Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

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Andreas29
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Andreas29 »

Damit habe ich mich nicht so beschäftigt, aber ich kenne das Stockholm-Syndrom nur von "normalen" Entführungen. Ob man sich in seinen Entführer verliebt, obwohl (und in 365 Days kann man sagen "weil") der einen sexuell missbraucht?

Das kann ich jetzt aus reiner Laiensicht schwer vorstellen.
Zuletzt geändert von Andreas29 am 3. Jul 2020, 19:52, insgesamt 1-mal geändert.

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Seroon
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Seroon »

Amadeus hat geschrieben:
29. Jun 2020, 17:17
Vollkommen richtig bluttrinker13!

Ich zum Beispiel gehöre in die Spoiler-Vermeider-Gruppe:
Ich gehe allem aus dem Weg bei Kunstwerken, die mich stark interessieren. Also auch bei Filmen: Wie lang ist der Film, wer spielt mit, wie sind die Artworks, usw.
Ich kann nur zustimmen, manche Kunstwerke profitieren immens davon einen komplett überrraschen zu können. Besonders effektiv, wenn man ein Genre ganz unerfahren ausprobiert, ging mir persönlich mit Twin Peaks so.

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Jon Zen
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Jon Zen »

Parasite

Parasite gehört zu den wenigen Filmen, die es schaffen, dass man auch im täglichen Leben einen Bezug zu ihm aufbauen kann. Die klare moralische Botschaft, dass Chefs und Eliten ihre Untergebenen mit dem gleichen Respekt behandeln sollten, wie sie auch gerne behandelt werden möchten, wird durch viele Nuancen glaubwürdiger und auch nachvollziehbarer gemacht.
Ich sehe die Kritik nicht gegen den Kapitalismus gerichtet (die manche Kritiker in Parasite sehen), weil das (un)respektvolle Miteinander für alle Gesellschaftsformen eine essentielle Bedeutung hat. Sie betrifft uns alle. Nur freundlich sein reicht nicht. So sagt die arme Mutter: "Wenn ich so reich wäre, würde ich noch viel netter sein [als die reiche Mutter]!". Es geht viel mehr darum, wie man eine von Umständen niedriger gestellte Person tatsächlich behandelt.

Ein weiterer interessanter Aspekt des Films ist die Genrevielfalt, die er gut verknüpfen kann. Irgendwo las ich "Benenne ein Filmgenre, es ist in Parasite enthalten", was zwar etwas übertrieben ist, aber im Grunde stimmt: Komödie, Farce/Heist und Tragödie passen sehr gut zusammen.

