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Coti86
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Re: Bücher!

Beitrag von Coti86 »

tsch hat geschrieben:
31. Jul 2018, 18:13
Hui, danke für die ausführliche Beschreibung, auf die ich jetzt gar nicht so genau eingehen kann ;). Sie gibt mir auf jeden Fall dann doch wieder ein bisschen mehr Motivation, es bald wieder neu zu probieren.
Gern geschehen. Ich hoffe ich habe dich mit diesem Wall of text nicht ähnlich erschlagen wie Erikson ;). Ich wollte nur so gut es die Stärken von Malazan herausarbeiten ohne aber die offensichtlichen Schwächen zu ignorieren.
Komplett weglegen wollte ich es, wie gesagt, ja eh nicht, aber gerade fehlt mir einfach die Motivation. Wie du dir vielleicht denken kannst, war ich gerade in der Mitte von Buch 2
Also wenn du bereits in der Mitte von Band 2 bist, kann ich dir nur wärmsten empfehlen dran zu bleiben. Für mich war Teil 2 der frustrierenste Band, es gab da rückblickend ganze Kapitel die ich fast gar nicht verstanden habe. Aber: es wird im Laufe des Buchs besser. Und ich kann dich dann auch wirklich beruhigen: bereits die ersten 100 Seiten des 3. Bands sind äußerst spannend. Vieles wird dann auch direkt verständlicher und du wirst auch gar keine Probleme haben der Handlung zu folgen, selbst wenn du nicht alle Details der ersten beiden Bücher im Kopf hast. Das ist auch unmöglich bei Malazan, macht dir da keinen Kopf! Umgekehrt wirst du selten einen Zyklus finden wo ein Reread dermaßen befriedigend ist.

Wie gesagt: gib zumindest den ersten 100 Seiten des 3. Bandes eine Chance. Da ist dann erstmals richtige Erntezeit und mE ist der 3. Band auch einer der besten(aber beiweitem nicht DER beste ;) ). Wenn es dich dann noch immer nicht so richtig packt dann ist die ganze Reihe wohl für dich nicht der Mühe wert. Ich kann mich erinnern wie ich Band 3 innerhalb von wenigen Tagen verschlungen habe, nachdem es bei mir bei Band 1/2 ähnlich war wie bei dir.
und auch wenn ich andauernd gelesen habe, dass es auf Dauer ja noch total toll werden soll, so hatte ich eher das Gefühl, dass ich die ganzen kleinen Aspekte gar nicht richtig aufnehmen kann.
Wie gesagt, stress dich deswegen nicht, das kann niemand mit einem normal funktionierendem Hirn :D.
Ich könnte es später also gar nicht zu schätzen wissen, wenn es dann richtig grandios "aufgelöst" und in einen Kontext gebracht wird.
Es geht da eher um gewisse Feinheiten der Handlung. Der Haupthandlung wirst du auch folgen können wenn du vieles nicht verstanden oder vegessen hast. Das ist wirklich nicht so schlimm.
Nachdem ich nun dann doch schon einige Fantasy-Reihen gelesen habe, so konnte ich mir irgendwie nicht vorstellen, dass mich ein Buch dann doch noch irgendwie zu verwirren kann.
Haha, ja bei mir war das bei Malazan ähnlich. Mir half, dass ich mich hin und wieder im deutschprachigen F'orum ausgetauscht habe. Übrigens war da früher auch der Übersetzer der Reihe aktiv und hat ein paar interessante Einblicke in sein Handwerk geliefert.
Für zu casual halte ich mich eigentlich nicht, weil ich jeden Tag weiterlese, aber ich bin eben auch nicht der Typ, der andauernd nachschlagen möchte, was jetzt noch Volk X oder Begriff Y ist.
Also ab und zu wirst du wohl oder übel im Glossar nachschlagen müssen, aber du wirst sehen, dass du mit der Zeit vieles ganz automatisch aufgenommen hast.
Es ist in Malazan mE auch überhaupt nicht möglich, die Erklärungen innerhalb der Welt für den Leser anfangs schön und subtil aufzuschlüsseln, da die Welt viel zu komplex ist, du würdest die eigentliche Handlung nicht voranbringen können und weiters - und fast noch wichtiger - haben die meisten Protagonisten nicht viel mehr Ahnung wie du. Die Frage z.Bsp was genau die Gewirre(ich weiß den englischen Ausdruck nicht, also der Ort von dem manche Magier ihre Kräfte beziehen und die man auch bereisen kann) sind ist auch innerhalb der Welt von Malazan extrem strittig und die Antwort auf die Frage ist für die Haupthandlung wichtig! Du kannst das dem Leser direkt zu anfang nicht einfach so erklären.

