Fremden- und Ausländerhass

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kagrra

Re: Fremden- und Ausländerhass

Beitrag von kagrra »

In zwei Jahren hol ich diesen Fred mal hoch, mal gucken, wo wir dann stehen. Das soll keine Drohung sein ^^

gruß
jan

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derFuchsi
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Re: Fremden- und Ausländerhass

Beitrag von derFuchsi »

Geht es nur mir so dass ich es seit der letzten Flüchtlingswelle letztes Jahr sehr anstrengen finde in den sogenannten sozialen Medien aber auch in Foren und sogar Nachrichtenseiten?

Ob Twitter oder Facebook, es herrscht regelrecht Krieg. Man wird nur so von Propaganda und Populismus bombardiert, von beiden Seiten. Ich habe das Gefühl dass es nur noch extreme Positionen gibt. Auf der einen Seite diverse Linke / bzw wohl eher Grüne mit hirnverbrannten Aussagen die eigentlich nur den Schluss zulassen dass sie anscheinend Deutschland hassen und am liebsten abschaffen wollen. Menschen die sich auch nur vorsichtig Sorgen über die Zuwanderung machen werden mit Hass überschüttet und als Nazi beschimpft (Sogar aus der eigenen Partei bei den Linken) - Und auf der anderen Seite Verachtung und Hass gegenüber "Gutmenschen" und Hasspostings mit Artikeln und Videos über faule ungebildete Asylanten sogenannte "Fachkräfte" (mit Anführungsstrichen) die nicht arbeiten WOLLEN und lieber Frauen begrapschen oder vergewaltigen, Kinder halb tot treten oder aus Langeweile Katzen den Kopf abreißen und häuten (nur so die letzten Beispiele). So in dem Tenor.
Aber auch die Nachrichtenseiten sind ja voll davon, je nach Ausrichtung der Publikation. Man müsste also auch politische News boykottieren.

Das anstrengende daran ist vor allem dass ich mich überfordert fühle was hier wohl die Wahrheit ist. Ja viele dieser Hasspostings z.B. stellten sich bisher irgendwann als Fake heraus. Und Aussagen von Politikern werden gerne aus dem Zusammenhang gerissen oder mutwillig missinterpretiert. Aber selbst wenn nur ein Bruchteil davon wahr wäre dann wäre es schon genug.

Aber auch die Nachrichten widersprechen sich je nach Quelle. Die einen behaupten z.B. dass ein Großteil der Flüchtlinge eine gute bis sehr gute Schul- oder Ausbildung besitzen, andere behaupten wiederum das Gegenteil. Dann wird ständig von Straftaten berichtet und auf der anderen Seite behauptet jemand dass die Anzahl der Straftaten bisher nicht wirklich angestiegen ist usw usw...

Und all das garniert von Hasskommentaren von linker wie rechter Seite.

Bei all der Propaganda und Populismus von allen Seiten ist eine eigene Meinungsbildung und damit auch Diskussionen sehr mühselig so dass sich in mir die fatalistische resignierende Einstellung breit macht. Ob alles den Bach runtergeht oder nicht kann ich sowieso nicht beeinflussen, also warum mit diesen Themen herumärgern.
Das Dumme ist spätestens im RL funktioniert das mit dem Ignorieren nur schlecht.
Zuletzt geändert von derFuchsi am 5. Sep 2016, 16:22, insgesamt 1-mal geändert.
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Canardo
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Re: Fremden- und Ausländerhass

Beitrag von Canardo »

kagrra hat geschrieben:In zwei Jahren hol ich diesen Fred mal hoch, mal gucken, wo wir dann stehen. Das soll keine Drohung sein ^^