Auf Wikipedia wird auf eine Kritikerin verwiesen, die den Titel, also "Parasite" kritisiert (https://de.wikipedia.org/wiki/Parasite_(Film)#Kritik).
Wikipedia hat geschrieben:Bernadette Grubner lobt in der Konkret den Regisseur dafür, dass er in seinem Werk zeige, „worauf die Neurosen der Oberschicht und des gesellschaftlichen Zusammenhangs beruhen: auf dem Verdrängten (dem Proletariat als symptomatischem Punkt einer Gesellschaft, die formale Gleichheit postuliert, wo ökonomische Zwänge herrschen) und seiner Wiederkehr.“ Gleichzeitig kritisiert sie aber die Wahl des Titels, da die „Parasitenmetapher“ das „Schema Arm gegen Reich“ bediene, „das es den Zuschauern allzu leicht macht, sich weder hier noch dort zu verorten – also sich überhaupt nicht gemeint zu fühlen.”
Die Art ihrer Kritik lässt aber schließen, dass sie nicht verstanden hat, wieso der Film "Parasite" heißt. Mir fiel es auch erst am folgenden Tag ein und halte die Namensgebung seitdem für genial.
Hartspoiler zur Erklärung:
SpoilerShow
Der Titel suggeriert, dass mit Parasite, die arme Familie gemeint ist und intendiert damit, dass der Zuschauer auf Distanz zur armen Familie geht (wobei die Distanz zur reichen Familie durch die Handlung geschaffen wird). Diese ist aber nicht der Parasite, weil sie in symbiose mit der reichen Familie lebt (beide Familien profitieren von einander). Der Parasite ist der Bewohner des Bunkers, der nichts weiter macht, als Strom, Wasser und Essen von den Hausbewohnern zu "klauen". Er wird aber durch gesellschaftspolitischen Gründen (er bekommt keine Chance mehr am öffentlichen Leben teilzunehmen) zum Leben als "Parasite" gezwungen und wird letzten Endes zur Katastrophe des Wirts - wie ein echter Parasit.
Wikipedia hat geschrieben: Parasitismus (auch Schmarotzertum genannt) bezeichnet innerhalb der Tier- und Pflanzenwelt das Phänomen, dass ein Organismus oder Virus (Parasit) einen in der Regel erheblich größeren Organismus einer anderen Art als Wirt missbraucht. Der Wirt dient dem Parasiten für die Nahrungsversorgung (meist in Form von Blut oder anderen Körpersekreten) und in einigen Fällen darüber hinaus auch längerfristig als Lebensraum. Der Wirt wird dabei vom Parasiten gesundheitlich geschädigt, bleibt in der Regel jedoch am Leben. Die Folgen von parasitärem Befall reichen neben der Stich- bzw. Bissverletzung von massiven körperlichen Beschwerden über schwere Infektionskrankheiten bishin zum Tod in Extremfällen.
(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Parasitismus)
Das geniale dabei ist, dass der Zuschauer durch den Titel eine andere Betrachtungsweise des Films erhält, um diese dann zum Ende des Film zu hinterfragen. Durch unsere gesellschaftliche Erziehung betrachten wir die arme Familie mit argwohn, obwohl sie im ganzen Film nichts macht, was einem Parasiten gleichkäme, nämlich den Wirt zu schädigen. Alle ihre Betrügereien richten sich gegen Gleichgestellte, oder gegen den Staat (Urkundenfälchung).

Der Vater der armen Familie erkennt das eigentliche übel, welches in der Gesellschaft der Eliten liegt und nicht im Parasiten, durchbricht durch seinen Akt die Schwelle zwischen Gebieter und Hörigen.
Er kann aber nicht die Gesellschaft besiegen und wird so zum neuen Parasiten. Eine neue Familie zieht ins Haus ein, nichts hat sich geändert. Der Sohn sieht die Erlösung im eigenen Aufstieg innerhalb der Gesellschaft.
Viele weitere Stellen regen zum Nachdenken an. Direkt nach dem Film hätte ich "nur" eine 8 oder 8,5 vergeben.
Jetzt, einige Tage später, bekommt er von eine sensationelle
9,5/10.
Bester Film 2019.
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Terranigma
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Terranigma »

Jon Zen hat geschrieben:
4. Jul 2020, 23:57
Parasite
Ein weiterer interessanter Aspekt des Films ist die Genrevielfalt, die er gut verknüpfen kann. Irgendwo las ich "Benenne ein Filmgenre, es ist in Parasite enthalten", was zwar etwas übertrieben ist, aber im Grunde stimmt: Komödie, Farce/Heist und Tragödie passen sehr gut zusammen.
Parasite ist toll! War auch mein Film des Jahres für 2019. Vor allem den Aufbau finde ich an Parasite so großartig: er ist ein Prototyp ostasiatischer Dramaturgie, die man in vielen koreanischen, chinesischen und japanischen Romanen, Filmen und insb. auch Videospielen wiederfindet - und was in der westlichen Rezeption zumeist gar nicht beachtet, thematisiert oder auch gewürdigt wird, weil man ggf. wahrnimmt, dass diese Erzählungen dramaturgisch anders und eigenartig verlaufen, man dafür aber kein Konzept hat. Parasite folgt nicht der im Westen üblichen 5-Akt-Struktur mit Exposition, Spannungsaufbau und einem Finale samt ggf. Twist am Ende. Parasite ist entlang einer 4-Akt-Struktur aufgebaut, die man im Japanischen kishôtenketsu bzw. im Koreanischen "giseungjeongyeol" bezeichnet. Meinet dasselbe und ist quasi - China sei dank - Kulturgut innerhalb der ostasiatischen Erzähltradition. Denn Parasite hat - ich spoiler nichts! - einen Twist, aber eben nicht am Ende. Das ist, wo wir in westlichen Erzählungen normalerweise einen Twist erwarten würden, eben dass sich im letzten Akt oder kurz vor dem letzten Akt eine neue Erkentnis ergibt, welche die finale Konfrontation in einem anderen Licht erscheinen lässt. Der Twist von Parasite findet aber etwa zur Hälfte des Films statt, nämlich im dritten der vier Akte. Und das hat System, und dieses System findet man insb. auch in vielen J-RPGs wieder, wo sich die Prämisse, Zielsetzung, o.Ä. nicht am Ende, sondern teils nach der Hälfte oder im letzten Drittel wendet.

