Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

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Andreas29
Beiträge: 423
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Andreas29 »

Arrival (Rewatch)

Für mich ist das jetzt schon ein moderner Sci-Fi-Klassiker. Ein Film, der sich jedem Klischee von Alien-Invasionsfilmen entzieht und somit zur Antithese von Filmen wie "Independence Day" (no Offense, den mag ich auch, aber anders...) wird. Anstatt um Geballer geht es hier 2 Stunden lang um Kommunikation. Um Sprache und wie das Erlernen anderer Sprachen uns verändert und wenn eine Sprache so grundlegend anders ist - wie die von Außerirdischen -wie sie uns selbst in unserem Sein verändern könnte.
Das Ganze brachial atmosphärisch erzählt mit einem dröhnenden Soundtrack und einer erzählenden Kamera, die dicht bei unserer Heldin bleibt. Grandios zurückhaltend und realistisch gespielt von Amy Adams.
Der Film lässt sich Zeit und man kann ihm seine Gemächlichkeit vorwerfen, aber ich war so absorbiert, dass mir die Laufzeit wesentlich kürzer als angegeben vorkam.
Meiner Meinung nach hat er ebenfalls eine der besten Wendungen - ich schreibe bewusst nicht "Twist" - der Filmgeschichte und ich erinnere mich bis heute an das laute Aufstöhnen im Kinosaal, als der Groschen fällt.

Wenn es minimale Kritikpunkte gibt, die mich zögern lassen die volle Punktzahl zu geben, dann die zwar sensationell inszenierten, aber generischen Cthulu-Aliens und den ebenfalls generischen Feindbildern Russland und China, während man sich - also die USA - als fast schon pazifistisch darstellt.

Wenn man mit der richtigen Erwartungshaltung herangeht, ist das ein echtes Erlebnis und es kann einen wirklich verändern. Es ist ein Marketing-Begriff und auch total ausgelutscht, aber wenn ein Film das Siegel "Thought Provoking" verdient hat, dann "Arrival".

4,5 von 5 Sternen

https://letterboxd.com/film/arrival-2016/

Waves

Tyler ist Ringer und ein vielversprechendes Talent bis ihm eine Schulterverletzung komplett aus der Bahn wirft. Hinzu kommt, dass er seine Freundin geschwängert hat und sie nicht abtreiben will.
Hartes Drama, das sehr stilisiert inszeniert wird. Alles ist in rote und blaue Neonlichter getaucht und es ertönt ein stellenweise an der Aufdringlichkeit kratzender Hip-Hop-Soundtrack. Ohne zuviel verraten zu wollen, bricht der Film aber irgendwann komplett damit. Ebenso spielt er mit seinem Bildschirmformat, das mehrfach wechselt.
"Waves" hat zwei getrennte Hälften von denen die erste einen komplett aufpumpt und die zweite bewusst auf die Bremse tritt. Das ist ein interessantes Experiment, aber bei mir ist es nicht ganz aufgegangen, weil das Adrenalin einfach nach dem furiosen Start bei mir zu sehr absackt. Das ist wohl das berühmte "Pacing", was mir da nicht gefällt.
Was bleibt ist großes Schauspielkino mit einem wirklich erstklassigem Ensemble.

4 von 5 Sternen

https://letterboxd.com/film/waves-2019/

The King of Staten Island

Judd Apatow macht Stoner-Comedys; sie sind manchmal platt, oft zu lang, aber sie haben eben auch meistens das Herz am richtigen Fleck.
So ist es auch bei "The King of Staten Island", der semi-autobiografisch die Geschichte von Pete Davidson verfilmt, der Writer und Teil des Ensembles bei "Saturday Night Life" ist. Ebenjener Pete Davidson spielt auch selber die Hauptrolle.
Pete heißt im Film Scott und lebt mit Mitte 20 immer noch bei seiner Mutter. Sein Vater war Feuerwehrmann und ist im Einsatz gestorben, als er noch ein Kind war. Er möchte ein Tattoo-Restaurant ( :-D ) aufmachen und vertreibt sich seine Zeit mit Kiffen und Zeichnen. Im Film wird nun gezeigt, wie er lernt aus dem Arsch zu kommen.
So wie ich es vernehme wird nicht jeder mit der Figur von Scott warm... ich mochte ihn gleich von der ersten Szene an. Das ist wohl ein Knackpunkt bei dem es sich entscheidet , ob man den Film mag oder nicht. Untypisch für Apatow ist, dass hier die Kiffer-Clique das schwächste Element ist, die sehr oberflächlich bleibt und nur als Comic Relief dient. Hier vermisst man das Herz, das der Film sonst fast jeder Figur zukommen lässt. Es gibt viele gute Lacher, aber eben auch sehr ehrliche Momente. Der Comedian Bill Burr darf zudem zeigen, dass er schauspielerisch durchaus eine Range hat.

4 von 5 Sternen

https://letterboxd.com/film/the-king-of-staten-island/

Die Brücke am Kwai

Der hat mich geradezu kalt erwischt. Bei älteren Kriegsfilmen besteht für mich immer die Angst, dass es zu viel Pathos und Heroisierung gibt, aber "Die Brücke am Kwai" qualifiziert sich durchaus mit einigem Recht für einen echten ANTIkriegsfilm.
In einem japanischen Kriegsgefangenenlager in Burma soll ein Bataillon britischer Kriegsgefangener für die Japaner eine Eisenbahnbrücke über den Kwai bauen. Doch zwischen dem Lagerkommandanten und dem Colonel der Briten entsteht ein Machtkampf darum, ob die Offiziere nicht nur die Bauarbeiten leiten, sondern auch körperlich arbeiten müssen, was den Genfer Konventionen widerspricht. Soweit bewundert man den Colonel in seinem Bemühen und dem Kampf die Würde und das Recht zu bewahren, bis einem der Film auf eine ganz andere Fährte führt... Währenddessen wird ein aus dem Lager geflohener US-Navy-Soldat damit beauftragt die Brücke mit einem Sonderkommando zu sprengen.
"Die Brücke am Kwai" ist in gewissen Teilen seiner Zeit voraus würde ich behaupten, weil er - sogar manchmal zynisch - Militarismus, Ehrgefühl, Überlegenheitsdenken und natürlich auch große Egos infrage stellt. Dabei ist er sehr aufwendig produziert und gefilmt, grandios gespielt - gerade Alec Guiness - und besonders im Finale brutal spannend.

