COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

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Wudan
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Re: E3 abgesagt wegen Coronavirus

Beitrag von Wudan »

Axel hat geschrieben:
12. Mär 2020, 01:16
Es werde wohl ein bis eineinhalb Jahre dauern, bis ein Impfstoff entwickelt ist.

Ein- bis eineinhalb Jahre. Uff.
Jaein. Entwickelt ist ein Impfstoff ziemlich schnell, das wird in einigen Wochen oder wenigen Monaten der Fall sein. Wahrscheinlicht gibt es auch schon Prototypen. Bis er allerdings getetstet und vor allem zugelassen ist, das wird locker 1-1,5 Jahre dauern, und bis er global und flächendeckend zur Verfügung steht vielleicht nochmal genauso lang.

In andereren Ländern könnte das schneller gehen. Aber gerade bei uns ist die Hürde zur Zulassung eines neuen Medikaments (mit Recht) sehr hoch angesetzt. Im Normalfall müssen erst mehrere klinische Studien oder gar Langzeitstudien durchgeführt werden. In diesem Fall kann man dem Verfahren sicherlich Vorrang einräumen, aber man kann nicht einfach alle diesbezüglichen Gesetze ausser Kraft setzen, und eine Langzeitstudie dauert nun mal so lange wie eine Langzeitstudie dauert. Einen ungetesteten Impfstoff auf die Bevölkerung loszulassen wäre abgesehen davon auch Brandgefährlich und dieses Risiko will sich sicherlich kein Pharmaunternehmen ans Bein heften.

Ich mag übrigens Threads wie diesen überhaupt nicht. Ich halte sie für extreme Panik-Katalysatoren. Jeder haut (angeblich) relevante News einfach rein, stellt Vermutungen an, und malt sich düstere Szenarien aus und steckt damit andere an. Es wird sich auch irgendwie "im Drama gesuhlt", was der Sache in keiner Weise hilfreich ist. Bei manchen schimmert ja schon durch wie sehr sie mental schon in Hysterie verfallen sind. Allgemein wird die Hysterie durch Social Media extrem getriggert. Dabei ist es in solchen Situationen um so wichtiger besonnen zu bleiben, Dinge nüchtern zu sehen. Das z.B. auch schon über 50k Leute mit völlig herkömmlichen Mitteln auch wieder geheilt wurden liest man in solchen Threads selten.

Ich lehn mich mal aus dem Fenster mit der Behauptung dass ohne Social Media das Virus lange nicht so ein Blockbuster wäre wie er jetzt ist. Auch ständige Verfolgung von News-Kanälen und Liveticker-Webseiten oder Echtzeit-Pandemiekarten halte ich für nicht zielführend. Was nutzen einem die ganzen Infos denn? Im regelfall überhaupt nichts, ausser das die eigene Angst gefördert wird. Von daher: Ruhig bleiben, abwarten, und darauf vertrauen das die richtigen Leute an den richtigen Stellen schon das richtige tun und entscheiden werden.

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Axel
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Axel »

@Wudan: Auf der anderen Seite habe ich beispielsweise durchaus auch Bedürfnis mich darüber auszutauschen. Wenn das nicht gegeben wäre, dann würde es meine Panik noch viel mehr steigern. Weil ich mir da die lustigsten Szenarien ausmale. ;-)

Und es ist ja nicht so, dass wir hier den schlimmsten BILD Clickbait Kram hier in Minutentakt reinposten, sondern uns auf eher sachliche Quellen wie den NDR Podcast mit Christian Drosten berufen.
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Rince81
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Re: E3 abgesagt wegen Coronavirus

Beitrag von Rince81 »

Wudan hat geschrieben:
12. Mär 2020, 19:29
Ich lehn mich mal aus dem Fenster mit der Behauptung dass ohne Social Media das Virus lange nicht so ein Blockbuster wäre wie er jetzt ist. Auch ständige Verfolgung von News-Kanälen und Liveticker-Webseiten oder Echtzeit-Pandemiekarten halte ich für nicht zielführend.
Klares Ja und Klares Nein. Der Kram, die laufenden News machen Angst, da nehme ich mich nicht raus. Weniger News würde aber vermutlich zu einer Abwehrhaltung, was die Umsetzung von einschränkenden Maßnahmen betrifft führen und das wäre imho noch schlimmer. Das Ding ist gefährlich, gerade durch den exponentiellen Anstieg der Fälle und der Überlastung der Gesundheitsysteme - das ist in China passiert, in Italien und im Iran und wir sind davor auch nicht gefeit.
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Wudan
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Wudan »

