Vergangene Entscheidungen, Bundeswehr oder Zivildienst!

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Siel
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Vergangene Entscheidungen, Bundeswehr oder Zivildienst!

Beitrag von Siel » 21. Jun 2016, 00:28

Einen kleine Disclaimer möchte ich an den Anfang stellen!
Meine Rechtschreibung und Interpunktion ist nach 10 Jahren MMO spielen verdammt mies, also behaltet die Fehler ^^ (das ^^ ist eine schlechte Angewohnheit)

Mich persönlich, da es ab und zu zur Sprache kam, würde es interessieren wie ihr eure Entscheidung bzw auf welchen Gedanken ihr eure Entscheidungen getroffen habt.
Entweder Zivildienst oder Bundeswehr zu wählen? Und eventuell paar Anekdoten beizusteuern ^^

Meine Entscheidung war recht klar!
Da ich schon im Berufleben stand, war der Einzugsbefehl 2003 recht klar für mich.
Mit 23, nochmal mit Ausreden vorm Wehrdienst drücken wäre vermutlich nicht so gut gelaufen.
Also hab ich mein Schicksal akzeptiert, da 9 Monate immernoch kürzer waren als 10 Monate Zivi.

Nun zu den Anekdoten!
Mit 23 ist Bundeswehr nicht gerade ein Zuckerschlecken, man ist in seiner politischen Meinung gefestigt und lässt sich ungern von jemanden erzählen wie man etwas zu empfinden hat.
Das Resultat daraus war, daß ich mit meinen Uffzen und Stuffzen, nicht gerade gut klar kam weil sie alle 18 waren ^^
Und ich mich nicht körperlich für mein Vaterland kaputt schufften wollte, da ich ja wie bereits erwähnt ein Job hatte.

Irgendwann resultierte es in einem 4 Augen Gespräch, zu folgenden Dialog.
Uffz: Du bist ja kein richtiger deutscher Mann, du gibt nicht 100% fürs Vaterland.
Ich: Natürlich nicht! Ich bin Lokführer, ich wäre ja schön blöd meinen Körper kaputt zu machen für die 9 Monate Zwangs Verpflichtung!
Uffz: ich werde dich schon Erziehen, daß du alles gibst!
Ich: Das glaube ich weniger, denn erstens, Ich hab schon gefickt da hast du noch mit Lego gespielt! Zweitens, sollte ich irgendwie das Gefühl haben, ich werde ungerecht behandelt nur um mich zu trietzen. Werde ich bei deinem Vorgesetzten eine Disziplinar Beschwerde einlegen. Und wenn du hier wirklich nochmal was werden willst, ob das dann sich gut in deiner Akte macht! Ich weiß ja nicht?
Uffz: *Rot angelaufen und gegangen*

Danach hatte ich meine Ruhe ^^

Die zweite Amüsante Anekdote die mir einfällt war beim Formaldienst (rausgeputzt mit ausgeh uniform sozusagen).
Stuffz: Ihr habt stammzustehen und nicht zu Lachen selbst wenn es Titten vom Himmel regnet!
Der Zug (die Gruppe Wehrpflichtiger) fängt schon leicht an mit grinsen.
Stuffz: Ich fahr das geilste was es gibt, 50 Tonnen schwer und 5000 Ps (ich war in einer Leopard 2 Panzerkompanie)
Ich: *fängt an zu lachen*
Stuffz: Panzerschütze ...... Warum lachen Sie?
Ich: Naja Herr Stabsunteroffizier, ich bin Lockführer! Alleine eine Lok wiegt 80 Tonnen und hat 8000Ps, ich mach dich platt wenn du bei mir auf der Schiene stehst! (Nicht ganz Wahr, da ich selbst draufgehen würde aber ich fand es witzig)
*der ganze Zug brüllt vor lachen*
Formaldienst eingestellt ^^

So, habt ihr irgendwelche lustigen Anektoden aus BW Zeit oder Zivi Zeit? Bzw was war eurer Entscheidunggrund?

MfG Siel aka Steffen ^^
Zuletzt geändert von Siel am 21. Jun 2016, 20:18, insgesamt 1-mal geändert.

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Andre Peschke
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Re: Vergangene Entscheidungen, Bundeswehr oder Zivildienst!

Beitrag von Andre Peschke » 21. Jun 2016, 11:02

Okay, das wird jetzt aber eine etwas längere Erzählung.

Ich habe damals gedacht: "Okay, wenn du schon 13 Monate deines Lebens opfern musst, mach wenigstens was sinnvolles für die Allgemeinheit. Autorität, die sich aus Rangabzeichen speist und nicht verdient wird, ist eh nicht so deins". Also wurde ich Zivi in der mobilen Altenpflege in einem kleinen Ort nahe Fulda. Der wertvollste Job, den ich je gemacht habe. Der Job, in dem ich vielleicht das meiste fürs Leben gelernt habe. Vor allem aber der Job, den ich nie wieder machen will.

