Magazin-Spezial zu Steam & Terror

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Torgau
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Re: Magazin-Spezial zu Steam & Terror

Beitrag von Torgau »

Jon Zen hat geschrieben:
22. Aug 2020, 00:07
Des Weiteren möchte ich darauf hinweisen, dass der letzte Kommentar auf der Auf Ein Bier Steam Gruppe seit über 2 Jahren von einem Nutzer geschrieben wurde, der ebenfalls in der Steamgruppe der Identitären ist (und vielen weiteren antidemokratischen Gruppen). Das kommt nicht gut, wenn interessierte Hörer auf die Steamgruppe klicken. :|
Wenn ich mir diese Gruppen so ansehe, würde ich als 1:0 für Herrn Hartleb bezeichnen.

In der Kommentarspalte des Users finden sich auch gleich Rekrutierungsangebote.

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Jon Zen
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Re: Magazin-Spezial zu Steam & Terror

Beitrag von Jon Zen »

Die Steamgruppe "Deutschlands Politik im Fokus" (ca. 500 Mitglieder) würde ich ebenfalls noch zu den etwas größeren rechten Rekrutierungsgruppen (--> auf dem ersten Blick sieht alles harmlos aus) zählen, da der Admin der Identitären Bewegung angehört (und den immer wieder vorkommenden Gruppen: "Monarchie für Deutschland", "Deutscherfreundeskreis", AFD, "Dresden 1945 - Alles schon vergessen?"). Allerdings ist auch dort das Diskussionsforum eingeschlafen (wie fast in allen Steamgruppen).

Für die Steamgruppe Politik Talk (750 Mitglieder) gilt fast Wort für Wort das Gleiche.

Natürlich könnten auch viele der Mitglieder Fake oder 2. Accounts sein.
https://steamcommunity.com/id/Jon-Zen/ | Unsere Biervorräte schwinden dahin, Sire!

Rigolax
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Re: Magazin-Spezial zu Steam & Terror

Beitrag von Rigolax »

Jon Zen hat geschrieben:
23. Aug 2020, 00:18
Die Steamgruppe "Deutschlands Politik im Fokus" (ca. 500 Mitglieder) würde ich ebenfalls noch zu den etwas größeren rechten Rekrutierungsgruppen (--> auf dem ersten Blick sieht alles harmlos aus) zählen, da der Admin der Identitären Bewegung angehört (und den immer wieder vorkommenden Gruppen: "Monarchie für Deutschland", "Deutscherfreundeskreis", AFD, "Dresden 1945 - Alles schon vergessen?"). Allerdings ist auch dort das Diskussionsforum eingeschlafen (wie fast in allen Steamgruppen).
Ja, die hat offenkundig eine gewisse Tendenz.

Wäre zu schade, wenn jemand Focus, Welt oder Spiegel (etc.) über die in der Gruppe als Ankündigung oft in Volltext kopierten Artikel informieren würde, sodass diese sich an Valve wenden könnten (ggf. per DMCA).

Im Übrigen: der eine User in den Kommentaren mit der Ersatzswastika als Avatar (Eisernes Kreuz auf rotem Grund) schaffte es mit seinem Profil in die hier schon verlinkte ARD-Doku, ab: 17:27 https://www.ardmediathek.de/ard/video/r ... M2NzQ3OGY/ Ich kenne das Profil, weil der recht viel allgemein kommentiert auf Steam (auch in Spieleunterforen, u.a. zu Wolfenstein) und ich den selbst mal wegen seiner Profilinhalte aus einer größeren Steam-Gruppe kickte, die ich mitmoderierte. Dahingehend erschrickt mich durchaus, wie die vermittelte Gesinnung von manchen Steamnutzern offenkundig gar nicht als irritierend wahrgenommen wird.
Jon Zen hat geschrieben:
23. Aug 2020, 00:18
Natürlich könnten auch viele der Mitglieder Fake oder 2. Accounts sein.
Ab einer bestimmten Größe werden zumindest auch (Spam-)Bots relevant, die man ohne Zutun einfach anhäuft, die Valve aber teils mal löscht in Wellen. Dürften bei großen Gruppen bestimmt 5 bis 10% sein, ist aber hier wohl kaum relevant.

