Killerspiele - Der Streit eskaliert und andere Dokus

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boller
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Re: Killerspiele - Der Streit eskaliert

Beitrag von boller »

Wie schon angedeutet spielt da auch eine kulturelle Komponente rein. Ich denke das in Asien der Fehler seltener bei anderen gesucht wird sondern bei sich selber und das dadurch die Wut seltener nach aussen gegen andere Personen getragen wird. Das ist dann mit einer der Gründe wieso die Selbstmordraten erhöht sind gegenüber der "westlichen Kultur".

Eine weitere Frage dabei ist sicherlich auch das Problem der Ausgrenzung und des Mobbings und deren Intensität. Ich könnte mir vorstellen das solche Auslöser dort seltener vorkommen, da müsste man mal psychologische Studien zu durchforsten.

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bluttrinker13
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Re: Killerspiele - Der Streit eskaliert

Beitrag von bluttrinker13 »

boller hat geschrieben:Wie schon angedeutet spielt da auch eine kulturelle Komponente rein. Ich denke das in Asien der Fehler seltener bei anderen gesucht wird sondern bei sich selber und das dadurch die Wut seltener nach aussen gegen andere Personen getragen wird. Das ist dann mit einer der Gründe wieso die Selbstmordraten erhöht sind gegenüber der "westlichen Kultur".

Eine weitere Frage dabei ist sicherlich auch das Problem der Ausgrenzung und des Mobbings und deren Intensität. Ich könnte mir vorstellen das solche Auslöser dort seltener vorkommen, da müsste man mal psychologische Studien zu durchforsten.
Ich kenne mich selbst in dem Bereich nicht wirklich gut aus, kann mich aber an mehrere Vorträge aus Kolloquien erinnern, wo Leute die Emotionsregulation und ähnliches in Asien (meist China, Japan, oder Korea) untersuchten.

Bottom line: Das läuft dort wirklich ganz anders als hier, angefangen beim Selbstverständnis bis hin zum Emotionsausdruck. Zum einen gibt es tendenziell wohl mehr sozialen Zusammenhalt und weniger Mobbing (was tlw hinsichtlich des wirklich viel höheren Leistungsanspruchs dort widersprüchlich anmutet, aber evt nur für uns). Was ich mir ebenfalls gemerkt habe war das die, auch die Kinder bereits, viel besser darin sind, Dinge in sich "hineinzufressen". D.h. negative Emotionen werden dort tlw sehr viel mit sich selber klargemacht oder ausgehalten, ohne aber dabei das Umfeld oder die "anderen" als Problemursache auszumachen. Man sieht das dann wohl eher als Problem von einem selbst, mit dem man umzugehen hat. Das wiederum könnte, anders als die social exclusion Effekte in westlichen Ländern, zu weniger Feindseligkeit führen.
Welche Konsequenzen das alles hat, keine Ahnung, da fehlt mir Wissen. Grundsätzlich fehlen da glaube ich auch noch sehr viele Daten hinsichtlich dieser wirklich sehr spannenden cross-cultural differences.

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derFuchsi
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Re: Killerspiele - Der Streit eskaliert

Beitrag von derFuchsi »

Gerade die Idee gehabt mal zu schauen was Teil 3 macht und siehe da wie es der Zufall will:
http://www.zdf.de/zdfinfo/killerspiele-42060206.html" onclick="window.open(this.href);return false;
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bluttrinker13
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Re: Killerspiele - Der Streit eskaliert

Beitrag von bluttrinker13 »

Cool, danke.