So hoffe ich konnte dir die Reihe nochmal etwas näher bringen :)

Edit: ahja ich kann mir bei Malazan wirklich vorstellen, dass du enorm davon profitieren würdest, wenn du den Zyklus auf Deutsch liest. Die Übersetzung ist mE wirklich nicht schlecht. Allerdings muss du dich dann halt an etwas andere Namen gewöhnen :D

TriBoon
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Re: Bücher!

Beitrag von TriBoon »

philoponus hat geschrieben:
20. Jul 2018, 14:00
TriBoon hat geschrieben:
15. Jul 2018, 23:32
Ich musste mich an den Schreibstil gewöhnen und hatte desöfteren Flashbacks zu diversen Chinesischen Filmen- die Art wie Liu Cixin schreibt entspricht so oft dem 'Klische' des chinesischen Films, das ich manchmal darüber grinsen musste. Einmal daran gewöhnt und zugelassen, empfand ich den Roman als frisch und neu, zu allem anderen was ich bislang gelesen habe. Hat Spass gemacht. Ich bin sehr gespannt, was ihr im nächsten Podcast darüber erzählen werdet!
Bin jetzt mit dem ersten Teil durch (als englisches Audiobook). Gehen die nächsten Teile der Trilogie so weiter und gibt es da Veränderungen (Tempo, Action etc.).?
Ich bin mit dem zweiten Teil auch durch und dieser ist vom Stil her gleich. Konsequent weitererzählt mit vielen guten Ideen- und viel, nun... Eigenwille... 😁
Ich freue mich auf jeden Fall auf den dritten Teil. Hoffentlich geht das übersetzen schnell 🤗
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TriBoon
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Re: Bücher!

Beitrag von TriBoon »

Mal eine Frage in die Runde: ich wollte mir für den Kindle das eBook ‚the knife of never letting go‘ von Patrick Ness besorgen und kann es nicht auf dem Kindle kaufen... nur eine Leseprobe runterladen. Wie (zum Kuckuck) habt ihr den für den Kindle bekommen???

Gruss
Tri
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Haferbrei
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Re: Bücher!

Beitrag von Haferbrei »

TriBoon hat geschrieben:
6. Aug 2018, 00:23
Mal eine Frage in die Runde: ich wollte mir für den Kindle das eBook ‚the knife of never letting go‘ von Patrick Ness besorgen und kann es nicht auf dem Kindle kaufen... nur eine Leseprobe runterladen. Wie (zum Kuckuck) habt ihr den für den Kindle bekommen???

Gruss
Tri
Versuchst du das Buch direkt vom Kindle aus zu kaufen? Die Amazon App und die PC Website bieten mir zumindest die normale 1-Click Kaufoption für 4,47€.

Edit: Habe gerade auch den internen Shop des Kindle prüfen können, auch da finde ich die Kaufoption. Steht möglicherweise noch ein Softwareupdate aus auf deinem Gerät?

TriBoon
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Re: Bücher!

Beitrag von TriBoon »

Ah, sowas... ich hab es gestern auf der Amazon Website versucht zu kaufen. Das ging nicht. Eine Kindle-Version wurde zwar angegeben, aber nur als Leseprobe. Direkt über den Kindle -> kein Problem... verstehe das wer will o.O

Danke Dir, Haferbrei :)

Gruss
Tri
Ich hasse Leute die mitten im Satz

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mausdoadschmatza
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Re: Bücher!