Die größte klar politisch rechts stehende Steam-Gruppe (ca. 14k Mitglieder) dürfte aber imo diese evangelikale "Christian Gaming Community" sein. Die bekennt sich laut ihrem Gruppenprofil unter anderem zu der fundamentalistischen Chicago-Erklärung über eine vermeintliche Irrtumslosigkeit der Bibel und dem "Nashville Statement", wonach LGBTQ-Sexualität/Geschlechtlichkeit kategorisch abgelehnt wird. Ich dachte auf dem ersten Blick, die Gruppe wäre satirisch, aber scheint doch nicht so.

Floki
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Re: Magazin-Spezial zu Steam & Terror

Beitrag von Floki »

Schöne Folge.
Dieser Gamerbeissreflex "Oh, nicht schon wieder die Killerspiele Debatte" nervt mich. Wenn eine signifikante Zahl von Amokläufern zockt und sich in dem Kosmos rumtreibt, dann muss das gefälligst untersucht werden.
Habe jetzt nicht wirklich was groß Neues mitgenommen, aber ich finde gut, dass Du das durchleuchtest, André und nicht Angst vor den Vorwürfen des Nestbeschmutzers hast. Gerne mehr von kritischen Themen.

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Andre Peschke
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Re: Magazin-Spezial zu Steam & Terror

Beitrag von Andre Peschke »

Floki hat geschrieben:
24. Aug 2020, 15:59
Habe jetzt nicht wirklich was groß Neues mitgenommen, aber ich finde gut, dass Du das durchleuchtest, André und nicht Angst vor den Vorwürfen des Nestbeschmutzers hast. Gerne mehr von kritischen Themen.
Ich glaube, da musste ich mir nun auch keine Sorgen machen. Ich finde es auch gut, wenn man kritischen Stimmen einfach mal die Chance gibt sich zu erklären und dann entsprechend nachfragt. Solange das Gegenüber - und das hat Hartleb ja getan - dann auch ehrlich festhält wo es sich nur um Beobachtungen handelt aus denen sich keine direkten Schlüsse ableiten lassen, ist das ja alles in Ordnung. Daran, das faschistische Gruppen auf Steam zumindest mal schändlich sind, besteht ja kein Zweifel.

Andre

Rigolax
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Re: Magazin-Spezial zu Steam & Terror

Beitrag von Rigolax »

Andre Peschke hat geschrieben:
21. Aug 2020, 09:20
Ich denke, er ist schon skeptisch, ob die Spiele nicht doch einen Einfluss haben. Im Buch sind ein paar Passagen, bei denen man als Spieler die Augenbraue hebt, weil da dann zB beim Attentäter von München mal recht schnell eine Spielesucht "diagnostiziert" wird (an den Stellen im Buch, fehlen dann auch ganz schnell die Fußnoten). Man merkt auch die Themenferne, wenn er "Teamspeak" als "Teamspeaker" bezeichnet.

Andre
Dazu passend las ich hier grad einen Artikel auf mdr.de, vom 2. August: https://www.mdr.de/nachrichten/politik/ ... t-100.html Darin: "Der Attentäter von Halle spielte exzessiv sogenannte Ego-Shooter auf der Spieleplattform 'Steam'. Dort verbrachte Stephan B. Hunderte Stunden mit Computerspielen und unterhielt auch zahlreiche Kontakte." (Hartleb wird auch kurz zitiert)

Das ist imho u.U. auch ein Beispiel für gewisse Ressentiments: Man kann erst einmal wenig daraus ableiten, dass jemand "Hunderte Stunden" Computerspiele spielte, auch speziell Ego-Shooter, auf Steam; das als "exzessiv" zu charakterisieren, ohne einen angegebenen Zeitrahmen oder Informationen zu den Lebensumständen, ist imho schlichtweg unsachlich. Ich denke mal, eine Menge Leute hier werden hunderte Stunden Computerspiele/Ego-Shooter gespielt haben (unter anderem ich selbst, hunderte Stunden in TF2 alleine). Man stelle sich vor, jemand habe Hunderte Stunden Romane gelesen (Stichwort "Lesesucht").

