Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

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Mr. Trombone
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Re: Welche Filme, habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Mr. Trombone » 26. Feb 2017, 00:39

Faselwesen hat geschrieben:
derFuchsi hat geschrieben:Gestern Der Marsianer nachgeholt.
Was sehe ich, Ridley Scott? Huii...

Aber... meine Güte wie langweilig der Film ist. So vorhersehbar. Ich hatte das Gefühl den Film schonmal gesehen zu haben weil ich immer genau wusste was gleich passiert *gähn*.
*hüstel* Romanverfilmung ... ;)
Ist zufällig jemand anwesend, der das Buch gelesen hat und einen Vergleich zum Film ziehen könnte? Mich würde nämlich interessieren, ob die dramaturgischen Gegebenheiten, die Fuchsi so gestört haben, nachträglich eingebaut wurden oder schon so in der Vorlage sind. (Ich hole diesen Vergleich gern selbst nach, wenn ich das Buch gelesen habe; aktuell steht es auf meiner Noch-zu-lesen-Liste.)
*aufzeig* Ich habe das Buch vor dem Film gelesen und mich danach sehr auf diesen gefreut. Wie so häufig fand ich die Romanvorlage noch etwas stärker als die Filmumsetzung, bin aber von Ridley Scotts Version nicht wirklich enttäuscht. Mich hat der gut unterhalten. Ob der Film vorhersehbar ist, kann ich folglich schlecht beurteilen. Sehr vorhersehbar fand ich das Buch allerdings nicht, wenngleich es sicherlich nicht vor überraschenden Wendungen strotzt. Es ist nur einfach schön zu lesen, wie des Protagonisten Ideen erfolgreich verlaufen - oder eben grandios scheitern. Das geht viel über Sprache, die mich damals durchaus ansprach. Ist allerdings schon ein paar Jährchen her, Ernest Cline hat dies schließlich nicht vor ein paar Tagen erst zu Papier gebracht :lol:

@Dostoyesque: Fullack. Mich hat lediglich die Kamera in den Wahnsinn getrieben *wackel* Dennoch glaube ich nicht an einen Sieg bei den Acadamy Awards morgen.

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Took
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Re: Welche Filme, habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Took » 26. Feb 2017, 01:18

Ich habe heute Trainspotting 2 gesehen und muss sagen, dass ich sehr positiv überrascht war. Kann jedem Fan des ersten Teils die Fortsetzung nur ans Herz legen.

Peninsula
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Re: Welche Filme, habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Peninsula » 28. Feb 2017, 02:15

I don't feel at home in this world amymore auf Netflix.
Eine sehr schöne schwarze Komödie über einen Einbruch und seine Folgen. Erinnert ein bisschen an Filme wie "Fargo" oder "A Simple Plan", ist aber doch ganz eigen.
Regie führte Macon Blair, der manchem als der grandiose Hauptdarsteller aus "Blue Ruin" in Erinnerung sein könnte. Wer den Film mochte, ist hier sicherlich nicht verkehrt.

grandsam3
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Re: Welche Filme, habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von grandsam3 » 28. Feb 2017, 11:44

Mr. Trombone hat geschrieben:Enemy? Ich glaube, dass Yometheus da das Gesamtwerk nicht überzeugen wird. Prisoners funktioniert doch wesentlich besser.
da stimme ich zu - weiß noch nicht ob Arrival trotzdem besser gefällt. Sicario war natürlich auch geil

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Alienloeffel
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Re: Welche Filme, habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Alienloeffel » 28. Feb 2017, 13:37

Aliens

Klassiker, muss man nicht soo viel zu sagen denke ich. Kam ich drauf, weil ich endlich Alien: Isolation nachhole. Bei der Reihe verstehe ich immer nicht, warum der dritte Teil oft als gut empfunden wird. Da fand ich den vierten deutlich besser (Auch wenn der Hybrid Schwachsinn dann am Ende das meiste wieder kaputt macht). Und mir graut es vor dem kommenden Alien: Covenant. Nach Prometheus kann man Ridley Scott da einfach nicht trauen und es ist eine Schande, dass Blomkamp's Alien dafür auf Eis gelegt wurde. Da hatte ich großes erwartet...