Axel hat geschrieben:
12. Mär 2020, 19:38
@Wudan: Auf der anderen Seite habe ich beispielsweise durchaus auch Bedürfnis mich darüber auszutauschen. Wenn das nicht gegeben wäre, dann würde es meine Panik noch viel mehr steigern. Weil ich mir da die lustigsten Szenarien ausmale. ;-)
Joa das ist eben das was ich anzweifel. Bringt es einen wirklich weiter sich mit anderen Leuten auszutauschen die genauso wenig Ahnung haben und schon ihre ganz eigenen Theorien am Start haben? Ich will das hier im Einzelfall ja jetzt gar nicht schlechtreden, ich sag das eher allgemein weil ich schon viel viel schlimmere einschlägige Threads und Diskussionen gesehen habe und mich mitlerweile weitgehend davon fern halte. Ich sehe sehr wie Leute sich gegenseitig hochschaukeln. Man sollte sich auch zwischendurch mal fragen wie oft man aus so einem "Austausch" beruhigter rausgegangen ist als vorher. Ich denk mir dazu oft "ey, vielleicht solltet ihr das einfach mal den Leuten überlassen die sich damit auskennen und die dafür zuständig sind". Aber grad jetzt im Internet mutieren plötzlich ganz viele Leute zu selbsternannten Pandemieexperten, Leute die den ganzen Tag Newsticker verfolgen und sich einbilden sie wissen genau was abgeht.

Passend dazu:

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Filusi
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Filusi »

Naja, ich bin durch solche Threads erst auf den Drosten Podcast aufmerksam geworden und nun auch besser informiert.
Zuletzt geändert von Filusi am 12. Mär 2020, 20:42, insgesamt 1-mal geändert.

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LegendaryAndre
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von LegendaryAndre »

Wudan hat geschrieben:
12. Mär 2020, 20:00
Joa das ist eben das was ich anzweifel. Bringt es einen wirklich weiter sich mit anderen Leuten auszutauschen die genauso wenig Ahnung haben und schon ihre ganz eigenen Theorien am Start haben? Ich will das hier im Einzelfall ja jetzt gar nicht schlechtreden, ich sag das eher allgemein weil ich schon viel viel schlimmere einschlägige Threads und Diskussionen gesehen habe und mich mitlerweile weitgehend davon fern halte. Ich sehe sehr wie
Also ich fand die bisherigen Beiträge größtenteils sehr hilfreich! Es ist auch schön zu sehen, dass andere sich mit der Thematik beschäftigen und das durchaus ernst nehmen. Wenn dich das zu sehr aufregt oder stört, dann empfehle ich dass du tatsächlich von Threads dieser Art Abstand hältst, denn es stört andere denen die Beiträge wichtig sind! Nicht böse, aber durchaus ernst gemeint!

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Filusi
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Filusi »

Wieso?
Ich finde seine Bedenken durchaus äusserungs- und diskutierwürdig.
Wir müssen ja alle nicht die selbe Meinung haben und auch solche Ansichten haben ihren Wert. :)

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Wudan
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Wudan »

Danke Filusi :)

Und um tatsächlich auch was konstruktives beizutragen, hier ein nützlicher Link. Keine Panikmache, kein Hype, nur pure nüchterne Information:

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/N ... JVG96RPSm8

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johnnyD
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von johnnyD »

Ich persönlich versuche mich in der Tat weiterhin vollkommen normal zu verhalten und ebenso auf andere einzuwirken. Ja, in social media ist nicht alles korrekt, zuweilen eher das meiste vollkommen Grütze.

Die Hysterie kommt allerdings nicht nur von den Medien, sondern auch von einem selbst, also wie man Dinge generell hinterfragt, bewertet und darauf reagiert. Manche werfen den Virulogen vor, sie hätten vor wenigen Tagen etwas ganz anderes gesagt - Der nüchterne denkt sich jedoch nur klar, die Erkenntnisse wachsen ja von Tag zu Tag und je valider und umfassender die Datenbasis, umso akkurater die Prognosen. In nur diesem einen Beispiel hat man dann die Wahl, entweder nix zu sagen oder eben dann jeweils aktualisieren, wenn es erforderlich ist - letztere Option ist mir persönlich lieber.