Jedenfalls könnte es sein, dass der Attentäter von Halle "exzessiv" Ego-Shooter spielte: Hat jemand dazu konkretere Infos? Ansonsten ist so eine Formulierung (gerade bei den ÖR) imho kontraproduktiv, erinnert dann tatsächlich an eine Art "Killerspiel-Debatte-Light", insbesondere da "Gamer" doch leicht die Formulierung durchschauen können. -- Als Kontext: Der Täter von München in 2016 hatte offenbar über 3000 Stunden Spielzeit in diversen Counter-Strike-Varianten (https://vdvc.de/blog/2016/07/24/volker- ... s-grenzen/). Da passt "exzessiv" durchaus, das wären aber dann aber ja Tausende Stunden (und ein Journalismus würde das dann wohl auch eher so formulieren) und die Person war dabei auch noch wesentlich jünger (18 vs. ungefähr 27 bei Halle) und auch noch Schüler. Dennoch wäre es, wie Hartleb es offenbar in seinem Buch tut, immer noch fragwürdig, eine "Sucht" fernzudiagnostizieren, aber ich kann zumindest die Gründe dafür noch nachvollziehen.
Floki hat geschrieben:
24. Aug 2020, 15:59
Dieser Gamerbeissreflex "Oh, nicht schon wieder die Killerspiele Debatte" nervt mich. Wenn eine signifikante Zahl von Amokläufern zockt und sich in dem Kosmos rumtreibt, dann muss das gefälligst untersucht werden.
Dazu noch: Wenn eine signifikante Zahl von Amokläufern zockte, könnte das auch eher unüberraschend sein und schlicht an der entsprechenden Kohorte (Altersgruppe/Geschlechtlichkeit) liegen. Es wäre dahingehend vielleicht eher verwunderlich, wenn eine signifikante Zahl von Amokläufern nicht zocken würde.

Ein Nicht-Spielen von (gewaltdarstellenden) Videospielen könnte in bestimmten Kohorten dagegen sogar für psychische/soziale Devianz sprechen, also ein Indikator sein, dass eine (jugendliche/adoleszente) Person gefährdungsgeneigt sein könnte (um auf diesen Jugendschutzbegriff nochmal zurückzugreifen, also „gefährdungsgeneigt“). Siehe jedenfalls dafür z.B. „Moral Combat: Why the War on Violent Video Games Is Wrong”, Abschnitt „What’s Normal is Normal“; der Abschnitt davor ist auch interessant, bzgl. dass ggf. gerade Schulamokläufer statistisch gesehen weniger violente Spiele spielten als ihre Peers.

Stellt sich imho die Frage, ob man sonst nicht (mal wieder) eher Korrelationen hinterherjagt bzw. was man angesichts der so starken "Mainstreamigkeit" von Gewaltspielen überhaupt noch ableiten kann. Produktiver wäre es vielleicht doch spezifischere Spiele/Darstellungen (z.B. Hatred) zu betrachten und/oder auf exzessives Spielverhalten abzustellen (siehe oben) -- neben dem Herumtreiben in bestimmten Kosmen.
Zuletzt geändert von Rigolax am 26. Aug 2020, 18:39, insgesamt 1-mal geändert.

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Textsortenlinguistik
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Re: Magazin-Spezial zu Steam & Terror

Beitrag von Textsortenlinguistik »

Das Thema ist heute exklusiv auf der Startseite von Tagesschau.de vertreten.

https://www.tagesschau.de/investigativ/ ... s-101.html
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VikingBK1981
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Re: Magazin-Spezial zu Steam & Terror

Beitrag von VikingBK1981 »

Ich weiß nicht was ich von der Folge halten soll. Es ist zwar schön, dass The Pod wirklich Spielejournalismus betreibt, aber irgendwie kommt der Cast zu keinem Ergebnis für mich. Könnte natürlich auch Interviewpartner gelegen haben.

