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Coti86
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Re: Bücher!

Beitrag von Coti86 » 19. Jul 2018, 22:26

SebastianStange hat geschrieben:
21. Jun 2018, 12:22

Aber danke für den Tipp. Der Nachfolger ist bereits gekauft und wartet auf dem Kindle. Aktuell lese ich zumindest - und imho hat Jochen sich bereits durchgearbeitet - die "Three-Body"-Romane von Liu Cixin. Chinesische SciFi! Herrlich seltsam und ging aus unserem nächsten Buch-Goodie hervor, das bereits aufgezeichnet ist und irgendwann mal live gehen wird. Da behandeln wir die Bücher nur am Rande, aber sie sind schon... also, sie lenken mich von Ness ab. Wird aber nachgeholt. Versprochen!
Bist du schon durch? Also ich hab gerade den 2. Teil gehört(seit dem Podcast bin ich auch total rattig auf Hörbücher :D) und bin begeistert. Hab in letzter Zeit sehr viele Sci-Fi Romane verschlungen und auch wenn ich die meisten genossen habe hat mich keines so gefesselt wie diese Reihe. Ich kann nicht mal so genau den Finger drauf legen warum, die Figuren sind alle eher funktionell ausgelegt und kaum ausgearbeitet. In dieser Hinsicht erinnert es mich etwas an den Foundation Zyklus, der auch hauptsächlich "plot-driven" war.

Ich denke was die Faszination für mich ausmacht ist, dass Liu Cixin dieses faszinerende Szenario
SpoilerShow
wie würde die Menschheit reagieren wenn eine technologisch überlegende feindliche Alien Invasionsflotte in ~300 Jahren auf der Erde eintrifft und über jeden Schachzug informiert ist
konsequent und überaus kreativ und logisch aufarbeitet. Ich kam bei so manchen Ideen (Wandschauerblick) so richtig ins Staunen und Schmunzeln.

Mich würde mal sowohl dein als auch Jochens Fazit interessieren, aber wie gesagt, ich bin erst mit dem 2. Teil durch, ich lese/höre Bücher nur auf Deutsch und die Übersetzung des 3. Teils dürfte leider noch etwas auf sich warten lassen :(

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SebastianStange
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Re: Bücher!

Beitrag von SebastianStange » 20. Jul 2018, 10:19

Coti86 hat geschrieben:
19. Jul 2018, 22:26

Bist du schon durch? Also ich hab gerade den 2. Teil gehört(seit dem Podcast bin ich auch total rattig auf Hörbücher :D) und bin begeistert. Hab in letzter Zeit sehr viele Sci-Fi Romane verschlungen und auch wenn ich die meisten genossen habe hat mich keines so gefesselt wie diese Reihe. Ich kann nicht mal so genau den Finger drauf legen warum, die Figuren sind alle eher funktionell ausgelegt und kaum ausgearbeitet. In dieser Hinsicht erinnert es mich etwas an den Foundation Zyklus, der auch hauptsächlich "plot-driven" war.

Mich würde mal sowohl dein als auch Jochens Fazit interessieren, aber wie gesagt, ich bin erst mit dem 2. Teil durch, ich lese/höre Bücher nur auf Deutsch und die Übersetzung des 3. Teils dürfte leider noch etwas auf sich warten lassen :(
Das war ein herrlich wilder Ritt. Sowas habe ich in der Tat noch nie gelesen. Erinnert tatsächlich an die Foundation-Reihe, ist aber weitaus abgedrehter und verspielter mit seinen Ideen. Dafür klaffen diverse Logik-Lücken und alle Beteiligten verhalten sich regelmäßig absolut bescheuert. Man denke an [spoile]die große Freude über das "Geschenk" am Ende von Buch 2[/spoiler]. Lächerlich!

Buch 3 ist dann noch ne ganze Ecke wilder und macht richtig Spaß. Die Dark-Forest-Metapher fand ich super als Grundlage für die Erzählung und ach, der Autor scheibt so herrlich anders. Wie da Geschichten konstruiert sind. Wie immer brav dem Leser die Hierarchien erklärt werden und wie am Ende das Komitee die Tapferkeit oder Schläue einer Person erkennt. Superschräg und sicher in der chinesischen Kultur verwurzelt. Ich dachte mir immer: "Okay, all diese Infos scheinem dem heimischen Rezipienten wichtig zu sein. Wichtiger als natürliche Gespräche oder - Gott bewahre - Andeutungen oder Subtilitäten.