Das Pflegegeld war damals einigermaßen neu eingeführt. Das war so 1996/1997 rum. Gute Sache, wie bei der Familie, die ihrem Opa nach einem Schlaganfall danach eine furchtbar nette Physiotherapeutin bezahlt haben, die den Mann massiert hat, bevor in seine Frau im Rollstuhl auf den Balkon schob. Wir waren immer vorher da, um ihn zu waschen und wenn wir gingen, saßen die zwei da und schauten auf die Straße runter, Hand in Hand. Sie hat ihm immer was erzählt und beugte sich dann zwischendrin nach einer Frage vor sein Gesicht, weil er sich nur noch durch Blinzeln verständigen konnte. Das war eines der herzzerreißendsten Bilder von Zuneigung und Lebensgemeinschaft, die ich je gesehen habe.

Schlechte Sache bei anderen Familien, die das Pflegegeld als Subventionierung ihres Urlaubs verstanden. Da wurde dann unser Pflegedienst auf absolutem Minimum gekocht, damit am Ende genug vom Zuschuss für sie hängen blieb. Irgendwo draußen auf einem Bauernhof lag da ein alter Mann, ebenfalls Schlaganfall-Patient, im Dachzimmer seines alten Hauses in seiner eigenen Scheiße. Jedes Mal. Das Haus des Sohnes war 50m entfernt. Sieben Monate sind wir da rausgefahren, jeden Tag, immer das gleiche Trauerspiel. Auch da lebte die Frau noch, eine winzige, kleine Person Ende 80, die an schlechten Tagen selber zu kaputt war, um die Treppe von ihrem Zimmer im Erdgeschoss zu ihrem Mann alleine hochzusteigen. An guten Tagen konnte sie sich oben zu ihm setzen und ihm bei seinem Siechtum zusehen.

Die Schwester (Krankenschwester, nicht Ordensschwester) mit der ich damals unterwegs war, Elke, ging dann nach drei Wochen mit mir runter zum Haus des Sohnes und hat den zusammengeschissen, wie nix Gutes. Dadurch, dass wir nur 2x pro Woche bestellt waren und der Mann offensichtlich auch nicht umgelagert wurde, bildeten sich da deutliche Druckstellen. Wegen der schlechten Durchblutung werden daraus bei Schlaganfall-Patienten in dem Alter praktisch unweigerlich offene Wunden. Zwei Wochen später war die erste Stelle an der rechten Hüfte offen. Danach auf der anderen Seite. Wieder runter zum Haus des Sohnes, wieder Anschiss. Die Antwort: Für die Wundreinigung bezahlt er jetzt aber nicht ne extra Stunde, sollen wir uns beim Umlagern und Waschen halt mal beeilen.

Ach und apropos Schwester Elke. Die muss so Anfang 30 gewesen sein, kannte wirklich ausnahmslos jeden im Ort und Umgebung und war ein einziger Sonnenschein in einem Job, der mir schon nach zwei-drei Monaten an manchen Tagen an die Nieren ging. Wir Zivis haben's am Anfang immer gehasst, wenn wir Elke zugeteilt bekamen, weil deren Tour war immer die Größte und dauert immer am längsten. Wo die anderen Schwestern einen mal nur daneben gesetzt haben, hat Elke dich eingewiesen und sobald sie zufrieden war, alleine losgeschickt (bis auf Kram wie Katheter legen etc, was nur das Fachpersonal durfte). Auf die Art, hatte jeder von uns mehr Zeit, sich um den einzelnen Patienten zu kümmern. Ganz wichtig dabei: Nie durchwechseln, damit sich die Leute an dich gewöhnen können. Nach circa drei Wochen stellte sich raus, dass die Mehrzahl ihrer Patienten meinten, mich mögen sie am liebsten, weil ich mir die meiste Mühe gebe. Ab da war ich dann immer mit Elke unterwegs. Dabei wollte ich viel lieber zu Thomas. Der war der einzige Typ im Bunde, hat immer ulkige Sprüche gerissen, hat dich nie allein losgeschickt und wollte vor allem selber schnell heim. Elke wollte Menschenleben besser machen, oder zumindest etwas würdevoller. Das war echt anstrengend.

Zwei Monate vor Ende meines Zivildienstes fahren Elke und ich also auf unserer normalen Route und irgendwo draußen zwischen zwei Käffern fährt sie plötzlich rechts ran und bricht in Tränen aus. Der alte Mann in dem Dachzimmer ist gestorben. Nachdem auch der dritte Anschiss beim Sohn nichts gebracht hat, ist Elke jeden Abend nach ihrer Tour bei ihm vorbeigefahren und hat ihn eben in ihrer Freizeit umgelagert. Wie's so ist, haben sich die Wunden nie wieder geschlossen, wurden aber immerhin nur minimal schlimmer. Nun ist er tot, Elke weint und ich bin mit der Situation überfordert. Wir sind inzwischen ein gutes Team, aber darf ich sie in den Arm nehmen? Ist das unangemessen? Hand auf die Schulter scheint mir ein guter Kompromiss. Kurze Zeit später hat sie sich dann auch wieder gefangen und fängt nun ihrerseits an, sich zu entschuldigen. Betretenes Schweigen, im Radio läuft immer noch halblaut irgendein Schlager (das einzig Schlechte, was man über Elke sagen kann, betrifft ihren Musikgeschmack) und da stehen wir also zwischen grünen Wiesen, die Sonne geht gerade auf und es kommt zum definierenden Dialog meiner Zivildienst-Zeit:

"Ich hätte nicht gedacht, dass dir das so nahe geht. Warum gerade da? Für ihn war es doch nun wirklich eine Erlösung."
"Das ist es ja. Sieben Monate bin ich da jeden Tag hin und konnte trotzdem nichts tun."
"Du hast nun echt getan, was du konntest. Du bist jeden Tag bis 21 Uhr unterwegs, du hast vermutlich mehr Überstunden als Arbeitsstunden und du hast auch ein Recht auf dein eigenes Leben. Was denn noch?"
"Ich weiß nicht. Ich denk nur: Wenn ich je so bin? Wenn ich da liege in einem Zimmer mit einem Holzofen und der letzte Mensch, der mich noch liebt, mir beim krepieren zusehen muss und einmal am Tag kommt eine, die könnte ein Ende machen, aber sie dreht mich nur auf die Seite, wo's gerade etwas weniger weh tut? Ich würd die hassen. Du willst da manchmal einfach nur dein Herz ausschalten. Aber ich kann nicht und das macht mich kaputt"

Ein bisschen später sitze ich bei einer anderen Patientin, Typ "sehr alt, aber noch fit" - mein lieblings Typ. Mit ihr kann man plaudern und Späßchen machen. Ich bin nur zum Blutzucker messen da. Heute ist Thema, warum die Elke nicht verheiratet ist. Meine Patientin hat sich mit einer Freundin ausgetauscht und sie glauben, sie haben die Lösung gefunden: Sie mag am liebsten Neger und leider gibt's davon in der Gegend halt nicht viele. Gibt's ja, solche Vorlieben. Meint sie jetzt gar nicht böse, der Elke gegenüber. Widerworte gegenüber politisch unkorrektem Gedankengut von Menschen, die einen Großteil ihres Lebens in völlig anderen Zeiten verbracht haben, habe ich mir da schon lange abgewöhnt. "Ach", sage ich stattdessen, "ich glaube, die Elke ist einfach mit ihrem Job verheiratet". Ungesagt bleibt: "Weil sie ihr Herz nicht abschalten kann".

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Lord MacLeod
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Re: Vergangene Entscheidungen, Bundeswehr oder Zivildienst!

Beitrag von Lord MacLeod » 21. Jun 2016, 11:37

Uhhh...da überlegt man sich gerade noch, welchen lustigen Schwank aus der BW-Zeit man zum Besten geben möchte, es gibt schließlich eine ganze Menge davon - und dann haut der Peschke so eine "Kloß-im-Hals"-Geschichte raus. :cry:

Nicht falsch verstehen, ich find's großartig, aber emotional sehr berührend und genau aus diesem Grund ist mir jetzt erst einmal die Lust auf "lustige Kriegsgeschichten", weil eigentlich völlig belanglos, nachhaltig vergangen. :|

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Re: Vergangene Entscheidungen, Bundeswehr oder Zivildienst!

Beitrag von derFuchsi » 21. Jun 2016, 15:15

Na toll jetzt hat der Peschke den Thread kaputt gemacht.
Nein im Ernst *schnüff* wirklich eine tolle Geschichte.

Ich bewundere Menschen die so einen Job machen wie Altenpflege. So einen Job macht man nicht wegen Geld sondern aus Überzeugung.
Ich könnte das nicht, ich war damals eigentlich froh statt dessen zur Bundeswehr zu können und nicht "alten Leuten den A... abwischen" zu müssen (Ja gut man hätte sich auch was angenehmes aussuchen können als das).
Außerdem Doom spielen und aus Gewissensgründen den Kriegsdienst verweigern fand ich auch irgendwie verlogen :roll:

So, nur wie kriegt man jetzt die Kurve...?
Ich versuchs trotzdem mal auch wenn Humor jetzt unpassend erscheint.

