Fremden- und Ausländerhass

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Vinter
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Re: Fremden- und Ausländerhass

Beitrag von Vinter »

Das ist schlicht eine Frage der Sozialisation. Wenn du in einem Umfeld aufwächst, in dem der Neger eben der Neger ist, dann hinterfragst du das ja auch erstmal nicht zwangsläufig. Zudem: Ich weiß jetzt nicht genau, wann Pipi Langstrumpf geschrieben wurde, aber ich nehme mal an, dass zu jener Zeit auch einfach kein anderer Begriff existierte, als dieser Abwertende.

Insofern war Lindgrens denken ggf. nicht davon geprägt, dass dunkelhäutige Menschen per se minderwertig waren, aber ihr Wortschatz war eben der Wortschatz jener Zeit. Bei einem "König der Schwarzen" o.ä. hätte vermutlich niemand verstanden, was gemeint war - aber hier muss auch erstmal ein Problembewusstsein vorhanden sein, um auf so eine Idee zu kommen. Und da spielt jetzt wieder die Sensibilisierung der Gesellschaft eine Rolle, die ggf. zu jener Zeit sich überhaupt keine Gedanken um solche Fragen machte.

Nachtrag:
Pipi Langstrumpf entstand und wurde veröffentlicht in den Jahren 41 - 45. Das ganze Thema um Diskriminierung von Minderheiten kam erst deutlich später auf. Man überlege sich, wann schwarze Bürgerrechtler in den USA aufkamen und wie sie bekämpft wurden - und dass bis heute noch keine faktische, alltägliche Gleichbehandlung existiert. Und im Schweden jener Zeit dürfte die Anzahl Menschen mit dunkler Hautfarbe gegen Null gegangen sein, weshalb auch dort unmittelbar überhaupt kein Problembewusstsein existieren kann. Wenn man nach "Schwarze in den USA" googled bekommt man einen Haufen treffer, inklusive Wikipedia und Co. "Schwarze in Schweden" oder "Colored in Sweden" hingegen liefert so gut wie nichts. Da existieren kaum Artikel zu, die auch in Umfang kaum erwähnenswert sind. Insofern ist Lindgren hier auch kein Vorwurf zu machen - wir stehen immer auf den Schultern von Giganten.
Zuletzt geändert von Vinter am 29. Sep 2016, 09:55, insgesamt 4-mal geändert.
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Dogarr
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Re: Fremden- und Ausländerhass

Beitrag von Dogarr »

Nigger

Nigger (im afroamerikanischen Englisch auch Nigga, Niggar, Niggah oder Nigguh;[1] in Südstaaten-Aussprache auch Niggra, Nigra und Nighe[2]) ist eine rassistisch konnotierte und äußerst abwertende Bezeichnung für Menschen dunkler Hautfarbe (siehe auch Schwarze). Sie dient dazu, eine soziale Degradierung vorzunehmen und ein hierarchisches Verhältnis auszudrücken.

Neger

Neger (von französisch nègre, spanisch negro, lateinisch niger für „schwarz“) ist eine im 17. Jahrhundert in die deutsche Sprache eingeführte Bezeichnung, die auf eine dunkle Hautfarbe der Bezeichneten hinweist. Das Wort fand zunächst nur begrenzt Verwendung; mit dem Aufkommen der eng mit der Geschichte von Kolonialismus, Sklaverei und Rassentrennung verbundenen Rassentheorien und der (seit langem überholten) Vorstellung einer „negriden Rasse“ bürgerte es sich ab dem 18. Jahrhundert in der Umgangs-, Literatur- und der Wissenschaftssprache ein. Neger gilt heute allgemein als Schimpfwort und als abwertende, rassistische Bezeichnung für schwarze Menschen.

Copy & Past, aber war grad "be"Griff"s"bereit.