Ich selbst arbeite im öffentlichen Dienst mit viel Personenverkehr, doch gesunder Menschenverstand lässt einen das etwas modifiziert ganz gut deichseln: Öfters Hände ordentlich waschen, auf Hände schütteln verzichten, nicht ins Gesicht fassen, gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf. Mich besorgt daher vielmehr das wirtschaftliche Schicksal derer, mit denen ich beruflich zu tun habe

@André
Danke den Quote, hatte ich tatsächlich überlesen. Ja, genau so ist das angedacht. Mal guggn, ob ich Anfang Juni meinen Tropical Island Urlaub wahrnehmen darf...
Wobei ich mit der Frage: wie soll das Monate lang funktionieren" auf die Einreise Stopps und andere Maßnahmen abzielte. Der zB USA Bann für Europäer ist ja nicht nur relevant für Urlaubsreisen
"Wenn man den Sumpf trocken legen will, darf man nicht die Frösche fragen!"

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Andre Peschke
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Andre Peschke »

Wudan hat geschrieben:
12. Mär 2020, 21:01
Keine Panikmache, kein Hype, nur pure nüchterne Information:

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/N ... JVG96RPSm8
Wo ist denn hier groß Panikmache, auf den gesamten Thread bezogen? Alles was ich geposted habe zB, sind Dinge die direkt von den Aussagen von insbes. Drosten stammen.

Und es ist IMO wichtig, dass das Thema eben nicht zu lasch gesehen wird. Die Leute müssen jetzt mitwirken und einige recht simple Maßnahmen einhalten. Das ist schon wichtig und es ist gut, wenn das auch hier im Forum diskutiert wird.

Keiner sagt, wir sollen in Panik verfallen und nur weil der Verlauf eines solchen nach Expertenmeinung historischen Ereignisses mit den Mitteln moderner Technik nachzuvollziehen nicht einer gewissen Faszination entbehrt, geilt sich auch keiner daran auf.

Ich bin voll dabei zu sagen, man möge ruhig und mit Augenmaß an die Sache rangehen. Aber den Thread samt und sonders als Panik-Katalysator zu deklassieren ist nun wirklich ungerechtfertigt.

Andre

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Wudan
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Wudan »

Andre, vielleicht kam das nicht deutlich rüber, aber einiges von dem was ich sagte war nicht speziell auf -diesen- Thread gemünzt sondern auf Corona Diskussuionen im Allgemeinen. Und die Stelle die du zitiert hast, hatte gar kein zusammenhang mit diesem Thead sondern sollte eher sowas wie "im Gegensatz zu anderen Medien" heissen.

Auf diesen Thread bezogen liest man aber, mitunter speziell aus Axels Beiträgen, durchaus eine gewisse (imho ungesunde) Hysterie heraus, die nicht besser wird wenn man sich gegenseitig darin bestätigt. Jedoch, auch merkte ich an:
Ich will das hier im Einzelfall ja jetzt gar nicht schlechtreden, ich sag das eher allgemein weil ich schon viel viel schlimmere einschlägige Threads und Diskussionen gesehen habe und mich mitlerweile weitgehend davon fern halte.
Womit ich auch ein bisschen ein Problem habe ist, wenn selbst die Experten noch nicht klar vorhersehen können wie die Situation in 4 Wochen ist, einzelne Laien in Foren wie auch hier aber schon die ökonomischen unnd gesellschaftlichen Auswirkungen in 3 Jahren vorhersagen können. Warum diese Meinung gleich als "störend" angesehen wird, ist mir nicht klar.

Rince81
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Rince81 »

DexterKane hat geschrieben:
12. Mär 2020, 12:52
Schulen, Kitas etc. sind hier schon seit 3 Wochen dicht und bleiben es wahrscheinlich auch noch mindestens bis Ostern.
Das macht auch Sinn, aber halt nur hier. In Köln alle Schulen zu schließen wäre dagegen unverhältnismäßig, solange da nicht mehr Fälle aufgetreten sind.
Warum warten bis noch mehr Fälle auftreten? Aktuell haben wir noch ein exponentielles Wachstum und die Inkubationszeit beträgt bis zu 2 Wochen - da werden auch so noch mehr Fälle auftreten. Man dreht das Wasser fürs Bad ja auch ab eh die Wanne voll ist und nicht erst dann, wenn die gesamte Wohnung schwimmt.

