US-Politik

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Vinter
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Re: Präsident Trump

Beitrag von Vinter »

Das stimmt natürlich alles. Nie war der alte Spruch vom "kleineren Übel" wahrer als bei der Entscheidung zwischen Trump und Clinton. Das Clinton hingegen durch und durch die Eliten repräsentiert und im wesentlichen Politik für diese machen wird, ist klar, seit dem öffentlichen wurde, wie Bernie Sanders selbst parteiintern gebremst wurde. Die Democrats hatten ja nie ein interessante daran, dass wirklich eine Kandidatenwahl stattfand, das mußten sie lediglich simulieren. Diese ganze Farce mit den Superdeligierten ist ja offensichtlich dafür da, einen treuen Parteikader zu installieren.

Und in der Hinsicht muss man den Trumpwählern ja sogar recht geben: Es wäre ja toll, mal jemanden zu haben, der Anti-Establishment ist. Nur halt nicht in die Trump Richtung, sondern im Gegenteil: Jemand, der mit Vernunft und Idealismus faktenorientiert für ein gerechteres Land eintritt.

Stell dir doch mal vor, du lebst in einem Land, in dem im wesentlichen zwei Parteien (bzw sogar noch krasser: Zwei ParteienVORSTÄNDE) für dich die Vorauswahl treffen, ob Kandidat A oder B gegen deine interessen Politik macht. Leute, die aus reichen Familuenclans stammen, deren Väter, Großväter, Onkel und Brüder ebenfalls Berufspolitiker sind. Und dann wird dir gesagt: Demokratie, du hast die Wahl.

Das ganze ist der GOP jetzt eben entglitten, weil sie Trump und die Wut auf die geschilderten Zustände unterschätzt haben. Das hätte ebenso den Democrats passieren können. Und ich glaube nicht, dass vier oder acht Jahre Hillary, auf die es nun zwangsläufig hinauslaufen wird, das Problem beheben. Das wird in 8 Jahren eher noch krasser.

Und um mal nicht nur mit dem Finger auf die USA zu zeigen: Viel anders ist es hier auch nicht. Wir haben zwar kein Zweiparteiensystem, aber auch wir bekommen lediglich eine Vorauswahl präsentiert, die wir abnicken dürfen.
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derFuchsi
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Re: Präsident Trump

Beitrag von derFuchsi »

Vinter hat geschrieben: Und in der Hinsicht muss man den Trumpwählern ja sogar recht geben: Es wäre ja toll, mal jemanden zu haben, der Anti-Establishment ist. Nur halt nicht in die Trump Richtung, sondern im Gegenteil: Jemand, der mit Vernunft und Idealismus faktenorientiert für ein gerechteres Land eintritt.
War das nicht Obama?
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Malvitus
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Re: Präsident Trump

Beitrag von Malvitus »

derFuchsi hat geschrieben: War das nicht Obama?
Ja, aber der war ein demokratischer, schwarzer, kommunistischer Muslim. Doof gelaufen :D

Glaube nicht, dass die Leute wirklich Anti-Establishment wollen. Ich würde mal die These aufstellen wollen, viele wollen auch einfach nur jemanden der auf starken Mann macht, weil sie den sozialen Wandeln nicht mögen, der sich grad vollzieht. Trump gibt ihnen auch einfach genau das, was sie wollen. Eine eigene Agenda oder Überzeugungen hat er nicht. Bush war wenigstens ein Vollidiot aus Überzeugung.

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Blaight
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Re: Präsident Trump

Beitrag von Blaight »

Ich bin nicht mit allem, was der Lobo schreibt so ganz im Reinen, aber der Artikel fasst die Grundprobleme gerade männlicher Trump--Unterstützer exzellent in Worte.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/waru ... 16270.html" onclick="window.open(this.href);return false;

hfhf

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Dostoyesque
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Re: Präsident Trump

Beitrag von Dostoyesque »

Lo-lo-look at you, poster-r: a pa-pa-pathetic creature of meat and bone, panting and sweating as you r-read through my post. H-how can you challenge a perfect, fat machine? - asfm
Good night, sweet prince, And flights of angels sing thee to thy rest!

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Malvitus
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Re: Präsident Trump

Beitrag von Malvitus »

Eigentlich hatte ich gehofft, dass hier keiner mehr irgendetwas schreiben muss, dass Trump einfach verliert und gut ist. Das er verlieren wird denke ich immernoch, allerdings mache ich mir mittlerweile Sorgen um die Zeit nach der Wahl. In einem verzweifeltem Anfall von Selbstverliebtheit behauptet unser aller lieblingsorange doch tatsächlich, dass die Wahl manipuliert ist. Muss ja so sein, weil Trump nie verliert.