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derFuchsi
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Re: Fremden- und Ausländerhass

Beitrag von derFuchsi »

Dogarr hat geschrieben: Was Begrifflichkeiten angeht: Mir fällt dabei immer das Wort „Negerkuss“ ein. Als Kind habe ich damit immer den mit Schokoladenglasur überzogenen Schaumzucker assoziiert, ohne an Sklaverei oder Verachtung „anders pigmentierter“
Du sagst es ja selbst
Dogarr hat geschrieben: https://de.wikipedia.org/wiki/Neger" onclick="window.open(this.href);return false;

Unter diesem Gesichtspunkt erübrigt sich natürlich die Frage ob Negerkuss in seiner Wortdefinition rassistisch und/ oder abwertend ist.
Das ist was ich meinte mit rassistischem Ursprung. Wie das Wort gebraucht und verstanden wurde ist aber eine andere Sache.

Aus Wikipedia:
"Neger (von französisch nègre, spanisch negro, lateinisch niger für „schwarz“) ist eine im 17. Jahrhundert in die deutsche Sprache eingeführte Bezeichnung, die auf eine dunkle Hautfarbe der Bezeichneten hinweist."

"Nach dem Etymologischen Wörterbuch der deutschen Sprache hat das Wort Neger die Ausgangsbedeutung „Schwarzer“ und ist ein Lehnwort nach dem französischen nègre, das wiederum vom spanischen negro, der Nachfolgeform des Lateinischen niger („schwarz“) kommt."

Und so wurde es früher auch verstanden.
Klingt auch ganz anders als die Definition von Nigger.

"Das Wort fand zunächst nur begrenzt Verwendung; mit dem Aufkommen der eng mit der Geschichte von Kolonialismus, Sklaverei und Rassentrennung verbundenen Rassentheorien und der (seit langem überholten) Vorstellung einer „negriden Rasse“ bürgerte es sich ab dem 18. Jahrhundert in der Umgangs-, Literatur- und der Wissenschaftssprache ein. Neger gilt heute allgemein als Schimpfwort und als abwertende, rassistische Bezeichnung für schwarze Menschen."

Habe das Wichtigste mal hervorgehoben.
Und das Rassentheorieblabla sind doch akademische Diskussionen die im Allgemeinen niemanden so recht interessierten. Sklaverei hin und Kolonialisierung her, wie du oben selbst sagtest, Neger war für dich bloß das Wort für Menschen dunkler Hautfarbe wie Zigeuner das Wort war fürs "fahrende Volk" und im Allgemeinen Gebrauch wertfrei gemeint im Gegensatz zum amerikanischen "Nigger". Dort wäre "Negro" wohl eher das Gegenstück (Ich meine das sogar noch gelernt zu haben im Englischunterricht).

Das Argument der ursprünglichen Bedeutung umgedreht dürfte man mit der gleichen Begründung heute andersrum auch wieder die Swastika (Hakenkreuz) gebrauchen. War ursprünglich ja gar kein rassistisches Zeichen...

Warum das Hakenkreuz heutzutage geächtet ist kann allerdings jeder nachvollziehen.
Bei den Wörtern Neger oder Zigeuner bin ich mir allerdings aus oben genannten Gründen unsicher ab wann und vor allem warum die Begriffe plötzlich "außer Mode" kamen wenn man noch damit aufwuchs.
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Dogarr
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Re: Fremden- und Ausländerhass

Beitrag von Dogarr »

In diesem Punkt gehe ich mit dir d'accord, zeige hiermit aber auch an, dass ich dieses vermeidliche Wort abgrundtief hasse*zwinker

Ich habe immer so die Angewohnheit Dinge zu hinterfragen. (hämisches Geklatsche aus dem Hintergrund),.

Ich meine das anders:

Bei all diesen Diskussionen ist eines eine Konstante!

Habe ich erlebt!
habe ich gehört!
Erlebt und gehört!
Oder kann ich nachvollziehen!

Das geht in jede Richtung...

