Arbeitsbedingungen bei Epic Games: Der Preis des Erfolgs

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monieu
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Re: Arbeitsbedingungen bei Epic Games: Der Preis des Erfolgs

Beitrag von monieu » 18. Jun 2019, 10:44

Mich würde mal interessieren, erwartet ihr bei Firmen, die Zuarbeit leisten, also asset-Auftragsproduktion, mehr oder weniger crunch?

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Sebastian Solidwork
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Re: Arbeitsbedingungen bei Epic Games: Der Preis des Erfolgs

Beitrag von Sebastian Solidwork » 18. Jun 2019, 10:59

Jochen hat geschrieben:
17. Jun 2019, 13:59
in der Planung, in der Größe des Projektes usw. Wenn ich mir aber anschaue, wie viele Studios davon betroffen sind (nämlich nahezu alle größeren), dann würde ich zumindest die Möglichkeit nicht ausschließen, dass das Problem komplexer ist.
Kann es sein, dass pauschal die Größe das Problem ist?
Ich denke schon.
Nicht das Problem ist komplexer sondern die gestiegene Komplexität ist das Problem. Und das auch noch in so einer jungen Kunstrichtung/Handwerk wie Spielen.
Schon große IT-Projekte (nicht nur IT, siehe BER, Stuttgart 21, Elbphilharmonie), die einen Nutzen als Ziel haben, sind regelmäßig kaum beherrschbar. Und jetzt werden mehrere hundert Millionen in sowas nebulöses wie "Spielspaß" investiert.
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Schlagerfreund
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Re: Arbeitsbedingungen bei Epic Games: Der Preis des Erfolgs

Beitrag von Schlagerfreund » 19. Jun 2019, 12:04

Ansonsten auch noch mal ein kleiner Einwurf, basierend auf der aktuellen Folge von Wortreich.

Wolfgang beschreibt dort eine genannte 80 Stunden Woche als das was sie meiner Meinung nach aus ist und das ist menschenunwürdig.

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Sebastian Solidwork
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Re: Arbeitsbedingungen bei Epic Games: Der Preis des Erfolgs

Beitrag von Sebastian Solidwork » 19. Jun 2019, 13:47

Sebastian Solidwork hat geschrieben:
18. Jun 2019, 10:59
Jochen hat geschrieben:
17. Jun 2019, 13:59
in der Planung, in der Größe des Projektes usw. Wenn ich mir aber anschaue, wie viele Studios davon betroffen sind (nämlich nahezu alle größeren), dann würde ich zumindest die Möglichkeit nicht ausschließen, dass das Problem komplexer ist.
Kann es sein, dass pauschal die Größe das Problem ist?
Ich denke schon.
Nicht das Problem ist komplexer sondern die gestiegene Komplexität ist das Problem. Und das auch noch in so einer jungen Kunstrichtung/Handwerk wie Spielen.
Schon große IT-Projekte (nicht nur IT, siehe BER, Stuttgart 21, Elbphilharmonie), die einen Nutzen als Ziel haben, sind regelmäßig kaum beherrschbar. Und jetzt werden mehrere hundert Millionen in sowas nebulöses wie "Spielspaß" investiert.
Das neue Wortreich "Zu viel Kunst" dürfte auch Jochens Frage beantworten.
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Tom
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Re: Arbeitsbedingungen bei Epic Games: Der Preis des Erfolgs

Beitrag von Tom » 20. Jun 2019, 01:15

Voigt hat geschrieben:
17. Jun 2019, 17:26
Gibt halt das Gegenbeispiel Fortnite, wo die Entwickler nach einem striktem Zeitplan immer wieder neue Inhalte rausbringen müssen.
Epic mit Fortnite dürfte eher ein Beispiel sein für ein Unternehmen, welches von Erfolg überrumpelt wurde, und jetzt das meiste daraus machen möchte. Ob die Entwicklung von Fortnite-Inhalten typisch für die Entwicklung von Service Games ist, ist damit nicht unbedingt klar.

