US-Politik

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Rince81
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Re: Präsident Trump

Beitrag von Rince81 »

vicsbier hat geschrieben:
3. Jun 2020, 10:31
Ein Link auf einen Artikel der SZ vom letzten Jahr zu Studien über Polizeigewalt in den USA:
https://www.sueddeutsche.de/wissen/stat ... EVtSYBEd3M
Die Kernaussage des Artikels stimmt nicht.
Die Süddeutsche fasst die Studie 2019 so zusammen:
Eine Studie widerspricht der These, wonach hellhäutige Polizisten häufiger Personen mit anderer Hautfarbe erschießen als ihre dunkelhäutigen und hispanoamerikanischen Kollegen.
Man verlinkt auf die Studie:
https://www.pnas.org/content/116/32/15877

Nur wurde diese Studie April 2020 gerade in der Kernaussage korrigiert.
https://www.pnas.org/content/117/16/9127
“Although we were clear about the quantity we estimated and provide justification for calculating Pr(race|shot, X) in our report (see also 2, 3), we want to correct a sentence in our significance statement that has been quoted by others stating ‘White officers are not more likely to shoot minority civilians than non-White officers.’ This sentence refers to estimating Pr(shot|race, X). As we estimated Pr(race|shot, X), this sentence should read: ‘As the proportion of White officers in a fatal officer-involved shooting increased, a person fatally shot was not more likely to be of a racial minority.’ This is consistent with our framing of the results in the abstract and main text.
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Dober
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Re: Präsident Trump

Beitrag von Dober »

Wenn ich es richtig gelesen habe ist es doch nur eine kleine Korrektur aufgrund der mathematischen Berechnungsformel, die besagt, wenn die Anzahl von weißen Cops in tödlichen Schießereien steigt, die Wahrscheinlichkeit von Nichtweißen als Opfer aber nicht ansteigt.

Auch sagt die Aprilkorrektur, dass andere Berechnungen mit der benutzen Variabel dadurch nicht ungültig werden.
“We appreciate the feedback that led us to clarify this sentence (4). To be clear, this issue does not invalidate the findings with regards to Pr(race|shot, X) discussed in the report.”
Der SZ-Artikel sollte abseits des Eineitungssatzes also doch noch gültig sein.

Rince81
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Re: Präsident Trump

Beitrag von Rince81 »

Und das ist da James Mattis, Trump's ehemaliger Verteidigungsminister, der ihn ziemlich unverblümt mit den Nazis vergleicht... :shock:
https://www.theatlantic.com/politics/ar ... on/612640/
Instructions given by the military departments to our troops before the Normandy invasion reminded soldiers that “The Nazi slogan for destroying us…was ‘Divide and Conquer.’ Our American answer is ‘In Union there is Strength.’” We must summon that unity to surmount this crisis—confident that we are better than our politics.

Donald Trump is the first president in my lifetime who does not try to unite the American people—does not even pretend to try. Instead he tries to divide us. We are witnessing the consequences of three years of this deliberate effort.
We can unite without him, drawing on the strengths inherent in our civil society. This will not be easy, as the past few days have shown, but we owe it to our fellow citizens; to past generations that bled to defend our promise; and to our children.

Holla...
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derFuchsi
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Re: Präsident Trump

Beitrag von derFuchsi »

"Sollte er die Wahl im November verlieren, wird Donald Trump das Ergebnis wohl nicht anerkennen. Niemand wird ihn an einem Staatsstreich hindern können, dafür sorgen er und seine Verbündeten seit Langem vor."
https://www.spiegel.de/netzwelt/web/don ... 41be3467c1
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Voigt
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Re: Präsident Trump

Beitrag von Voigt »

Zwei Sachen: Gerrymandering machen die Demokraten genauso, und zur letztlichen Kernaussage: Ein Trumpscher Staatsstreich wird kommen und niemand wird ihn daran hindern können..
Die Armee ist nominell dem Präsidenten unterstellt, aber auch erstmal nur nominell. In der Armee ist Trump aber wohl so garnich beliebt. Als "Draftdodger" und als er den beliebten General gefeuert hat.