Gehen wir mal vom „hier und jetzt aus“. Ich weiß nicht ob ich das vermitteln kann, aber aus tiefster Überzeugung, denke ich das bei diesem emotionalem Thema wir nur bedingt (wir, im Sinne von alle Beitragsteilnehmern) einen Konsens finden werden.


Wir können natürlich differenzieren! Dieses Sammelsurium an eigenen Erfahrungen und erlebtem sachlich zuordnen. Ob wir das schaffen ? Nein. Die Gewichtung dessen was jeder einzelne, neben seiner „subjektiven“ Wahrnehmung in Gänze in die Waagschalen wirft, wird niemals die „vermeintliche Wahrheit“ widerspiegeln.

Na Dogarr, kommste zum Punkt ?

Das ist der Punkt.

MFG

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derFuchsi
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Re: Fremden- und Ausländerhass

Beitrag von derFuchsi »

Das ist hier ein wenig so wie der alte Witz "Was sagen sie als unbeteiligter zum Thema Intelligenz?"
Sprich es wäre interessant was aus der Sicht von (am besten älteren) Betroffenen zu hören. Man spricht ja gerne ÜBER Menschen statt MIT ihnen.
Hätte beinahe Dosto angestupst (Wäre vermutlich sowieso zu jung) aber wie ich ja jetzt weiß hat sein Avatar garnichts mit ihm zu tun ;).
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IpsilonZ
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Re: Fremden- und Ausländerhass

Beitrag von IpsilonZ »

Die Diskussion scheint grad in verschiedene Richtungen aufzudröseln.

Ist inzwischen wirklich die Frage, ob ein Großteil der Schwarzen es beleidigend findet, wenn man "Neger" zu ihnen sagt? ^^
Wenn ja, dann kann ich zumindest aus meinen Bekanntenkreis sagen, dass wenn jemand sie einfach so als Neger bezeichnet, sie das als ziemlich heftige Beleidigung empfinden. Vielleicht ist es je nach Person mal in nem humorvollen Kontext, wenn man sich kennt, okay. Aber bestimmt nicht einfach so.

Mit Begriffen wie "Schwarzer" hatte ich bei Gesprächen bisher nie n Problem, wenn das Thema überhaupt aufkam. Ich hab ja auch kein Problem, wenn man mich Weißer nennt. Alle weiteren Versuche solche Worte zu modifizieren führen natürlich oft ins Lächerliche. Wir sprechen hier halt wieder über das völlig andere Extrem, wo (weiße?) Leute in ihren Zimmern sitzen und überlegen, wie man "die da" anders nennen könnte.

Mehr aber gerne heute Abend oder morgen. ^^

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Dogarr
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Re: Fremden- und Ausländerhass

Beitrag von Dogarr »

was hast du erwartet ?

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derFuchsi
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Re: Fremden- und Ausländerhass

Beitrag von derFuchsi »

IpsilonZ hat geschrieben: Ist inzwischen wirklich die Frage, ob ein Großteil der Schwarzen es beleidigend findet, wenn man "Neger" zu ihnen sagt?
Eigentlich nicht.
Mich würde persönlich eher interessieren ob das früher schon so war als der Begriff noch nicht so verpönt war.
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Malvitus
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Re: Fremden- und Ausländerhass

Beitrag von Malvitus »

derFuchsi hat geschrieben:[
Warum das Hakenkreuz heutzutage geächtet ist kann allerdings jeder nachvollziehen.
Bei den Wörtern Neger oder Zigeuner bin ich mir allerdings aus oben genannten Gründen unsicher ab wann und vor allem warum die Begriffe plötzlich "außer Mode" kamen wenn man noch damit aufwuchs.
Ich stell mal eine Theorie auf.

Bei Neger denke ich ist es plausibel, das die Ähnlichkeit zum englischen Schimpfwort Nigger so groß ist, dass es quasi zu einer Art "Übersetzungsfehler" gekommen ist.