Ich finde das Thema halt schwierig. Wie André ja festgestellt hat ist Steam sicher nicht die einzige und die größte Plattform wo sowas stattfindet. Hier waren mir die vorgeschlagenen Lösungsansetze des Experten auch viel zu weltfremd. Ich bin Polizist und nein, egal wie man es dreht, wir haben für sowas nicht genug Personal. Wir kommen schon jetzt nicht mehr hinterher. Wichtig wäre es hier die Betreiber in die Pflicht zu nehmen. Klar handelt es sich hier meist um ausländische Firmen, die aber hier nun mal Geld verdienen wollen.

Solche Taten lassen sich jedoch selbst dann nicht verhindern. Die angesprochenen "Profiler" (hier in Deutschland heißen Fallanalytiker) finden logischerweise Spuren. Die gibt es bei jeder Tat, nur lässt sich deswegen noch lange nicht vorher etwas verhindern.

Wichtig wäre, dass durch die Betreiber streng gegen diese Gruppen und Personen vorgegangen wird. Und das bei Zuwiderhandlung drastische Strafen drohen für das Unternehmen.
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Andre Peschke
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Re: Magazin-Spezial zu Steam & Terror

Beitrag von Andre Peschke »

VikingBK1981 hat geschrieben:
27. Aug 2020, 10:43
Solche Taten lassen sich jedoch selbst dann nicht verhindern. Die angesprochenen "Profiler" (hier in Deutschland heißen Fallanalytiker) finden logischerweise Spuren. Die gibt es bei jeder Tat, nur lässt sich deswegen noch lange nicht vorher etwas verhindern.
Ich hatte das ja auch aufgegriffen, ob man sich nicht eingestehen muss, dass solche Taten einfach nicht zu verhindern sind. Und die Antwort von Florian Hartleb ist aber schon, glaube ich, stellvertretend für die Gesellschaft: "Sollen wir denn einfach nix machen?" (paraphrasiert). Ich denke, das ist vielleicht derzeit die Realität, aber insgesamt für die Menschen inakzeptabel.

Andre

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VikingBK1981
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Re: Magazin-Spezial zu Steam & Terror

Beitrag von VikingBK1981 »

Ja nichts machen soll man auch nicht. Aber man muss halt schauen wer macht was. Hier kann es einfach nicht durch Sicherheitsbehörden gewährleistet werden. Deswegen muss der Betreiber der Plattform in die Pflicht genommen werden.
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Heretic
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Re: Magazin-Spezial zu Steam & Terror

Beitrag von Heretic »

Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, weshalb Steam das Thema komplett am Allerwertesten vorbeizugehen scheint. Die hätten doch die Mittel, 'ne ganze Armada an Mitarbeitern darauf anzusetzen. Und sei es nur, um das eigene Image zu verbessern und sagen zu können: "Seht her, wir tun was!". Stattdessen lassen sie sich nichtmal dazu herab, auf Anfragen zum Thema zu antworten. Ist schon 'ne schwache Vorstellung von der wohl weltweit größten Internet-Vertriebsplattform im Spielebereich.

Floki
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Re: Magazin-Spezial zu Steam & Terror

Beitrag von Floki »

Bei der Passage mit dem "Sollen wir nichts tun?" musste ich auch innerlich nicken. Genau das ist die Frage: Sicherlich wird "das Zocken" bei Amokschützen vorzufinden sein, weil sie halt jung und männlich sind. Das ist ja auch nicht der Punkt. Der Punkt ist doch viel eher, ob bei Personen mit einem Gefährdungspotential eine exzessive Beschäftigung mit bspw. Shootern einen Trigger setzen kann oder anders weiter gefährdet.
Aber auch wenn das so sein sollte, was wären die Konsequenzen? Shooter verbieten? Wohl kaum.
Daher ist dann die Frage, ob die freie Gesellschaft dies nicht einfach so hinnehmen/aushalten muss. Dennoch gehört es untersucht und da finde ich den Weg richtig (solange keine fragwürdigen Schnellschüsse folgen).