Die Pressekonferenz von Merkel und Co. vorhin zeigt wo es hingeht. Wir bereiten uns auf einen gewaltigen Schlag vor und müssen anscheinend jetzt gegensteuern, nicht erst dann wenn alle Intensivbetten belegt sind.
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Axel
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Axel »

Wudan hat geschrieben:
12. Mär 2020, 22:50
Auf diesen Thread bezogen liest man aber, mitunter speziell aus Axels Beiträgen, durchaus eine gewisse (imho ungesunde) Hysterie heraus, die nicht besser wird wenn man sich gegenseitig darin bestätigt.
Ich kann Dir versichern: Ich bin die Ruhe in Person. :) Aber ist doch verständlich, wenn man gerade selbst zu einer Risikogruppe gehört, dass man sich so seine Gedanken macht. Und ja, auch dass man Angst hat. Angst ist eine natürliche und sehr menschliche Reaktion. Ein Gefühl wie Angst sorgt auch für mehr Vorsicht. Doch bin ich alles andere als hysterisch.

Und allgemein wäre es doch schön einfach mal vorher zu Fragen, eh man irgendwas in Wörter reindeutet. ;)
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DickHorner
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Re: COLOGNE-42 - Analogie einer Pandiddeldi

Beitrag von DickHorner »

Ja, eins ist auf jeden Fall sicher:
Wenn's richtig kacke wird und die Welt aus den Fugen gerät, können die meisten von uns wenigstens sagen:
Ich hab's ja gleich gesagt!

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Andre Peschke
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Andre Peschke »

Wudan hat geschrieben:
12. Mär 2020, 22:50
Womit ich auch ein bisschen ein Problem habe ist, wenn selbst die Experten noch nicht klar vorhersehen können wie die Situation in 4 Wochen ist, einzelne Laien in Foren wie auch hier aber schon die ökonomischen unnd gesellschaftlichen Auswirkungen in 3 Jahren vorhersagen können. Warum diese Meinung gleich als "störend" angesehen wird, ist mir nicht klar.
Ich habe absolut kein Interesse an Alarmismus. Wenn das überhand nähme, wäre der Thread zu. Wenn aber zwischendrin mal einzelne Postings auftauchen, die besorgter sind, dann ist deswegen nicht die ganze Diskussion a prioir infrage zu stellen, weil "ich mag solche Threads nicht und der hier wird sicher auch so". Das unterstellt mir und anderen, wir wären nicht zu einer aufgeklärten Debatte fähig und da reagiere ich allergisch.

Es ist ein Thread zum absolut beherrschenden Newsthema weltweit. Alle Beteiligten wissen, dass hier keine Expertenrunde tagt. Alle Teilnehmer sind aufgefordert sachlich zu bleiben und den Standards des Forums zu genügen.

Ich freue mich, wenn du dich konkret an der Diskussion beteiligst. Wenn du dabei eine unaufgeregte, nüchterne, Perspektive vertrittst und anderen Foristen dadurch vielleicht unnötige Angst nehmen kannst: Wundervoll. Ich bitte inständig darum, dass genau diese Art von Beiträgen hier geschrieben wird. Aber bitte gehe konkret auf Beiträge ein und beteilige dich an der Diskussion. Das hier, finde ich zB ist als Beitrag wunderbar und wertvoll und von daher freue ich mich, wenn du das beisteuerst:
Wudan hat geschrieben:
12. Mär 2020, 22:50
Entwickelt ist ein Impfstoff ziemlich schnell, das wird in einigen Wochen oder wenigen Monaten der Fall sein. Wahrscheinlicht gibt es auch schon Prototypen. Bis er allerdings getetstet und vor allem zugelassen ist, das wird locker 1-1,5 Jahre dauern, und bis er global und flächendeckend zur Verfügung steht vielleicht nochmal genauso lang.