Ein kleiner Spoiler-Teil, weil ich es einfach mal herausstellen muss:
SpoilerShow
Ich finde es genial, wie man ungefähr eine Stunde lang vollkommen auf der Seite von Alec Guiness ist und dann merkt, dass er quasi das Lager übernimmt und aus falsch verstandener Ehre und Pflicht dem Feind seine Brücke baut... also quasi die Alliierten verrät. Das ganze Hickhack um die Offiziere wird mit einem Nebensatz ad Absurdum geführt, als gesagt wird, dass der Colonel jetzt doch angeordnet hat, dass die arbeiten sollen, damit man im Terminplan bleibt. Dann müssen sogar Soldaten aus der Krankenstation ran, die mit einem heroischen Marsch begleitet und vom Colonel angeführt zur Arbeit humpeln... Das kulminiert am Ende, als er seinen Fehler zwar kurz einsieht, aber bevor er auf den Sprengknopf drückt trotzdem noch seine Mütze erst einmal richtig aufsetzen will, weil es die Etikette gebietet und sogar seine "Redemption" vermasselt.
Es gibt natürlich Kritikpunkte aufgrund des Alters des Films: Zum einen sieht man hier noch nichts vom "Schrecken des Krieges". Wenn hier jemand erschossen wird, fasst er sich an die Brust und fällt um; es gibt nur eine etwas blutigere Szene. Ebenso zieht sich der Film stellenweise und man fragt sich, ob es denn wirklich die 160 Minuten gebraucht hätte. Aber früher waren die Filme eben langsamer und darauf habe ich mich eingestellt.

4,5 von 5 Sternen

https://letterboxd.com/film/the-bridge- ... iver-kwai/

Ghost in the Shell

Ein Klassiker des Anime-Kinos, der maßgeblich zur Popularität des Genres im Westen beigetragen hat und zu der Erkenntnis, dass Animes sich auch an Erwachsene richten.
Die Atmosphäre ist durch das Design der Stadt und die coole Musik sehr dicht. Knackig und spannend inszeniert ist der Verschwörungsplot um einen Hacker auch. Emotional konnte mich der Film aber irgendwie nicht erreichen und er behandelt ein uraltes und zigfach verhandeltes Thema der Sci-Fi: Ab wann wird die Maschine lebendig? Oder ab wann wird der Mensch so maschinell, dass er kein Lebewesen mehr ist (Transhumanismus)? Der Film hat eben das Problem, dass z.B. ein Blade Runner vorher da war. Natürlich ist er für sich genommen philosophisch interessant, aber er stellt weder neue Fragen noch gibt er neue Antworten.
Ich bin mir der Bedeutung des Films bewusst, aber persönlich kommt er nicht über "gut" hinaus.

3,5 von 5 Sternen

https://letterboxd.com/film/ghost-in-the-shell/

Nausicaä aus dem Tal der Winde (OV-Rewatch)

Ich bin gerade dabei alle Ghiblis nochmal in der OV nachzuholen und habe jetzt mal den ersten Film (ja ich weiß, technisch ist das kein Ghibli) angeschmissen. Und der ist - natürlich, warum auch nicht - in der OV immer noch genauso großartig. Actionreich, spannend, gefühlvoll und natürlich im Design der Welt und Kreaturen sehr kreativ.
Die Öko-Allegorie ist bei Ghibli quasi ja Standard und wurde auch im ersten Film natürlich nicht ausgelassen... vielmehr ist der ganze Film ein Appell. Ein auch heute noch sehr wichtiger.

4,5 von 5 Sternen

https://letterboxd.com/film/nausicaa-of ... -the-wind/

Das war eine ziemlich gute Ausbeute dieses Wochenende.

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Dicker
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Dicker »

Fluch der Karibik
Nach Ewigkeiten wieder gesehen und musste erstaunt feststellen, dass der sich verdammt gut gehalten hat. Insbesondere die erste Hälfte ist verdammt unterhaltsam, Jonny Depp spielt grandios und das Setting immer noch Unverbraucht. Leider übertreiben sie es dann in der zweiten Hälfte mit ihrem Fluch- und Zombiegedöns. Das war mir einfach zu viel, da passte das Pacing nicht mehr und die spaßigen Oneliner und charmante Atmosphäre vom Anfang fehlten.

Die Unglaublichen 2
Macht da weiter, wo Teil 1 aufhörte, wiederholt sich aber nicht und ist einfach nur kurzweilig. Zwar kann man recht früh erahnen, wer der Bösewicht ist, aber seis drum. Der Film macht trotzdem Spaß, hatte schöne Kampfszenen (die Sache mit den Portalen) und einen angenehmen Humor.

X-Men: Days of Future Past
Ich schau eigentlich kein Marvel bis auf wenige Ausnahmen. Das hier ist so eine, da ich Zeitreisegeschichten mag. Kurz davor die Unglaublichen gesehen und jetzt weiß ich, wo Pixar all ihre Inspiration hergenommen haben ^^
X-Men war überschaend unterhaltsam. Hatte leider weniger mit Zeitreisen zu tun, da die ganzen klassischen Themen nicht zum Tragen kommen. Aber Y-Men in den 70er ist auch ganz unterhaltsam. Nichts, was man gesehen haben muss. Aber auch nichts, bei dem ich gelangweilt abschalte.

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tsch
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von tsch »

Incendies von Denis Villeneuve. Den Namen hatte ich zuvor irgendwie noch nie gehört, aber sollte anscheinend einer seiner besten Filme sein. Hab nur seine letzten 3 gesehen (Blade Runner, Arrival, Sicario) und da kann ich auf jeden Fall unterschreiben, dass der sich auf Position 1 schiebt. Mochte die 3 vorherigen Filme auch gerne, aber Incendies war irgendwie vom Setting noch mal interessanter (obwohl 2 davon Sci-Fi - was per se aber nicht interessant macht) und emotional viel aufwühlender.

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Heretic
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Heretic »

Event Horizon

Meine Erinnerungen an den Film waren wohl etwas verklärt, denn die erneute Sichtung nach einigen Jahren lässt mich etwas ernüchtert zurück. Könnte daran liegen, dass ich inzwischen eine ganze Menge an Filmen gesehen habe, die Anderson als "Inspiration" gedient haben. Dazu kommt eine ordentliche Ladung an Klischees, unverständlichen Verhaltensweisen der Crew und geballtem Schwachsinn, was mich früher wohl weniger gestört hat bzw. mir nicht aufgefallen ist. Sei's drum, atmosphärisch ist der Film trotzdem und Laurence Fishburne und Sam Neill agieren auf gutem Niveau. Was auf die Nebendarsteller nur bedingt zutrifft. Auch die Optik kann heute noch überzeugen.