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Heretic
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Re: Welche Filme, habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Heretic » 28. Feb 2017, 14:08

Jurassic World

Grottenschlechte, himmelschreiend dämliche Story, 08/15-Charaktere, Kitsch und unfreiwillige Komik. Glücklicherweise sieht der Film besser aus als diverse Abfallprodukte von The Asylum - die Computerdinos sind weitgehend gelungen. Sie benehmen sich allerdings die meiste Zeit über wie Godzilla beim Stadtbummel in Tokio... ;)

5/10 Punkte

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Heretic
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Re: Welche Filme, habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Heretic » 1. Mär 2017, 17:59

Toni Erdmann

Ich kann mich Dostoyesque nur anschließen: Eine feine Tragikomödie, die nicht auf ausgetretenen Genrepfaden wandelt, weitgehend ziemlich lebensecht rüberkommt und nicht auf Teufel komm raus mit Pointen um sich schmeißt. Ich konnte mich hervorragend sowohl in Ines als auch in Winfried hineinversetzen und in diversen peinlichen Situationen regelrecht mitleiden. :mrgreen:

9/10 Punkte

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Faselwesen
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Re: Welche Filme, habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Faselwesen » 1. Mär 2017, 23:23

Dostoyesque hat geschrieben: Visuell wars einfach wunderbar... "deutsch", for lack of a better word :D Die allererste Einstellung bietet einem sofort einen Eindruck dessen, was man in diesem Film sehen wird.
Das tut sie allerdings - und das war meines Erachtens nicht "deutsch", sondern einfach schlecht gemacht. Für mich sah es so aus (ich zitiere mich der Einfachheit halber selbst):
Faselwesen hat geschrieben: Der letzte nennenswerte Kandidat war Toni Erdmann von der deutschen Regisseurin Maren Ade - inzwischen auserkoren, für Deutschland ins Rennen um die Oscars zu gehen. Darum an dieser Stelle mal ein kurzer Abriss, vielleicht interessiert's ja den einen oder anderen hier.
Der Film ist 2 Stunden und 42 Minuten lang, wurde in Cannes gefeiert und ich musste ihn mir eineinhalb mal ansehen - und habe mich dabei wirklich gequält.
Worum geht's? Kurz: eine verkorkste Vater-Tochter-Beziehung. Vater pensioniert, Tochter als Unternehmensberaterin permanent im Ausland auf Achse, Vater kommt sie unangekündigt besuchen.
"Kunstgriffe": Es gibt keinen Soundtrack, nur "on screen" Musik. Und es gibt kein Kamerastativ. Permanente Steadycam kennt man auch aus anderen Produktionen; ich persönlich bin kein Fan davon, aber gestehe es in passendem Rahmen zu.
Erzählweise: Vergleichbar mit "Lost in Translation" wird keine Handlung erzählt, sondern man beobachtet einfach die beiden Protagonisten - und streckenweise passiert (in beiden Filmen) genau gar nichts. (Anmerkung dazu: Ich verstehe, wenn man für diese Art Film nicht empfänglich ist; das ist einfach nicht jedermanns Sache. Aber ich persönlich konnte für "Lost in Translation" all das empfinden, was die Kritiker bei "Toni Erdmann" so bejubeln - und was mir dort komplett fehlt. Beide Filme habe ich jeweils ohne irgendein Vorwissen und ohne Erwartungen gesehen.)
Mein Fazit: Die Thematik ist allgegenwärtig, insofern: kann man schon machen. Kann auch tiefsinnig und ergreifend sein. Hat aber für mich auf diese Art und Weise nicht funktioniert. Ich weiß, was die Regisseurin wollte, aber mir ist schleierhaft, wieso sie es auf zweidreiviertel Stunden erstrecken musste. Ich bilde mir ein, es hätte in den klassischen eineinhalb Stunden, mit ein paar nicht wackelnden Bilden und zwei, drei Momenten (statt den 20, 30), in denen nichts passiert, genauso gut funktioniert. Mindestens. Dass das echte Leben "länger dauert", ist jedem bewusst, aber der Film bildet nun einmal nicht das echte Leben ab. Auch nicht in Toni Erdmann.
Mag sein, dass mir jetzt der Kritiker erzählen würde, dass mein Gehirn da zu sehr auf "Mainstream" angelegt sei (kompakt bitte, Informationen, Unterhaltung, laut, bunt, nur keine Zeit verschwenden!), aber das ist nicht der Fall. Ich liebe das leise, das langsame Beobachten. Ich erfreue mich am Nichtstun und amTräumen. Ich sauge andere Filme abseits von temporeicher Action (Lost in Translation!) förmlich in mich auf. Aber Toni Erdmann? :shock: Nein danke. Kein Funke übergesprungen. Und, rein rational, aus technischer Sicht: schlecht gemacht. Die Bilder sind nicht nur nicht schön, sie sind auch oft nicht gut. Das ist Kunst? Nein. Sorry. Minutenlang einen Hauseingang herumwackeln lassen, ohne dass eine Person zu sehen ist oder auch nur ein Hund vorbeiläuft, ist keine Kunst. Das findet sich auf der Videokamera meiner Oma auch - bis irgendwann das Geburtstagskind herauskommt. Was macht man mit den Minuten davor? Genau: man schneidet sie raus. Ein Oscar-Kandidat - was auch immer man von den Oscars halten mag; dieses Fass möchte ich hier jetzt nicht öffnen - ist Toni Erdmann jedenfalls definitiv nicht.
Inzwischen hat das Werk zwar keinen Oscar, aber noch eine Reihe weiterer Preise gewonnen, und ich frage mich einmal mehr: Wäre der Streifen mit zwei Nonames besetzt und von einer in der Szene völlig unbekannten Regisseurin gemacht worden, hätte er dann auch nur im Ansatz das erreicht, was er erreicht hat? Oder hat er das alles nur dadurch erreicht, dass er sämtliche Konzepte audiovisueller Darstellung mit Füßen tritt?
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Re: Welche Filme, habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Heretic » 2. Mär 2017, 10:54

