US-Politik

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Sebastian Solidwork
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Re: Präsident Trump

Beitrag von Sebastian Solidwork »

Die Anstalt hat gestern einige... Eigenheiten des US-Wahlsystems gut aufbereitet.
https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/d ... 0-100.html
"Die USAbwahl 2020" :-D
„Schönheit ist auch immer ethisches Empfinden.“

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Fix the system!

Der Sinn des Lebens ist, dass Menschen voller Sinn das niemals wissen müssen. - Gunter Dueck in Omnisophie

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nachtgiger
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Re: Präsident Trump

Beitrag von nachtgiger »

Vinter hat geschrieben:
4. Nov 2020, 10:54
Und weil wir alle gerade so gute Laune haben, hier mal das nächste abwegige, aber theoretisch mögliche Horrorszenario: Angenommen, die Wahl geht 270 zu 268 für Biden aus. Überraschung: Die Wahlmänner im Electoral College sind legal nicht daran gebunden, auch tatsächlich für den Kandidaten zu stimmen, der ihren Staat gewonnen hat. 2 Faithless Electors, die für Trump statt Biden stimmen, genügen.
Gut, das ist nun aber reine Spekulation und äußerst unwahrscheinlich, der umgekehrte Fall könnte ja genau so eintreten.

Es wird wohl auf die Briefwahlstimmen hinauslaufen, v.a. in Michigan, Wisconsin, Pennsylvania. Das ist das Szenario, auf das Trump seit Wochen hinarbeitet, und das er mit seiner zutiefst verstörenden, antidemokratischen Ansprache von vorhin (er habe schon gewonnen und die Demokraten seien dabei, die Wahl zu stehlen) vorhin noch mal untermauert hat. Momentan sieht es noch gut aus für ihn, dann kommen aber in den entscheidenden Staaten die Briefwahlstimmen rein, auf einmal Biden wieder vorne - Trump könnte behaupten, das seien nachträgliche Versuche der Wahlfälschung. Das andere Fundament, die Reorganisierung des Supreme Courts zu seinen Gunsten, der dann evtl. über Neuauszählungen, die Gültigkeit bestimmter Wahlzettelgruppen, und somit die Wahl insgesamt entscheiden muss, hat er ja bereits gelegt.

Georgia sieht gerade trotz Vorsprung Trumps gut für Biden aus, da der Großteil der noch auszuzählenden Stimmen wohl aus städtischen und tendentiell eher demokratischen Wahlbezirken stammt. Bekommt Biden Arizona (11 Wahlmänner-/frauen), Nevada (6, sieht eher gut aus), Wisconsin (10, toss up) und Michigan (16, eher Trump), wäre das Ding gelaufen (270 Wahlstimmen). Wahlweise noch Georgia (16) statt Wisconsin oder Michigan, aber Pennsylvania und North Carolina gerade eher Trump. Georgia ist m.E.n. gerade der heißeste Staat.

Edit: Soweit ich verstanden habe, wurden in Wisconsin noch gar keine Briefwahlzettel ausgezählt. Das sollte also nach aktuellem Stand 49.3% v. 49,0% pro Biden eine sichere Bank sein.

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Andre Peschke
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Re: Präsident Trump

Beitrag von Andre Peschke »

nachtgiger hat geschrieben:
4. Nov 2020, 11:21
Georgia sieht gerade trotz Vorsprung Trumps gut für Biden aus, da der Großteil der noch auszuzählenden Stimmen wohl aus städtischen und tendentiell eher demokratischen Wahlbezirken stammt. Bekommt Biden Arizona (11 Wahlmänner-/frauen), Nevada (6, sieht eher gut aus), Wisconsin (10, toss up) und Michigan (16, eher Trump), wäre das Ding gelaufen (270 Wahlstimmen). Wahlweise noch Georgia (16) statt Wisconsin oder Michigan, aber Pennsylvania und North Carolina gerade eher Trump. Georgia ist m.E.n. gerade der heißeste Staat.
Unterm Strich sieht's immer noch gut aus für Biden. NYT sagt "60% Siegchance Biden" und die Needle hat sich in GA inzwischen in ihrer Tendenz Richtung Biden umentschieden.