gruß
jan
Das kann ich dir jetzt schon sagen: In 2 Jahren wird sich so gut wie gar nichts bewegt haben. Die AFD wird sich weiter mit großen und kleinen Skandalen rumschlagen, die CDU wird wahrscheinlich in ihren politischen Forderungen weiter nach rechts gerutscht sein die SPD...... ach Gott, sie wird sich mit sich selbst zanken und Quatsch veranstalten *seufz* und an der Situation mit den Flüchtlingen wird sich kaum etwas verändert haben, nur werden die Leute die dann seit drei Jahren in einem Lager hausen mussten so langsam einen Koller kriegen. Zur Stimmungslage: Die Leute die jetzt schon das Abendland bedroht sehen werden das weiterhin tun und diejenigen die anderer Ansicht sind werden das auch weiterhin sein. Ich hab damals sehr schön das gegenseitige "Fremdeln" bei der Wiedervereinigung mitbekommen und weiss daher das solche Sachen sich nicht in Jahren sondern leider eher in Generationen ändern. Hol den thread in 2 Jahren also ruhig wieder hoch dann können wir ja vielleicht gemeinsam darüber lachen wieso das irgendjemand, auch nur scherzhaf, als Drohung sehen konnte.

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Klagsam
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Re: Fremden- und Ausländerhass

Beitrag von Klagsam »

derFuchsi hat geschrieben:Geht es nur mir so dass ich es seit der letzten Flüchtlingswelle letztes Jahr sehr anstrengen finde in den sogenannten sozialen Medien aber auch in Foren und sogar Nachrichtenseiten?
Mir geht das auch so.

derFuchsi hat geschrieben: Ob Twitter oder Facebook, es herrscht regelrecht Krieg. Man wird nur so von Propaganda und Populismus bombardiert, von beiden Seiten. Ich habe das Gefühl dass es nur noch extreme Positionen gibt.
Das ist ein schon lange bekanntes sozialpsychologisches Phänomen. Falls es dich interessiert guck mal hier: Selbstkategorisierungstheorie - da dann runterscrollen bis Gruppenpolarisation

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Dogarr
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Re: Fremden- und Ausländerhass

Beitrag von Dogarr »

Es ist so wie es ist:
Jeder einzelne von uns ist das Produkt seiner Erfahrungen. Daraus entstehen:

Symphatien,
Antisymphatien,
Ängste die man definieren kann,
Ängste die man nicht gezielt auf einen Punkt bringen kann
Vorurteile aufgrund von erlebtem
Erzählungen und erlebten
Nur Erzählungen und der daraus vielleicht auch unbegründeten Angst
Grundsätzlichen Ängsten
Verfälschter Selbstwahrnehmung
Verfälschter Wahrnehmung der Umgebung
..


Ich könnte die Liste so was von aufblähen.

Jeder, der Wirtschaftsflüchtling, der Kriegsflüchtling, der gewollte als auch der „ungewollte“ Immigrant, der „Schläfer“, der hier radikalisierte..

Jeder, der sogenannte Nazi, der „rechtschaffene Bürger“, dass Opfer aus „tragischen Einzelfällen“, dass „Pack“, ...

Jeder, der hilfsbereite Mensch der unbekannte mit offenen Armen aufnimmt, Menschen die Helfen wollen um jeden Preis, jene die schon vor Jahren immer wieder angemahnt haben: „der Endzeitkapitalismus wird auf uns massiv zurück fallen,.“

Alle haben eines Gemeinsam:

Erfahrungen und ANGST!


Angst ist im übrigen nichts schlechtes. Es schützt uns meistens vor dem Ableben. Aber in unserer Zeit ist die Urangst, unserem biologischem Selbsterhaltungstrieb nicht einmal mehr im Ansatz mit einem Teil der heutigen Ängste vergleichbar.


Schürt die AFD Ängste?
Natürlich.
Hat sie unrecht ?
Nein :)

Aha du Nazisau und Warum nicht ?
Weil unter einer Million Flüchtlingen sicherlich mindestens 10000 Menschen sein werden, die es Krachen lassen.

Wie wenig Menschen es bedarf um es krachen zu lassen hat uns der 11. September gelehrt.(ich frage mich immer noch wie der dritte Turm umstürzen konnte (ne, zusammenfallen))..


Nachdem du das nun alles gelesen hast, kopfschüttelnd mit angeschwollener Halsschlagader oder nickend, zum Teil oder im ganzen zustimmend deine Meinung bestätigt siehst,. Was nimmst du mit aus meinem Beitrag ?

Angst ?

Oder analysierst du meinen Beitrag und Zählst grade ab welche und wie viele Punkte ich den „drei“ Gruppen zugeteilt habe ?