In andereren Ländern könnte das schneller gehen. Aber gerade bei uns ist die Hürde zur Zulassung eines neuen Medikaments (mit Recht) sehr hoch angesetzt. Im Normalfall müssen erst mehrere klinische Studien oder gar Langzeitstudien durchgeführt werden. In diesem Fall kann man dem Verfahren sicherlich Vorrang einräumen, aber man kann nicht einfach alle diesbezüglichen Gesetze ausser Kraft setzen, und eine Langzeitstudie dauert nun mal so lange wie eine Langzeitstudie dauert. Einen ungetesteten Impfstoff auf die Bevölkerung loszulassen wäre abgesehen davon auch Brandgefährlich und dieses Risiko will sich sicherlich kein Pharmaunternehmen ans Bein heften.
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Leonard Zelig
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Re: E3 abgesagt wegen Coronavirus

Beitrag von Leonard Zelig »

Wudan hat geschrieben:
12. Mär 2020, 19:29
Ich mag übrigens Threads wie diesen überhaupt nicht. Ich halte sie für extreme Panik-Katalysatoren. Jeder haut (angeblich) relevante News einfach rein, stellt Vermutungen an, und malt sich düstere Szenarien aus und steckt damit andere an. Es wird sich auch irgendwie "im Drama gesuhlt", was der Sache in keiner Weise hilfreich ist. Bei manchen schimmert ja schon durch wie sehr sie mental schon in Hysterie verfallen sind. Allgemein wird die Hysterie durch Social Media extrem getriggert. Dabei ist es in solchen Situationen um so wichtiger besonnen zu bleiben, Dinge nüchtern zu sehen. Das z.B. auch schon über 50k Leute mit völlig herkömmlichen Mitteln auch wieder geheilt wurden liest man in solchen Threads selten.
Natürlich sollte man besonnen bleiben und bei einer Nachrichten-Diät auch Threads wie diesen meiden bzw. entsprechende Threads in anderen Foren, aber es ist doch klar, dass bei so einer Situation Diskussionsbedarf besteht und User sich darüber austauschen wollen inwiefern die Krise sie im Alltag beeinträchtigt.

Bei solchen Meldungen mache ich mir schon ein wenig Sorgen. Nicht unbedingt für mich persönlich, aber um die Leute vor Ort.

https://www.theguardian.com/world/2020/ ... graves-qom
https://pittsburgh.cbslocal.com/2020/03 ... ronavirus/

Solche Artikel kennt man sonst nur von Fake-News-Schleudern, die 95% ihrer Artikel frei erfinden.
"The whole problem with the world is that fools and fanatics are always so certain of themselves, but wiser people so full of doubts."

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Andre Peschke
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COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Andre Peschke »

Leonard Zelig hat geschrieben:
13. Mär 2020, 11:08
Bei solchen Meldungen mache ich mir schon ein wenig Sorgen. Nicht unbedingt für mich persönlich, aber um die Leute vor Ort.

https://www.theguardian.com/world/2020/ ... graves-qom
https://pittsburgh.cbslocal.com/2020/03 ... ronavirus/

Solche Artikel kennt man sonst nur von Fake-News-Schleudern, die 95% ihrer Artikel frei erfinden.
Man muss halt differenzieren zwischen "Panikmache" und berechtigter Sorge. Mein Bruder lebt in England zB und gehört zu einer leicht erhöhten Risikogruppe (Astma). Es ist Fakt, dass UK deutlich mehr Todesopfer meldet als wir, bei drastisch niedriger Infektionsrate. Die Berichte über unzureichende Test in UK hinzugenommen ist es IMO schon sehr wahrscheinlich, dass die Infektionsrate dort deutlich höher ist, als offiziell bekannt.

Wenn ich nun also besorgt bin, dass die dortige Regierung die Sache nicht ideal managed (oder managen kann), ist das IMO legitim.

Womit wir eben nicht anfangen sollten ist, von Iran jetzt auf irgendeine zukünftige Lage bei uns zu extrapolieren und zu glauben, uns fällt der Himmel auf den Kopf. Sobald hier Panik geschürt wird, bin ich bei Wudan: Dann fliegen enstprechende Poster raus oder der Thread wird geschlossen.

Aber Informationen austauschen, Quellen hinterfragen, Besorgnisse ernst nehmen -> Das hat einen Wert. Wenig überraschend mache ich mir natürlich auch insbes. um meinen Eltern sorgen, die wegen Alter + in einem Fall Chemotherapie eben wirklich gefährdet sind. Daher verfolge ich das auch sehr intensiv - aber eben ruhig und mit Augenmaß. Allerdings ist mir umgekehrt auch wichtig, dass die Pflicht des Einzelnen die Sache ernstzunehmen und an den Maßnahmen die eine Ausbreitung verlangsamen können verantwortungsvoll mitzuwirken nicht abgewiegelt wird. Ich sehe VIEL zu viele Menschen auf Facebook die immer noch eine "Jetzt habt euch nicht so, die Grippe..."-Haltung propagieren, sich über günstige Reiseoptionen austauschen und gegen eingrenzende Maßnahmen wettern.