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XfrogX
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Re: Magazin-Spezial zu Steam & Terror

Beitrag von XfrogX »

Heretic hat geschrieben:
27. Aug 2020, 11:51
Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, weshalb Steam das Thema komplett am Allerwertesten vorbeizugehen scheint. Die hätten doch die Mittel, 'ne ganze Armada an Mitarbeitern darauf anzusetzen. Und sei es nur, um das eigene Image zu verbessern und sagen zu können: "Seht her, wir tun was!". Stattdessen lassen sie sich nichtmal dazu herab, auf Anfragen zum Thema zu antworten. Ist schon 'ne schwache Vorstellung von der wohl weltweit größten Internet-Vertriebsplattform im Spielebereich.
Aber würde es den ihr Image verbessern? Und wäre es wirklich was positives für Steam die Botschaft zu vermitteln wir tun was wenn jemand sich beklagt?

Bei uns in Deutschland sicherlich, aber wie relevant ist den Deutschland für steam? Und wie sieht es in den USA aus? Wenn steam dort dann nachgesagt wird das sie gegen Meinungsfreiheit sind? Klar ist das Quatsch aber trotzdem käme dieses Argument. Und generell? Warum sollten sie in Deutschland mehr tun als nötig aber in China nicht die Wünsche der Behörden einfach durch winken?

Und selbst wenn es positiv bewertet würde, ob es am Ende auch nur einen Spieler auf steam bringt wage ich zu bezweifeln, oder gibt es aktuell eine große Gruppe die sagt genau deswegen kaufe ich mein Spiel nicht bei steam?

Außerdem ist das ein Rennen das steam nie gewinnen kann, maximal schaffen sie es das diese Leute für ihre Kommunikation schnell auf eine andere Plattform wechseln und sich eher wieder über „Codes“ erkennen. Den diese Leute hören nicht auf zu existieren oder auch nur zu spielen weil man ihnen einen Ort zum austauschen nimmt. Davon gibts heute so viele, und wenn es sie nicht mehr gäbe würde sie selber welche schaffen.

Damit ist kein Problem gelöst nur weil man es nicht mehr sehen will. Wir sollten aufhören Probleme einfach nur weg zu drücken und sie lieber ernst nehmen und an den Ursachen arbeiten.

Rigolax
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Re: Magazin-Spezial zu Steam & Terror

Beitrag von Rigolax »

Heretic hat geschrieben:
27. Aug 2020, 11:51
Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, weshalb Steam das Thema komplett am Allerwertesten vorbeizugehen scheint. Die hätten doch die Mittel, 'ne ganze Armada an Mitarbeitern darauf anzusetzen. Und sei es nur, um das eigene Image zu verbessern und sagen zu können: "Seht her, wir tun was!". Stattdessen lassen sie sich nichtmal dazu herab, auf Anfragen zum Thema zu antworten. Ist schon 'ne schwache Vorstellung von der wohl weltweit größten Internet-Vertriebsplattform im Spielebereich.
Valve, der Betreiber von Steam, ist schon eine ziemlich kopflose Firma, was wohl zum Teil zumindest an deren interner Organisationsstruktur liegt. In gewisser Weise sind die wie Google, dass die auch öfter Projekte anfangen, halbherzig fortführen und dann irgendwann einfach einstampfen.

