Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

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Feamorn
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Feamorn » 16. Okt 2018, 14:14

DexterKane hat geschrieben:
16. Okt 2018, 14:09
:shock:

Ihr wollt mir jetzt nicht ernsthaft erzählen, dass ihr "Devil" und "The Happening " gut fandet?
Ich zitiere mich mal selbst aus einem Posting von vor Kurzem. ;)
Feamorn hat geschrieben:
7. Okt 2018, 20:54
Den Film habe ich damals im Kino verpasst und dann irgendwie keine rechte Lust mehr, da ich von Mr. Shyamalan genug hatte.
Nein, ich habe nach Signs lange gar keinen Film mehr geguckt, Devil kenne ich nur aus YouTube-Besprechungen, The Happening bin ich mir nicht sicher, ob ich den nur von dort kenne oder auch gesehen habe. Devil hat eine recht lustige Nostalgia Critic Episode abgegeben. Worauf ich hinaus will, ich würde mich nicht als großer Shyamalan-Fan sehen. Auf Split freue ich mich jetzt dennoch, denn verteufeln will ich den Mann auch nicht und er schafft ja hin und wieder doch echt gute Sachen (siehe Unbreakable).
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DexterKane
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von DexterKane » 16. Okt 2018, 15:12

Puh, dann ist ja gut, ich dachte schon ich sei in der Bizarro-Welt gelandet. ;)

"Signs" und "The Happening" halte ich tatsächlich für 2 der schlechtesten big-budget Horrorfilme aller Zeiten.
Da "Sixt Sense" und "Unbreakable", seine beiden besten Filme, auch gleichzeitig seine beiden ersten sind, würde mich zumindest stark wundern, wenn da nochmal was gutes käme.

Für mich ist der Mann leider ein one trick pony.
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bluttrinker13
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von bluttrinker13 » 16. Okt 2018, 17:53

Bei The Happening fand ich eigentlich die Prämisse und auch die ersten 10 Minuten sehr nice.

Dann aber wurd's versaubeutelt, schade drum.

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Heretic
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Heretic » 16. Okt 2018, 17:57

Achtung, Bizarro-Welt ruft nach dir... :shock:
DexterKane hat geschrieben:
16. Okt 2018, 15:12
Für mich ist der Mann leider ein one trick pony.
Das sehe ich definitiv anders. Er macht nämlich nicht immer wieder den gleichen Film, nur weil ein gewisser Teil der Zuschauerschaft das von ihm nach "The Sixth Sense" erwartet. Ich mag von seinen gescholtenen Werken sowohl "The Village", "Das Mädchen aus dem Wasser" und auch "The Happening", weil sie alle atmosphärisch top und gleichzeitig ziemlich kauzig sind.

Zum Thema "The Happening" zitiere ich mich mal selbst aus einem anderem Forum, geschrieben vor ungefähr zehn Jahren:

"Nach der ganzen Schelte, die „The Happening“ einstecken musste, habe ich einen Totalausfall erwartet. Doch weit gefehlt, der Film ist beileibe nicht so schlecht, wie er gemacht wird. Ich hatte über weite Strecken das Gefühl, einen waschechten Zombiestreifen zu sehen. Grundidee, Filmaufbau, das stupide Verhalten der Menschen inklusive Massenpanik, dummes „Experten“-Geschwätz im Fernsehen – das ist klassischer Stoff. Nur die Zombies fehlen. Aber deren Aufgabe übernehmen die unsichtbaren Pflanzengifte in der Luft ganz gut. Wenn auch wesentlich unspektakulärer... :D