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Schlagerfreund
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Re: Arbeitsbedingungen bei Epic Games: Der Preis des Erfolgs

Beitrag von Schlagerfreund » 20. Jun 2019, 11:05

Tom hat geschrieben:
20. Jun 2019, 01:15
Voigt hat geschrieben:
17. Jun 2019, 17:26
Gibt halt das Gegenbeispiel Fortnite, wo die Entwickler nach einem striktem Zeitplan immer wieder neue Inhalte rausbringen müssen.
Epic mit Fortnite dürfte eher ein Beispiel sein für ein Unternehmen, welches von Erfolg überrumpelt wurde, und jetzt das meiste daraus machen möchte. Ob die Entwicklung von Fortnite-Inhalten typisch für die Entwicklung von Service Games ist, ist damit nicht unbedingt klar.
Da ist nichts überrumpelt. Das ist von sehr langer und in den meisten Bereichen von sehr kompetenten Händen geplant.

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Filusi
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Re: Arbeitsbedingungen bei Epic Games: Der Preis des Erfolgs

Beitrag von Filusi » 20. Jun 2019, 12:11

Schon allein der Grafikstil ist nicht ohne vorherige Weitsicht so gewählt, dass die Erarbeitung von weiteren Assets kostengünstig geschehen kann. Auch wenn zuvor andere Gameplayziele standen, so war Games as a Service ja auch vorher der Monetarisierungsgedanke.

Zudem hat der Grafikstil anscheinend den Vorteil neue Mitarbeiter hierbei schnell einarbeiten zu können, womit sie ersätzlich sind.

Womit man dann ja auch plant, siehe begrenzte Arbeitsverträge, mit denen man wiederum Druck ausüben kann.

Wie war der Ausspruch eines Epicveranwortlichen?
Das war, wenn ich mich recht erinnere, ziemlich Menschenverachtend.

Ich habe da nicht den Eindruck, dass dort der austauschbare Mitarbeiter wirklich im Zentrum langfristiger Firmenüberlegungen steht ...

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Soulaire
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Re: Arbeitsbedingungen bei Epic Games: Der Preis des Erfolgs

Beitrag von Soulaire » 20. Jun 2019, 12:41

Tom hat geschrieben:
20. Jun 2019, 01:15
Voigt hat geschrieben:
17. Jun 2019, 17:26
Gibt halt das Gegenbeispiel Fortnite, wo die Entwickler nach einem striktem Zeitplan immer wieder neue Inhalte rausbringen müssen.
Epic mit Fortnite dürfte eher ein Beispiel sein für ein Unternehmen, welches von Erfolg überrumpelt wurde, und jetzt das meiste daraus machen möchte. Ob die Entwicklung von Fortnite-Inhalten typisch für die Entwicklung von Service Games ist, ist damit nicht unbedingt klar.
und in 3 Jahren sagt man dann die Strukturen seien so festgezurrt dass eine Änderung zu aufwendig wäre oder Fortnite nicht mehr so viel Geld wie am Anfang abwerfen würde. :roll:
Wenn ein Unternehmen von Anfang an mit diesen zusätzlichen Einnahmen durch Gehaltseinsparungen plant ist es unglaublich schwierig eine Veränderung herbeizuführen.
Finde den Lootbox-vergleich dazu recht interessant. Diese machen bei Vollpreis-Spielen oft 25%+ des Umsatzes aus und deshalb ist es unglaublich schwierig für diese Entwickler/Publisher diese Mikrotransaktionen aus dem darauffolgenden Spiel herauszunehmen und auf diese "zusätzlichen" Einnahmen zu verzichten. Und trotzdem gibt es noch Spiele die ohne auskommen und dazugehörige Firmen nicht pleite gehen. Hat halt sehr viel mit der Philosophie und Kultur der entsprechenden Firma zu tun und weniger mit Geld.