Dass Valve das Thema komplett am Hinterteil vorbeigeht, ist aber nicht (mehr) so ganz richtig. Siehe Christian Huberts aktuell in einem Interview bei Tagesschau: https://www.tagesschau.de/investigativ/steam-101.html (Huberts: „Im vergangenem Jahr ist Valve deutlich strenger geworden. Hakenkreuze, bekannte Hass- und Terrorgruppen, anerkannte Hatespeech werden nach einer Meldung nun in der Regel relativ schnell gelöscht. Anders sieht es bei Content aus, der sich in legalen Grauzonen befindet, beispielsweise die schwarze Sonne, Bilder von Attentätern oder eben Memes wie Pepe oder ‚Remove Kebab‘. Hier zeigt sich Steam nach wie vor sehr zurückhaltend und passiv.“)

Das mit der legalen Grauzone ist eben so eine Sache. Pepe-Memes zu löschen, fände ich auch eher schwierig; das geht schon in Richtung Okay-Zeichen verbieten, was ja aber schon passiert (Kontext: https://www.gamespot.com/articles/call- ... 0-6479422/). Mit der schwarzen Sonne: fiel mir schon auf, dass Rechtsextreme speziell animierte Profilhintergründe dahingehend verfremden (siehe hier: https://store.steampowered.com/points/s ... ackgrounds „Black Hole“), die direkt von Valve sogar sind, aber was soll man denn da machen? Mal ganz ehrlich auch, wer außerhalb einer bestimmten Szene oder der sich damit intensiv beschäftigt hat, erkennt das überhaupt als rechtsextremes Zeichen bzw. was ist gewonnen, wenn man den Nazis diese Inhalte wegnimmt? Die finden immer Ersatzsymbole. Die Nazis haben auch schon nordische Mythologie ziemlich madig gemacht, um JRR Tolkien zu paraphrasieren. Und wenn die wie in „Die Welle“ weiße T-Shirts vereinnahmen, werden die dann verboten? Dank der gegenwärtigen (linken) Problematisierungs- und (rechten) Trollkultur scheint ja recht vieles möglich zu sein.

Im Interview dort wird übrigens Valve zitiert im Store-Angebots-Kontext: “we've decided that the right approach is to allow everything onto the Steam Store, except for things that we decide are illegal, or straight up trolling". Haben die auch nicht durchgehalten, natürlich nicht. Die machen bei Anime-Titeln mit leicht anzüglichem Kontext im Highschool-Setting schon dicht, die imho teils selbst in Deutschland noch im Rahmen des erlaubten wären, sicherlich aber nicht illegal in den USA (oder per se straight up trolling). Und antisemitische/rassistische Titel kann man bei Steam lange suchen (im globalen Angebot), mir fällt da nichts ein, obwohl ich grundsätzlich diverse insbesondere für Deutschland gesperrte Spiele kenne (was dann meist doch eher tatsächlich imho, teils aber etwas ungeschickte, Nazi-Satiren sind).

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Andre Peschke
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Re: Magazin-Spezial zu Steam & Terror

Beitrag von Andre Peschke »

Floki hat geschrieben:
27. Aug 2020, 12:03
Der Punkt ist doch viel eher, ob bei Personen mit einem Gefährdungspotential eine exzessive Beschäftigung mit bspw. Shootern einen Trigger setzen kann oder anders weiter gefährdet.
Ich glaube, auch da ist es illusorisch zu glauben, dass wir in den nächsten Jahrzehnten eine Antwort darauf bekommen. Wir sind im Verständnis des menschlichen Geistes und der Medienwirkung einfach noch lange nicht so weit. Was nicht heißt, dass man sich nicht weiter darum bemühen sollte.

IMO die interessantere Fragestellung ist: Kann man vielleicht Indikatoren identifizieren, wo es sich für Sicherheitsbehörden lohnt genauer hinzuschauen. Wenn sich zB potenzielle Gewalttäter oder rechte Demagogen im Umfeld von Spielen wie Hatred ansiedeln und organisieren, dann kann das ja dazu taugen staatliche Ressourcen gezielter einzusetzen, als zu sagen "behalt mal das /pol Board im Auge, Josef!".