Die Story um die zurückschlagende Natur fand ich insgesamt weder besonders unlogisch noch lächerlich. Klar, in manchen Szenen hatte die Logik tatsächlich Feierabend. Aber da haben Emmerich und Co. schon ganz andere Klöpse hingezimmert. Was kaum jemand stört, da meterdick unter Kitsch, Pathos und Actiongewummer verborgen. Dies fehlt bei Shyamalans Werk glücklicherweise, von ein paar netten, aber nicht unbedingt notwendigen Effekten mal abgesehen. Umwelthorror back to basics sozusagen. Die für einen derartigen Film ruhige Erzählweise mit durchaus schönen (aber realistisch gehaltenen) Bildern und dem immer wieder aufblitzendem augenzwinkernden Humor empfand ich als sehr angenehm. Unfreiwillige Komik? Habe ich keine entdecken können. Gewollte Komik? Auf jeden Fall. Gefallen hat mir auch das Fehlen eines roten Storyfadens. Die Protagonisten stolpern schicksalsgesteuert von einer Situation in die nächste - so ist das eben bei Katastrophen größeren Ausmaßes. Wobei die Katastrophe an sich eher nebensächlich bleibt, das Hauptaugenmerk liegt auf den Menschen und ihren eigentümlichen Verhaltensweisen.

Ein rundum gelungener Film also? Nein, leider nicht ganz. Neben dem lahmen (aber durchaus klassischem) Ende enttäuscht ein unheimlich blass wirkender Mark Wahlberg. Kein Wunder, dass seine (Film)Frau ihm keinen Nachwuchs schenken möchte ;). Abgesehen davon und dem ein oder anderen kleinen Durchhänger in der zweiten Filmhälfte, wurde ich insgesamt gut unterhalten und gebe 7/10 Punkte."


Sehe ich heute noch genauso.

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DexterKane
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von DexterKane » 16. Okt 2018, 18:30

Ahoihoi!

Also erstmal finde ich es sehr spannend, wie unterschiedlich Menschen die gleichen Dinge wahrnehmen können.

Ich denke, wir setzen da einfach unterschiedliche Schwerpunkte. Ich bin zugegebenermaßen ein ziemlicher Plot- und Dialognitpicker.

Ganz ehrlich, nachdem Marky Mark als Bio(?)-Lehrer anscheinend nicht weiß/begreift, dass eine wissenschaftliche Theorie nichts mit dem umgangssprachlichen Gebrauch des Begriffs Theorie zu tun hat, hatte der Film eigentlich bei mir schon verschissen.

Aber es kam schlimmer: Leute die vor den tödlichen Pflanzenpartikeln IN DEN WALD flüchten; die ganzen "gruseligen" uuhhhh, windweh, uuhhh Szenen; Wahlberg, der sich beim Plastik-Ficcus entschuldigt; die zwei Teenies, die von jetzt auf gleich ausrasten und deswegen von der Gruppe ausgeschlossen werden (man brauchte halt noch zwei möglichst krasse Gore-Szenen); das Ende; DAS ENDE!!!!einself

Fazit: Grauenhafter Schund 2/10

Aber da sind wir dann halt unterschiedlicher Meinung :)

Von dem guilty Pleasure ID4 mal abgesehen, kriegt aber auch kein einziger Emmerich-Film von mir mehr als 4/10. :)
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Heretic
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Heretic » 16. Okt 2018, 18:57

Als bekennender Fan alter Horror- und Zombieschinken von Fulci und Konsorten muss ich festhalten: Auch grauenhafter Schund kann einen hohen Unterhaltungswert haben! :mrgreen:

Shyamalan neigt ja nicht unbedingt dazu, realitätsnahe Dokumentationen zu drehen. Dementsprechend stören mich kleinere und auch größere Ungereimtheiten bei seinen Filmen eher weniger. Und "The Happening" erzählt von einer anfangs unerklärlichen Ausnahmesituation - da handelt die Menschheit gerne mal panisch und rennt kopflos ins Verderben. Meine letzte Sichtung ist zugegebenermaßen schon einige Jahre her, aber an so richtig deftige Logiklöcher kann ich mich nicht erinnern.

"Devil" kenne ich übrigens nicht. Da hat Shyamalan aber nur das Drehbuch geschrieben und nicht Regie geführt, wenn ich das richtig sehe. Ist also kein richtiger Shyamalan-Film. ;)

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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von bluttrinker13 » 17. Okt 2018, 17:40

@ Heretic: Schon Bad Times at the El Royale gesehen?