Beitrag von mausdoadschmatza »

Star Wars: Thrawn: Alliances

Die Fortsetzung von Timothy Zahns Reboot seiner Thrawn Reihe ist diesmal weniger mit der Vorgeschichte der Rebels Animationsserie verwoben, sondern behandelt das Verhältnis von Thrawn und Vader. Im Auftrag des Imperators müssen beide zusammenarbeiten und einer Störung am Rande der Galaxie auf den Grund gehen. Dabei stellt Vader wiederholt Thrawns Loyalität und Methoden in Frage und verzweifelt daran dessen Gedanken zu lesen.

Die Handlung wird in zwei Zeitebenen vorangetrieben. Zum einen Vader und Thrawn während des Imperiums und zum anderen während der Klon-Kriege, als Anakin Skywalker Padme sucht und dabei auf Thrawn trifft, mit der er zeitweise zusammenarbeitet. Hierbei zeigen sich die unterschiedlichen Charaktere der beiden. Thrawn ist schon damals der aufmerksame Stratege und auch bei Anakin zeichnet sich sein leicht impulsives auf pure Kraft setzendes Wesen ab, das sich später in Vader manifestiert.

Das Buch erreicht nicht ganz die Qualität seines Vorgängers. Dafür ist die Handlung zu bedeutungslos. Während im Vorgänger noch der Aufstieg von mehreren Charakteren entgegen vieler Widerstände behandelt wird entsteht hier die Spannung primär aus dem Zusammenspiel von Vader und Thrawn. Ersterer geht gerne mit brutaler Gewalt vor, während "Sherlock" Thrawn wieder unterkühlt die Lage analysiert und mit cleveren Taktiken agiert. Das ist kurzweilig geschrieben, aber es fehlt ein Antagonist oder eine große Enthüllung zum Schluss. So wirkt es wie die Doppelfolge eines Procedurals, nice to have aber ohne die Protagonisten auch relativ belanglos. Hoffentlich bekommt das nächste Buch wieder mehr Fallhöhe.

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limericks
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Registriert: 17. Mai 2017, 13:18

Re: Bücher!

Beitrag von limericks »

Da Jochen so von "The Lies of Locke Lamora" von Scott Lynch geschwärmt hat (wenn ich mich richtig erinnere fielen die Worte "Jeder Mensch sollte es gelesen haben!" :D ), bin ich der Empfehlung gefolgt und kann mich dem Lob nur anschließen. Obwohl Sebastian im Podcast schon recht hat: der Szenenwechsel wenns spannend wird gilt zwar allgemein als etablierte Erzählstruktur, wird aber so inflationär angewendet dass es mir auf den ersten 200 Seiten schwer fiel, nicht das Interesse zur verlieren. Es hat sich am Ende aber definitiv gelohnt. Sehr schön geschrieben und wirklich originell.

Wie siehts denn mit den Nachfolgebänden aus? Ich werds vermutlich eh lesen, aber vielleicht kann ja jemand ein paar Worte dazu sagen ob die Geschichte um Locke auf diesem Niveau weitererzählt wird?

akill0816
Beiträge: 221
Registriert: 29. Feb 2016, 15:58

Re: Bücher!

Beitrag von akill0816 »

limericks hat geschrieben:
10. Aug 2018, 17:15
Da Jochen so von "The Lies of Locke Lamora" von Scott Lynch geschwärmt hat (wenn ich mich richtig erinnere fielen die Worte "Jeder Mensch sollte es gelesen haben!" :D ), bin ich der Empfehlung gefolgt und kann mich dem Lob nur anschließen. Obwohl Sebastian im Podcast schon recht hat: der Szenenwechsel wenns spannend wird gilt zwar allgemein als etablierte Erzählstruktur, wird aber so inflationär angewendet dass es mir auf den ersten 200 Seiten schwer fiel, nicht das Interesse zur verlieren. Es hat sich am Ende aber definitiv gelohnt. Sehr schön geschrieben und wirklich originell.