Daher ganz so apokalyptisch würde ich es nicht sehen.

Ich denke aber schon das Trump durchaus mit ddn Gedanken spielt, und er daher auch projeziert.

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limericks
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Re: Präsident Trump

Beitrag von limericks »

Dass Trump, wie Sascha Lobo im Artikel vorhersagt, das Militär einsetzen wird um trotz Wahlniederlage weiterzuregieren, halte ich auch für reichlich übertrieben. Ja, er ist Oberbefehlshaber, aber deshalb wird das Militär nicht jeden Befehl blind umsetzen. Siehe z.B. das Memo vom Generalstabsvorsitzenden Milley, das in den letzten Tagen veröffentlicht wurde, wo er quasi zwischen den Zeilen ankündigt solchen Befehlen nicht Folge zu leisten und auch alle anderen Soldaten implizit dazu aufruft, indem er sie daran erinnert dass ihre Loyalität der Verfassung gilt.

Diese Befürchtung scheint mir eher auf einer sehr klischeehaften und simplen Vorstellung des US Militärs an sich zu basieren, die der Realität nicht gerecht wird. Eine Diktatur Trumps mithilfe des Militärs als blindem Befehlsausführer gegen das eigene Volk wird es nicht geben.

Rince81
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Re: Präsident Trump

Beitrag von Rince81 »

Voigt hat geschrieben:
4. Jun 2020, 15:57
Zwei Sachen: Gerrymandering machen die Demokraten genauso,
Stimmt historisch ganz sicher. Aktuell bzw. in dem geschehen der letzten 20 Jahre aber nicht. Da sind es primär die Republikaner und es ist auch nicht mehr primär Gerrymandering,sondern geht in Richtung Voter Suppression also den gezielten Versuch Bevölkerungsteile vom Wählen abzuhalten und das sind zu 99,9% Versuche der Republikaner und zwar seit 2008 und der Wahl von Barack Obama. Sein es VoterID Gesetze, das Einschränken von Briefwahlen oder frühen Wahlen, Meldepflichten, etc., etc.
https://www.aclu.org/facts-about-voter-suppression
Die Armee ist nominell dem Präsidenten unterstellt, aber auch erstmal nur nominell. In der Armee ist Trump aber wohl so garnich beliebt. Als "Draftdodger" und als er den beliebten General gefeuert hat.
Ich hatte vor vier Jahren auch noch voller Vertrauen in die Institutionen. Trump und seine Lakaien haben da aber in den vergangen Jahren ganze Arbeit geleistet. Das Justizministerium ist auf Linie, das State Department auch und beim Pentagon bin ich mir nicht sicher wie tief das da bereits korrodiert ist auch wenn es von da sicher noch Widerstand gibt.
Siehe z.B. das Memo vom Generalstabsvorsitzenden Milley, das in den letzten Tagen veröffentlicht wurde, wo er quasi zwischen den Zeilen ankündigt solchen Befehlen nicht Folge zu leisten und auch alle anderen Soldaten implizit dazu aufruft, indem er sie daran erinnert dass ihre Loyalität der Verfassung gilt.
Allein die reine Existenz(!) dieses Memos ist erschreckend und nicht beruhigend. Der Generalstabsvorsitzende meint offenbar, dass es wirklich notwendig ist alle nochmal darauf hinzuweisen, dass die Soldaten einen Eid auf die Verfassung geleistet haben...
Dass Trump, wie Sascha Lobo im Artikel vorhersagt, das Militär einsetzen wird um trotz Wahlniederlage weiterzuregieren, halte ich auch für reichlich übertrieben.
Ich glaube mittlerweile nicht mehr, dass Trump bei einer knappen Niederlage einfach geht. Er wird auf Twitter wüten und von Wahlfälschung und dem Deep State schwaffeln und seine Anhänger aufrufen auf die Straße zu gehen und zwar bewaffnet. Ich glaube nicht, dass sich das Militär auf seine Seite stellt - ich glaube aber dass es Gewalt und Tote geben wird.
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limericks
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Re: Präsident Trump