Klingt gut...

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Heretic
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Heretic » 18. Okt 2018, 21:35

bluttrinker13 hat geschrieben:
17. Okt 2018, 17:40
@ Heretic: Schon Bad Times at the El Royale gesehen?

Klingt gut...
Noch nicht. Sieht aber interessant aus. "Cabin in the Woods" mochte ich sehr.

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Feamorn
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Feamorn » 22. Okt 2018, 14:27

Halloween (2018)

Ich bin gefragt worden, ob ich nicht mit in die Vorpremiere möchte, von alleine wäre ich wohl kaum reingegangen. Ich habe dennoch einiges zu dem Film zu schreiben.
Zunächst ein paar Worte zu meiner Beziehung zu Halloween. Selbst gesehen habe ich, wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, bloß das Original von 1978, dann den furchtbar öden Halloween H20 und nun eben das Sequel-Reboot zum vierzigjährigen Jubiläum. Über die übrigen Filme bin ich dennoch etwas informiert, da ich diverse Videos und Videoreihen über der Filmreihe gesehen habe.
Da ich den ursprünglichen Halloween etwas spät gesehen habe, hat er mich persönlich nie so sonderlich gut abgeholt, alles fühlte sich bekannt an. Ich respektiere ihn für seine filmhistorische Bedeutung und erkenne die Qualität an, wirklich geliebt wird von mir jedoch nur die, geniale, Filmmusik.
Nun zum Film selbst. Wie bereits erwähnt, wird hier quasi das Sequel rebootet, das heißt, es ist gewissermaßen der "dritte zweite" Teil der Franchise (nach dem originalen Sequel und Rob Zombies Halloween 2). Das heißt, dass im Universum dieses Filmes nur die Handlung des Originals stattgefunden hat. Der Film spielt nun vierzig Jahre nach den damaligen Ereignissen ind Haddonfield, Illinois. Laurie Straude (Jamie Lee Curtis) hat eine Tochter und auch eine fast erwachsene Enkeltochter und eine Tonne von psychologischen Problemen, die Ereignisse um die Halloweennacht von 1978 haben sie nie wieder losgelassen. Michael Myers ist in dieser Welt seit vierzig Jahren in der Psychiatrie, ohne jemals wirklich behandelt worden zu sein, da er mit niemandem spricht. Die Einführung in die Handlung erfolgt durch zwei Reporter, die für einen Podcast zum vierzigjährigen Jahrestag der Morde recherchieren und zunächst Michael in der Psychiatrie und später Laurie in ihrer heimischen "Festung" aufsuchen (sie bewohnt tatsächlich ein extrem stark gesichertes Haus irgendwo in der Wildnis und verhält sich entsprechend Paranoid).
Auch wenn der Film stark vorhersehbar ist, spare ich mir ausserhalb der Spoilertags eine weitere Aufzählung der Handlung und werde zunächst mal bewerten.
Der Film war leidlich okay. Die Macher versuchen offensichtlich einige Fehler und Fettnäpchen zu vermeiden, begehen dabei allerdings einige Andere, weshalb ich das Endprodukt als halbgar beschreiben muss. Es gibt einige interessante Ideen, die aber nirgendwo hin führen (einige Nebenfiguren verschwinden geradezu spurlos aus der Handlung...) und über weite Teile ist es "more of the same". Nach zwei Dritteln gab es eine überraschende Wendung, die das ganze kurzzeitig sehr interessant machte, leider wurde das quasi augenblicklich wieder fallengelassen, was ich sehr bedauert habe.
Wer einfach einen weiteren Halloween-Film sehen will, wird vermutlich ganz gut unterhalten. Wer irgendetwas Neues sehen mag, der ist hier verkehrt. Richtig problematisch wird es für den Film, wenn man ihn neben die starken Thriller und Horrorstreifen der letzten Jahre legt, gegen die verliert er nämlich sehr deutlich. (Da seien beispielsweise Sachen wie It Follows oder Don't Breathe genannt.)
Es mag etwas hart erscheinen, aber ich kann guten Gewissens nicht mehr als 2/5 Punkte geben.
Allerdings kann es auch sein, dass der Film bei mir durch die Synchronisation gelitten hat. Es gab einige Stellen, an denen ich dachte "das war jetzt aber komisch intoniert", oder "so redet doch kein Mensch!?". Letzteres mag natürlich auch ein Problem der Originalsprache sein, das mag ich so nicht beurteilen.
Hinzu kam, dass wir, mal wieder, eine Gruppe Spaten im Kino hatten, die die ganze Zeit durch gelabert haben (bis mir gegen Ende, als es endlich mal wirklich spannend wurde (und dementsprechend still), der Kragen geplatzt ist und ich durch's halbe Kino gebrüllt habe... (Es hat zwar noch viel mehr Leute gestört, aber sonst hatte wohl niemand den Mumm, was zu sagen, also mache ich es von der anderen Seite des Saals aus...))