Die eine Anekdote ist eher kurios als lustig.
In einem der regelmäßigen Übungsmanöver bei der Bundeswehr durften wir als Fernmelder in einem abgeschlossenen Gelände campieren, das war so ein Verteilerzentrum. Ein kleines Gebäude (Und echte Räume mit Betten statt Zelt) mit viel eingezäuntem Gelände außenrum und zumeist unterirdische Technik. Der Gag war dass man dort nur mit Genehmigung zutritt hatte.
In dieser Übung waren Inspekteure angekündigt die überall kontrollierten ob alles mit rechten Dingen zugeht, also auch bei uns. Speziell zum Thema Sicherheit und so, also eigentlich Experten.
Leider blieben die draußen weil sie sich nicht ausweisen konnten und daher keinen Zutritt zum Gelände bekamen.
Müssen ziemlich angepisst gewesen sein aber ich schätze die Prüfung hatten wir bestanden. :D

Die andere Geschichte ist erzählt sicher nur halb so witzig als wenn man selbst dabei war.
Bundeswehr '94 (Der Werner Film war noch recht frisch), Geländemarsch und die Stimmung ist entsprechend. Plötzlich bückt sich einer der Kameraden (Unser Komiker mit der losen Klappe) und hebt irgendein verrostetes altes Stück Eisen auf mit den Worten "Sieh mal hier Eckat, das ist doch'n zölligen Schieber? Der ist sieht doch noch gut aus. Geht der nich noch!? Tut das Not dass der hier so rumoxidiert? Du Werner nimm du mol die Drohtbürste und mach mal da den Schieber blank und dann legst du ihn auf Lager"

https://www.youtube.com/watch?v=7zHka726S9k
Der ganze Zug hat komplett gebrüllt vor lachen. Das kam halt so ganz trocken und aus heiterem Himmel, herrliche Situation.

Allgemein war die Stimmung bei uns damals eher locker. Fernmelder war damals beinahe Urlaub im Gegensatz zu der Fliegertruppe z.B. die auch in der Kaserne stationiert waren. Die armen Schweine wurden ständig gestriezt mit Nachtmärschen und sonstigen Schikanen und müssen sich gefühlt haben wie bei "Full Metal Jacket".
Unser eher lässiger Uffz hat die Sprüche aus dem Film auch gerne mal zur allgemeinen Belustigung rausgehauen. :)
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Heretic
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Re: Vergangene Entscheidungen, Bundeswehr oder Zivildienst!

Beitrag von Heretic » 21. Jun 2016, 16:37

derFuchsi hat geschrieben:Außerdem Doom spielen und aus Gewissensgründen den Kriegsdienst verweigern fand ich auch irgendwie verlogen :roll:
Neenee, das geht absolut problemlos. :mrgreen:

Für mich war von vornherein klar, dass nur Zivildienst in Frage kommt, auch wenn ich damals noch 15 Monate abreißen musste. Ich war dann in einer Rehaklinik für den Patiententransport im und außerhalb des Hauses zuständig. Ich war also gelegentlich mit 'nem Sprinter oder 'nem VW Bully on Tour, Hauptbeschäftigung war aber, Rollstühle von A nach B zu bewegen. Meist zwei auf einmal und oftmals mit Patienten drin, die zusammen 250 Kilo auf die Waage gebracht haben. Das ging durchaus auf die Knochen. :D

Die Pflege war Sache der Schwestern, was mir mehr als Recht war. Die waren nämlich nicht immer zu beneiden, auch wenn eine Rehaklinik nicht mit einem Altenheim vergleichbar ist. Man bekam trotzdem die volle Palette menschlichen Leids hautnah mit: Parkinson, Demenz (inklusive Adolf-Sprüchen und Naziliedern), Vereinsamung, dramatische Unfallfolgen - einmal auch den Tod. Aber auch das Gegenteil, wenn z. B. über 90jährige die Klinik wieder auf den eigenen Füßen verlassen. Insgesamt eine Erfahrung, die ich keinesfalls missen will.

Kleine Anekdote zur Musterung:
Da ich 'ne Dreiviertelstunde zu spät kam habe ich nicht mitbekommen, dass man bereits zu Beginn der Musterung seinen Verweigerungswunsch anbringen sollte. Ich habe daher erst ganz am Schluss vor diesem Dreiergremium mit Deutschlandfahne im Genick verweigert - die Herren waren nicht sonderlich amused. Aber ich lass' mich doch nicht zum Panzergrenadier machen! Kein Mensch, kein Tier - Panzergrenadier. Nicht mit mir... :mrgreen:

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Andre Peschke
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Re: Vergangene Entscheidungen, Bundeswehr oder Zivildienst!

Beitrag von Andre Peschke » 21. Jun 2016, 17:24

derFuchsi hat geschrieben:Ich bewundere Menschen die so einen Job machen wie Altenpflege. So einen Job macht man nicht wegen Geld sondern aus Überzeugung.
Ich könnte das nicht, ich war damals eigentlich froh statt dessen zur Bundeswehr zu können und nicht "alten Leuten den A... abwischen" zu müssen (Ja gut man hätte sich auch was angenehmes aussuchen können als das).
Zwischen Doom spielen und Menschen im Krieg umbringen gibt es einen himmelweiten Unterschied. Aber ich hab's halt gemacht, weil ich Bundeswehr für Zeitverschwendung hielt. Und ich glaube, ich war ein echt guter Zivi und es gab auch einige sehr aufbauende Momente, aber danach dachte ich: "Okay, du hast zum ersten Mal in deinem Leben etwas getan, was die Gesellschaft ein Stück besser gemacht hat. Cool. Aber den Job machen wir nie wieder." Zumindest in Punkto Leid und Tod war ich danach auf den Kriegsfall vermutlich besser vorbereitet, als jeder Soldat.