Beitrag von limericks »

Gibt es zu dieser Unterwanderung von Staatsinstitutionen durch Trump Loyalisten seriöse Quellen? Mir kommt das eher wie eine umgekehrte Q-Anon Verschwörungstheorie vor, zumal es ja eigentlich Trump ist der überall Unterwanderung durch seine Gegner sieht.

Oder sind damit schlicht Republikaner gemeint? Da würd ich schon differenzieren, weil Trump ist kein klassischer Republikaner. Deren Meinung zu Trump ist ja durchaus gemischt, aber als deren "Chef" haben sie halt nicht wirklich eine andere Wahl als seine Aktionen zumindest zu billigen. Bei den Dems waren/sind auch nicht alle mit Clinton/Biden glücklich, aber wenn das der Zug ist der gefahren wird dann springt man eben an Bord oder bleibt zurück.

Dass Trump nicht einfach so geht erwarte ich auch, sollte er denn tatsächlich verlieren. Die Lage muss zwar nicht zwingend eskalieren, aber allgemein ist das dort drüben schon ein ziemliches Pulverfass mit Corona, Wahlen und jetzt den Demos.

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Leonard Zelig
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Re: Präsident Trump

Beitrag von Leonard Zelig »

derFuchsi hat geschrieben:
4. Jun 2020, 15:14
"Sollte er die Wahl im November verlieren, wird Donald Trump das Ergebnis wohl nicht anerkennen. Niemand wird ihn an einem Staatsstreich hindern können, dafür sorgen er und seine Verbündeten seit Langem vor."
https://www.spiegel.de/netzwelt/web/don ... 41be3467c1
Ich glaube eher, dass er insgeheim froh sein wird wieder mehr Golf spielen zu können. Bestimmt bekommt er auch eine eigene Sendung bei Fox News. Die Angst vor einem Präsidenten Biden dürfte bei den Republikanern überschaubar sein. Aber das Problem ist damit ja nicht vom Tisch. Möglicherweise stellen die Republikaner 2024 einen rechten Hardliner zur Wahl, der etwas intelligenter als Trump ist.
"The whole problem with the world is that fools and fanatics are always so certain of themselves, but wiser people so full of doubts."

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Rince81
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Re: Präsident Trump

Beitrag von Rince81 »

limericks hat geschrieben:
4. Jun 2020, 19:58
Gibt es zu dieser Unterwanderung von Staatsinstitutionen durch Trump Loyalisten seriöse Quellen? Mir kommt das eher wie eine umgekehrte Q-Anon Verschwörungstheorie vor, zumal es ja eigentlich Trump ist der überall Unterwanderung durch seine Gegner sieht.
Einfach seriöse US-Medien wie die Wapo und Co. lesen. Das hat mit unterwandern nichts zu tun, der Fisch stinkt vom Kopf her. Mit William Barr ist zumindest für Trump der richtige Mann im Justizministerium.
https://www.newyorker.com/news/daily-co ... r-have-won
https://www.nytimes.com/2020/06/01/maga ... neral.html

Ebenso Pompeo im State Department.
https://www.nytimes.com/2020/05/19/opin ... neral.html
https://www.cnbc.com/2020/05/18/pompeo- ... nt-ig.html