Aber ich hatte mir gestattet echt an einen sehr deutlichen Biden Sieg zu glauben. Als nicht direkt Florida gefallen ist, war ich schon enttäuscht. Der Plan war eigentlich: 0 Uhr anfangen zu schauen, ab 3 Uhr bereits hämische Feierstimmung einleiten.

Keine riesige Überraschung, das alles. Aber eben eine echte Enttäuschung.

Andre

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derFuchsi
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Re: Präsident Trump

Beitrag von derFuchsi »

Verdammte alte weiße Männer
:ugly: :ugly: :ugly: :ugly: :ugly: :ugly:
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DickHorner
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Re: Präsident Trump

Beitrag von DickHorner »

Warum? Ist doch die einzige Gruppe, bei der er verloren hat!
Dass ich die weißen alten Männer Mal in Schutz nehmen würde... 🙈💩

lolaldanee
Beiträge: 1286
Registriert: 2. Jun 2016, 14:05

Re: Präsident Trump

Beitrag von lolaldanee »

Interessant, also haben sich vermehrt vor allem schwarze frauen etc. gedacht, sie würden gerne die Welt brennen sehen

Man stelle sich mal folgende Situation vor: nach 4 Jahren Naziregime fällt die Zustimmung in der Bevölkerung insgesammt, aber dank vermehrten Rückhalt bei Juden und anderen verfolgten Minderheiten bleiben die Nazis an der Macht :?:

Das klingt alles so dumm, das kann nicht erfunden sein

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derFuchsi
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Wohnort: Hessen

Re: Präsident Trump

Beitrag von derFuchsi »

Stockholm-Syndrom :roll:
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Andreas29
Beiträge: 591
Registriert: 22. Mai 2019, 12:14

Re: Präsident Trump

Beitrag von Andreas29 »

Jop. Das ist absolut Madness, dass die Minderheiten mehr Trump gewählt haben. Doppelt so viele schwarze Frauen...

Du meine Güte...

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schneeland
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Registriert: 22. Apr 2018, 15:41

Re: Präsident Trump

Beitrag von schneeland »

In dem Fall würde ich allerdings die Vermutung in den Raum stellen, dass vielleicht einfach weniger Weiße bereit waren, sich zu Trump zu bekennen.

Nach vier Jahren kann man sich ja nicht darauf zurückziehen, dass da mal frischer Wind ins Weiße Haus müsste - man weiß ja jetzt schon ziemlich konkret, was man bekommt, wenn man für Trump stimmt.
"Hello, my friend! Pay a while, and listen!" (BlizzCon 2018)
"And now our RPG even has NPCs!" (Bethesda, E3 2019)
"..." (E3 2020, entfallen)

meieiro
Beiträge: 646
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Wohnort: Niederbayern

Re: Präsident Trump

Beitrag von meieiro »

Stand jetzt hat Biden ca. 2,5 Millionen Stimmen mehr erhalten als Trump. Damit werden die Demokraten wahrscheinlich zum 4. Mal in Folge und zum 7. Mal in den letzten 8 Wahlen die Mehrheit der Stimmen auf sich vereinen können.
Trotzdem könnten die Republikaner zum 3.Mal in den letzten 20 Jahren den Presidenten stellen, ohne die absolute Mehrheit zu haben.
Das zeigt doch eigentlich wie dumm das Wahlsystem ist.
Der einzige Republikaner der die "Popular Vote" in den letzten 20 Jahren gewonnen hat, ist übrigens George Bush und der hat damals wohl von 9/11 und seiner Antwort darauf profitiert.

ZiggyStardust
Beiträge: 386
Registriert: 14. Nov 2018, 12:53

Re: Präsident Trump

Beitrag von ZiggyStardust »

Ich hätte mir Sanders gewünscht, aber er hätte es wohl auch schwer gehabt.