Erwarte am Ende aber keine Auflösung, keine Erklärung aller offenen Fragen. Das Ende passt aber. Teil drei solltest Du dir also auch noch anhören oder lesen.

Cheers,
Sebastian

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toxic_garden
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Re: Bücher!

Beitrag von toxic_garden » 20. Jul 2018, 11:25

ich bin zur Hälfte mit den Kurzgeschichten aus "Apocalypse Marseille" von Andreas Gruber durch und bislang ziemlich unterwältigt. :\
Alles, was bislang vorkommt, ist äußerst berechenbar und in keiner Form so innovativ, wie ich es nach den Rezensionen erwartet hätte. Kennt jemand vielleicht eine bessere Sammlung an SciFi-Kurzgeschichten?
Mein Name ist Guybrush und ich verkaufe diese feinen Lederjacken.

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philoponus
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Re: Bücher!

Beitrag von philoponus » 20. Jul 2018, 14:00

TriBoon hat geschrieben:
15. Jul 2018, 23:32
Ich musste mich an den Schreibstil gewöhnen und hatte desöfteren Flashbacks zu diversen Chinesischen Filmen- die Art wie Liu Cixin schreibt entspricht so oft dem 'Klische' des chinesischen Films, das ich manchmal darüber grinsen musste. Einmal daran gewöhnt und zugelassen, empfand ich den Roman als frisch und neu, zu allem anderen was ich bislang gelesen habe. Hat Spass gemacht. Ich bin sehr gespannt, was ihr im nächsten Podcast darüber erzählen werdet!
Bin jetzt mit dem ersten Teil durch (als englisches Audiobook). Gehen die nächsten Teile der Trilogie so weiter und gibt es da Veränderungen (Tempo, Action etc.).?

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HerrReineke
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Re: Bücher!

Beitrag von HerrReineke » 22. Jul 2018, 11:40

Ich habe gerade tatsächlich das erste Buch für mich dieses Jahr zu Ende gelesen: "Der Unbesiegbare" von Stanislaw Lem. Ein interessantes sci-fi-Werk, dass ich jedoch bisweilen als anstrengend zu lesen empfand. Da ich die beschriebene Welt gleichwohl faszinierend fand bin ich über diese Stellen hinweg und im Ergebnis zwar nicht begeistert aber jedenfalls zufrieden :)

Mal gucken wann ich dieses Jahr wieder zum Lesen komme... Über Vorschläge zu (relativ kurzen, da wenig Zeit) Science-Fiction und Fantasy-Werken würde ich mich freuen :)
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Dicker
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Re: Bücher!

Beitrag von Dicker » 22. Jul 2018, 11:58

HerrReineke hat geschrieben:
22. Jul 2018, 11:40
Ich habe gerade tatsächlich das erste Buch für mich dieses Jahr zu Ende gelesen: "Der Unbesiegbare" von Stanislaw Lem. Ein interessantes sci-fi-Werk, dass ich jedoch bisweilen als anstrengend zu lesen empfand. Da ich die beschriebene Welt gleichwohl faszinierend fand bin ich über diese Stellen hinweg und im Ergebnis zwar nicht begeistert aber jedenfalls zufrieden :)

Mal gucken wann ich dieses Jahr wieder zum Lesen komme... Über Vorschläge zu (relativ kurzen, da wenig Zeit) Science-Fiction und Fantasy-Werken würde ich mich freuen :)
Das Buch hab ich vor einiger Zeit auch gelesen. Lem hat ja generell eine etwas anstrengende, analytische Schreibweise. Aber die Geschichte fand ich irgendwie clever und ich hab es wirklich gerne gelesen.

Aktuell versuche ich mich an The Kite Runner, komme aber einfach nicht ins Buch rein. Hab schon ca. die ersten 100 Seiten gelesen und weiß immer noch nicht, worauf es hinauslaufen soll. Ist vielleicht einfach nichts für mich.