Wie siehts denn mit den Nachfolgebänden aus? Ich werds vermutlich eh lesen, aber vielleicht kann ja jemand ein paar Worte dazu sagen ob die Geschichte um Locke auf diesem Niveau weitererzählt wird?
Ich finde beide Nachfolgebände wesentlich schwächer.

Die Geschichte verliert in Band 2 für mich an Glaubwürdigkeit, weil Lynch zu viele Gefahren für die Helden aufbaut. Außerdem verwebt Band 2 zwei Plots (einen Casinoplot und einen Piratenplot) zu einer Geschichte wobei der Eindruck entsteht, dass Lynch unbedingt über Piraten schreiben wollte und ihm das mitten im Schreiben der Casinogeschichte eingefallen ist sodass er spontan beschlossen hat beides zu verbinden. Band 2 ist allerdings hinsichtlich Ton und Plotgetriebenheit der Geschichte durchaus mit Teil 1 vergleichbar, wenn auch für mich deutlich schlechter. Die Rahmenhandlung inklusive Rückblenden spielt eine untergeordnete Rolle. Wenn du Piratengeschichten magst, ist das für den Roman sicher von Vorteil.

Band 3 ist dann sehr seltsam. Dort greift Lynch den Plot von Band 1 stärker auf und er vertieft die Beziehung zu Sabatha (wieder mit sehr ausführlichen Rückblenden). Leider ist der eigentliche Handlungsplot ziemlich missraten. Lynch baut eine Politikstory auf, die für mich nicht funktioniert (und sehr amerikanisch angelegt ist). Die Gegenwartshandlung ist weder besonders spannend noch besonders logisch. Allerdings bringt das Ende einen ziemlichen Knall und lässt einen Ausblick auf die weitere Richtung der Geschichte zu.
Soweit ich weiß hat Lynch sieben Bände geplant und am Ende von Teil 3 ahnt man worauf die Geschicht rausläuft. Trotzdem ist Teil 3 als Einzelbuch wenig empfehlenswert und die Politstory ist einer der schwächsten Fantasypolitgeschichten, die ich bisher gelesen habe. Allerdings ist der Vergangenheitspart (ca 40 %) recht nett auch wenn ich persönlich Teen-Charaktere und coming-of-age Szenarien nicht wirklich gern lese.

Der neue Band ist nach ewigen Verschiebungen wohl mitlerweile recht weit fortgeschritten und wird darüber entscheiden ob ich die Reihe weiterlese. Teil 1 ist für mich (und soweit ich das überblicken kann für die meisten Fans jedenfalls auf Reddit) der mit Abstand stärkste Teil der Reihe bisher.

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Hegelkant
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Re: Bücher!

Beitrag von Hegelkant »

Unbedingte Empfehlung für Nerds: "Flatland" von Edwin Abbott Abbott. Ein Science-Fiction-Roman von 1884, der in einer anderen Dimension spielt, nämlich in einer *zwei*dimensionalen Welt. Die Personen, aber auch Häuser, Gegenstände usw. sind zweidimensionale Objekte (Dreiecke, Quadrate, ...), die sich in der Ebene bewegen. Der Ich-Erzähler ist ein Quadrat. Ich will nicht groß spoilern, aber ich habe selten einen so innovativen Roman gelesen, und das Ende regt zum Nachdenken an.

Hinweis: es gibt mehrere deutsche Fassungen ("Flächenland"), hier genau hinschauen! Die sind teilweise mies übersetzt oder haben eine richtig üble Typographie (das erste Mal, dass ich ein Buch wegen der Typographie nicht weiterlesen konnte).

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toxic_garden
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Re: Bücher!

Beitrag von toxic_garden »

Hegelkant hat geschrieben:
14. Aug 2018, 01:34
Unbedingte Empfehlung für Nerds: "Flatland" von Edwin Abbott Abbott. Ein Science-Fiction-Roman von 1884, der in einer anderen Dimension spielt, nämlich in einer *zwei*dimensionalen Welt. Die Personen, aber auch Häuser, Gegenstände usw. sind zweidimensionale Objekte (Dreiecke, Quadrate, ...), die sich in der Ebene bewegen. Der Ich-Erzähler ist ein Quadrat. Ich will nicht groß spoilern, aber ich habe selten einen so innovativen Roman gelesen, und das Ende regt zum Nachdenken an.