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DexterKane
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von DexterKane »

Rince81 hat geschrieben:
12. Mär 2020, 23:00
DexterKane hat geschrieben:
12. Mär 2020, 12:52
Schulen, Kitas etc. sind hier schon seit 3 Wochen dicht und bleiben es wahrscheinlich auch noch mindestens bis Ostern.
Das macht auch Sinn, aber halt nur hier. In Köln alle Schulen zu schließen wäre dagegen unverhältnismäßig, solange da nicht mehr Fälle aufgetreten sind.
Warum warten bis noch mehr Fälle auftreten? Aktuell haben wir noch ein exponentielles Wachstum und die Inkubationszeit beträgt bis zu 2 Wochen - da werden auch so noch mehr Fälle auftreten. Man dreht das Wasser fürs Bad ja auch ab eh die Wanne voll ist und nicht erst dann, wenn die gesamte Wohnung schwimmt.

Die Pressekonferenz von Merkel und Co. vorhin zeigt wo es hingeht. Wir bereiten uns auf einen gewaltigen Schlag vor und müssen anscheinend jetzt gegensteuern, nicht erst dann wenn alle Intensivbetten belegt sind.
Sagen wir mal so, bis gestern hätte ich das für eine überzogene Maßnahme gehalten, aber inzwischen laufen hier die Vorbereitungen die ganze Firma im Ernstfall auf Homeoffice umzulagern, da hab ich das wohl unterschätzt.
Na ja, abwarten was die nächsten Tage so bringen.
Relax, it's North-Korea. The nation state equivalent of the short-bus. - Sterling Archer

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Re: E3 abgesagt wegen Coronavirus

Beitrag von Rince81 »

Das wird stimmen. Man muss da aber zusagen, dass in Ghom eine heilige Stadt für Schiiten ist und dort ein bedeutenden Heiligtum steht, mit entsprechend hohem Besucherverkehr. Wenn man dann ein autoritäres Regime hat, dass den Ausbruch lange verschweigt hat man entsprechende Ansteckungszahlen unter Einheimischen aber auch unter Pilgern die wieder nach Hause reisen. Wenn das dann auf ein völlig unzureichendes Gesundheitssystem trifft, welches zudem unter Jahrzehntelangen Wirtschaftssanktionen leidet ergibt das am Ende Massengräber. Einen Großteil der Opfer müssen sich die Mullahs zurechnen lassen - das wäre in dem Umfang vermutlich vermeidlich gewesen wenn man eher reagiert hätte. Dabei wird das im Iran nur die Spitze des Eisbergs sein.
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Axel
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Re: COVID-19 - Anatomie einer Pandemie

Beitrag von Axel »

Andre Peschke hat geschrieben:
13. Mär 2020, 11:20
Allerdings ist mir umgekehrt auch wichtig, dass die Pflicht des Einzelnen die Sache ernstzunehmen und an den Maßnahmen die eine Ausbreitung verlangsamen können verantwortungsvoll mitzuwirken nicht abgewiegelt wird. Ich sehe VIEL zu viele Menschen auf Facebook die immer noch eine "Jetzt habt euch nicht so, die Grippe..."-Haltung propagieren, sich über günstige Reiseoptionen austauschen und gegen eingrenzende Maßnahmen wettern.
Das ist es, was mich derzeit am meisten nervt. Heute früh erst nen Veranstalter in der Timeline gehabt, der jetzt für morgen noch nen „DJ mit Eier“ sucht, weil ihn wohl die bisherigen DJs verständlicher abgesprungen sind. Während andere Locations und VAs richtigerweise nun komplett zu machen, gibt es immer noch VIEL zu viele die ihre Veranstaltungen irgendwie durchdrücken wollen. Und es auch nicht einsehen sich beim Gesundheitsamt zu melden. Wenn man die dann auf ihr Verhalten anspricht, kommt die Aussage „Ist ja nur Panikmache. Da wird schon nichts passieren.“ :|
„Kein Wunder also, dass wir uns den Debatten der Allgemeinheit anschließen und lieber darüber nachdenken, wer zu uns gehört und nicht, als gemeinsam über Lösungen zu streiten. Wer nicht für mich ist, ist gegen mich.“
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