So, im weiteren jetzt noch ein paar tiefergehende Gedanken zum Film. Kann gut sein, dass ich hier jetzt viel überinterpretiere, aber auf die Art habe ich dann doch noch etwas mehr Spaß mit einem mittelmäßigen bis schwachen Film. ;)
Hierfür muss ich allerdings harte Spoiler über das Ende bringen.
SpoilerShow
Meiner Meinung nach kann man den Film als eine Art Parabel auf sexuelle Gewalt/Missbrauch und den Umgang damit lesen. Laurie ist eine Überlebende eines Falls von vor 40 Jahren. Seitdem hat sie zahlreiche psychische Probleme, hat getrunken, hat ihre junge Tochter immer für den Ernstfall trainiert, dass Myers zurück kehrt, das Sorgerecht für ihre Tochter verloren, sich von der Familie entfremdet und wartet noch immer, und träumt von Rache. Ihre Tochter ist durch das Verhalten ihrer Mutter verstört, spricht sogar im Film offen davon, dass sie Probleme hatte und hat die von Laurie auf sie projezierte Paranoia und Angst zu verkraften, bis in ihr Erwachsenenleben. Deshalb versucht sie auch ihre eigene Tochter, Allison, von Laurie fern zu halten. Parallel dazu zeigt der Film in einigen Fällen, dass Allison sich als moderne junge Frau durchaus zu wehren weiß. Sie reagiert sehr souverän, als ihr Freund auf der Schulfeier von einem anderen Mädchen geküsst wird und danach versucht sie mit Bullshit wieder friedlich zu Stimmen, noch souveräner ist sie, als sie später von einem gemeinsamen Freund angemacht wird. (Alles typische Situationen, in denen Frauen in Filmen und der Realität oft als "Opfer" gesehen werden, Allison weiß jedoch damit umzugehen und schafft es jeweils "erhobenen Hauptes" und stark aus der Situation heraus zu gehen.) Auch aus ihrer ersten Begegnung mit Myers entkommt sie, da sie sofort reißaus nimmt und sich in Sicherheit begibt. In die Gefahr gebracht wird sie am Ende immer durch die Menschen, die sie ursprünglich beschützen wollten. Am Ende ist sie dann sogar der Schlüssel für den Sieg und die Rettung ihrer Mutter, als sie entgegen den ausdrücklichen Befehl von Mutter und Großmutter nicht flieht, also die Opferrolle aktiv ablehnt, und stattdessen aktiv wird und Michael mit einem Messerstich dazu bringt, ihre Mutter loszulassen und in den Keller (und damit die vorbereitete Falle in der er sterben wird) zurück zu fallen. Wo ihre Großmutter als Mensch die letzten vierzig Jahre quasi von Myers und seiner Tat definiert wurde und seitdem nur noch auf die Rückkehr des Täters wartet, wo auch die Mutter unter dieser Tat zu leiden hat und alles schlechte zu verdrängen und von ihrer eigenen Tochter fernzuhalten versucht, hat Allison die Stärke kein Opfer zu sein und sogar aktiv gegen die Bedrohung, wenn sie auftaucht, vorzugehen. Das hätte mir als Hauptaussage des Films sogar recht gut gefallen, wäre das nicht über die gesamte Länge viel zu unterentwickelt geblieben und durch andere Dinge verwässert worden.