Man denke da etwa an Final Fantasy VI, wo etwa nach der Hälfte des Spiels mal eben die Welt untergeht, und man nun in einem ganz anderen Kontext unterwegs ist und sich Prämisse, Zielsetzung, usw. völlig umgekehrt hat, obwohl das grundsätzliche Ziel - den Bösewicht zu besiegen - immer noch gilt. kishôtenketsu basiert auf vier Schritten.

(1) ki: Entspricht der Exposition in westlichen Erzählungen, d.h. Figuren, Welt, Plot, usw. werden etabliert
(2) shô: Entspricht etwa dem zweiten/dritten Akt in westlichen Erzählungen, d.h. Figuren, Welt, usw. werden weiterentwickelt, neue Facetten und Aspekte dem Plot hinzugefügt, es werden Nebenhandlungen eröffnet und die Handlung entfaltet sich
(3) ten: Und hier ist nun die große Abweichung! Der dritte Akt ist ein Bruch innerhalb der Erzählung, d.h. der Plot macht quasi eine 97% Wendung und fährt scheinbar eine völlig andere Richtung. Während westliche Erzählungen relativ geradlinig sind und man von Anfang an recht gut weiß, was eigentlich der zu erreichende Endpunkt ist und was man unterwegs leisten muss ihm ihn zu erreichen, bauen auf kishôtenketsu basierende Erzählungen einen Bruch ein. Das sind typischerweise die Momente, wo die Erzählungen auf die Bremse treten.Beispielsweise wird eine ganz neue Situation eingeführt, wie z.B. der quasi-Weltuntergang in Final Fantasy 6. Oder das Erwachen der Menschheit in Terranigma. Es ist auch der Akt, in dem den Antagonisten - was in westlichen Erzählungen sehr unüblich ist - viel Zeit gewidmet wird, und man den Antagonisten als Persönlichkeit besser kennenlernt.
(4) ketsu: Die Erzählung geht wieder auf die Zielgerade, aber mit den narrativen Entwicklungen des dritten Aktes im Gepäck. Häufig haben die Protagonisten und Antagonisten eine Wandlung durchlaufen.


Die Struktur des dritten Aktes führt häufig dazu, dass ostasiatische Erzählungen - z.B. koreanische Filme oder japanische Videospiele - etwa ab der Mitte einen Bruch haben, und die Handlung scheinbar in eine ganz andere Richtung abdriftet als vermutet. Westliche Erzählungen tun das nicht, bzw. es ist nicht strukturell in der typischen Dramaturgie vorgesehen. Als Beispiel mal Dragon Age: Origins, wo einem in den ersten paar Minuten der Bösewicht präsentiert und genau gesagt wird, was man tun muss. Und genau das - eins zu eins! - tut man ohne größere Wendungen und Überraschungen innerhalb der nächsten Stunden auch. Auch mit dem Ergebnis, dass insb. der Mittelteil von langen Erzählungen, wie etwa Videospielen, häufig recht zäh ausfällt, eben weil's narrativ nichts Neues gibt. Ausnahmen von der Regel gibt's natürlich allerlei, zuletzt wohl "Last of Us 2". kishôtenketsu hat dieses Problem in der Form nicht, weil's einen oft etwa ab der Mitte etwas völlig Neues um die Ohren haut. Auch viele andere koreanische Filme, z.B. "The Handmaiden" (2016) folgem dem kishôtenketsu und ich denke das ist auch mit ein wesentlicher Grund, weshalb sie im Westen teils so gut ankommen, sich frisch und überraschend anfühlen.