Dazu ist es nach wie vor so, dass viele wichtige Jobs in den Regierungsbehörden nach wie vor nicht besetzt sind und viele Mitarbeiter in den Ministerien den Job entweder gekündigt haben oder entlassen wurden. Hier nur mal kurzes Google fürs Pentagon der letzten Zeit - und das sind a) nicht alle und b) nur Leute bei denen das Nachrichtenwert hatte - das sieht in anderen Ministerien und Jahren auf allen Ebenen nicht anders aus.Drei Jahre Trump sind an den US-Institutionen nicht spurlos vorbei gegangen.
https://www.cnbc.com/2020/06/02/james-m ... photo.html
https://edition.cnn.com/2020/02/19/poli ... index.html
https://www.politico.com/news/2020/05/2 ... ump-281996
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Rince81
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Re: Präsident Trump

Beitrag von Rince81 »

Leonard Zelig hat geschrieben:
4. Jun 2020, 20:08
Ich glaube eher, dass er insgeheim froh sein wird wieder mehr Golf spielen zu können.
Problem dabei - es gibt wenige Haftanstalten mit einem Golfplatz. :ugly:

Wenn man sich anschaut, wie viele aus dem direkten Wahlkampfumfeld von Trump wegen der Russlandaffäre bzw. Falschaussagen dazu mittlerweile im Gefängnis sitzen oder sitzen müssten dürfte es ziemlich wahrscheinlich sein, dass ihm ein ähnliches Schicksal droht wenn ihn das Amt nicht mehr schützt und die Demokraten Zugriff auf die Unterlagen bekommen. Da wären unter anderem Michael Flynn, Roger Stone, Michel Cohen, Paul Manafort, und George Papadopoulos um nur ein paar zu nennen.

Nixon wurde von Ford begnadigt, sollte Biden gewinnen und der nur auf die Idee kommen, wären die Demokraten für ihre eigenen Wähler erledigt...
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Rince81
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Re: Präsident Trump

Beitrag von Rince81 »

limericks hat geschrieben:
4. Jun 2020, 17:27
Diese Befürchtung scheint mir eher auf einer sehr klischeehaften und simplen Vorstellung des US Militärs an sich zu basieren, die der Realität nicht gerecht wird. Eine Diktatur Trumps mithilfe des Militärs als blindem Befehlsausführer gegen das eigene Volk wird es nicht geben.
Um noch mal darauf zurückzukommen. Was ist klischeehaft und wird der Realität nicht gerecht? Die Durchsetzung oder die Vorstellung, dass Trump es versuchen könnte? Denn dabei, das so rundweg abzulehnen gibt es ein gewaltiges Problem. Militärs in den USA dienen der jeweiligen Administration, befolgen die Befehle und halten sonst die Klappe und äußern öffentlich keine Kritik - vor allem nicht am Präsidenten und schon garnicht aus dem Ruhestand. Das verbietet sich normalerweise von selbst. Umso beeindruckender ist das, was Mattis gerade macht - und vor allem nicht nur Mattis.
Da sind auch Mike Mullen oder John Allen.
https://www.theatlantic.com/ideas/archi ... es/612553/
https://foreignpolicy.com/2020/06/03/tr ... -protests/

Wenn sich US-Militärs vom dem Rang und Format aus ihrem Ruhestand melden und den amtierenden Präsidenten derart frontal angreifen sollten sämtliche Alarmglocken angehen, denn die gehen offensichtlich davon aus, dass das dringend erforderlich ist.
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vicsbier
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Re: Präsident Trump

Beitrag von vicsbier »

Dank Corona und der Polizeiarbeit wird es also doch noch ein richtig heisser Wahlkampf!

Die Gegensätze in den USA spiegeln schön das Schwarz-Weiss-Denken des 'winner takes it all'-Prinzips wieder: In Minneapolis haben Polizisten falsch gehandelt, also soll nun die Polizei aufgelöst werden. Die Stimme der Aufklärung bleibt aus, es geht sofort um eine radikale Maßnahme.
Ich bin gespannt wer dann übernimmt: AntiFa oder gar Black Water? Oder vielleicht folgt man nun der NRA und jeder geht von nun ab nur noch bewaffnet in die Öffentlichkeit?