Die Leute, die in solchen Berufen alles geben, sind wirklich entweder mental extrem stark oder selbst psychologisch zumindest gefährdet. Ein guter Freund von mir war damals bei einem Rettungssanitäter dabei, am größten klinikum der Umgebung. Der musste damals auf Noteinsätze auf der Autobahn mit und hat da Sachen erlebt, danach war er ungelogen nicht mehr der gleiche Mensch. Rückblickend hart, dass man das einem Zivi überhaupt zumuten durfte.

Und damals galt man als Zivi ja noch als unsportliches Weichei, dass sich dem männlichen Soldatentraining entzogen hatte. :D Andererseits, ein weiterer Freund war Hausmeister-Assisten in einem Seniorenheim und das war wohl extreeeeeeem gechillt. ;)

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Re: Vergangene Entscheidungen, Bundeswehr oder Zivildienst!

Beitrag von derFuchsi » 22. Jun 2016, 10:13

Andre Peschke hat geschrieben: Zwischen Doom spielen und Menschen im Krieg umbringen gibt es einen himmelweiten Unterschied.
Ich wollte damit nur sagen dass sich die Meisten Verweigerer böse was zusammenphantasiert haben von wegen Pazifist und Gewissensgründe bloß weil sie keinen Bock hatten auf Drill und hunderte Kilometer entfernt stationiert zu werden, sondern statt dessen lieber den lockeren Zivi-Job in der Nachbarschaft machen wollten den man an der Angel hatte.
Und dass man solche Kollegen als unsportliche Weicheier und Drückeberger gesehen hat stimmt wohl auch. Bei einigen war das auch so wie schon gesagt. Aber insgesamt war der Zivildienst natürlich sinnvoll(er) finde ich. Wie gesagt habe ich größten Respekt vor denen die die wirklich unangenehmen Jobs machen die ja jemand machen muss.

Für "Jungs" ist es aber natürlich auch reizvoll mal mit echten Waffen hantieren zu können, man schießt ja nicht auf echte Menschen bei der Bundeswehr. Wenn man ehrlich ist dann ist man da hin weil der ganze Laden für Jungs ein Abenteuerspielplatz ist ;)

Das mit dem "Krieg spielen" sah ich damals auch anders, aus folgendem Grund.
Die Bundeswehr war bis dahin immer eine Verteidigungsarmee die nur zum Einsatz kommt wenn Deutschland angegriffen werden sollte. Ein Angriff auf Deutschland wäre aber nun doch recht unwahrscheinlich gewesen. Man ging also zum Bund in der Gewissheit dass es sehr unwahrscheinlich ist jemals auf echte Menschen schießen zu müssen. Aber wenn es trotzdem zum Ernstfall käme wäre es ein Verteidigungsfall. Dann wird aus dem Spaß halt schnell Ernst. Wenn jemand mein Land und die Menschen darin und speziell meine Familie und Freunde bedroht dann hat man doch auch das Recht sich zu wehren. Und sich da vor dem Ernstfall zu drücken kann man in gewisser weise schon ein wenig als Verrat ansehen. Zumindest sah ich das damals so.

Ob man im Ernstfall allerdings jemals in der Lage gewesen wäre wirklich auf einen Menschen zu schießen halte ich aber für genauso fraglich wie in den späteren Killerspiel-Diskussionen. Nur weil es echte Waffen sind statt virtuelle ist man noch lange nicht in der Lage einen Menschen wirklich zu töten. Mitglieder eines Schützenvereines sind auch nicht gleich zwingend potentielle Mörder.

Die Bundeswehr als Verteidigungsarmee war aber in den 90ern eine interessante Sache. Jedenfalls wurde uns das mit der Verteidigungsarmee damals noch verzweifelt versucht beizubringen. Man hatte so kurz nach der Wende bei der Bundeswehr allerdings ein Gefühl der Orientierungslosigkeit weil man sich natürlich fragte gegen wen man sich denn nun eigentlich im Ernstfall verteidigen soll... Vor der Wende war ja klar wo "der Feind" sitzt.

Außeneinsätze der Bundeswehr zur "Friedenssicherung" wurden ja erst in den 90ern langsam modern.
Mittlerweile hätte ich deshalb tatsächlich bedenken mit der Wehrpflicht. Seinen Kopf in irgendwelchen Krisengebiete für andere Leute hinzuhalten, möglichst noch außerhalb Europas ist doch eine ganz andere Hausnummer als nur sein Land im Ernstfall verteidigen zu müssen. Auch wenn zumindest damals keine Wehrpflichtigen in solche Einsätze geschickt wurden soweit ich weiß.
Zuletzt geändert von derFuchsi am 22. Jun 2016, 12:05, insgesamt 3-mal geändert.
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Lord MacLeod
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Re: Vergangene Entscheidungen, Bundeswehr oder Zivildienst!