"Event Horizon" geht als Potpourri aus diversen SF- und Horrorfilmen durchaus in Ordnung, wenn man über einige Unzulänglichkeiten hinwegsehen und damit leben kann, dass die Originale nie erreicht werden. Für mich bis dato Paul Andersons gelungenstes Werk.

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Feamorn
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Feamorn »

Heretic hat geschrieben:
25. Jan 2021, 13:52
Event Horizon

Meine Erinnerungen an den Film waren wohl etwas verklärt, denn die erneute Sichtung nach einigen Jahren lässt mich etwas ernüchtert zurück. Könnte daran liegen, dass ich inzwischen eine ganze Menge an Filmen gesehen habe, die Anderson als "Inspiration" gedient haben. Dazu kommt eine ordentliche Ladung an Klischees, unverständlichen Verhaltensweisen der Crew und geballtem Schwachsinn, was mich früher wohl weniger gestört hat bzw. mir nicht aufgefallen ist. Sei's drum, atmosphärisch ist der Film trotzdem und Laurence Fishburne und Sam Neill agieren auf gutem Niveau. Was auf die Nebendarsteller nur bedingt zutrifft. Auch die Optik kann heute noch überzeugen.

"Event Horizon" geht als Potpourri aus diversen SF- und Horrorfilmen durchaus in Ordnung, wenn man über einige Unzulänglichkeiten hinwegsehen und damit leben kann, dass die Originale nie erreicht werden. Für mich bis dato Paul Andersons gelungenstes Werk.
Es ist soooo bitter, dass man niemals den Original-Schnitt sehen wird...

Andreas29
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Andreas29 »

Bin dieses Wochenende etwas eskaliert:

Universal-Monsterklassiker

Ich fasse die hier mal alle zusammen, weil es sonst wirklich zu viel wird. Heute kann man dazu natürlich nicht mehr wirklich Horrorfilm sagen, weil die aus heutiger Sicht kreuzbrav sind; selbst der Biss von Dracula wird abgeblendet. Trotzdem funktionieren die noch als Gruselfilm, weil sie doch noch eine erstaunliche Atmosphäre aufbauen mit schönen Kulissen, Nebel, mit dem Spiel von Licht und Schatten und Schauspielern wie Bela Lugosi und Boris Karloff, die einfach Präsenz haben.
Heraus gestochen ist für mich "Frankenstein", weil die Story natürlich eine gewisse Tragik hat. Das Monster ist hier nicht das Böse, sondern versteht einfach seine Umgebung nicht und die Umgebung ihn nicht. "The Bride of Frankenstein" findet einen schönen Weg Frankensteins' Monster zu humanisieren, nämlich indem man ihn einen Blinden treffen lässt, der ihn nicht sofort anschreit, weg läuft oder versucht umzubringen. Und bei "The Invisible Man" war ich von den Effekten sehr beeindruckt und es ist eine sehr spannende Story.

Fazit: Die Filme sind teilweise 90 Jahre alt, aber immer noch lohnenswert, auch außerhalb von filmhistorischen Interesse.

Info:
https://letterboxd.com/film/frankenstein-1931/
https://letterboxd.com/film/the-bride-of-frankenstein/
https://letterboxd.com/film/abbott-and- ... nkenstein/
https://letterboxd.com/film/dracula/
https://letterboxd.com/film/the-wolf-man-1941/
https://letterboxd.com/film/the-mummy/
https://letterboxd.com/film/the-invisible-man/

Frankenstein: 4 von 5 Sternen
The Bride of Frankenstein: 4 von 5 Sternen
Abbot und Costello meet Frankenstein : 3,5 von 5 Sternen
Dracula: 3,5 von 5 Sternen
The Wolf Man: 3,5 von 5 Sternen
The Mummy: 3,5 von 5 Sternen
The Invisible Man: 4 von 5 Sternen

10 Cloverfield Lane

Michelle hat einen Autounfall und wacht verletzt und angekettet in einem Bunker auf. Howard - der Besitzer des Bunkers - hat sie versorgt, will sie aber nicht gehen lassen, weil draußen angeblich irgendein "Angriff" stattgefunden hat und die Luft verseucht ist.
Das hätte ein wirklich sehr gutes Kammerspiel werden können, wenn der Name nicht wäre. Man hat sich nämlich entschieden den Film ins Cloverfield-Universum zu verpflanzen. Und somit kommt keine Spannung auf, was das Finale anbelangt und jegliche Überraschung und jeder Knalleffekt am Ende bleibt aus. Man stelle sich einfach nur den Film und dessen Verlauf ohne Cloverfield-Bezug vor... und wie man dann dastehen würde, wenn sich das Unheil als eine
SpoilerShow
Alien-Invasion
(ich blurre es trotzdem mal für die Leute, die den Vorgänger nicht kennen) herausstellt. Aber nö... weiß man ja schon durch den Vorgänger.
Spannend ist er trotzdem, weil er sich dieser Vorhersehbarkeit zumindest teilweise bewusst ist und während des Films eine Wendung einbaut und er spielt in einer sehr dichten Atmosphäre. Außerdem ist da die interessante Frage: Was, wenn dein Retter beim Weltuntergang ein irrer Prepper ist? Mary Elizabeth Winstead macht das ganz hervorragend, aber John Goodman ist die Attraktion des Films. Er hat diese Mischung aus Kuschelbär und bedrohlichen Psycho, die er sehr glaubwürdig verkörpert.

Info: https://letterboxd.com/film/10-cloverfield-lane/

3,5 von 5 Sternen

M - Eine Stadt sucht einen Mörder

Berlin gegen Ende der Weimarer Republik: Ein Kindermörder treibt sein Unwesen. Die Stadt ist in Angst und Schrecken versetzt. Die Polizei fahndet unter großen Druck der Politik und Bevölkerung. Die vielen Razzien in den Verbrechervierteln veranlassen die Unterwelt Selbstjustiz auszuüben und sich ebenfalls auf die Suche nach dem Mörder zu machen.
Der deutsche Überklassiker des Vorkriegskinos von Fritz Lang ist ein handwerklicher Meilenstein. Der Schnitt bzw. die nahtlosen Szenenübergänge haben Filmgeschichte geschrieben. Alles fließt ineinander und schafft so eine komplexe und breite Handlung mit vielen Themen übersichtlich zu erzählen. Seien es die besorgten Mütter, die hysterische Bevölkerung, die kriminalistische Arbeit, der Aufruhr beim organisierten Verbrechen oder das Handeln des Mörders selbst. Eine clevere Kamera mit verspielten Einstellungen rundet das Ganze ab.
Hinzu kommt die inhaltliche Tiefe, die ein Sittenbild der sich im Zerfall befindlichen Weimarer Republik ist: Ein Staat, der einfach nicht wehrhaft ist und in dem sich organisierte Gruppen (seien sie nun wie im Film kriminell oder wie in der Wirklichkeit politisch) über den Staat hinwegsetzen und ihn in letzter Konsequenz ersetzen.
Und nicht zuletzt wird dem Lynchmob ein in dieser Zeit höchst humanistischer Blickwinkel auf den Mörder eröffnet, der letztlich selbst ein Getriebener ist.