Wie eben Parasite.
Ah, tolles Thema.
:D
Wenn unser Geist leer ist, ist er für alles bereit. Im Anfänger-Geist liegen viele Möglichkeiten, in dem des Experten wenige.
Suzuki Shunryū​

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Jon Zen
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Jon Zen »

Terranigma hat geschrieben:
5. Jul 2020, 14:10
Jon Zen hat geschrieben:
4. Jul 2020, 23:57
Parasite
Ein weiterer interessanter Aspekt des Films ist die Genrevielfalt, die er gut verknüpfen kann. Irgendwo las ich "Benenne ein Filmgenre, es ist in Parasite enthalten", was zwar etwas übertrieben ist, aber im Grunde stimmt: Komödie, Farce/Heist und Tragödie passen sehr gut zusammen.
Parasite ist toll! War auch mein Film des Jahres für 2019. Vor allem den Aufbau finde ich an Parasite so großartig: er ist ein Prototyp ostasiatischer Dramaturgie, die man in vielen koreanischen, chinesischen und japanischen Romanen, Filmen und insb. auch Videospielen wiederfindet - und was in der westlichen Rezeption zumeist gar nicht beachtet, thematisiert oder auch gewürdigt wird, weil man ggf. wahrnimmt, dass diese Erzählungen dramaturgisch anders und eigenartig verlaufen, man dafür aber kein Konzept hat. Parasite folgt nicht der im Westen üblichen 5-Akt-Struktur mit Exposition, Spannungsaufbau und einem Finale samt ggf. Twist am Ende. Parasite ist entlang einer 4-Akt-Struktur aufgebaut, die man im Japanischen kishôtenketsu bzw. im Koreanischen "giseungjeongyeol" bezeichnet. Meinet dasselbe und ist quasi - China sei dank - Kulturgut innerhalb der ostasiatischen Erzähltradition.
Ja, super das du auf diesen Aspekts eingehst. Etwa die Hälfte des Films ist zwar orginell, aber vorhersehbar und man hat ähnliche Handlungsstränge schon innerhalb von vielen Filmen und Serien gesehen.
Dann kam aber bei mir die Frage auf "Was nun? Worauf läuft dieser Film hinaus und was wird das Finale sein?" Die Handlung kann in diesem Moment durch etwas Langweiliges oder - besser natürlich - durch eine Absurdität zu einem Ende kommen, ähnlich einem Tarantino Film (aber dort baut der ganze Film auf dieses Finale auf, wie zuletzt bei Once Upon a Time in Hollywood, und wird dadurch keine Überraschung mehr).
Bei einer Serie alter Schule (eine Geschichte pro Folge, plus einem überspannenden Handlungsbogen) wäre genau nach der Hälfte des Films der Pilot vorbei und es würde dann eine Never Ending Story daraus folgen.
Parasite macht es besser: Ernster, witziger, schockierender und es übermittelt eine echte Botschaft (im Gegensatz zu einem Tarantino Film).

Zum Punkt der asiatischen Handlungen: Ich habe gerade den 3. Band der Trisoloris Triologie durchgelesen (vom Chinesen Liu Cixin). Dazu passt diese 4 Akt Kategorisierung perfekt.
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Dicker
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Dicker »

Jon Zen hat geschrieben:
5. Jul 2020, 18:13
Zum Punkt der asiatischen Handlungen: Ich habe gerade den 3. Band der Trisoloris Triologie durchgelesen (vom Chinesen Liu Cixin). Dazu passt diese 4 Akt Kategorisierung perfekt.
Magst du diesen Aspekt im Bücher Thread etwas ausführen?