Vielleicht bin ich ja des Teufels Advokat ?


Um noch ein wenig Angst zu schüren :
Es wird nur Verlierer geben.


MfG

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IpsilonZ
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Re: Fremden- und Ausländerhass

Beitrag von IpsilonZ »

Dogarr hat geschrieben:Es ist so wie es ist:
Jeder einzelne von uns ist das Produkt seiner Erfahrungen. Daraus entstehen:

Symphatien,
Antisymphatien,
Ängste die man definieren kann,
Ängste die man nicht gezielt auf einen Punkt bringen kann
Vorurteile aufgrund von erlebtem
Erzählungen und erlebten
Nur Erzählungen und der daraus vielleicht auch unbegründeten Angst
Grundsätzlichen Ängsten
Verfälschter Selbstwahrnehmung
Verfälschter Wahrnehmung der Umgebung
..


Ich könnte die Liste so was von aufblähen.

Jeder, der Wirtschaftsflüchtling, der Kriegsflüchtling, der gewollte als auch der „ungewollte“ Immigrant, der „Schläfer“, der hier radikalisierte..

Jeder, der sogenannte Nazi, der „rechtschaffene Bürger“, dass Opfer aus „tragischen Einzelfällen“, dass „Pack“, ...

Jeder, der hilfsbereite Mensch der unbekannte mit offenen Armen aufnimmt, Menschen die Helfen wollen um jeden Preis, jene die schon vor Jahren immer wieder angemahnt haben: „der Endzeitkapitalismus wird auf uns massiv zurück fallen,.“

Alle haben eines Gemeinsam:

Erfahrungen und ANGST!


Angst ist im übrigen nichts schlechtes. Es schützt uns meistens vor dem Ableben. Aber in unserer Zeit ist die Urangst, unserem biologischem Selbsterhaltungstrieb nicht einmal mehr im Ansatz mit einem Teil der heutigen Ängste vergleichbar.


Schürt die AFD Ängste?
Natürlich.
Hat sie unrecht ?
Nein :)

Aha du Nazisau und Warum nicht ?
Weil unter einer Million Flüchtlingen sicherlich mindestens 10000 Menschen sein werden, die es Krachen lassen.

Wie wenig Menschen es bedarf um es krachen zu lassen hat uns der 11. September gelehrt.(ich frage mich immer noch wie der dritte Turm umstürzen konnte (ne, zusammenfallen))..


Nachdem du das nun alles gelesen hast, kopfschüttelnd mit angeschwollener Halsschlagader oder nickend, zum Teil oder im ganzen zustimmend deine Meinung bestätigt siehst,. Was nimmst du mit aus meinem Beitrag ?

Angst ?

Oder analysierst du meinen Beitrag und Zählst grade ab welche und wie viele Punkte ich den „drei“ Gruppen zugeteilt habe ?

Vielleicht bin ich ja des Teufels Advokat ?


Um noch ein wenig Angst zu schüren :
Es wird nur Verlierer geben.


MfG
Hm. Ich nehme ehrlich gesagt in erster Linie Irritation aus diesem Beitrag mit. Auch wenn der Einstieg natürlich wahr ist.

Also, auch wenn du der Teufels Advokat bist... was ist der Zweck des Beitrages? Wenn du diese Rolle jetzt nur so eingenommen hast, muss es ja irgendeinen Zweck verfolgen. Der erschließt sich mir aber nicht.
Was ist der Zweck die (ziemlich abenteuerliche) Behauptung aufzustellen, dass mindestens (sic!) 10.000 aus 1.000.000 der Flüchtlinge (das sind immerhin 1%) es "krachen lassen werden"?