Ein Punkt, der sowohl Zigeuner als auch Neger betrifft, sind sicherlich auch rassistische Verallgemeinerungen, wodurch die Wörter ihre negative Konotation erhalten haben. Wenn ich ständig von den diebischen Zigeunern spreche, ändert sich die Bedeutung von einem urpsürnglich vielleicht neutralem Wort zum Schimpfwort, besonders dann wenn man es dann als Schimpfwort für nicht zigeuner verwendet.

Ich finde das allerdings auch ziemlich unerheblich. Ob die Begriffe früher positiv oder zumindest nicht negativ besetzt waren ist ziemlich egal. Sie sind im aktuellen gesellschaftlichen Kontext als Schimpfwort angesehen, also verwende ich sie nicht mehr in der ursprünglichen Form. Sprache ist im Gegensatz zur Mathematik im Fluß und verändert sich stetig. Wenn man sich also beschwert, dass man das früher sagen durfte und heute nicht, verweigert sich der Realität. Solche Prozesse sind einfach normal. Ich persönlich habe kein Problem damit, meine Sprachgebrauch entsprechend anzupassen.

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derFuchsi
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Re: Fremden- und Ausländerhass

Beitrag von derFuchsi »

Der Mensch ist allerdings ein Gewohnheitstier.
"Hat doch früher alles auch niemanden gestört" Was vermutlich nicht stimmt aber man bekam es halt nicht mit.
Und plötzlich kommen aus allen Ecken diese "Gutmenschen" um die Ecke und pfuschen an der Sprache und an Büchern und an Denkmälern und was weiß ich alles herum und wollen einem erklären was man sagen oder schreiben darf und was nicht was früher nach eigener Erfahrung doch nie ein Problem war.

Die Diskussion hier ist auch rein akademisch. Niemand der noch seine 5 Sinne beieinander hat benutzt in der Öffentlichkeit noch diese Begriffe oder tritt dafür ein sie benutzen zu dürfen.

Die Änderung an zeitgenössischer Literatur ist ein anderes Thema. Das kann man durchaus kritisch sehen, wobei man den Einzelfall betrachten müsste.
Aber wie schon erwähnt wurde wurden zu allen Zeiten Bücher in revidierten Fassungen neu aufgelegt abseits diverser politischer Unkorrektheiten.
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Stammbräu
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Re: Fremden- und Ausländerhass

Beitrag von Stammbräu »

Der halbe Wiener Dialekt wäre für die Tonne. Vielleicht ist deswegen der Slogan der Stadt "Wien ist anders" :D

In wievielen Sprachen und Dialekten ist die Bezeichnung für jemanden der aus Polen kommt "Polak" oÄ?
Wenn der Yugo Poljak sagt, ist es seine Sprache. Wenn ich es sage, wäre es automatisch negativ besetzt?
Warum nennen soviele Afros ihre herkunftsverwandten Freunde "Nigga"? Das Wort bedeutet in einigen afrikanischen Regionen zB "verkauftes Kind". Nicht gerade eine nette Bezeichnung für Freunde. Warum tun die das?

Den Kontext außer Acht zu lassen, mag eine bequeme Denkabkürzung sein, ich halte es jedoch nicht für sinnvoll.
https://youtu.be/NXWBvB4U-cA" onclick="window.open(this.href);return false;

Empfangsprobleme sollten nicht dem Sender angelastet werden. Der sendet ja nur. Richtig empfangen muss man schon selbst.
"Auf ein Bier" Community TS3-Server - aufeinbier.ts.gamed.de - pw: skolprost

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Malvitus
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Re: Fremden- und Ausländerhass

Beitrag von Malvitus »