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Haferbrei
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Re: Bücher!

Beitrag von Haferbrei » 22. Jul 2018, 16:23

HerrReineke hat geschrieben:
22. Jul 2018, 11:40
Ich habe gerade tatsächlich das erste Buch für mich dieses Jahr zu Ende gelesen: "Der Unbesiegbare" von Stanislaw Lem. Ein interessantes sci-fi-Werk, dass ich jedoch bisweilen als anstrengend zu lesen empfand. Da ich die beschriebene Welt gleichwohl faszinierend fand bin ich über diese Stellen hinweg und im Ergebnis zwar nicht begeistert aber jedenfalls zufrieden :)

Mal gucken wann ich dieses Jahr wieder zum Lesen komme... Über Vorschläge zu (relativ kurzen, da wenig Zeit) Science-Fiction und Fantasy-Werken würde ich mich freuen :)
Was kurze Fantasywerke angeht, würde ich dir noch "The Emperor's Soul/Die Seele des Königs" von Brandon Sanderson ans Herz legen. Da es eine Novelle ist, ist der Umfang sehr überschaubar. Sandersons Schreibstil gefällt mir außerordentlich gut und er hat wirklich ein Händchen für faszinierende Magiesysteme.

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SebastianStange
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Re: Bücher!

Beitrag von SebastianStange » 22. Jul 2018, 17:16

philoponus hat geschrieben:
20. Jul 2018, 14:00
TriBoon hat geschrieben:
15. Jul 2018, 23:32
Ich musste mich an den Schreibstil gewöhnen und hatte desöfteren Flashbacks zu diversen Chinesischen Filmen- die Art wie Liu Cixin schreibt entspricht so oft dem 'Klische' des chinesischen Films, das ich manchmal darüber grinsen musste. Einmal daran gewöhnt und zugelassen, empfand ich den Roman als frisch und neu, zu allem anderen was ich bislang gelesen habe. Hat Spass gemacht. Ich bin sehr gespannt, was ihr im nächsten Podcast darüber erzählen werdet!
Bin jetzt mit dem ersten Teil durch (als englisches Audiobook). Gehen die nächsten Teile der Trilogie so weiter und gibt es da Veränderungen (Tempo, Action etc.).?
Es passieren deutlich mehr Dinge in Teil 2 und 3. Wirklich Tempo? Naja.. nach wie vor wird sehr viel Exposition von irgendwelchen Leuten vorgebetet und erklärt. Aber im Vergleich zum ersten Teil ist schon deutlich mehr los, größere Zeitsprünge, dramatischere Ereignisse, nach wie vor eigenwilliger Erzählstil.

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HerrReineke
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Re: Bücher!

Beitrag von HerrReineke » 22. Jul 2018, 17:21

Haferbrei hat geschrieben:
22. Jul 2018, 16:23
Was kurze Fantasywerke angeht, würde ich dir noch "The Emperor's Soul/Die Seele des Königs" von Brandon Sanderson ans Herz legen. Da es eine Novelle ist, ist der Umfang sehr überschaubar. Sandersons Schreibstil gefällt mir außerordentlich gut und er hat wirklich ein Händchen für faszinierende Magiesysteme.
Das habe ich tatsächlich letztes (oder vorletztes) Jahr schon gelesen, weil Jochen glaube ich im ersten Bücher-Podcast Sachen von Sanderson empfohlen hat. Kannte ihn vorher nicht, war sehr begeistert und habe das sowie "Sturmklänge" schon durch. Habe hier noch "Elantris" stehen, dass ist mir aber grad eher zu viel :ugly:
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Haferbrei
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Re: Bücher!

Beitrag von Haferbrei » 22. Jul 2018, 17:37

HerrReineke hat geschrieben:
22. Jul 2018, 17:21
Haferbrei hat geschrieben:
22. Jul 2018, 16:23
...
...
Elantris hab ich tatsächlich noch vor mir, aktuell "pflüge" ich mich durch den dritten Stormlight Archive Band "Oath bringer". Im Sommer gehen die dicken Schinken immer ganz gut durch :D
Einige weitere interessante Kurzwerke von ihm gibt es in "Arcanum Unbounded" zusammengestellt. Du würdest aber wohl viel überspringen müssen, falls dich der ganze Cosmere Quatsch nicht interessiert und eine deutsche Veröffentlichung gibt es auch noch nicht.