Auf jede Aktion folgt eine Reaktion: Wie wäre es denn mit einer besseren Ausbildung von Polizisten? Wie wäre es, das Volk zu entwaffnen und damit die Gefahren für Polizisten zu minimieren? Denn wenn jeder Fall einem Polizisten das Leben kosten kann, dann handelt der Polizist bevor er fragt.

Wo die Entwicklung von Perspektiven für die Armen, mit krisensicheren Jobs, Jobs ohne Voraussetzung eines Studiums, ein Bildungssystem ohne finanzielle Gegenleistung? Ach ich vergaß: Sanders ist raus, es wird sich also nichts ändern. Biden staubt nun über Emotionen die Stimmen der Jungen und Farbigen ab, die ihm aber eh sicher waren. Trump besucht Polizeieinheiten und lädt die Polizei ins Weiße Haus und bedient die Angst des weißen Amerikas abseits der Küsten. Die Konfrontation ist wieder mal typisch USA. Nur Lösungen wird es am Ende wohl wieder einmal keine geben.

Sanity Assassin
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Re: Präsident Trump

Beitrag von Sanity Assassin »

vicsbier hat geschrieben:
8. Jun 2020, 15:43
In Minneapolis haben Polizisten falsch gehandelt, also soll nun die Polizei aufgelöst werden. Die Stimme der Aufklärung bleibt aus, es geht sofort um eine radikale Maßnahme.
Ich bin gespannt wer dann übernimmt: AntiFa oder gar Black Water? Oder vielleicht folgt man nun der NRA und jeder geht von nun ab nur noch bewaffnet in die Öffentlichkeit?
Das ist völlig übertriebene Schwarzmalerei auf Grundlage einer Schlagzeile, die offenbar nicht bis zum Ende gelesen wurde, denn man will dort die Polizei auflösen, um sie dann von Grund auf neu aufzubauen. Minneapolis ist auch nicht die erste Stadt, die sowas vorhat, in Camden (New Jersey) wurde das bereits 2013 gemacht und war offenbar recht erfolgreich (Link).
Die aktuelle Folge Last Week Tonight schafft es extrem gut, einen Überblick über das Problem zu bieten; dort wird auch nochmal grundlegend aufgeschlüsselt, wo die Schwierigkeiten mit dem amerikanischen Polizeisystem liegen (Link).

vicsbier
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Re: Präsident Trump

Beitrag von vicsbier »

Sanity Assassin hat geschrieben:
8. Jun 2020, 16:18
vicsbier hat geschrieben:
8. Jun 2020, 15:43
In Minneapolis haben Polizisten falsch gehandelt, also soll nun die Polizei aufgelöst werden. Die Stimme der Aufklärung bleibt aus, es geht sofort um eine radikale Maßnahme.
Ich bin gespannt wer dann übernimmt: AntiFa oder gar Black Water? Oder vielleicht folgt man nun der NRA und jeder geht von nun ab nur noch bewaffnet in die Öffentlichkeit?
Das ist völlig übertriebene Schwarzmalerei auf Grundlage einer Schlagzeile, die offenbar nicht bis zum Ende gelesen wurde, denn man will dort die Polizei auflösen, um sie dann von Grund auf neu aufzubauen. Minneapolis ist auch nicht die erste Stadt, die sowas vorhat, in Camden (New Jersey) wurde das bereits 2013 gemacht und war offenbar recht erfolgreich (Link).
Die aktuelle Folge Last Week Tonight schafft es extrem gut, einen Überblick über das Problem zu bieten; dort wird auch nochmal grundlegend aufgeschlüsselt, wo die Schwierigkeiten mit dem amerikanischen Polizeisystem liegen (Link).
Ich habe den Spiegel-Artikel gelesen, da stand drin, dass man die Polizei auflösen wolle und noch kein Konzept für die Zukunft habe. Daher können wir nur spekulieren, wie es weitergeht. In wie weit das Beispiel Camden übertragbar ist, ist unklar. Allerdings sollten m.E. nicht die Demokraten darüber entscheiden, denn die haben die jetzige Polizei aufgebaut, mit Mitteln ausgestattet, ihre Ausbildung geregelt und die Leute eingestellt. Eigentlich müssten die verantwortlichen Politiker zurücktreten...