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Feamorn
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Feamorn »

Godzilla: King of the Monsters (2019)

Wie schafft man es, so viele Monster in einen Film zu stecken und den Zuschauer dann doch weitestgehend mit den menschlichen Darstellern und Handlungssträngen zu langweilen?
Das war schon ein Problem im Vorgänger, aber da war die Handlung wenigstens nicht so völlig absurd.
Besser nochmal Shin Godzilla gucken, der war richtig gut, oder Kong, der mir ja auch überraschend viel getaugt hat und auf jeden Fall deutlich besser als das hier ist.
2,5/5 weil wegen Mothra.


3 From Hell (2019)

Boah.
Nee. Ich hatte ja mit den beiden Vorgängern durchaus auf die ein oder andere Weise Spaß, hier hab ich mich die ganze Zeit versucht an Bill Mosley, Sheri Moon Zombie und Richard Brake festzuhalten, hat aber nichts genützt. Sheri Moon konnte den Film mit ihrer total abgedrehten Performance weder retten noch versenken, denn die Tatsache, dass Rob Zombie hier eigentlich gar nichts mehr zu erzählen hatte, lies den Klumpen Blei nicht einmal einen Millimeter vom Meeresgrund abheben.
Völlig unnötig, und das bei einem Film, der auf House of a 1000 Corpses und Devil's Rejects aufbaut. Man man man...
1/5


Knives Out (2019)

Rian Johnson hat ja schon den besten Star Wars seit (mindestens) 1983 gedreht, diesmal nimmt er sich dem "Whodunnit"-Genre an, aus dem ich auch schon länger nichts wirklich Erinnerungswürdiges gesehen habe, und auch hier liefert er!
Super kurzweilige 130 Minuten mit großartigen Schauspielern, wunderbarem Bühnenbild und, vor allem im ersten Akt, großartigem Schnitt! Wie üblich gilt, man muss das Genre mögen, in dem Fall gibt es aber auch die Vollbedienung! Wunderbar!
5/5

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derFuchsi
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von derFuchsi »

Nix Wildes aber neulich habe ich Jumanji nachgeholt, die Neuauflage mit Dwayne "The Rock" Johnson. Da ich den alten mit Robin Williams eigentlich ganz cool fand hab ich mir den lange verkniffen aber ich wollte es mal hier erwähnen weil der ja doch sehr unterhaltsam war.
Als Familienfilm ist der super. Der schüchterne ängstliche Nerd im Körper von Dwayne Johnson, die junge Frau voller Komplexe im Körper von Lara Croft, die eingebildete "Influencerein" im Körper von... Jack Black. Ich fand die Rollen schön gespielt und die 13-Jährige zuhause hat sich über die anzüglichen Witzchen auch kaputt gelacht :lol:.
Erwähnenswert finde ich die Anspielungen auf Computerspiellogik, da musste ich ein paar mal sehr grinsen. Obwohl ja alle im Spiel irgendwelche Experten verkörpern die laut Spielelogik ja bescheid wissen müssten wird denen von einem "NPC" nochmal alles Wesentliche über diese Welt erklärt, weil der Spieler ja auch aufgeklärt werden muss :D. Natürlich antwortet der "NPC" auch nicht auf alle Fragen der Protagonisten wegen begrenzter Rhetorik, der kann schließlich nur vorgegebene Antworten.
Insgesamt alles richtig gemacht hier finde ich.
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Feamorn
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Feamorn »

Birds of Prey (And the Fantabulous Emancipation of One Harley Quinn) (2020)