IceGrin

Re: Bücher!

Beitrag von IceGrin » 23. Jul 2018, 05:40

Wir kinder vom Bahnhof zoo-

Musstet ihr wahrscheinlich alle in der schule lesen, aber ich liebe das buch! Erzählt wird die geschichte von Christiane f wie sie in den 70ern immer weiter in die Drogenszene abrutscht und schließlich bei heroin hängen bleibt. Um sich die sucht finanzieren zu können prostituiert sie sich. Und das mit vierzehn. Der schreibstiel ist der hammer. Der slang der in dem buch benutzt wird, gibt einem das gefühl mitten im jahr 1976 dabei zu sein in einer kultur die man selbst so nicht kennt. Herrlich. Und die unverblümtheit mit der alles erzählt wird lässt einem richtig die Gänsehaut steigen. Muss man mal gelesen haben ^^

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HerrReineke
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Re: Bücher!

Beitrag von HerrReineke » 23. Jul 2018, 08:42

Haferbrei hat geschrieben:
22. Jul 2018, 17:37
Einige weitere interessante Kurzwerke von ihm gibt es in "Arcanum Unbounded" zusammengestellt. Du würdest aber wohl viel überspringen müssen, falls dich der ganze Cosmere Quatsch nicht interessiert und eine deutsche Veröffentlichung gibt es auch noch nicht.
Leider ist für mich eine fehlende deutsche Übersetzung auch ein Ausschlussgrund - ich verstehe es schlicht nicht gut genug um die Feinheiten mitzunehmen und es ist mir dann zu anstrengend :oops:
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Haferbrei
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Re: Bücher!

Beitrag von Haferbrei » 23. Jul 2018, 09:43

HerrReineke hat geschrieben:
23. Jul 2018, 08:42
Haferbrei hat geschrieben:
22. Jul 2018, 17:37
Einige weitere interessante Kurzwerke von ihm gibt es in "Arcanum Unbounded" zusammengestellt. Du würdest aber wohl viel überspringen müssen, falls dich der ganze Cosmere Quatsch nicht interessiert und eine deutsche Veröffentlichung gibt es auch noch nicht.
Leider ist für mich eine fehlende deutsche Übersetzung auch ein Ausschlussgrund - ich verstehe es schlicht nicht gut genug um die Feinheiten mitzunehmen und es ist mir dann zu anstrengend :oops:
Kein Grund zur Scham, ich hab es mir auch über die Jahre erarbeiten müssen, bis es wirklich flüssig lief und das eigentlich primär aus Geldmangel, da ich gerne viel lese, aber zum Teil 15€ oder mehr pro Taschenbuch für mich nicht finanzierbar wären :oops:

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Lurtz
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Re: Bücher!

Beitrag von Lurtz » 25. Jul 2018, 01:47

Beende gerade die Hauptteile der Revelation-Space-Reihe, bin jetzt bei Absolution Gap. Mittlerweile liebe ich die Reihe einfach, auch wenn Chasm City bisher mein absoluter Höhepunkt bleibt. Die Mischung ist einfach so verdammt abgefahren.
Und Nostalgia for Infinity ist schlichtweg der beste Name für ein Raumschiff, ever ;)

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Leonard Zelig
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Re: Bücher!

Beitrag von Leonard Zelig » 25. Jul 2018, 12:56

Hab im Urlaub mal wieder ein bisschen gelesen.

Der Gang vor die Hunde - Erich Kästner

"Der Gang vor die Hunde" ist die ungekürzte Fassung des Romans Fabian. Dieser erschien wegen einiger freizügiger Szenen im Jahr 1931 erst nach einigen Veränderungen. 2013 erschien dann die Fassung die Kästner ursprünglich hätte veröffentlichen wollen.