Hinweis: es gibt mehrere deutsche Fassungen ("Flächenland"), hier genau hinschauen! Die sind teilweise mies übersetzt oder haben eine richtig üble Typographie (das erste Mal, dass ich ein Buch wegen der Typographie nicht weiterlesen konnte).
klingt ziemlich cool. Kannst du denn eine gute Übersetzung empfehlen? Oder ist das Original da Pflicht?
Mein Name ist Guybrush und ich verkaufe diese feinen Lederjacken.

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Hegelkant
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Re: Bücher!

Beitrag von Hegelkant »

Ich habe es am Ende im Original gelesen, es stellte sich auch für Nicht-Muttersprachler als gut lesbar heraus. :)

Von der gebundenen deutschen Fassung von 1999 (übersetzt von J. Kalka) würde ich abraten; das war die Ausgabe, die ich abgebrochen habe.
Die Taschenbuch-Ausgabe von 2009 (übersetzt von A. Kaehler) scheint ganz gut zu sein, soweit ich das auf die Schnelle einschätzen kann.
Ganz mies ist die Kindle-Ausgabe, die eingescannt ist, wodurch lauter haarsträubende Fehler entstanden sind (z.B. statt "moralischen" steht da "moralisehen").

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Dicker
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Re: Bücher!

Beitrag von Dicker »

Die drei Sonnen (=the three body problem, der viel schönere Titel)
Es beginnt langsam und erzählt Geschichten, die erstmal zusammenhangslos dastehen, später war Sinn ergeben. Das haben viele Bücher schon getan, hier ist es Mittel zum Zweck. Was mich an dem Buch fasziniert hat, sind die Ideen des Autors, die einem irgendwann das namensgebende Problem näher bringen. Leider ist das Ende etwas schwächer als der Rest des Buches, es kommt einem fast etwas lieblos vor.

Ich habe trotzdem direkt den 2. Teil gekauft.

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Haferbrei
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Re: Bücher!

Beitrag von Haferbrei »

Nachdem ich endlich mit Sandersons "Oathbringer" durch bin (großartiges Fantasywerk, detailliertes World building, schöne Entwicklung der Charaktere, faszinierendes Magiesystem), habe ich nun die ersten Seiten von "Götterpfade" gelesen. Ist das Erstlingswerk von einem gewissen Julian Kappler und war letztens mit den two Nachfolgern in einer Promoaktion für lau zu haben. Bisher vermittelt das ganze den Eindruck, als würde mir Maurice Weber ein dürftig geschriebenes D&D-Szenario vorlesen.

Vielleicht tu ich dem Herrn da auch etwas Unrecht, da ich sein Erstlingswerk direkt im Anschluss an ein 1200 Seiten Epos eines gestandenen Autors lese. Laut einigen Aussagen soll im weiteren Verlauf aber noch ein durchaus interessantes Konzept von Interaktion mit den Göttern folgen, ich bleibe also erstmal dran.

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Lurtz
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Re: Bücher!

Beitrag von Lurtz »

Absolution Gap

Oh my gawd! Als für sich stehendes Buch fand ich es ziemlich gut, als Abschluss des Zyklus ist es katastrophal :ugly:
Praktisch jeder spannende Plot und Charakter wird gleich zu Beginn des Buches getötet, um eine völlig andere Geschichte erzählen, die letztlich ohne das Eingreifen der "Heldentruppe" genauso verlaufen wäre, um dann den gesamten Handlungsbogen im Epilog durch eine Deus Ex Machina zu beenden. Wow :slowclap:

Dennoch, das Universum bleibt sehr cool. Ich denke ich werde noch die beiden Kurzgeschichtenbände und möglicherweise auch die Prefect-Reihe lesen. Bisher bleibt Chasm City klar mein Favorit aus der Reihe.