Stammbräu
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Re: Killerspiele - Der Streit eskaliert

Beitrag von Stammbräu »

sid zung hat geschrieben:es ging mir um die Kausalität dass China in Ausbildung und Beruf enormen Druck auf die Bevölkerung ausübt, und daher signifikant mehr Anschläge durch Chinesen (!) verübt werden müssten als durch durch Menschen die in weniger "druckvollen" Gesellschaften aufgewachsen sind.
Ich denke ein Amoklauf muss nicht zwingend der einzige Output von diesem inneren Druck sein. Man beachte die schon angesprochene Selbstmordrate chinesischer Kinder und Jugendlicher. Oder eben der staatliche Daueramoklauf.
sid zung hat geschrieben: Glaubst du wirklich, in China Aufgewachsene sprengen sich munter in die Luft und wir merken es nur nicht?
Sind wir jetzt bei "10 Leute wahllos über den Haufen schießen" oder bei "sich in die Luft sprengen"?
Ja, ich denke dass wir Ersteres nicht "merken". Wie auch? Sind chinesische Polizisten verpflichtet, solche Vorfälle an westliche Medien zu melden?
sid zung hat geschrieben: Hältst du es vor diesem Hintergrund immer noch für plausibel dass - wie in den von mir kritisierten Artikeln beschrieben - der rücksichtslose Umgang mit Schülern in deutschen (westlichen) Schulen Attentäter "produziert", wenn andere Länder mit wesentlich weniger institutioneller Empathie (Begriff darf zitiert werden :D ) nicht signifikant mehr Probleme dieser Art haben?
Ja, durchaus plausibel. Noch plausibler wenn du von "Problemen dieser Art" (Mord und Totschlag?) sprichst.
sid zung hat geschrieben: Die Tötung von politisch Andersdenkenden durch chinesische Machthaber die du ansprichst hat mit unserer Diskussion aber nicht wirklich etwas zu tun, oder?
Aufgrund deines Beispiels, finde ich das schon.
"politisch Andersdenkende"? Sieh dir mal die Liste hier an...
Vergehen die in China mit der Todesstrafe geahndet werden
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sid zung
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Re: Killerspiele - Der Streit eskaliert

Beitrag von sid zung »

Okay, kann ich akzeptieren, sehe ich aber grundsätzlich anders.
Stammbräu hat geschrieben:Ich denke ein Amoklauf muss nicht zwingend der einzige Output von diesem inneren Druck sein. Man beachte die schon angesprochene Selbstmordrate chinesischer Kinder und Jugendlicher. Oder eben der staatliche Daueramoklauf.
Wenn die diskutierte These lautet "Schulischer Druck produziert Attentäter" und wir reden über ein Land in dem die Selbstmordrate hoch ist, fehlt mir da der Zusammenhang. Auch staatliche Regeln und Gepflogenheiten sind für mich ein völlig anderes Thema. Man kann das jetzt mit lokaler Ethik und Problemlösungsmechanismen im asiatischen Raum begründen, aber trotzdem taugt es nicht als Beleg für die Eingangsthese.
Sind wir jetzt bei "10 Leute wahllos über den Haufen schießen" oder bei "sich in die Luft sprengen"? Ja, ich denke dass wir Ersteres nicht "merken". Wie auch? Sind chinesische Polizisten verpflichtet, solche Vorfälle an westliche Medien zu melden?
Ich sehe den Unterschied nicht, und denke wir würden beides erfahren.
Ja, durchaus plausibel. Noch plausibler wenn du von "Problemen dieser Art" (Mord und Totschlag?) sprichst.
Ich spreche immer noch von der von mir kritisierten These "schulischer Druck produziert Attentäter".
Aufgrund deines Beispiels, finde ich das schon. "politisch Andersdenkende"? Sieh dir mal die Liste hier an...
Vergehen die in China mit der Todesstrafe geahndet werden
Nochmal - das von uns kontrovers diskutierte Thema ist "Schulischer Druck produziert Attentäter", und nicht "Sind staatlich beauftragte Morde in China moralisch gerechtfertigt?".

Der Erkenntnisgewinn unserer letzten 2-3 Beiträge war nur bedingt gegeben, lass uns abschliessend festhalten dass wir hier einfach verschiedener Meinung sind.