Es geht in dem Roman um den 32-Jährigen Fabian und um Berlin Ende der 1920er-Jahre. Man kann durchaus Parallelen zur heutigen Zeit ziehen. Fabian und sein Freund sorgen sich um die Zukunft Europas und dass bald die Herrschaft der Dummheit anbrechen würde. Ihr Privat- und Berufsleben ist wenig beständig und von Schicksalsschlägen geprägt. Das Buch liest sich sehr angenehm und ist einfach geschrieben.

Redaktionsschluss - Die Zeit nach der Zeitung - Stefan Schulz

Der ehemalige FAZ-Journalist, Soziologe und Podcaster Stefan Schulz hat ein Buch darüber geschrieben wie die Tageszeitungen in den vergangenen Jahren an Bedeutung verloren haben, wie der digitale Wandel den Journalismus verändert und welche Rolle Google und Facebook dabei spielen. Manche Thesen sind etwas gewagt und weit hergeholt, aber das Buch liefert wichtige Denkanstöße über die aktuellen Veränderungen in unserer Medienlandschaft.
"The whole problem with the world is that fools and fanatics are always so certain of themselves, but wiser people so full of doubts."

www.gamersglobal.de

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tsch
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Re: Bücher!

Beitrag von tsch » 29. Jul 2018, 21:00

Ich hab jetzt zum (glaube ich) ersten Mal eine Buchreihe unterbrochen, weil ich entweder zu dumm bin, ein zu "fauler" Leser, oder der Autor einfach keinen guten Job macht, um seine Welt und deren Begriffe zu erklären. Geht um die Fantasy-Buchreihe The Malazan Book of the Fallen. Hat das jemand gelesen?

Wenn man diversen Umfragen glauben darf, dann gehört die Reihe wohl mit zum Besten was Fantasy so zu bieten hat - was ich teilweise total verstehen kann, aber die Bücher haben mich dann doch einfach nur zu sehr frustriert. Wie bei jedem Englischen Buch habe ich auch dieses in seiner Originalsprache angefangen, da ich vorher nie auch nur ansatzweise Verständnisprobleme hatte. Auch der Geschichte von Malazan kann ich grob gut folgen, allerdings wirft der Autor mit so vielen Begriffen und Charakteren aus seiner Welt um sich und benutzt dann auch noch total unübliche Englische Begriffe, dass ich dann doch irgendwie ins Straucheln geraten bin. Manchmal war ich mir nicht mal mehr sicher, ob das jetzt ein Begriff aus der Welt ist oder nur wieder ein unüblicher Englischer Begriff, den ich mir übersetzen lassen muss.

Das Problem ist gar nicht unbedingt, dass das Englisch zu anspruchsvoll wäre - das verstehe ich im Kontext dann eh - aber dass der Autor anscheinend davon ausgeht, dass man ein Nachschlagewerk für seine Welt immer neben sich hat, während man das Buch liest. Es werden andauernd irgendwelche Völker und Charaktere in den Raum geworden, wo ich keine Ahnung habe, wer das nun überhaupt ist.

Im Vorwort sagt der Autor selbst, dass das kein "lazy book" wäre, aber nun frage ich mich ernsthaft an welcher der 3 Gründe es liegt:

- Hätte ich in Deutsch weniger Probleme? Vielleicht hat da jemand Erfahrungen? Das würde mich tatsächlich sehr interessierne, ob ich switchen sollte...
- Muss ich wirklich andauernd nachschlagen, wovon der Autor gerade spricht? Dann ist das Buch wohl einfach nichts für mich, denn sowas würde mich zu sehr stören...
- Oder gibt es noch mehr Leute, die Probleme mit dem "Schreibstil" dieses Autoren hatten? Dass also Erklärungen für Begriffe, Völker, usw. nicht in die Story eingeflochten sind, sondern einfach andauernd sowas gedroppt wird und man erst auf Dauer eine Idee bekommen soll, wovon gesprochen wird? Oder es selbst nachschlagen soll?

Komplett weglegen werde ich es nicht, aber vorerst habe ich die Reihe auf jeden Fall pausiert. Entweder ich fang dann später noch mal von vorn an, oder ich switche auf Deutsch, wenn das sinnvoll ist.