Beitrag von Lord MacLeod » 22. Jun 2016, 10:27

derFuchsi hat geschrieben:Auch wenn zumindest damals keine Wehrpflichtigen in solche Einsätze geschickt wurden soweit ich weiß.
Zumindest auf dem Balkan wurden Ende der 90er/Anfang 2000er auch Wehrpflichtige eingesetzt, allerdings *nur* auf absolut freiwilliger Basis.

Das weiß ich aus erster Hand, denn ich wurde damals gefragt. Ich bin nicht gegangen, denn zu dem Zeitpunkt hatte ich gerade eine neue Freundin und war dementsprechend nicht begeistert von der Vorstellung, einige Wochen bis Monate in einem vom Bürgerkrieg zerstörten Land zu verbringen.

In Afghanistan wurden aber afaik tatsächlich niemals Wehrpflichtige eingesetzt.

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Re: Vergangene Entscheidungen, Bundeswehr oder Zivildienst!

Beitrag von Belgarath » 22. Jun 2016, 11:45

Tja, da werde ich mich dann mal als ehemaliger Zeitsoldat (12 Jahre, Heeresoffizier) outen... es gibt nämlich nicht nur witzige Geschichten über Vorgesetzte, auch Rekruten haben in meiner Zeit ne ganze Menge Klopper rausgehauen... :D :D

Vorab erstmal kurz zum Thema Wehrpflichtige und Auslandseinsatz: der "normale" Wehrpflichtige (Grundwehrdienstleistender, GWDL) ist niemals in einem Auslandseinsatz gewesen. Man konnte seinen Dienst aber über die 9/10/12 Monate (insert jeweilige Wehrpflichtzeit) auf bis zu 23 Monate freiwillig verlängern (sogenannte freiwillig Wehrdienstleistende, FWDL) und sich im Rahmen dieser Verlängerung dazu bereit erklären, auch an Auslandseinsätzen teilzunehmen.

So, eine der Geschichten meiner Rekruten schrieb Panzergrenadier Glowatzki (und ja, der hieß wirklich so). Glowatzki war Amateurboxer und damit u.a. prädestinierter MG-Träger und -Schütze. In einem Biwak (für die Zivis: militärisches Zelten) musste er vorzeitig wegen irgendeiner Sache in die Kaserne zurück. Seine Ausrüstung sollte er zurücklassen, woraufhin ich einem anderen Soldaten befahl, seinen Rucksack auf den 2-Tonner des Spießes (wieder für Zivis: 2-Tonner = kleiner LKW und Spieß = Mutter der Kompanie) zu verladen. Der Soldat bekam den Rucksack aber nicht vom Boden, woraufhin er erstmal logischerweise von den Kameraden ausgelacht wurde... was sich dann aber recht schnell herausstellte war, dass Glowatzki zusätzlich zu seinen 20 kg Ausrüstung noch 2 10 kg-Hanteln in den Rucksack gepackt hatte, weil er im Biwak noch trainieren wollte... :shock: :shock: :D :D :D :D

Bei einer anderen Gelegenheit waren wir auf einer Übung in Kanada... ein junger GWDL, der bezüglich Frauen noch ein bissl unbedarft war bekam am Flughafen Winnipeg vor dem Rückflug große Augen, als er in den Zeitschriftenläden die... ähhh... fachmedizinischen Zeitschriften sah... ;) Er war selbst zu schüchtern, um sich ein Heft zu kaufen und fragte seinen besten Kumpel Werner, ob der das für ihn erledigen können. Kein Problem, Werner kaufte. Während des Fluges sahen wir den Soldaten dann mit einem sehr auffälligen Rechteck unter dem Pullover Richtung Toilette gehen... und ein paar Minuten später mit einem sehr seligen Gesichtsausdruck zurückkehren... needless to say, dass der ganze Flieger brüllte vor Lachen... :D :D :D :D
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Re: Vergangene Entscheidungen, Bundeswehr oder Zivildienst!

Beitrag von Lord MacLeod » 22. Jun 2016, 12:01

Belgarath hat geschrieben: Vorab erstmal kurz zum Thema Wehrpflichtige und Auslandseinsatz: der "normale" Wehrpflichtige (Grundwehrdienstleistender, GWDL) ist niemals in einem Auslandseinsatz gewesen. Man konnte seinen Dienst aber über die 9/10/12 Monate (insert jeweilige Wehrpflichtzeit) auf bis zu 23 Monate freiwillig verlängern (sogenannte freiwillig Wehrdienstleistende, FWDL) und sich im Rahmen dieser Verlängerung dazu bereit erklären, auch an Auslandseinsätzen teilzunehmen.
Gut möglich. Ich habe damals ein paar Monate dran gehängt (ich war jung und brauchte das Geld, außerdem war's wirklich ein chilliger Job :mrgreen: ) und wurde, soweit ich mich erinnere, von meinem Vorgesetzten auch erst am Ende meiner Grundwehrdienstzeit gefragt, ob ich denn Interesse hätte.

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Re: Vergangene Entscheidungen, Bundeswehr oder Zivildienst!