Info: https://letterboxd.com/film/m/

4,5 von 5 Sternen

Die Brücke

Der deutsche Antikriegsklassiker erzählt von einer Gruppe von kriegsbegeisterten und ideologisch verblendeten Schülern, die in den letzten Zügen des 2. Weltkriegs auf sich allein gestellt eine vollkommen unwichtige Brücke gegen die Amerikaner verteidigen wollen.
Lange lässt der Film sich Zeit um die Charaktere kennen zu lernen; ihre Probleme, ihre Hoffnungen, die erste Liebe, ihr Jungsein, aber eben auch ihre Begeisterung für den Krieg. Für diese Zeit und gerade aus Deutschland überraschend natürlich und wenig theatersk gespielt und somit gehen einen die Charaktere nahe, seien sie aus heutiger Sicht auch noch so dumm. Dann kommt das letzte - ziemlich beeindruckend inszenierte - Drittel und zieht einem die Schuhe aus. Szenen werden sich in einen pflanzen und dort bleiben, wie der Fliegerangriff oder "Schieß doch, mach ihn tot".
Ebenfalls überraschend für die Zeit ist die grafische Art der Darstellung: Es fließt Blut, es quillen sogar Gedärme. Menschen schreien, verlieren den Verstand.
Ein Antikriegsfilm in seiner reinsten Form und ein Mahnmal dafür, wozu Kriegspropaganda und Kadavergehorsam führen.

Info: https://letterboxd.com/film/the-bridge-1959/

4,5 von 5 Sternen

Lars und die Frauen

Lars ist Soziophobiker und wohnt bei seinem Bruder und seiner Schwägerin in der Garage. Eines Tages jedoch möchte er den beiden aus heiterem Himmel seine neue Freundin vorstellen. Beim gemeinsamen Essen wird klar: Bianca ist eine dänisch-brasilianische Missionarin, sie sitzt im Rollstuhl und ist... eine Real Doll.
Was sich nach den Zutaten für eine abgedrehte Comedy anhört, wird ein sehr feines Drama über Freundschaft, Familie und Liebe. Weil die Mitmenschen von Lars, wie auch wir als Zuschauer lernen, dass Lars' Gefühle - seien sie auch noch so skurril - für ihn echt sind und wir sie deswegen respektieren müssen.
Ryan Gosling ist mit seiner meist zurückhaltenden Art zu spielen perfekt besetzt und liefert hier meiner Meinung nach neben Blade Runner 2049 die bisher beste Leistung seiner Karriere ab.

Info: https://letterboxd.com/film/lars-and-the-real-girl/

4 von 5 Sternen

Blue Jay

Jim und die Amanda treffen sich beim Einkaufen. Sie hatten während ihrer Schulzeit eine Beziehung und sich seitdem - seit über 20 Jahren - nicht mehr gesehen. Nach einem kleinen Smalltalk verabschieden sie sich. Amanda ist mittlerweile verheiratet. Auf dem Parkplatz begegnen sie sich jedoch wieder und merken, dass sie nicht voneinander los kommen und verbringen den Tag und die Nacht miteinander.
Zufallstreffer: Ich hab durch Netflix gescrollt und mir gefiel das Vorschaubild. Dann habe ich gesehen, dass Mark Duplass und Sarah Paulson mitspielen und die - zwar wenigen - Kritiken ziemlich gut sind.
Hat mich wirklich sehr positiv überrascht. Ich habe selten zwei Schauspieler gesehen, die so eine wunderbare Chemie haben und auch noch so unfassbar natürlich miteinander spielen. Und das muss auch sein, weil der Film sich eben nur um diese beiden dreht und komplett aus Dialogen besteht, die meiste Zeit in einem Haus. "Blue Jay" baut dabei gekonnt die Frage auf: Wie zum Teufel hat es die auseinander gerissen? Die sind doch Seelenverwandt! Ich will nicht spoilern, aber die Erklärung kommt in diesem bis zu diesem Punkt echten Feelgood-Movie mit dem Dampfhammer und ist vollkommen nachvollziehbar.
Das Ende kann man kritisieren, weil es uneindeutig und offen ist, aber für mich hat das gepasst.
Eine echte kleine Perle.

Info: https://letterboxd.com/film/blue-jay-2016/

4 von 5 Sternen

Spiel mir das Lied vom Tod (OV-Rewatch)

Was soll ich sagen? Einer meiner Lieblingsfilme. Perfekter Soundtrack, tolle Kulissen, schöne Landschaften, perfekte Besetzung, geiler Bösewicht, krasse Antihelden, unsterbliche Coolness, spannende Shootouts, tragische Geschichte... mir gehen die Superlative aus. Großes Meisterwerk der Filmgeschichte.
Und ja... er ist langsam, aber für mich baut das eine unfassbare Spannung auf.

Info: https://letterboxd.com/film/once-upon-a ... -the-west/

5 von 5 Sternen

Ponyo

Ein kleiner Junge fischt eines Tages einen kleinen Goldfisch aus dem Meer, der sich jedoch als Prinzessin entpuppt. Eigentlich gehört sie ins Meer, geht aber eine Verbindung mit dem Jungen ein.
Ein durchschnittlicher Ghibli. Das heißt: Immer noch ziemlich gut, aber eben nicht mehr. Natürlich ist der Film grundsympathisch, hat knuddelige und phantasievolle, wunderschön gezeichnete Figuren und wie immer zeigt er seine Liebe zur Natur, aber man hat eben von diesem Studio alles schon mal (besser) gesehen.