------

Stattdessen habe ich jetzt das erste Buch der ebenfalls ziemlich hochgehaltenen Fantasy-Reihe Gentlemen Bastards angefangen und da macht mir das Lesen wieder richtig Spaß und ich muss mich nicht fast schon zwingen, dass ich täglich an Malazan weiterlese.. Und auch das Englische ist wieder so verständlich für mich als wäre es Deutsch. Macht einen sehr guten Eindruck bisher, wobei ich auch erst 30% des ersten Buchs gelesen habe.

Coti86
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Re: Bücher!

Beitrag von Coti86 » 31. Jul 2018, 02:42

tsch hat geschrieben:
29. Jul 2018, 21:00
Ich hab jetzt zum (glaube ich) ersten Mal eine Buchreihe unterbrochen, weil ich entweder zu dumm bin, ein zu "fauler" Leser, oder der Autor einfach keinen guten Job macht, um seine Welt und deren Begriffe zu erklären. Geht um die Fantasy-Buchreihe The Malazan Book of the Fallen. Hat das jemand gelesen?
Ja, siehe mein Username, der eine Abwandlung von Cotillion ist ;). Darum versuche ich mal ein wenig auf deine Punkte einzugehen.

Vorneweg: ich habe die Reihe auf Deutsch gelesen und bin noch nicht ganz durch. Ich persönlich halte sie für den besten Fantasy Zyklus den ich jemals gelesen habe. Dennoch würde ich den meisten meiner Freunde eher Bücher wie Eis und Feuer empfehlen, wenn sie mich nach guter Fantasy Literatur fragen. Das hat verschiedene Gründe:

1.: Erikson ist rein sprachlich mE nicht der beste Autor. Er hat einen etwas sperrigen Stil und mMn schafft er es nicht immer das Geschehen adequat und verständlich zu beschreiben. Alles liest sich etwas anstrengender als bei Martin. Das wird aber in späteren Büchern besser, wenn auch hier nie die Qualität von Martin erreicht wird.

2.: Eriksons Stärke ist nicht unbedingt Charakterzeichung bzw. das Erstellen von glaubwürdigen 3 dimensionalen Figuren mit nachvollziehbaren Motiven. Viele seiner Dialoge wirken auch oft recht künstlich, und irgendwie scheint jede 2. Figur ein Hobbyphilosoph zu sein. Auch hier zieht er gegenüber Martin eindeutig den kürzeren.

3.: Man braucht einen laaaangen Atem um die Faszination hinter Malazan auszumachen. Ich hatte wie du erst Probleme der Handlung zu folgen. Erikson wirft einen direkt in seine komplexe Welt hinein, ohne wirklichen Anker(mit Ausnahme des Glossars) und Figuren, die stellvertretend für den Leser Fragen über die Natur der Ereignisse stellen. Erschwerend kommt hinzu, dass der eigentliche Plot des Zyklus erst im (englischen) 3. Band wirklich klar wird. Vieles was du in den ersten beiden Büchern lesen wirst mag dir zunächst unzusammenhängend vorkommen. Schlimm ist auch, dass der Schauplatz im 2. Buch ein völlig neuer Kontinent mit völlig neuen Figuren und einer (scheinbar) völlig anderen Handlung ist.

Ich würde jetzt nicht unbedingt sagen, dass ich mich durch die ersten beiden Bücher(die im deutschen übrigens 3 Bücher sind, da ab dem 2. Buch alle englischen Büch in Deutsch gezweiteilt wurden) gequält habe, aber das Lesen verlangte mir eindeutig mehr Konzentration und guten Willen ab, als das bei anderen Zyklen bisher der Fall war.

Ich hoffe du bist noch bei mir, denn nun kommt der Part in dem ich versuche dir zu vermitteln warum Malazan ein wahrlich einzigartiger Zyklus ist.