Stammbräu
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Re: Killerspiele - Der Streit eskaliert

Beitrag von Stammbräu »

sid zung hat geschrieben: Wenn die diskutierte These lautet "Schulischer Druck produziert Attentäter"
Ich habe darauf reagiert, dass du geschrieben hast, China "hätte" die höchste Amokquote. Das halte ich für sehr fragwürdig.
Als ich das erste Mal auf deinen Post reagiert habe, habe ich auch bei google eingegeben: "Amoklauf China". Weil ich mir die Zeit dafür nicht nehmen möchte (und das auch gar nicht ordentlich könnte), habe ich nicht versucht eine Statistik zu erstellen, sondern spekuliere auch weiter herum. Ich sehe kein "mehr" oder "weniger". Es gibt einfach erwartungsgemäß unzählige Fälle... Siehst du weniger Fälle? Wenn ja, interessiert mich das Wie und Warum.

Das war ja auch meine allererste Frage an dich:
Stammbräu hat geschrieben:
sid zung hat geschrieben: Und nebenbei bemerkt hätte China von allen die höchste Amok-Quote.
Wieso "hätte"?
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derFuchsi
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Re: Killerspiele - Der Streit eskaliert und andere Dokus

Beitrag von derFuchsi »

Wer den Thementag zum Thema Computer und Spiele auf ZDF Info verpasst hat:
Hier eine Übersicht der interessanten Themen (Flashlose Mediathekversion, hier kann man die Videos auch runterladen) :

Väter der Pixel-Monster
Die Dokumentation erzählt die beeindruckende Geschichte der britischen Videospielindustrie zwischen 1979 und 1996.

Die Nintendo Story
Keine virtuellen Figuren haben sich tiefer in die Spielerherzen gebrannt als Mario und die Pokémon, die meistverkauften Videospieleserien aller Zeiten. Eine Doku über Macher, Träumer und Geschäfte.

Spieler, Hacker, Nerds
Eine Kindheit in den 80ern: Die Hobbys sind lesen, malen und Fahrrad fahren. Bis der "Commodore 64" in die Kinderzimmer einzieht. Plötzlich wird gezockt, und Spiele werden getauscht.

Videospiele: Revolution einer Generation
Videospiele führen in vielen Familien zu Spannungen. Manchmal sind sie die Ursache für Schulversagen. Viele Eltern verteufeln sie. Doch die Game-Industrie birgt auch kreatives Potenzial.

Atari: Game Over
1983 soll Atari unzählige Exemplare des gefloppten Spiels "E.T. - Der Außerirdische" in einer Mülldeponie vergraben haben. Der Flop wird als einer der Gründe für den Untergang von Atari gesehen.

Multimedia und Internet
Nächtelang wird gezockt: Mit Pizza und Cola geht es in den 90ern zur LAN-Party in die Dorfturnhalle. Computerspiele sind komplexe Unterhaltungsprodukte und fordern kontinuierlich die Hardware.

Der Traum von der klugen Maschine
Laptops, Tablets und Smartphones sind Computer, klar. Sogar ein Fahrkartenautomat ist einer. Aber wer hat den Computer erfunden? Waren es tatsächlich die Amerikaner?

Siegeszug der Rechenmonster
Die Folge "Siegeszug der Rechenmonster" zeigt, wie in den 50er Jahren der Computer-Markt erblüht. Die Elektronengehirne sind nicht mehr nur Rechenwerkzeuge.

PCs erobern die Welt
Dass der Computer heute in fast jedem Büro und fast jeder Wohnung steht, haben wir einer bunten Mischung aus Hippies, Hobbybastlern, Außenseitern, Nerds und Verrückten zu verdanken.

Shitstorm: Plötzlich hasst dich die Welt
Immer öfter, immer schneller, immer bösartiger werden Shitstorms. Wie entstehen und verbreiten sie sich? Was und vor allem wer steckt hinter diesen digitalen Feldzügen?

Downloaded - Die Napster-Story
Noch vor gut zehn Jahren sah die technische Welt ganz anders aus: Wir vergessen schnell - aber damals trugen wir noch sperrige Discmans mit uns herum und tauschten Mixed-CDs aus.