meieiro
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Re: Präsident Trump

Beitrag von meieiro »

vicsbier hat geschrieben:
8. Jun 2020, 18:23
Sanity Assassin hat geschrieben:
8. Jun 2020, 16:18
vicsbier hat geschrieben:
8. Jun 2020, 15:43
In Minneapolis haben Polizisten falsch gehandelt, also soll nun die Polizei aufgelöst werden. Die Stimme der Aufklärung bleibt aus, es geht sofort um eine radikale Maßnahme.
Ich bin gespannt wer dann übernimmt: AntiFa oder gar Black Water? Oder vielleicht folgt man nun der NRA und jeder geht von nun ab nur noch bewaffnet in die Öffentlichkeit?
Das ist völlig übertriebene Schwarzmalerei auf Grundlage einer Schlagzeile, die offenbar nicht bis zum Ende gelesen wurde, denn man will dort die Polizei auflösen, um sie dann von Grund auf neu aufzubauen. Minneapolis ist auch nicht die erste Stadt, die sowas vorhat, in Camden (New Jersey) wurde das bereits 2013 gemacht und war offenbar recht erfolgreich (Link).
Die aktuelle Folge Last Week Tonight schafft es extrem gut, einen Überblick über das Problem zu bieten; dort wird auch nochmal grundlegend aufgeschlüsselt, wo die Schwierigkeiten mit dem amerikanischen Polizeisystem liegen (Link).
Ich habe den Spiegel-Artikel gelesen, da stand drin, dass man die Polizei auflösen wolle und noch kein Konzept für die Zukunft habe. Daher können wir nur spekulieren, wie es weitergeht. In wie weit das Beispiel Camden übertragbar ist, ist unklar. Allerdings sollten m.E. nicht die Demokraten darüber entscheiden, denn die haben die jetzige Polizei aufgebaut, mit Mitteln ausgestattet, ihre Ausbildung geregelt und die Leute eingestellt. Eigentlich müssten die verantwortlichen Politiker zurücktreten...
Du scheints etwas gegen die Demokraten zu haben. Ich bin jetzt auch kein Freund der Demokraten(Wobei ich sie im Moment vermutlich wählen würden, wenn ich Amerikaner wäre), aber bei dir wirkt das so als wären an allen Problem in Amerika immer die Demokraten schuld.
Ich glaub nicht, dass man den aktuellen Status der Polizei auf einzelne Personen/Parteien zurückführen kann.
Und wenn ich jetzt Amerikaner wäre, dann möchte ich auch nicht, dass die Polizei von Trump und Co. neu aufgebaut wird. Ich habe ein großes Problem mit Polizeigewalt und dann lege ich das Problem in die Hände von Leuten, die die Polizei ja gerade erst dazu aufgefordert haben härter durchzugreifen. Da wird ja auch immer noch von ein paar "Bad Apples" geredet. Die haben das Problem ja noch gar nicht verstanden