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bluttrinker13
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Re: Bücher!

Beitrag von bluttrinker13 »

Ich habe gerade "Der Monstrumologe und das Drachenei" von Rick Yancey abgeschlossen.

Das ist der vierte Band einer vierteiligen Horror-Reihe um den Monstrumologen Dr. Pellinore Warthrop und seinen minderjährigen Helfershelfer Will Henry. Die Reihe spielt im 19. Jhd. in den USA und ist ein wenig als auf Tagebüchern basierende "Mockumentary" angelegt (der Autor behauptet die Fiktion als reale Aufzeichnung).

Ich finde sie exzellent, wenn man Horror mag. Grundlegend mag es um die Jagd auf Monster gehen (Monstrumologie als Zweig "abnormaler Biologie") aber eigentlich geht es primär wie üblich um die Abgründe der Seele und vor allem um die sehr interessante, teils kameradschaftliche, teils komplett dysfunktionale Beziehung zwischen Dr. Warthrop und seinem Schützling. Warthrop ist dabei sehr stark an Sherlock Holmes angelehnt, aber deutlich düsterer und skrupelloser. Will Henry ist wiederum der junge, anfangs noch unschuldige Protagonist, aus dessen Sicht wir alles erfahren. Die Geschichte verläuft tragisch, und teilweise sind auch recht harte Geschehnisse drin (Horror halt). Aber ich habe es bis zum Ende sehr genossen, vor allem auch durch den schönen Stil des Autors. :violin:

Empfehlung!

Erster Band: https://www.amazon.de/Monstrumologe-Ric ... FQX68N10KF
(obwohl der noch recht monsterbezogen und straightforward ist, die übrigen sind deutlich abgefuckter und besser) :mrgreen:

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Dicker
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Re: Bücher!

Beitrag von Dicker »

Der Dunkle Wald:
Bin mit Teil 2 des Three Body Problems durch, mMn besser als Teil 1, aufgrund der wunderbaren Ideen für die Zukunft. Leider ist das Ende eher solala, keine Ahnung, was ich davon halten soll. Einerseits unerwartet und konsequent, andererseits so naiv und unlogisch, dass ich jetzt wirklich auf Teil 3 gespannt bin, der aber erst im April 2019 erscheint.
Mein erstes Buch von einem chinisischen Autor und bei vielen Dinge hab ich mich gefragt, ist das typisch chinesisch, oder einfach nur typisch der Autor. Er erinnert mich positiv an Stanislav Lem, der auch mehr Wert auf seine Welt und Ideen, als auf Personen und Zwischenmenschliches gelegt hat. Fühlt sich bei Zeiten wie eine Chronologie und weniger wie ein Roman an.

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Re: Bücher!

Beitrag von IpsilonZ »

Wegen Bloodborne wage ich mich jetzt auch mal wieder an Lovecraft ran und hab mir die Kindle Version von "The Complete Fiction of H.P. Lovecraft (Knickerbocker Classics)" für 8,50 € geholt. Wie konnte ich da nein sagen? ...selbst wenns ne Mogelpackung sein sollte und am Ende sich herausstellt, dass Geschichten fehlen...

Ich hatte mich vor Ewigkeiten mal an Lovecraft gewagt und fands teilweise sehr cool, hab mich aber auch immer wieder dabei erwischt mich innerlich über seine ausufernde Art Dinge zu beschreiben etwas lustig zu machen. Aber da ich gerade so drin bin und ja auch gute Erinnerungen habe, will ich ihm gerne noch einmal eine Chance geben.
Also stürze ich mich jetzt in die "unaussprechlichen" und "unheiligen" Schrecken von H.P. Lovecraft. :D

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SebastianStange
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Re: Bücher!

Beitrag von SebastianStange »

goschi hat geschrieben:
21. Sep 2018, 09:27
Als Hörbuch-Version, aber trotzdem ein Buch:

Allmen und die Libellen von Martin Suter

[...}

Ich werde nun wohl weitere Suter-Romane lesen/hören müssen, aber ich glaube ich verstehe jetzt, wieso der Autor so gelobt wird.