Mir macht die Wahl weniger sorgen, sondern die aufgepeitschte Menge von Trump Unterstützern. Wenn ich mir so anhöre,was dieser mensch von sich gibt, dann bin ich froh, dass hier Volksverhetzung strafbar ist und auch verfolgt wird. Besonders der Mix mit einer bewaffneten Bevölkerung macht diese Grütze so gefährlich. Ich bin wirklich sprachlos, vor allem, dass die republikanische Partei hier nicht endlich den Stecker zieht und so nicht. Allerdings ist das von Konservativen sowieso nicht zu erwarten.

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Vinter
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Re: Präsident Trump

Beitrag von Vinter »

Das ist doch der gleiche Trick, wie ihn die AfD nutzt: Solange "Wir sind das Volk" rufen bis man es selber glaubt und wenn man dann verliert, liegt es natürlich am Wahlbetrug durch die Systemparteien.

Das Trump den Joker "Wahlbetrug" zieht ist doch nur die vorsorgliche Absicherung für seine Niederlage, die auch ihm längst völlig klar ist.
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IpsilonZ
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Re: Präsident Trump

Beitrag von IpsilonZ »

Vinter hat geschrieben:Das ist doch der gleiche Trick, wie ihn die AfD nutzt: Solange "Wir sind das Volk" rufen bis man es selber glaubt und wenn man dann verliert, liegt es natürlich am Wahlbetrug durch die Systemparteien.

Das Trump den Joker "Wahlbetrug" zieht ist doch nur die vorsorgliche Absicherung für seine Niederlage, die auch ihm längst völlig klar ist.
Das Lustige ist, dass da wirklich ein schönes Populisten-Muster zu erkennen ist. AFD (schon bei der ersten Wahl, wo sie ihre eigenen Wahl-Prognosen-Dinger hatten, die ihnen dann hohe zweistellige Prozente voraussagten und am Ende waren sie irgendwo unter 5%... das waren noch Zeiten). Da wars ja dann auch "Wahlbetrug".
Die NPD hat das auch schon gerne gemacht.
Ganz besonders bekanntes Beispiel ja auch die FPÖ in Österreich, die damit bei der Bundespräsidentenwahl sogar durchgekommen sind.

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Malvitus
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Re: Präsident Trump

Beitrag von Malvitus »


Das Trump den Joker "Wahlbetrug" zieht ist doch nur die vorsorgliche Absicherung für seine Niederlage, die auch ihm längst völlig klar ist.
Sicherlich, als Amateur und Vollidiot ist ihm allerdings nicht klar was er damit anrichtet. Er redet ja von der letzten Schlacht um Amerika und dass wenn Clinton gewinnt sie alle erledigt sind. Die Wahl wird so zum Kampf ums Überleben und in der postfaktischen Umgebung die er geschaffen hat wird das für seine Anhänger zur Realität. Und was machen gewaltbereite Menschen wenn ihr Führer den Endkampf ausruft? Ein Mann hat im Fernsehinterview schon offen den Plan geäußert zum"Patriot" zu werden und Clinton aus dem Amt zu entfernen.

So ein Blödsinngespräch ist einfach sau gefährlich. Als verzogene Bengel ist es ihm allerdings scheinbar egal, wenn wegen ihm Menschen drauf gehen.

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derFuchsi
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Re: Präsident Trump

Beitrag von derFuchsi »

Wie es wohl aussieht scheint Trump gute Chancen zu haben und Michael Moore aus meinem Eingangspost Recht zu behalten.
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Blaight
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Re: Präsident Trump

Beitrag von Blaight »

Ich bin tief erschüttert.

Voigt
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Re: Präsident Trump

Beitrag von Voigt »

Wer sich etwas mehr über den Präsidenten informieren möchte:

http://www.nzz.ch/ld.109316" onclick="window.open(this.href);return false;
US-Präsidentenwahl: Donald Trump – Wie er wurde, was er ist

Sehr guter Artikel, da kriegt man schon eine Ahnung was uns erwartet.

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derFuchsi
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Re: Präsident Trump

Beitrag von derFuchsi »

Blaight hat geschrieben:Ich bin tief erschüttert.
Warum? Zumindest außenpolitisch sieht das für Amerika-Skeptiker nicht so schlecht aus.
http://www.focus.de/politik/ausland/us- ... 80474.html" onclick="window.open(this.href);return false;

Zumindest die ersten beiden Punkte sind auch für uns hier relevant. Der Rest ist ja für uns nebensächliche Innenpolitik, damit müssen die selber klar kommen.

Statt Säbelrasselnd auf einen dritten Weltkrieg zuzusteuern scheint er mit Putin kein Problem zu haben und will sich offenbar sogar militärisch im Ausland zurücknehmen.
TTIP das hier auch nicht sonderlich beliebt ist scheint unter Trump ebenfalls schlechte Karten zu haben.