Faselwesen hat geschrieben:Das tut sie allerdings - und das war meines Erachtens nicht "deutsch", sondern einfach schlecht gemacht.

Inzwischen hat das Werk zwar keinen Oscar, aber noch eine Reihe weiterer Preise gewonnen, und ich frage mich einmal mehr: Wäre der Streifen mit zwei Nonames besetzt und von einer in der Szene völlig unbekannten Regisseurin gemacht worden, hätte er dann auch nur im Ansatz das erreicht, was er erreicht hat? Oder hat er das alles nur dadurch erreicht, dass er sämtliche Konzepte audiovisueller Darstellung mit Füßen tritt?
Gerade diese nüchterne, austauschbare "Normalo-Kulisse" trägt doch maßgeblich zur Stimmung bei. Ebenso die langen Einstellungen, die peinliche Momente noch peinlicher und skurrile Momente noch skurriler erscheinen, gleichzeitig die Szenerie aber realistischer wirken lassen. In Sofia Coppolas ähnlich gelagerten Filmen geht es vorwiegend um Leute, die auf den ersten Blick alles haben, aber trotz ihres Luxuslebens von Langeweile und Melancholie heimgesucht werden. Da passt die opulente Optik. In Toni Erdmann geht's um die Leute von nebenan - und bei denen sieht's halt wenig spektakulär aus. Da schwingt immer ein wenig "Heinz Becker-Horror" mit. :D

Ich bin auch kein Freund von Wackelkamera und bewusst amateurhaft gehaltenen Aufnahmen, aber bei Toni Erdmann ist mir nichts dergleichen negativ aufgefallen. Womöglich bin ich nach diversen Found Footage-Filmchen inzwischen abgehärtet. ;)

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Faselwesen
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Re: Welche Filme, habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Faselwesen » 5. Mär 2017, 00:50

Aber es gibt einen Unterschied zwischen nüchtern und Normalo-Kulisse bzw. der Kulisse allgemein und der Kameraführung! Nach meinem ästhetischen Empfinden zumindest. Und mich hat das Gewackel vor allem über die wie bereits beschrieben sehr ausführliche Spielzeit von zweidreiviertel Stunden wirklich sehr gestört. Ein paar statische Einstellungen hätten dem "bürgerlichen" Szenario keinen Abbruch getan.
Natürlich hast Du Recht, dass die Ausgangssituation der Protagonisten bei Coppola eine ganz andere ist; ich erwarte auch keine monströse Kulisse - aber einen gewissen Anspruch an das Bild habe ich einfach. Ist womöglich auch berufsbedingt; doch zur Verteidigung: Bei Familie Heinz Becker ist die Kulisse immer gut ausgeleuchtet. ;)
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Maxi
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Re: Welche Filme, habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Maxi » 6. Mär 2017, 19:08