Warum?

Weil es verdammt schwierig ist, einen amtierenden Präsidenten zu schlagen, der sehr gute Wirtschaftszahlen vorzuweisen hat (so wenig die auch bei genauerer Betrachtung standhalten). Die Coronapandemie ist außerdem eine absolute Wildcard, keiner weiß, wie die Amerikaner dazu wirklich stehen (ob sie z.B. Lockdowns schlimmer finden als hunderttausende Tote).

Trump überperformt gerade darüber hinaus möglicherweise aus folgenden Gründen:
- in Europa sind trotz früherer Lockdowns die Coronazahlen ebenfalls explodiert, "look at europe" funktioniert da halt schlecht
- es gab islamistische Anschläge in Europa
- Die USA erlebt einen V-Verlauf in der Wirtschaft, auch wenn der möglicherweise nur von kurzer Dauer ist, weil da Corona ebenfalls durch die Decke geht
- Die Proteste wurden zunehmend negativer bewertet, das Thema hat auch sein Momentum verloren

Alles Sachen, an denen auch Sanders nichts hätte ändern können.

Biden dürfte wohl noch Nevada und Wisconsin holen. Dann bräuchte er noch 16 weitere Stimmen. Entweder Michigan oder Georgia müssten dann nochmals auf Biden umschwingen. Das wird echt eng.

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Blaight
Lord Moderator of the Isles, First of his name
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Re: Präsident Trump

Beitrag von Blaight »

Mir wird schlecht. Wenn der das wirklich gewinnt, dann muss ich zum Schutz meiner Gesundheit die nächsten vier Jahre wirklich so wenig Nachrichten konsumieren wie geht, kein Reddit mehr, und nichts. Das ertrage ich nicht.

Voigt
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Wohnort: Jena

Re: Präsident Trump

Beitrag von Voigt »

Mal schaun ob sich Gore Ding wiederholt, Trump gewinnt knapp, Demokraten wollen Neuzählung, Gerichte blockiern Neuzählung.

Interessant ist auch die Senatoren Wahl, fast noch wichtiger eigentlich. Da sieht es auch nich gut für Demokraten aus, und Mitch wurde in Kentucky bestätigt als Senator.

Grumbledook
Beiträge: 72
Registriert: 30. Mär 2018, 12:41

Re: Präsident Trump

Beitrag von Grumbledook »

Man wundert sich...

Es wäre schön gewesen, 2016 als Unfall in Erinnerung zu behalten. Unabhängig vom Ausgang schwant einem Böses, wenn man darüber nachdenkt, wen die Republikaner dann nächstes Mal ins Rennen schicken werden. Trump ist wenigstens inkompetent.

Wahrscheinlich fehlt einem als Deutscher - wir leben hier ja schon gefühlt innerhalb Europas in einer liberalen Blase - da einfach der Zugang.

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Andre Peschke
Beiträge: 6318
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Re: Präsident Trump

Beitrag von Andre Peschke »

Voigt hat geschrieben:
4. Nov 2020, 12:24
und Mitch wurde in Kentucky bestätigt als Senator.
Gut...Kentucky...

Andre

Johpir
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Re: Präsident Trump

Beitrag von Johpir »

derFuchsi hat geschrieben:
4. Nov 2020, 11:56
Stockholm-Syndrom :roll:
Das hast du ja bei vielen deutschen Trump-Fans auch. Das sind durchweg alles zumindest Konservative, die sonst nach dem Motto "Germany first" handeln ( AfD, hust, hust). Aber Trump gut finden, obwohl das nur Nachteile für den eigenen Staat nach sich zieht. Total plemplem.