Vielleicht liegt es wieder nur daran, dass ich zu wenig Ahnung habe (die Killerspiel-Debatte erschien mir auch mal viel logischer), aber ich kann mir zumindest vorstellen, dass Erkenntnisse wie die von Hartleb als Filter funktionieren können über die man eben mögliche Brennpunkte besser identifizieren kann. So wie der Nutzen von Profiling bei der Polizei ja auch am ehesten darin besteht, ein breites Feld von Verdächtigen einzugrenzen (das Profiling auch noch oft eher Kaffeesatzleserei ist, lässt natürlich skeptisch sein). Ob dabei dann Steam am Ende relevant wird oder nicht, sei mal dahingestellt und ist letztlich auch egal.

Andre

Floki
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Re: Magazin-Spezial zu Steam & Terror

Beitrag von Floki »

Andre Peschke hat geschrieben:
27. Aug 2020, 13:07
Floki hat geschrieben:
27. Aug 2020, 12:03
Der Punkt ist doch viel eher, ob bei Personen mit einem Gefährdungspotential eine exzessive Beschäftigung mit bspw. Shootern einen Trigger setzen kann oder anders weiter gefährdet.
Ich glaube, auch da ist es illusorisch zu glauben, dass wir in den nächsten Jahrzehnten eine Antwort darauf bekommen. Wir sind im Verständnis des menschlichen Geistes und der Medienwirkung einfach noch lange nicht so weit. Was nicht heißt, dass man sich nicht weiter darum bemühen sollte.

IMO die interessantere Fragestellung ist: Kann man vielleicht Indikatoren identifizieren, wo es sich für Sicherheitsbehörden lohnt genauer hinzuschauen. Wenn sich zB potenzielle Gewalttäter oder rechte Demagogen im Umfeld von Spielen wie Hatred ansiedeln und organisieren, dann kann das ja dazu taugen staatliche Ressourcen gezielter einzusetzen, als zu sagen "behalt mal das /pol Board im Auge, Josef!".

Vielleicht liegt es wieder nur daran, dass ich zu wenig Ahnung habe (die Killerspiel-Debatte erschien mir auch mal viel logischer), aber ich kann mir zumindest vorstellen, dass Erkenntnisse wie die von Hartleb als Filter funktionieren können über die man eben mögliche Brennpunkte besser identifizieren kann. So wie der Nutzen von Profiling bei der Polizei ja auch am ehesten darin besteht, ein breites Feld von Verdächtigen einzugrenzen (das Profiling auch noch oft eher Kaffeesatzleserei ist, lässt natürlich skeptisch sein). Ob dabei dann Steam am Ende relevant wird oder nicht, sei mal dahingestellt und ist letztlich auch egal.

Andre
Die Debatte um die Verknüpfung von Erkenntnissen würde ich in diesem Punkt auch gerne noch einbringen. Auch wenn es zum Teil off topic ist, aber Germanwings wäre sicherlich auch "berhördenübergreifend" eher aufgefallen, wäre wir hier nicht so datenschutzrechtlich verbohrt.
Aber da sprichst Du einen guten Punkt an: Können wir Alerts aus Bereichen wir dem Gamingkosmos (wo auch immer sie auffallen, Steam, Discord,... egal) zusammenführen und so durch die KI (ich glaube, anders geht es nicht) zusammenführen, dass entsprechende Behörden den Einzelfällen nachgehen? Finde ich sehr spannend, aber alleine in dem Moment des Tippens hier, fällt mir auf, wie weit wir davon (Gott sein Dank - ist das gut?) weg sind.

Aber richtig ist der Weg dennoch: Fällt jemand auf, da er einen Waffenschein hat, 1500 Stunden in Hatred gesteckt hat und noch von bspw. von seiner Schule geflogen ist. Oha, da sollte einen paar Alarmglocken angehen. Genau für solche Dinge bietet sich KI an.