Beitrag von Belgarath » 22. Jun 2016, 12:27

Lord MacLeod hat geschrieben: und wurde, soweit ich mich erinnere, von meinem Vorgesetzten auch erst am Ende meiner Grundwehrdienstzeit gefragt, ob ich denn Interesse hätte.
Wäre anders auch gar nicht möglich gewesen, da man erst nach Ende der Grundwehrdienstzeit zu Auslandseinsätzen herangezogen werden konnte. Das lag u.a. daran, dass erst die "normale" Ausbildung abgeschlossen werden sollte. Außerdem war die einsatzvorbereitende Ausbildung auch nicht gerade kurz.
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Re: Vergangene Entscheidungen, Bundeswehr oder Zivildienst!

Beitrag von Heretic » 22. Jun 2016, 12:39

derFuchsi hat geschrieben:Für "Jungs" ist es aber natürlich auch reizvoll mal mit echten Waffen hantieren zu können
Obwohl ich in meinem Leben schon viel virtuell geballert habe, hat mich das nie gereizt. Echte Waffen interessieren mich schlichtweg nicht. Warum auch, sind sie doch im Alltag für nichts zu gebrauchen. Und auf Dosen oder Zielscheiben zu ballern ist langweilig. Da terminiere ich doch lieber irgendwelches Dämonengetier auf dem Mars... ;)

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Re: Vergangene Entscheidungen, Bundeswehr oder Zivildienst!

Beitrag von derFuchsi » 22. Jun 2016, 13:12

Axel hat geschrieben: Und dann gab es noch nen ganz praktischen Grund: Ich hatte damals eine wundervolle, arschlang gelockte Metal-Mähne, die seit ich 12 war vor sich dahinwuchs und höchstens mal an den Spitzen geschnippelt wurde. Ich wäre damals nie freiwillig bereit gewesen mich davon zu trennen. :mrgreen:
Das war nun wirklich ein guter Grund den Wehrdienst zu verweigern, das sehe ich ein :D
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Re: Vergangene Entscheidungen, Bundeswehr oder Zivildienst!

Beitrag von Belgarath » 22. Jun 2016, 13:21

Axel hat geschrieben:
Andre Peschke hat geschrieben:Und dann gab es noch nen ganz praktischen Grund: Ich hatte damals eine wundervolle, arschlang gelockte Metal-Mähne, die seit ich 12 war vor sich dahinwuchs und höchstens mal an den Spitzen geschnippelt wurde. Ich wäre damals nie freiwillig bereit gewesen mich davon zu trennen. :mrgreen:
Das war tatsächlich bei mir auch das Schwerste, weswegen ich das Datum des Friseurbesuchs auch nie vergessen habe... 17. September 1991. Die erste Friseurin weigerte sich... :D :D :D Gab danach tatsächlich den ein oder anderen langjährigen Klassenkameraden, der mich erstmal nicht erkannte.

Was mich an die Episode erinnert, als ein Wehrpflichtiger mit langer Matte am Einberufungstag von seinem Zugführer zu mir geschickt wurde. Auf meine Frage, was das Problem sei meinte er, dass er sich seine Haare nicht schneiden lassen würde, weil sein Anwalt ihm gesagt habe, dass er sich die Haare nicht schneiden lassen müsse, weil das gegen sein Grundrecht auf freie Persönlichkeitsentfaltung verstoßen würde. Anwälte... :roll:
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Re: Vergangene Entscheidungen, Bundeswehr oder Zivildienst!

Beitrag von Belgarath » 22. Jun 2016, 15:22

Axel hat geschrieben:Wo Anwälte recht haben... :)
Du, mal ohne Mist: Das kann wirklich auf die Psyche gehen, wenn man jemanden dazu zwingt.
Da stimme ich Dir vorbehaltlos zu, ich bin selbst auf dem platten Land aufgewachsen und weiß, wie man da teilweise für sein Äußeres angegangen wurde.

Allerdings: dass bei der Bundeswehr kurze Haare getragen werden, hat weniger was mit einer bestimmten Vorstellung von äußerem Erscheinungsbild zu tun, sondern mehr mit dem Thema Arbeitssicherheit und Hygiene. Ich drücke es mal so aus: der Umgang mit schweren Maschinen, die aufgrund ihrer vorgesehenen Funktion nicht immer alle zivilen Arbeitssicherheitsanforderungen erfüllen können, macht es sehr sinnvoll, kurze Haare zu tragen. Das Gleiche gilt für die hygienischen Bedingungen, denen man teilweise schon bei Übungen und erst recht im Einsatz unterliegt. Zu guter Letzt kann ein längerer Vollbart bzw. dicke Haare in der Stirn tatsächlich dazu führen, dass ABC-Schutzmasken nicht mehr dicht am Gesicht anliegen und dadurch die Funktion verloren geht.