Ab dem 3. englischen Band nimmt die Handlung richtig fahrt auf. Viele Dinge, die für dich jetzt noch überhaupt keinen Sinn ergeben werden plötzlich wieder augegriffen und näher vertieft. Du fängst an scheinbar unwichtige Nebenhandlungen aus dem ersten Band unter völlig neuen Gesichtspunkten zu verstehen. Du siehst, wie sich vor dir ein Mosaik aus einer verzahnten, verschachelten Handlung in einer Welt mit einer Geschichte, die sich über Millionen von Jahren erstreckt und einem bis ins kleinste Detail durchkomponierten Magiesystem aufbaut. Erikson hat 10 Jahre die Welt von Malazan und die Handlung entwickelt, bevor er überhaupt den ersten Band veröffentlicht hat und jedes Buch ist sowas wie eine kleine Taschenlampe mit der du versuchst dieses gigantische Gebilde und deren Zusammenhänge zu verstehen. Und für viele Fragen, die dir im Laufe der Handlung beantwortet werden, tauchen auch gleich wieder ganz neue auf. Denn niemand hat die Informationshoheit, alles sind immer nur Perspektiven. Vieles was zunächst von einer Figur als Fakt dargelegt wird, ist vl nur ein Teil eines viel größeren Puzzles. I

Ich will das hier nochmal in 3 Punkte aufteilen um die Stäken von Malazan zu verdeutlichen:

1.: die eigentliche Haupthandlung: ich habe noch nie ein Buch gelesen, das mehrere Fäden so elegant und gekonnt kumulieren lässt wie Malazan. Wie sich verschiedene Handlungsstränge langsam aufbauen und letztlich in Konvergenzen von mächtigen Entitäten enden und Kräfte entfesselt und Tragödien geschmiedet werden ist mE beispiellos. Malazan verdient eindeutig das Prädikat "episch"! Es hilft sicher, wenn man so wie ich eine gewisse Schwäche für Gigantismus hat :D(was immer ich damit kompensieren mag). Dabei hatte ich aber nie das Gefühl, dass die Welt und ihre Figuren nicht ausbalanciert sind. Macht zieht Macht an, es herrscht sowas wie ein kalter Krieg zwischen den Göttern und erst gewisse Ereignisse führen zu gewissen Aktionen die wiederum Gegenreaktionen die das Gleichgewicht des Schreckens durcheinander bringen.

2.: die Welt: die Welt von Malazan ist reich an Geschichte. In der Gegenwart des 1. Bandes sind bereits dutzende Imperien von verschiedenen Rassen auferstanden und vernichtet worden. Manche dieser Rassen wirst du im Laufe des Zyklus noch viel besser kennenlernen, andere hingegen bleiben nur ein Mythos. Du wirst Erzählungen von Ereignissen hören die Tausende Jahre zurückliegen nur um plötzlich ein paar Bücher später Zeuge dieser einschneidenden Entwicklungen zu werden. Denn die Geschichte existiert dort nicht in einem Vakuum sondern hat teils gravierende Auswirkungen auf die gegenwärtige Handlung. Und auch hier gilt: niemand der Protagonisten hat Informationshoheit. Oftmals liegt es an dir dem Leser das Puzzle aus Bruchstücken an Informationen zusammenzusetzen Diese Tiefe und das Gefühl, dass man in eine Welt geworfen wird, die man ergründen kann machen einen großen Reiz der Reihe aus.

3.: das Magiesystem: mindestens genauso komplex und schwer zu durchdringen ist das Magiesystem. Es gibt Gründe warum Magie so funktioniert wie sie funktioniert und dir als Leser obliegt es dies Schritt für Schritt besser zu verstehen. Die Geschichte des Magiesystem ist nämlich eng mit der Geschichte der Haupthandlung verknüpft. Du wirst lernen, dass Magie vor Hundertausend Jahren ganz anders funktioniert hat, du wirst lernen, dass auf entfernten vergessenen Kontinenten Magie ganz anders funktioniert und du wirst die GRÜNDE dafür lernen. Und was passiert eigentlich, wenn plötzlich Imperien aufeinander prallen, die zuvor nie voneinander gehört haben und deren Magiegrundlage eine völlig andere ist?
Ich habe mich beim Lesen teilweise wie ein Naturwissenschafter gefühlt der versucht dieses eigenartige, auf den ersten Blick wirre Zeugs zu verstehen. Erikson hat wirklich viel, viel Zeit damit verbracht dieses System auszuarbeiten und ich kenne keinen Zyklus und keine Sci Fi Literatur die ähnliches bei ihren Innovationen auch nur im Ansatz vollbracht hat.