Man könnte hier als Teufels Advokat so viele Dinge aufführen, die eine interessante Diskussion aufwerfen. Zum Beispiel:
- hätte man vielleicht ein paar Tausend mehr Familien auf dem Meer ertrinken und verhungern lassen sollen, um die Stabilität in West-Europa zu gewährleisten? Wäre es klüger gewesen sie so lange dort zu lassen bis man einen gut funktionierenden Plan ausgeklügelt hat?
- Stellt die Aufnahme von "Wirtschaftsflüchtlingen" eine Gefahr für unser komfortables Leben dar und sollte man sie grad deshalb zurück in ihre Heimat (und Fabriken) schicken, damit unsere Wirtschaft nicht einbricht?
- Ein Argument, dass ich in letzter Zeit recht oft höre: ist es richtig die Flüchtigen (z.B. aus Syrien) zurück in die Heimat zu schicken, um dann an einer Lösung des Problems vor Ort zu arbeiten? Ist es das wert so lange die Menschen dort ausharren (und, nicht ganz unwahrscheinlich, sterben) zu lassen?*

*dazu noch diese Statistik: seit Beginn des Krieges sind 470.000 Menschen in Syrien während des Krieges gestorben. Über 10% der Bevölkerung sind verletzt oder wurden getötet

PS: der 7. Turm ist laut Untersuchungen wohl durch Brände zusammengestürzt. Hat aber nichts mit dem Thema zu tun, oder?

edit: vielleicht lese ich morgen deinen Beitrag ja noch mal und denke mir "ach, DAS meinte er damit". Oder jemand weist mich morgen auf den essentiellen Teil deines Beitrags hin. Aber wie gesagt, grad bin ich in erster Linie verwirrt, was der Zweck des "Teufels Advokaten"-Spielens.. ^^

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Dogarr
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Re: Fremden- und Ausländerhass

Beitrag von Dogarr »

"PS: der 7. Turm ist laut Untersuchungen wohl durch Brände zusammengestürzt. Hat aber nichts mit dem Thema zu tun, oder?"

Hmmmmm,...

edit: vielleicht lese ich morgen deinen Beitrag ja noch mal und denke mir "ach, DAS meinte er damit". Oder jemand weist mich morgen auf den essentiellen Teil deines Beitrags hin. Aber wie gesagt, grad bin ich in erster Linie verwirrt, was der Zweck des "Teufels Advokaten"-Spielens.. ^^

Da haut einer Aussagen raus und dir fällt nichts anderes ein, als auf die offensichtliche Nebelkerze einzugehen ?

hmmm........

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IpsilonZ
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Re: Fremden- und Ausländerhass

Beitrag von IpsilonZ »

Ich hab grad irgendwie das Interesse an der Unterhaltung verloren. ^^

Hmmmm..........

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Nachtfischer
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Re: Fremden- und Ausländerhass

Beitrag von Nachtfischer »

Dogarr hat geschrieben:Da haut einer Aussagen raus und dir fällt nichts anderes ein, als auf die offensichtliche Nebelkerze einzugehen ?
Wohlgemerkt basiert diese Feststellung darauf, ausgerechnet nur das "P.S." und das "edit" aus dem kritisierten Post herauszureißen. Das ist ja so großartig ironisch, dass ich fast eine komödiantische Intention unterstellen möchte. :)

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Dogarr
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Re: Fremden- und Ausländerhass

Beitrag von Dogarr »

Nachtfischer: Ich gebe dir Recht. der Beitrag war für den Allerwertesten und einer sachlichen Diskussion unwürdig. Dafür möchte ich mich entschuldigen bei IpsilonZ.

Die Hauptintention meines Beitrages war und ist es das „Fremdenfeindlichkeit“ immer aus begründeten oder unbegründeten Ängsten entsteht. Und mit „10000 Flüchtlingen die es Krachen lassen“ sind natürlich nicht nur verheerende Anschläge gemeint. Das wäre in der Tat ein Supergau.

Die Aussage zur AFD war im übrigen sehr provokant und auch so gewollt. Zumal es eine Verallgemeinerung, ja faktisch ein Freifahrtschein für jegliche Aussagen und Stammpunkte dieser Partei wäre *zwinker

Zu goshi nur soviel:

http://forum.gamespodcast.de/viewtopic. ... 8059#p8059" onclick="window.open(this.href);return false;


MfG

BlackSun84
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Re: Fremden- und Ausländerhass

Beitrag von BlackSun84 »

Wer sich kein Magengeschwür einfangen will, sollte in der heutigen Zeit eh lieber dem Biedermeier frönen. Hilft zwar nicht der Welt, aber einem selbst. Ein Freund konsumiert seit Jahren nicht mehr aktiv Nachrichten und ihm geht es seitdem, nach eigener Aussage, besser. In Zeiten, in denen es, gerade online, nur noch ultralinke gegen ultrarechte Meinungen gibt, sollte man sich als Gemäßigter lieber heraushalten. Wählen ja, egal welche Richtung (ich kann mir von Linke bis zur AfD fast alle vorstellen), aber am Ende des Tages ist mir meine Zeit idR. zu schade, um mich mit Fundis irgendwelcher Seite herumzuschlagen.