ZiggyStardust
Beiträge: 386
Registriert: 14. Nov 2018, 12:53

Re: Präsident Trump

Beitrag von ZiggyStardust »

Grumbledook hat geschrieben:
4. Nov 2020, 12:44
Wahrscheinlich fehlt einem als Deutscher - wir leben hier ja schon gefühlt innerhalb Europas in einer liberalen Blase - da einfach der Zugang.
Solche Gegenden gibt es auch in Deutschland:
https://www.niederlausitz-aktuell.de/ob ... usitz.html

Es ist hierzulande, wie auch in anderen Staaten, eine gefährliche Situation, wenn so viele der WählerInnen Akteure wählen, die demokratische Institutionen, Normen und Prozesse verächtlich machen. Solchen gewählten Personen wird es dann einfach gemacht, diese Institutionen abzuschaffen, Normen zu schleifen und Prozesse auszuschalten.

Ebenso gefährlich ist die Polarisierung einer Gesellschaft, in der sich beide Seiten nur noch als existentielle Feinde wahrnehmen. So sehen Republikaner oft Demokraten als moderne Bolschewiken an, und Demokraten die Republikaner als moderne Faschisten an. Wohin sowas führen kann zeigt z. B. das Ende der Demokratie in Chile. Es führte in die Pinochet-Diktatur.

Zur nächsten Bundestagswahl stehen bereits jetzt zweistellig Kandidaten zur Wahl, die versuchen mit einer links-identitätspolitischen Ausrichtung gegen rechts-identitätspolitische Politik zu kämpfen, die Sozialismus und Sozialistische Gewaltherrschaft klein reden, und die nichts außer sich selbst, ihre partei-politische Karriere und kleinstmögliche Subgruppen der Gesellschaft repräsentieren. Das 50% der JU (bei 20% Wahlbeteiligung) Merz unterstützen ist dabei nur die andere Seite der Medaille.

Beide Seiten wollen, dass der politische Diskurs sich nur noch ausrichtet an der gegenseitigen Ablehnung und Verachtung. Alle Akteure, die für demokratische Aushandlungsprozesse und für eine Überwindung der Polarisierung stehen, geraten so über kurz oder lang unter die Räder, oder passen sich diesem Diskurs an und reproduzieren ihn schlussendlich.

So bleibt es zwar richtig die Feinde der Demokratie zu analysieren, ihre Strukturen, Narrative, Finanzen, Medien etc. aber dies allein bleibt ein stumpfes Schwert, wenn man selbst nicht versucht den Anteil an Erodierung der Demokratie in den eigenen Reihen anzugehen.

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Taro
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Registriert: 21. Okt 2016, 22:59

Re: Präsident Trump

Beitrag von Taro »

Biden holt in Michigan auf, nur noch 0,3% laut Politico.

EDIT:

Jetzt wieder 0,5%. :x

Noch 9% der Stimmen fehlen dort.

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HerrReineke
Archduke of Banhammer
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Re: Präsident Trump

Beitrag von HerrReineke »

Pennsylvania sieht grad für Biden erstaunlich gut aus. Die Briefwahlstimmen sind nochmal krasser zu seinen Gunsten, als eh schon vermutet. Sollte das Verhältnis bei der weiteren Auszählung bleiben, würde das reichen:
https://www.nytimes.com/2020/11/04/upsh ... llots.html
Quis leget haec?

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Fouriety
Beiträge: 213
Registriert: 21. Sep 2020, 15:20

Re: Präsident Trump

Beitrag von Fouriety »

Der Live-Blog von FiveThirtyEight hat in den letzten Minuten kurze Zusammenfassungen zum aktuellen Stand in den noch offenen Staaten veröffentlicht. In Michigan stehen z.B. wohl noch einige Stimmen aus Detroit aus, die eher blau sein dürften.

Edit: Wenn Biden Nevada und Michigan gewinnt - und beides sieht nicht schlecht aus - reicht ihm Wisconsin ODER Pennsylvania ODER Georgia. Das sind jetzt nicht die schlechtesten Chancen.
Wenn allerdings der Senat in GOP-Hand bleibt - und das ist wiederum gerade auch nicht unwahrscheinlich - wird die nächsten zwei Jahre auch mit Biden im Weißen Haus nicht viel möglich sein.

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