Warum erschreckt mich hiervon eigentlich nichts so richtig?
https://twitter.com/zeitonline/status/7 ... 9690456065" onclick="window.open(this.href);return false;

Ach ja die Börse... die beruhigt sich schon wieder, wie immer. Morgen wackelt die wieder weil in China ein Sack Reis umgefallen ist.
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Blaight
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Re: Präsident Trump

Beitrag von Blaight »

Weil hier der Klassenbully mit den moralischen Maßstäben einer Unkultur wichtige gesellschaftliche Entwicklungen der letzten 40 Jahre untergraben kann und wird. Ich habe um mich persönlich keine sorgen. Ich lebe in einer monogamen heterosexuellen Beziehung und wirtschaftlich sicheren Umständen. Auch bei einem gesellschaftlichen RechtsRuck muss ich mir keine sorgen machen, mit meinem blond blauäugigen Paul. Ich mache mir um diejenigen sorgen die anders sind, oder hilfsbedürftig.

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derFuchsi
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Re: Präsident Trump

Beitrag von derFuchsi »

Blaight hat geschrieben:Weil hier der Klassenbully mit den moralischen Maßstäben einer Unkultur wichtige gesellschaftliche Entwicklungen der letzten 40 Jahre untergraben kann und wird. Ich habe um mich persönlich keine sorgen. Ich lebe in einer monogamen heterosexuellen Beziehung und wirtschaftlich sicheren Umständen. Auch bei einem gesellschaftlichen RechtsRuck muss ich mir keine sorgen machen, mit meinem blond blauäugigen Paul. Ich mache mir um diejenigen sorgen die anders sind, oder hilfsbedürftig.
Lebst du in den USA?
Ansonsten verstehe ich nicht so recht den Zusammenhang zwischen Trump und uns.
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Blaight
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Re: Präsident Trump

Beitrag von Blaight »

Äh ich bin eben der Auffassung, dass eine solche Figur das Meinungsbild der Gesellschaft bzgl beispielsweise Homosexualität auch über Ländergrenzen hinweg prägen kann. Und die politische Kultur/den Diskurs. Wenn im "land of the free" der Populismus so dermaßen gewinnt, was heißt das für andere Gesellschaften?

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Blaight
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Re: Präsident Trump

Beitrag von Blaight »

Ich glaube nicht, dass er politisch so viel bewegen kann, Obama konnte ja auch nur Nuancen seiner Ideen umsetzen. Da gibt es meiner Ansicht nach zu viele Mechanismen, die vor zu harschen Gesetzen schützen. Die wollen eben doch Schauspieler, statt Politiker.

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derFuchsi
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Re: Präsident Trump

Beitrag von derFuchsi »

Blaight hat geschrieben:Äh ich bin eben der Auffassung, dass eine solche Figur das Meinungsbild der Gesellschaft bzgl beispielsweise Homosexualität auch über Ländergrenzen hinweg prägen kann. Und die politische Kultur/den Diskurs. Wenn im "land of the free" der Populismus so dermaßen gewinnt, was heißt das für andere Gesellschaften?
Das ist jetzt ein etwas diffuses Horrorszenario aber na gut.
Davon abgesehen ist das wohl ein klassisches Henne-Ei-Problem. Irgendwer muss Trump und unsere europäischen Rechtspopulisten ja schließlich erstmal wählen. Gäbe es diese Einstellungen nicht bereits dann wären die garnicht erst groß geworden.
Blaight hat geschrieben:Ich glaube nicht, dass er politisch so viel bewegen kann, Obama konnte ja auch nur Nuancen seiner Ideen umsetzen. Da gibt es meiner Ansicht nach zu viele Mechanismen, die vor zu harschen Gesetzen schützen. Die wollen eben doch Schauspieler, statt Politiker.
Meine Rede. Trump wird genauso an der Realität scheitern wie Obama.
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Lenz
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Re: Präsident Trump

Beitrag von Lenz »

Aber wenn man sieht wie umstritten Trump auch im Lager der Republikaner ist weiß man auch nicht ob die Mehrheiten da wirklich helfen.

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Blaight
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Re: Präsident Trump

Beitrag von Blaight »

Der gesellschaftlich-politische Ruf nach dem "starken Mann", ob in der Türkei, Russland, Ungarn oder Polen, ist für mich eine ganz schreckliche Zukunftsvision. Menschen wollen eindeutig keine komplizierten Aufgaben oder differenzierten Aussagen, lieber einfache Weltbilder und sich sagen lassen, was zu tun ist, wer böse und wer gut ist und wehe denen Eliten, die sich durch Wissenschaft und Einsatz wirklich mit was auskennen. Man muss sich doch heute schon als Klugscheißer diffamieren lassen, wenn man nicht bereit ist sich den Stammtischparolen anzuschließen. Und das geht in die verschiedenen politischen Lager, wüsste nicht, wann ich das letzte mal mit einem links-liberalen Studi vernünftig über den Sinn oder Unsinn von genetisch veränderten Lebensmitteln diskutieren konnte, weil die Akzeptanz fehlt, dass wenn man keine Ahnung von Genetik hat bestimmte Meinungen wissenschaftlich nicht tragbar/haltbar sind. Ein Mann wie Trump verkörpert meiner Ansicht nach den Wunsch danach, einem das Gefühl geben zu lassen, man habe auch ohne Fachkenntnis Recht.

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