Stammbräu
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Re: Fremden- und Ausländerhass

Beitrag von Stammbräu »

Ich finde Dogarrs Beitrag gar nicht so schlecht.

Was mich an Debatten auch immer sehr stört ist, wenn Ängste nicht ernst genommen werden. Für die Personen die Angst empfinden, ist diese immer real.
Mag es für mich auch noch so abwegig sein, warum jemand Angst vor etwas hat, so bringt es doch überhaupt nichts wenn ich die Angst als "unbegründet" ignoriere. Angst ist nie unbegründet. Man versteht sie vielleicht nicht aber jeder der Angst hat, hat einen verdammt guten oder verdammt schlechten Grund dazu. Es gibt aber immer einen Grund.
Angst lässt sich nur duch das Verstehen (Verständnis) lösen. Ich würde mir sehr viel mehr verständnisbereitschaft wünschen in den ganzen politischen Diskussionen.

Angst vor Ausländern?
Angst vor der AFD?
Man beachte die Gemeinsamkeit.
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Nachtfischer
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Re: Fremden- und Ausländerhass

Beitrag von Nachtfischer »

Wirkliche Aufklärung wird es aus der Politik da nicht geben. Sonst müssten sie ja einräumen, dass wir eigentlich mindestens genauso viel Angst vor Deutschland, Amerika und Konsorten haben sollten. Also wird lieber mit Pseudoargumenten (Menschlichkeit, globales Miteinander) um sich geworfen, die dann letzten Endes in unserem System der Gegensätze niemanden überzeugen, der es nicht ohnehin schon ist. Aber das wird in Kauf genommen.

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christianneffe
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Re: Fremden- und Ausländerhass

Beitrag von christianneffe »

Stammbräu hat geschrieben: Was mich an Debatten auch immer sehr stört ist, wenn Ängste nicht ernst genommen werden. Für die Personen die Angst empfinden, ist diese immer real.
Haben die Leute wirklich Angst? Oder sind sie vielleicht einfach nur verunsichert?
Das Narrativ der "Angst" kann nämlich als wunderbare Legitimation für Gewalt dienen. Wir fühlen uns bedroht? Na da hilft nur Notwehr - die einzig akzeptable Form von Gewalt.

Es ist verständlich, dass eine solch hohe Zahl von Migranten mit einer gänzlich anderen kulturellen Prägung uns in unserer Lebensweise verunsichert. Die "Angst" aber entsteht erst, wenn Demagogen diese Verunsicherung nutzen, um die Masse hinter sich zu mobilisieren, indem sie Horrorszenarien und Feindbilder kreieren, anstatt an einer progressiven Lösung zu arbeiten.

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Vinter
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Re: Fremden- und Ausländerhass

Beitrag von Vinter »

Stammbräu hat geschrieben: Was mich an Debatten auch immer sehr stört ist, wenn Ängste nicht ernst genommen werden. Für die Personen die Angst empfinden, ist diese immer real.
Die Ängste sind real. Aber es liegt an jedem selbst, wie er damit umgeht.
Ich schrieb es weiter vorne schon: Auch mich überkommen manchmal unwillkürlich unwohle Gefühle und Gedanken, wenn ich z.B. in einem Bus Menschen mit traditioneller muslimischer Kleidung sehe. Es ist schwer, diese Gedanken nicht zu haben, nachdem die letzten 15 Jahre lang in den Medien unverhältnismäßig stark ein Feindbild aufgebauscht wurde.