Ich möchte noch zwei andere Dinge ansprechen, die der Film anschneidet, aber dann viel zu schnell wieder fallen lässt, die empfand ich in ihrer stärker dabei nämlich so irritierend, dass man sie meiner Meinung nach besser weggelassen hätte, da man sie nicht vernünftig ausbaut/zu Ende führt.
Zum einen wird über den Film hin und wieder die Frage aufgeworfen, ob Laurie nicht selber zu einer Art Monster geworden ist. Die Reporter sagen das zu Beginn in einer Diskussion ganz explizit, dass ein Monster möglicherweise ein anderes gebirt. Zudem wird dann später eine berühmte Szene aus Halloween kopiert, Allison sitzt im Unterricht und schaut aus dem Fenster, genau wie Laurie vierzig Jahre zuvor. Damals hat Laurie dort Michael Myers stehen sehen, Allison jedoch sieht Laurie dort stehen und sie beobachten. Eine ähnliche Szene gibt es während dem Kampf zwischen Michael und Laurie im Klimax. Michael wirf Laurie aus dem Fenster und sie landet auf dem Rücken im Vorgarten, Michael wird durch ein Geräusch kurz abgelenkt und als er wieder hinunter blickt ist Laurie plötzlich verschwunden. Da wurde eine typische Slasher-Situation invertiert, fast als wäre Michael plötzlich zum Gejagten geworden (was er sogar irgendwie ist, nur wird das, für meinen Geschmack, nicht ausführlich genug heraus gearbeitet, weshalb der ganze Klimax irgendwie nicht so ganz funktioniert wie er vermutlich gedacht war).
Die andere Stelle war die oben erwähnte Überraschung am Ende des zweiten Drittels. Da dreht nämlich plötzlich der "neue" Psychologe durch, der Michael die letzten vierzig Jahre behandelt hat und tötet den Sherrif um Michael das Leben zu retten. Da dachte ich wirklich kurz, dass der Film eine völlig unerwartete Wendung nimmt, jedoch wird der Psychologe dann innerhalb von drei Minuten doch einfach von Myers platt gemacht. Was da an Potential verschenkt wurde ist einfach unfassbar, mir kamen sofort so viele Möglichkeiten in den Kopf, als sicher geglaubte Abläufe des bisherigen Films stellten sich plötzlich ganz anders da und so weiter. Doch bevor die Gedanken so richtig Fuß fassen konnten, war das Intermezzo schon wieder vorbei.... Buh!
2/5
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Soulaire » 23. Okt 2018, 22:23