So, ich hoffe ich konnte dir die Faszination von Erkison etwas näher bringen. Ich weiß, dass diese Art von Fantasy nicht für jeden etwas ist. Denn dort wo Eriskon schlecht ist mE teilweise sehr schlecht, aber dort wo er gut ist, ist er grandios! Je nachdem wo man selbst seine eigenen Prioritäten bei Geschichten sieht findet man die Reihe entweder großartig oder zäh.
Zuletzt geändert von Coti86 am 1. Aug 2018, 23:21, insgesamt 1-mal geändert.

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tsch
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Re: Bücher!

Beitrag von tsch » 31. Jul 2018, 18:13

Hui, danke für die ausführliche Beschreibung, auf die ich jetzt gar nicht so genau eingehen kann ;). Sie gibt mir auf jeden Fall dann doch wieder ein bisschen mehr Motivation, es bald wieder neu zu probieren.

Komplett weglegen wollte ich es, wie gesagt, ja eh nicht, aber gerade fehlt mir einfach die Motivation. Wie du dir vielleicht denken kannst, war ich gerade in der Mitte von Buch 2 und auch wenn ich andauernd gelesen habe, dass es auf Dauer ja noch total toll werden soll, so hatte ich eher das Gefühl, dass ich die ganzen kleinen Aspekte gar nicht richtig aufnehmen kann. Ich könnte es später also gar nicht zu schätzen wissen, wenn es dann richtig grandios "aufgelöst" und in einen Kontext gebracht wird.

Nachdem ich nun dann doch schon einige Fantasy-Reihen gelesen habe, so konnte ich mir irgendwie nicht vorstellen, dass mich ein Buch dann doch noch irgendwie zu verwirren kann. Für zu casual halte ich mich eigentlich nicht, weil ich jeden Tag weiterlese, aber ich bin eben auch nicht der Typ, der andauernd nachschlagen möchte, was jetzt noch Volk X oder Begriff Y ist. Da bin ich wahrscheinlich einfach schon zu sehr gewohnt, dass Autoren das perfekt in ihre Story integrieren und man gar nicht merkt, wie man gerade richtig viel über diese Welt lernt - Brandon Sanderson, der hier eh schon genannt wurde, ist da sicherlich als einer der Großmeister zu nennen.

Edward van
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Re: Bücher!

Beitrag von Edward van » 1. Aug 2018, 00:14

Die Malaza Bücher klingen wirklich interessant, wenn es mir mein Kind nto wieder erlaubt, werde ich mir den ersten Band mal zu Gemüte führen; hoffentlich habe ich dann endlich wieder eine Fantasybuchreihe, die ich wieder verfolgen kann.

Um mal etwas klassischeres hier in den Topf zu werfen, erwähne ich mal „84 Charing Cross Road“ von Helene Hanff. Das aus Briefen bestehende Buch beginnt mit einem Schreiben Helene Hanffs an die Buchhandlung in der 84 Charing Cross Road in London, weil sie dort alte Bücher bestellen möchte. Mit diesem Schreiben beginnt eine Jahrzehnte andauernde und immer intimer werdende Korrespondenz zwischen Hanff, dem Betreiber der Buchhandlung Feank Diel, deren Angestellten und den Familienangehörigen. Man erlebt die Komplikationen des frühen Nachkriegsenglands mit Lebensmittelrationierungen und Helene Hanffs Kampf, als nicht erfolgreiche Schriftstellerin und Drehbuchautorin über über die Runden zu kommen.
Und ja, dies mag die nahezu gesamte „Handlung“ sein, aber das ist eher nebensächlich, vordergründig geht es um das selber erleben, indem man die Briefe liest und die Personen darin kennenlernt.

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Bonny
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Re: Bücher!

Beitrag von Bonny » 1. Aug 2018, 15:21

Ich lese momentan "Der Märchenerzähler" von Antonia Michaelis. Bisher bin ich sehr begeistert von dem Buch, denn die Autorin hat wirklich einen ganz ganz tollen und außergewöhnlichen Schreibstil. Seit ich damals so beeindruckt von ihrem "Der letzte Regen" war, musste ich auch dieses Buch haben.
Nichts zu tun ist besser als mit viel Mühe nichts zu schaffen.

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