WoW- Geschichte eines Kult-Spiels
Das PC-Spiel "World of Warcraft" feiert sein 10-jähriges Jubiläum. Der Suchtfaktor des Rollenspiel-Meilensteins hält bei seinen Fans bis heute an. Eine Reise in das "WoW-Paralleluniversum".

Hacker, Freaks und Funktionäre
Die Geschichte des Chaos Computer Clubs (CCC) ist gleichsam eine Geschichte der deutschen Digitalisierung.

Freiheitskämpfer und Verbrecher
Smartphones und ein jederzeit verfügbares Netz geben uns das Gefühl, in Verbindung mit der Welt und ihrem Wissen zu stehen - eine Entwicklung, die in den Nullerjahren ihren Anfang nahm.

Tod eines Internet-Aktivisten
Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte des Wunderkindes der Programmierkunst Aaron Swartz, der sich für freien Zugang zu Inhalten des Internet einsetzte und 2013 unter tragischen Umständen starb.

Auch die erwähnten Killerspieledokus liefen wieder

Viel Spaß beim anschauen.
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Mr. Trombone
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Re: Killerspiele - Der Streit eskaliert und andere Dokus

Beitrag von Mr. Trombone »

Danke für die ganzen Links, da ist ja einiges interessantes dabei :)

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derFuchsi
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Re: Killerspiele - Der Streit eskaliert und andere Dokus

Beitrag von derFuchsi »

Habe den Kram selber noch vor mir :? .
Hatte nur mal in die "Väter der Pixelmonster" reingezappt. Sehr schöner Bericht über den Anfang und den Wandel der (britischen) Computerspieleindustrie. Wie einzelne Koryphäen oder kleinste Teams in den 80ern noch ihre Spiele alleine zusammenklöppelten und wie sich die Industrie in den 90ern dann gewandelt hat weil die Projekte immer größer wurden und viele der Pioniere deshalb auf der Strecke geblieben sind.
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Gamer since ~1987 (C64 C)

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derFuchsi
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Re: Killerspiele - Der Streit eskaliert und andere Dokus

Beitrag von derFuchsi »

Hat die eingangs erwähnte Doku jemand gesehen?
In der dritten Folge geht es in die nahe Zukunft und das Thema VR und warum die Killerspiele-Diskussion dabei so wichtig ist.
(Evtl kann man da sogar eine Podcast-Folge zu machen?)
Durch die Immersion bei VR sind die durch die Gamer-Community bisher belächelten Argumente gegen Gewaltspiele nämlich plötzlich garnicht mehr so albern wie man da sieht.
Es ist numal was Anders ob man auf einem Bildschirm jemanden steuert der auf Menschen schießt oder ob man es "selbst" tut aus der eigenen Perspektive. An möglichst real aussehenden Orten. Womöglich noch mit dem passenden Controller in der Hand (die es zumindest als Prototypen schon gibt wie in der Sendung zu sehen ist) der sich auch gewichtsmäßig nach Gewehr anfühlt, möglichst noch mit Rückstoß.
Erleben wir in ein paar Jahren dann wieder diese Diskussionen mit den gleichen Argumenten "Der Amokläufer hat zuhause mit dem Spiel Counterstrike-VR geübt"? Dann wird das Argumentieren dagegen langsam kompliziert, schließlich ist der sinn von VR alles möglichst real erlebbar zu machen.

Man könnte da VR auch als Chance sehen.
So etwas wie ein Anti-Kriegs-Shooter wäre gerade in VR eine gute Möglichkeit. Wenn man sich die aktuellen Experimente mit Horrorspielen in VR ansieht und bemerkt wie intensiv man sich dort erschrecken kann ahnt man schon die Möglichkeiten die man auf einem Bildschirm nie hätte.
Leider wird ein klassischer Shooter vermutlich nichts in VR durch die Motion-Sickness aber etwas passendes wird sich doch finden lassen hoffentlich.
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