Heretic hat geschrieben:
Faselwesen hat geschrieben: In Sofia Coppolas ähnlich gelagerten Filmen geht es vorwiegend um Leute, die auf den ersten Blick alles haben, aber trotz ihres Luxuslebens von Langeweile und Melancholie heimgesucht werden. Da passt die opulente Optik. In Toni Erdmann geht's um die Leute von nebenan - und bei denen sieht's halt wenig spektakulär aus. Da schwingt immer ein wenig "Heinz Becker-Horror" mit. :D
Au contraire! Ich kann bei Lost in Translation kaum opulente Optik erkennen, vielmehr ein stilsicheres und minimalistisches Szenenbild. Gerade das Hyatt steht doch im Gegensatz zu der diffusen Melancholie der Charaktere. Die Straßen Tokios, die Karaoke-Bar, das Restaurant, das Krankenhaus und die U-Bahn sind doch in diesem Kulturschock verankerte Orte des alltäglichen Lebens und kaum opulent.

In Toni Erdmann konnte ich bisher leider nur eine halbe Stunde reinschauen, danach konnte ich es nicht mehr aushalten, aber wenn der Vergleich bestehen sollte, würde ich bis dato sagen, dass mir das Szenario bei Lost in Translation realer vorkommt und es deswegen vielleicht auch "funktioniert".

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Heretic
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Re: Welche Filme, habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Heretic » 6. Mär 2017, 20:23

Maxi hat geschrieben:Au contraire! Ich kann bei Lost in Translation kaum opulente Optik erkennen, vielmehr ein stilsicheres und minimalistisches Szenenbild. Gerade das Hyatt steht doch im Gegensatz zu der diffusen Melancholie der Charaktere. Die Straßen Tokios, die Karaoke-Bar, das Restaurant, das Krankenhaus und die U-Bahn sind doch in diesem Kulturschock verankerte Orte des alltäglichen Lebens und kaum opulent.
Ich hätte wohl eher "ästhetische Inszenierung" statt "opulente Optik" schreiben sollen. Bei "Lost in Translation" kannst du quasi jederzeit die Pausetaste drücken, einen Rahmen drum machen und dir das Kunstwerk an die Wand hängen. Was sowohl an Coppolas Inszenierungskünsten als auch an der eben nicht ganz alltäglichen Kulisse Tokio liegt (sofern man denn nicht in Tokio lebt und daran gewöhnt ist ;)). Sowohl die schrille TV-Show als auch die schnöde Wartehalle im Krankenhaus sind echte Hingucker.

"Toni Erdmann" hingegen wirkt manchmal halbdokumentarisch, manchmal heimvideohaft und dementsprechend manchmal so hässlich wie Toni Erdmanns falsche Zähne plus Perücke. Und genau so soll das auch aussehen, um eine gewisse Wirkung zu erzielen. Für mich hat das ausgezeichnet funktioniert. Ich kann aber auch verstehen, wenn man das anstrengend findet. Ich bin eh ein Fan von von nüchternen, spröden Filmen, die aufgrund ihrer realistischen Anmutung viel derber reinhauen können als der fieseste Horrorfilm. Man denke nur an die Werke von Ulrich Seidl oder Michael Haneke. Dagegen ist "Toni Erdmann" regelrecht locker-flockig. :mrgreen:

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Maxi
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Re: Welche Filme, habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Maxi » 6. Mär 2017, 22:48

Heretic hat geschrieben:
Maxi hat geschrieben:Au contraire! Ich kann bei Lost in Translation kaum opulente Optik erkennen, vielmehr ein stilsicheres und minimalistisches Szenenbild. Gerade das Hyatt steht doch im Gegensatz zu der diffusen Melancholie der Charaktere. Die Straßen Tokios, die Karaoke-Bar, das Restaurant, das Krankenhaus und die U-Bahn sind doch in diesem Kulturschock verankerte Orte des alltäglichen Lebens und kaum opulent.
Ich hätte wohl eher "ästhetische Inszenierung" statt "opulente Optik" schreiben sollen. Bei "Lost in Translation" kannst du quasi jederzeit die Pausetaste drücken, einen Rahmen drum machen und dir das Kunstwerk an die Wand hängen. Was sowohl an Coppolas Inszenierungskünsten als auch an der eben nicht ganz alltäglichen Kulisse Tokio liegt (sofern man denn nicht in Tokio lebt und daran gewöhnt ist ;)). Sowohl die schrille TV-Show als auch die schnöde Wartehalle im Krankenhaus sind echte Hingucker.