Info: https://letterboxd.com/film/ponyo/

3,5 von 5 Sternen

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Feamorn
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Feamorn »

Meine hohen Noten sitzen, glaube ich, etwas lockerer als bei dir. Da dein Posting so eine hohe Überschneidung mit Filmen hat, die ich gesehen habe, gebe ich mal meinen Senf dazu. :)

Andreas29 hat geschrieben:
26. Jan 2021, 07:07
Bin dieses Wochenende etwas eskaliert:

Universal-Monsterklassiker

Ich fasse die hier mal alle zusammen, weil es sonst wirklich zu viel wird. Heute kann man dazu natürlich nicht mehr wirklich Horrorfilm sagen, weil die aus heutiger Sicht kreuzbrav sind; selbst der Biss von Dracula wird abgeblendet. Trotzdem funktionieren die noch als Gruselfilm, weil sie doch noch eine erstaunliche Atmosphäre aufbauen mit schönen Kulissen, Nebel, mit dem Spiel von Licht und Schatten und Schauspielern wie Bela Lugosi und Boris Karloff, die einfach Präsenz haben.
Heraus gestochen ist für mich "Frankenstein", weil die Story natürlich eine gewisse Tragik hat. Das Monster ist hier nicht das Böse, sondern versteht einfach seine Umgebung nicht und die Umgebung ihn nicht. "The Bride of Frankenstein" findet einen schönen Weg Frankensteins' Monster zu humanisieren, nämlich indem man ihn einen Blinden treffen lässt, der ihn nicht sofort anschreit, weg läuft oder versucht umzubringen. Und bei "The Invisible Man" war ich von den Effekten sehr beeindruckt und es ist eine sehr spannende Story.

Fazit: Die Filme sind teilweise 90 Jahre alt, aber immer noch lohnenswert, auch außerhalb von filmhistorischen Interesse.

Info:
https://letterboxd.com/film/frankenstein-1931/
https://letterboxd.com/film/the-bride-of-frankenstein/
https://letterboxd.com/film/abbott-and- ... nkenstein/
https://letterboxd.com/film/dracula/
https://letterboxd.com/film/the-wolf-man-1941/
https://letterboxd.com/film/the-mummy/
https://letterboxd.com/film/the-invisible-man/

Frankenstein: 4 von 5 Sternen
The Bride of Frankenstein: 4 von 5 Sternen
Abbot und Costello meet Frankenstein : 3,5 von 5 Sternen
Dracula: 3,5 von 5 Sternen
The Wolf Man: 3,5 von 5 Sternen
The Mummy: 3,5 von 5 Sternen
The Invisible Man: 4 von 5 Sternen
Ich hatte mir ja vor ein paar Jahren die Universal Monster BluRay-Box geholt und die nach und nach mit einem Kumpel geschaut. Leider ist dass dann durch Nachwuchs bei ihm und meinem Umzug eingeschlafen, weshalb wir die letzten beiden (Schrecken vom Amazonas und Phantom der Oper) bislang nicht geschaut haben...
Aber bei den Deckungsgleichen kam ich damals tatsächlich zu leicht anderen Ergebnissen als Du. Für eine Punktwertung ist die Erinnerung nicht wirklich gut genug, aber ich weiß noch, dass uns beiden damals The Mummy am besten gefiel... Bride hat mich, vermutlich wegen der vielen Vorschußlorbeeren etwas enttäuscht, und The Invisible Man fand ich tatsächlich fast am schwächsten (ungeachtet der Tricktechnik). Ich versuche das mit den Punkten dennoch mal. Haben die Filme in Reihenfolge ihrer VÖ geguckt damals (was ganz spannend war, um die Entwicklung nachzuvollziehen).
Dracula: 4/5
Frankenstein: 4/5
The Mummy 4,5/5
The Invisible Man: 3/5
The Bride Of Frankenstein: 3,5/5
The Wolf Man: 3/5

Aber wie gesagt, den grain of salt bei den Punkten nicht vergessen, müsste die alle nochmal sehen um das festzuschreiben. Meine Hauptmitnahme aus den Filmen war meine höchste Verehrung für Lugosi und vor allem Karloff!
Eigentlich wollte ich mich danach längst mal mit den Hammer-Horror-Filmen beschäftigen, aber da ist es gar nicht so leicht einen Überblick zu bekommen, was man nun schauen sollte und vor allem diese dann auch auf (idealerweise) BluRay zu beschaffen. Zumal ich ansich auch gerne wieder chronologisch vorgehen würde, da mir das beobachten der Entwicklung bei den Universal Filmen sehr viel Freude bereitet hat.
10 Cloverfield Lane

Michelle hat einen Autounfall und wacht verletzt und angekettet in einem Bunker auf. Howard - der Besitzer des Bunkers - hat sie versorgt, will sie aber nicht gehen lassen, weil draußen angeblich irgendein "Angriff" stattgefunden hat und die Luft verseucht ist.
Das hätte ein wirklich sehr gutes Kammerspiel werden können, wenn der Name nicht wäre. Man hat sich nämlich entschieden den Film ins Cloverfield-Universum zu verpflanzen. Und somit kommt keine Spannung auf, was das Finale anbelangt und jegliche Überraschung und jeder Knalleffekt am Ende bleibt aus. Man stelle sich einfach nur den Film und dessen Verlauf ohne Cloverfield-Bezug vor... und wie man dann dastehen würde, wenn sich das Unheil als eine
SpoilerShow
Alien-Invasion
(ich blurre es trotzdem mal für die Leute, die den Vorgänger nicht kennen) herausstellt. Aber nö... weiß man ja schon durch den Vorgänger.
Spannend ist er trotzdem, weil er sich dieser Vorhersehbarkeit zumindest teilweise bewusst ist und während des Films eine Wendung einbaut und er spielt in einer sehr dichten Atmosphäre. Außerdem ist da die interessante Frage: Was, wenn dein Retter beim Weltuntergang ein irrer Prepper ist? Mary Elizabeth Winstead macht das ganz hervorragend, aber John Goodman ist die Attraktion des Films. Er hat diese Mischung aus Kuschelbär und bedrohlichen Psycho, die er sehr glaubwürdig verkörpert.