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Re: Arbeitsbedingungen bei Epic Games: Der Preis des Erfolgs

Beitrag von Dr. Zoidberg [np] » 21. Jun 2019, 07:16

Der Lead Animator meinte heute auf Twitter:
Epic shuts the studio down for 2 weeks in the summer and two in the winter. We also get vacation on top of it. I don’t say this to brag, but to vocally applaud a company that sincerely cares for its employees.
https://twitter.com/HosFross/status/1141858632470077440

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Re: Arbeitsbedingungen bei Epic Games: Der Preis des Erfolgs

Beitrag von Schlagerfreund » 21. Jun 2019, 10:35

Man kann wohl kaum die Position eines Lead Animators mit dem eines normalen Knechts bei Epic vergleichen. Ansonsten arbeiten ja auch viele Firmen und dazu gehört auch Epic mit Contractors und für die gelten dann wieder ganz andere Regeln.

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Re: Arbeitsbedingungen bei Epic Games: Der Preis des Erfolgs

Beitrag von Schlagerfreund » 26. Jun 2019, 11:43

Ansonsten habe ich mir auch mal die Podcast Episode "How one studio avoids Crunch" bei dem Podcast von Kotaku gegeben.

Da wird schon nach wenigen Minuten klar warum das dort funktioniert und bei anderen nicht. Es ist übrigens auch unter dem Punkt von @monieu interessant. Denn das Studio Iron Galaxy macht nämlich in erster Linie gar keine eigenen Spiele sondern arbeitet zu.
@monieu
Mich würde mal interessieren, erwartet ihr bei Firmen, die Zuarbeit leisten, also asset-Auftragsproduktion, mehr oder weniger crunch?
Es ist einfach ein massiver Unterschied in der Firmenphilosophie und die dürfte der Erfahrung der Firmengründer geschuldet sein. Dazu gehört Dave Lang mit dem auch das Interview gemacht worden ist. Kurz zusammengefasst hat er da nämlich zwei grundsätzliche Positionen.

1. Er verlangt nichts von Leuten was er nicht selber auch machen würde.
Dazu gehört dann auch das er eben auch lieber um 18:00 das Büro verlässt und Zeit mit Familie und Freunden verbringt usw.

2. Ihn interessiert eigentlich weniger an welchen Spielen gearbeitet wird. Er möchte mit seinen Freunden und Leuten die er mag Videospiele entwickeln bzw. an der Entwicklung beteiligt sein.
Das ist dann halt einfach eine komplett andere Orientierung in der er auch möchte das die Leute in seiner Firma bleiben. Auch wenn das für die Leute bedeutet das sie nicht an den dicken Prestige Spielen wie bei Rockstar usw. arbeiten und auch weniger verdienen.

Ebenfalls interessant war das er auch guckt das er Aufträge aussucht bei denen er weiß wie der Publisher/Entwickler tickt. Da nennt er positive Beispiele wie Microsoft oder Bethesda wo man sich eher an der Qualität des Spiels orientiert und nicht nur das Viertel des Finanzjahres im Vordergrund steht. Ersteres ist dabei allerdings auch wohl wirklich leider die Ausnahme.

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Re: Arbeitsbedingungen bei Epic Games: Der Preis des Erfolgs

Beitrag von Dr. Zoidberg [np] » 27. Jun 2019, 08:04

Und das nächste Studio: Jason Schreier berichtet über Crunch bei Treyarch während der Entwicklung von Black Ops 4 https://kotaku.com/the-human-cost-of-ca ... 1835859016

Besonders spannend finde ich, dass die fehlende Singleplayer-Kampagne eher Zufall und Zeitmangel ist als Plan

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Re: Arbeitsbedingungen bei Epic Games: Der Preis des Erfolgs

Beitrag von Dr. Zoidberg [np] » 29. Jul 2019, 13:38

Wenig überraschend: Bei Naughty Dog hat sich nicht viel geändert

https://cogconnected.com/feature/naught ... ation-ps4/

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