Stammbräu hat geschrieben: In wievielen Sprachen und Dialekten ist die Bezeichnung für jemanden der aus Polen kommt "Polak" oÄ?
Wenn der Yugo Poljak sagt, ist es seine Sprache. Wenn ich es sage, wäre es automatisch negativ besetzt?
Kommt auf den Kontext an, aber in 95% der Fälle ist es wohl ein Schimpfwort. Es ist auch ziemlich fragwürdig zu argumentieren, dass ein Wort in einer anderen Sprache etwas anderes bedeutet. Natürlich tut es das, es ist ja auch eine andere Sprache. Im Deutschen ist "Polake" ein abwertender Begriff, die neutrale Bezeichnung ist hingegen Pole. Wie andere Sprachen den Begriff "Polake" verwenden ist für Sprachwissenschaftler eventuell interesannt, für den allgemeinen Sprachgebrauch aber völlig unerheblich.
Empfangsprobleme sollten nicht dem Sender angelastet werden. Der sendet ja nur. Richtig empfangen muss man schon selbst.
Dem würde ich widersprechen. Der Sender hat den größeren Teil der Verantwortung, wenn es um das kommunizieren geht. Der Empfänger kann unmöglich wissen was der Sender kommunizieren will. Die erfolgreiche Kommunikation gelingt nur, wenn der Sender die im Kontext angebrachten Worte richtig auswählt und übermittelt. Natürlich muss der Empfänger die Nachricht auch korrekt interpretieren. Wenn die Nachricht aber einfach schlecht formuliert ist, kann selbst die beste Interpretation nichts mehr helfen.

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derFuchsi
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Re: Fremden- und Ausländerhass

Beitrag von derFuchsi »

Manchmal kann man senden wie man möchte, man will es einfach falsch verstehen hat man das Gefühl.
Gerade aktuell der Polizeioberst der den Pegida Demonstranten in Dresden nach erteilter Demonstrationsgenehmigung höflich einen "erfolgreichen Tag" wünscht und jetzt geshitstormt wird.
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IpsilonZ
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Re: Fremden- und Ausländerhass

Beitrag von IpsilonZ »

derFuchsi hat geschrieben:Manchmal kann man senden wie man möchte, man will es einfach falsch verstehen hat man das Gefühl.
Gerade aktuell der Polizeioberst der den Pegida Demonstranten in Dresden nach erteilter Demonstrationsgenehmigung höflich einen "erfolgreichen Tag" wünscht und jetzt geshitstormt wird.
Hm. Wie hast du das denn mit dem erfolgreichen Tag interpretiert? Also dass er auch noch einen erfolgreichen und nicht nur einen "angenehmen" oder "schönen" ähnliches?

edit: und das hat außerdem auch nicht wirklich was mit der Frage zu tun, ob bei Wörtern wie "Neger", "Polake" etc. ein Empfänger/Sender-Problem vorliegt.

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derFuchsi
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Re: Fremden- und Ausländerhass

Beitrag von derFuchsi »

Ich fand das ein schönes Beispiel zum Empfängerproblem allgemein.
Da muss man garnicht mit Neger oder Polake ankommen. Da reicht es schon den "falschen" Leuten einen erfolgreichen Tag zu wünschen. Was ja wohl durchaus legitim ist unabhängig davon ob einem persönlich gefällt oder nicht wofür da demonstriert werden soll. Nennt sich Höflichkeit.
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Re: Fremden- und Ausländerhass

Beitrag von IpsilonZ »

derFuchsi hat geschrieben:Ich fand das ein schönes Beispiel zum Empfängerproblem allgemein.
Da muss man garnicht mit Neger oder Polake ankommen. Da reicht es schon den "falschen" Leuten einen erfolgreichen Tag zu wünschen. Was ja wohl durchaus legitim ist unabhängig davon ob einem persönlich gefällt oder nicht wofür da demonstriert werden soll. Nennt sich Höflichkeit.
Naja. Wenn man Leuten, wie gesagt, einen schönen oder angenehmen Tag oder für später eine friedliche Heimreise wünscht, dann ist es höflich. Das kann die Polizei ja gerne machen.