Rince81
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Re: Präsident Trump

Beitrag von Rince81 »

meieiro hat geschrieben:
9. Jun 2020, 10:00
Da wird ja auch immer noch von ein paar "Bad Apples" geredet. Die haben das Problem ja noch gar nicht verstanden
Da hat man noch nicht einmal das Sprichwort verstanden. Das Zitat von Benjamin Franklin lautet vollständig nämlich "the rotten apple spoils his companions".
https://www.npr.org/2011/05/09/13601761 ... very-bunch
Ich glaub nicht, dass man den aktuellen Status der Polizei auf einzelne Personen/Parteien zurückführen kann.
Natürlich nicht. Die ersten Sklaven wurden 1619 nach Virginia gebracht. Also vor über 400 Jahren. Die USA wurden als Sklavenhalternation gegründet, Sklaverei, der Genozid an der indigenen Bevölkerung und die Unterdrückung von Minderheiten gehören zur fundamentalen DNA dieses Landes. Genau wie der Holocaust zur fundamentalen DNA der Bundesrepublik gehört. In den USA hat man immer mal wieder im Lauf der Geschichte erkannt, dass es so moralisch nicht geht und es wurde gegengesteuert, sei es beispielsweise der Bürgerkrieg und die Bürgerrechtsbewegung. Das war aber nie ausreichend um dieses gesellschaftliche Grundübel an der Wurzel loszuwerden und es änderte immer wieder nur die Form und passte sich an den Zeitgeist an. Der Mord an George Floyd scheint nun womöglich tatsächlich das Potenzial für einen erneuten Wendepunkt der US-Geschichte zu sein und hier ist ziemlich klar zu sehen, welche Partei auf welcher Seite steht.
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derFuchsi
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Re: Präsident Trump

Beitrag von derFuchsi »

Rince81 hat geschrieben:
9. Jun 2020, 10:45
Natürlich nicht. Die ersten Sklaven wurden 1619 nach Virginia gebracht. Also vor über 400 Jahren. Die USA wurden als Sklavenhalternation gegründet, Sklaverei, der Genozid an der indigenen Bevölkerung und die Unterdrückung von Minderheiten gehören zur fundamentalen DNA dieses Landes. Genau wie der Holocaust zur fundamentalen DNA der Bundesrepublik gehört. In den USA hat man immer mal wieder im Lauf der Geschichte erkannt, dass es so moralisch nicht geht und es wurde gegengesteuert, sei es beispielsweise der Bürgerkrieg und die Bürgerrechtsbewegung. Das war aber nie ausreichend um dieses gesellschaftliche Grundübel an der Wurzel loszuwerden und es änderte immer wieder nur die Form und passte sich an den Zeitgeist an. Der Mord an George Floyd scheint nun womöglich tatsächlich das Potenzial für einen erneuten Wendepunkt der US-Geschichte zu sein und hier ist ziemlich klar zu sehen, welche Partei auf welcher Seite steht.
Das erinnert mich gerade an eins dieser "Was wäre wenn..." Videos die ich auf YT mal gesehen habe zum Thema WW2. Die Idee war was wäre wenn das Deutsche Reich sich damals mit den USA verbündet hätte. Interessanter Gedanke jedenfalls weil vermutlich garnicht so absurd wie man zuerst denkt.
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vicsbier
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Re: Präsident Trump

Beitrag von vicsbier »

meieiro hat geschrieben:
9. Jun 2020, 10:00
vicsbier hat geschrieben:
8. Jun 2020, 18:23
Sanity Assassin hat geschrieben:
8. Jun 2020, 16:18