Info: https://letterboxd.com/film/10-cloverfield-lane/

3,5 von 5 Sternen
Hm, bezüglich des Finales sehe ich das anders. Ich kannte den Vorgänger damals auch und es ist ja trotzdem nicht ganz klar, was genau draussen abgeht (zumal das ja mit Teil 1 auch nur am Rande zu tun hat), im Grunde weiß man durch das geteilte Universum ja nur, dass da wirklich was ist.
Tatsächlich finde ich das so oder so auch egal. In der Retrospektive hat der Film bei mir tatsächlich Potential auf die Höchstwertung. Goodman und Winstead sowie die Inszenierung des Kammerspiels im Bunker waren einfach zu gut!
M - Eine Stadt sucht einen Mörder

Berlin gegen Ende der Weimarer Republik: Ein Kindermörder treibt sein Unwesen. Die Stadt ist in Angst und Schrecken versetzt. Die Polizei fahndet unter großen Druck der Politik und Bevölkerung. Die vielen Razzien in den Verbrechervierteln veranlassen die Unterwelt Selbstjustiz auszuüben und sich ebenfalls auf die Suche nach dem Mörder zu machen.
Der deutsche Überklassiker des Vorkriegskinos von Fritz Lang ist ein handwerklicher Meilenstein. Der Schnitt bzw. die nahtlosen Szenenübergänge haben Filmgeschichte geschrieben. Alles fließt ineinander und schafft so eine komplexe und breite Handlung mit vielen Themen übersichtlich zu erzählen. Seien es die besorgten Mütter, die hysterische Bevölkerung, die kriminalistische Arbeit, der Aufruhr beim organisierten Verbrechen oder das Handeln des Mörders selbst. Eine clevere Kamera mit verspielten Einstellungen rundet das Ganze ab.
Hinzu kommt die inhaltliche Tiefe, die ein Sittenbild der sich im Zerfall befindlichen Weimarer Republik ist: Ein Staat, der einfach nicht wehrhaft ist und in dem sich organisierte Gruppen (seien sie nun wie im Film kriminell oder wie in der Wirklichkeit politisch) über den Staat hinwegsetzen und ihn in letzter Konsequenz ersetzen.
Und nicht zuletzt wird dem Lynchmob ein in dieser Zeit höchst humanistischer Blickwinkel auf den Mörder eröffnet, der letztlich selbst ein Getriebener ist.

Info: https://letterboxd.com/film/m/

4,5 von 5 Sternen
Volle Zustimmung, aber dadurch natürlich am Ende auch 5/5. ;)
Die Brücke

Der deutsche Antikriegsklassiker erzählt von einer Gruppe von kriegsbegeisterten und ideologisch verblendeten Schülern, die in den letzten Zügen des 2. Weltkriegs auf sich allein gestellt eine vollkommen unwichtige Brücke gegen die Amerikaner verteidigen wollen.
Lange lässt der Film sich Zeit um die Charaktere kennen zu lernen; ihre Probleme, ihre Hoffnungen, die erste Liebe, ihr Jungsein, aber eben auch ihre Begeisterung für den Krieg. Für diese Zeit und gerade aus Deutschland überraschend natürlich und wenig theatersk gespielt und somit gehen einen die Charaktere nahe, seien sie aus heutiger Sicht auch noch so dumm. Dann kommt das letzte - ziemlich beeindruckend inszenierte - Drittel und zieht einem die Schuhe aus. Szenen werden sich in einen pflanzen und dort bleiben, wie der Fliegerangriff oder "Schieß doch, mach ihn tot".
Ebenfalls überraschend für die Zeit ist die grafische Art der Darstellung: Es fließt Blut, es quillen sogar Gedärme. Menschen schreien, verlieren den Verstand.
Ein Antikriegsfilm in seiner reinsten Form und ein Mahnmal dafür, wozu Kriegspropaganda und Kadavergehorsam führen.

Info: https://letterboxd.com/film/the-bridge-1959/

4,5 von 5 Sternen
Da ist meine letzte Sichtung vermutlich 20+ Jahre her, aber hier Stimme ich dir tatsächlich komplett zu. Der Film brennt sich einem ein. Hab vieles heute noch so vor Augen, als hätte ich ihn letzte Woche erst geschaut.

Spiel mir das Lied vom Tod (OV-Rewatch)

Was soll ich sagen? Einer meiner Lieblingsfilme. Perfekter Soundtrack, tolle Kulissen, schöne Landschaften, perfekte Besetzung, geiler Bösewicht, krasse Antihelden, unsterbliche Coolness, spannende Shootouts, tragische Geschichte... mir gehen die Superlative aus. Großes Meisterwerk der Filmgeschichte.
Und ja... er ist langsam, aber für mich baut das eine unfassbare Spannung auf.

Info: https://letterboxd.com/film/once-upon-a ... -the-west/

5 von 5 Sternen
Auch hier wäre bei mir dringend eine neue Sichtung fällig, habe den tatsächlich bislang nur einmal gesehen, als ich mir vor Jahren die DVD endlich zugelegt hatte. In die Riege meiner Lieblingsfilme hat er es allerdings damals nicht geschafft. Das blieb bei Leone bei dann The Good, The Bad & The Ugly vorbehalten (den ich auch viel zu spät erst gesehen habe). Dennoch, alleine für den Einstieg kann man das Meisterwerk gar nicht genug loben! Und danach wird es nicht schlechter. ;)

Den Rest habe ich leider nicht gesehen.

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derFuchsi
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von derFuchsi »

Spiel mir das Lied vom Tod hab ich neulich wieder mit der Familie angeguckt. Inklusive Teenager den ich quasi genötigt hatte ;). Ich dachte gleich am Anfang bei der Bahnhofszene die sich gefühlt 20 Minuten streckt ohne dass auch nur irgendwas passiert, gleich geht er :lol:. Er hat aber durchgehalten bis zum Ende und fand den Film sogar ganz ok (Mehr hatte ich auch nicht gehofft^^).
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Andreas29
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Andreas29 »

Feamorn hat geschrieben:
26. Jan 2021, 09:11
Meine hohen Noten sitzen, glaube ich, etwas lockerer als bei dir.
Da ich bei Letterboxd alles tracke, was ich bewerte, kann ich das ja sehen. Ich finde ich bewerte im Durchschnitt relativ hoch. Die Bewertung, die ich am meisten vergebe sind 4 Sterne. Ich habe dort auch einige abonniert, die z.B. professionelle Kritiker sind und bei denen ist das oft 2,5 oder 3 Sterne. Ich habe als "unprofessioneller" Kritiker halt den Vorteil, dass ich filtern kann. Ich gucke mir nichts an, wofür ich mich nicht interessiere oder das allgemein schlecht bewertet wird... insbesondere natürlich von den Leuten denen ich vertraue.
Feamorn hat geschrieben:
26. Jan 2021, 09:11
Hm, bezüglich des Finales sehe ich das anders. Ich kannte den Vorgänger damals auch und es ist ja trotzdem nicht ganz klar, was genau draussen abgeht (zumal das ja mit Teil 1 auch nur am Rande zu tun hat), im Grunde weiß man durch das geteilte Universum ja nur, dass da wirklich was ist.
Ja. Und das ist mein Problem. Das Spannende wäre doch eigentlich, ob Howard lügt um einen Vorwand zu haben sie da festzuhalten. Aber dadurch, dass ich weiß, dass das im Cloverfield-Universum spielt, weiß ich ja, dass auf jeden Fall irgendetwas ist. Selbst nach der Szene mit der Frau an der Tür, wo man sieht das draußen etwas nicht stimmt, versuchen sie ja einen noch in die Irre zu führen, indem die Verbrennungen der Chemikalie von Howard genauso aussehen wie die Wunden der Frau. Aber auch das funktioniert ja nicht, weil ich weiß, dass etwas da draußen ist.