Aber eine Demonstration hat ja im normalen Fall einen Zweck oder ein Ziel. Wenn ich Leuten, die ein Zweck oder Ziel haben Erfolg wünsche (und nichts anderes tue ich, wenn ich ihnen einen erfolgreichen Tag wünsche), dann schwingt da deutlich eine Wertung mit.
Ich verstehe grad nicht, wo hier ein Empfängerproblem liegen sollte. Wenn ich Leuten einen erfolgreichen Tag wünsche dann... wünsche ich ihnen Erfolg. Ich sehe da grad eher wenig Raum für Deutungen.

Und ja, das gilt für alle Demonstrationen. Egal ob da Pegida Pro-Erdogan-Demonstranten oder der schwarze Block auftreten. Als Institution welche so neutral wie möglich auftreten soll, wünsche ich in solchen Situationen weder einen erfolgreichen Tag noch wünsche ich ihnen Misserfolg.

Und das mit "Polake" und "Neger" war halt vorher das Thema. Deshalb bezog ich mich u.a. auch noch einmal darauf.

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Re: Fremden- und Ausländerhass

Beitrag von derFuchsi »

Axel hat geschrieben: Übrigens erwarte ich von demokratischen Kräften keine Höflichkeiten gegenüber Naziarschlöchern, sondern die volle Härte des Gesetzes. Die Polizei hätte die Aufgabe unsere Demokratie zu verteidigen und nicht noch "höflich" denen gegenüber zu sein, die unsere Demokratie abschaffen und ein viertes Reich errichten wollen.
Offensichtlich gab es hier aber im Vorfeld nichts zu beanstanden sonst wäre die Demonstration ja wohl nicht genehmigt worden. Also sehe ich keinen objektiven Grund für den Shitstorm.

Und zum Glück wohnen wir in einem Land in dem man "die volle Härte des Gesetzes" erst zu spüren bekommt nachdem man eine Straftat begangen hat und nicht davor.

Aber offensichtlich leben wir bereits in einem Land in dem man sich verteidigen muss weil man zu den "falschen" Leuten höflich ist.
Weltoffene tolerante Gesellschaft ich weiß.

Und wie soll denn eurer Meinung nach die Polizei "unsere Demokratie verteidigen"? Indem man rechte Demonstrationen am liebsten ganz unterbindet habe ich den Eindruck.
Frei nach dem Motto "Unsere Gesellschaft ist weltoffen und tolerant solange man mit uns einer Meinung ist".

Ich mag das Zitat "Ich verachte Ihre Meinung, aber ich würde mein Leben dafür geben dass Sie sie äußern dürfen"


(Ich möchte jetzt nicht die Pöbeleien und Beleidigungen verteidigen, das ist wieder ein anderes Thema)
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Re: Fremden- und Ausländerhass

Beitrag von IpsilonZ »

derFuchsi hat geschrieben:
Axel hat geschrieben: Übrigens erwarte ich von demokratischen Kräften keine Höflichkeiten gegenüber Naziarschlöchern, sondern die volle Härte des Gesetzes. Die Polizei hätte die Aufgabe unsere Demokratie zu verteidigen und nicht noch "höflich" denen gegenüber zu sein, die unsere Demokratie abschaffen und ein viertes Reich errichten wollen.
Offensichtlich gab es hier aber im Vorfeld nichts zu beanstanden sonst wäre die Demonstration ja wohl nicht genehmigt worden. Also sehe ich keinen objektiven Grund für den Shitstorm.

Und zum Glück wohnen wir in einem Land in dem man "die volle Härte des Gesetzes" erst zu spüren bekommt nachdem man eine Straftat begangen hat und nicht davor.

Aber offensichtlich leben wir bereits in einem Land in dem man sich verteidigen muss weil man zu den "falschen" Leuten höflich ist.
Weltoffene tolerante Gesellschaft ich weiß.

Und wie soll denn eurer Meinung nach die Polizei "unsere Demokratie verteidigen"? Indem man rechte Demonstrationen am liebsten ganz unterbindet habe ich den Eindruck.
Frei nach dem Motto "Unsere Gesellschaft ist weltoffen und tolerant solange man mit uns einer Meinung ist".