Das ist völlig übertriebene Schwarzmalerei auf Grundlage einer Schlagzeile, die offenbar nicht bis zum Ende gelesen wurde, denn man will dort die Polizei auflösen, um sie dann von Grund auf neu aufzubauen. Minneapolis ist auch nicht die erste Stadt, die sowas vorhat, in Camden (New Jersey) wurde das bereits 2013 gemacht und war offenbar recht erfolgreich (Link).
Die aktuelle Folge Last Week Tonight schafft es extrem gut, einen Überblick über das Problem zu bieten; dort wird auch nochmal grundlegend aufgeschlüsselt, wo die Schwierigkeiten mit dem amerikanischen Polizeisystem liegen (Link).
Ich habe den Spiegel-Artikel gelesen, da stand drin, dass man die Polizei auflösen wolle und noch kein Konzept für die Zukunft habe. Daher können wir nur spekulieren, wie es weitergeht. In wie weit das Beispiel Camden übertragbar ist, ist unklar. Allerdings sollten m.E. nicht die Demokraten darüber entscheiden, denn die haben die jetzige Polizei aufgebaut, mit Mitteln ausgestattet, ihre Ausbildung geregelt und die Leute eingestellt. Eigentlich müssten die verantwortlichen Politiker zurücktreten...
Du scheints etwas gegen die Demokraten zu haben. Ich bin jetzt auch kein Freund der Demokraten(Wobei ich sie im Moment vermutlich wählen würden, wenn ich Amerikaner wäre), aber bei dir wirkt das so als wären an allen Problem in Amerika immer die Demokraten schuld.
Ich glaub nicht, dass man den aktuellen Status der Polizei auf einzelne Personen/Parteien zurückführen kann.
Und wenn ich jetzt Amerikaner wäre, dann möchte ich auch nicht, dass die Polizei von Trump und Co. neu aufgebaut wird. Ich habe ein großes Problem mit Polizeigewalt und dann lege ich das Problem in die Hände von Leuten, die die Polizei ja gerade erst dazu aufgefordert haben härter durchzugreifen. Da wird ja auch immer noch von ein paar "Bad Apples" geredet. Die haben das Problem ja noch gar nicht verstanden
Nein, ich habe nichts gegen die Demokraten. Ich habe sogar US-Freunde, die an der demokratischen Kampagne mitarbeiten. Ich selbst bin von Haus aus auch Sozialdemokrat, daher liegen die mir politisch sogar recht nahe.
NUR:
Die Lösungen der Demokraten haben bislang wenig bewegt. Sanders wurde abgesägt. Es waren die Demokraten, die bspw die Three-Strikes-Regel im Strafrecht verabschiedet haben, die die Farbigen benachteiligt. Jetzt wird Trump (wie bei allem) beschuldigt, aber der kann ja nichts für die Polizei vor Ort, die haben die Demokraten vor Ort zu verantworten. Dazu haben wir jetzt vier Jahre Blockade und Hinarbeitung auf den Impeachment-Prozess erlebt, der dann implodierte. Wie ungeschickt muss man sein, dass man nicht mal die gemäßigten Republikaner und Gegner Trumps auf seine Seite ziehen kann?
Kurz: Keine Verantwortung, Mutlosigkeit, Unfähigkeit - das ist keine Alternative und erst recht keine gute Staatsführung. Der Wähler ist nicht doof - der wird das ganze auch bemerkt haben.

Ich glaube schon, dass die Zusammensetzung der Polizei und ihre Ausbildung sehr wohl mit den Vorkommnissen zu tun haben. Die politische Führung im Staate Minnesota und der Stadt Minneapolis haben aber nun mal die Demokraten. Daher müssten diese jetzt zurücktreten. Wieder ein Fall von Leugnung der Verantwortung. Der US-Präsident hat daran m.E. aber keine Schuld.

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kami
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Re: Präsident Trump

Beitrag von kami »

vicsbier hat geschrieben:
9. Jun 2020, 11:34
Der US-Präsident hat daran m.E. aber keine Schuld.
Er trägt Mitschuld, in dem er die Missstände leugnet, aus Opfern Täter und aus Tätern Helden macht und damit Reformen, die sinnvollerweise von der Bundesebene unterstützt werden sollten, verhindert oder zumindest verzögert. Ich glaube, niemand hier will die Demokraten auf ein Podest heben, sie sind an der Lage nicht unschuldig, aber derzeit ist eine Partei zu sehen, die alles leugnet, Militäreinsätze im Inland fordert und sich auf die Seite der Täter schlägt, und eine Partei, die den Ernst der Lage erkennt und zumindest den Willen erkennen lässt, etwas zu ändern. Und letzteres sind nunmal die Demokraten.

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