Der Film ist nicht schlecht. Ich habe ja schon geschrieben, dass besonders John Goodman das Ding wahnsinnig aufwertet. Aber es wäre für mich ohne den Bezug zu Cloverfield besser gewesen.
Feamorn hat geschrieben:
26. Jan 2021, 09:11
Volle Zustimmung, aber dadurch natürlich am Ende auch 5/5. ;)
Da habe ich halt auch meine Philosophie, dass ein Film mich dafür ganz besonders persönlich berühren muss oder ich eben einen hohen Nostalgiefaktor haben muss.

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Feamorn
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Feamorn »

Andreas29 hat geschrieben:
26. Jan 2021, 10:07
Feamorn hat geschrieben:
26. Jan 2021, 09:11
Meine hohen Noten sitzen, glaube ich, etwas lockerer als bei dir.
Da ich bei Letterboxd alles tracke, was ich bewerte, kann ich das ja sehen. Ich finde ich bewerte im Durchschnitt relativ hoch. Die Bewertung, die ich am meisten vergebe sind 4 Sterne. Ich habe dort auch einige abonniert, die z.B. professionelle Kritiker sind und bei denen ist das oft 2,5 oder 3 Sterne. Ich habe als "unprofessioneller" Kritiker halt den Vorteil, dass ich filtern kann. Ich gucke mir nichts an, wofür ich mich nicht interessiere oder das allgemein schlecht bewertet wird... insbesondere natürlich von den Leuten denen ich vertraue.
Mag auch sein, dass mich der Eindruck da täuschte. Vier ist tatsächlich auch meine meistvergebene Wertung...
Screenshot_20210126-101230~(2).jpg
Screenshot_20210126-101230~(2).jpg (26.17 KiB) 568 mal betrachtet
Feamorn hat geschrieben:
26. Jan 2021, 09:11
Hm, bezüglich des Finales sehe ich das anders. Ich kannte den Vorgänger damals auch und es ist ja trotzdem nicht ganz klar, was genau draussen abgeht (zumal das ja mit Teil 1 auch nur am Rande zu tun hat), im Grunde weiß man durch das geteilte Universum ja nur, dass da wirklich was ist.
Ja. Und das ist mein Problem. Das Spannende wäre doch eigentlich, ob Howard lügt um einen Vorwand zu haben sie da festzuhalten. Aber dadurch, dass ich weiß, dass das im Cloverfield-Universum spielt, weiß ich ja, dass auf jeden Fall irgendetwas ist. Selbst nach der Szene mit der Frau an der Tür, wo man sieht das draußen etwas nicht stimmt, versuchen sie ja einen noch in die Irre zu führen, indem die Verbrennungen der Chemikalie von Howard genauso aussehen wie die Wunden der Frau. Aber auch das funktioniert ja nicht, weil ich weiß, dass etwas da draußen ist.

Der Film ist nicht schlecht. Ich habe ja schon geschrieben, dass besonders John Goodman das Ding wahnsinnig aufwertet. Aber es wäre für mich ohne den Bezug zu Cloverfield besser gewesen.
Unnötig war der Bezug, ja.
Feamorn hat geschrieben:
26. Jan 2021, 09:11
Volle Zustimmung, aber dadurch natürlich am Ende auch 5/5. ;)
Da habe ich halt auch meine Philosophie, dass ein Film mich dafür ganz besonders persönlich berühren muss oder ich eben einen hohen Nostalgiefaktor haben muss.
[/quote]

Bei mir reicht es manchmal schon, wenn das Handwerk mich einfach richtig umhaut (was man ja so gesehen auch als "Berührung" bezeichnen könnte), das ist z.B. bei M der Fall, insbesondere angesichts der Zeitperiode, aus der er stammt.

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Heretic
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Heretic »

Andreas29 hat geschrieben:
26. Jan 2021, 07:07
M - Eine Stadt sucht einen Mörder
In der Tat ein Ausnahmefilm. Sehr empfehlenswert ist auch Das Testament des Dr. Mabuse, den Fritz Lang zwei Jahre später drehte. Der wirkt aufgrund seines Alters heutzutage zwar stellenweise unfreiwillig komisch, ist aber insgesamt ein hochinteressanter, experimenteller Krimi und hat mit den späteren Edgar Wallace-Filmen zum Glück wenig bis nichts gemein.

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bluttrinker13
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von bluttrinker13 »

Ich weiß nur, wie ich am Ende von Cloverfield Lane dachte: Ich will das DER Typ den Half Life Film macht. *träum*

Toller Typ /Dan Trachtenberg), toller Film (ich steh auch auf die Schauspieler), tolle Musik (Bear McCreary). :D :clap: :violin:

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Heretic
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Heretic »

Pandemie

"Pandemie" ist ein südkoreanisches Katastrophen-Drama aus dem Jahr 2013, das den Ausbruch eines hochinfektiösen Vogelgrippe-Virus in einer Stadt unweit von Seoul thematisiert. Warum der Film, dessen Originaltitel übrigens "Gamgi" bzw. "The Flu" lautet, gerade jetzt unter neuem, nicht ganz zutreffenden Namen neu herausgebracht wurde, dürfte wohl klar sein. :roll:

Empfehlen kann ich den Film nicht wirklich. Schon gar nicht, wenn man mit der aktuellen Situation nicht gut klarkommt, denn es wird in der zweiten Filmhälfte ein ausgesprochen düsteres Bild gezeichnet. Dabei gibt's zu Anfang bei der Einführung der meist klischeehaften bis skurrilen Protagonisten sogar etwas Humor. Dabei sticht neben Rettungssanitäter Ji-koo klar ein ziemlich altklug daherredendes kleines Mädchen namens Mirre (in dessen Mutter sich Ji-koo bei einem Rettungseinsatz verguckt hat) als Sympathieträgerin hervor, während die anderen Erwachsenen blass oder gar unsympathisch wirken. Die Geschichte kommt mit zu vielen Baustellen (Seuchenausbruch, politische Querelen, Suche nach einem Impfstoff, Lovestory, Rache-Gedöns, böse Amerikaner) und einigen unglaubwürdigen Wendungen daher. Ich hatte mehrfach das Gefühl, dass dieser Film auch von Roland Emmerich hätte stammen können, denn Krachbumm und Massenpanik gibt's auch reichlich. Auf der anderen Seite gibt's ein paar wirklich harte Szenen, die man in einem Mainstream-Blockbuster normalerweise nicht zu Gesicht kriegt. Interessant und gleichzeitig erschreckend sind auch die vielen Parallelen zur aktuellen Corona-Situation. Da hat Regisseur Kim Seong-su so einiges richtig vorhergesagt, obwohl die Situation im Film natürlich ordentlich eskaliert. Wer noch "Lust" auf die Seuchenthematik hat und dem asiatischen Blockbusterkino nicht abgeneigt ist, kann reinschauen. Für mich war's eher nichts.

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kami
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von kami »

Ich kann The Flu sehr empfehlen, höchst spannend, wenn auch etwas reißerisch. Nicht zu empfehlen ist allerdings die deutsche Synchro, so etwas übles habe ich lange nicht gehört. Unbedingt im O-Ton mit Untertiteln schauen.

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Dr. Zoidberg [np]
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Dr. Zoidberg [np] »

bluttrinker13 hat geschrieben:
26. Jan 2021, 14:06
Ich weiß nur, wie ich am Ende von Cloverfield Lane dachte: Ich will das DER Typ den Half Life Film macht. *träum*

Toller Typ /Dan Trachtenberg), toller Film (ich steh auch auf die Schauspieler), tolle Musik (Bear McCreary). :D :clap: :violin:
Gerüchteweise soll er ja den Portal-Film machen (falls die beiden Filme je kommen) und das wäre so gut, denn immerhin hat er ja seinerzeit schon diesen grandiosen Portal-Kurzfilm gemacht

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Golmo
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Golmo »

Promising Young Woman war der letzte Film den ich gesehen habe.
Ich fand ihn sehr unterhaltsam, in der Mitte zu sehr vorhersehbar und am Ende aber nochmal schön überraschend. Lohnt sich meiner Meiunung nach anzuschauen. Auch wenn ich jetzt nen fiesen Ohrwurm habe... :- )

Andreas29
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Andreas29 »

Pinguin Highway

Aoyama ist Viertklässler, begeistert sich für Naturwissenschaft und ist ein ganz aufgewecktes Kerlchen. Er ist sich dessen auch ganz schön selbst bewusst. Er steht aber auch am Anfang seiner Pubertät und bemerkt, wie ihm die Brüste der Zahnarzthelferin mehr gefallen als die seiner Mutter. In diese Zahnarzthelferin ist er dann auch ziemlich hoffnungslos verknallt. Eines Tages tauchen in der Siedlung jedoch aus heiterem Himmel Pinguine auf. Dem möchte Aoyama natürlich mit einem Freund und einer Mitschülerin auf den Grund gehen. Nach und nach entdecken sie, dass die Zahnarzthelferin etwas mit den Pinguinen zu tun hat und eine komische Wassersphäre auf einer Waldlichtung schwebt.

Wieder mal ein sehr guter Anime. Es wird hier vieles vermischt: Zum einen wäre da natürlich eine Ode an die Wissenschaft, den Forscherdrang und die Neugier. Andererseits natürlich der Übergang vom Kind zum Teenager, das sich langsam für das andere Geschlecht begeistert. Und abgerundet wird das Ganze mit einer ordentlichen Prise an Mystery.
Allein die Idee mit den Pinguinen ist schon so wunderbar verschroben, dass man den Film nur mögen kann. Das ist witzig inszeniert und besonders im letzten Drittel wird es richtig abgefahren. Eine endgültige Erklärung des Ganzen bekommt man aber nicht. Man erfährt das Was und das Wie, aber nicht das Warum. Man kann da die große Interpretationsmaschine anwerfen und ich habe da meinen Ansatz, aber das muss natürlich nicht stimmen.
Am Ende wird es dann noch einmal richtig rührend und tragisch.
Wenn man einen kleinen Vorwurf machen kann, ist es die Lauflänge von 120 Minuten, die man auch hätte knackiger füllen oder verkürzen können.

4 von 5 Sternen

https://letterboxd.com/film/penguin-highway/
Zuletzt geändert von Andreas29 am 28. Jan 2021, 13:44, insgesamt 2-mal geändert.

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bluttrinker13
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von bluttrinker13 »

Dr. Zoidberg [np] hat geschrieben:
28. Jan 2021, 09:30

Gerüchteweise soll er ja den Portal-Film machen (falls die beiden Filme je kommen) und das wäre so gut, denn immerhin hat er ja seinerzeit schon diesen grandiosen Portal-Kurzfilm gemacht
Jup, der is geil. Das Ende von Cloverfield hatte mich auch nur so verdammt genial an die Combine erinnert, weiß auch nicht wieso, aber genau das Feeling dort hätte ich gerne mal als Film.

Yano
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Yano »

One Cut of the Dead

Selten saß ich die erste halbe Stunde so kopfschüttelnd vor einem Film.
Selten saß ich die letzte halbe Stunde so durchgängig grinsend vor einem Film.

Man darf wirklich absolut nichts über den Inhalt wissen und muss den bizarren Anfang durchhalten, die Belohnung am Ende ist enorm.

Eine Liebeserklärung ans Filme machen wie man sie selten gesehen hat.

PS: wie bei allen Japanischen Filmen nimmt die Deutsche Synchro einiges an Qualität, unbedingt im Original gucken.

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Dr. Zoidberg [np]
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Dr. Zoidberg [np] »

bluttrinker13 hat geschrieben:
28. Jan 2021, 11:52
Jup, der is geil. Das Ende von Cloverfield hatte mich auch nur so verdammt genial an die Combine erinnert, weiß auch nicht wieso, aber genau das Feeling dort hätte ich gerne mal als Film.
Es gibt daneben ja auch noch den Half-Life inspirierten Kurzfilm "What's in the box?", der es tatsächlich auch geschafft hat verfilmt zu werden: Kill Switch heißt der Film, ich hab ihn allerdings bisher noch nicht gesehen

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