Mit Shyamalan verbinde ich eine Hassliebe. Unbreakable ist für mich nach Nolans Batman-Trologie der beste Superhelden-Film.
Sein the last Airbender-Film ist aber absolute Grütze und für mich so ziemlich der schlechteste Film aller Zeit. Das hat die Cartoon Serie, die eigentlich als tolle Vorlage dienen sollte nicht verdient.
Split fand ich ganz nett und the Happening hatte auch seine Momente.

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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Soulaire » 23. Okt 2018, 22:30

Feamorn hat geschrieben:
21. Aug 2018, 17:22


Rosemary's Baby (1968)

Der nächste Klassiker, und was für einer! Diese Atmosphäre und die sich stetig steigernde Paranoia der Hauptfigur habe ich so wirklich selten erlebt, der Film ist annähernd perfekt, und funktioniert tatsächlich auch dann noch, wenn man alles relevante eigentlich vorher schon wusste!


auch einer der letzten Filme die ich "nachgeholt" habe. Wirklich ein toller Film, auf einer Stufe mit China Town. Atmosphäre kann Polanski halt.

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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Soulaire » 23. Okt 2018, 22:30

Feamorn hat geschrieben:
21. Aug 2018, 17:22


Rosemary's Baby (1968)

Der nächste Klassiker, und was für einer! Diese Atmosphäre und die sich stetig steigernde Paranoia der Hauptfigur habe ich so wirklich selten erlebt, der Film ist annähernd perfekt, und funktioniert tatsächlich auch dann noch, wenn man alles relevante eigentlich vorher schon wusste!


auch einer der letzten Filme die ich "nachgeholt" habe. Wirklich ein toller Film, auf einer Stufe mit China Town. Atmosphäre kann Polanski halt.

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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von HerrReineke » 23. Okt 2018, 22:41

Prisoners - Spannender Film, der menschliche Abgründe und Reaktionen auf Extremsituationen in den Fokus rückt.
Quis leget haec?

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Heretic
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Heretic » 26. Okt 2018, 11:16

Ghostland

Pascal Laugier, Regisseur des berühmt-berüchtigten "Martyrs", wandelt erneut auf Terrorpfaden. "Ghostland" beginnt wie ein konventioneller Gruselfilm (Mutter zieht mit ihren beiden Teenie-Töchtern ins abgelegene Haus der verstorbenen und leicht exzentrischen Tante), wechselt aber relativ schnell die Richtung, als dubios anmutende Eindringlinge ins Haus kommen und sich an den drei Damen vergreifen. Was relativ einfallslos und abgelutscht klingt und zugegebenermaßen mit viel Gekreische und ein paar Jumpscares um die Ecke kommt, hat aber hintenrum doch ein bisschen mehr auf der Pfanne. Dazu schreibe ich selbstverständlich nichts, das würde den Spaß rauben. ;)

Schauspielerisch machen Mylène Farmer und ihre Filmtöchter ihre Sache gut, der Härtegrad ist moderat und ohne übertriebene Gewaltspitzen, die Spannungskurve hat keine gravierenden Durchhänger. Die Rob Zombie-artige Kulisse des vergammelten, mit Puppen vollgestopften Hauses ist nicht neu, verbreitet aber eine angenehm morbide Atmosphäre. Ein, zweimal driftet "Ghostland" ins dezent Lächerliche ab, aber das ist aufgrund der Story kein Beinbruch. Mir hat der Film insgesamt gut gefallen.

Harry Tuttle
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Harry Tuttle » 26. Okt 2018, 12:01

In Sachen Haus als "gruseliges" Setting kann ich nahtlos anschliessen. Ich habe mittlerweile endlich Mother von Darren Arranovsky gesehen. Nach seinem Megaflop Noah hat er sich wieder auf ein kleines aber feines Mindfuck Setting zurück besonnen. Ich bin mir noch nicht Sicher, was der Film mir sagen will. Die Verwirrung die der Film stiftet lässt einen (oder zumindest ging es mir so) aber nicht frustriert zurück, sondern eher Neugierig. Ähnlich wie bei den Romanen Kafkas. Ich bin immer noch am Grübel und Überlegen, was das alles bedeutet und verweigere mich auch (bisher noch) irgendwelchen Erklärvideos auf Youtube. Wie bei einem spannenden Rätselspiel will ich die Lösung unbedingt selber heraus finden :D Ich werde mir den Film auf jeden Fall noch Mal demnächst ansehen. Der Film wurde sehr streitbar rezensiert, aber ich finde ihn extrem Empfehlenswert. Ach so, grob zur Story. Jennifer Lawrence lebt mit Ihrem Mann, einem Schriftsteller, gespielt von Javier Bardem, in einem Haus das bei einem Brand stark beschädigt wurde und von Jennifer Lawrence Charakter nun renoviert wird, während Bardem sich mit einer Schreibblockade herumschlägt. Bis, und hier schlägt sich der Bogen zum Vorpost ;) plötzlich ein fremder Mann das Haus betritt (Ed Harris). Aber mehr soll nicht verraten werden.