Kleiner Disclaimer: ich habe mich in den letzten Jahren zu einem ziemlichen Fan der Figur Harley Quinn entwickelt, mag also sein, dass ich den Film etwas anders wahrnehme, als der durchschnittliche Zuschauer. ;)
Was kann ich nun zu dem Streifen sagen, er hat tolle Momente, leider aber auch Schwächen.
Zunächst das Wichtigste: er ist deutlich besser als der Autounfall namens Suicide Squad. Die Action ist sehr gut, stellenweise großartig. Insbesondere die Sequenz im Polizeirevier fand ich richtig toll! (Und die Gewalt sogar teilweise unangenehm, wie zum Henker kommen solche Filme immer wieder mit FSK 16 durch? Nur weil kaum Blut fließt?)
Dazu machten alle Hauptdarstellerinnen ziemlich Spaß, auch Ewan McGregor ist prima, wobei ich dann, nachdem ich gelesen habe, dass die Rolle ursprünglich für Sam Rockwell gedacht war, schon gesehen habe, dass der da vermutlich noch mehr gerissen hätte...
Und nun zu dem großen Problem.
Das ist teilweise schamlos bei Dead Pool (2) kopiert (und in einer langen Actionsquenz GotG2) , und das tut dem Film oft nicht gut, denn Ryan Reynolds' Dead Pool ist am Ende lustiger, bzw. präziser, da wäre mehr Eigenständigkeit sowohl Schauspielern als auch Figuren vermutlich besser bekommen und hätte vielleicht auch im Humor eigenständiger gewirkt. Zumal das Drehbuch durch häufige Rückblenden (ist am Ende halt auch wieder eine Origin-Story für die Charaktere) zu oft seine Dynamik zerbricht.
Dennoch hatte ich echt viel Spaß und bin froh, dass Margot Robbie den Film so durchgesetzt hat! Ich bin jetzt wirklich gespannt, was James Gunn im Suicide Squad Reboot anstellt und ja, ich hätte auch gerne einen Birds of Prey 2.
Nett auch, dass ich selbst nach nur relativ wenigen gelesenen Comics bereits viele kleine Bonusgags erkannt habe!
Ich würde dem Film am liebsten noch mehr geben, aber auch mit Fan-Bonus für die Figur und die Schauspieler, am Ende fehlt da zu viel Eigenständigkeit für noch mehr. Hoffentlich beim nächsten Mal! :)
3,5/5

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Varus
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Varus »

Habe gestern Abend Hamilton gesehen. Das Musical von 2015 von dem man so viel Gutes hört. Disney plus hat viel Geld ausgegeben, um es als erstes zeigen zu können. Man verfolgt die Lebensgeschichte von Alexander Hamilton, einen der Gründerväter Amerikas. Seinen Aufstieg und sein ungesundes Verlangen nach einem Vermächtnis. Der Mann war mir vorher gar kein Begriff und habe auch gemerkt, dass ich generell fast nichts (mehr) über diese Epoche der amerikanischen Geschichte weiß. Hat auf jeden Fall dazu animiert, mir mal einige Wikipedia-Einträge durchzulesen.

Nun aber zum Wichtigsten: der Musik! Das war mir vorher gar nicht klar, aber Hamilton setzt zum aller aller größten Teil von Hip-Hop und R&B. Ich hatte mich eher auf was in Richtung Wicked eingestellt. Aber hier bestimmt das Genre soweit, dass sogar sämtliche Dialoge gerappt werden, auch außerhalb der eigentlichen Lieder. Alles reimt sich, hat einen geilen Flow und kommt nie aus dem Takt! Ich höre eigentlich eher selten Hip-Hop aber der das hier ist auf so einem unfassbar geilen Level. Jeder der Musik mag, wird zumindest die Qualität und Technik anerkennen müssen. Jeder der ein bisschen was mit der Musikrichtung anfangen kann wird’s toll finden! Lin-Manuel Miranda hat hier ein hervorragendes Musical geschrieben und spielt/singt nebenbei noch die Hauptrolle.

Mein persönliches Highlight waren die kurzen Einspieler von Jonathan Groff als King George III der schon etwas psychopathisches hat, wenn er auf die dreisten Rebellen in den Kolonien reagiert.^^ Man kennt ihn unter anderem als Stimme von Kristoff in Frozen oder als Hauptdarsteller aus Mindhunter. Aber auch die Diskurse im Kongress, die als Rap Battles inszeniert wurden sind echt klasse!

Fun Fact: Der Soundtrack läuft heute schon den ganzen Tag bei mir durch, deshalb war ich mir unschlüssig, ob es eher hier rein soll oder in den Musikthread.^^

IMO ein Muss für jeden Musikfreund und jeden Abonnenten von Disney+ :clap:
I'm Commander Shepard and this is my favorite singature on the Internet.

