etwas wirklich sagt oder fordert. Und das sind halt so Extrembeispiele, die die Diskussion nur vergiften können. Klar, es wird immer Leute geben mit überzogenen Forderungen. Wenn man immer nur darauf fokussiert ist hervorzuheben wie extrem doch irgendeine Seite ist, wie z.B.
- hier hat jemand jemanden wegen seiner Dreads angegriffen
- hier fordert jemand dass Kulturen sich nur auf sich besinnen sollen
- dort haben Demonstrant:innen Schilder mit der Aufschrift "White Culture is Theft" hochgehalten

... ich weiß nicht was deine Absicht ist oder ob dort überhaupt eine hinter steckt, aber du scheinst eben sehr auf diese Extrembeispiele fokussiert zu sein. Und nein, keine dieser Forderungen ist meiner Erfahrung nach in irgendeiner Bubble Mainstream.

Ich stimme grundsätzlich mit dir überein. Kulturen sollten sich vermischen dürfen und dazu gehören dann natürlich auch Kooperationen wie in deinem Eingangspost erwähnt. Ich glaube die Anzahl derer die dem widersprechen würden ist relativ gering.
Aber wenn (z.B.) ein Verein von Ureinwohnern Nordamerikas kritisiert, dass Kinder oder Supermodels sich mit ihren Kopfschmuck schmücken und damit Stereotype befördern, dann sollte man dieser Kritik doch zumindest zuhören können und daraus sensible Schlüsse ziehen können ohne gleich draufzuzeigen und sich darüber zu beschweren, wie extrem diese Leute doch sind. Das hat ja dann auch nicht mal was mit "links" oder "linksextrem" oder sonswas zu tun.

Einen schön ausgewogenen Beitrag hierzu hat finde ich der Youtuber T1J gemacht. Das ist auch nur eine Perspektive von vielen und man kann dort sicher auch im Detail darüber diskutieren, ob man ihm zustimmt. Aber ich finde er schafft eben perfekt die Balance zwischen "tragt doch Dreads wenn ihr wollt" und "zeigt Offenheit und Mitgefühl, wenn sich eine Gruppe angegriffen oder benachteiligt fühlt".
https://www.youtube.com/watch?v=wQ45VpBB0rQ

Das bringt ziemlich genau auf den Punkt wie ich zum Thema fühle. Stimme hier aber auch Rince81 zu. Hab das Gefühl ich hab schon viel zu viel zum Thema geschrieben dafür, dass ich eben echt nicht die Perspektive habe, die es für diese Diskussion eigentlich braucht.

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Terranigma
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Re: Cultural Appropriation - Wirklich ein Problem?

Beitrag von Terranigma »

Feamorn hat geschrieben:
19. Mär 2021, 17:58
Ich meine, man wird immer zu allen Themen Leute finden, die sich irgendwie aufregen.
Ich möchte diese Gelegenheit nutzen und einen Pro-Tipp anbringen, wie man den wahrnehmbaren Anteil an Menschen, die sich irgendwie über irgendwas aufregen, verringern und dadurch nachhaltig den Blutdruck senken und die Lebensfreude, Ruhe und innere Gelassenheit fördern kann: Benutzt kein Twitter und haltet 1,5m Abstand von sozialen Medien. Ich benutze ausschließlich altmodische Foren und erfreue mich bester Gesundheit und Laune! :D
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Tal Rusha
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Re: Cultural Appropriation - Wirklich ein Problem?

Beitrag von Tal Rusha »

Andreas29 hat geschrieben:
19. Mär 2021, 16:41
...
Ich will dieses Thema nicht ausschließlich von zwei unversöhnlichen Bubbles behandelt haben, die sich nur gegenseitig anschreien und wo am Ende der Lauteste gewinnt.

Ich komme aber immer und immer mehr zu dem Schluss, dass das sinnlos ist. Ich bin einfach müde.
...
Krass, alles was du in dem Post schreibst, spiegelt zu 100% meine Eindrücke der letzten Zeit wider. Ich bin auch gerne mal in den Kommentarspalten unter Beiträgen, Kolumnen und Videos als (stiller) Mitleser unterwegs und sehe auch, dass die Gratwanderung in der Mitte zwischen links und rechts kaum noch möglich ist. Seit gefühlt einigen Monaten ist der Ton dort nochmal um einiges giftiger geworden, und gerne werden Kommentatoren, die wirklich um Ausgleich bemüht sind, in die rechte Ecke gestellt. Dann muss man ja nicht mehr auf Argumente eingehen, weil is ja rechts.

Prominentestes Beispiel ist Wolfgang Thierse, der das Thema Identitätspolitik angesprochen hat, das meiner Meinung nach schon lange unter der Oberfläche brodelt, aber nur ganz selten mal übergreifender Diskussionsgegenstand in der breiten Medienlandschaft war. Seine Kernaussage ist, das ein Zuviel an Identitätspolitik nicht den Zusammenhalt der Gesellschaft stärkt, sondern sie spaltet.
Die SPD-Spitze um Esken und Kühnert hielt es anschließend nicht für nötig, diese längst überfällige Diskussion zu führen, sondern war über Thierse "beschämt". Der LSVD (die größte Lesben- und Schwulenorganisation in Deutschland) warf ihm "neurechten Sprech" vor. Das sind krasse Worte gegen jemanden, der sich sein Leben lang gegen Rechtsextremismus einsetzt.

Ich fühle die gleiche Ratlosigkeit wie du, Andreas, hab aber auch keine Lösung parat. Werd versuchen, mich an den weisen Rat von Terranigma zu halten und mir mehr Internetverbot erteilen...

Voigt
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Registriert: 14. Jun 2016, 14:43

Re: Cultural Appropriation - Wirklich ein Problem?

Beitrag von Voigt »

Ich bekomme solche Identitätspolitkskram auch nur hier im Forum mit, wo sich dann echauffiert wird wie auf Twitter darüber geredet wird.
Twitter nutze ich sehr begrenzt, eigentlich nur um Firmen Feedback zu geben, oder nach schnelle Support zu fragen, dafür isses gut. Aber nie für politische Diskussionen. Facebook habe ich auch nur für das Studium genutzt als Austausch unseres Studiengangs, bin da auch kein bisschen vernetzt, habe keine Freunde da, und alles auf nicht-sichtbar gestellt.

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