Ich mag das Zitat "Ich verachte Ihre Meinung, aber ich würde mein Leben dafür geben dass Sie sie äußern dürfen"


(Ich möchte jetzt nicht die Pöbeleien und Beleidigungen verteidigen, das ist wieder ein anderes Thema)
Wurde mein Beitrag übersehen? ^^

"Aber offensichtlich leben wir bereits in einem Land in dem man sich verteidigen muss weil man zu den "falschen" Leuten höflich ist."
um mich selbst zu zitieren:
"Aber eine Demonstration hat ja im normalen Fall einen Zweck oder ein Ziel. Wenn ich Leuten, die ein Zweck oder Ziel haben Erfolg wünsche (und nichts anderes tue ich, wenn ich ihnen einen erfolgreichen Tag wünsche), dann schwingt da deutlich eine Wertung mit.
Ich verstehe grad nicht, wo hier ein Empfängerproblem liegen sollte. Wenn ich Leuten einen erfolgreichen Tag wünsche dann... wünsche ich ihnen Erfolg. Ich sehe da grad eher wenig Raum für Deutungen."

"Und wie soll denn eurer Meinung nach die Polizei "unsere Demokratie verteidigen"? Indem man rechte Demonstrationen am liebsten ganz unterbindet habe ich den Eindruck.
Frei nach dem Motto "Unsere Gesellschaft ist weltoffen und tolerant solange man mit uns einer Meinung ist"."
Um mich selbst zu zitieren:
"Und ja, das gilt für alle Demonstrationen. Egal ob da Pegida Pro-Erdogan-Demonstranten oder der schwarze Block auftreten. Als Institution welche so neutral wie möglich auftreten soll, wünsche ich in solchen Situationen weder einen erfolgreichen Tag noch wünsche ich ihnen Misserfolg."

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Heretic
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Re: Fremden- und Ausländerhass

Beitrag von Heretic »

derFuchsi hat geschrieben:Und wie soll denn eurer Meinung nach die Polizei "unsere Demokratie verteidigen"? Indem man rechte Demonstrationen am liebsten ganz unterbindet habe ich den Eindruck.
Frei nach dem Motto "Unsere Gesellschaft ist weltoffen und tolerant solange man mit uns einer Meinung ist".
Gewisse Demonstrationen würde ich in der Tat im Vorfeld unterbinden, Stichwort Volksverhetzung. Auch die Pedida-Aufmärsche sollte man in dieser Beziehung genauer unter die Lupe nehmen...

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Vinter
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Re: Fremden- und Ausländerhass

Beitrag von Vinter »

Sachsens Justiz und Polizei ist, wie schon erwähnt, bekannt, wenn nicht gar berüchtigt dafür, dass Teile auf dem rechten Auge nicht nur blind sind, sondern sogar offene Sympathien zu hegen für Ideologien, die mit unserer freiheitlichen Grundordnung nicht vereinbar sind. Und da ist es völlig klar, dass dort eine gewisse Sensibilität herrscht bei solchen Symbolen, auch wenn der betreffende Polizist sich möglicherweise bei so einer Floskel nichts weiter gedacht hat.

Und das ist natürlich auch gefährlich: Wie soll eine Polizei für Vertrauen werben, wenn man als alternativ oder nicht-europäisch aussehender Mensch befürchten muss an einen Beamten zu geraten, der einen alleine dafür das Gewalrltmonopol spüren lässt, weil man nicht in sein Weltbild passt. Oder der ggf. auch nur deshalb Polizist ist, weil er Bock hat, es den Kanaken mal schön zu zeigen. Auch hier gibt es genügend Berichte von übergriffigen Polizisten, die jahrelang auffällig sind, aber vom Korpsgeist geschützt werden. Zumal du ja eh kaum eine Chance auf Gerechtigkeit hast, wenn du der Polizei dumm kommst, weil du ihr Fehlverhalten anzeigst oder dokumentierst.
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