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Heretic
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Heretic »

Lady Macbeth

Fieses kleines Kostüm-Kammerspiel aus England mit einer sympathisch-sinistren Florence Pugh. Definitiv das Gegenteil von Heile Welt-Kitsch. :mrgreen:

Rince81
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Rince81 »

Heretic hat geschrieben:
12. Jul 2020, 11:19
Lady Macbeth

Fieses kleines Kostüm-Kammerspiel aus England mit einer sympathisch-sinistren Florence Pugh. Definitiv das Gegenteil von Heile Welt-Kitsch. :mrgreen:
Eine gute Wahl, ein sehr schöner Film. :)
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meieiro
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von meieiro »

The Old Guard
Der neue Netflix Film mit Charlize Theron. Es geht um eine kleine Gruppe von Menschen, die nicht sterben können und sich von allen Wunde inerhalb von wenigen Sekunden/Minuten wieder erholen. Und einen bösen Konzernboss, der versucht sie zu schnappen und sie für seine Forschung auszuschlachten.
Und wenn man schonmal einen Film mit ähnlichen Plot gesehen hat, dann kann einem in dem Film eigentlich nichts mehr überraschen. Der Film macht überhaupt nix Neues. Standard Action, die sehr wenig mit ihrer Prämisse macht. Man verpasst nichts, wenn ma den auslässt. A
Aber in der Endcredit-Szene wird bereits ein zweiter Teil angedeutet.
Ist für mich leider nicht mehr als ne 2/5

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Heretic
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Heretic »

Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers

Nach dem einige Überraschungen auffahrenden "The Last Jedi" gibt's zum Abschluss wieder Fanservice mit total belangloser Story. Es gibt gelungene und unterhaltsame Einzelmomente, aber das große Ganze hat mich in keinster Weise überzeugt. Denn wenn man die nostalgisch verklärende Fanbrille absetzt, erblickt man im Grunde ein großes, unglaubwürdiges schwarzes Storyloch. Von den zunehmend superheldig anmutenden Jedifähigkeiten von Rey und Kylo Ren fange ich gar nicht erst an.

Für einen lustigen Abend ist der Film durchaus zu gebrauchen. Als Abschluss der Trilogie fährt er zuviel an den Haaren herbeigezogenes Zeugs auf, geht aber gleichzeitig auf Nummer sicher bei den Fans. Da hätte man besser nochmal Rian Johnson ranlassen sollen (ja, ich habe gerade "Jehova!" gesagt :mrgreen: ).

Lana_Gamer
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Lana_Gamer »

Gifted

Der Film ist auf Netflix und echt süss! Es geht um ein Wunderkind, dass von seinem Onkel aufgezogen wird. Dieser will dem Wunsch der Grossmutter nicht nachkommen, dass die Kleine nicht normal aufwächst sondern entsprechend ihrer Fähigkeiten gefördert wird. Und das zu Recht, wie ich finde. Es kommt zu einem Sorgerechtsstreit zwischen den beiden. Der Film ist echt zu empfehlen, nicht zu langatmig, lustig, herzerwärmend und auch traurig.

Rince81
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Rince81 »

meieiro hat geschrieben:
16. Jul 2020, 09:02
The Old Guard
[...]
Aber in der Endcredit-Szene wird bereits ein zweiter Teil angedeutet.
Ist für mich leider nicht mehr als ne 2/5
Es ist wohl als Trilogie geplant - sofern der erste Film erfolgreich ist, was er zu sein scheint.
Mich hat er gut unterhalten, da war wirklich nichts überraschendes oder originelles drin aber handwerklich ein sauberer Film mit einem Auge für Details. Hat mir gut gefallen.
Die "Gesendet von meinem HTC11 Life mit Tapatalk"-Signatur

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Heretic
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Heretic »