Und aufgebauscht wurde es. Nicht, weil nicht Terroranschläge passieren, sondern weil es dem Menschen grundsätzlich schwer fällt, Risiken und Wahrscheinlichkeiten abzuschätzen. Und auch, weil wir den evolutionären Vorteil haben, eine hervorragende Mustererkennung zu besitzen, die uns in diesem Fall allerdings in die Quere kommt. Das ist der Grund, warum wir seelenruhig eine Hauptstraße zur Hauptverkehrszeit überqueren ohne den Blick vom Smartphone zu nehmen, aber beim Anblick eines streng-gläubigen Muslims Schweißausbrüche bekommen: Weil wir unfassbar schlecht darin sind, Risiken einzuschätzen aber unfassbar gut, Muster zu erkennen.

Jedenfalls:
Man kann auf verschiedene Arten mit seinen Ängsten umgehen. Man kann sich vollständig auf sie einlassen, in Panik verfallen und andere mit seiner Panik anstecken. Dann wählt man AfD, Oder man kann versuchen sie zu rationalisieren. Sich ihrer bewusst zu werden. Risiken abzuschätzen und feststellen, dass die Chance bei einem Terrorangriff zu sterben deutlich geringer ist als dabei, aus dem eigenen Bett zu fallen. Und dann kann man sich an seine Menschlichkeit erinnern und feststellen, was die AfD für ein gefährlicher, unmenschlicher Scheißhaufen ist.
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Stammbräu
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Re: Fremden- und Ausländerhass

Beitrag von Stammbräu »

christianneffe hat geschrieben:
Stammbräu hat geschrieben: Was mich an Debatten auch immer sehr stört ist, wenn Ängste nicht ernst genommen werden. Für die Personen die Angst empfinden, ist diese immer real.
Haben die Leute wirklich Angst? Oder sind sie vielleicht einfach nur verunsichert?
Das Narrativ der "Angst" kann nämlich als wunderbare Legitimation für Gewalt dienen. Wir fühlen uns bedroht? Na da hilft nur Notwehr - die einzig akzeptable Form von Gewalt.

Es ist verständlich, dass eine solch hohe Zahl von Migranten mit einer gänzlich anderen kulturellen Prägung uns in unserer Lebensweise verunsichert. Die "Angst" aber entsteht erst, wenn Demagogen diese Verunsicherung nutzen, um die Masse hinter sich zu mobilisieren, indem sie Horrorszenarien und Feindbilder kreieren, anstatt an einer progressiven Lösung zu arbeiten.
Dem kann ich nur zustimmen.
Standard-Kriegs-Marketing.
Ob eine Angst oder Verunsicherung vorhanden ist, halte ich für unerheblich im Bezug darauf, dass man sich ernsthaft damit befassen sollte.

Wie Vinter schon gesagt hat, ist die Chance an einem "Terroranschlag" zu sterben, unwahrscheinlich gering.
Mit der Angst vor dem Terroranschlag sind die üblichen Verdächtigen aber schon hausieren gegangen, da war die AfD noch nichtmal in Gedanken geboren...
Man kann also auf kompletter, politischer Ebene diesen Unsinn hinterfragen.
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IpsilonZ
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Re: Fremden- und Ausländerhass

Beitrag von IpsilonZ »

Da das Thema hier wohl etwas besser reinpasst, als in den Trump Thread ;)
derFuchsi hat geschrieben:Mir ging es hier um den Aspekt "Im Kontext seiner Zeit".
Anscheinend gab es also eine Zeit in der Neger und Zigeuner völlig gebräuchliche harmlose Begriffe waren.
Waren die Betroffenen damals schon gekränkt und man hat es damals in der persönlichen Filterblase halt nie bemerkt?
Und falls nicht, wann begann der Prozess dass sich diese Wörter in der Öffentlichkeit ins Negative wandelten und warum?
Und da kämen wir dann zum Wikipedia Artikel.
Naja, herabwertend waren diese Begriffe schon immer. Ich glaube aber Roma und Schwarze hatten damals ganz andere Probleme als sich über die Herkunft und Bedeutung zu beschäftigen. In einer Zeit in der Menschen dunkler Hautfarbe sich (wenn überhaupt) gegen Versklavung und andere Arten von Unterdrückung wehrten hat so ein Wort und seine Herkunft halt ne eher untergeordnete Rolle gespielt.
Auch Sinti und Roma hatten ganz andere Probleme als das Wort, mit denen man sie bezeichnet hat.