In den 70ern gabs für ne Weile das Experiment, dass die Wehrpflichtigen nicht mehr dem sog. "Haar- und Barterlass" unterliegen, sondern ihre Haare mit einem Haarnetz bändigen konnten. Der Versuch scheiterte aber bereits nach kurzer Zeit, im Wesentlichen eben aus den genannten hygienischen Gründen.

Was das Thema Anwälte angeht: er hat eben nicht recht. Das Bundesverwaltungsgericht hat seit den 90ern mehrfach entschieden, dass der Erlass nicht gegen die Persönlichkeitsrechte des Soldaten verstößt.
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Re: Vergangene Entscheidungen, Bundeswehr oder Zivildienst!

Beitrag von Heretic » 22. Jun 2016, 15:58

Belgarath hat geschrieben:Allerdings: dass bei der Bundeswehr kurze Haare getragen werden, hat weniger was mit einer bestimmten Vorstellung von äußerem Erscheinungsbild zu tun, sondern mehr mit dem Thema Arbeitssicherheit und Hygiene.
Und was ist mit den Damen? Sind die von Natur aus sauberer als wir Dreckschweine..? :mrgreen:

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derFuchsi
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Re: Vergangene Entscheidungen, Bundeswehr oder Zivildienst!

Beitrag von derFuchsi » 22. Jun 2016, 16:06

Heretic hat geschrieben:
Belgarath hat geschrieben:Allerdings: dass bei der Bundeswehr kurze Haare getragen werden, hat weniger was mit einer bestimmten Vorstellung von äußerem Erscheinungsbild zu tun, sondern mehr mit dem Thema Arbeitssicherheit und Hygiene.
Und was ist mit den Damen? Sind die von Natur aus sauberer als wir Dreckschweine..? :mrgreen:
Frauen bei der Bundeswehr, so "Ferz" gabs bei uns noch nicht (Außer Sanitäter natürlich).
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Belgarath
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Re: Vergangene Entscheidungen, Bundeswehr oder Zivildienst!

Beitrag von Belgarath » 22. Jun 2016, 16:24

Heretic hat geschrieben:
Belgarath hat geschrieben:Allerdings: dass bei der Bundeswehr kurze Haare getragen werden, hat weniger was mit einer bestimmten Vorstellung von äußerem Erscheinungsbild zu tun, sondern mehr mit dem Thema Arbeitssicherheit und Hygiene.
Und was ist mit den Damen? Sind die von Natur aus sauberer als wir Dreckschweine..? :mrgreen:
Das ist tatsächlich ein Problem in der Truppe... es gibt meines Erachtens nach keine nachvollziehbare Begründung, dass hier Unterschiede gemacht werden. Interessanterweise gibt es auch hier höchstrichterliche Beschlüsse, nach denen diese Praxis rechtskonform ist.
"Manche Männer bemühen sich lebenslang, das Wesen einer Frau zu verstehen. Andere befassen sich mit weniger schwierigen Dingen, z.B. der Relativitätstheorie." - Albert Einstein

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Re: Vergangene Entscheidungen, Bundeswehr oder Zivildienst!

Beitrag von Edward van » 22. Jun 2016, 23:39

Hatte verdammt großes Glück, als bei mir Zeit wahr, weil ich zu dem ersten Jahrgang gehörte "damals", der wehrpflichtig wurde, als eben diese außer Kraft gesetzt wurde, was mir meine damals noch langen Haare gerettet hat. Habe mich aber aus diversen Gründen, unter anderem, weil mein Zeugnis miserabel war und ich nichts anzufangen wusste, erstmal für ein FSJ entschieden und dieses dann in einem Altenheim in der Pflege absolviert" beziehungsweise ausgehalten. Denn ich kann keine lustigen Geschichten erzählen, sondern könnte nur von Patienten und Bewohnern sprechen, die Stehlampen auf Pfleger geworfen haben, ich einem Bewohner anvertraut wurde, der Meterbeutel, Dekubiti aufwies und bei einer Größe von cirka 1,80 oder mehr, unter 40 Kilo wiegte, was ich eigentlich gar nicht gedurft hätte.
Die einzig schönen Zeiten waren tatsächlich die Seminare in den hinterletzten Kuhkäffern hier in Niedersachen, wer kennt schon Grodßoldendorf zum Beispiel?
Das einwöchige dauertrinken, blödeln und feiern war wirklich befreiend.
Habe bei einem der Seminare mal im Suff ein Lets Play Projekt geplant, weil wir in einem Gespräch herausgefunden haben, dass wir beide Thief und Technomage gespielt haben und lieben. Wurde aber nie etwas draus. :roll:
War vielleicht ganz gut so.

WyverTrim
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Re: Vergangene Entscheidungen, Bundeswehr oder Zivildienst!

Beitrag von WyverTrim » 19. Feb 2017, 14:48

Wir in Österreich haben ja die Wehrpflich nocht :/
Für mich war die Wahl recht einfach, wenn ich Flieger werden kann gehe ich zum Heer. Ich konnte nicht, also suchte ich mir eine sinnvolle Stelle als Zivildiener in der Flüchtlingsbetreuung.

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