Oh Mann, Suter fetzt! Den lese ich immer sehr gerne. Ganz dringend ans Herz kann ich Dir "Ein perfekter Freund", "Der Koch" und "Die dunkle Seite des Mondes" Insbesondere das erste ist einfach eine Geschichte mit ner wunderbaren Sogwirkung.

Die Allmen-Reihe mag ich auch, aber die größeren Romane von Suter sind imho besser. Oh und ach... ein neuer Allmen ist auch raus. Aber 20 Euro für das kleione Büchlein? Da muss ich wohl warten.

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SebastianStange
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Re: Bücher!

Beitrag von SebastianStange »

bluttrinker13 hat geschrieben:
29. Aug 2018, 22:57
Ich habe gerade "Der Monstrumologe und das Drachenei" von Rick Yancey abgeschlossen.

[...] Empfehlung!

Erster Band: https://www.amazon.de/Monstrumologe-Ric ... FQX68N10KF
(obwohl der noch recht monsterbezogen und straightforward ist, die übrigen sind deutlich abgefuckter und besser) :mrgreen:
Oh, das klingt nach einem tollen "pallet cleanser" nach all der SciFi die letzten Monate. Kann man auch direkt mit den eher abgefuckten Bänden einsteigen? Oder sollte man mit Band 1 beginnen?

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SebastianStange
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Re: Bücher!

Beitrag von SebastianStange »

Ich habe übrigens gerade Mord im Labyrinth: Kriminalfälle des Richters Di vom niederländischen Autor Robert van Gulik gelesen. Und zwar im englischsprachigen Original "The Chinese Maze Murders".

Die Richter-Di-Romane sind herrlich schräg. Der Autor hat sie ab 1950 geschrieben, und zwar zunächst in Chinesisch, weil er selbst in Asien aufwuchs und dort diplomatisch tätig war. Dabei stieß er auf chinesische Kriminal-Literatur aus dem 18. Jahrhundert, in denen wiederum Fälle aus dem China des 7. Jahrhundert beschrieben werden.

Gulik nimmt sich also das "best of" all seiner Vorlagen und verwurstet die zu einer damals modernen Reihe von China-Krimis, zusammengehalten durch den fiktionalen Charakter Richter Di (Judge Dee), der eine Art chinesischer Sherlock Holmes ist. Sehr weise, sehr aufmerksam, mit seiner Arbeit verheiratet.

Ich finde diese Bücher extrem lesenswert, da Gulik sie im Stile seiner Krimi-Vorlagen verfasst und dabei eben typische Facetten chinesischer Kriminalliteratur beibehält: So werden in der Regel drei Fälle parallel behandelt, die Formalien des Tribunals werden im Detail beschreiben und - typisch chinesich - auch der Bestrafung der Kriminellen werden einige Seiten gewidmet. Was da gefoltert und gepeitscht wird! Eieiei! Das ist freilich alles heute nimmer modern. Insbesondere das Frauenbild im Buch sowie eine gewisse Härte gegenüber Menschen von niedrigem Stand empfand ich teils als ganz schön befremdlich, aber der Autor scheint hier das Weltbild des alten China während der Teng-Dynastie gut abzubilden, zumal er ja ältere Vorlagen verwurstet.

Richter Di liest sich jedenfalls echt gut. Es ist exotisch, es gibt hübsch konstruierte Fälle, ein interessantes festes Personal und ein für mich angenehm unverbrauchtes Szenario: Das alte China. Ich habe bislang "The Chinese Maze Murders" und "The Chinese Bell Murders" gelesen. Leider nicht die besten e-books, da eindeutig eingescannt und daher mit ein paar Fehlern gewürzt. Aber insgesamt leichte Kost und extrem kurzweilig. Aber eben auch nix, das ich jetzt am Stück komplett lesen werde. Es gibt ja so einige Richter-Di-Romane von Gulik - und von anderen Autoren ebenso!

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