Also, ja, diese Begriffe hatten immer eine negative Herkunft. Nur gab es für eine lange Zeit ganz andere Probleme, als sich mit Begrifflichkeiten auseinanderzusetzen. Dass wir heute darüber reden zeigt einfach, dass wir Fortschritte gemacht haben und jetzt auch über solche Dinge diskutieren können.
Begriffe wie "Idiotie" oder "Schwachsinn" wurden ja sicher auch von vielen nicht wertend benutzt. Dass sie zurückblickend aber sicher nicht angemessen sind, muss man wahrscheinlich auch nicht drüber streiten.

Eine Gleichbehandlung geht halt Schritt für Schritt. Für Frauen war es mal ein großer Schritt überhaupt wählen gehen zu dürfen, obwohl es natürlich noch ein weiter Weg zur Gleichbehandlung war (ist?). Aber so funktioniert das halt. Schritt für Schritt.
derFuchsi hat geschrieben:Aber ist schon klar, heute möchte man seinen Kindern beim vorlesen von Kinderbüchern eher nicht noch umständlich erklären müssen dass Neger/Zigeuner heute ein Schimpfwort ist aber damals nicht und warum eigentlich (Hier fangen dann spätestens die Erklärungsnöte an).
Richtig. Weil dann wird aus ner Pippi Langstrumpf-Geschichte ganz schnell ne große Abhandlung über Rassenlehre (die "negride Rasse"), Sklaverei etc. pp. Will man das dem Kind, dem man grad ne nette Geschichte erzählen wollte antun? ^^
derFuchsi hat geschrieben:Unangenehmen Diskussionen entgeht man am besten indem man die Wörter entfernt und alle sind zufrieden.
Den Faden könnte man weiter spinnen mit Denkmäler die entfernt werden und Kunstwerke die umbenannt werden und des weiteren mehr. Unangenehme intellektuelle Auseinandersetzung mit der damaligen Zeit ist nicht erwünscht oder wird dem Menschen wohl zumindest nicht zugetraut.
Warum? Grundsätzlich ist eine Auseinandersetzung mit diesen Dingen doch gut, oder nicht? Ich finde du wirfst hier grad mehrere Dinge ziemlich durcheinander. Es macht doch einen Unterschied, ob man sich mit einem Buch wie "Mein Kampf" auseinandersetzen kann (das kann man) oder ob man seinen Kindern ein Buch vorliest, das noch Begriffe enthält, die im damaligen Kontext Sinn gemacht haben mögen aber eben einer entsprechenden Reflektion bedürfen. Warum, wenn ich meinem Kind doch die gleiche tolle Geschichte, mit den gleichen Figuren und schönen Botschaften vorlesen kann, welches insofern umgeändert wurde, dass es nun einen Begriff enthält, welcher völlig unbedenklich benutzt werden kann?0

Wenn du schon deinen Kindern eine intelektuelle Auseinandersetzung über Rassenlehre, Sklaverei usw. antun möchtest, dann steht es dir ja völlig frei. Es gibt überall Werke, die sich mit diesen Dingen reflektiert auseinandersetzen. Wer hindert dich daran und wie kommst du darauf, dass dies nicht erwünscht ist?
Wenn das Fehlen des Wortes "Neger" in Kinderbüchern die Menschen daran hindert sich mit unangenehmen Dingen auseinanderzusetzen, dann weiß ich nicht, was mit diesen Leuten los ist. In jeder Bibliothek/in jedem E-book-Shop, in jedem Museum, etc. findest du massenweise unangenehme Dinge. Und ich bin mir sicher niemand wird dich daran hindern, diese Dinge zu lesen und anzusehen und mit deinen Kindern zu diskutieren.