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Heretic
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Heretic » 26. Okt 2018, 13:05

"Mother!" ist super, hat mit "Ghostland" ansonsten aber wirklich nur das alte Haus gemein. :mrgreen:

Bin mal gespannt, zu welchem Schluss du kommen wirst. Meine Sicht der Dinge sieht folgendermaßen aus:
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Ich schwanke noch, ob nicht eher das Haus für die Erde steht, während Lawrence Maria darstellt. Denn Javier Bardem ist ganz eindeutig Gott. Und ausgesprochen selbstherrlich noch dazu :D Dann hätten wir da noch Ed "Adam" Harris und Michelle "Eva" Pfeiffer und die Gleeson-Brüder "Kain und Abel". Die sich einnistenden Besucher sind ganz eindeutig wir, die alles zerstörende Menschheit. Die Gott immer wieder aufs Neue über die Erde herfallen lässt, obwohl er es inzwischen besser wissen müsste. Aber was ist schon ein Gott ohne eine ihn anbetende Anhängerschaft..?

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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Harry Tuttle » 26. Okt 2018, 14:47

Heretic hat geschrieben:
26. Okt 2018, 13:05
"Mother!" ist super, hat mit "Ghostland" ansonsten aber wirklich nur das alte Haus gemein. :mrgreen:

Bin mal gespannt, zu welchem Schluss du kommen wirst. Meine Sicht der Dinge sieht folgendermaßen aus:
SpoilerShow
Ich schwanke noch, ob nicht eher das Haus für die Erde steht, während Lawrence Maria darstellt. Denn Javier Bardem ist ganz eindeutig Gott. Und ausgesprochen selbstherrlich noch dazu :D Dann hätten wir da noch Ed "Adam" Harris und Michelle "Eva" Pfeiffer und die Gleeson-Brüder "Kain und Abel". Die sich einnistenden Besucher sind ganz eindeutig wir, die alles zerstörende Menschheit. Die Gott immer wieder aufs Neue über die Erde herfallen lässt, obwohl er es inzwischen besser wissen müsste. Aber was ist schon ein Gott ohne eine ihn anbetende Anhängerschaft..?
Ach lustig. Ein völlig anderer Ansatz, aber auch gut. Ich komme mehr zu dem Schluß, wenn auch noch sehr unausgereift:
SpoilerShow
Für mich ist es mehr die Darstellung einer Beziehung, in der ein starkes Ungleichgewicht herrscht, weil einer der Gebende und der andere der Nehmende ist. Das kann eine Liebesbeziehung sein, aber auch eine Freundschaft oder ein typisches Arbeitsverhälniss. Einer gibt bis zur Selbstaufgabe und der andere Nimmt ohne je satt zu werden.

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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Heretic » 27. Okt 2018, 11:19

Harry Tuttle hat geschrieben:
26. Okt 2018, 14:47
Ach lustig. Ein völlig anderer Ansatz, aber auch gut. Ich komme mehr zu dem Schluß, wenn auch noch sehr unausgereift:
SpoilerShow
Für mich ist es mehr die Darstellung einer Beziehung, in der ein starkes Ungleichgewicht herrscht, weil einer der Gebende und der andere der Nehmende ist. Das kann eine Liebesbeziehung sein, aber auch eine Freundschaft oder ein typisches Arbeitsverhälniss. Einer gibt bis zur Selbstaufgabe und der andere Nimmt ohne je satt zu werden.
Funktioniert ebenfalls. Hach, ich liebe Filme, die man so unterschiedlich interpretieren kann.

Lasse
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Lasse » 29. Okt 2018, 14:29

Habe zuletzt ” Spiel mir das Lied vom Tod” gesehen. Allerdings die 159 min DVD-Fassung. Wollte mal fragen, ob jemand mir sagen kann, wo ich die herausgeschnittenen szenen schauen kann.

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Soulaire
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Soulaire » 3. Nov 2018, 18:30

habe mir Ikiru von "Altmeister" Kurosawa angeschaut und fand ihn sehr gut. Kurosawa hat da wirklich neue Maßstäbe gesetzt.
Übrigens weiß ich jetzt auch wo der legendäre Passierschein A38 höchstwahrscheinlich seinen Ursprung hat :p

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