We Have Always Lived in the Castle

Die Schwestern Constanze und Merricat Blackwood leben allein mit ihrem leicht verwirrten Onkel Julian in einem großen Anwesen abseits des nahegelegenen Dorfes. Der Rest der Familie starb vor Jahren durch einen nie aufgeklärten Giftanschlag. Als Hauptverdächtige galt lange Zeit Constanze, die ältere der beiden Schwestern, da sie als einzige auf den mit Arsen vergifteten Zucker verzichtete. Doch sie wurde aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Merricat war bei besagtem Essen nicht anwesend, weil sie vorher zur Strafe auf ihr Zimmer geschickt wurde. Julian überlebte die Vergiftung, leidet seitdem aber unter den Folgen. Da Constanze aufgrund einer Angststörung das Anwesen nicht verlassen kann, muss die achtzehnjährige Merricat, den feindseligen Blicken und Sprüchen der Dörfler ausgesetzt, den wöchentlichen Einkauf erledigen. Dem Hass der Dorfbewohner versucht sie mit Schutzzaubern entgegenzuwirken - mit mäßigem Erfolg. Als unvermittelt Cousin Charles auftaucht und Constanze umgarnt, nimmt das Schicksal seinen Lauf...

"We Have Always Lived in the Castle" ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans aus dem Jahr 1962 von Shirley Jackson. Von ihr stammt auch der Roman "The Haunting of Hill House", der 1963 kongenial von Regisseur Robert Wise für die Kinoleinwand adaptiert wurde (deutscher Titel: "Bis das Blut gefriert"). Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen, die leider nicht ganz erfüllt wurden. House-Horror sucht man vergeblich, stattdessen bekommt man ein recht unspektakuläres Familiendrama präsentiert. Nie wirklich langweilig, aber auch trotz guter Besetzung nicht sonderlich mitreißend. Aber trotzdem schön anzuschauen. Es darf ja auch mal etwas geruhsamer zugehen. ;)

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Dr. Zoidberg [np]
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Dr. Zoidberg [np] »

Heretic hat geschrieben:
18. Jul 2020, 11:51
Da hätte man besser nochmal Rian Johnson ranlassen sollen (ja, ich habe gerade "Jehova!" gesagt :mrgreen: ).
Bevor ich darauf eingehe: Das größte Problem an Ep 9 ist ja, dass der ursprüngliche Regisseur (Trevorrow) raus war, sie dann JJ Abrams verpflichtet haben, der aber eigentlich erst gar nicht wollte und er dann einfach viel zu wenig Zeit hatte. Dieser Artikel hier in der NY Times ist da ganz interessant und aufschlussreich: https://www.nytimes.com/2019/12/11/movi ... brams.html Im Prinzip also das gleiche, was auch Hobbit 2 und (vor allem) 3 so unsäglich gemacht hat.

Zu deinem Zitat: Das hätte ich durchaus auch gerne gesehen, auch wenn ich Episode 8 in vielen Belangen beschissen fand. Der Film ist mir viel zu sehr Style over Substance (Der "Throne Room Fight" bspw. ist mir zu choreografiert) und hat so unglaublich dumme Sequenzen, wie etwa die gesamte Casino-Planet-Episode.

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Dicker
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Dicker »

Den Bezug vom Hobbit zu Star War verstehe ich nicht.

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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Dr. Zoidberg [np] »

Peter Jackson hatte ursprünglich keine Lust die Hobbit-Filme zu machen, also sollte Guillermo del Toro Regie führen. Während der Pre-Production ist dann aber MGM pleite gegangen und del Toro war raus. Als dann Jackson doch übernommen hat, hat man ihm aber nicht genügend Zeit für die Pre-Production gegeben, was dazu geführt hat, dass sie auf dem Filmset viel "on time" und improvisiert machen mussten. Als sie beim Filmen der Battle of the Five Armies angekommen sind, ist ihnen das dann komplett auf die Füße gefallen. Der Dreh wurde abgebrochen und aus 2 Filmen wurden 3 Filme. Zu sehen ist das hier: https://www.youtube.com/watch?v=20vA9U7J2qQ (ist wohl ein Special auf einer der Hobbit BluRays)

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