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Re: Magazin-Spezial zu Steam & Terror

Beitrag von VikingBK1981 »

Wird in keinem Land möglich sein. Das wäre nur möglich, wenn man gar keinen Datenschutz hat.
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Floki
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Re: Magazin-Spezial zu Steam & Terror

Beitrag von Floki »

VikingBK1981 hat geschrieben:
27. Aug 2020, 23:52
Wird in keinem Land möglich sein. Das wäre nur möglich, wenn man gar keinen Datenschutz hat.
Weiß ich gar nicht so genau. Die Frage ist ja, wo uns Daten und die Erkenntnisse hinführen (können).
Die Möglichkeiten, dass die KI uns sinnvolle Hinweise gibt, gibt es mMn erst seit vielleicht 10 Jahren. Das Potential ist sicher enorm.
Ich denke in der Kosten/Nutzen Analyse haben die Geheimdienste oder Behörden gute Argumente.
Meiner Meinung nach ist unser Verständnis von Datenschutz hier in Deutschland zu dogmatisch und nicht mehr zeitgemäß.
Ja, es muss ihn geben - gerade zum Schutz gegen private Interessen -, aber er darf kein Totschlagargument sein und das ist viel zu oft der Fall.

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Re: Magazin-Spezial zu Steam & Terror

Beitrag von Legoli12 »

Floki hat geschrieben:
28. Aug 2020, 10:10
Weiß ich gar nicht so genau. Die Frage ist ja, wo uns Daten und die Erkenntnisse hinführen (können).
Die Möglichkeiten, dass die KI uns sinnvolle Hinweise gibt, gibt es mMn erst seit vielleicht 10 Jahren. Das Potential ist sicher enorm.
Ich denke in der Kosten/Nutzen Analyse haben die Geheimdienste oder Behörden gute Argumente.
Meiner Meinung nach ist unser Verständnis von Datenschutz hier in Deutschland zu dogmatisch und nicht mehr zeitgemäß.
Ja, es muss ihn geben - gerade zum Schutz gegen private Interessen -, aber er darf kein Totschlagargument sein und das ist viel zu oft der Fall.

Ein von dir vorgeschlagenes KI Modell wäre hoch kompliziert müsste um gute Ergebnisse zu liefern auch ein Black Box Algorithmus sein. Jegliche interpretierbare Verfahren liefern an der Stelle keine hohe Validität und geringe Varianz bzw. auch nicht stabil sind z.B. ein Algorithmus für ein Entscheidungsbaum auf einem Datensatz A erzeugt je nach Wahl der Splits komplett unterschiedliche Bäume mit anderen Endwerten. Also müssen wir einen Black-Box Algorithmus z.B. Künstliches Neurals Netzwerk nehmen
Daraus ergibt sich aber Probleme u.a., dass bei einem Black-Box Algorithmus nicht garantiert werden kann, dass der Algorithmus nicht noch Verbindungen zwischen Variable zieht, die nicht vorhanden (z.B. Eis essen und Hai Angriffe) oder aber sensibel (z.B. Religion) sind. Insbesondere in der Strafverfolgung in den USA gab es bereits KIs im Einsatz und du darfst dreimal raten wer am meisten darunter zu leiden hatte.
Es gibt zwar Methoden diese Sensiblen Varaibeln auszuschließen und auch zu verhindern, dass die KI diese nicht predicted, aber die Algorthmen, welche am Ende rauskommen haben große Defizite in der Qualität der Ergebnisse oder eben der Stabilität. Alternativ kann man auch Algorithmen aus einem Black-Box Modell extrahieren aber das hier ist halt wieder das Problem, dass man sich nicht sicher sein kann, dass der unterliegende Algorithmus nicht Biased ist.
Ganz zuschweigen von den Problemen die Predictive Policing allgemein hat.
Ich drücke es mal freundlich aus. Aus meiner Perspektive bist du gerade auf dem Weg die Büchse der Pandora zu öffnen.
Ceterum censeo Carthaginem esse delendam. - Cato der Ältere
(Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss.)

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VikingBK1981
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Re: Magazin-Spezial zu Steam & Terror

Beitrag von VikingBK1981 »

Zumal die KI auf alle Datenbanken Zugriff bräuchte. Das lässt kein Land zu außer vielleicht China und Nordkorea.
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