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Vinter
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Re: Fremden- und Ausländerhass

Beitrag von Vinter »

IpsilonZ hat geschrieben: Naja, herabwertend waren diese Begriffe schon immer. Ich glaube aber Roma und Schwarze hatten damals ganz andere Probleme als sich über die Herkunft und Bedeutung zu beschäftigen. In einer Zeit in der Menschen dunkler Hautfarbe sich (wenn überhaupt) gegen Versklavung und andere Arten von Unterdrückung wehrten hat so ein Wort und seine Herkunft halt ne eher untergeordnete Rolle gespielt.
Auch Sinti und Roma hatten ganz andere Probleme als das Wort, mit denen man sie bezeichnet hat.
Viel entscheidender finde ich da immer noch einen anderen Aspekt: Unsere Gesellschaft ist leider erst mittlerweile auf dem Weg, anzuerkennen, dass ein Mensch auch mit anderen Lebensentwürfen, anderen Präferenzen, anderer Herkunft [...] nicht weniger Wert ist als die Mehrheit. Das heißt, selbstverständlich war Neger und Zigeuner schon immer abwertend. Und zwar bewusst. Es hat sich vorher nur nie jemand dafür interessiert, was die betroffenen Gruppen denken - die waren ja eh minderwertig. Oder ums mal ganz blöd zu sagen: "Mir doch scheißegal, was der Nigger denkt, der soll arbeiten und das Maul halten."
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Dogarr
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Re: Fremden- und Ausländerhass

Beitrag von Dogarr »

Was Begrifflichkeiten angeht: Mir fällt dabei immer das Wort „Negerkuss“ ein. Als Kind habe ich damit immer den mit Schokoladenglasur überzogenen Schaumzucker assoziiert, ohne an Sklaverei oder Verachtung „anders pigmentierter“

http://www.mundmische.de/bedeutung/2987 ... ter_Mensch" onclick="window.open(this.href);return false;

Menschen zu denken. .

Heute ist diese Bezeichnung verpönt, tendenziell abwertend und kann einen eventuell auch mal den Job kosten, oder zumindest fast:

http://www.n-tv.de/ratgeber/Negerkuss-b ... 28946.html" onclick="window.open(this.href);return false;

Ist es also der heutigen „political correctness“ geschuldet?

Leider nicht weit genug gedacht:

https://de.wikipedia.org/wiki/Neger" onclick="window.open(this.href);return false;

Unter diesem Gesichtspunkt erübrigt sich natürlich die Frage ob Negerkuss in seiner Wortdefinition rassistisch und/ oder abwertend ist.

Und um dem einen oder anderen „Hardliner“ hier, mit „Einbahnstraßenhorizont“ gleich entgegen zu kommen: „Dunkel pigmentierter“ Mensch, fühlt sich für mich an wie eine „höhnische Verunglimpfung“ von „Neger“.

Dunkelhäutiger Mensch oder dunkelhäutiger „Insert Nationalität“ würde wohl die sachlichste Formulierung sein.

Und noch sachlicher wäre wohl einfach die „Hautfarbe“ weg zu lassen, so fern sie, im Bezug auf die zu machende Aussage nicht relevant ist.

MfG

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derFuchsi
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Re: Fremden- und Ausländerhass

Beitrag von derFuchsi »

Vinter hat geschrieben: Es hat sich vorher nur nie jemand dafür interessiert, was die betroffenen Gruppen denken - die waren ja eh minderwertig. Oder ums mal ganz blöd zu sagen: "Mir doch scheißegal, was der Nigger denkt, der soll arbeiten und das Maul halten."
Ich glaube nicht dass Astrid Lindgren, Otfried Preußler oder Alexandra so gedacht haben. (Davon abgesehen dass ich Neger nicht mit Nigger übersetzen würde)
Vinter hat geschrieben: ...selbstverständlich war Neger und Zigeuner schon immer abwertend. Und zwar bewusst....
Das passt bei mir nicht zusammen.
Die Begriffe mögen im historischen Ursprung vielleicht rassistisch sein, wurden aber allgemein nicht so benutzt würde ich mal so behaupten oder wie passt das sonst mit den oft erwähnten Werken obiger Personen zusammen?
Der bekannte Schlager vom Zigeunerjungen z.B. ist doch kein abwertendes Lied? Das hätte glaube ich anders geklungen...
Heute kannst du so einen Liedtext nicht mehr bringen. (Wird das Lied eigentlich noch gespielt? Ich bewege mich nicht (mehr) in solchen Kreisen seit ich zuhause ausgezogen bin ;) )
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