"Toni Erdmann" hingegen wirkt manchmal halbdokumentarisch, manchmal heimvideohaft und dementsprechend manchmal so hässlich wie Toni Erdmanns falsche Zähne plus Perücke. Und genau so soll das auch aussehen, um eine gewisse Wirkung zu erzielen. Für mich hat das ausgezeichnet funktioniert. Ich kann aber auch verstehen, wenn man das anstrengend findet. Ich bin eh ein Fan von von nüchternen, spröden Filmen, die aufgrund ihrer realistischen Anmutung viel derber reinhauen können als der fieseste Horrorfilm. Man denke nur an die Werke von Ulrich Seidl oder Michael Haneke. Dagegen ist "Toni Erdmann" regelrecht locker-flockig. :mrgreen:
Ja, so würde ich das auch direkt unterschreiben, da bin ich bei dir. :) Ästhetische Inszenierung trifft es dann wieder genau auf den Kopf.
Toni Erdmann werde ich wohl nochmal eine Chance geben, wobei mich die erste halbe Stunde doch schon arg verschreckt haben. Aber der Film war ja wohl wirklich nah am Oscar Gewinn dran.

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Re: Welche Filme, habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Tiir » 7. Mär 2017, 01:06

Nachdem ich in den letzten Wochen recht angetan von Conan Exiles war, musste ich nochmals die Filme sehen.

Conan der Barbar
Conan der Zerstörer
Conan der Barbar (2011)

Der erste Film ist immer noch gut, die wilde und brutale Welt wird dort noch am besten dargestellt. Aus der Notlage Arnie nicht zu viel Text zuzumuten, ist imo ein stimmiges Konzept geworden. In Hyboria wird nicht viel geredet, da zählen Taten! Der zweite Film ist mir schon zu sehr auf Schwarzenegger fixiert und bei der Neuverfilmung hab ich mittendrin abgebrochen, der ist nur noch langweilig.

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derFuchsi
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Re: Welche Filme, habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von derFuchsi » 7. Mär 2017, 08:04

Danke. Ich empfand es als alter Arnie-Fan schon beinahe als Gotteslästerung alte Schwarzenegger-Klassiker wie eben Conan neu zu verfilmen, hatte aber insgeheim darüber nachgedacht dem Ding vielleicht doch mal ne Chance zu geben. Gut, kann man sich das also sparen.

Btw dieser Kontrast hier im Thread :shifty:
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Heretic
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Re: Welche Filme, habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Heretic » 7. Mär 2017, 12:03

The Lords Of Salem

Rob Zombies Hexensabbat ist optisch gelungen und hat gute Musik am Start. Schade, dass die strunzöde Story da nicht mithalten kann. Schauspielerisch auch eher durchwachsen.

4/10 Punkte

EasyPanda
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Re: Welche Filme, habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von EasyPanda » 8. Mär 2017, 09:08

"Embrace of the Serpent" (El abrazo de la serpiente)

Dieser Film wird mir ewig in Erinnerung bleiben.Historisch, brutal, ehrlich.

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derFuchsi
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Re: Welche Filme, habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von derFuchsi » 8. Mär 2017, 09:21

Deadpool
Nur ein Wort: krank! :lol:

Apropos krank: Nummer 1000! :dance:
BildBild Bild
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haise
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Re: Welche Filme, habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von haise » 10. Mär 2017, 00:02

derFuchsi hat geschrieben:Deadpool
Nur ein Wort: krank! :lol:
Hatte mich damals echt auf den Steifen gefreut, allerdings bin ich der Überzeugung, dass hier meilenweit am eigentlichen Ziel vorbeigerauscht wurde. Der Humor von Deadpool wurde völlig falsch getroffen und zu hohlen Phrasen umfunktioniert (vielleicht um bei der Masse anzukommen?).

Für mich der enttäuschendste Superhelden-Film bisher, im Vergleich dazu waren die Zwischensequenzen im Spiel von Activision für mich richtig genial und der klare Beweis, dass hier was schief gelaufen ist.

Natürlich kein schlechter Film, hatte mir aber im Namen von Deadpool was viel Kränkeres erwartet.

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Heretic
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Re: Welche Filme, habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Heretic » 11. Mär 2017, 11:22

Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)

Tragisch-komische Abrechnung mit dem Showgeschäft, Starrummel, dem Hollywood-Blockbusterkino, Kritikern und aufgeblähten Egos. Und auch die Sehgewohnheiten des Publikums kriegen ihr Fett weg. Fantastisch besetzt, fantastisch gedreht und angenehm irre.

9/10 Punkte

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